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Full text of "Verhandlungen der K.K. Geologischen Reichsanstalt"

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1889. 



VERHANDLUNGEN 



KAISERLICH-KÖNIGLICHEN 



GEOLOGISCHEN REICHSANSTALT. 




J a h r g ang 18 8 9. 

Nr 1 bis 18. (Schluss.) 






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WIEN, 1889. 
ALFRED HOLDER, 

K. U. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER, 

Rothenthurmstrasse 15. 



1889. 



VERHANDLUNGEN 



KAISERLICH-KO NIGLICHEN 



GEOLOGISCHEH REICHSANSTALT. 




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Jahrgang 188 9. 

Nr 1 bis 18. (Schluss.) 









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WIEN, 1889. 
ALFRED HOLDER, 

K. TJ. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER, 
Rothenthurmstrasse 15. 



Alle Rechte vorbehalten. 



California Academy of Sciences 



Presented hy K. K. (r^nlnjT i snhff 

Reichsanstalt , Wien. 
Dec ember 7 190_Z. 



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in 2012 with funding from' 

California Academy of Sciences Library 



http://www.archive.org/details/verhandlungender1889kkge 




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Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 8. Jänner 1889. 

Inhalt: Jahresbericht des Directors D. Stur. 



Jahresbericht 1888 des Directors D. Stur. 

Hochverehrte Herren! 

Zum vierten Male habe icli die Ehre, den üblichen Jahresbericht 
über die Wirksamkeit unserer k. k. geologischen Reichsanstalt vorzu- 
legen, aus welchem hervorgehen wird, dass auch das eben verflossene 
Jahr 1888 eine rührige Thätigkeit in Vollbringung unserer Aufgaben 
und eine, wenn auch nur langsam fortschreitende Entwicklung unserer 
Verhältnisse gestattete. 

Seine kaiserliche und königlich apostolische Majestät haben mit 
allerhöchster Entschliessung vom 23. Jänner 1888 dem greisen Adolf 
Senoner eine Gnadengabe jährlicher fünfhundert (500) Gulden huld- 
reichst zu bewilligen geruht. 

Die Erwirkung dieser allerhöchsten Gnadengabe ist der Herzens- 
güte Seiner Excellenz des Herrn Geheimrathes und Cabinetsdirectors, 
Adolf Freiherrn v. Braun, zu verdanken. Es sei mir gestattet zu 
referiren , dass Herr Senoner seitdem sein Zimmer nicht mehr ver- 
lassen hat und seine gewohnte Thätigkeit im Bette liegend fortsetzt. 

Laut hohem Erlasse vom 26. Februar 1888, Z. 845, wurde Herr 
Ernst Girardi , k. k. Rechnungsassistent im k. k. Ministerium für Cultus 
und Unterricht, mit der Fortführung der vom gnädigst enthobenen 
A. Senoner bisher besorgten Agenden bis auf Weiteres betraut. 

Laut hohem Erlasse vom 4. December 1888, Z. 23799 hat Seine 
E x c e 11 e n z der Herr Minister für Cultus und Unterricht 
die Verwendung des bisherigen Assistenten der Lehrkanzel für Paläon- 
tologie an der Universität in Wien, Gejza Bukowski, als Praktikanten 
an der geologischen Reichsanstalt mit dem Adjutum von jährlich sechs- 
hundert (600) Gulden vom 1. Jänner 1889 gnädigst genehmigt. 

Am 10. November 1888 hat Herr Josef Prodi azka sein Gesuch 
an die Direction eingereicht mit der Bitte: als Volontär sich an 
unseren Arbeiten betheiligen zu können. 

K. 1;. geolog. Keichsanstalt. 1889. Nr. 1. Verhandlungen. 1 



2 Verhandlungen. Nr. \ 

Der von Seite der Direction eingereichte Plan für die geolo- 
gischen Aufnahmen im Sommer 1888 (Zahl 192 vom 29. März) fand 
im hohen Erlasse des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht 
vom 9. Mai 1888, Z. 6781, die hohe Genehmigung. 

Diesem Plane zufolge waren die Detailaufnahmen in »Steiermark 
und Mähren in gewohnter Weise fortzuführen. 

Die Aufnahmen in Steiermark und in den angrenzenden Gegenden 
Niederösterreichs in der Section 1 hatten die Herren : Chefgeologe Ober- 
bergrath Dr. E. v. Mojsisovics und die Sectionsgeologen M. Vacek, 
Dr. Alex. Pittner, Friedr. Teller und Georg Geyer zu besorgen. 

Die Durchführung der Aufnahme in Mähren wurde der Section II 
anvertraut und hatten unter der Leitung des Chefgeologen Herrn Perg- 
rath C. M. Paul die Herren Sectionsgeologen Dr. V. Uhlig, Dr. L. 
v. Tausch und Carl Par. v. Camerl ander die angestrebten Arbeiten 
durchzuführen. 

Herr Chefgeologe Dr. E. Tietze hatte die im Interesse der 
Zusammenstellung der Uebersichtskarte von Galizieu noch nöthigen 
Revisionsarbeiten im Felde zu unternehmen. 

Die wichtigsten Resultate, die bei diesen Aufnahmsarbeiten 
des Sommers 1X88 erzielt wurden, enthält nach eigener Mittheilung 
der betreffenden Herren Geologen der folgende Pericht. 

Der Chefgeologe der I. Section, Herr k. k. Oberbergrath Dr. Edm. 
v. Mojsisovics unternahm zunächst einige Exemtionen im Gebiete 
des Semmering, wobei das Studium der daselbst auftretenden Trias- 
bildungen in erster Linie stand. 

Hierauf begab sich derselbe in das auf den Plattem der Special- 
karte, Zone 15, Col. XIII , Zone 15, Col. XIV, Zone 14, Col. XIII, 
dargestellte Gebiet der Raxalpe, Schneealpe und des Schneeberg, in 
welchen er theils in Begleitung des Herrn Gej^er, theils allein die 
wichtigsten Aufschlüsse untersuchte , während die detailirte Kartirung 
dieser Gegend Herrn Geyer , welcher sich während der beiden letzten 
Jahre die ausreichendste Kenntniss und Erfahrung angeeignet hatte, 
anvertraut werden konnte. 

Die hierbei erzielten theoretischen Resultate stehen im vollsten 
Einklänge mit den in den Mürzthaler Alpen gewonnenen Ergebnissen 
und liefern neue umfassende Peweise für die Richtigkeit derselben. 

So konnte neuerdings der allmälige regionale Uebergang des 
Cephalopoden und Monotis führenden Hallstätter Kalkes in den Diplo- 
poren oder Wettersteinkalk nachgewiesen werden. Aus letzterem und 
nicht, wie früher angenommen worden war, aus dem sogenannten 
Hochgebirgskalk (oder Korallenriffkalk) bauen sich die Plateaumassen 
der Raxalpe und des Schneeberges auf. Der vom Wettersteiukalke 
leicht zu unterscheidende Korallenriffkalk kommt in den im Vorjahre 
und heuer untersuchten Gebieten blos an einer Stelle, und zwar im 
Gebirg88tocke der Tonion vor, wo die Korallenrifffacies bereits im 
Niveau der unteren Hallstätter Kalke zu beginnen und Ins zur rhätischen 
stufe emporzureichen scheint. 

hie bereits aus der Mürzschlucht nächst Frein bekannten schwarzen 
oberen Hallstätter Kalke in Rciflineer Facies wurden auch weiter östlich 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 3 

bis über die niederösterreichische Grenze mebrfacb nachgewiesen. Die 
in diesen Kalken entdeckten Cepbalopoden sprechen für karnisches 
Alter, und zwar speciell für die Gleichstellung mit den karniseben 
Hallstätter Kalken der Aonoideszone. Die mebrfacb beobachtete Wechsel- 
lagerung - der schwarzen Kalkbänkc mit Reingrabener Schiefern steht 
mit dieser paläontologischen Parallelisirung im besten Einklänge. 

Ein ganz besonderes Interesse knüpft sich an einen kleinen Denu- 
dationsrest von Hauptdolomit, welcher in der Gegend von Neuberg 
bei fast söhliger Lagerung als Kappe eines aus Hallstätter Kalken 
bestehenden Hügels gefunden wurde. Die den Hauptdolomit unmittelbar 
unterlagernden Schichten bestehen aus schwarzen Kalken und Rein- 
grabener Schiefern , während tiefer norisebe Hallstätter Kalke mit 
Cephalopoden und Monotis folgen. Es beweist diese kleine, mitten in die 
Region der Hallstätter Kalke eingesenkte Scholle, dass sich einst eine 
continuirlicbe Decke von Hauptdolomit über dieses Gebiet ausdehnte, 
welche gegenwärtig bis auf jenen kleinen Rest bei Neuberg denudirt ist. 

Geologe M. Vacek verwendete die erste Hälfte des Aufnahms- 
sommers zu einer Revision der wichtigeren Eisensteinbezirke der Nord- 
steiermark, insbesondere jenes von Eisenerz. Neu aufgenommen 
wurde von demselben, im Anschlüsse an das im Vorjahre kartirte 
Semme ring gebiet, der grössere südöstliche Theil des Blattes Neun- 
kirchen-Aspang (Zone 15, Col. XIV), umfassend die Wechsel- 
gruppe mit ihren Vorlagen in Nord und Ost oder der sogenannten 
Bucklichten Welt bis an die Ebene des Stein feldes und die 
Wasserscheide des Rosalien gebirges, sowie die Umgebung von 
Aspang. Auf diese Art wurde auf niederösterreichischem Gebiete 
der natürliche Abs c hl u ss für die Studien in der Grauwackenzone 
Nordsteiermarks erlangt. 

Dr. A. Bittner setzte die Aufnahme auf dem Blatte, Zone 15, 
Col. XII (Eisenerz- Wildalpen — Hochschwabgebiet) fort. Es wurde vor 
Allem die Gegend von Aflenz, welche durch eine ganz eigentbümliche 
Entwicklung und Gliederung der Triasbildungen ausgezeichnet ist, ein- 
gehender studirt, um die bei der ersten Begebung derselben noch ge- 
bliebenen Zweifel (vergl. Verhandl. 1887, pag. 92) zu lösen. Ein vor- 
läufiger Bericht über diese Untersuchung ist in den Verhandl. 1888, 
pag. 248, zum Abdrucke gelangt. 

Die weitere Fortsetzung der Aufnahmsarbeiten wurde durch eine 
schwere Erkrankung des Aufnahmsgeologen, welche Mitte August ein- 
trat, verhindert. Die demselben gestellte Aufgabe — Fertigstellung des 
Blattes, Zone 15, Col. XII, und Ausdehnung der Untersuchungen auf 
das nördlich angrenzende Blatt hehufs Richtigstellung des Anschlusses 
an den Grenzen beider Blätter — konnte somit in diesem Jahre nicht 
mehr durchgeführt werden. 

Wir hielten Herrn Dr. Bittner durch lange Zeit hindurch für 
verloren. Für mich sowohl, wie für seine Freunde und Collegen, war 
es ein Trost, zu wissen, dass derselbe im Spitale zu Brück a. M. mög- 
lichst gut untergebracht war ; einerseits unter der liebevollen Obhut 
seiner eigenen Schwestern, anderseits unter der ärztlichen Behandlung 
der hochgeehrten Herren: kaiserlichen Rath Dr. C. Schmid, Director 
des Rudolfsspitales in Brück a. M. , Dr. v. Kutscbcra ebenfalls 

1* 



.j Verhandlungen. Nr. 1 

daselbsl und Dr. F. Lichtenegger in Aflenz, welcher Letztere dem 

Krankon die erste Hilfe leistete und i'iir dessen Uebcrf'ülirung von 
Allen/, nach Brack a. M. bestens sorgte. 

Allen denen Damen und Herren, die sieli um die Genesung 
unseres, in der Section, während der Aufnahmsarbeit krankgewordeneo 
Freundes und Collegen verdient gemacht haben , sagen wir hiermit 
unseren herzlichsten, zugleich verbindlichsten Dank. 

Doch nicht nur uns , seinen Collegen , hat die Erkrankung des 
Herrn Dr. Bittner Sorge gemacht. Während meiner Anwesenheit 
am internationalen Geologencongresse in London haben sich die Geo- 
logen fast der ganzen Welt, Amerikaner, Belgier, Deutsche, Engländer, 
Franzosen, Portugiesen, Russen, Schweden angelegentlichst um den 
Stand der Krankheit erkundigt , und haben der Hoffnung Ausdruck 
gegeben , dass die kräftige Natur des Feldgeologen über die schwere 
Krankheit siegen wird. 

Es ist für den Feklgeologen die während der Erkrankung unseres 
Freundes gemachte Erfahrung gewiss erfreulich und erhebend, dass 
sich in diesem Falle nicht nur allgemeine Theilnahme der Geologen- 
Fachgenossen recht bemerkbar gemacht hat, sondern auch Menschen- 
freunde sich gefunden haben, die den einsamen, durch unerwartete Er- 
krankung in der Fremde schwer heimgesuchten, seine Pflicht erfüllen- 
den Collegen alle nur mögliche vorzügliche Hilfe in eifrigster und freund- 
lichster Weise angedeihen Hessen, was hier zu constatiren meine an- 
genehmste Pflicht ist. 

Sectionsgeologe F. Teller hat seine vorjährigen Aufnahmen in 
den östlichen Ausläufern der Karawanken von Schwarzenbach und Miess 
in Kärnten nach Ost bis in die Senkung von Windischgratz in Süd- 
steiermark fortgesetzt. Die Arbeiten, an welchen zeitweilig als Volontäre 
die Herren E. Jüssen und A. Ruvarac theilgenommen haben, be- 
wegten sich auf den Blättern Unterdrauburg (Zone 19, Col. XII) 
und Prassberg (Zone 20, Col. XII). 

Von dem erstgenannten Blatte sollte dem diesjährigen Aufnahms- 
plane zufolge nur der südlich von der Linie Bleyburg-Prävali-Guttenstein- 
Unterdrauburg liegende Terrainabschnitt zur Untersuchung gelangen, 
und es konnte derselbe auch thatsächlich zum Abschlüsse gebracht 
werden. Von dem gleichzeitig in Angriff genommenen Blatte Prassberg 
wurde die nordwestliche Section untersucht und bis an die Wasser- 
scheide zwischen Miess und Sann vollendet. 

Die Haupterhebung dieses Gebietes — das im Ursula berge 
eulminirende Kalkgebirge — bildet, wie in orographischer so auch in 
geologischer Beziehung die unmittelbare Fortsetzung der Petzen. Wie 
dort liegen auch hier die ältesten Glieder der mesozoischen Scbichten- 
reihe, welche diesen ostwestlich streichenden Gebirgsstreifen zusammen- 
setzen: Werfener Schichten und Muschelkalk, im Süden, die jüngsten: 
Kössener Schichten, Lias und Jura, im Norden. Doch sind die Lageruugs- 
verhältnisse gerade im Bereiche des Ursulaberges gauz andere, als man 
nach dieser allgemeinen Anordnung des Schichtenmateriales und nach, 
den übereinstimmenden Darstellungen Lipold's und Rolle's erwarten 
sollte. Für ihre richtige Deutung boten erst die in grosser Ausdehnung 
und mehrfacher Wiederholung auftretenden Züge von Carditaschichten, 



J^Y. 1 Jahressitzuug am 8. Jänner. D. Stur. 5 

welche im Verlaufe dieser neuen Begehungen im Gebiete des Ursulaberges 
constatirt werden konnten, eine sichere Handhabe. Das Alter der Gipfel- 
kalke des Ursulaberges, in welchen schon Lipoid kleine Megalodonten 
auffand , erscheint nun durch den Nachweis der fossilreichen dunklen 
Kalksteine der Kössener Schichten an der Nordseite dieses Gebirgs- 
stockes völlig sicher gestellt. Die ehedem als Klauskalk zusammen- 
gefaßten Juragebilde in der nördlichen Umrandung dieses Gebirgs- 
abschnittes bilden keine zusammenhängende Gesteinszone , sondern er- 
wiesen sich als isolirte Schollen von sehr verschiedenem stratigraphischen 
Werthe ; räumlich die grösste Bedeutung besitzen hier unzweifelhaft die 
oberjurassischen Aptychenschichten. 

Im Norden und Süden treten unter diesen mesozoischen Gebilden 
in breiten Zonen altkrystallinische Schicht- und Massengesteine zu Tage. 
In der südlichen Zone finden wir die granitisch-dioritisehen Massen- 
gesteine und die bankförmig gegliederten Tonalit-Gneisse von Eisen- 
kappel wieder ; beide setzen über die Landesgrenze nach Südsteiermark 
fort. Die nördliche Randzone, ein westlicher Ausläufer der alten Schiefer- 
umrandung des Bacher, besteht aus einem einförmigen Complex von 
Phylliten und Phyllitgneissen mit Lagern von Pegmatit und Bänder- 
kalken, der an zahlreichen Stellen von jüngeren, bis in die Gesteine 
der mittleren Trias — den sogenannten erzführenden Kalk — hinauf- 
reichenden Intrusionen jenes Eruptivgesteines durchbrochen wird, welches 
v. Rost hörn als „grauen Porphyr" in die Literatur eingeführt hat. 
Dasselbe bildet geologisch wie petrographisch ein genaues Analogon 
zu den vor Kurzem aus Tirol beschriebenen porphyritischen Eruptiv- 
gebilden , speciell zu den durch ihre reiche accessorische Granaten- 
führung auffallenden Quarzglimmerporphyriten des Iselthales und be- 
nachbarter Gebiete. 

Sectionsgeologe Georg Geyer setzte nach Beendigung einiger 
Revisionstouren in der Gegend von Gusswerk die im Vorjahre bis an 
den Meridian von Neuberg gediehenen Aufnahmsarbeiten unter Leitung 
des Herrn Oberbergratb.es v. Mojsisovics über die steirisebe Landes- 
grenze und die grossen Kalkmassen der Schneealpe , Rax und des 
Schneeberges östlich fort, bis zum Durchbruch der Sierning bei Sieding. 
War auch in diesem Jahre die Grenze der Werfener Schiefer gegen 
das Paläozoische als südliche Aufnahmsgrenze gegeben, so mussten die 
Arbeiten, um einen natürlichen Ahschluss zu gewinnen, nach Norden 
bis zu jener longitudinalen Depression ausgedehnt werden, welche im 
Hallthale , am Lahnsattel , am Gscheidl , im Preinthale und im Vois- 
thale mit der Linie Mariazeil-Buchberg zusammenfällt, Sowohl in strati- 
graphischer als auch in tektonischer Hinsicht erwies sich das so um- 
grenzte Terrain als unmittelbare Fortsetzung des Gebietes von Mürzsteg, 
indem nicht nur dieselbe Anzahl und Aufeinanderfolge von Schicht- 
gliedern , sowie auch dieselbe regionale Anordnung gewisser Facies 
beobachtet, sondern auch nachgewiesen werden konnte, dass alle Haupt- 
störungslinien aus der Gegend von Dobrein, Frein und Hallthal in das 
östliche Gebiet hinüberreichen. 

Nachdem der Genannte einen detaillirten Bericht über seine zwei- 
jährigen Aufnahmen in der nordöstlichen Steiermark vorbereitet, möge 
hier nur darauf hingewiesen werden , dass auch die Untersuchungen 



(', Verhandlungen. Nr. 1 

des verflossenen Sommers vielfach Gelegenheit gaben , sich mit den 
interessanten, auf die Stellung der grossen südlichen Kalkmassen dieses 
Gebietes und auf das Verhältniss der Hallstätter Kalke zn den Raibler 
Schichten bezüglichen Fragen zu beschäftigen. 

Der Chefgeologe, Bergrath C. Paul, hat im letztvergangenen 
Sommer die nördlichen Hälften der Specialkartenblätter , Zone 9, 
Col. XVII und Zone 9, Col. XVIII aufgenommen. 

Dieses Terrain umfasste das nordöstliche Ende des Marsgebirges, 
das Marchthal zwischen Ung. - Hradisch und Tlumatschau , die Um- 
gebungen von Napajcdl , Zlin , Wisowitz, Klobonk und die nördliche 
Umgebung des Cnrortes Luhatschowitz. Das Terrain schliesst gegen 
Nordost an das im vorigen Sommer aufgenommene Kartenblatt der 
Gegend von Wallachisch-Meseritsch, Roznau und Wsetin, gegen Nordwest 
an das in diesem Jahre von Dr. Uhlig cartirte Blatt der Umgebungen 
von Kremsier und Preran an. Südwärts erreicht es nicht die ungarische 
Grenze und stellt sonnt noch kein geologisch und topographisch abge- 
schlossenes Ganzes dar, daher auch nähere Mittheilungen über die geolo- 
gischen Verhältnisse desselben vorläufig besser aufgeschoben werden. 

Nur soviel kann heute schon mit Sicherheit constatirt werden, 
dass mit Ausnahme des bei Wisowitz sein westliches Ende erreichenden 
Höhenzuges des Javomikgcbirges , dessen Sandsteinmassen anticlinales 
Fallen zeigen, und daher wohl einem älteren Niveau angehören , alle 
übrigen Karpathensandsteine des Terrains sicher alttertiären Alters sind, 
und dass innerhalb dieser Gruppe die Sandsteine den schieferigen 
Bildungen gegenüber nicht ein bestimmtes Niveau bezeichnen , sondern 
als heteropische Einschaltungen erscheinen. Dies wurde namentlich auch 
mit Bezug auf den, für die dortigen Quellenverhältnisse wichtigen Sand- 
stein von Luhatschowitz constatirt. 

Herr Dr. Victor Uhlig hatte die Aufnahme in der Umgebung 
von Teschen abzuschliesscn und das Blatt Kremsier-Prerau (Zone 8, 
Col. XVII) zu kartiren. Das letztere Blatt gehört in seinem mittleren, 
östlichen und südlichen Theile der Karpathensandsteinzone an und ist 
grösstenteils ans Alttertiärbildungen zusammengesetzt. Diese letzteren 
bestehen hier aus grauen Schiefern, Sauden und plattigen Sandsteinen, 
Mcnilitschiefern, bunten Schiefern, massig -mürben Sandsteinen und 
Schiefern , welche die massigen Sandsteine begleiten. An mehreren 
Funkten wurden in diesen Schichten Nummuliten aufgefunden und 
besondere Aufmerksamkeit wurde den Conglomeraten zugewendet, 
die an vielen Stellen , namentlich im massigen Sandstein eingeschaltet 
sind. Unter den Bestandteilen der Conglomerate seien als besonders 
auffallend ein weisser Kalk mit zahllosen grossen Nummuliten und 
Alveolinen und ein rother Granit hervorgehoben, welcher mächtige 
Lagen in kleineren und grösseren Blöcken selbstständig zusammensetzen 
kann. Die bekannte Kalkinsel von Kurowitz, welche längere Zeit als 
neocom angesehen wurde , muss nach ihrer Fossilführung zum oberen 
Jura gestellt werden. Eine zweite kleinere Klippe vom oberen Jura 
wurde bei Frcistadtl eingezeichnet. 

Der nördliche Theil des Blattes fällt der karpathisch-sudetischen 
Grenzregion zu. Der sudetische Randstreifen besteht hier aus Devonkalk 



J^j._ ] Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 7 

und Culmschichteu , deren Lagerung hochgradige Störungen aufweist. 
Trotz im Allgemeinen mangelhafter Aufschlüsse konnten doch manche 
Beobachtungen angestellt werden, welche für das Verhältniss der Kar- 
pathen zu den Sudeten von Bedeutung sind. 

Die Miocänahlagerungen bestehen aus versteinerungsarmen Thonen, 
Sauden und verschiedenartigen Congloineraten. Sie bedecken in weiter 
Ausdehnung und flacher Lagerung sowohl sudetische, wie karpathische 
Schichten. Da, wo sie auf dem Devonkalk aufliegen, füllen sie auch 
die Höhlungen, Taschen und Trichter desselhen aus. Von grosser 
Wichtigkeit sind namentlich jene durch eine individuenreiche Pecten- 
fauna ausgezeichneten Miocänsande , welche in unmittelbarer Nähe der 
gefalteten Oligocänbildungcn horizontal auf Culnischichten aufruhen. 

Im Bereiche des Diluviums wurden Schotter, Löss und Lehm und 
Kalktuff unterschieden. Kalktuff wurde an fünf Punkten nachgewiesen, 
welche ungefähr in der Richtung von WNW. nach OSO. aufeinander- 
folgen. In der Localität Tutschin enthält dieser Kalktuff eine ziemlich 
reiche Conchylicnfauna. 

Dr. V. Uhlig unternahm ferner einige Revisionstouren in die 
peuninisclie Klippenzone und besichtigte einige wichtige Localitäten im 
Waagthale. 

Sectionsgeologe Dr. L. v. Tausch cartirte den ihm zugefallenen 
Tlieil des Blattes Mähriseh-Weisskirchen. Abgesehen von den älteren 
Bildungen, wie Devon, Cuhn und Alttertiär, boten die jüngeren Ab- 
lagerungen des Miocäns, insbesondere die Strandbildungen an der Devon- 
kalkklippe von Czernotin manch' Beachtenswertlies. 

Ferner wurde die geologische Aufnahme des Blattes Neutitschein 
vollendet, Speciell die Umgebung der Stadt Neutitschein , die durch 
überraschende Wechsel der Facies auf räumlich sehr beschränkten Ge- 
bieten ausgezeichnet ist, wurde einer genauen Untersuchung unterzogen. 

Nicht minder interessant sind die zahlreichen Vorkommnisse der 
makroskopisch oft so verschiedenen Eruptivgesteine. Eine besondere 
Aufmerksamkeit erfordert die Untersuchung der Kalkconglomerate (die 
einzelnen Blöcke bestehen fast ausschliesslich aus Stramberger Kalk), 
aus welchen fast alle höheren Berge und Kappen in der Umgebung von 
Neutitschein zusammengesetzt sind. 

Grösstentheils dürften diese Conglomerate dem Alter nach gleich 
sein jenen, welche bei Chlebowitz, Richaltitz etc. an der Basis der 
typischen Godulasandsteine liegen. 

Schliesslich sei noch erwähnt , dass auch auf die Kohlenvor- 
kommnisse in den jüngeren Formationen ein besonderes Augenmerk 
gelenkt wurde. 

Baron v. Camerlander hatte den Haupttheil des Blattes Z. 7, 
C. XVII (M. -Weisskirchen), d. i. den nördlich der Betschwa gelegenen 
sudetischen Antheil zu kartiren. In einem Reiseberichte hat derselbe 
über einen Tlieil seiner Arbeitsergebnisse bereits berichtet und hat über- 
dies in einer der letzten Sitzungen das fertig gestellte Kartenblatt vor- 
gelegt und erläutert. Indem diese Kartenerläuterung in Form eines 
längeren Jahrbuchaufsatzes bereits druckreif vorliegt, darf ich im All- 
gemeinen auf diesen verweisen und bemerke hier nur, dass das Gebiet, 
welches zum griissten Theile der Culmformation zufallt, doch eine Reihe 



g Verhandlungen. Nr. 1 

von nicht uninteressanten Beobachtungen anstellen liess. Auch dieses, 
sonst so eintönige Culmgcbict selbst berühren dieselben, ich nenne die 
Beobachtungen, die sich auf die Tektonik, zumal auf die besonders 
gestörten Lagerangsverhältnisse im änssersten Süden der Sudetenaus- 
läufer, in der Richtung gegen Prerau beziehen , auf die bisher so gut 
wie unbekannte Erzführung des (Mm, die in früheren Zeiten jedenfalls 
an einer ganzen Reihe von Punkten Gegenstand bergbaulicher Arbeit 
war und die jetzt auch an ein paar Punkten wieder neu erschlossen 
wird, die Conglomeratführung des Culm und die stratigraphische Stellung 
dieser Schichten, die so eigentümliche Anwesenheit kindskopfgrosser 
Geschiebe von krystallinischen Gesteinen in der Gangausfüllung eines 
der neu in Angriff genommenen Blciglanzbaue mitten im Culmgebiete 
u. s. f. Auch für die lange bekannten, aber bisher niemals eingehender 
studirten Kalkinseln in der March- und Betschwatiefenlinie , jene von 
Grügau-Krtschmann, Sobischek und Radwanitz konnte durch den Kach- 
weis der Quarzite , wie sie das Unterdevon bei Brunn bezeichnen , im 
Liegenden der Kalke von Grügau , deren Alter bestimmter gedeutet 
werden, indem sie selbst sich so gut wie fossilleer erwiesen. Ebenso 
wurde durch den Nachweis mürber grauer Schiefer wahrscheinlich im 
Hangenden der Mitteldevonkalke ein neuer Beitrag zur Kenntniss dieser 
Inseln geliefert, gleichwie durch das Studium der Granite und Glimmer- 
schiefer der Insel Krtschmann deren eigenthümliche Bildungen näher 
beleuchtet werden konnten. Es sind pegmatitische Bildungen . schöne 
Schriftgranite, wie sie in dieser Form dem krystallinischen Gebiete der 
mährisch-scblesischen Sudeten fremd sind. Neu war ferner der Nachweis 
von Miocänbildungen, und zwar zu Sand zerfallender Conglomerat- 
schichten, die in horizontalen Banken in Thaleinschnitten des Culms hier 
ebenso lagern wie im nordwestlichen Theile des Blattes Neutitschein. 
in dem Camer lande r neuerliche Begehungen unternahm. In diesem 
Gebietstheile zumal spielt das Miocän eine bisher unbekannt gewesene 
Rolle, Tegel mit einer ziemlich reichen Fauna begleiten den Lauf der 
Oder im Kuhländchen und erscheinen auch sogar in Gebirgsthälern 
bei Fulnek und Wolfsdorf, und eine Reihe verschiedenartiger, zum 
Theile fester Sandsteine und Mergel (mit Amphistegina Haueri etc.) 
vertritt das Miocän auf der Höhe und der Ostflanke der europäischen 
Wasserscheide von Bölten-Weisskirchen-Deutsch-Jassnik, wo der nie- 
drigste Sattelpunkt dieser Wasserscheide die in einer Streichrichtung 
gelegenen Thäler der Betschwa, in der Richtung Weisskirchen-Prerau, 
und der Oder, in der Richtung Mankendorf- Oderberg, heute von einauder 
trennt. Der Nachweis einer langen Reihe typischer Lössvorkommen 
in der Gegend südöstlich von Olmütz , bei Trschitz , Kokor etc. , zum 
Theil mit Knochenfunden und stets mit Lössschnecken, gestaltete auch 
im Diluvium die Kartirung etwas abwechselnder, welche sonst, z. B. 
in dem breiten, nicht lössartigen Lehm der Betschwatiefenlinie so un- 
dankbar war. 

Der Chefgeologe Dr. E. Tietze setzte die von ihm im vorigen 
Jahre unternommene Revision unserer galizischen Aufnahmsblätter fort. 
Er besichtigte bei dieser Gelegenheit das Tatragebirge und einige Theile 
des karpathischen Hauptklippenzuges, insbesondere am Dunajcc, um für 



J^|-_ \ Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 9 

den geplanten Bericht zu einer ganz Galizien zusammenfassenden Ueber- 
sichtskarte zu einer selbstständigeren Auffassung der betreffenden wich- 
tigen Gebiete zu gelangen. Ausserdem unternahm er Exemtionen in den 
Umgebungen vonSandec, Gryböw, Gorlice, Jaslo, Krosno, Zmigröd, Dukla, 
Iwonicz, Frysztak. Brzozow, Rymanöw und Sanok. Es wurden dabei 
Beobachtungen gemacht, welche es gestatten werden, stellenweise nicht 
unwesentliche Veränderungen der Karte vorzunehmen. Insbesondere ist 
es die Stellung gewisser, bisher den oberen Hieroglyphenschichten irr- 
thümlich mit zugerechneter Sandsteine, welche anders präcisirt werden 
muss , als bisher geschehen war. In dieser Hinsicht werden die Aen- 
derungen der Karte sich nicht blos auf einzelne Rectificationen der Grenzen 
beschränken, sondern sie werden auch principieller Natur sein. Bezüglich 
der nicht principiellen , sondern nur gleichsam additionellen Karten- 
correcturen, welche vorgenommen werden müssen, ist in erster Linie die 
Auffindung eines bisher nicht verzeichneten Menilitschieferzuges südlich 
von Iwonicz zu erwähnen. 

Gelegentlich seines Aufenthaltes in jener Gegend wurde übrigens 
Dr. E. Tietze, wie noch gesagt werden kann, im Vereine mit Professor 
v. Dunikowski aus Lemberg auch einer amtlichen Commission bei- 
gezogen, welche sich mit dem Schutzrayon der Heilquellen von Iwonicz 
zu beschäftigen hatte, worüber der Erstgenannte in einer unserer letzten 
Sitzungen bereits einen vorläufigen Bericht erstattet hat. 

Während der Zeit vom 20. Juli bis zum 4. September setzte Herr 
Vicedirector Oberbergrath Stäche seine Studien in den paläozoischen 
Schichten Kärntens im Gebiete des Gailthales und Canalthales fort. 
Dabei gelang es demselben wiederum einige neue und wichtige Resultate 
zu erzielen. Unter diesen ist die Entdeckung des südtirolischen, ober- 
permischen Bellerophonkalkhorizontes auf der Südseite des Canalthales 
und die Auffindung eines neuen obercarbonischen Beilerophonhorizontes 
im Sandstein unter dem Fusulinenkalk des Carbongebietes der Kron- 
und Zirkelalpe im Gebirge der Nordseite dieses Thaies hervorzuheben. 

Die scharfe Grenze, welche hier der schwarze Bellerophonkalk (im 
Schwefelgraben bei Lusnitz ausgezeichnet durch das Auftreten der charak- 
teristischen Spiriferiden-Fauna mit Spirif. vultur und megalotis St. und 
Spirigera Janiceps St.) gegen eine sehr mächtige Schichtenmasse von 
Buntsandstein (sammtRöth) — gelbe Mergel- und Kalkschiefer mit Monotis 
(Posidonomya) aurita Hau., Avicula striata Hauer etc., gefolgt von zum 
Theil sehr dickbankigen rothen, grünlichen und grauen Sandstein- und 
Schiefervarietäten — macht und die engere Verbindung, in welchem der- 
selbe mit seiner aus Rauchwacken, Mergeln, Asche, Gyps und Dolomit 
(mit Natica äff. minima Brown.) bestehenden Unterlage besteht , setzt 
die Vertretung des Oberperm in einer Zechsteinfacies verbunden mit 
jener speeifisch alpinen Regionalfauna, welche Dr. Stäche bereits 
für Südtirol nachwies, noch mehr ausser Zweifel. 

Die weiteren Folgerungen, die sich bei diesen Untersuchungen 
bezüglich der Position der im Canalthal fehlenden Grüdener Sandstein- 
Facies und der Gliederung der alpinen Perm-Entwicklungen überhaupt 
ergeben, sind natürlich ausführlichen Mittheilungen vorbehalten. Ebenso 
kann die Erörterung der specielleren Bedeutung des erwähnten Fundes 
im Obercarbon sowie der weiteren Aufsammlungen im Unter- und Ober- 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 1. Verhandlungen. 2 



\Q Verhandlungen. Nr. 1 

silur (D.undE.), sowie im devonischen Korallenkalk desOsternig-Gebietcs 
an dieser Stelle nicht Platz linden. Es mag nur bemerkt werden, dass 
das für eine Publication über die Localfauncn des alpinen typischen 
Unter- und Obersilur (D. und E.) bereits vorbreitete Material etwa 16 
Tafeln unseres Grossquart Formates in Anspruch nehmen durfte, von 
welchen bereits 4 in Lithographie vorliegen. 

Im Spätherbst endlich unternahm Herr Oberbergrath Stach e noch 
eine dreiwöchentliche Reisetour nach Triest und Istrien. Wahrend der- 
selben wurden einige Punkte in der Nähe von Tiiest behufs Eintragung 
in die geologische Karte des Stadtgebietes besucht. 

Schliesslich nahm derselbe , da er des Eintrittes zu ungünstiger 
Witterungsverhältnisse wegen die beabsichtigte Fortsetzung seiner Reise 
bis nach Lesina (Dalmatien) aufzugeben vorzog, die Gelegenheit wahr, 
die Sammlung des Herrn Dr. AntouioScampichio in Albona, sowie 
diejenige des Stadtmuseums von Triest mit Rücksicht auf seine Arbeiten 
über das Küstenland näher zu durchmustern. 

Der ungünstige Verlauf der Witterung des Jahres 1888 liess es 
nicht zu , dass ich ausser den noch weiter unten zu erwähnenden Ex- 
cursionen, im Laufe des Sommers mehr thun konnte, als an dem inter- 
nationalen Geologen-Congresse in London theilzunehmen. 

Es ist nicht meine Absicht, hier über den Verlauf des Congresses 
und dessen Thätigkeit zu berichten ; denn ich halte dafür, dass einem 
jeden Collegen die Möglichkeit vorliegt , entweder durch persönliche 
Betheiligung an dem Congresse oder durch Studium der Publicationen, 
die der Congress selbst drucken lässt, sich von dem Verlaufe der Dinge 
am Congresse selbst ein Bild zu schaffen. Dies gilt namentlich von 
dem dritten Congresse, welcher im Jahre 1885 in Berlin getagt hat 
und dessen Compte rendu, Berlin 18e8, uns knapp vor dem vierten 
Congresse zu London zugekommen war. 

Dass uns der vierte Congress in London, an welchem von den 
Wiener Geologen die Herren Dr. E. v. Mojsisovics, Prof. Dr. M. 
Neumayr und Bergrath F. Posepny thcilgenommen haben, vielfach 
erfreut hat, geht schon aus den Vorläufern des Compte rendu hervor, 
worunter die: Explications des Excursi ons, vom Generalsecretär 
des Congresses, W. Topley, unter Collaboration von E. Van den 
Broeck und T. Purves redigirt, voranzustellen sind, die sich Mühe 
geben, den neuesten Standpunkt in derKenntniss der betreffenden Gegen- 
den Englands den excursirenden Geologen in die Hand zu geben. Es 
genügt, die Titel der betreffenden Abhandlungen zu reproduciren , um 
die Wichtigkeit dieser Publicationen zu documentiren : 
I. Introduction, par W. Topley. 
II. La Geologie du Nord du Pays de Galles, par Henry Hicks. 

III. La Geologie de FOuest du Yorkshire, par M. M. F. E. Marr et 

R. H. Ti ddemann. 

IV. La Geologie de File de Wight, par Aubrey Strahan et 

Clement Rei d. 
V. La Geologie de l'Est du Yorkshire, par C. Fox-Strangw ays 

et G. W. Lamplu eh. 
VI. La Geologie de la Region du Crag et des Cotes du Norfolk , par 

Clement Reid. 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. \ \ 

Die Hauptaufgabe, die ich mit dem Besuche des Geologen - Con- 
gresses zu London verbinden wollte , bestand darin , nach Möglichkeit 
die Floren des englischen Carbons zu studiren. 

Als ich vor Jahren mich nach London verfugte , hatte ich das- 
selbe Ziel zu verfolgen mir vorgenommen. Durch freundliche Zusage 
des Foreign Secretary of the geological Society of London und Chief 
Inspector of Crown Mines, Herrn Wa rington Smyth, hoffte ich 
einige Excursionen in England in seiner Begleitung durchführen zu 
können. Doch eine plötzliche Erkrankung des Genannten hat es 
unmöglich gemacht und ich , der englischen Sprache unkundig, musste 
mich begnügen, London zu sehen und in dessen Sammlungen zu 
studiren. Doch auch die Sammlungen des grossartigen South Kensington- 
Museums waren erst in der Aufstellung begriffen und ich hatte von 
Pflanzen auch da nur minder Wichtiges zu sehen bekommen. Einzig 
und allein boten mir die Sammlungen fossiler Pflanzen des Museums 
of Geology and Geological Survey Office in Jermyn Street reichliche 
Belehrung. 

Die Scharte von dazumal wollte ich gerne heuer auswetzen und 
ich konnte dies umsomehr hoffen, als Herr A. C. Se ward vom St. Johns 
College in Cambridge, welcher im Frühjahre mehrere Wochen in Wien 
weilte und sich, ein Schüler Prof. W. C. William son's , vorzüglich 
mit dem Studium fossiler Pflanzen in unserem Museum beschäftigte, 
freundlichst versprach , mir in England ein kundiger Führer sein 
zu wollen, wofür ich ihm hier den besten Dank darbringe. 

Vollständig wurde mein Ziel nicht erreicht , namentlich insofern, 
als der sehr fleissige Publicist über die Carbonflora Englands, Herr 
R. Kidston, der in Stirling in Scotland seine Sammlung von fossilen 
Pflanzen, also auch alle Originalien , aufbewahrt , momentan nicht zu 
Hause war, ich also seine Originalien nicht zu sehen bekam. 

Mein Begleiter und ich, wir fuhren am Samstag den 22. September 
von London nach Cambridge, woselbst ich im Museum eine reiche 
Sammlung von Carbonpflanzen und die Sammlung der Originalien zu 
John Lecke nby: On the Sandstones and Shales of the Ooliths of 
Scarborough with Descriptions of some New Species of fossil plantes 
(Quarterly Journ. of the geolog. soc. of London 1864, pag. 74, Tab. VIII 
bis XI) zu sehen bekam. Ich war darüber hoch erfreut , dass jene 
Sammlung oolithischer Pflanzen, aus der Umgebung von Scarborough, die 
unserer Anstalt im heurigen Frühjahre Herr W. H. Hud leston gesendet 
hatte, und welche mir beim Studium der Flora von Grojec in Galizien 
zum Vergleiche dienen sollte, dieser Leck enby sehen Originalsammlung 
nicht sehr weit nachsteht und ich ergreife hier die Gelegenheit, Herrn 
Hudleston unseren höflichsten Dank dafür darzubringen. 

Unsere nächste Station war Manchester und unser Ziel die 
Sammlung von Originalien zu den berühmten Arbeiten Prof. W. C. 
Williamson's: Ueber die Organisation der Pflanzen des Carbons (On 
the Organisation of the fossil plants of the Coal-Measures. Part I — XIII). 

Zwei dicke Bände in Folio enthalten den wohleingerichteten 
Catalog zu dieser Sammlung. Die Sammlung enthält, ungerechnet eine 
grosse Anzahl von grossen Stücken des organische Structur zeigenden 
pflanzenführenden Materials, an 2000 Nummern Schliffe. Wenn man nun 



12 Verhandlungen. Nr. 1 

beachtet, dass die Besichtigung eines Schliffes unter dem Mikroskope 
sannnt Besprechung, mindestens eine Viertelstunde Zeit in Anspruch zu 
nehmen im Stande ist, und man acht Arbeitsstunden pro Tag rechnet, 
so waren mindestens zwei Monate nöthig, um diese colossale Sammlung 
durchzustudiren. Ich konnte daher dies nicht anstreben , und ich bat 
Herrn William so n, er möge selbst die Auswahl der Schliffe treffen 
und sie mir zur Besichtigung vorlegen. Sie waren mir alle gleich 
werthvoll. 

Und so haben wir einen prächtigen Tag in der Sammlung des 
Herrn Willi a ms on verlebt. Ich habe den unendlichen Fleiss, der 
zur Fertigung der Zeichnungen und zum Studium dieser Schliffe ver- 
wendet wurde, bewundern gelernt, habe gesehen, dass die Erhaltung 
der Präparate genau dieselbe ist, wie an unserem Materiale, den Torf 
sphärosideriten von Orlau, und dass die Methode, diese Gegenstände 
zu zeichnen , ein specielles Eigenthum der Künstlerhand des Herrn 
William so n sei. 

Ich sage Herrn Prof. Willi am son meinen höflichsten Dank für 
viele Belehrung, nicht minder für freundliche Aufnahme in seinem Hause. 

Am andern Tage konnten wir die reiche Sammlung an fossilen 
Pflanzen im Museum zu Manchester eingehend besichtigen. Das wichtigste 
und auffälligste Stück des Museums ist das colossale Exemplar einer 
Stigmaria (siehe : Solms-Laubach, Einleitung in die Paläophytologie. 
1887, pag. 292, Holzschn. 37 A.) von Bradford. 

Unser nächstes Ziel war das gerade ostwärts von Manchester 
liegende und von diesem durch einen mächtigen Zug des Milstongrit 
getrennte Barnsley, im Yorkshirer Kohlengebiete liegend. In der 
Nähe von Barnsley wollten wir zunächst bei Dar ton die Halden einer 
Kohlengrube besehen. Nach der Ausdehnung der Halden hofften wir, 
sammeln zu können. Die Ausbeute hat jedoch die Mühe nicht gelohnt. 
Die Pflanzenreste treten da sehr selten, sehr vereinzelt und zerstückelt 
in den sehr leicht verwitterbaren grauen Schiefern auf. Das, was sich 
vorfand , sprach ganz evident für das Vorhandensein der Schatzlarer 
Schichten bei Darton. 

Dann besuchten wir in Barnsley einen schlichten Bergarbeiter in 
einem Gartenhause und fanden dessen kleinen Wohnraum ganz gefüllt 
mit zahlreichen Resten fossiler Pflanzen aus verschiedenen Kohlen- 
gruben der Umgebung. Hier gab es nun Gelegenheit, zahlreiche Arten 
der Schatzlarer Flora zu sehen, die ganz auf gleichen, grauen Schiefern 
wie in Belgien, Frankreich und Westphalcn, von völlig identer Gestalt 
und Erhaltung, sich allerdings durchwegs nur in massig grossen Bruch- 
stücken finden lassen. 

Dann führte uns Mr. W. Hemmingway in das Museum von 
Barnsley und zeigte uns aus der Umgebung von Barnsley die 
Prestwichia rotundata , Lepidodendron elegans Bgt. , einen Steinkern 
von Calamites cruciatus Artis , Calamites Schützet Stur, Calamites 
Suckovni Bgt. 

Endlich fanden wir in unserem Hotel eine grosse Kiste voll ver- 
schiedener Pflanzenreste, die Herr Seward vor einigen Wochen in der 
Umgegend von Barnsley gesammelt und zu dem Zwecke zurückgelassen 
hatte, um mir dieselben sehen zu lassen. 



*? 



~§Y. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 13 

Alle die in diesen vier verschiedenen Suiten von mir gesehenen 
Arten, deren Anzahl sich auf circa 40 belauft, sind durchwegs ganz 
charakteristische Pflanzen der Schatzlarer Schichten. So wie in Frankreich, 
Belgien und Westphalen , bemerkte ich auch unter der Menge die bei 
Barnsley gesammelt wurde, nicht eine Spur von Ostrauer Schichten, 
oder von noch älteren Culmarten; ebensowenig von obercarbonischen 
Pflanzenresten. 

Sehr wichtig erscheint mir ein Fund des Herrn Seward, den 
derselbe in Pennystone gemacht hat. In Pennystone dürften die tiefsten 
abgebauten Flötze der Schatzlarer Schichten vorliegen , die da un- 
mittelbar im Hangenden des Milstongrit lagern. Hier fand Herr 
Seward mehrere Schieferstücke mit dem auch in Hai ifax im Ganister- 
Sandstein vorkommenden Aviculopecten papyraceus, wovon ich ein Stück 
nach Wien brachte und welches im Gestein und der Erhaltung der 
Muschel völlig gleich ist mit einem gleichartigen Funde aus dem Flötze 
Catharina, der Zeche Hansa bei Huckarde in Westphalen. Dieser Fund 
beweist, dass auch die tiefsten Flötze der Ablagerung bei Pennystone 
den Schatzlarer Schichten angehören, und wenn man hier einen Vergleich 
mit unseren Verhältnissen durchführen wollte , man den Milstongrit als 
genau die Stellung der Ostrauer Schichten einnehmend hinstellen müsste. 

Von Barnsley fuhren wir direct nach New Castle- upon-Tyne. 

Im Museuni daselbst wird die Sammlung der Originalien , die 
Lindley und Hutton in ihrer „Fossilflora" beschrieben und abgebildet 
haben, aufbewahrt und sehr sorgfältig gepflegt. 

Ich erlaube mir hier einzuschalten, dass der Director des Museums, 
Herr Richard Howse, eben während meiner Anwesenheit mit der 
Correctur einer recht verdienstvollen Arbeit beschäftigt war, die sich 
betitelt: A Catalogue of fossil plants from the Hutton 
Collection, welche Abhandlung (From natural History Transactions 
of Northumberland, Durham and Ncwcastle upon-Tyne, Vol. X) mir der 
verehrte Autor eben zugesendet hat. 

Herr Howse war freundlichst bemüht , mir die Schätze der 
Hutton'schen Collection in liberalster Weise zu zeigen, wofür ich zu 
höflichstem Danke verpflichtet bin. 

Ich habe hier die Freude erlebt, zu sehen, wie meine Bemühungen 
um die Deutung der alten Originale, der schon längst ver- 
storbenen Autoren , unserer hochverdienten Vorgänger in alter guter 
Zeit und die Benützung dieser alten ersten Daten und Angaben über 
die Arten der verschiedenen Floren , also um den möglichst wahrheits- 
getreuen Fortbau unseres Wissens auf den alten Grundlagen, das Richtige 
getroffen haben. 

Es ist bekannt, dass die bildliche Darstellung der Objecte unserer 
Forschung uns die grössten Schwierigkeiten bereitet. Jeder neuere Autor 
findet Gelegenheit zu klagen über die nicht entsprechende oder sogar 
unrichtige Darstellung der Originalien seiner Vorgänger. Wenn diese 
Klagen bei Thieren, z. B. Cephalopoden, in der Wirklichkeit begründet 
sind, sind diese ganz gewiss weit berechtigter bei den alten Darstellungen 
der Bruchstücke der fossilen Pflanzenreste. 

Ein Beispiel möge ausreichen diese Thatsache zu erläutern. Lindley 
und Hut ton haben ihre an sich sehr zarte Sphenopteris (Senftenbergia) 



14 Verhandlungen. J^r. J 

crenata sehr verkleinert abgebildet. Während das Originale ursprünglich, 
Dämlich vor seiner später erfolgten Zerbröckelung, ein Blattstück von 
circa 45 Centimeter Länge und 30 Centimeter Breite abgelagert enthielt, 
hatten die Autoren dieses Blattstück auf einer Octavtafel , also sehr 
verkleinert dargestellt. Währemi ich nun reichlich Gelegenheit erhielt, die 
durch die Museen Deutschlands und Frankreichs zerstreuten Original- 
exemplare der älteren Autoren zu sehen und an denselben meine Studien 
durchzuführen, hatte ich nicht das Glück, vor der Drucklegung meiner 
Arbeiten über die Flora der Schatzlarer Schichten, auch die Originalien 
der englischen Autoren Lindley und Hut ton zu sehen, und ich 
musste, so gut es eben ging, mich mit der Benützung der Abbildungen 
begnügen. Meine Neugierde ist daher erklärlich, mit welcher ich in das 
Museum zu Neweastlc u. T. eintrat und es nun erfahren sollte, ob meine 
Deutungen richtig waren oder nicht. 

Um nun bei dem obigen Beispiele zu bleiben, fand ich, wie ich es 
vorausgesetzt hatte , das Originale zu Sphenopteris crenata L. et H., 
welches ziemlich gut restaurirt und erhalten ist, völlig ident mit dem 
Aspidites silesiacus Goepp. und mit einem Stücke der Senftenbercjia 
crenata L. et H, sp., welches unser Museum vor vielen Jahren von 
C. H. Schulz Bipontinus aus Bexbach im Saarbecken erhalten hat. 

Die Originalien der Hutton'schen Collection sind meist in einem 
dunklen matten Koblenschiefer enthalten, von dem sich die Pflanzen- 
reste nicht sehr klar abheben, ähnlich wie in dem Schiefer von Neurode, 
der überdies glänzt. Mit Ausnahme einiger Arten , die aus der Um- 
gebung des Bristol Canals aus dem Obercarbon stammen , wurden die 
übrigen von Lindley und Hutton abgebildeten Pflanzenreste , wie 
dies Howse in seiner oben erwähnten Publication ausführlich mit- 
theilt (pag. 11) in den folgenden drei Flötzen: High-Main-Seam 
(0 Fuss), Bensham-Seam (4 Fuss S Zoll) und Low-Main-Coal 
(6 Fuss) in einer Tiefe von 792 bis 1158 Fuss, also in einer Mächtigkeit 
von 300 Fuss der Newcastler-Schatzlarer Schichten gesammelt. 

So oft ich die Abbildungen der ausschliesslich englischen Arten: 
Sphenopteris artemisiaefolia , Sph. crithmifolia und Sphenopteris strieta 
von Stern berg, Brongniart und Lindley and Hutton zu 
sehen bekam, schien es mir, als müssten diese entweder als Repräsentanten 
einer Permflora, oder Stammverwandte jener Flora sein, die aus den 
Kalken von Bourdie House 1 ) (Sphenopteris bifida L.etH., Sph. 
crassa L. et H. ; Howse, 1. c. pag. 42), die ferner aus den Calciferous 
Sandstonc Series ofEdinburg (Sph. affinis L. et H., Sph. obovata L.et H. ; 
Howse, pag. 44 und pag. 50) und endlich aus den Lower Carboniferous 
Sliales ofSlateford SW. von Edinburg (Adiantiles Lindseacformis Bunbury ; 
Mein, of the geol. Survey 1. c. Fig. 20, pag. 151) gesammelt und bekannt 
gegeben wurden. 

Nach der ganz bestimmten Angabe H o w s es sind jedoch die 
Sph artemisiaefolia Sterrtb., Sph. critmifolia L. et H. und Sph. strieta 
Sternb., jedenfalls der Schatzlarer Flora angehörig; da sie, und zwar 
die ersten- in High-Main-Seam, die zweite in Bensham-Seam 



') Memoirs of the geological Survey of Great Britain. 1861 : The Geology of 
the Neighbourhood of Edinburgh, pag. 144. 



Nr. \ Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 15 

und High-Main-Seam zuGosforth und die dritte in Bensham- 
Seani gesammelt worden sind, mit der übrigen grossen Menge der 
von Lindley und Hutton aus diesen Flötzen beschriebenen Arten. 
Es ist dies entschieden eine sehr beinerkenswerthe Thatsache, dass 
diese drei auffallend grossblätterigen und merkwürdig differcnzirten Arten 
bisher sonst in keiner anderen Gegend, in den Schatzlarer Schichten, 
gefunden worden sind. 

Wenn ich nun nach den Thatsachcn, die mir auf meiner diesjährigen 
Reise durch England bekannt geworden sind, ferner aus meinen früheren 
Studien der Literatur und der mir zu Gesichte gekommenen Pflanzen, 
eine flüchtige Skizze des momentanen Standpunktes meiner 
Kenntnisse über die Steinkoli lenformation Englands nieder- 
schreiben sollte, so würde sich ein folgendes Bild ergeben : 

Der südlichste Punkt, an welchem in England Kohlenpflanzen ge- 
sammelt wurden, ist: Bidefort in Devonsbire. J ) Aus den dortigen 
obersten kohlenführenden Schichten, die man, 1. c. pag. 677, „Upper 
Culm Measures" nennt, hat man nach Bestimmungen von Prof. Lindley 
(omissis omittendis) gesammelt : 

Aster ophyllites foliosus. Foss. Fl. PI. 22 f. 1. Jarrow Colliery. 
Neuropteris gigantea Sternb. 
Pecopteris Lonchitica Schi. sp. 
Die erste Art ausdrücklich mit jener von Jarrow Colliery bei 
Newcastle-upon Tyne, aus den dortigen Schatzlarer Schichten verglichen, 
kann unmöglich eine Culmart sein. Neuropteris gigantea Sternb. und die 
nach Lindley's ausdrücklicher Angabe in Bidefort häufigste Pecopteris 
Lonchitica sind allbekannte Arten der Schatzlarer Flora, die fast auf 
jedem Fundort dieser Schichten sich einfinden. 

Die sogenannten „Upper Culm Measures" bei Bidefort können 
nach diesen Daten unmöglich dem Culm angehören, und ist Bidefort 
als ein Fundort der Schatzlarer Flora aufzufassen. 

Die Vorkommnisse der Steinkohlenformation bei Bristol, speciell 
von Radstock wurden von Herrn R.Kids ton: On the Fossil Flora 
of the Radstock Series of the Sommerset and Bristol Coalfield (Trans- 
actions of the Royal Society of Edinburgh. XXXIII, Part. II, pag. 335. 
PI. XVIII -XXVIII) ausführlich erörtert. Das Vorkommen von: 
Annularia stellata Schi, sp., 

„ sphenophylloides Zenk., 

Pecopteris arborescens Schi., 
„ Gandolleana Bgt., 

„ unita Brgt., 

„ emarginata Goepp., 

„ Pluckenetii Schi., 

Alethopteris Serlii Bgt., 
sprechen dafür, dass wir hier die jüngsten Schichten des Carbons, die 
Rossitze r Schichten, vor uns liegen haben. 

Dass die Kohlenformation in South- Wales, nördlich vom Canal 
von Bristol , bei L 1 a n e 1 1 y und S w a n s e a in den Gruben N e w i 1 Fs 



') Transactiona of the geological Society of London. Second Ser., Vol. V, Part. 3, 
1840, pag. 681. 



!(} Verhandlungen. Nr. 1 

und in der Cro m b a c h - Grube, den Rossitzer Schichten angehört, 
habe ich in uusern Verhandlungen 1884, pag. 135 u. f. ausführlich 
nachgewiesen. 

Dortselbst habe ich ferner auch die Steinkohlengebiete von Forest 
of Dean in G 1 o u c e s t e r s h i r e und die von Forest o f W y r e in 
Worcestershire, wegen Vorkommnissen der Pecopteris Serlii Schi. 
neben andern dort genannten Arten des obersten Carbons, mit Rossitz und 
Wettin für gleichzeitig erklärt. Es ist sehr erwähnenswerth , dass im 
letzteren Kohlengebiete bei A 1 v e 1 e y nach G e i n i t z Walchia piriformis 
gefunden wurde, hier also auf die höchsten Schichten des Carbons wie 
in Rossitz, im Banate und anderwärts, unmittelbar auch die Dyas- 
ablagerungen folgen. 

Das Steinkohlengebiet von Shrewsbury in Shorpshire kenne 
ich nur aus der Literatur; doch kann die Angabe der „Fossil Flora" 
über Leebwood Coal Pitt four miles from Church Stretton, and nine 
miles from Shrewsbury, mit den Vorkommnissen von: 

Neuropteris cor data. I, T. 41, 
Odontopteris obtusa. I, T. 40 

und die From Weltbatch, near Shrewsbury mit 

Pecopteris oreopteridis. III, T. 215, 

„ abbreviata L. et H. III, T. 184, 

nicht anders gedeutet werden, als dass im Shrewsburyer Kohlengebiete 
das oberste Carbon, von Dyas begleitet, auftreten müsse. 

Hiermit bin ich an das Südende jenes grossen Milstongritzuges 
angelangt, welcher von Derby an nach Nord, bis nach Northumberland, 
die Mitte von Nordengland durchzieht. 

Hier ist das berühmte Coalbrock-Daler Steinkohlengebiet 
vorerst in's Auge zu fassen, das im V. Bande der Transact. of the geolog. 
Soc. of London, 1840, pag. 413 — 493 von Josef Prestwich jun. 
ausführlich dargestellt ist. 

Leider ist bisher dieses Steinkohlengebiet in Hinsicht auf dessen 
Flora nicht hinreichend untersucht, und habe ich aus demselben bisher 
noch keine fossile Pflanze zu sehen bekommen. L i n d 1 e y und H u 1 1 o n 
haben nur zwei sehr zweifelhaft erscheinende Pflanzen aus diesem Gebiet 
genannt. Dagegen findet man in obcitirter Abhandlung Pr est wich's 
nach Bestimmungen von Mr. Morris eine lange Liste, pag. 488 — 489, 
von Pflanzen angegeben , die fast alle aus dem Carbon bekannten 
Pflanzennamen enthält, auch Namen von Pflanzen, die ausserhalb der 
Steinkohlenformation Mittelböhmens noch von Niemandem gesammelt 
wurden, unter anderen auch Galamites arenaceus Jaeg. und Alnites 
Kefersteinii Goepp. (wofür offenbar eine Fruchtähre einer Volkmannia 
erklärt wurde). Es ist gewiss, dass man mit diesen Daten an die Be- 
antwortung der Frage : welche Carbonschichteu sich im Becken von 
Coalbrock-Dale abgelagert finden'? nicht schreiten darf. 

Vielleicht wird man aber nicht fehlen, wenn man zunächst das 
Steinkohlengebict in Süd-Staffordshire zwischen Birmingham, 
D u d 1 ey, W o 1 v e r h a m pt o n und W a 1 s a 1 1 in's Auge fasst, aus welchem 
Professor Josef Prestwich, am Internationalen Geologen-Congresse 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 17 

in London, und zwar von Coseley beiDudleyin Pennyston-Braun- 
eisenknollen eine prachtvolle Flora ausgestellt hat (auch das Museum 
in South-Kensington hat eine sehr schöne Sammlung' von dieser Localität), 
die folgende höchst charakteristische Arten der Sehatzlarer Flora enthält : 

Odontopteris Schatzlarensis Stur. inscr. 

Neuropteris heterophylla Bgt. 

Neuropteris gigantea Sternb. 

Alethopteris Lonchitica Bgt. Hist. I, T. 84, Fig. 3. 

Von Coseley bei Dudley gibt R. K i d s t o n (Transact. of the roy. 
Soc. of Edinburgh. Vol. XXXIII, PI. XIII, Fig. 8) auch die Calymmotheca 
Avoldensis Stur an. 

Hieraus möchte ich schliessen, dass auch das Kohlengebiet von 
Coalbrock-Dale mit denselben Pennystonlagern. in welchen Prestwichia 
rotundata und auch Aviculopecten papyraceus, also der Repräsentant der 
westphälischen Marinenfauna gefunden wurde — wenigstens zum Theile 
mit Sehatzlarer Schichten erfüllt sei. 

Ob man aber das Becken von Coalbrock-Dale nicht vielmehr für 
das „englische Saarbecken" zu halten hat, in welchem nicht nur die 
Sehatzlarer Schichten, sondern auch jüngere Carbonschichten nebst dem 
Rothliegenden vorhanden seien, wird man wohl erst nach speciellen 
Untersuchungen entscheiden können. 

Bei der Thatsache, dass inShropshire auch Obercarbon vorliegt, ferner 
dass, wie ich gleich weiter unten erwähnen werde: auch noch bei Wigan, 
weit nördlicher, Obercarbon angedeutet erscheint, ist die Annahme, dass 
in Coalbrock-Dale auch Obercarbon vorhanden sei, sehr wahrscheinlich 
und würden mit dieser Thatsache die obercarbonischen Pflanzennamen 
in dem Verzeichnisse Prestwich's in Uebereinstimmung sich finden. 

Ueber die Steinkohlcnschichten in Nord -Wal es bei Denbing, 
Flint und Anglesea (Unterwood) habe ich keine Notizen vorliegen. 

Dasselbe gilt von dem Steinkohlengebiete von Nor d-Stafford- 
shire, im Nord von New Castle unter Lyme, welcher Name in 
dem Falle, wenn derselbe nicht speciell orientirt ist, eine Verwechslung 
der Angaben über Newcastle-upon-Tyne zulässt. 

Wenn man von da westlich vom grossen Milstongritzuge in Nord 
fortschreitet, gelangt man in das Steinkohlengebiet von Lancashire 
und Cheshire, im Norden der Liverpool-Manchester-Eisenbahn. 

Hier liegt der Fundort Oldham mit Odontopteris obliqua Bgt., 
einer Saarbrücker Art, und mit den knolligen Pflanzenconcretionen, die 
dem Prof. W i 1 1 i a m s o n zu seinen Studien ein reiches Materiale lieferten. 
Hierher gehört ferner Ringley mit Pecopteris nervosa Bgt. fi. 

Während also hier, an den Milstongritzug die Sehatzlarer Schichten 
lagern, wurden weiter in West bei Wigan (Lancashire, Cocklebed 
above Alzey mine) gesammelt : 

Annularia stellata Schi., 
Pecopteris Pluckeneti Schi., 
„ arhorescens Schi., 

wie dies eine prächtige Suite von Pflanzen im Museum of Geology and 
Geological Survey Office in Jermynstreet zu London lehrt. 

Erst wieder weiter nördlich liegt das Steinkohlengebiet von 
Cumberland, die Solway Firth im Südosten einfassend, von St. Bces 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. l. Verhandlungen. 3 



lg Verhandlungen. ^ r< \ 

Bead über Whitehaven, Workington und Maryport bis 
W i g t o n. 

Der Fundort Whitehaven hat das Originale zu den Taf. 100 
und 101 im 11. Haiide der Fossilflora, nämlich zu Hplienopteris (Üenften- 
bergia) crenata L. et H. geliefert. Die Schatzlarer Schichten von White- 
haven unterscheiden sieb im Gesteine, einem lichtgrauen Schiefer, wie 
er namentlich in Bexbacb und Duttweiler im Saarbecken bäuh'g vor- 
kommt, wesentlieb von dem dunkeln Schiefer zu Newcasfle upon-Tvne. 
Von Wh i t eb ave n bildet die „Fossilflora", II, T. 107 auch die Pecopteri* 
serra L. et H. ab , die bisher nur von dieser Localität bekannt ist. 

Mit dem Steinkohlengebiete von C u in b e r 1 a n d endet die Reihe der 
westlich vom grossen Zuge des Milstongrit lagernden Kohlenablagerangen. 
Vis-ä-vis von dem letzterörterten, und jenseits im Osten des Milstongrit- 
zuges liegt jenes Kohlengebiet, in dessen Centrum Ne wcastle-u pon- 
T y n e placirt ist und welches unter dem Namen : Stein kohlen gebiet 
von Durham und Nor thumberlan d bekannt ist. Dieses Kohlen- 
gebiet hat, wie schon erwähnt, aus den drei Flötzen: High-Main- 
Seam, Bensham-Seam und Low-Main-Coal das Materiale ge- 
liefert, welches Lindley und Hutton in ihrer „Fossilflora d be- 
schrieben und abgebildet haben. Die Flora dieser drei Flötze ist als 
eine Flora der Schatzlarer Schichten aufzufassen. 

Wendet man sich nun von Newcastle-upon-Tyne südwärts, so 
begegnet man im Osten des grossen Milstongritzuges zunächst das 
Steinkohlengebiet von Derbyshire und Yorkshire. Diesem Ge- 
biete gehören die Schatzlarer Schichten von Barnsley, Dar ton 
und Pennyston an, über die ich Eingangs nähere Daten mittheilen 
konnte. Diesem Gebiete gehört ferner Halifax mit seinen organische 
Structur zeigenden Pflanzenresten, die durch Williamson bekannt 
gemacht wurden, mit seiner marinen Fauna: 

Ooniatites Listen, 

„ Diadema, 

Orthoceras Steinhaueri, 
Nautilus tuberculatus, 
Aviculopecten papyraceus, 

die ebenso zu Halifax wie zu Leeds im Ganistersandstein gesammelt 
wurde. Diesem Gebiete gehören die Fundorte von Pflanzen in der 
Fossilflora: Coalmeasures of Low Moor, Mines Lea ßroock und 
del-Secar near Wentworth , Hound Hill near Pontefract, Sandston 
quarry east of Sheffield, Clay Gross mit Saccopteris Essinghii 
Andr. sp., wie ein schönes Exemplar im Museum von South Kensiugton 
uns lehrt. 

Ich habe in Barnsley Gelegenheit gefunden, einen Durchschnitt 
durch das Derby- Yorkshirer Kohlengebirge von Ibbson zu sehen, 
welcher von Pontefract über Conisbro, Shir Oat, Sutton, 
Annesley nach North ingba m, also von Nord in Süd dem all- 
gemeinen Streichen der Schichten parallel verlaufend die Lagerungs- 
verhältnisse des Gebietes darstellt "und welcher circa 24 Flötze in ihrer 
welligen, fast horizontalen Lagerung verzeichnet. 

(Jeher die Kohlengebiete von Warwi cksh irc und Leicester 
habe ich bisher keine Gelegenheit gehabt, eigene Notizen zu sammeln. 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. ]9 

Aus ihrer Lage am Südende des grossen Milstongritzuges , wie sie 
einerseits an das Derbyshirer , andererseits an das Südstaffordshirer 
Kohlengebiet angereiht erscheinen, wird die Behauptung kaum gewagt 
erscheinen , dass auch diese den Schatzlarer Schichten angehören 
dürften. 

Das grosse schottische Steinkohlenfeld habe ich aus 
eigener Anschauung noch nicht kennen gelernt. Die Nachricht, die mir 
von Herrn Director A. Geikie wurde, dass ich in Edinburg keine 
nennenswerthen Suiten von Pflanzen aus diesem Gebiete finden dürfte, 
hatte mich davon abgehalten , meine Reise bis nach Edinburg auszu- 
dehnen. 

In der Literatur sind nur wenige Daten über Pflanzenfunde in 
diesem Gebiete niedergelegt, die aber höchst beachtenswerth sind. 

Die hervorragendste Stelle verdienen entschieden die Pflanzen- 
reste von Bourdie House in der Nähe von Edinburg , deren ich 
bereits weiter oben gedachte. Von den dort gefundenen Arten vergleicht 
Herr H o w s e die S-phenopteris bifida L. et H. mit Galymmotheca (Todea) 
Lipoldi Stur aus dem Culm-Dachschiefer. Diese Identificirung ist nach 
einem zweiten Exemplare, das ich in der Hutton'schen Sammlung zu 
sehen bekam, und nach jenem, welches R. Kidston (Transact. of the 
roy. Soc. of Edinburgh, Vol. XXXIII, PI. XIII, Fig. 16) abbildet, nicht 
unmöglich, indem das von Kids ton abgebildete Blattstück die Spitze 
der Blätter derselben Art darstellt, von welcher ich die Blattmitte als 
Todea Lipoldi (Dachschieferflora, Taf. XI, Fig. 8) abgebildet habe. Dass 
also Kidston's Blattstück das Vorkommen meiner Todea Lipoldi im 
Kalkschiefer von Bourdie House ganz ausser Zweifel stellt, sehe ich 
für erwiesen an , während ich von der Identität der Todea Lipoldi 
mit Sphenopteris bifida nicht völlig überzeugt bin , da das Original 
Hutton's jedenfalls ungenügend ist hierzu. 

Der Nachweis nun , dass Galymmotheca (Todea) Lipoldi Stur in 
Bourdie House gefunden wurde, führt uns zur Annahme, der Kalk- 
schiefer von Bourdie House repräsentire im grossen schottischen 
Becken unseren Culm-Dachschiefer. 

Die zweite Art von Bourdie House ist die Sphenopteris crassa L. 
et Hutt. Howse vergleicht die Art mit meiner Sphenopteris Kioioitzensis ; 
ich selbst habe schon auf die Verwandtschaft beider aufmerksam ge- 
macht, aber auch darauf hingewiesen, dass die Sph. crassa weit breitere 
Abschnitte besitze und weniger hoch differenzirt sei als die Sph. Kio- 
ioitzensis. Beide Abbildungen stellen die Gabelung des Blattes bei 
gleicher Dicke der Stiele dar , daher können sie bei thatsächlich sehr 
verschiedener Diiferenzirung ihrer Blattspreiten nicht als verschiedene 
Theile eines Blattes oder Art aufgefasst werden. Eine Verwandtschaft 
beider gebe ich gerne zu. 

Hier möchte ich gleich beifügen, dass der Ad iantides Lindseae form is 
Bunbury aus den Lower carboniferous Shale of Slateford bei Edin- 
burg (Holzschnitt Fig. 26 auf pag. 151 in obcitirter Abhandlung: The 
Geology of the Neighbourbood of Edinburgh 18611 sehr viel Aehnlichkeit 
zeige mit meiner Rhacopteris flabellifera (Culmflora, I. Tat'., Fig. 10) 
und es hält mich nur die nicht ganz glatte Vergleichbarkeit der Bun- 
b u r y'schen mit meiner Abbildung davon ab , beide zu identificiren. 
Viel weiter fasst Herr R. Kidston diese Art, indem er auch noch 

3* 



•>(j) Verhandlungen. Nr. 1 

meine RJiacopteris Machanechi und Rh. paniculifera mit Adiantidets 
Lindseaefoi mis vereinigen möchte. 

Wir hätten nach diesen Daten mit ziemlicher Sicherheit anzu- 
nehmen , dass der Kalkschiefer von Bourdie House und der Lower 
carhoniferous Shale of Slateford ein Aequivalent des mährisch-schlesischen 
Culm-Dachschiefers darstellen. 

Herr Howse hatte während meines Aufenthaltes im Museum zu 
Newcastle u. T. wiederholt der Meinung Ausdruck gegeben, der Culm- 
D ach schiefer sei ferner ein Aequivalent des Calciferous Sand- 
stone bei E d i n b u r g. Wie ich aus seinem Catalogue of fossil Plants 
f Vom the Hutton Collection , pag. 44 und 50 es entnehme , gründet er 
diese Meinung auf die Arten der Flora dieser Sandsteine, wovon er 
die Sphenopteris affinis L. et H. mit meinem Adiantides Maclianecki 
und die Sphenopteris obovata L. et H. mit meinen Arten Sphenopteris 
Ettingshauseni und Sph. Haueri aus dem Dachschiefer vergleicht. 

Wie man aus den Angaben Howse's ersehen kann, liebt es 
dieser Autor , den Arten ausserordentlich weite Grenzen zu geben, 
welche Meinung ich nicht theile, namentlich in dem Falle nicht, wenn 
man mittelst so weit gefasster Arten Identificirungen weit auseinander 
stehender Ablagerungen vornehmen will. Ich habe in meiner Culmflora I 
ebenfalls auf die Verwandtschaft der drei letztgenannten Arten hin- 
gewiesen, habe aber constatirt, dass die Sph. obovata eben breitere 
Abschnitte habe, während Sph. Haueri und Sph. Ettingshauseni lange 
und schmale Abschnitte besitzen. 

Die verdienstvolle Arbeit von R. Kidston: Report on Fossil 
Plants, eollected by the Geological Survey of Scotland in Eskdale and 
Liddesdale (Transact. of the royal Soc. of Edinburgh, Vol. XXX, Part. II, 
1881—82, Plates XXX to XXXII, pag. 531), behandelt die in den 
Calciferous Sandstone in neuerer Zeit gesammelten Pflanzen und be- 
rechtigt zu der Hoffnung, dass bei fernerer Ausbeute der genannten 
Fundorte die Flora des Calciferous Sandstone eine wesentliche Erweiterung 
erfahren könnte. 

Unter den aufgezählten Arten dieser Flora befindet sich die 
Sphenopteris bifida L. et H. , die nach dem Vorhergehenden als ident 
gelten könnte mit Todea Lipoldi Stur aus dem Dachschiefer. Es ist 
ferner möglich, dass Kidston unter dem Namen Sphenopteris Hönings- 
hausi Brong. nicht die ursprünglich von Werden und Newcastle-upon- 
Tyne stammende Art der Schatzlarer Schichten, sondern jene Culmart. 
die ich aus dem Dachschiefer unter dem Namen Sphenopteris Falken- 
haini beschrieben und abgebildet habe, vorgelegen ist. 

Hieraus wird man ersehen, dass die Flora des Calciferous Sand- 
stone im schottischen Steinkohlenbecken an die Flora des Culm-Dach- 
schiefers manche Anklänge zeigt, die uns dahin bringen, anzunehmen, 
dass zwischen dem Culm-Dachschiefer und dem Calciferous Sandstone 
keine wesentliche Altersverschiedenheit vorliegen dürfte. 

öeberrascht war ich endlich über die grosse petrographische 
Aehnlichkeit zwischen den Calciferous Sandstone, von welchem 
uns Herr Howse eine grosse, in der Galerie des Museums aufgestellte 
Sammlung gezeigt hatte und der sogenannten Landshute r Grau- 
wacke G-oeppert's, Es fiele mir schwer, Stücke des schottischen 
Calciferous Sandstone und der Landshuter Urauwacke irgendwie unter- 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 21 

scheiden zu können, nachdem auch die Führung - an Fossilresten : Lepi- 
dodendron Veltheimianum, L?pidodendron Volkmannianum , Archaeocala- 
rnites radiatus selbst in der äusserlichen Erhaltung in beiden völlig 
ident erscheint. 

Das Resultat der vorangehenden Untersuchung lässt sich folgend 
zusammenfassen : 

I. In England findet man vorerst die I. Culmflora des Culmd ach- 
schief er s im grossen schottischen Becken in den Kalkschichten von 
Bourdie Hous , in den Carboniferous Shale of Slateford und in dem 
Calciferous Sandstone. In Devonshire dagegen repräsentiren die „Lower 
Culm Measures" bei Bideford den Cuhndachschiefer, während die 
„Upper Culm Mcasure" bereits dem unteren Carbon angehören und mit 
Schätzbarer Schichten ident sind. 

II. Die II. Culmflora der Ostrauer Schichten scheint in 
England nach meinen bisherigen Untersuchungen gänzlich zu fehlen. Ich 
habe noch keine charakteristische Art der Culmflora II aus England 
gesehen. Nach meinem vorläufigen Dafürhalten ist der grosse Zug des 
Milstongrit im Liegenden der Schatzlarcr Schichten bei Pennystone 
und Barnsley so plaeirt, dass man ihn als einen Vertreter der Ostrauer 
Schichten betrachten möchte. 

Die II. Culmflora wäre daher in den zerstreuten Vorkommnissen 
schwacher, unabbauwürdiger Kohlenflötze im Milstongrit zu suchen. 
Es wäre ferner möglich , dass die im grossen schottischen Becken 
enthaltenen, nach Römer in sechs getrennten Partien vorhandenen 
Coalmeasures, aus welchen ich bis jetzt keine fossile Pflanze gesehen 
habe, den Ostrauer Schichten entsprechen. 

III. Der grösste Theil der in England gewonnenen Kohle wird 
den Schatzlarer Schichten entnommen. Die englischen Schatzlarer 
Schichten legen sich bei fast horizontaler Lagerung, von Newcastle-upon- 
Tyne angefangen , über Leeds , Pontefract , Barnsley, Sheffield, Derby, 
Leieester, Dudley, Coalbrock-Dale, Newcastle unter Lyme, Manchester 
Oldliam, Lancaster und nach einer Unterbrechung von Whitchaven bis 
Wigton allerdings in unterbrochen zu Tage tretenden Partien an den 
grossen Milstongritzug und umgeben ihn seiner ganzen Länge nach 
zunächst. Howse zählt in seinem oft citirten Werke, pag. 11, 18 über- 
einander folgende Flötze im Newcastle u. T. -Gebiete, wovon die ge- 
nannten mächtigsten drei Flötze je 6 Fuss mächtig sind; Ibbson 
zählt in dem York-Derby- Gebiete circa 25 Flötze auf. 

IV. Die obercarbonischen Eossitzer Schichten finden sich in England 
vorzüglich um den Bristol Channel, und zwar im Osten bei Bristol und 
Radstock, im Norden aus der Gegend von Merthyr Tydvil über Swansea 
nach Caermarthen. 

Von dieser Hauptverbreitung der englischen Rossitzer Schichten 
hin in Nord lassen sich dieselben durch den Forest of Dean und 
den Forest of Wyr nach Shrewsbury und als letzter Posten bei 
Wigan inLancashire nachweisen. Sie sind hier im Westen desMilstongrit- 
zuges vorhanden und durch die zwischengelagerten Schatzlarer Schichten 
von demselben getrennt. 

V. Es ist höchst merkwürdig, dass bisher im Osten des grossen 
Milstongritzuges keine Spur vom Vorhandensein des Obercarbons nach- 
gewiesen werden konnte. Die im Osten des Milstongrit lagernden 



;_>^> Verhandlungen. JJr # \ 

Schatzlarer Schichten Englands zeigen daher ein identes Verhalten, 
wie die allein vorhandenen Schatzlarer Schichten in Westphalen . in 
Belgien und Frankreich, woselbst das Obercarbon fehlt. Man denkt 
unwillkürlich daran, dass ebenso wie die jüngeren Scluchtenreihen 
Englands von Trias und Lias bis zur Kreide aufwärts den Gegenflügel 
einer Mulde auf dem Festlande diesseits des Canals darstellen, dies 
auch von dem l'ntercarbon speciell der Schatzlarer Schichten gilt, die in 
England, Westphalen, Belgien und Frankreich sich in der Flora, in der 
Ablagerung der Kohle, in der Anzahl der Flötze und der Beschaffen- 
heit der sie begleitenden Gesteine als vollkommen ident erweisen. 

VI. Das Obercarbon dagegen liegt im centralen Frankreich , in 
Böhmen und Sachsen, auch im Banate, vielfach direct über viel älteren, 
namentlich kristallinischen Gesteinen, also in discordanter Lagerung in 
kleineren zahlreichen Becken. Auf der Linie Swansea , Bristol, Forest 
of Dean, Forest of Wyre bis Sbrewsbury wird in ähnlicher Weise das 
Obercarbon über ältere Gesteine in isolirten Partien lagernd gefunden. 

VII. Von den Schwadowitzer Schichten , die im nordöstlichen 
Böhmen und dann erst wieder am Dnieper sicher nachweisbar sind, 
ferner von der sächsischen Kohlenablagerung (Oberhohndorf bei Zwickau |, 
von den Radnitzer Schichten und Zemcch-Schichten bei Kladno, gelang 
es in England nicht die Spur bisher nachzuweisen. Diese Schichten 
wären dort zu suchen, wo das Obercarbon an die Schatzlarer Schichten 
herantritt (Wigan, Coalbrock-Dale), und woselbst, wie es im Saarbecken 
durch Weiss erwiesen ist, die Schichten vom mittleren Carbonalter 
nachgewiesen werden könnten. 

VIII. Aus dem Fehlen der einzelnen Schichtengruppen der Stein- 
kohlenformation in England, Frankreich. Belgien und Westphalen. nament- 
lich also der Ostrauer Schichten, des sachsischen Carbon, und der Rad- 
nitzer Schichten und aus dem Vorhandensein der Rossitzer Schichten 
in England muss man schliessen , dass während der Steinkohlenzeit 
grossartige Veränderungen in der Configuration des festen Landes statt- 
hatten und dass die Ablagerung der Kohle und der sie enthaltenden 
Gesteine zeitweilig an gewissen Stellen aufgehört und an anderen Stellen 
begonnen habe und dies wiederholt wurde, so dass fast jede jüngere 
Schichtenreihe auf den älteren Schichtenreihen oder dem Grundgebirge 
discordant auflagere. Die reiche Gliederung der Steinkohlenformation, 
verbunden mit einer grossen Mächtigkeit einzelner Schichtenreihen . ist 
geeignet , einen sicheren Einblick in die grossartige Dauerzeit dieser 
ftpoche und deren Eintheilung zu gestatten. Der Einblick in diese Ver- 
hältnisse wird noch erhöht und vervollständigt durch die Verschiedenheit 
der Floren der einzelnen Schichtenreihen, wenn man nämlich bedenkt. 
welch 1 ungeheuere Zeitdauer die Veränderung der Floren , von einer 
zur anderen, erfordert haben mag. 

Es freut mich sehr, an dieser Stelle aus einem Briefe des Herrn 
Prof. J. Blaas vom 21. November 1888 Folgendes mittheilen zu können : 

,.Nach mehr als einem Jahre sind endlich die vier Karten der 
Umgebung von Innsbruck, welche Sie mir anvertrauten, soweit sie das 
Quartär umfassen, colorirt. 

Durch neue Begehung sowohl, als durch freundliche, mir zuge- 
gangene Bemerkungen von Fachgenossen, wäre ich nunmehr in die 
Lage versetzt, nicht unwesentliche Aenderungen in meiner Arbeit vom 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 23 

Jahre 1885 anzubringen; zudem ist die damalige Arbeit so detaillirt 
und in der wenig verbreiteten Ferdinandeums-Zeitschrift publicirt, dass 
der wesentliche Inhalt derselben vielen Interessenten weniger leicht 
zugänglich ist. Eine übersichtlichere Darstellung des Innthal-Diluviums 
wäre daher wohl erwünscht und ich würde die Gelegenheit, die mir 
die Colorirung dieser Karte bietet, nicht ungern zu einer solchen Dar- 
stellung benutzen, falls im Jahrbuche für eine derartige Arbeit Raum 
werden dürfte. Im bejahenden Falle möchte ich dann an Sie die Bitte 
richten, mir die Karten noch einige Zeit zur Benützung zu überlassen." 
Es ist selbstverständlich, dass dem Herrn Prof. Blaas die Karten 
auch ferner zur Disposition stehen und wir nicht nur seiner Abhandlung 
über das Diluvium des Innthales bei Innsbruck den nüthigen Platz in 
unserem Jahrbuche gerne gönnen wollen, sondern es gerne sehen würden, 
wenn derselbe seine Arbeiten und Studien sowohl thalabwärts als auch 
thalaufwärts auszudehnen für gut fände , zu deren Vervollständigung und 
Vervollkommnung wir ausser der schon im Jahresberichte 1886, pag. 15, 
erwähnten , kleineren Summe , weitere Mittel , soweit es die Dotation 
der Anstalt gestattet, zu verwenden, eventuell bereit wären. 

Unsere Aufnahmen im Felde fanden im Jahre 1888, wie in früheren 
Jahren, vielfache freundliehe Unterstützung, die ich gerne hervorhebe, 
um Gelegenheit zu finden, den betreffenden Herren unseren besonderen 
Dank auszudrücken. 

In erster Reihe habe ich zu erwähnen , dass uns folgende ver- 
ehrliche Verkehrsanst alten mit Freikarten versorgt haben; Die 
Erste k. k. priv. Donau-Dampfschifffahrts-Gesellschaft; die k. k. priv. 
galizische Karl-Ludvvigbahn ; die k. k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn ; 
die k. k. priv. Lemberg- Czernowitz - Jassy - Eisenbahn -Gesellschaft; die 
mährisch -schlesische Centralbahn ; die k. k. priv. Ostrau - Friedländer- 
Eisenbahn ; die k. k. priv. österreichisch - ungarische Staatseisenbahn- 
Gesellsehaft ; die k. k. priv. Stauding-Stramberger Localbahn ; die k. k. 
priv. Südbahn-Gesellschaft; die k. k. priv. Neutitscheiner Localbahn; die 
Waagthalbahn (Szab. oszirak-magyarällani vasüt tarsasäg) und die k. k. 
priv. Kaschau-Oderberger Eisenbahn. Es ist meine angenehme Pflicht, 
den Genannten für sehr geschätzte Unterstützung und Förderung unserer 
Aufnahmsarbeiten den höflichsten Dank abzustatten. 

Die I. Section ist in Folge der Gestattung des freien Eintrittes in 
die Allerhöchst reservirten Jagdreviere bei Mürzsteg und des betreffenden 
Gebietes (hoher Erlass des k. k. Ministeriums für Cultus und Unterricht 
vom 9. Mai 1888, Z. 6761), dem gesammten Forst- und Jagdpersonale 
für die zahlreichen Fälle freundlichen Entgegenkommens, zum verbind- 
lichsten Danke verpflichtet. 

Die zuvorkommende Bereitwilligkeit zur Unterstützung seiner 
Studien, sowie die gastfreundliche Aufnahme , welche Herr Vicedirector 
Oberbergrath Dr. G. Stäche in Kärnten, und besonders bei Gelegenheit 
seiner Spätherbstreise in Istrien fand, legt ihm den Wunsch nahe, Herrn 
Finanz - Obercommissär C. Rötky in Villach, den Herren Director 
Dr. C. Marchesetti und Antonio Valle in Triest, Herrn A. Covaz 
in Pisino, sowie den Herren J. und E. Nacinovich in S. Domenica 
und Dr. Antonio Scampichio in Albona, an dieser Stelle seinen besten 
Dank auszusprechen. 



24 Verhandlungen. J^r. 1 

Herr Chefgeologe Dr. T i c t z c fühlt sich zu Dank verpflichtet Herrn 
Och mann in Krosno, Herrn Ingenieur Schwarz in Krosno und 
Her in Director W i sn i cw.sk i in Iwonicz. 

Herr Sectionsgeologe Dr. L. v. Tausch hat seinen Dank für die 
freundliche Unterstützung seiner Aufhahmsarbeiten abzustatten an Herrn 
Dechant P. Prorok in Neutitschein und Herrn Wachtmeister Stefan 
Weigel in Zauchtl. 

C. Baron Camerlande r gedenkt dankend der folgenden 
Persönlichkeiten, die ihm bei seinen heurigen Aufnahmen fordernd zur 
Seite standen, der Herren Dr. Franz Kupido und Wühl. Posselt 
in Stadt Liebau, Bergingenieur F. Dolezek in Ohnütz , der bereits 
M. V. Lipoid bei der Begehung des gleichen Gebietes 1*60 begleitete. 
Schieferbruchbesitzer W. Hutter in Waltersdorf, Med. Dr. Teich in 
Bodenstadt und konnte überdies mit zwei der ältesten Correspondenten 
der Anstalt, den Herren J. Biefel, fürsterzbisch. Ingenieur in Kremsier 
und Dr. H. Rössner in Waltersdorf wieder in Fühlung treten, wie 
er auch mit einem Correspondenten der Anstalt aus dem Gründungs- 
jahre, Herrn Dr. Josef Melion in Brunn, eine gemeinschaftliche Ex- 
emtion im Aufnahmsgebiete unternahm. Schliesslich hat Camer lau der 
der hochlöblichen Generaldirection der k. k. priv. Kaiser Ferdinands- 
Nordbahn , sowie der Directum der Mähr.-schles. Centralbahn für die 
ihm verliehenen Permanenzkarten zu danken. 



Ueber die Arbeiten des Comites für naturhistorische Durch- 
forschung Böhmens erhielt ich von Herrn Prof. Dr. A. Fritsch in Prag 
folgende Mittheilung : 

Die Arbeiten der paläontologischen Section des Comites für Landes- 
durchforschung bestanden hauptsächlich in der Verarbeitung des ange- 
häuften Materials. Von dem Werke Fauna der Gaskohle veröffentlichte 
Prof. Dr. A. Fritsch das 7. Heft, die Lurchfische (Dipnoi) behandelnd. 
Für die Haifische und Ganoiden wurde an 10 weiteren Tafeln litho- 
graphirt. Eine weitere Studie über die Kreideformation der Teplitzer 
Schiebten von demselben Autor wird eben im Drucke beendet. 

An den Pflanzen der Kreideformation arbeitete Dr. J. Velenovsky 
mit grossem Fleisse und bereitet darüber eine weitere neue Publication vor. 
Zwei neue Käfer aus den Pcrucer Schichten beschrieb Prof. Fritsch 
unter dem Namen Lamiites simillimus und Velenovskya inornata. 

Auf den Exemtionen wurde ein Vorkommen von Süsswasserkalk 
hoch oben am Erzgebirge bei Stolzenhan nachgewiesen und wird darüber 
eine Publication vom Herrn M. C. Klika im Archive für Landesdurch- 
forschung erscheinen. In Tremosna bei Pilsen wurde ein kostbares 
Material von Haifischen der Permformation (Xenacanthus) aus den 
Nyfaner Schichten gesammelt, musste aber sogleich zu galvanischen 
Copieu verwendet werden, da die Schiefer unter der Hand verwittern. 
Die Entdeckung einer Phryganäeuröhrc in diesen Schichten dürfte von 
hohem Interesse sein. Zur Sicherstellung der Lagerungsverhältnisse der 
fischfÖhrenden Brandschiefer vom Kosolitialov wurden von Dr. Fritsch 
genaue Profile aufgenommen und ein ganzes Exemplar des Lurchfisches. 
Clenodus, acquirirt, welches für die in eben publicirter Arbeit gemachten 
Voraussetzungen die Bestätigung bringt. 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 25 

Uebcr di e von der geologischen S e c t i o n der p h y s i o- 
graphi sehen Commission zu Krakau ausgeführten Unter- 
suchungen verdanke ich dem Vorstände der Section Herrn Prof. Dr. 
F. Kreutz folgenden Bericht: 

Seitens der physiographischen Commission zu Krakau wurden 
geologische Untersuchungen sowohl in Galizisch-Podolien als auch im 
Krakauer Gebiet angestellt. In den verflossenen Herbstferien befässten 
sich mit geologischen Untersuchungen in Podolien Herr Bieniasz in 
der Gegend von Borszczow-Skalat, Herr Lomnicki bei Stanislau-Halicz, 
Herr T e i s s e y r bei Trcmblowa-Podvvotoczy ska und Herr S z a j n o c h a, 
welcher die wichtigeren Pctrefactcn-Fundstellen der podolischen Silur- 
formation besuchte und seine Untersuchungen , welche über die strati- 
graphischen Verhältnisse derselben von den bisherigen Anschauungen 
abweichende Ergebnisse geliefert haben sollen , bis nach Kamieniec 
Podolski und Chozim in Russisch-Podolien ausgedehnt hat; auch Herr 
Wisniowski war mit Profilstudien und Einsammlung von Versteinerungen 
bei Skala am Zbrucz beschäftigt. 

Im Krakauer Gebiete hat Herr Zareczny seine mehrjährigen 
Studien fortgesetzt und als theilweises Resultat derselben eine geologische 
Karte dieses Gebietes bereits der Commission übergeben. Ferner haben 
sich Herr Raciborski mit der Sammlung und dem Studium der sehr 
interessanten Flora der feuerfesten Thone und Herr Tondera der 
Steinkohlenformation des Krakauer Gebietes befasst. Endlich hat Herr 
Ossowski die Höhle von BembJo bei Ojcow untersucht und die in 
derselben gefundenen diluvialen Säugethicrknochen , unter denen sich 
Reste von Ovibot moschatus, Elephas primigenius, Rhinoceros, von fossilen 
Pferdegattungen und vom fossilen Hirsche unterscheiden Hessen, bereits 
der Commission übergeben. 

Auch im heurigen Jahre wurde die Thätigkeit der Mit- 
glieder der Anstalt mehrfach, sei es in rein wissenschaftlichem 
oder praktischem Interesse in Anspruch genommen. 

Der Herr Vicedirector , Oberbergrath Dr. G. Stäche, hatte die 
Aufgabe übernommen, im Interesse des hohen k. k. Reichskriegs- 
ministeriums, „Marinesection", die geologischen und hydrographischen 
Verhältnisse der Umgebung des Hafengebietes von Pola in ausreichend 
genauer Weise zu studiren, geeignete Vorschläge für die Erweiterung 
und Verbesserung der Wasserversorgungseinrichtungen des k. k. Kriegs- 
hafens und der Stadt Pola machen zu können. Derselbe nahm, um 
die diesbezüglichen Studien durchzuführen , einen , wegen ungünstiger 
Witterungsverhältnisse längeren, vom 22. Jänner bis 25. März reichenden 
Aufenthalt in Pola. An der geologischen Terrainbegehung nahm während 
des grösseren Theiles dieser Zeit Herr Dr. Leopold v. Tausch als 
Assistent Theil. Das eine Darstellung des geologischen Baues und der 
Wasserverhältnisse des untersuchten Gebietes und die resultirenden Vor- 
schläge enthaltende Elaborat des Herrn Oberbergrath Stäche wurde 
Anfang Juni der hohen Leitung der k. k. Marinesection überreicht und 
wird, dem Wunsche seiner Excellenz des Herrn Marinecommandanten 
entsprechend, demnächst im Jahrbuch der k. k. geologischen Reichs- 
anstalt (1889) zur Veröffentlichung gelangen. 

Es wurde überdies eine Besichtigung der nächsten Umgebung des 
Schwefelbades von S.Stefano im Quietothal, zum Zweck des 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 1. Verhandlungen. 4 



;_>(', Verhandlungen. J^r. \ 

Quellenschutzes gegen das Znsitzou kalter Quellen und das Eindringen 
von Hochwasser des Quieto , im Interesse des Badebesitzers Herrn 
Be rtet ich vergenommen. 

Im Spiithcrhst dieses Jahres übernahm der Chefgeologe Dr. Tietze 
zur Besichtigung eines Petroleumvorkommens noch einen Ausflug nach 
Siebenbürgen in das Gebirge an der rumänischen Grenze östlich von 
Zabola bei Kezdi-Vasarhely. 

In einem am 21. Februar 1888 Abends während der Sitzung er- 
haltenen hohen Erlasse des k. k Ackerbau- Ministe riums vom 
14. Februar 1888, Z. 2130/147, wird der Direction der k. k. geologischen 
Reichsanstalt Folgendes eröffnet : 

„ Aus Anlass des W a s s e r e i n b r u c h c s in der Victor in zeche 
bei Dux und des durch denselben verursachten Sinken der Wasserspiegel 
in den Termalqnellen zu Teplitz-Schönau hat die Berghauptmannschaft in 
Prag im Einvernehmen mit derStatthalterei, mitErlass vom 3. Jänner 1. J., 
Nr. 26 , dem Revierbergamte in Brüx die Fortsetzung der bezüglich 
dieser Katastrophe bereits gepflogenen Erhebungen aufgetragen. 

„Da einen Gegenstand dieser Erhebungen auch die Erörterung 
und Lösung der Frage zu bilden hat, ob durch die Weiterteufung der 
bereits bestehenden Quellenschächte oder durch neue Schachtabteufen 
oder Bohrlochniederbringungen bis unter das Niveau der Einbruchsteile 
in der Victorin-Zeche die Teplitz-Schönauer Thermen von dem Berg- 
baubetriebe unabhängig gemacht werden können, sowie ob die von 
den montanistischen Sachverständigen bei den bereits gepflogenen Er- 
hebungen beantragte Errichtung einer Centralwasserhaltuugsanlage in 
Teplitz ausführbar und zweckmässig wäre, so sollen denselben ausser 
den montanistischen Sachverständigen auch zwei Fachgeologen als Ex- 
perten zugezogen werden. 

„Mit Rücksicht auf diesen Umstand wird die k. k. geologische 
Reichsanstalt im Einvernehmen mit dem k. k. Mi niste riumfürCultus 
und Unterricht eingeladen, einen ihrer Geologen als Experten zu den 
obangeführten Erhebungen, deren Beginn von dem Revierbergamte in 
Brüx auf den 23. Februar 1. J., 10 Uhr Vormittags, in Dux 
anberaumt worden ist, zu entsenden und die getroffene Wahl mit thun- 
lichster Beschleunigung anher bekannt zu geben. Zugleich wird der 
k. k. geologischen Reichsanstalt noch bekannt gegeben , dass unter 
Einem an die Berghauptmannschaft in Prag der Auftrag ergeht, auch 
den Professor der Geologie an der deutschen Universität in Prag, 
Dr. Laube, einzuladen , bei den in Rede stehenden Erhebungen als 
zweiter geologischer Experte zu interveniren." 

Wie aus dem sehr klaren und präcisen Wortlaute dieses hohen 
Erlasses zu entnehmen ist, hatte der von unserer Anstalt entsendete 
Experte einer schweren und verantwortungsvollen Aufgabe entgegen- 
zugehen, mit zu entscheiden: ob man die Quellenschächte zu Schönau- 
Teplitz weiterteufen, oder einen neuen Schacht oder ein Bohrloch 
niederbringen . oder endlich eine Centralwasserhaltungsanlage bauen 
solle; wie man wohl ohne Weiteres zugeben muss, lauter Projeete, die 
nicht nur für den Curort Teplitz-Schönau und den inundirten Bergbau 
von vitaler Bedeutung sind, sondern auch colossale Auslagen au Geld, 
ausserordentliche Leistung an Arbeit und höchst gefährlichen Zeitverlust 
für die Cuiortc bedeuten. 



J^r. \ Jaliressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 27 

Am 23. Februar, 10 Uhr Vormittags, sollte unser Abgesandter 
bereits in Dux bei der Commission sitzen , während der hohe Erlass 
vom 14. Februar, erst am 21. Februar Abends in unserer Sitzung an 
mich gelangte. Also standen unserem Experten auf Vorbereitung zur 
Reise, auf Durchsicht der ungeheueren Literatur über Teplitz und auf 
die Reise nach Dux, 66 Stunden, mit Einrechnung der Nächte zur Dis- 
position. 

Es war daher absolut unausweichlich , dass ich mündlich und 
actenmässig mich bemühen musste, eine Vertagung der Commission zu 
erlangen, wenn ich nicht zugeben konnte, dass unser Experte bei der 
Commission die Rolle eines Nichtssagenden spiele — umsomehr als 
gleichzeitig die Nachricht eintraf, dass die Umgebung von Teplitz - 
Schönau mit 3 Fuss hohem Schnee bedeckt sei. Die hohen Orts ge- 
machten Schritte hatten die „Vertagung der Commission auf unbe- 
stimmte Zeit" zur Folge. 

Der weitere Verlauf der Angelegenheit des zweiten 
Wasser einbrucb.es in Teplitz-Osseg ist aus meiner bezüg- 
lichen Publication (Jahrb. der k. k. geol. Reichsanstalt, 1888, 38. Bd., 
pag. 417) bis zur Abgabe der Gutachten an das löbliche k. k. Revier- 
bergamt Brüx ersichtlich. 

Ich meinerseits war redlich bemüht , dem ungeheueren Schaden 
gegenüber, welchen die abermalige Katastrophe in Teplitz-Ossegg den 
Curorten uud dem Bergbaue gebracht hat, die Hilfsaction so einzu- 
richten, dass sie möglichst wenig Geld und Zeit koste. 

Ich habe im Verfolge dieser Intention nachzuweisen mir Mühe 
gegeben, dass ein Weiterteufen der Qiiellenschächte, als höchst gefährlich 
für den Bestand der Thermen, nicht vorzunehmen sei. 

Dass die Bedingungen , um die Thermen mittelst eines oder 
mehrerer Bohrlöcher an die Tagesoberfläche zu bringen , nicht 
vorhanden seien und dass man mittelst der Bohrlöcher nach den heute 
berechtigten Voraussetzungen über die geologische Beschaffenheit des 
Untergrundes von Teplitz-Schönau keinen Nutzen , möglicher Weise 
aber einen grossen Schaden den Thermen bringen könne. 

Ebenso habe ich erwiesen , dass ein Abteufen eines neuen 
Schachtes in Teplitz-Schönau keine Aussicht auf Erfolg, aber 
wohl auf die Gefährdung , namentlich Abkühlung . der Thermen habe. 

Endlich dass eine Centralwasserhaltungsanlage, gleich- 
giltig ob in Teplitz oder im Muldentiefsten bei Bruch-Wiese ausgeführt, 
vom Gesichtspunkte der Nützlichkeit für den Bergbau als ein Unding 
sich präsentire, mit sicherer Aussicht auf vollständige Zugrunderichtung 
aller Bedingungen des ferneren Bestandes der Curorte Teplitz-Schönau. 

Es blieb daher, nachdem die im obcitirten hohen Erlasse vor- 
geschlagenen Hilfsactionen refusirt werden mussten, vom Standpunkte 
des Bestehens der Thermen und des Fortbetriebes der Braunkohlen- 
baue nichts anderes übrig , als das Loch , durch welches das Wasser 
in die Victorin-Grube einbrach, zu verstopfen. 

Betreffend die Ausführung der unausweichlichen Verstopfung des 
Einbruches waren zwei Wege möglich. 

Der eine Vorgang, der bei der ersten Katastrophe Anwendung 
fand, mittelst Auspumpens der die Bergbaue erfüllenden Wassermassen 
und Blosslegung der Einbruchstelle durch Niederhaltung der Gruben- 



■>£ Verhandlungen. Nr. 1 

Wässer, endlich durch regelrechten Verhau, respective Verstopfung, der 
Stelle , hat sich allerdings als sicher zum Ziele führend erwiesen. — 
Dieser Vorgang war aber sehr kostspielig an sich schon und in Folge 
der Notwendigkeit der Haltung der colossalen Wasserniassen während 
der Ausführung. Dieser Vorgang involvirt ferner die jeden Moment zu 
erwartende Störung des Bezuges der Thermen , also der Einnahmen 
durch mindestens zwei Saisonszeiten , somit eine eventuelle , als irre- 
parabel gefürchtete Schädigung der Curorte. 

Diesen Weg der Trockenlegung und Verbauung des Einbruch- 
loches , als das letzte übrigbleibende Mittel der Hilfsaetion , wollte ich 
nur im äussersten Nothfalle angewendet wissen , wenn es absolut un- 
möglich sein sollte, wohlfeiler, und mit Anwendung kürzerer Zeit, zum 
Ziele zu gelangen. 

Demgemäss habe ich einen möglichst einfachen Gedanken, nach- 
dem die Möglichkeit der Ausführung zugegeben, die Kostenberechnung 
nur eine geringe Summe für die Durchführung veranschlagt hatte, der 
Commission vorgelegt: Das Einbruchsloch mittelst eines gebohrten Schachtes 
aus starkem Blech, welcher genau auf das Bohrloch es umfassend nieder- 
gebracht, mit Cement ausgefüllt werden sollte, zu verstopfen. 

Dieser einfache Gedanke wurde von anderen berufenen technischen 
und montanistischen Kräften commentirt und variirt, und dabei gewann 
das Project , die Hilfsaetion auf diesem einfacheren Wege einzuleiten, 
mehr und mehr an Boden, und wurde der Beschluss gefasst, den Verbau 
des Einbruchsloches unter Wasser durchzuführen. 

Hierdurch waren Vortheile zu erreichen, die für die Durchführung 
sprachen : 

1. Die Möglichkeit der Durchführung der Verstopfung des Ein- 
bruchsloches in einigen wenigen Monaten. 

2. Die Ersparniss der Auspumpungskosten der colossalen Gruben- 
wässer und der Thermenwässer des Porphyrs und des Pläners, nebst 
den Kosten der Niederhaltung dieser Gewässer auf dem Niveau des 
Einbruchsloches während der Hilfsaetion. 

3. Der ungestörte Verlauf der Saisonszeiten in den Curorten. 

4. Die Unabhängigkeit des Bergbaues von den Saisonszeiten, 
indem die Beseitigung der Grubenwässer aus den Bergbauen nach voll- 
zogener Verstopfung der Einbruchsteile ohne Rücksicht auf die Curorte 
unmittelbar in Angriff genommen und in möglichst kurzer Zeit durch- 
geführt werden kann. 

5. Die Erfahrung, wie solche Einbrüche, die sich jedenfalls 
wiederholen können , in möglichst kurzer Zeit und mit Aufwand mög- 
lichst geringer Kosten beseitigt werden können. 

Soweit ich aus persönlichen und Zeitungsnachrichten über die 
Angelegenheit orientirt bin , wurde hohen Orts der Verbau des Ein- 
bruchloches unter Wasser durchzuführen beschlossen, und ist man 
heute mit der Durchführung dieser Hilfsaetion so weit, dass man bereits 
mit der Auspumpung der in den Grubenräumen vorfindlichen Einbruch- 
wässer begonnen hat. r ) 



') Ich erhielt am 26. December 1888 von den Eigenthümem der Victorinzeche, 
Gebr. Böhler & Comp., folgendes Schreiben: 

„loh beehre mich, Ihnen einige Daten über die vor Kurzem begonnene Wasser- 
hebung auf den Ossegger .Schächten zu übermitteln , welche der Hoffnung Raum 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 29 

Bei dieser Gelegenheit habe ich mich bemüht, die festgestellten 
Thatsachen genau zu verzeichnen, die irgendwie für die geologische 
Kenntniss der Umgebung des unglücklichen Ereignisses wichtigen 
Daten, Errungenschaften und Folgerungen zu deponiren, und glaube 
auf diese Weise auch unser Wissen möglichst gefördert zu haben. 

Auf besonderen Wunsch Seiner Excellenz des Herrn Landeshaupt- 
manns der Steiermark G u n d a k e r Gr af en W u r m b r a n d - S t u p p a c h 
reiste ich am 16. Mai 1888 nach Roh itsch -Sauerbrunn, um mich 
über die Verhältnisse der dortigen Sauerquellen zu orientiren und in der 
Angelegenheit eines zu bauenden Füllschachtes meine Meinung abzugeben. 

Es gelang auch bei dieser Gelegenheit, wie ich dies in dem Auf- 
satze : Fünf Tage in Rohitsch- Sauerbrunn (Jahrbuch der 
k. k. geologischen Reichsanstalt, 1888, 38. Band, pag. 518) ausführlich 
erörtert habe, eine Menge wichtiger Thatsachen für unser Wissen fest- 
zustellen. Die wichtigste Feststellung betrifft die ausserordentliche Ver- 
änderlichkeit im Gehalte der Quellwässer an festen Bestandtheilen. 

Die Erfahrung, dass zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen 
Chemikern verfertigte Analysen eines und desselben Quellwassers oft 
sehr wesentlich differiren , welche Differenz als in der Execution der 
chemischen Arbeiten gründend betrachtet wurde, findet nun die natür- 
lichere Erklärung darin , dass eben eine und dieselbe Quelle in ver- 
schiedenen Zeiten einen verschiedenen zwischen Maximum und Minimum 
schwankenden Gehalt des Wassers darbietet, und in Folge davon die 
Analysen verschiedene Resultate der zufälligen momentanen Concen- 
tration der Quellen ergeben haben. 

Ich kann nicht unterlassen , hier auf eine Abhandlung des Herrn 
Prof. A. Inostranzeff : Sur la variabilite de la concentration et 
de la composition de sources minerales (Compte rendu du Congres 
geologique internationale de la 3 Session. Berlin 1885, pag. 85) hin- 
zuweisen, welche ähnliche, sogar tägliche Schwankungen in der Con- 
centration der Quellen zur Kenntniss bringt. Ich habe diese Abhand- 
lung knapp vor meiner Abreise nach London, im Compte rendu des 
Geologen-Congresses , zu sehen bekommen und konnte dieselbe daher 
in meinem obigen früher gedruckten Aufsatze nicht citiren. 

Auch an ehrenvollen Anerkennungen der Leistungen der ein- 
zelnen Mitglieder unserer Anstalt hat es im heurigen Jahre nicht gefehlt. 



gewähren , dass die Betonirung des Einbruchsloches der Victorinzeche vollkommen ge- 
lungen ist. 

Beginn der Wasserhebung: Mittags den 22. December 1888. 

Bis 25. December 6 Uhr Früh waren 11"86 Meter ausgehoben, somit die Seehöhe 
des Wasserspiegels der Grubeninundation von 181 "32 erreicht. 

In Teplitz ist am 24. December der Thermalwasserspiegel um 0040 Meter 
(von 197'42 auf 19746) gestiegen. (Der Thermalspiegel hat bis zur Seehöhe der 
Löwenköpfe noch 5"54 Meter zu steigen.) 

Bei der Hebung sind betheiligt: Nelson mit 7'5 Cm. pro Minute 

Fortschritt „ 4'5 „ „ „ 

Victor in „ 45 „ „ „ 

Döllinger „ 155 „ „ „ 

Wegen Schwierigkeiten beim Ablauf der gehobenen Wassermassen kann diese 
Anlage nicht zur vollen Kraftentfaltung gelangen. 

Gisela pumpt nur Nachts. 

Neue Hilfsanlage wird erst im Jänner mit eintreten." 



;}() Verhandlungen. JJi- \ 

Die Söciete geologique de Belgique in Liege hat den Chefgeologen 
der Anstalt, Herrn k. k. Oberbergrath Dr. Edmund v. Mojsisovics 
zum correspondirenden Mitgliede ernannt. 

Das k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht hat laut hohen 
Erlasses vom 29. September den Chefgeologen Dr. E Tietze für die 
Dauer des beginnenden Studienjahres zum Mitgliede der Staatsprüfungs- 
commission an der k. k. Hochschule für Bodencultur in Wien eruannt. 

Zur Berichterstattung üher unser Museum übergehend, habe ich 
vorerst zu erwähnen , dass wir , nachdem die Restauration des Mohs- 
saales beendet war, an die Ausdehnung der Musealsammlung in diesen 
neuen Saal geschritten sind. Wir hatten programmmässig für die Trias- 
sammlung aus den Nordalpen den nöthigen Raum, für drei neue Petre- 
factenkästen, freizumachen, und haben also circa um diesen Raum die 
Reihe unserer alten Petrefactenkästen weiter in den Mohssaal hinaus- 
rücken müssen. 

Durch dieses Vorgehen und in Folge der Thatsache, dass der 
Raum in unserem sogenannten Bärensaale zur Aufstellung längerer 
Petrefactenkästen Gelegenheit gibt, wurde der Mohssaal soweit oecupirt, 
dass uns nur mehr ein kleinerer Raum zur Unterbringung von höchstens 
drei bis vier Petrefactenkästen übrig bleibt. Die Sache ist so sehr auf- 
fällig, dass unser hochverehrter Referent Herr Hofrath Lucas Ritter 
von Führ ich nach dieser Dislocation der Kästen, unser Museum mit 
seiner Gegenwart beehrend, unwillkürlich den Ausspruch that: „Das 
hier eigentlich nur noch sehr wenig Raum zur weiteren Erweiterung 
der Musealsammlungen übrig bleibt." 

Der vom 3. bis 7. September 1888 in Wien abzuhaltende all- 
gemeine Bergmannstag war für uns ein willkommener Anlass, 
in unserem Museum eine wenn auch nur provisorische Ausstellung unserer 
Sammlung von Erzgängen und Erzen vorzubereiten. Den ver- 
ehrten Gästen waren unsere älteren Sammlungen zum Theil sehr genau 
bekannt, während unsere Erzesammlung bisher das Licht des Tages noch 
nicht gesehen hatte, also manchem Gaste einen willkommenen Anblick 
zu bieten geeignet war. 

Selbstverständlich war diese unsere provisorische Sammlung un- 
vergleichbar mit jener prachtvollen Erzesammlung in der 
Jubiläums-Gewerbe- Ausstellung, die das hohe k. k. Acker- 
bau-Ministerium in einem eigenen Pavillon glänzend ausgestellt 
hatte , unter Beifügung von Bergbaukarten, Profilen und jeder Art Er- 
läuterungen über die Verhältnisse des Vorkommens und Verwendung 
dieser Erze und deren Derivate — welche Sammlung dem k. k. natur- 
historischen Hofmuseum zur Disposition gestellt wurde und in demselben 
zur bleibenden Ausstellung gelangen wird. 

Unsere kleine Sammlung sollte uns Veranlassung geben, unsern 
Freunden zu zeigen , wie vieles uns noch fehlt und wie vieles zu er- 
gänzen , hier noch der Güte und Bereitwilligkeit der Herren Erze ab- 
bauenden Montanisten überlassen bleibt. 

Der Besuch unseres Museums durch die geehrten Mitglieder 
des allgemeinen Bergmannstages am 5. September war, trotz 
• les (Jmstandes, dass das verehrliche Comite des allgemeinen Bergmanns- 
tages gesorgt bat für reichliches Programm von Vorträgen und Besuchen 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 31 

von Museen, worunter viele neue, noch nicht gesehene, besondere An- 
ziehungspunkte den Besuchern boten, ein für uns sehr erfreulicher. 

Nun wird, sobald die nöthigen Kasten fertiggestellt sind , an die 
definitive Aufstellung unserer Erzesammlung geschritten werden. Die 
Vorarbeiten sind bereits im vollen Laufe. 

Hier habe ich eine N a c h r i c h t v o n cinemsehr erfreulichen 
Erfolge einzuschalten. 

Gestützt auf die frühere langjährige Gepflogenheit, dass das Museum 
der k. k. geologischen Reichsanstalt alle wichtigen Vorkommnisse von 
Erzen und Mineralien aus den Erzbergbauen der österreichischen Mo- 
narchie, ohne Weiteres, zugeschickt erhalten hat, thcils direct von den 
betreffenden Grubenbeamten, theils von den Aemtern selbst, welche 
Zusendungen die Bestimmung hatten, in den Sammlungen des ehemaligen 
Museums der k. k. Hofkammer für Münz- und Bergwesen 
die Repräsentanten aller bergbaulich wichtigen und wissenschaftlich 
werthvollen Funde zu deponiren, — gestützt ferner auf die Erfahrung 
der neueren Zeit, dass in Folge erfreulicher Vermehrung der Institute 
zur Pflege der Naturwissenschaften , an welchen die kleinlichen über- 
nommenen alten* Sammlungen vergrössert und vermehrt werden sollten — 
die uralte Gepflogenheit fast ganz in Vergessenheit gerieth und die früher 
reichlichen Quellen unseres Museums beinahe gänzlich zu fliessen auf- 
gehört haben, hat mir den Muth gegeben, an das hohe k. k. Acker- 
bau-Ministerium einen untertänigsten Bericht zu unterbreiten, 
welcher die Lage , in die die Mineralien- und Erzsammlung unserer 
Anstalt als Erbin des Museums der k. k. Hotkammer für Münz- und Berg- 
wesen gerathen ist, klarlegt und hieran die unterthänigste Bitte anschliesst : 
Ein hohes k. k. Ackerbau-Ministerium wolle gnädigst auch die k. k. 
geologische Reichsanstalt in Schutz nehmen und unsere Sammlung an 
den Funden von Mineralien sowohl, als auch an Erzen wohlwollendst 
partieipiren zu lassen, indem eine jede solche werthvolle Gabe unserer 
Anstalt um so werthvoller erscheint, als durch dieselbe eine bestehende, 
aus alter guter Zeit herüberreichende Staatssammlung vermehrt und 
mit den neueren und neuesten Funden versorgt werde. 

Diesem Berichte wurde im hohen Erlasse vom 18. September 1888, 
Z. 12944/1401, eine gnädigste, dahin lautende Erledigung zu Theil, 
dass die Verwaltungen der dem h oben k. k. Ackerbau -Ministerium 
unterstehenden Bergwerke beauftragt seien, Musterstücke der dort vor- 
kommenden tauben Gesteine und Erze in guten Exemplaren von ungefähr 
15: 10 Centimeter Grösse, wie solche zur Jubiläums-Gewerbe- Ausstellung 
hieher gesendet worden sind, mit genauen Etiquetten noch im laufenden 
Jahre an die k. k. geologische Reichsanstalt zu senden; zugleich hat 
Seine Excellenz die Bergwerks-Direction Pfibram aufmerksam 
gemacht, dass Musterstücke namentlich der Erze von verschiedenen 
Teufen eines und desselben Ganges, dann auch von den Anbrüchen 
vor und hinter der Letten kluft erwünscht sein werden. 

Es ist selbstverständlich , dass diesem hohen Erlasse die Einsen- 
dungen der Bergverwaltungen unmittelbar folgen. Thatsächlich haben 
wir Sendungen empfangen: 

1. Von der k. k. Berg- und Hüttenverwaltung Brixl egg m. 31 Stücken. 

2. Von der k. k. Bergverwaltung Raibl mit 28 Stücken. 

3. Von der k. k. Bergdirection Idria mit 53 Stücken. 



ag Verhandlungen. Nr. 1 

4. Von der k. k. Hüttenverwaltung Joachimsthal 17 Stücke. 

5. Von der k. k. Oberherg- und Hüttenverwaltung in Jacobeny 
!) Stücke. 

('). Von der k. k. Bergverwaltung Klausen mit 38 Stücken. 

7. Von der k. k. Bergverwaltung Kitzbühel mit 12 Stücken. 

8. Von der k. k. Bergdirection Pribram mit 56 Stücken. 
Zusammen also 244 Stücke von Erzen und Nebengesteinen. 

Für diese ganz ausserordentlich werthvolle Bereicherung unserer 
Sammlung haben wir pflichtgemäss vor Allem Seiner Excellenz dem Herrn 
k. k. Ackerbau-Minister Julius Grafen v. Falkenhayn unseren 
untertänigsten Dank darzubringen. Dem langjährigen hochverehrten 
Gönner unserer Anstalt, Herrn Hofrath F. M. Ritter v. Friese sei zunächst 
unser höflichster und verbindlichster Dank dargebracht; nicht minder Herrn 
Bergrath W. G ö b 1 die Versicherung unserer Dankbarkeit bekanntgegeben. 

Ebenfalls dem allgemeinen Bergmannstage zu Ehren hatte ich die 
neuesten Acquisitionen von Pflanzenresten aus den Kohlenbergbauen der 
Lunzerkohle, in einem dreifenstrigen Wandkasten aufgestellt, ungemein 
wohlerhaltene, meist fertile Exemplare von Farren, die wir Herrn 
Ha her fein er verdanken. . 

So wie unsere Erzsammlung Funde aus alter guter Zeit von längst 
verlassenen Erzbergbauen enthält, ist die Sammlung der Lunzer Pflanzen 
eine Erinnerung an einen kurzlebigen und nur noch in einer einzigen 
rentirenden Grube fortlebenden Kohlenbergbau. Beide Sammlungen, wie 
viele andere in unserem Museum, geben Zeugniss von dem innigen Zu- 
sammenhange des Bergbaues mit den geologischen Aufnahmen , und 
wenn thatsächlich mancher Bergbau schon längst einging, bewahren wir 
die von ihm sprechenden Documente in unserer Sammlung. 

An den kurzen Bericht über die Sammlung der Luuzer Schichten aus 
unserem Gebiete reihe ich unmittelbar die erfreuliche Nachricht an, dass 
wir durch die freundliche Vermittlung des Directors des U. S. geological 
Survey office, Washington, D. C, Herrn J. W. Powell, von Herrn Prof. 
W. M. Fontaine eine Kiste fossiler Pflanzen von dem Rieh monder 
Kohlenreviere, und zwar zum grössten Theile aus einem Quer- 
schlage zu Clover Hill erhalten haben. Diese Sammlung hat mir 
Gelegenheit gegeben, in einem Aufsatze unserer Verhandlungen, 1888, 
Nr. 10, die Thatsache festzustellen, dass in den „older Mesozoics beds 
of the Coal-Field of Eastern-Virginia" bei Richmond und zwar namentlich 
im Querschlage zu Clover Hill, unsere Lunzer- (Lettenkohlen) -Flora 
auftrete. Es war dies die mir gegebene erste Gelegenheit, Pflanzen aus 
Amerika in natura zu sehen und kann ich auch diese Gelegenheit nicht 
vorüber gehen lassen, ohne meine, schon wiederholt vorgebrachte Bitte 
an unsere amerikanischen College n laut werden zu lassen, sie 
möchten bei sich gebender Gelegenheit, von ihren colossalen Schätzen au 
überaus wichtigen Pflanzenmaterialien, namentlich der paläozoischen Zeit, 
einen Theil an unsere Anstalt abgeben, um die Vergleichsstudien zwischen 
den amerikanischen und unseren Floren, die so versprechend sich dar- 
stellen , zu ermöglichen. Unsere beiderseitigen Abbildungen 
reichen nicht aus für diesen Vergleich; es ist nothwendig. 
wenigstens e i n z e 1 n e S t ü c k e d er A r t e n i n na tura zu s eh en, 
um die vielen und werthvollen Angaben jenseits und diesseits des 
atlantischen Oceans sicher ausnützen zu können. 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 33 

Eine zweite sehr werthvolle uns geschenkte Sammlung stammt 
aus dein liegendsten Tlieile der Kreideformation Böhmens, aus den 
Perucer .Schichten. Es ist ein grosses Verdienst der leitenden 
Männer des Museunis in Prag, dass sie, dem Umstände Rechnung 
tragend, dass die Kreideflora unter allen alteren und jüngeren Floren 
am wenigsten bekannt war, und dass gerade in dieser Flora das erste 
massenhafte Auftreten der Dicotyledonenpflanzen zu studiren sei, reichlich 
gesammelt, aber auch eine junge Kraft geweckt haben, welche sich 
dem Studium dieser Flora aus vollem Herzen widmete. 

Dr. J. Velenovsky hat es mit wirklichem Erfolge unternommen, 
die Kreideflora Böhmens zu beschreiben. Er hat es ferner übernommen 
eine Sammlung aus den Dupletten im Prager Museum für unser Museum 
mit Gestattung des Herrn Prof. Dr. A. F ritsch zusammenzustellen, 
welche 42 Arten enthält und welche mit Originalbestimmungen des 
Autors versehen , in unserer Sammlung für Origiualien betrachtet 
werden können. 

Wir sagen Herrn Prof. Dr. A. F ritsch und dem Autor unsern 
höflichsten Dank und sprechen den herzlichsten Wunsch aus, dass dem 
eifrigen Autor die Gelegenheit gegeben werde , seine Arbeiten und 
Studien über die Kreideflora Böhmens zu vollenden. 

Ich war sehr erfreut, als ich am 8. Mai 1888 aus Poisdorf in 
Niederösterreich einen Brief erhielt, in welchem uns Herr Josef Ulle- 
pitsch, k. k. Oberwardein in Pension zu Gnezda im Zipser Comitate 
in Ungarn, die Sendung einer Kiste mit Versteinerungen anzeigt, die 
er während seinem Sommeraufenthalte zu Poisdorf im dortigen Sande 
gesammelt hat. Im weiteren Verfolge der Correspondenz erhielten 
wir noch weitere Sendungen dieser Petrefacten , die in einer der 
nächsten Nummern unserer Verhandlungen erörtert werden sollen. 
Hier haben wir dem Herrn Ullepitsch unsern freundlichsten Dank 
dafür auszusprechen, dass er die Mühe und Kosten der Aufsammlung 
nicht scheute, dass er die gemachten Beobachtungen nicht in Verlust 
gerathen Hess. 

Das werthvolle Geschenk eines Rhinocerosschädels aus der 
Eibiswalder Kohle von Feisternitz hat Herr Geologe M. Vacek in 
unserer letzten Sitzung besprochen und den speciellen Werth der Stücke 
ausführlich erklärt. Mir erübrigt es sowohl Herrn Gcneraldirector Ritter 
v. Frey, als auch dem Finder und Bewahrer der Reste, Herrn Werks- 
director F. Knaffl zu Eibiswald, unsern höflichsten Dank wiederholt 
zu unterbreiten. 

Es sei nur noch kurz berichtet, dass unser Museum Herrn Hof- 
rath F. M. Ritter v. Friese Gyps von Raibl, Limonit und Pyrit von 
Rezbänya, Sternquarz von Piibram; Herrn Regierungsrath v. Kundrat 
zwei sehr seltene Stufen von Uranpecherz aus dem Edelleuthstollen von 
Joackinisthal ; Herrn Prof. Dr. Fr. v. San db erger eine Collectiou der 
von Lenk beschriebenen Gesteine aus der südlichen Rhön; Herrn 
Werksdirector C. Rochata Antimonite, Erze, Nebengesteine und Kry- 
stallisationsproducte der Hütte von S c h 1 a i n i n g ; Herrn Bauunternehmer 
A. Sehlepitzka schöne Gesteinssuiten von Dornach; Herrn Dr. 
Kupido in Libau Mineralien von Freiberg; Herrn Julius Saltery 
diverse Vorkommen von der Goldkoppe; Herrn Wyczinsky Salz 
von Truskawiec, Herrn v. Luschin Asbeste zu verdanken hat. 

K. k. geolog. Reicksanstalt. 1889. Nr. 1. Verhandlungen. 5 



;$4 Verhandlungen. J^r. \ 

Wie die vorangehende Erörterung es deutlich zeigt, flössen die 
Geschenke unserer geeinten Gönner, Correspondenten und Freunde 
für unser Museuni nicht weniger reich im verflossenen Jahre, wie in 
früheren Jahren, worunter sehr erfreuliche wesentliche und 
höchst erwünschte Bereicherungen u n s e r e r S a m m 1 u n g e n 
sieh bemerklich machen. 

Es ist meine angenehmste Pflicht, den geehrten Gehern, und 
/war den Herren: Franz Babanek, k. k. Berg- und Hüttenverwalter 
in Joachimsthal; Franz Bartonec, Director in Siersza; H. Becker 
in Kaaden; G. Buchich auf Lesina; Dr. A. Cath rein in Karlsruhe; 
Josef C er mak, Berg- und Hüttenverwalter in Brixlegg ; Gehh. üörler, 
Bergverwalter in Kitzbühel; Dr. Franz D vor sky, Professor in Brunn; 
Director Hofrath A. Exeli in Pfibram; Sr. Excellenz Herrn Julius 
Graf Falke nhayn, k. k. Ackerbauminister; Prof. W. M. Fontaine 
in Washington; Carl August Ritter v. Frey, Generaldirector der öster- 
reichisch alpinen Montangesellschaft in Wien; F. M. Ritter v. Friese, 
k. k. Ministerialrath im k. k. Ackerbauministerium; Prof. Dr. A. Fritsch 
in Prag; Bergrath Willi. Göbl im k. k. Ackerbauministerium ; Ober- 
forstrath Guttenberg in Triest; Jos. Hab er feiner in Lunz; 
Josef Hab er mann, k. k. Inspector in Raibl; P. Rud. Handmann 
S. J. im Observatorium zu Kalocsa in Ungarn; Prof. Max v. Hantken 
in Budapest ; Alois H e p p n e r , Oberbergverwalter in Hall : A. H o f- 
maini, Docent in Pfibram; Wilhelm Huschak, k. k. Militärbeamter 
in Wien; H. Hutter, Schieferbruchbesitzer in Waltersdorf: Max v. 
I s s e r , Berg- und Civilingenieur in Schwaz ; Job. Kamiefiski in 
Neumarkt; Ferdinand Knaffl, Werksdirector in Eibiswald-Feisternitz ; 
Dr. F. Kupido, Notar in Libau; Prof. J. Kusta in Rakonitz; 
Prof. Dr. C. G. Laube in Prag; Franz Löffler, k. k. Bergverwalter 
in Klausen ; v. L u s c h i n , Director in Wien ; Dr. Jos. V. M e 1 i o n in 
Brunn; Bergrath Johann Novak, k. k. Bergdirector in Idria: A. Freih. 
v. Nordenski ö 1 d in Stockholm ; Dr. J. P a 1 a c k y, Professor in Prag ; 
Prof. A. Pich ler in Innsbruck; L. V. Pompee in Pisek: Director 
J. W. Powell in Washington; Werksdirector C. Roch ata in Seklai- 
ning ; Jos. R ä d 1 e r in Aussig ; H. R ö s s n e r , prakt. Arzt in Walters- 
dorf; Max Rubcsch, Bergdirector in Bilin; Joseph Saltery in 
Freiwaldau; Prof. Dr. v. Sandberg er in Würzburg; J. C. Schluet 
in Graz; L. S hin sky, Schuldirector in Niemes; Carlo de Stefani 
in Florenz; M. W. Thilcston-Dyer, Director des botanischen Gartens 
in Kew; Josef Uli epit seh, k. k. Oberwardein in Gnezda, Zipser 
Comitat in Ungarn; E. Urban in Troppau; Dr. J. W. Velenovsky. 
Docent in Prag; K. Vi scher, Beamter des Malthcser-Ritterordens in 
Mailberg; k. k. Oberbergrath Walter in Jacobeny; Prof. Dr. J. N. 
W o 1 d f i c h in Wien ; Josef Wy c z inski, Bergverwalter in Truskawiec, 
Galizien; Dr. Stanislaus Zargczny, Professor in Krakau: Josef 
Zgrzebny, Bergwerksbesitzer in Tischnowitz ; Dr. G. Zec heute r 
in Kremnitz für ihre respectiven Sendungen unsern verbindlichsten Dank 
auszusprechen. 

Hier am Schlüsse des Berichtes über den Stand der Arbeiten in 
unserem Museum, habe ich zu erwähnen, dass der Directum in einem 
li. Erlasse vom 24. Juli lsss, Z. 14.369, Folgendes notificirt wurde: „In 
Erledigung des Berichtes vom 29. Februar lsss. Z. 102, eröffne ich der 



Nr. 1 



Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 



35 



Direction , dass ich bei aller Anerkennung der Gründe , welche die 
Creirung einer Gustos- und einer Bibliotheks beamtenstelle für 
die ordentliche Gebahrung mit den Sammlungen der Anstalt wünschens- 
werth erscheinen lassen, nicht in der Lage bin, die diesfalls gestellten 
Anträge schon in nächster Zeit, und insbesondere für das Jahr 1889 
zu berücksichtigen." 

Es sei allen jenen Herren, die mich in den Arbeiten des Museums, 
durch Präparationen, Bestimmungen und durch Zusammentragung der 
aufzustellenden Objecte wirksam unterstützten, mein herzlichster Dank 
dargebracht. 

Mein Bericht über den Stand der Arbeiten in unserer Bibliothek 
kann heuer möglichst kurz gefasst sein. 

Vorerst gebe ich den Ausweis 
Bücherwerken in der Bibliothek 
R e i c h s a n s t a 1 1. 

Ausweis 

über den Zuwachs in der Bibliothek der k. k. geologischen Reichsanstalt im Jahre 1888. 



über den Zuwachs an 
der k. k. geologischen 



Benennung der Druckschriften 



Einzelwerke 
und Separat- 
abdrücke 



Num- 
mern 



Bände 
und 
Hefte 



Zeit und Ge- 
sellschafts 
Schriften 



Num- 
mern 



Bände 
und 

Hefte 



Zusammen 



Num- 
mern 



Bände 
und 
Hefte 



Mit Ende des Jahres 1887 waren vor- 
handen 

Zuwachs in Laufe des Jahres 1887. 

Neuer Zuwachs im Laufe des Jahres 
1888 . . 

Verbleiben daher mit Ende des Jahres 
1888 in der Bibliothek 



13.373 
340 

496 

13.869 



14.764 
350 

548 

15.312 



927 
19 

45 

972 



19.089 
701 

1.029 

20.118 



14.300 
359 

541 

14.841 



33.853 
10.51 

1.577i 

35 430 



Nach diesem Ausweise des Herrn Bibliothekbesorgers Dr. A.Matosch 
beträgt der neue Zuwachs: an Einzeln werken 496 Nummern und 
548 Bände und Hefte (gegen das Vorjahr: 340 Nummern und 35U Bände 
und Hefte), an Zeit- und Gesellschaftsschriften 45 Nummern und 1029 Bände 
und Hefte (gegen das Vorjahr: 19 Nummern und 701 Bände und Hefte). 
Unsere Bibliothek besitzt somit Ende des Jahres 1888 an Einzeln- 
werken: 13.869 Nummern in 15.312 Bänden und Heften; an Zeit- 
und Gesellschaftsschriften: 972 Nummern in 20.118 Bänden und Heften; 
zusammen 14.841 Nummern in 35.430 Bänden und Heften. 

In den neuen Bibliothekssaal, in welchem unsere Einzelwerke 
placirt werden, wurden bis heute 2300 Nummern übertragen und um- 
fassen diese die Werke der Autoren von A bis inclusive D. Es versteht 
sich von selbst, dass von diesen Werken allen auch der neu anzulegende 
Zettelcatalog fertig ist. 

Vor Allem möchte ich solcher Einzelwerke gedenken, die selbst- 
ständig im Buchhandel erschienen , durch Tausch nicht zu erhalten 
wären und die sonst nur im Wege des Kaufes, also für klingende 
Münze, in unsere Bibliothek hätten gelangen können, 
wenn sie uns nicht als wer th volle Geschenke eingesendet 
worden wären. Es sei erlaubt, die erwünschtesten hier aufzu- 



3(3 Verhandlungen. Nl\ "] 

zählen und den freundlichen Gebern uusern lebhaftesten Dank dafür 
beizufügen. 

Bar r and e J.: Systeme Silurien du centre de la Boheme. Partie 1. 
Reeherches palaeoutologiques. Continuation editee par le Mu.see Boheme. 
Vol. VII. Ouvrage posthume publiee par Dr. W. Waagen. Plague, 1887. 
4°. Geschenk des böhmischen Museums. 

Diester weg C. Dr.: Beschreibung des Bergievicrs Wicd. Be- 
arbeitet im Auftrage des kgl. Oberbergamts zu Bonn. Bonn,- 1888. 8°. 
Geschenk des kgl. preuss. Ministeriums der öffentlichen Arbeiten. 

Etheridge R. : Fossils of fhe British Islands stratigraphically 
and zoologically arranged. Vol. I. Oxford, 1888. 4". Geschenk d. Dele- 
gates of the Oxford University Press. 

Etudes des gites mineraux de la France; publikes sous 
les auspices de M. le Ministre des travanx puhlies par le Service des 
topographies souterraines. Bassin houiller de Valenciennes. 
Deseription de la Flore fossile par R. Zeiller. Paris, 1888. 4°. 
1 Vol. Text; 1 Vol. Atlas. 

Fayol H.: Etudes sur le terrain houiller de Commentry. Part. I. 
Lithologie et Stratigraphie. St. Etienne, 1887. 8° und f°. "Text und 
Atlas. Geschenk des Autors. 

Friese F. M., Ritter v. : Bilder von den Lagerstätten des Silber- 
und Bleibergbaues zu Pribram und des Braunkohlenbergbaues zu Brüx. 
Wien, 1887. 8°. Mit 105 Gangbildern und einem Atlas in Folio. 
Geschenk des hohen k. k. Ackerbauministeriums. 

F ritsch C. v., Prof. Dr. : Allgemeine Geologie. (Bibliothek geo- 
graphischer Handbücher, herausgegeben von F. Ratzel.) Stuttgart. 
J. Engelhorn, 1888. 8°. Geschenk des Verlegers. 

Geinitz H. B. , Prof. Dr.: Charakteristik der Schichten und 
Petrefacten des sächsisch-böhmischen Kreidegebirges , sowie der Ver- 
steinerungen von Kieslingswalda. Zweite Ausgabe. Leipzig, 1850. 4°. 
Geschenk des Herrn M. Vacek. 

Grave H. : Hydrologische Studien. Heft I. Wien, 1887. 8°. 
Geschenk des Autors. 

Handmann P. R. S. J. : Die Neogenablagerungen des österr.- 
ungarischen Tertiärbeckens. Münster 1888. 8°. Geschenk des Autors. 

Hand mann P. R. S. J. : Die fossile Conchylienfauna von Leobers- 
dorf im Tertiärbecken von Wien. Münster 1887. 8°. Geschenk des 
Autors. 

Katzer F.: Das ältere Paläozoicum in Mittelböhmen. Prag. 
1888. 8°. Geschenk des Autors. 

Kok schar ow N. v. : Materialien zur Mineralogie Russlands. 
Bd. X. St. Petersburg, 1888. 8°. Geschenk des Autors. 

Lehmann J. Dr. : Mittheilungen aus dem mineralogischen Institut 
der Universität Kiel. Kiel und Leipzig, 1888. Band I, Heft 1. 

Neumayr M. , Prof. Dr.: Erdgeschichte. Bd. II. Leipzig, 1887. 
8°. Geschenk des Autors. 

Neumayr M. , Prof. Dr.: Die Stämme des Thierreiches. Bd. I. 
Wirbellose Thiere. Wien-Prag, F. Tempsky, 1889. 8°. Geschenk des 
Verlegers. 

Pr est wich ,1., Prof.: Geology chemical, physical and strati- 
graphical. Vol. II. Oxford, 1888. 8°. Gescheuk des Autors. 



Nr. 1 Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 37 

Stein in tin n G. et Düderlein L. : Elemente der Paläontologie. 
I. Hälfte. Leipzig', W. Engelmann, 1888. 8°. Geschenk des Verlegers. 

Suess E., Prof. Dr.: Das Antlitz der Erde. III. Tli. Die Meere 
der Erde. IL Bd. Wien und Prag, 1888. 8°. Geschenk des Autors. 

T o u 1 a F. : Die Steinkohlen , ihre Eigenschaften , Vorkommen, 
Entstehung und nationalökonomische Bedeutung. Wien, 1888. 8°. 
Geschenk des Autors. 

Traube H.: Die Minerale Schlesiens. Breslau, J. U. Kern, 1888. 
8°. Geschenk des Verlegers. 

Wünsche 0., Dr.: Das Mineralreich. Fünfte, gänzlich umge- 
arbeitete Aufl. (Aus gemeinnützige Naturgeschichte von Dr. H. 0. Lenz.) 
Gotha, E. F. Thienemann, 1887. 8°. Geschenk des Verlegers. 

Nach dem von unserem Zeichner, Herrn E. Jahn, zusammen- 
gestellten Ausweise wurde die K arten Sammlung der k. k. geo- 
logischen Reichsanstalt im Jahre 1888 um 129 Blätter vermehrt. 

Von unseren Druckschriften, für deren Herausgabe uns 
immer nur noch die Summe von 60U0 fl. zur Disposition steht, 
wurden unter der bisherigen Redaction der Herren Dr. E. v. Mojsi- 
sovics und C. M. Paul im Verlaufe des Jahres 1888 ausgegeben 
wie folgt. 

Vorerst wurden die Vorbereitungen für unsere Abhandlungen, 
nämlich die Fertigung der Tafeln , mit möglichstem Eifer betrieben. 

An die Drucklegung der Texte durfte ich nicht früher Hand an- 
legen, bis die Angelegenheit des Jahrbuches, die am Schlüsse des 
vorigen Jahres sieh ergeben hat , wieder in das normale Geleise ge- 
bracht wurde. 

Die geologische Karte der Umgebung von Krakau, die im vierten 
Hefte des Bandes unseres Jahrbuches 1887 vom Chefgeologen Dr. E. 
Tietze zu erscheinen hatte, gab nicht nur durch die langwierige 
Drucklegung derselben zum verspäteten Erscheinen Anlass; es hatten, 
da für Anfertigung derselben eine sehr bedeutende Summe bezahlt 
werden musste , die Ueberschreitungen in den Quartalsdotationen von 
einem Vierteljahr auf das andere sich verschoben , und es wurde erst 
am Ende des Jahres ein Ueberblick des verwendeten und noch ver- 
wendbaren Geldes ermöglicht. Es konnte also erst im November wieder 
an die Drucklegung der Abhandlungen , und zwar des XIII. Bandes, 
geschritten werden, welcher die I. Abtheilung einer Abhandlung von 
Herrn Vicedirector Dr. G. Stäche: „Die Liburnische Stufe und deren 
Grenzhorizonte" enthalten wird. 

Auch Herr v. Mojsisovics hat mir die erfreuliche Nachricht 
eröffnet, dass derselbe die Fortsetzung seines grossen Werkes über das 
Gebirge von Hallstatt nach dem Neujahr der Druckerei zur Druck- 
legung übergeben wird. 

Ausserdem liegen aber noch zwei Arbeiten druckfertig vor : 
G. Geyer's Die Brachiopoden der Hierlatzkalke mit acht Tafeln und 
Dr. L. v. Tausch's Die Fauna der grauen Kalke der Südalpen mit 
acht Tafeln. Beiderlei Tafeln bis auf eine sind fertig gedruckt. 

In weiterer Aussicht steht ferner eine schon sehr weit vorgerückte 
Abhandlung von Herrn Dr. Alex. Bittner über die Brachiopoden der 
Trias, von welcher auch schon circa die Hälfte der Tafeln angefertigt 
erscheint. 



Verhandlungen. Nr. 1 

Schliesslich will auch Herr F. Teller den Ceratodus ans den 
Reingrabener Schiefern des Pökberges bei Lunz zur Drucklegung fertig 
machen. 

Wenn ich dalier auch von unseren Abhandlungen keinen fertigen 
Hand vorlegen kann, so ist doch für das Matcriale mehrerer Bande 
vollkommen vorgesorgt, und liegt deren Drucklegung und Fertigstellung 
nur die Beschränkung im Wege, die in Folge der Verausgabung der 
Dotation auf die vermehrten Beilagen des Jahrbuches entstanden ist. 

Ymn XXXV11I. Bande unseres Jahrbuches 1888 sind die, die drei 
Quartale des Jahrganges repräsentirenden Hefte (Heft 1 und 2. Heft 3) 
bereits ausgegeben und das Heft 4 im Drucke, so dass ich hoffe, auch 
•las 4. Heft möglichst bald vorlegen zu können. Leider hat uns der 
letzte Buchdruckerstrike einen Zeitverlust zugezogen. 

Der XXXVIII. Band unseres Jahrbuches enthält in den aus- 
gegebenen Heften 1 , 2 und 3 Arbeiten der folgenden Autoren : N. A n- 
drussow in Petersburg; Dr. Alex. Bittner; Aug. Brun nie ebner; 
Carl Freih. v. Camerlander, H. Bar. v. Foullon; A Hof mann; 
C. v. John; Friedr. Katzer in Prag; Dr. Josef v. Siemira dski 
in Leinberg; D. Stur; Dr. Victor U h 1 i g ; S. Freih. v. Währmann; 
Dr. Stanislaus Z a r e c z n i , Gymnasiallehrer in Krakau. 

Im Jahrgange 1888 unserer Verhandlungen sind Original- 
beiträge enthalten von den Herren: Dr. Alex. Bittner; Dr. v. Blaas; 
Carl Freih. v. Camer] ander; A. Cathrein in Carlsruhe; H. Baron 
v. Foullon; Georg Geyer; H. Grave; Dr. C. W. v. Gümbel in 
München; Dr. G. C. Laube in Prag; Friedrich Katzer in Prag; 

E. Kittl in Wien; Dr. A. v. Klip stein in Giessen; F. Kraus in 
Wien; A. M. Lomnit zki in Lembcrg; Dr. E. v. Mojsisovies; 
Julian Niedzwiedzki in Lemberg; M. Neumayr; J. Palacky 
in Prag; Adolf Patera; C. M. Paul; A. Pichler in Innsbruck; Ph. 
Poöta in Prag; A. Rzchak in Brunn; Fr. v. Sandb erger in Würz- 
burg; Dr. R. Scharitzer; Ferdinand Seeland in Klagenfurt; Dr. 
G. Stäche; Carlo de Stefani in Florenz; D. Stur; L. Szainocha 
in Krakau; Dr. L. v. Tausch; Friedrich Teller; Dr. E. Tietze; 

F. Tondera; Dr. V. Uhlig; M. Vacek; Th. Wisniowski; J. 
N. Woldf ich; G. Wim dt in München. 

Heber die neuesten Publicationen in den Beiträgen zur 
Paläontologie erhalte ich von Herrn Dr. E. v. Mojsisovies 
folgende Mittheilung : 

Beiträge zur Paläontologie Oesterreich-Ungarns und des Orients, 
herausgegeben von E. v. Mojsisovies und M. Neumayr. 

Bd. VI , 3. Heft, A. Weithofer, Beiträge zur Kenntniss der 
Fauna von Pikermi bei Athen. 4. Heft. F. Wähn er, Beiträge zur 
Kenntniss der tieferen Zonen des unteren Lias in den nordöstlichen 
Alpen. 5. Theil. 

Bd. VII, 1. und 2. Heft. Max Schlosser, Die Affen, Lemuren. 
Chiropteren, Insectivoren, Marsupialier, Creodonten und Carnivoren des 
europäischen Tertiärs und deren Beziehungen zu ihren aussereuropäischen 
Verwandten. II. Theil. 

E. v. Mojsisovies, lieber einige japanesische Triasfossilien. 

Julius I) reger, Die tertiären Brachiopcden des Wiener Beckens. 



JJr # \ Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 39 

Ebenso fuge ich hieran die Titel der Publicationcn des Herrn v. M o j- 
si so vi es, die ausserhalb unserer Druckschriften erschienen sind. 

Ueber einige arktische Trias- Cephalopoden des nördlichen Sibirien. 
Memoiren der kais. Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg, 
7. Serie, 36. Band. 

Ueber einige japanesische Triasfossilien, Beitrag zur Paläontologie 
Oesterreich-Ungarns und des Orients. VII. Band. 

Ich kann diese Stelle meines Berichtes nicht verlassen , ohne 
meiner Freude über das Erscheinen M. Neumayr's: Die Stämme 
des Thi erreich es, Bd. I, 1889, bei F. Tempsky, Wien und Prag, 
Ausdruck zu geben. Nicht ist es allein die Richtung, die das Buch 
verfolgt und die mit jener meiner speciellen Untersuchungen über die 
vorweitlichen Floren übereinstimmt, die meine Freude erregt. Weit 
mehr Gewicht lege ich auf den Umstand, dass die ersten Studien, die 
zu diesem hochinteressanten W r erke geführt haben, schon zu einer Zeit 
begonnen und weit fortgeführt wurden, als der geehrte Autor noch 
unser sehr geschätzter College war. 

Alle jene Arbeiten , die er bei Gelegenheit der Betheiligung an 
unseren Aufnahmen durchgeführt hat, alle jene Studien, die er machen 
musste, um namentlich in unseren jurassischen Ablagerungen die richtige 
Reihen- und Altersfolge der Schichten zu eruiren, alle die Feststellungen 
über die Natur und Gestaltung der in diesen Ablagerungen auftretenden 
Thierrestc, sie alle waren schätzbare Vorarbeiten zu dem Werke, wovon 
vorläufig der erste Band vorliegt. So wie wir uns gerne an jene Zeit 
erinnern, wo er zu den unseligen sich zählend, eifrigst mitgearbeitet 
hat an der gemeinsamen Aufgabe und hochschätzbare Zeichen seiner 
erspricsslichen Thätigkeit an unserer Anstalt dieser zurückgelassen hat 
und nunmehr an erhabener Stelle die durch mühsame Arbeit errungenen 
Thatsachen und Schlussfolgerungen lehrt ; möge auch ihm das werthvolle 
Buch eine Erinnerung sein an die lustigen Fahrten eines jungen Feld- 
geologen über die Spitzen der höchsten Alpen , über die Klippen der 
Karpathen , über das Flachland Croatiens und Slavoniens, zu welchen 
ihn die k. k. geologische Reichsanstalt veranlasst hat. 

Gewiss stellt die überaus produetive Thätigkeit unseres hochver- 
ehrten Freundes ein nachahmenswerthes Beispiel mir und meinen 
Collegen. W r enn jeder von uns an der Stelle, die er eingenommen hat, 
soviel leisten würde, wie unser hochverehrter Freund, dann müsste bei 
uns ein idealer Zustand des Fortschrittes sich einstellen, um den wir 
beneidet werden müssten. 

Im chemischen Laboratorium wurden wie alljährlich, zahl- 
reiche Proben und Untersuchungen für Parteien vorgenommen. Es 
wurden im Ganzen von 85 Parteien 138 verschiedene Proben zur Unter- 
suchung übergeben, von denen von 75 Einsendern 123 Proben tarif- 
massig bezahlt wurden. 

Ueber die in letzter Zeit vorgenommenen Untersuchungen wird 
im 4. Heft unseres Jahrbuches 1888 eine kurze Zusammenstellung 
erscheinen. Wenn auch die Zeit der Chemiker der Anstalt in beträchtlichem 
Masse von der Durchführung dieser Arbeiten in Anspruch genommen 
wurde, so war es doch möglich, auch noch andere, wissenschaftliche 
Arbeiten vorzunehmen. 



4o Verhandlungen. Nr. 1 

Der Vorstand dos chemischen Laboratoriums Herr C. v. John 
führte eine Reihe chemischer Analysen von Mineralien durch . über 
deren Resultate Aufsätze in unseren Schriften erscheinen werden. 

So untersuchte er mehrere Varietäten des von Herrn Dr. Woldf ich 
in Radomilic in Böhmen aufgefundenen Mol davites, ferner ein inter- 
essantes Vorkommen von last reiner Hu in in säure in Form einer 
erdigen Kohle des Falkenauer Beckens und ist momentan mit der 
Durchführung einer Arbeit über die chemische Zusammensetzung der 
Py rope beschäftigt. 

Herr Baron Foul Ion hat sich vorwiegend mit petrographisch- 
chemischen Arbeiten beschäftigt. Eine kleinere solche über Einschlüsse 
im Basalt ist bereits im 4. Heft unseres Jahrbuches publicirt. Unter- 
suchungen über nordalpine Eruptivgesteine sind weit vorgeschritten 
und werden bald zum Abschluss gelangen. Ebenso die von Herrn 
B u k o w sky aus Rhodus mitgebrachten Gesteine. Die krystallographische 
Untersuchung einiger von ihm seihst dargestellter Krystalle ist beendet 
und bedarf es nur noch der Zusammenstellung der erhaltenen Resultate. 

Herr Dr. L. v. Tausch hat zu Beginn des Jahres als Assistent 
des Herrn Obcrbergrathes Dr. (1. .Stäche an der geologischen Auf- 
nahme des südlichen Istrien theilgenommen und wurden von demselben 
die wichtigsten der mitgebrachten Gesteinsproben im Laboratorium der 
Anstalt chemisch untersucht. 

Ausser der Untersuchung der von früheren Aufnahmen stammenden 
krystallinischcn Gesteine von Westschlesien, die Baron Camcrlander 
demnächst zu vollenden hofft, beschäftigte ihn im Frühjahre ein mikro- 
skopisch-chemisches Studium des im diesjährigen Februar in Schlesien 
und Ungarn gefallenen gelben Schneestaubes. Uebcr die Ergebnisse dieser 
Untersuchung hat Cainerlander in längerer Arbeit bereits Rechen- 
schaft gegeben und darin versucht, über die weite Verbreitung dieses 
Phänomens genauere Daten zu liefern , wie er auch eine analoge, 
im Jahre 1864 in Schlesien gefallene Staubbildung in den Bereich seiner 
Untersuchung zog. Im diesjährigen Herbste begann und vollendete der- 
selbe ausserdem eine petrographisehe Untersuchung der eigenartigen 
Schriftgranite, wie sie südlich von Olmütz die in der Marchebene sich 
erhebende Granitinsel von Krtschmann zusammensetzen: über die Re- 
sultate dieser Untersuchung, die sich auch auf sedimentäre Bildungen, wie 
unterdevonische Quarzite, Grauwacken des Culm und zumal auf wenig 
aufgeklärte Geschiebe krystallinischer Gesteine inmitten eines Bleiglanz- 
ganges des Cubns erstreckte, wird Camerlander in seiner schon fertig 
gestellten Arbeit über sein diesjähriges Aufnahmsgebiet berichten. 

Von meiner Seite habe ich diesem Berichte noch hinzuzufügen, 
dass ich heuer nach vollendeter Installirung des neuen Laboratoriums 
die Freude erlebt habe, dass die beiden Chemiker desselben, Herr 
Vorstand C. v. John und Herr Adjunct H. Baron v. Foulion, mir 
ihren besten Dank darbrachten für die Herstellung des neuen Labo- 
ratoriums, zugleich ihre Befriedigung aussprachen über die Einrichtung 
desselben. 

In der weiteren Versorgung des Laboratoriums fortschreitend, 
habe ich zunächst meine Aufmerksamkeit den Waagen des Laboratoriums 
zugewendet und wurden 4 Stück der vorhanden gewesenen Präcisions- 
tvaageu reconstruirt und eine neue Waage Nr. 30 aus dem Institute 



J^ r> | Jahressitzung am 8- Jänner. D. Stur. 41 

des Josef Nemetz in Wien mit Schneiden von Bergkrystall angekauft, 
wofür im Ganzen 350 Gulden zu entrichten sind. 

Es ist Hoffnung vorhanden, dass diese weitere Versorgung unseres 
Laboratoriums mit dem Nöthigsten, aus den Ersparnissen, die in Folge 
der Reconstruction der Gasleitung im ganzen Amtsgebäude sich ergeben 
dürften, gedeckt werden können. 

Unser Archiv betreffend, möchte ich mir erlauben, zu notiticiren, 
dass im Jahre 1888, ungerechnet eine Menge privater Anfragen, die 
besser zu den Agenden eines Auskunftsbureaus gehören würden. 648 
Acten-Nummern zugewachsen sind. Nach Angabe des Herrn E. Girardi 
sind darunter 5.'5 Erlässe des hohen k. k. Ministeriums für Cultus und 
Unterricht und 9 Erlässe des hohen k. k. Ackerbau-Ministeriums. 

Für die Restauration des Amtsgebäudes der k. k. geo- 
logischen Reichsanstalt wurde in diesem Jahre eine ausserordentliche 
Summe von 2266 Gulden gnädigst bewilligt und mit Genehmigung des 
hohen Ministeriums diese Summe in eigener Regie auch verwendet. Trotz- 
dem sind abermalige Unterhandlungen im Gange, die die Bewilligung einer 
ausserordentlichen Summe von circa 4500 Gulden anstreben, welche 
Summe im nächsten Jahre auf Reconstruction des noch schadhaften 
Theiles des Daches verwendet werden soll. 

Im Verfolge seiner Studien über die Brachiopoden der Trias 
hatte Herr Dr. ßittner gleich im Frühjahre den Wunsch ausge- 
sprochen, nach München zu reisen und dortselbst in dem berühmten 
paläontologischen Staatsmuseum das an Trias-Brachiopoden vorhandene 
Materiale kennen zu lernen. Ich habe ihm zu diesem Behufe aus den 
Mitteln der Schi önbach Stiftung ein kleines Reisestipen- 
dium anweisen können. 

Aus dem Vorangehenden ist eine langsame aber stetig fortschreitende 
Besserung der Verhältnisse , unter welchen wir unsere Thätigkeit zu 
entwickeln haben , herauszulesen. Die Erweiterung und Neuordnung 
unserer Bibliothek, die Vermehrung unserer Musealsäle und die Möblirung 
derselben, die Neugestaltung unseres Laboratoriums und die Versorgung 
desselben mit dem Nöthigsten, endlich dieRestaurirung des Amtsgebäudes, 
alles dies erfordert Zeit und materielle Mittel , auch die Schaffung 
neuer Arbeitskräfte. Alles dies lässt sich nicht plötzlich erreichen, sondern 
will nach und nach erobert werden — und wenn dies thatsächlich 
doch gelingt, so haben wir den Erfolg nur dem hohen Woll- 
wollen Seiner Excellenz des Herrn Ministers für Cultus 
und Unterricht zu verdanken, da Hochderselbe bisher nach 
bester Möglichkeit, stets zu Gunsten der gedeihlichen Entwicklung unserer 
Anstalt gnädigst entschieden hat, wofür ihm in tiefster Ehrfurcht unser 
unterthänigster Dank dargebracht sei. 

Ich gelange zu dem angenehmsten Theile meines Berichtes , in- 
dem ich Allen und Jedem , die , ob in hohen Kreisen , ob in den uns 
befreundeten Schichten der Gesellschaft die Gelegenheit nehmen , zur 
Besserung unserer Verhältnisse beizutragen , hier unseren höflichsten 
Dank darbringe. Vor Allem ist aber dieser Dank dem unermüdlichen 
Wohlwollen unseres Herrn Referenten im k. k. Ministerium für Cultus 
und Unterricht, Herrn Hofrath Lucas Ritter v. Für ich dargebracht! 

Wenn ich von einem hocherhebenden Ereignisse von 
ausserordentlicher Bedeutung für unsere Anstalt bisher geschwiegen und 

K. k. geolog. "Reichsanstalt. 1889. Nr. l. Verhandlungen. 6 



[~2 Verhandlungen. Xr. 1 

entsprechende Gelegenheit . darüber zu berichten und unsere Freude 
darüber kundzugeben, unbenutzt vorübergehen gelassen habe, so ge- 
schah dies auf einen hohen Orts mir gewordenen Befehl, dem der aus- 
drückliche Wunsch hinzugefügt worden war, erst in der Jahressitzung 
dieses Ereigniss zu erörtern. 

Das Museum der k. k. geologischen Reicbsanstalt besass bisher 
in zwei verschiedenen Sälen zwei ausserordentlich werthvolle Kunst- 
Gegenstände : eine Büste des ersten Directors W. v. Haidinger und 
ein Porträt des zweiten Directors Dr. Franz v. Hauer. 

Die Geschichte, wie diese beiden Kunstgegenstände in den Besitz 
unseres Museums gelangt sind, ist mit dem Leben und der Wirksamkeit 
unserer Anstalt auf das Innigste verknüpft. 

Es geschah im Jahre 1865 am 7. Februar, dass die ersterwähnte 
Büste Haidinge r's der Anstalt übergeben wurde, durch ein Comite, 
bestehend aus den Herren: Prof. Dr. A. Reuss, Dr. Moritz Hörne s, 
Dr. Ferdinand von Hochstetter, Otto Freiherr von H i n g e n a u, 
H. Dräsche und (dem einzig davon heute noch lebenden) Dr. Franz 
von Hauer, welches es übernommen hatte, eine Subscription zur Be- 
streitung der Auslagen der Büste zu eröffnen. 

Der Erfolg dieser Subscription war ein so glänzender, dass nicht 
nur die sämmtlichen Kosten davon gedeckt werden konnten, sondern 
von dem Ueberschuss noch ein Briefbeschwerer mit 1 Pfund schwerem 
Würfel in Gold dem Gefeierten, H a i d i n g e r , übergeben werden konnte. 
Es hatten nämlich drei Hundert und zwölf (312) Durchlauchtigste. 
Hochgefeierte und Hochgeehrte Gönner und Edle Freunde unserer An- 
stalt bedeutende Summen zu diesem Zwecke subscribirt. Die Büste wurde 
von dem hochangesehenen Hanns Gasser trefflich ausgeführt und 
das Postament , auf welchem dieselbe heute ruht , wurde nachträglich 
von Herrn Robert in Oberalm aus Serpentin prachtvoll gedreht, eben- 
falls der Anstalt zum Geschenke gemacht. 

Der zweite Kunstgegenstand, das Porträt v. Hauers, wurde ohne 
irgend welche Hilfe von Aussen aus Spenden angefertigt, welche die im 
Jahre 1885 angestellten Mitglieder der Anstalt spontan und vollkommen 
freiwillig geopfert haben, um in dem Porträt „der k. k. geologischen 
„ Reichsanstalt ein Andenken an das 35jährige Wirken ihres Mit- 
begründers, wissenschaftlichen Leiters und zweiten Directors. des 
„nunmehrigen Intendanten des k. naturh. Hofmuseums zu stiften". 

Dieses Porträt wurde von dem leider zu früh verstorbenen Professor 
Canon gemalt und nach der knapp vor seinem Tode erfolgten Fertig- 
stellung, im Frühjahre 1885, dem Museum übergeben. 

Auf diese gewiss in jeder Beziehung die Anstalt ehrende Weise 
sind, ich möchte sagen : kostbare Monumente den beiden Directoren. 
und zwar einerseits dem „geistigen Gründer" der Anstalt, Haidinger, 
und dem „geistigen Mitbegründer" derselben, v. Hauer, gesetzt worden 
— die als Gaben an sich , einerseits von einem die hohen Verdienste 
Haidinge r's anerkennenden, glänzenden Kreise und andererseits als 
Ausdruck der Anerkennung der getreuen Verehrerund Collegen Hauers 
gegeben , überdies einen hohen Werth als Producte hervorragender 
Künstler: Gasser und Canon besitzen. 

Niemand wird, unser Museum besuchend, diese beiden Kunst- 
ircgcnstände anblicken können, ohne einerseits dem glänzenden Kreise 



Nv. \ Jahressitzung am 8. Jänner. D. Stur. 43 

der höchsten und hohen Verehrer Haidinger's aus dem Jahre 1865 
die verdiente Bewunderung' zu zollen, ohne über die Opferwilligkeit der 
getreuen Collegen Hauer's im Jahre 1885 eine erhebende Empfindung 
in sich erregt zu fühlen. 

Doch so erhebend dieser Besitz für die Anstalt selbst für alle 
Zeiten bleibt, so deprimirend war die Thatsache , dass an unserer An- 
stalt, respective in unserem Museum, das allerorts und zu allen Zeiten 
als allererstes Porträt verehrte Allerhöchste Bildniss Seiner kaiserlichen 
und königlich Apostolischen Majestät, unseres allergnädigsten Kaisers 
und Herrn fehlte — des Erlauchtesten „factischen Gründers" 
unserer Anstalt, des erhabensten Monarchen, der in seinen jugendlichen 
Jahren dem gedachten Gedanken Haidinger's und Hauer's Aller- 
höchst zu Schönbrunn am 15. November 1849 Fleisch und Blut gab 
und seitdem unter den schwierigsten Verhältnissen unser gütiger Schutz- 
und Schirmherr uns aufrecht stehen Hess. 

Diese Motive waren es, die mich nöthigten, all mein Trachten auf 
die Erlangung eines Allerhöchsten Bildnisses für den Festsaal unseres 
Amtsgebäudes zu concentriren. 

Mein erster Schritt in dieser Angelegenheit musste der sein : an 
die Gnade Seiner Excellenz des Herrn Ministers für Cultus und Unter- 
richt zu appelliren. Mein unterthänigster Bericht, Nr. 41, vom 29. Jänner 

1887 über das Fehlen des Allerhöchsten Bildnisses in den Räumen 
unseres Museums wurde auch mit gewohntem hohen Wohlwollen ent- 
gegengenommen. Immerhin war und ist die täglich wachsende Last der 
Bedürfnisse nicht nur der Unterrichtsanstalten im Allgemeinen, sondern 
ganz speciell auch unserer Anstalt selbst, die das in früheren Jahren 
Nichterreichbare nachzuholen hat, so gross, dass der in diesem Berichte 
ausgesprochene Wunsch keine Hoffnung hatte, baldigst erfüllt zu werden. 

Einerseits das unabweisbare dringende Bedürfniss, andererseits die 
Unmöglichkeit, auf einem anderen Wege die Erfüllung des Wunsches zu 
erreichen, gaben mir den Muth, mich mit meiner untertänigsten Bitte 
in tiefster Ehrfurcht an Seine Excellenz Herrn Adolf Fre i her rn von 
Braun, Cabinetsdirector Seiner k. u. k. Apost. Majestät, Geheimen- 
rath, Staatsrath und Kanzler, den Verehrer geologisch-mineralogischer 
Studien , den stets wohlwollenden Gönner unserer Anstalt , zu wenden 
(15. September 1887). 

In ganz kurzer Zeit, am 25. October 1887, wurde ich durch eine 
hohe Zuschrift der Cabinetskanzlei, Nr. 942, hochbeehrt und durch den 
folgenden Inhalt hocherfreut: 

Seine k. u. k. Apostolische Majestät haben allergnädigst zu 
gestatten geruht, dass Allerhöchstihr Porträt für die unter Ihrer 
Leitung stehende geologische Reichsanstalt auf Kosten der Cabinets- 
cassa angeschafft werde. 

Es gereicht mir zum besonderen Vergnügen, Euer Hochwohl- 
geboren von diesem der geologischen Reichsanstalt erneuert zu 
Theil gewordenen Acte Allerhöchster Huld in Kenntniss zu setzen. 

Braun m. p. 

Nahezu ein Jahr war seitdem verflossen, als ich am 20. September 

1888 vom k. k. Regierungsrathe Herrn Josef Ritter von Kundrat 
die erfreuliche Nachricht erhielt, dass das für die Anstalt bestimmte 



_j.4 Verhandlungen. Xl\ 1 

Allerhöchste Bildniss fertig ist und nächster Tage in die Räume des 
Museums gebracht werden wird. 

Das Allerhöchste Bildniss von Herrn Friedrieh v. Thelen- 
Rüden nach Herrn v. Angeli 1888 gemalt, wurde thatsächlieh am 
ti. November 1888 geliefert. 

Dieses grossartige und pompöse Allerhöchste Bildniss Seiner 
kaiserlichen und königlich Apostolischen Majestät unseres allergnädigsten 
Kaisers und Herrn soll in unserem Museum, als ein glänzendes Zeichen 
des unserer Anstalt erneuert zu Theil gewordenen Actes Allerhöchster 
Huld, als das Bildniss des Erlauchtesten „facti sehen Grunders" 
unserer Anstalt, durch alle Zeiten verehrt werden, soll uns als das 
erhabenste Beispiel strengster Pflicht erfüllung, un er- 
müdet er That kraft und williger Arbeit für den Fortschritt 
der Wissenschaft vor anleuchten; soll aber auch als ein im 
Jahre 1888 der Anstalt übergebenes Allerhöchstes Geschenk, das geeignet 
ist unserer Anstalt neuen Glanz und neue Kraft zu verleihen und in 
unseren Herzen den allerunterthänigsten Dank für alle Zeiten zu erhalten, 
zugleich als bleibendes Andenken an das vierzigjährige 
Regierungs-Jubiläum Allerhöchst Seiner Majestät uns 
Gelegenheit geben, unsere allerunterthänigste Huldigung in allertiefster 
Ehrfurcht, mit dem Ausdrucke unwandelbarer Treue , Ergebenheit und 
Dankbarkeit darzubringen, indem wir aus voller Brust ausrufen : Seine 
kaiserliche und königlich Apostolische Majestät unser 
allergnädigster Kaiser und aller gütigster Herr lebe 
Hoch! Hoch! Hoch! 

Ich habe nur noch dem innigsten Wunsche Worte zu verleihen : 
Es möge uns gegönnt sein, der Allerhöchsten Huld und Gnade mög- 
lichst lange uns zu erfreuen und unter der Allerhöchsten Aegide uns 
unserer Aufgabe vollends zu widmen. 

Ein aufrichtiges herzliches Dankgefühl drängt mich noch, ihm 
Worte zu verleihen. 

All mein Trachten um die Erlangung eines Allerhöchsten Bildnisses 
für den Festsaal unseres Museums wäre, das weiss ich nun ganz ent- 
schieden , resultatlos geblieben , wenn nicht die hohe Gnade Seiner 
Excellenz des Herrn geheimen Rathes Freiherrn v. Braun diese 
su sehr vitale Angelegenheit unserer Anstalt in die gütigen Hände 
genommen und auf jene Bahn geleitet hätte , auf welcher einzig und 
allein das Eingreifen der Allerhöchsten Huld möglieh geworden ist. 
Daher flieset aus vollem Herzen in tiefster Ehrfurcht der Dank unserer 
Anstalt für das hohe Wohlwollen Seiner Excellenz, mit Hilfe dessen der 
neuerliche Act Allerhöchster Huld unserer Anstalt zu Theil geworden ist. 

Endlich habe ich noch zwei werthe Namen zu nennen, denen die 
Ausführung der allergnädigst bewilligten Anschaffung des Allerhöchsten 
Bildnisses anheimfiel. Dem Künstler Herrn v. Rüden verdanken 
wir das gelungene Bildniss, Herrn Regierungsrath v. Kundrat die 
grossartige und pompöse Ausschmückung desselben. Beiden Herren sei 
unser tiefempfundener verbindlichster Dank dargebracht. 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien, Rothenthnrmstr. lö. 

Druck von Gottlieb Distel « Comp, in Wien. 




X" 2. /ß^^mßmBk. issi). 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 22. Jänner 1889. 

Inhalt: Vorgänge an der Anstalt. — Eingesendete Mittheilungen: 
Dr. G. Star kl. Faroenerscheinung und Mikrolitben in Kupferachlacken von der Schmelz bei 
Annaberg. Dr. H. I/e chlei t n er. „Pletzach oder Ladoi". — Vorträge: M Neumayr. 
lieber einige Bel-mniten ausCentralasien und Südafrika. G. Geyer. Vorlage der geologischen 
Karte der Mürzthaler Kalkalpen und des Schneeberges. — Literatur-Notizen: C. Diener, 
W. Kilian. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Hlttheiluncren verantwortlich. 

Vorgänge an der Anstalt. 

Die kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg hat 
den Chefgeologen der Anstalt, Herrn k. k. Oberbergrath Dr. Edmund 
v. Mojsisovics, zum correspondirenden Mitgliede gewählt. 

Eingesendete Mittheilungen. 

Dr. Gottfried Starkl. Farbenerscheinung und Mikro- 
litben in Kupfersch lacken von der Schmelz bei Ann a- 
berg in Niederösterreich. 

Abbe A. Stütz berichtet in seinem mineralogischen Taschenbuch : ) 
über den Abbau von nutzbringenden Mineralien in der Umgebung von 
Annaberg , namentlich über das Vorkommen von Galmei , der am 
Schwarzenberg abgebaut und in die Schmelz zur Verhüttung geführt 
wurde. Kupfer wurde nach seinen Berichten dort wenig gewonnen, 
das meiste aus Ungarn in die Schmelz geführt und zur Herstellung von 
Messing benützt. Noch gegen Ende des vorigen Jahrhunderts waren 
die Oefen im Betrieb, wurden aber zu Anfang des jetzigen aufgelassen, 
da der Ertrag nur zur Hälfte die Arbeitskosten deckte. 

Im Sommer des Jahres 1886 kam ich in die Schmelz , besuchte 
die Stollen auf dem Säbelberg, die bereits ganz verfallen sind, und 
welche noch aus den vor ihren Eingängen aufgethürmten Schuttkegeln 
auf eine ehemalige rege Thätigkeit schliessen lassen. 

Im Thale findet man hier und da Schlackenhaufen, die ebenfalls 
Zeugen einstiger Ausbeute sind. Mehrere in dieser Gegend gesammelte 
Schlackenstücke verdienen eingehendere Beachtung. 



') Andreas Stütz, Mineralogisches Taschenbuch, pag. 241 u. d. f (herausgegeben 
von J. G. Megerle v. Mühlfeld, Wien und Triest 1807). 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 2. Verhandlungen. 7 



4fi Verhandlungen JJr. 2 

Man findet sie kurz vor dem Eingänge in die Schmelz am linken 
Ufer des Lassingbaches, gerade dort, wo die Strasse vom Säbelberg 
durch den Säbelgraben in das Thal mündet. 

A. Roth braun e Kupferschlacke. 

Die Stücke, die mir zur Untersuchung- dienten, sind von roth- 
brauner Farbe (Radde's kleine internationale Farbenscala 30/), derb, 
glasartig, stark glänzend, bald blasenfrei, bald reichlich von Blasen- 
räumen durchsetzt. 

Interessant sind diese Kupferschlacken in erster Linie wegen eines 
optischen Phänomens, das bisher noch nicht an derlei Producten er- 
wähnt wurde. 

Die im auffallenden Lichte rothbraunen Splitter oder Dünnschliffe 
zeigen im durchfallenden Tageslichte eine schön grüne oder blau- 
grüne Farbe. 

Dass nicht die in denselben enthaltenen Einschlüsse diese Farben- 
erscheinung verursachen, beweist der Umstand, weil die einschlussfreien 
Dünnschliffe dieses Phänomen in noch erhöhter Schönheit zeigen. Die 
Ursache der Farbenerscheinung dieser Schlacke, im auffallenden Lichte 
rothbraun , im durchfallenden grün bis blaugrün zu erscheinen , liegt 
unzweifelhaft in dem wenn auch geringen procentarischen Kupfergehalt, 
was nachfolgende Versuche bestätigen. 

Wird nämlich einer Boraxpcrle eine geringe Menge von Kupfer 
beigegeben, so wird durch dasselbe die Perle in der Oxydationsflamme 
rothbraun, in der Reductionsflamme dagegen blau bis blaugrün gefärbt. 
Beiderlei Farben entsprechen den Farben . die an den Dünnschliffen 
der vorliegenden Schlacke bei verschiedenem Lichte auftreten. 

Entscheidend für die Thatsache ist aber der Umstand, dass eine 
mit Kupfer rothbraun gefärbte Boraxperle, wenn diese alsdann genü- 
gend dünn geschliffen wird, fast ganz genau dieselbe Farbenerscbeinung 
zeigt, wie das vorliegende Hochofenproduct. 

Auch dieser im auffallenden Tageslicht rothbraun gefärbte Perlen- 
schliff erscheint im durchfallenden ganz deutlich grün bis violett. 

Schwarz 3 ) hat venetianische Gläser analysirt. und zwar interessirte 
er sich hauptsächlich für Kupferoxydulgläser, die aus der Fabrik 
Salviatti stammten. Sein Streben war, die Bedingung zu finden, unter 
welcher das Durchgehen des Glases von grün bis roth erfolgt. Er fand, 
dass rothe Gläser beim Uebergang von Gu 2 in Gu grünlich werden. 

Vergleicht man nun sämmtliche Ergebnisse , so resultirt daraus 
für die vorliegende rothbraune Kupferschlacke . dass bei derselben 
ähnlich wie bei den Gläsern Cu. 2 O noch nicht vollständig in Ca 
überging, was bei rascher Erstarrung eventuell möglich war. 

In zweiter Linie ist diese Kupferschlacke beachtenswert!] wegen 
ihrer Einschlüsse. Von den angefertigten Dünnschliffen sind die einen 
fast vollständig blasenfrei und ohne jeglichen Einschluss, während die 
anderen runde Blasenräume und zahlreiche Mikrolithe beherbergen. 
Letztere treten an manchen Stellen vereinzelt, an anderen dagegen in 
grosser Menge (licht gedrängt neben einander auf und sind selbst bei 

l ) Dingler'a polytechnische* Journal. L885, ßd. 258, pag. ..- 



Nr. 2 Sitzung am 22. Jänner. <!. Starkl, 47 

Betrachtung des Schliffes mittelst der Lupe im durchfallenden Lichte 
sichtbar. Die Einschlüsse sind von zweierlei Art. 

Die einen, die in der überwiegenden Mehrzahl auftreten, sind von 
lichtbrauner Farbe und erinnern sofort an die Wedel der Farnkräuter. 
Mit abnehmender Lange reihen sich symmetrisch an einen langgestreckten 
Ast gerade, unverzweigte Scitenästchen, Ficderchen an. Sie stehen gegen 
den Hauptast entweder unter einem Winkel von 80° geneigt oder bis- 
weilen fast ganz senkrecht auf den Hauptast. Diese einfach gefiederten 
Blättern ganz gut vergleichbaren Einschlüsse sind in der homogenen, 
glasartigen Grundmasse regellos zerstreut. Sie liegen entweder vereinzelt 
oder sind um einen Punkt mit ihrem unteren, breiteren Theile gruppirt. 

In diesem Falle bilden sie schöne vier- oder scchsstrahlige Sterne, 
welch' letztere eine überraschende Aehnlichkeit mit Schneeflocken be- 
sitzen. Nicht selten findet man diese Einschlüsse senkrecht auf der 
Peripherie von den Blasenräumen stehend, wodurch sich ein vielstrahliger 
Stern mit lichtem Centrum präsentirt. 

Diese blattartigen Einschlüsse liegen entweder parallel der Fläche 
des Dünnschliffes oder schief oder senkrecht zu derselben; im letzteren 
Falle erscheinen sie als dünne, langgestreckte Stäbchen , die unter 
verschiedenen Winkeln sich durchkreuzen. 

Aehnliche blattartige Einschlüsse beschrieb Vogelsan g J ) von einer 
Rolieisenschlacke von der Friedrich-Wilhelms-Hütte bei Siegburg und 
Rose n b u s c h 2 ), die in einem Pechstein von der Insel Arran sich fanden. 

Eine zweite Art von Einschlüssen tritt in sehr geringer Zahl auf. 
Sic sind von bedeutender Grösse, von oblonger Form, fünfmal so lang 
als breit und an den Enden skeletartig ausgebildet, so zwar, dass sie 
an den gegenüber liegenden, schmäleren Seiten zweizackig enden. Einen 
lichtgrauen, getrübten körnigen Kern umgibt eiue vollständig klare, 
reinweisse Substanz mit scharfrandiger Begrenzung, gleichlaufend der 
Längsrichtung. 

Die Auslöschung ist ebenfalls parallel der letzteren. Dem ganzen 
Erscheinen nach sind diese Einschlüsse Gehlenit-Mikrolithe. 

Erwähnenswerth ist noch die überaus hübsche Massen- Fluidal- 
struetur, die am schönsten an den einschlussfreien Dünnschliffen im 
durchfallenden Lichte zu sehen ist. Schmale, bandartige Streifen, die 
scharf von einander abgegrenzt sind und verschiedene Nuaucen von 
grün, blau bis violett zeigen, durchziehen die gleichartig gefärbte 
ftrundmasse. Diese deutlich hervortretenden Streifen sind zu einander 
parallel gerichtet, biegen dann mit unveränderter Breite knieförmig ab, 
machen wiederholt /S-förmige Windungen und geben recht schön die 
Flussrichtuug der zähflüssigen Masse an. 

Die Farbenerscheinung sowohl als auch die Mikrolithe machten 
es wünschenswert!), diese Kupferschlacke auch betreffs ihrer physikalischen 
und chemischen Eigenschaften zu untersuchen. 

Das speeifische Gewicht betragt als Mittel von vier Wägungen, 
bestimmt mittelst Pyknometer, 2'852 mit genügender Genauigkeit. 

') Ueber die mikroskopische Strnctur der Schlacken und über die Bedeutung der 
Mikrostructur zur Genesis der krvstallinischen Gesteine Poggendorfs Annalen. 1864, 
CXXI, pa*. 106. 

'-') Mikroskopische Physiographie. 1873, pag. 129. 

7* 



•IS 



Verhandlungen. 



Nr. 2 



I Minne Splitter schmelzen sehr leicht in der Löthrohrflamme, noch 
leichter im Gebläse zu einem Email. 

Das Pulver der Substanz ist violett ! ) und färbt sowohl die Borax-, 
wie die Phosphorsalzperle gelblichgrün , die aber beide nach dem 
Erkalten farblos werden. 

Die geglühte Substanz zeigte keinen Glühverlust und war während 
des Processes zu einem olivengrün gefärbten Knochen zusammengebacken; 
offenbar ging Cu» gleichwie bei den Gläsern hierbei in GuO über. 

Von verdünnter kalter Salzsäure wird die fein gepulverte Substanz 
unter Ausscheidung von Kieselsäure vollständig zersetzt : letztere ist 
beim Eindampfen gallertartig. Auch verdünnte Schwefelsäure bewirkt 
vollständige Zersetzung. 

Die einerseits durch kohlensaures Natronkali aufgeschlossene, ander- 
seits durch Salzsäure zersetzte Substanz zeigte folgende quantitative 
Zusammensetzung : 



Aufgeschlossen 



Zersetzt 



mit kohlensau- 
rem NatronkaU 



durch Salzsäure 



d 



SiO, 
Fe., O, 
AK O s 
< 'u 
CaO 
Mg 



45-357 
21-071 

1-309 

20-832 
9697 

98-266 



47-496 
10-660 
J 0-094 
1513 
20-862 
_8-296 
98-921 



44-622 
7-390 

12-068 
1-029 

21226 

11-967 

98 302 



46-643 

20357 

1-928 
19-893 
11-789 



l'JO-610 



Die Menge von Fe O wurde mittelst Chamäleon-Titrirung bestimmt. 
I )ie feingepulverte Substanz wurde mit verdünnter H 2 S0 4 versetzt und 
hermetisch verschlossen; nach drei Tagen war bereits vollständige Zer- 
setzung erfolgt. 

Eine Bestimmung ergab 3*812°/o Fe O ; doch wird der Gehalt von 
Fe O bei anderen Proben etwas variiren , da auch der Procentgehalt 
der übrigen Stoffe ein wechselnder ist. 

Wie aus den anderen gefundenen Daten ersichtlich ist . differirt 
am stärksten der Gehalt an St'0 2 und MgO während der Procent- 
gehalt der übrigen Glieder bei den verschiedenen Analysen keine be- 
deutenden Unterschiede aufweist. Der verhältnissmässig grosse Procent- 
satz von Ca O und Mg O rührt offenbar von dem dolomitischen Kalke 
her. der in der Umgebung der Schmelz sich findet und als Zuschlags- 
mittel benutzt werden durfte. 

Dass der Gehalt an SiO^ kein constanter ist, kann damit gerecht- 
fertigt werden, dass bei den einzelnen Analysen Materiale von ver- 
schiedenen Stücken benützt wurde, die von verschiedenen Chargen her- 
rühren konnten; überdies kann die ungleiche Vertheilung der Mikrolithe, 
die oft in grosser Menge gedrängt auftreten, das Ergebniss der Analyse 
beeinträchtigen. 



') Eadde's kleine internationale Farbenscala 23 
nach purpur 



violett . erster Uebergarjg 



N r . 2 Sitzung am 22. Jänner. G. Stark', 49 

Eine ähnliche Zusammensetzung einer rothbraunen Kupferschlacke 
von der Friedricbshütte bei Riecheisdorf in Hessen mit einem specifisclien 
Gewichte von 2 - 683 fuhrt Rammeisberg in seiner Metallurgie 1850, 
pag. 236 an: 

8i 2 = 44-47 Mn = 30 

Al 2 3 = 1 2-96 Gu 2 = 1 -23 

FeO— 7-85 K 2 O = 2-90 

Ca = 21-20 Na 2 = 0-87 

MgO = 7-00 Mo0 2 = 0'38 

Totalsumme . . 99 16 
Vergleicht man die Resultate dieser Analyse mit der unter c an- 
geführten, so ersieht man, dass diese in mehrfacher Beziehung überein- 
stimmen, und dass sowohl die verhütteten Erze als auch die Zuschlags- 
mittel aller Wahrscheinlichkeit nach sehr ähnliche gewesen sein dürften. 
Nach Rammeisberg sind es Kupferschiefer und Sanderze, die in 
Riecheisdorf zur Verhüttung kamen. Als Zuschlag wurde gewöhnlich 
Fluorit benützt. 

B. Schwarze Kupfer seh lacke von der Schmelz hei 

Annaberg. 

Dieselbe stammt von derselben Fundstelle wie die früher behandelte. 
Sie ist dunkelschwarz, stark glänzend und bricht in sehr scharfkantige 
Bruchstücke. Der Bruch ist uneben und lässt an der rauhen Oberfläche 
zahlreiche Einschlüsse selbst mit unbewaffnetem Auge erkennen. In der 
Flamme des Gebläses schmelzen kleine Splitter sehr leicht zu einer 
Kugel, ohne dabei die Farbe zu verändern. 

Das speeifische Gewicht beträgt 3 - 384 als Mittel dreier Wägungen. 

Das grauschwarze Pulver färbt die Boraxperle bleibend grün. 

Von Salzsäure wird die feingepulverte Substanz sofort zersetzt 
und Si0 2 ausgeschieden, welche beim Eindampfen gallertartig wird. 

Diese Schlacke enthält im Allgemeinen dieselben Stoffe wie die 
rothbraune, zeigt aber in der procen tarischen Zusammensetzung wesent- 
liche Differenzen. 

Wahrend der Gehalt an Hi 0, — 33'646% , MgO — 5-168% und 
Ca = 17-058% ein geringerer ist, steigt der Procentantheil für 
Fe 2 3 4-Al 2 3 — 33-064% und Cu = 5-811% beträchtlich. Dass hier 
die durch den Kupfergehalt erzeugte Färbung nicht zur Geltung kommt, 
dürfte in dem grossen Gehalt an Eisen liegen. Im Dünnschliffe erscheint 
die homogene, glasartige Grundsubstanz tombackbraun und enthält in 
reichlicher Menge Mikrolithe eingebettet. 

»Sie sind unregelmässig zerstreut, reinweiss, durchsichtig und 
doppelbrechend. Ihre Formen sind ausserordentlich mannigfaltig und 
oft recht zierlich ausgebildet. 

Sie sind quadratisch, was aus den senkrecht zur Hauptaxe durch- 
schnittenen apolaren Formen ersichtlich ist. 

Wie man weiters aus den zahlreichen Schnittflächen entnehmen 
kann, sind die Flächen o P und ooPoo dominirend. 

In den seltensten Fällen findet man eine vollständige Entwicklung, 
überwiegend ist die skeletartige Ausbildung. 



5( ) Verhandlungen. \r. •> 

Im ersteren Falle, wofern der Schnitt senkrecht zur Hanptaxe 
geht, sieht man scharf begrenzte Quadrate mit Spaltungstracen parallel 
den Seiten : die Spaltung ist demnach parallel ocPoo ; im letzteren 
Falle jedoch, was in den angefertigten Präparaten sehr häufig zu sehen 
ist . hat man sehr schöne . vierarmige Sterne vor sieh. Die Seiten, 
welche das Quadrat bilden, verlaufen nicht als gerade, sondern als 
mehr oder minder sanft nach einwärts gebogene, scharf markirte, 
krumme Linien. 

■Je zwei gegenüber liegende Eckpunkte verlängern sich in der 
Richtung der Diagonalen und endigen mit sehr feiner Spitze, so dass 
die Symmetrie durch diese Verlängerung keineswegs gestört ist. indem 
die Verbindungslinien der Eckpunkte wieder ein der Grundform ent- 
sprechendes Quadrat geben. Im Centruin dieser senkrecht zur Hauptaxe 
geschnittenen Mikrolithe ist öfters die glasige tombackbraune Grund- 
substanz als Kern eingeschlossen, der entweder kreisrund ist oder den 
äusseren Umrissen vollständig parallel verläuft und so von der Mikro- 
lithensubstanz ringsherum gleich breit umrahmt wird . so dass der 
Schichtenban bisweilen recht deutlich hervortritt. 

Häutig treten auch vierstrahlige, scharfbegrenzte Sterne auf, die 
von zwei auf einander senkrecht stehenden Armen gebildet werden, 
welche sich nach den entgegengesetzten Seiten hin verjüngen. 

Im vorliegenden Falle gleichen diese Mikrolithe Schlagfigaren, 
wie man sie an Steinsalz künstlich erzeugen kann. 

Seltener findet man solche Formen, zu deren Bildung vier Bögen 
zusammentreten. 

Die Endpunkte der Bögen berühren sich aber nicht, und an den 
Eckpunkten, die dem convex nach innen eingezogenen Quadrate ent- 
sprechen , sieht man die in entgegengesetzter Richtung nach auswärts 
gekrümmten Hörner, zwischen denen die Grundsubstanz der Sctilacke 
eindringt. Neben den erwähnten typischen Formen liegen noch oblonge 
Durchschnitte von Kryställehen parallel der c-Axe. 

Sie sind von derselben schwach lichtbrechenden Substanz, mit 
Spaltungsrissen gleichlaufend der Längsrichtung ooPx. 

Hei einzelnen Schnittformen sieht man dreistrahlige Sterne. Formen. 
welche fossilen Haifischzähnen nicht anähnlich sind. 

Alle diese angeführten Mikrolithe sind aller Wahrscheinlichkeit 
nach Gehlenit-Mikrolithe. 

Für diese Annahme spricht erstens die Form, da die Durchschnitte 
senkrecht zur c-Axe quadratisch und apolar sind, zweitens die Spaltungs- 
richtung und drittens die Auslöschung, die parallel und senkrecht zu 
den Spaltungstracen gefunden wurde Da Gehlenit in A/ 2 3 und Ca 
reichen Schlacken 1 ) vorzukommen pflegt, so hat man umso mehr Grand, 
die in vorliegender Schlacke auftretenden Mikrolithe für Gehlenite 
zu halten, 

Schliesslich bemerke ich, dass ich ein einzigesmal Quarz cin- 
gehacken gefunden habe. Derselbe glich im Durchschnitte einem sphä- 
rischen Dreiecke , zeigte starke Doppelbrechung und lebhafte Inter- 
ferenzfarben. 



') J. H. L. Vogt, Studien über Schlacken. Zeitschrift für Kristallographie und 
Mineralogie von üroth. 1886, XI. Bd., pag. 324. 



NY Sitzung am 22. Jänner. II. Lechleitner. 51 

Der in unserer Schlacke vorkommende Quarz dürfte jedenfalls 
dem Zusehlag sein Dasein verdanken ; doch war über Zuschlagmittel 
nichts Sicheres zu erfahren. Auch die Angaben von A. St ütz genügen 
nicht zu einer plausiblen Erklärung des vorliegenden Krystalldurch- 
schnittes. Abbe S t tt't z erzählt blos in seinem bereits erwähnten minera- 
logischen Taschenbuch, dass in den Glashütten bei Annaberg Quarzsand 
in Verwendung kam , der von der Donau , wie er erfuhr , genommen 
und bis dorthin geführt wurde. Ob derselbe aber auch in den Oefen 
benutzt wurde, blieb unerwähnt. 

Die Originalstücke befinden sich im mineralogischen Museum der 
k. k. Universität. 

Dr. Hans Lechleitner. „Pletzach oder Ladoi." Eine Erwi- 
derung an Herrn Dr. A. v. Klipstein. 

In Nr. 14 der Verhandlungen 18»8 tritt Klipstein gegen 
meine Behauptung auf, dass die Kreide von Ladoi Kreide von Pletzach 
heissen solle. 

Es ist zunächst richtig, dass Dr. A. v. Klipstein durchaus 
nicht in leichtsinniger Weise vorging, sondern dass er sich irrte, weil 
sich ältere Forscher, die diesen Namen aufstellten, geirrt haben, weil 
sich Atz wanger irrte, der ihn damals bei seinem Tagesausfluge be- 
gleitete, und weil sich Alle irrten, die sagten, dass von einer Alpe 
Pletzach in der dortigen Gegend nichts bekannt sei. Setzt man nämlich 
den Weg in das Innere der Kreidemulde fort, so sieht man rechts eine 
Alpe liegen, welche die Pletzaeh-AIpe heisst. Dass diese Alpe nicht 
dieselbe ist, wie die Ladoi-Alpe, davon kann man sich überzeugen, 
wenn man in der Richtung seines Weges weitergehend den steilen 
Abhang emporsteigt. Man kommt dann zu einem Hag, der die Ladoi- 
Alpe von der Pletzach-Alpe trennt. 

Jenseits dieses Hages, also auf dem Boden der Ladoialpe 
finden sich nur mehr schwache Spuren der Kreide. Der Boden von 
Ladoi ist grösstentheils Schotter und Hauptdolomit. Die Ladoialpe steht 
auf einer Terrasse, die Fletzachalpe in einer Mulde. 

Mit meinen Ausführungen stimmt die alte Kaite von An ich über- 
ein. Auch im k k. Muppenarchiv findet sich diese Alpe in „Mappe der 
Steuergemeinde Marienttial" unter Parcelle Nr. 641 angegeben. Endlich 
steht diese Alpe auch auf der angerufenen Generalstabskarte. 

Daselbst steht sie allerdings etwas zu weit rückwärts in gleicher 
Linie mit der Ladoialpe, während sie in Wirklichkeit in Bezug auf 
die Ladoialpe naher gegen das Thal steht. 

Aus diesen Granden ist der in die Literatur eingeführte Name 
„Kreide von Ladoi" ein Irrthum. 

Hinsichtlieh der übrigen Bemerkungen fiel mir auf, dass der kaum 
30jährige Dr. med. Atz wanger als erster Entdecker des Kreide- 
vorkommens genannt wurde, obwohl dieses Vorkommen schon auf der 
im Jahre 1849 erschieneneu Karte des geognostisch -montanistischen 
Vereines angegeben ist. 

Zum Schlüsse muss ich hervorheben , dass es nicht in meiner 
Absicht lag, den hochverdienten Forscher Dr. A. v. K 1 i p s t e i n zu 
verletzen, sondern ich wollte nur das Richtige an's Licht ziehen. 



, ^> Verhandlungen. Nr. 2 

Vorträge. 

M. Neamayr. Ueber einige Belemiiiten aus Central- 
a S i e n u n d S ü da f r i k a und über d e n C a n a 1 der B e 1 e in n i t e n. 

Wahrend eines Aufenthaltes in London im Herbste des vorigen 
Jahres ergriff ich die Gelegenheit, in den Sammlungen der geologischen 
Gesellschaft in Burtington House, zu denen mir in der liebenswürdigsten 
Weise uneingeschränkter Zutritt gestattet wurde , unter anderen auch 
die Jura- und Kreideversteinciungen von aussereuropäischen Fundorten 
zu studiren. Unter denselben zogen zwei Vorkommnisse von ßelem- 
niten meine Aufmerksamkeit auf sich, über deren Bedeutung ich hier 
eine Mittheilung machen möchte. Ehe ich jedoch auf diesen Gegenstand 
eingehe , muss ich ein paar Worte zur Charakterisirimg der Gruppe 
von Belemiiiten anfuhren , welcher diese Arten angehören. 

Unter den Belemniten mit tiefer Furche auf der siphonalen Seite 
der Keule werden in der Regel drei Hauptgruppen unterschieden , welche 
mit dem Namen der Canaliculaten, der Hastaten und der B e 1 e m- 
ni teilen unterschieden werden. Bei den letzteren ist die Furche kurz 
und zu einem tief und verhältnissinässig breit bis auf die Alveole ein- 
dringenden Einschnitte entwickelt; bei den Canaliculaten und Hastaten 
soll dagegen nur eine oberflächliche Furche vorhanden sein. Der Unter- 
schied zwischen diesen beiden Gruppen beruht vorwiegend darin, dass 
bei den Hastaten Seitenfurchen („Dorsolateralfurchen") vorhanden sind, 
bei den Canaliculaten nicht. Die Wichtigkeit dieses seiner ganzen Be- 
deutung nach sehr unklaren Merkmales ist vielfach ausserordentlich 
überschätzt worden ; ganz besonders gilt das von unserem Falle , in 
welchem manche Canaliculaten Spuren von Seitenfurchen zeigen, während 
sie bei manchen Hastaten so überaus schwach entfaltet sind, dass man 
selbst bei aufmerksamster Betrachtung kaum eine Andeutung findet: 
bei manchen scheinen sie auch ganz zu fehlen. 

Auf der anderen Seite sind Canaliculaten und Hastaten durch 
ein wichtiges, aber noch nicht hinreichend beobachtetes Merkmal mit- 
einander verbunden. Munier- Chalmas und Deslongchamps 
haben darauf hingewiesen, dass bei den Canaliculaten des Unterooliths 
in Wirklichkeit nicht nur eine oberflächliche Furche vorhanden ist, 
sondern dass vom Phragniocon aus eine senkrechte Schalenlamelle des 
Ostracums durch einen freien Schlitz bis zur Oberfläche des Rostrums 
in die Furche dringt; die Furche dieser Canaliculaten entspricht der 
Austrittsstelle dieser feinen Ostracumlamelle. 1 ) 

Ich habe diesen Gegenstand etwas weiter verfolgt und mich dabei 
überzeugt, dass die von M im i er-Chalm as und Deslongchamps 
geschilderte Eigentümlichkeit auch bei der Gruppe der Hastaten auf- 
tritt . wo ich sie bei Bei. Btyrichi und hastatvs beobachten konnte. 
1 nter diesen Umständen halte ich es für unzulässig, die echten Canali- 
lulatcn von den Hastaten getrennt zu halten; der letztere Name sollte 
; n/. lallen gelassen werden. 

'I Da ich diesen Gegenstand an einem anderen Orte demnächst ausführlicher 
behandeln werde, so füge ich hier keine ausgedehnten Literaturnachweise für den 
palaontologischeu Theil dieser Notiz bei. 



Nr. 2 Sitzung am 22. Jänner. M. Neumayr. 53 

Wenn man dagegen die Oanaliculaten nacli der bisherigen Fassung 
näher prüft , so findet man , dass unter denselben zwei sehr verschiedene 
Gruppen vereinigt werden ; neben den echten Oanaliculaten finden sich 
nämlich andere Formen , von denen die von Phillips als Bei. sulcatus 
Miller aus Kelloway- und Oxfordschichten beschriebene Art, ferner 
Bei. absolutus Pander und Bei, Volgensis Orb. aus dem russischen 
Jura die bezeichnendsten Typen sind. Diese Arten sind in erster Linie 
dadurch charakterisirt , dass ihnen die von dem Fhragmocon in die 
Furche hinaufragende Lamelle fehlt; dazu kommt, dass bei diesen 
Formen, die ich als die „Absolhti" bezeichne, die Furche der Siphonal- 
seite gegen das Oberende des Rostrums stets seichter wird oder ganz 
authört; endlich aber tritt noch in der Structur des Rostruins eine sehr 
charakteristische Abweichung' hervor. Bekanntlich ist in dem Belem- 
nitenrostrum ausser der: radialen auch eine sehr ausgesprochene concen- 
trische Structur vorhanden; betrachtet man nun auf einem Querbruche 
die einzelnen concentrischen Ringe mit Aufmerksamkeit , so findet man, 
dass dieselben bei den Canaliculati (incl. Hastati) nicht von der Canal- 
furche geschnitten werden , sondern , dass jeder einzelne Ring eben- 
falls dem Canal entsprechend in gleicher Stärke eingebuchtet ist; bei 
den Absoluti dagegen fehlt den concentrischen Ringen die dem Canale 
entsprechende Einbuchtung entweder ganz oder sie ist seichter als der 
Canal selbst; diese Oanalfurehe des Rostrums schneidet daher mehr 
oder weniger tief in die Kalkringe ein , welche sich zu beiden Seiten 
derselben eigenthümlich aufblättern: bei genauer Betrachtung gleicht 
eine solche Furche in stark verkleinertem Maasstabe dem Einschnitte 
eines Baches in ein horizontal gelagertes Schiefergestein , wie das bei 
Belemnites Volgensis am auffallendsten zu sehen ist. 

Unter den Absoluti zeigt der im Kelloway und Oxford von England 
und Nord-Frankreich auftretende Bei. sulcatus (MM.) Phillips die 
Eigentümlichkeiten der Gruppe am wenigsten entwickelt, und im 
Allgemeinen steht diese Art den echten Oanaliculaten so nahe, dass man 
sie als eine durch Verlust der vom Phragmocon aufsteigenden Schalen- 
lamelle modificirte Oanaliculatenform betrachten kann. Weit entwickelter 
sind die Abtheilungscharaktere bei Bei. absolutus und Volgensis- von 
sonstigen Vertretern dieser Gruppe ist noch Bei. Oerardi aus ver- 
mutblich oberjurassischen Ablagerungen von Spiti in Tibet zu nennen, 
sowie eine noch unbeschriebene Form aus den Hilsbildungen von Nord- 
deutschland. 

Weit grösser aber ist die Zahl derjenigen Arten , welche sich 
zwar hier auschliessen , aber so wesentlich neue Charaktere erwerben, 
dass sie als besondere Gruppe betrachtet werden müssen ; sowohl an 
russischem als an englischem Material lässt sich beobachten , dass die 
Furche von oben her kürzer wird und schliesslich nur mehr als eine 
kleine flache Einsenkung oder Abplattung im unteren Theile des 
Rostrums vorhanden ist oder ganz verschwindet ; dabei stellt sich häufig 
eine starke Excentricität der Apicalliuie ein. Hierher gehören aus 
dem englischen und nord-französischen Jura Bei. abbreviatus, Oweni, 
Puzosianus, excentricus und Verwandte; aus dem Hils und Aptien Nord- 
deutschlands und den analogen Ablagerungen Englands Bei. subquadratus, 
Brunsvicensis und eine Reihe noch unbeschriebener Arten, endlich 
aus dem russischen Jura Bei. Panderianus, Russiensis, Kirgisensis, 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 2. Verhandlungen. 8 



54 Verhandlungen. Nr. 2 

magnificus etc. Man reiht diese Formen in der Regel der Mehrzahl nach 
an die Paxillosen an, mit welchen sie aber nur einige äussere Aehnlich- 
keit, aber keinerlei durch Uebergänge bekundete Verwandtschaft zeigen; 
ich lasse diese Formen als eine Gruppe der Excentrici zusammen, deren 
richtige Beziehungen zu canaltragenden Formen , wie deren Unab- 
hängigkeit von den Paxillosen bisher nur von Ch. May er-Ey m ar 
richtig betont worden zu sein scheinen. Das geologische Vorkommen 
der Excentrici reicht vom Oxtbrdthon bis zum Aptien. 

Sehr wichtig sind die geographischen Verbreitungsverhältnisse der 
Absoluti und Excentrici: beide finden sich namentlich in der borealen 
Provinz , sie treten massenhaft im russischen Jura auf, sind an einer 
Reihe von Punkten der Polarregion gefunden , und gehen nur in den 
nördlichen Theil der mitteleuropäischen Provinz , nach Norddeutschland, 
England und Nord-Frankreich; ausserdem finden sie sich in Nord- 
amerika im Jura der Black Hills von Dacota und in Bei. Gerardi tritt 
ein Vertreter aus den Spitishales auf, welche auch sonst in auffallender 
Weise durch den borealen Charakter ihrer Fauna ausgezeichnet sind. 

Im ganzen südlichen Theile der mitteleuropäischen Region und 
im ganzen alpinen und äquatorialen Bezirke fehlen diese Formen voll- 
ständig. Ein jenen entgegengesetztes Verhalten zeigen die Canaliculati, 
welche der borealen Region durchaus fremd sind. 

Ich kehre zu den exotischen Belemniten in der Sammlung der 
Londoner geologischen Gesellschaft zurück , welche beide der Gruppe 
der Absoluti angehören ; wir haben eben die Charaktere und die Ver- 
breitung dieser Abtheilung kennen gelernt, und werden danach die 
Bedeutung des Auftretens in den vorliegenden Fällen beurtheilen können. 
Das eine Vorkommen wird repräsentirt durch einige scldecht erhaltene 
Exemplare, welche aber die charakteristische Autblätterung der con- 
centrischen Kalkspatbringe an der Furche in der deutlichsten Weise 
erkennen lassen; eine genaue Fundortsangabe ist nicht vorhanden, die 
beiliegende Etikette besagt, dass die Stücke aus der chinesischen 
Tartarei („Chinese Tartary") stammen. Wohl ist diese Angabe etwas 
vag, jedenfalls aber beweist sie das Vorkommen von Belemniten- 
schichten im centralsten Theile von Asien, aus welchem von cephalo- 
podenführenden Ablagerungen dieses Alters bisher nur sehr wenig 
bekannt ist. Belemniten sind von Stoliczka am Karakorampasse 
entdeckt worden, Regel führt solche aus dem Thianschan auf, und 
diesen schliesst sich nun der hier erwähnte Fund an. 

Die volle Bedeutung dieser Thatsachen überblicken wir aber erst, 
wenn wir uns an die geographische Verbreitung der Belemniten aus 
der Gruppe der Absoluti erinnern, welche in Russlaud so überaus ver- 
breitet sind; einem nach Süden vorgeschobenen Posten dieser borealen. 
der äquatorialen Juraregion fremden Belemnitenabtheilung finden wir 
in den von Oppel aus den tibetanischen Spitischiefern beschriebenen 
Bd. Gerardi, und die vielleicht zu dieser selben Art gehörigen Stücke 
aus der „chinesischen Tartarei" bilden nun räumlich ein Bindeglied 
zwischen dem nordischen Vorkommen und demjenigen in Tibet. 

Diese Erscheinung steht nicht allein da; schon bei einer früheren 
Gelegenheit habe ich darauf hingewiesen, dass die Spitischiefer eine 
Anzahl von nordischen Typen enthalten, und diese Ansicht ist seither 
mehrfach bestätigt worden; I'erisph indes Sabineanus Opp., Olcostephanus 



Nr. 2 Sitzung am 22. Jänner. M. Neumayr. 55 

Schenkt Opp. und einzelne andere Ainmoniten, ferner das häufige Auf- 
treten von Aucellen weisen darauf hin. Ich hatte daraus geschlossen, 
dass zur Zeit der Ablagerung der Spitischiefer oder wenigstens eines 
Theiles derselben eine Meeresverbindung von dem südlichen Tibet aus 
nach Norden gereicht habe, als deren einzelne Etapen die Funde von 
Belemniten am Karakoram-Passe und im Thianschan, sowie die von 
Muschketoff und Romanovsky angegebenen Juravorkommnisse 
im Pamir betrachtet wurden. Diese Auffassung erhalt durch den Nach- 
weis der Charaktere und Bedeutung der „Absoluti" und durch das 
Auftreten einer Form aus dieser Gruppe im centralsten Theile von 
Asien und in Spiti eine entscheidende Bestätigimg. Der Versuch einer 
Widerlegung dieser Ansichten durch Nikitin dürfte damit als end- 
giltig erledigt zu betrachten sein. l ) 

Aus einem sehr weit entfernten Gebiete stammt die zweite Form 
aus der Gruppe der Absoluti, über welche zu berichten ist; es handelt 
sich um die Art der Uitenhaageschichten in Südafrika, welche 
von R. Täte unter dem Namen Bei. Africanus beschrieben worden ist. 2 ) 
Diese Art hat bei der Controverse über das Alter der betreffenden Ab- 
lagerungen eine Rolle gespielt, indem sie als ein Glied der speeifisch 
mitteljurassischen Gruppe der Canaliculati und daher als Beleg für die 
Zugehörigkeit der Uitenhaageschichten zum Jura angeführt wurde, [ch 
hatte schon damals auf Verwandtschaft mit einer Form aus der Gruppe 
der Absoluti hingewiesen 3 ) ; heute sehen wir in Bei. Africanus mit 
seinen deutlich an der Furche abblätternden Kalkringen einen typischen 
Vertreter dieser Abtheilung , welche von der Kellowaystufe bis zum 
Aptien reicht, und es kann daher aus diesem Vorkommen ein sicherer 
Scliluss auf das Alter überhaupt , und speciell auf jurassisches Alter 
nicht abgeleitet werden. 

Nach einer anderen Richtung hat aber die Beschaffenheit von 
Belemnites Africanus weit grösseres Interesse ; wie erwähnt, sind die 
Absoluti nordische Formen, welche der ganzen äquatorialen Region 
fremd sind. Im Süden der äquatorialen Region stellen die Uitenhaage- 
schichten einen Vertreter der südlich gemässigten Entwicklung der 
Unterkreideschichten dar, welche mit den bekannten alpinen und äqua- 
torialen Ablagerungen keine nähere Verwandtschaft in der Cephalopoden- 
Fauna zeigen. Dagegen finden wir in Olcostephanus Atherstoai und Baini 
und in Grioceras spinosissimum aus Südafrika Formen, welche zu den 
weit entlegenen Vorkommnissen im Norden, namentlich zu solchen der 
norddeutschen Hilsbildungen auffallende Beziehungen zeigen. Zu diesen 
merkwürdigen Erscheinungen der Recurrenz nordischer Formen in der 
südlich gemässigten Entwicklung gesellt sich nun noch als besonders 



*) Vergl. namentlich: Neumayr, UVber klimatische Zonen während der Jura- 
und Kreidezeit. Denkschriften der Wiener Akademie. Bd. 47. — Neumayr, Geogr 
Verbreitung der Juraformation. Ebenda. Bd. 50. — Nikitin, Ueber die Beziehungen 
zwischen der russischen und der westeuropäischen Juraformation. Neues Jahrbuch 1^86, 
II, pag 205- — Neumayr, Ueber die Beziehungen zwischen der russischen uud der 
westeuropäischen Juraformation. Ebenda. 1887, I, pag. 70. 

2 ) R. Täte, On some Secundary Fossils from South Africa. Quart. Journ. Geol. 
Soc. 1867, pag. 151. 

3 ) Hol üb und Neumayr, Einige Fossilien aus der Uitenhaageformation in 
Südafrika. Denkschriften der Wiener Akademie. 1831, Bd. 44, pag. 268. — A. a. 0., 
Zeile 28 von oben, steht irrthiimlich Belemnites mignificus statt B, Volgrnsis. 

8* 



,,|; Verhandlungen, >Jr. 2 

charakteristisches (ilied das Auftreten einer Art aus der Gruppe der 
AbsoltUi in den Uitenhaageschichten. 

Georg Geyer. Vorlage der geologischen Karte der 
M ii r z th a 1 e r Kalkalpen und des S c h n e e h e r g e s. 

Der Vortragende knüpfte an die Vorlage der von ihm unter der 
Leitung seines Chefgeologen Oherbergrath v. Mojsisovics in den 
Sommermonaten 1887 und 1888 aufgenommenen Karte eine Besprechung 
der stratigraphischen und tektonischen Verhältnisseim östlichsten Theile 
der nordlichen Kalkalpen. 

Das untersuchte Gebiet umfasst einen auf den Blättern: Mürzzuschlag 
(Zone 15, Ool. XIII) und : Schneeberg und St. Aegyd (Zone 14, Col. XIII . 
sowie auch auf den westlich und östlich angrenzenden 4 Blättern ent- 
haltenen Terrainabschnitt zwischen dem Aschbach bei Wegscheid und 
der Sierning bei Buchberg, zwischen der paläozoischen Grenze im 
Süden und der Mariazell-Buchbergcr-Linie im Norden. 

Den bedeutenden Schwierigkeiten . welchen, wie schon wieder- 
holt von älteren Autoren hervorgehoben worden ist, dem raschen 
Wechsel der Facies zufolge alle Versuche einer detaillirten , allgemein 
durchführbaren Gliederung der Triasformation in diesem Gebiete unter- 
liegen, konnte nur durch genaue Festlegung der in einzelnen Abschnitten 
entwickelten stratigraphischen Reihenfolge begegnet werden. 

Es wurden daher der Reihe nach die in verschiedenen Bezirken 
des ganzen Terrains vorherrschenden Faciesverhältnisse aller überein- 
anderliegenden Niveaus untersucht und sodann die gewonneneu Ein- 
zclnprofile miteinander verglichen , wobei an manchen zweifelhaften 
Tunkten das Studium der Grenzregionen, namentlich jenes der merge- 
ligen oder dolomitischen Liegendschichten der Hallstätter Kalke, über 
die gegenseitigen Verhältnisse Aufklärung gab. 

Als wichtigste stratigraphische Typen seines Terrains stellte 
der Vortragende die Entwicklungen an der Hohen Veitsch . an der 
Weissalpe (Lachalpe, Rauhenstein, Almgraben, Rax , Schneeberg), in 
der Mürzschlucht, auf der Tonion, am Student, auf der Wildalpe, am 
Nasskör (Krampen, Donnerswand, Goldgrubhöhe, Steinerkogl, Rauch- 
kogl), im Schwarzriegelgraben, endlich jene im Gebiete des Walstern- 
thalcs dar. lieber dem Werfener Schiefer folgen in dem ganzen Gebiete 
unmittelbar (eine Ausnahme bildet nur die Gegend in Tirol bei Krampen) 
mächtige Massen lichter Dolomite, welche bald durch ein tieferes 
Mergelniveau (Zlambach-Schichten) , bald von Hallstätter Kalken , bald 
unmittelbar durch ein höheres Mergelniveau (Raibler Schichten) bedeckt 
erscheinen und sonach verschiedene stratigraphische Werthe annehmen 
können. Die beiden paläontologisch von einander abweichenden, petro- 
graphisch jedoch vielfach sehr ähnlichen Merzelniveaus sind bald nur 
einzeln entwickelt, bald aber greifen sie übereinander* Mürzschlucht 
hinweg, getrennt durch die ganze Masse der fossilführende n (unteren und 
oberen) Hallstätter Kalke. 

Dabei befinden sich vielfach in Districten, woselbst nur das 
Niveau der Raibler Schichten in Mergelfacies entwickelt ist, an der 
Basis der dem unteren Dolomit unmittelbar auflagernden Hall- 
stätter Kalke genau zu verfolgende Aequivalente der obersten Grenz- 
lägen der Zlainbachseliichten in Form von kieselig-sandigen Kalken 
oder von l.iesclig-thonigen Schiefern, welche bänderartig gestreift und 



Nr. 2 Sitzung am 22. Jänner. C. Diener, 57 

fast immer durch eine lichtgrüne oder gellte Facte ausgezeichnet 
sind. Dieser Horizont lässt sich , allerdings oft nur in Spuren , aus Ab- 
schnitten , wo das untere Mergelniveau ^tatsächlich entwickelt ist, 
ununterbrochen hinüber verfolgen in Gebiete, wo das unteie Mergel- 
niveau bereits in Dolomit aufgegangen ist und erweitert auf diese 
Art den Bezirk, innerhall) welchem die relativ höhere Position der 
Raibler Schichten auch stratigraphisch durch Uebeilagerung nachweis- 
bar ist. 

Ein derartiges Profil bietet ein Schnitt von S. nach N. durch die 
Schneealpe , an welchem der Vortragende abermals die Ueberlagerung 
der Hallstätter Kalke durch Raibler Schichten demonstriren konnte. 

Schliesslich wurden noch die wichtigsten tektonischen Linien 
einer kurzen Besprechung unterzogen. 

Literatur-Notizen. 

Dr. C. Diener. Geologische Studien im südwestlichen 
Graubünden. Sitzungsberichte d. kais. Akad. d. Wiss. in Wien. Math.- 
nat. Cl. Bd. XCVII, Abth. 1. Oct. 1888. (Mit 4 Profiltafeln und 3 Text- 
figuren.) 

In einer Eeihe von kurzgefassten Schilderangen beschreibt der Verfasser eine 
Anzahl von Localitäten im südwestlichen Graubünden, deren geologische Untersuchung 
er im Laufe des Sommers 1887 durchgeführt hat. Die guten Aufschlüsse, welche die 
gewählten Localitäten bieten, sowie die Fortschritte, welche die Wissenschaft in jüngerer 
Zeit gemacht hat, ermöglichten es demselben, vielfach werthvolle Erweiterungen und 
Oorrectuien zu den Schilderungen und Ansichten zu liefern, welche vor längerer Zeit 
Theobald in seiner „Geologischen Beschreibung von Graubünden", dem Fundamental- 
werke über diese schwierige Gegend, niedergelegt hat. 

Der Verfasser beginnt mit der Beschreibung einer Anzahl von Punkten des 
Ober-Eng adin, die grösstenteils der Gipfelre^ion im Quellgebiete des Inn ange- 
hören, wie P i z P a d e 1 1 a und Trais Fluors W. v. Samaden, ferner PizSuv retta 
N. v. Juliei passe uud die Höhen zu beiden Seiten des Silsersees. Daran reiht 
er die Besprechung der geologischen Verhältnisse der Gipfelhöhen, welche das Ober- 
halbste i n t h a 1 umrahmen, wie Piz Michel, P. Curver, P. Platta, P. d'E r r 
und schliesst mit einer Besprechung des Kalkberges N v. Splügen im Hiuter- 
rheinthale. Gesondert von der Detailschilderung enthält ein zweiter Abschnitt die 
Ergebnisse und Schlnssbetrachtungen , die im Wesentlichen das folgende Bild der geo- 
logischen Verhältnisse im südwestlichen Grauhünden geben. 

Die Hauptmasse des Gebirges bilden Gesteiue der Gneiss-Glimmer schiefe r- 
und K a 1 kphy lli t-Gruppe. Der letzteren sind häutig krystallinische Kalke uud Eruptiv- 
gesteiue (Gabbro, Diorite, Serpentine) eingeschaltet. In Berninamassiv soll über 
den Kalkphylliten ein zweiter, jüngerer Gneisshorizont auftreten. Die als Kalk p hy 1 1 i t- 
gruppe ausgeschiedene Abtheiluug entspricht z. Th. den Casannas chief ern, 
z. Th. den Bündnerschiefern Theobald's. Die ersteren bilden, wie der Verfasser 
betont, keinen bestimmten stratigraphischen Horizont, wie man eine Zeitlang ange- 
nommen hat, sondern stellen nur eine bestimmte Entwicklungsform, eine Facies dar. Auch 
die Bündnerschiefer Th eo bal d's bilden einen Sammelbegriff für sehr altersverschiedene 
Elemente, unter denen jene vom Alter des Lias, in welchen Th eob al d die ganze Gruppe 
verwies, nur den allergeringsten Antheil haben. Der Hauptmasse nach bestehen die 
Bündnerschiefer Th e o b al d's, nach den Erfahrungen des Verfassers, nur aus zwei Ele- 
menten, nämlich aus eoeänen Flyschgesteinen und Gesteinen der Kalkphyllitgruppe, die 
sich schon petrographisch auf das Beste von einander unterscheiden lassen. Hiermit 
bestätigt der Verfasser vollkommen die Richtigkeit der Auffassung, welche der Referent 
für das G larn er isch e vor längerer Zeit geäussert und die auchGümbel in neuerer 
Zeit, imUnter-Engadin, entgegen seinen früheren Anschauungen, gewonnen hat. 

Ueber den Gesteinen der Kalkphyllitgruppe folgen bunte Thonschiefer mit ein- 
geschalteten Conglomeraten, Arcosen, Grauwacken und Quarziten, die der Verfasser unter 
der Bezeichnung Ve rr ucanogruppe zusammenfasst und für vom Alter des Carbon 



,,S Verhandlungen. \|- . 

oder Perm ansieht. Bildungen, welche der Autor mit einigem Zweif-1 der unteren 
Trias zuzählt, treten im Gebiete nur sehr beschränkt auf. Umso hesser entwickelt 
dagegen und in weiter Verbreitung treten die Bildungen der oberen Trias auf, in 
welcher der Verfasser folgende drei Abtheilungen unterscheidet: „Ein tiefstes Glied, 
bestehend ans Gypsen, Kalkmergeln und Rauchwacken , vielfach durch Einschaltungen 
von Conglomeraten und Breccien ausgezeichnet, ein mittleres, aus Plattenkalken bestehend, 
nie das landschaftlich am meisten hervortretende Triasglied bilden und nicht selten zu 
einer Mächtigkeit von -100— 500 Meter anschwellen, endlich ein oberes, bestehend ans 
schwarzbraunen und gelbgrauen Mergelkalken und Kalksteinen, durch Fossilien der 
rhiitischen Stufe als Kössener Schichten gekennzeichnet." Diese als austroalpin 
bezeichnete Entwicklung der Trias reicht nach Westen nicht über den Splügenpa ss 
hinaus, sondern rindet in der Gruppe des Kalkberges ihr Ende. 

Eine von dem Verfasser vielfach beobachtete und hervorgehobene Erscheinung ist 
das transgressive Auftreten der mesozoischen Bildungen über einem unebenen Unter- 
gründe der älteren Schichten, die durch ihre Aufrichtung unter der flach gelagerten 
übergreifenden Trias zu der Annahme einer prä triassis chen Faltung des Gebirges ge- 
gründeten Anlass bieten. Diese nun schon an einer ganzen Reihe weit von einander 
entlegener Punkte der Alpen beobachtete Erscheinung findet sich sonach auch in dem 
speciellen Gebiete des südwestlichen Graubündens wieder. Nach des Verfassers Meinung 
fand von der unteren Trias aufwärts bis in den Lias hinein nur eine einzige positive 
Bewegung der Strandlinie statt, durch welche das Meer nach und nach immer grössere 
Räume occupirte. Eine Periode allgemeiner Trockenlegung und darauffolgender Denudation 
hat, nach ihm, nur am Schlüsse der paläozoischen Aera stattgefunden. (M. V.) 

W. Kilian. Descripti on geologique de la Montagne de 
Luve (Basses-Alpes). Ann. des scienees geol. Paris 1389. Vol. XIX 
und XX, 458 Seiten mit mehreren Tafeln, geolog. Karten und Text- 
figuren. 

Die hervorragende Bedeutung dieses beschreibenden geologischen Werkes wird 
es rechtfertigen, wenn auch an dieser Stelle davon Notiz genommen wird, obgleich die 
Gegend, aufweiche es sich bezieht, fern vom Arbeitsgebiet der geologischen Reichs- 
anstalt gelegen ist. Der knappe Raum , der hier zu Gebote steht , gestattet es nicht, 
der reichen Fülle von augenscheinlich sehr gewissenhaften stratigraphischen und 
paläontologischen Beobachtungen nach jeder Richtung hin gerecht zu werden, es kann 
hier nur auf die wichtigsten allgemeinen Daten verwiesen werden. 

Die Erfolge, welche Leenhardt mit seinen Untersuchungen über den Mont 
Ventoux aufzuweisen hatte, veranlassten den Verfasser, die noch wenig bekannte 
Chaine de Lure zu seinem Arbeitsgebiete zu machen. Nach einer Einleitung, welche 
die Geschichte der geologischen Kenntniss dieser Gegend und die oro- und hydrogra- 
phischen Verhältnisse betrifft, bespricht der Verfasser zunächst die allgemeine Strati- 
graphie. Alle grossen Formationsgruppen von der oberen Trias bis zu den jüngsten 
Bildungen sind hier vertreten. Die obere Trias besteht aus versteinerungsfreien Sand- 
steinen nnd bunten Thonen, welche an den Keuper Lothringens und des Jura erinnern 
und tritt nur im NO. des Gebietes auf. Die jurassischen und neocomen Ablagerungen 
werden aus lithologisch sehr einförmigen Kalken und Mergeln zusammengesetzt, welche 
von Fossilien fast ausschliesslich Cephalopoden eiu-chliessen. 

Sie zeigen in ausgesprochener Weise die alpine oder mediterrane Facies. Kilian 
betrachtet es als unrichtig, die Ammonitenkalke und -Mergel als pelagische Ablagerung 
zu bezeichnen, wie dies häutig geschieht. Die Gleichheit der petrographischen Merkmale, 
welche sie auf weite Strecken hin bewahren, spricht wohl dafür, da<s sie der Zone der 
Küsteneinflnsse entrückt waren. Sie sind also nicht a's echte Küstenbildungen zu be- 
trachten; aber auch nicht als pelagische Absätze, wie aus anderen Gründen hervorgeht. 
Mau könnte sie als subpelagisch oder sublittoral bezeichnen. 

Die Juraablagerungen liegen concordant auf der oberen Trias und werden ebenso 
concordant vom Neocon überlagert. Die Basis des Lias wird aus blätterigen schwarzen Mer- 
geln und mergeligen Kalken gebildet, darüber folgen schwärzliche Kalke mit Mergellagen. 
Heide Schichtgruppen, von denen die untere fossilleer ist, während die obere Ammonites 
angulatua und einige Bivalven enthält, werden als Infralias zusammengefasst. Der Lias 
besteht aus einem einförmigen Wechsel von schwärzlichen Kalken, Mergeln und Schiefern, 
es la sst sich unterer, mittlerer und oberer Lias unterscheiden. Der untere Lias wird 
charakterisirt durch eine Bank mit Gryphaea arcuata und Pentacrinus tuberculatus. 
Er enthält ausserdem zahlreiche Bivalven und Brachiopoden , darunter Spiriferina 
Hartmanni, lihynchonella belemnitica, plicatissima etc. Der mittlere Lias ist durch 



Nr. 2 Sitzung am 22. Jänner. W. Kilian. 59 

Am. margaritatus ausgezeichnet, der obere durch Harpoceras striatidum , radialis 
und Coeloceras crassum. 

Wie der Lias ist auch das Bajocien und Bathonien in so einförmiger Weise 
aus mächtigen dunklen Kalken und Schiefern zusammengesetzt, dass die Trennung 
dieser Etagen sehr schwer wird, zumal auch die Fossilführung ziemlich übereinstimmt, 
ja überhaupt nur eine Fauna vorhanden zu sein scheint. Von den 16 Arten der 
Dojigerfauna des beschriebenen Gebietes finden sich 10 in den ostalpineu Klausschichten, 
so dass man diese Fauna wohl auch als Klausfanna bezeichnen könnte. Es ist hier 
eine Mischung von Arten des Bajocien und des Bathonien zu constatiren. Die Lagen 
mit Posidonomya alpina werden dem Bajocien zugeschr.eben. 

D,»s Callovien besteht aus dunkleu Schiefern mit Posidonomtja Dalmasi und 
geht in die Oxfordmergel über, welche ein unteres Niveau mit, Am. Lamberti, Pelto- 
ceras instabile etc., ein oberes mit Am. cordatus, tortisulcatus und perarmatus um- 
fassen. Darüber bauen sich mergelig»; Kalke auf, welche an der Basis einen Horizont 
mit Am. canaliculatits, Martelli, virgulatus, Tiziani, etwas höher den Horizont des 
Am. bimammatus erkennen lassen. Nach oben zu nehmen Kalke überhand und sci.liessen 
zahlreiche Polyploken und andere Ammoniten der Tenuilobatusstufe ein. Zwischen 
diesem Horizonte und den cretacischen Berria^kalken kommt ein Verband von massigen, 
theilweise bre eienartigen Kalken zur Ausbildung, welche zu unterst Am. Loriji, 
2)olyolcns und eine Mischfauna enthalten ; darüber folgen Breccien und Kalke mit Am. 
geron und senex und endlich weisse Kalke und Breccien mit Am. privasensis. Am. 
Calisto , Am. transitorius , Terehratula janitor. Von den Korallenkalken, die sich 
weiter südlich und in den Alpes Maritimes in der Nabe der hyerischeu Masse zwischen 
die Acanthicns-Schichten und das Neocom einsehalten und durch ihre Natur die Ufer- 
nähe beweisen, finden sich hier keinerlei Spuren vor. 

Die Juraformation dieser Gegend, obwohl fossilreich und gut gegliedert, wird 
in dieser Hinsicht von der Kreideformation noch weit übertroffen. Von den Berrias- 
schi chten an bis zum Gault liegt eine ununterbrochene, paläontologisch nnd strati- 
graphisch so eng verbundene Schichtfolge vor, dass es schwer wird, durchgreifende 
Grenzen zu ziehen. Jeder Horizont oder Zone enthält eine Fauna, welche mit der vor- 
hergehenden und nachfolgenden durch einzelne gemeinsame Arten verbunden ist, es 
entsteht dadurch eine enntinuirliche Faunenfolge, doch so, dass die Endglieder mit den 
Anfangsgliedern keinerlei Formen gemeinsam haben. — Der Gault und die jüngeren 
Kreideglieder dagegen verhalten sich gegen die untere Kreide discordant und transgre- 
dirend, die petrographische Natur der Sedimente ändert sich, es treten neue Faunen auf, 
von denen die älteste, die des Gault, mit der vorangehenden des Aptiens nur wenig 
Beziehungen aufweist. Es ist daher ganz consequent, wenn Kilian alle Kreidestufen 
bis zum Gault zusammenfasst und sie der oberen Kreide (als „section neocomienne" 
zum Unterschiede von der engeren etage neocomien) gegenüberstellt. Da es der knappe 
Baum des Referates bider verbietet, auf die einzelnen Stufen und deren Faunen näher 
einzugehen, müssen wir uns mit der folgenden tabellarischen Uebersicht begnügen. 

u) Mergelige Kalke mit Am. Boissieri, occitanicus, Eiithymi, Malbosi etc. riO — 50 
Meter mächtig (Calc. ä eiment de la Porte de france, Calcaires de Berrias, Berriasien). 

b) Mergelige Kalke und Mergel mit in Schwefelkies erhaltenen Fossilien. Niveau des 
Am. Roubaudi neocomiensis. (Maines a Bei. latus Bietet, Hebert. Maines neocomiennes 
inferieures Lory. Marnes infraneocomiennes Lory. Marnes ä ammonites pyriteuses aut.) 

c) Mergelige Kalke mit Am. Jeannoti, amblygonius und Leopoldi. Ein Niveau, 
welches noch wenig Beachtung gefunden hat und hier zum ersten Male scharf präcisirt 
wird. Die Fauna desselben ist leider arm. 

d) Schichten mit Crioceras Duvali und Belemnites dilatatus (Calc. ä Crioceres 
Lory [part.], Zone de Belemnites plates Em. Dumas). Dickbankige mergelige Kalke, 
Cementkalke und graue schieferige Mergel, welche zum erstenmal zahlreichere Vertreter 
von aufgerollten Ammoniten führen. 

e) Kalke mit Am. difficilis und Macroscaphites Yvani (Barremien Coq. (part.), 
Calc. ä Cephalopodes deroules, Calc. ä Scaphiles Yvani, Calc. ä Crioceres et ä Ancyloceres 
Lory (part.), Zone ä Am. recticostatus Reijn.). Kilian unterscheidet in diesem wichtigrn 
Niveau, welches in Südfrankreich so vorzüglich entwickelt ist, zwei Unterstufen (eine 
dritte ist nicht constant) und führt eine Fauna von 100 Arten, darunter 80 Cephalo- 
poden an. Wir erhalten hierdurch zum erstenmale ein verlässliches Bild der so inter- 
essanten Barreme-Fauna Südfrankreichs. Eine grosse Anzahl von Arten, welche der 
Referent aus den Wernsdorfer Schichten der nordwestlichen Karpathen bekannt gemacht 
hat, wurden nun vom Verfasser in Südfrankreich nachgewiesen und es erscheint die 
Angabe des Referenten, dass zwischen der Barremefauna Südfrankreichs und der der 



60 Verhandlungen. Nr. 2 

Wernsdorfer Schichten eine weitgehende Uebereinstimniung bestehe, im vollsten Um- 
fange bestätigt. 

f) Harter, hornsteinführender Kalk mit Ancyloceras Matheroni, Am. Deshay&ti, 
Martini (Couches de hi Bodoule, Aptieu inferieure Hebert, Calc de Vaison et Calc. 
marneos ä Am, consobrinus Lienhardt Niveau int', de Gargas, Crna>ien Torcapel etc.). 
Dieser Horizont, welcher das Barrtsmien überlagert nnd das eigentliche Aptien zum 
Hangenden hat, wurde vom Verfasser auch an einer Reihe von Punkten ausserhalb des 
ühtersuchungsgebietes aufgefunden, so dass dessen Beständigkeit im alpinen Gebiete 
Südfrankreichs als erwiesen gelten kann. Von grösster Wichtigkeit sind die Beob- 
achtungen, welche erweisen, dass diese Kieselkalke allmälig in die weissen Kalke mit 
Requienia ammonia (TJrgonien) übergehen. Es erscheint hierdurch erwiesen, dass in 
denjenigen Gegenden, wo die genannten Kalke fehlen, keineswegs Ablagerungslücken 
vorhanden sind, sondern diese Kalke genau dem unteren Aptien entsprechen 

ii) Mergel mit Am. nisus, furcatus, Cüettärdi und Belemnites semicanaliculatus 
(\iarnes de Gargas, Aptien sup., Argiles ä Plicatules, Gargasien Kilian). 

J )ie gesanimteu Schichten a— g bilden die Section neocomienne. Ueber diesem 
Schicht envei bände folgen in rransgressiver Lagerung, mit deutlichen Spuren einer vor- 
ausgängigen Erosion der Gault m Form von Breccien, glaueonitischen Sanden und 
Lagen mit Phosphatknollen und die Cenomanstufe. 

Die Tertiärbildungen spielen keine hervorragende Rolle. Kilian unterscheidet 
Eocä n, Tongrien, Aquitanien, Miocene moyen (Helve'ien), Miocene sup. (Tortonien et 
Thracieii). L)as Miocan tritt Iransgressiv auf. 

Nach Besprechung des Diluviums und Alluviums geht der Verfasser zur Dar- 
stellung des tektonischen Baues über. Die Lurekette bildet, eine ostwestlich streichende 
Antielinale, die in einen Längsbiuch übergeht (pli-faille de Lure). Die Schichtenköpfe 
treten auf der Nordseite hervor und die Schichten fallen vom Kamme gegen Süden ab, 
unter Gault- und Cenomaubildungen und das Tertiär untertauchend. Nördlich von der 
Auticlinal de Lure verlauft die Anticlinal du Nord, welche in Sisteron von der Durance 
durchbrochen und bei Saint-Geniez durch einen von SO. nach NW. verlaufenden Bruch 
abgeschnitten wird. An der schmalen zerstückelten Mulde zwischen den beiden Anti- 
cliualen sind noch Miocänbildungen betheiligt. Die Bildung der grossen Faltenverwerfung 
der Anticlinal de Lure scheint durch die starke Abnahme der Mächtigkeit der Schichten 
nördlich von der Axe der Antielinale begünstigt worden zu sein. 

Kilian unterscheidet im untersuchten Gebiete drei Gruppen von Störungen, 
Brüche, welche älter sind, als das Helvetien, wie die von Saint-Geniez und Melan, 
ferner die Anticlinal de Lure, welche naehmioeänen Alters ist und endlich das locale 
Bruchnetz von Banon, welches mit den Brüchen von Andreasberg in Parallele gesetzt 
wird. Es ergibt sich, dass die Faltungen ein um so jüngeres Alter haben, je mehr man 
sich dem Aussenrande der Kette nähert. Die innere ältere Zone zeigt Spuren von einer 
von N. nach S. wirkenden Kraft, während die Störungen am Aussenrande auf eine 
entgegengesetzt von S. nach N. wirkende Kraft hinweisen. 

Im nächsten Abschnitte bespricht der Verfasser die Virgation (im Sinne von 
Suess) der Ketten zwischen dein Centralplateau, der hyerischen Masse, den Massivs 
der cottischen Alpen, der Seealpen und des Mt. Pelvoux, welche Ketten nach der 
Gegend von Nizza zu convergiren und in ihrem Verlaufe wesentlich von den genannten 
Massivs beeinflusst werden. Obwohl die Rolle der krystallinisehen Massivs in dieser 
Richtung dieselbe ist, haben sie doch eine verschiedene geologische Geschichte. Kilian 
führt Gründe an, aus welchen hervorgeht, dass die hyerische Masse mindestens seit 
Beginn der mesozoischen Epoche Festland bildete, während die gefalteten Centralkerne 
der cottischen , der Seealpen und des Mt. Pelvoux während der mesozoischen Epoche 
zwar vom Meere überzogen gewesen zu sein scheinen, jedoch schon in alter Zeit eine 
Faltung bestanden haben. Das Centralplateau wird jedenfalls als altes Festland be- 
trachte. Das Verständniss der betreffenden Auseinandersetzungen wird durch ein schema- 
tiches Kärtchen der Leitlinien wesentlich gefördert. 

Im paläontologischen Theile wird eine Anzahl neuer oder wenig bekannter 
Arten besehrieben, darunter mehrere Arten der merkwürdigen Gattung Heteroceras. 
Die geologischen Karten, Heliotypien und lithographischen Tafeln, welche dieser 
wichtigen Arbeit beigegeben sind, zeichnen sich durch vorzügliche Ausführung aus. 

(V. Uhlig.) 



Verlag von Alfred Holder, U. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien. Rothentburmstr. 1."). 
Druck v.ni Qottllcb ßiatel * Comp, in Wien. 



I 



IT 3. 




1889. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 19. Februar 1889. 

Inhalt : Unsere Trauer. — Todes-Anzeigen. — G rossherzog 1. Badische 
geol. Landesanst alt. — Eingesendete Mittheilungen: Prof. A. Rzehak. Ein 
neues Vorkommen von Aturienmergel in Mähren. Prof. A. Rzehak. Ueber ein neues Vor- 
kommen eines diatomeenreichen Thonmergels in Mähren. — Vorträge: Dr. E. v. Mojsi- 
sovics. Ueber deu Charakter der japanischen Triasfauna. Dr. E. v. Mojsisovics. Ueber 
einige arktische Tcias-Ammoniten des nördlichen Sibirien. K.M. Paul. Vorlage der geol. 
Karte der Gegend von Napajedl und Luhatschowitz in Mähren. — Literatur -Notizen: 
M. Neumayr. W.Waagen. M. L. Babu. M. Tzvvetaev. J. Boeckh. S. Roth. 
Dr. E. v. Dunikowski. A. W. Stelzner. K. Schneider. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Hltthellongen verantwortlich. 



Unsere Trauer. 



Unter dem schweren Drucke tiefster Trauer, welche 
die ganze Monarchie tief gebeugt hat, haben wir die jüngst 
vergangenen herben Tage verlebt. 

. Unsere Trauer hat eine schwer wiegende specielle 
Verschärfung eigen. 

Ist doch Seine kaiserliche und königliche Apostolische 
Majestät unser allergnädigster Kaiser und Herr, Allerhöchst der 
Kaiserliche Vater des Edelsten Sohnes and Durchlauchtigsten 
Kronprinzen , der Allerhöchstihm und der Gesammtueit des 
Reiches entrissen wurde , zugleich der Erlauchteste 
factische Gründer unserer k. k. geologischen Reichs- 
anstalt ! 

Ist doch an der Seite des durchlauchtigsten, geliebtesten 
und verehrtesten Verblichenen, an der Seite Weiland Seiner 
kaiserlichen Hoheit Kronprinzen Rudolf in den Jugendjahren, 
unser unvergesslicher Freund und College , der Geologe 
Dr. Ferdinand v. Hochstetter gestanden, aus dessen Munde 



K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 3. Verhandlungen. 



R9 



Verhandlungen. 



Nr. 3 



die Lehren über Naturgeschichte, über Geologie "und Paläon- 
tologie der hochbegabte Prinz am liebsten entgegennahm ! 

So waren wir wohl berechtigt, die uns belebende Hoffnung 
zu nähren, dass die Allerhöchste Huld und Gnade des 
Erlauchtesten Gründers unserer Anstalt, die erst noch neuestens 
durch eine Schenkung des Allerhöchsten Bildnisses für unsere 
Anstalt unverkennbar bethätigt erschien . nach Jahren , auf 
den Erhabensten Sohn, die Zukunftshoffnung des Reiches, sich 
vererben werde ; der die Bedingungen des Fortschrittes der 
Wissenschaft, auch der Geologie, in der denkbar eingehendsten 
Weise zu würdigen vorbereitet war. 

Das herbe Schicksal hat uns diese tief in unseren Herzen 
still gehegte Hoffnung unbarmherzig entrissen und es bleibt 
uns nur noch der innige , erst vor Kurzem an dieser Stelle 
gesprochene Wunsch: „Es möge uns gegönnt sein, der Aller- 
höchsten Huld und Gnade Seiner Majestät möglichst lange 
uns zu erfreuen und unter der Allerhöchsten Aegide uns 
unserer Aufgabe vollends zu weihen." 

Unsere Trauer dauert fort ; aber dem erhabendsten Vor- 
bilde gemäss, sehen wir in uns „das Gefühl der Pflicht" erwachen 
und wollen an die Ausführung unserer Arbeiten schreiten. 

Wien, den 19. Februar 1889. 

D. Stur. 



Todes- Anzeigen. 

Giuseppe Meneghini f. 

Den 29. Januar, 10 Uhr Vormittags d. J. starb in Pisa Giuseppe 
Men e-gh i n i , der Nestor der italienischen Geologen und Paläontologen. 
Er hatte daselbst seit 40 Jahren gewirkt, gelehrt. 

Geboren in Padua den 30. Juli 1811, promovirte er daselbst in 
der Medicin und Chirurgie, was dazumal alle zu thun genöthigt waren, 
die sich dem Studium der Naturwissenschaften widmen wollten. Un- 
mittel har darnach trat er in den akademischen Lehrkörper als Assistente 
gratuito an der Lehrkanzel für Botanik und wurde im folgenden Jahre 
mit Decret der k. k. Regierung vom 22. October 1835 als effectiver 
Assistent ernannt. Im Jahre 1839 coneurrirte er um die Lehrkanzel der 
vorbereitenden Wissenschaften (Physik, Chemie und Botanik) für Chirurgen, 
welche Stelle er bis zum Jahre 1848 behielt. 

Auf Anrathen des Professor Paolo Sa vi wurde er vom Gross- 
herzog von Toscana, als Professor der Mineralogie und Geologie an 
der Universität von Pisa an Stelle des Professors Leopoldo Pilla 
ernannt und im October 1851 wurde ihm auch der Unterricht der 
physischen Geographie übertragen. 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar Giuseppe Meneghini f. ß3 

Die provisorische Regierung von Toscana bestätigte ihn im Jahre 1 86 1 
als Professor der Geologie, Mineralogie und als Supplenten für physische 
Geographie. Mit Decret Seiner Majestät des Königs von Italien (Ja- 
nuar 1863) wurde er als solcher ernannt. 

Während der raedicinischen Studien widmete sich Meneghini 
besonders der Physiologie des Nervensystems und der Pathologie der 
Geisteskrankheiten. Als Assistent in seiner Vaterstadt, studirte er Mor- 
phologie der Pflanzen und waren es die Algen, die ihn beschäftigten. 
Im Jahre 1 846 publicirte er die Monographie Nostochinearum 
italicarum in Turin, wofür ihm die goldene Medaille der Akademie 
der Wissenschaften in Turin verliehen wurde Ein weiteres Werk des 
Verstorbenen : Sulla animalitä delle Diatomee e revisione 
organografica dei gener i die Diatomee stabiliti dal 
Kützing in den Acten der Sitzungen des k. k. venetianischen Insti- 
tutes publicirt, wurde in englische Sprache von Johnson übersetzt 
und in den Verhandlungen der Ray Society (London 1853) ein- 
geschrieben. 

Die ersten Arbeiten Meneghini's über Geologie datiren vom 
Jahre 1 845, als er die Lager von Combustibile fossile diRaveo 
zu untersuchen anfing und das triasischc Alter derselben , entgegen 
allen vorherigen Meinungen feststellte. Folgten die: Considerazioni 
sulla geologia st ratigrafica della Toscana, die er mit 
Paolo Sa vi gemeinsam als Anhang zu dem Werke Murchison's: 
Sulla struttura geologica delle Alpi, degli Appennini e 
dei Carpazi publicirte. In dieser Publication ist hervorragend die 
Entdeckung der Steinkohlenformation in Toscana. 

Unter andern erschien sein grosses Werk über die Paläontologie 
der Insel Sardinien, welches noch immer sich durch Genauigkeit der 
Angaben auszeichnet. Die beschriebene Silurfauna machte neue geologische 
Horizonte in Italien bekannt und war Veranlassung zur Entdeckung 
noch älterer cambriseher Fossilien, die von Dr. G. J. Borne mann 
und von anderen Ingenienren des Bergbaudistrictes von Inglesias in den 
letzten Jahren gemacht wurden. 

Es würde zu weit führen, alle die Publicationen Meneghini's, 
die. über 100 zählen , anzuführen ; es sei nur noch die prachtvolle 
Abhandlung: Monographie des Fossiles appartenant au 
calcaire rouge ammonitique de la Lombardie et de 
TA penn in de l'Italie central, an welcher er 14 Jahre gearbeitet 
hat, erwähnt. 

Das letzte Werk von Meneghini handelt über die cambrischen 
Trilobiten von Sardinien ; er hatte dieses Werk erst vor einigen Monaten 
vollendet und keine Zeit mehr gewonnen, sich des Erfolges desselben 
lange zu erfreuen. 

Es ist selbstverständlich, dass die Verdienste Meneghini's um 
die Wissenschaft allseitig in seinem grossen Vaterlande, nicht minder 
vom Auslande anerkannt und geehrt wurden. Es genügt, zu notificiren, 
dass ihn Deutschland mit dem „Croix pour le merite*' ausgezeichnet hat. 

Die k. k. geologische Reichsanstalt trägt ein herzliches Beileid 
um ihn, den Correspondenten der Anstalt vom Jahre 1855 und theilt 
den Schmerz um den Verlust, welchen Italien und dessen Wissenschaft- 



ß | Verhandlungen _\r. .", 

liehe Kreise durch den Tod ihres Altmeisters erleiden, der durch zwei 
Generationen lehrend, die Geologie in seinem Vaterlande eingeführt, 
seine Schüler zu dankbaren Verehrern zahlen darf und ihnen für alle 
Zeiten ein leuchtendes Beispiel bleibt. Dr. M. C. 

Dr. Heinrich v. Dechen f. 

Gleich Anfangs des Jahres 1887 erhielt ich einen unerwarteten 
geehrten Brief, der mich tief betrübt hatte. Derselbe von Bonn den 
26. Februar 1887 datirt, lautet wie folgt: 

Mein hochverehrter Oberbergrath ! 

Aus der Anlage wollen Sie ersehen, dass ich in der Sitzung am 
2. November (1886) der Niederrheinischen Gesellschaft für Natur und 
Heilkunde einen Vortrag gehalten habe; zwei Taue nachher von einer 
linksseitigen Lähmung, Schlaganfall betroffen worden bin. Der Arzt 
verbietet auch jetzt noch jede auch die kleinste geistige Anstrengung. 
Sie verbietet sich bei Schwächung des Gedächtnisses auch von selbst. 
Die Briefe, die ich von Ihnen erbalten, liegen hier bei. So schleiche 
ich kümmerlich durch das Leben dem Ende entgegen. 

Gedenken Sie mein freundlichst bis an mein Ende. 

Bonn, den 26. Februar 1887. 

Ganz der Ihrige 

H. v. D e c h e n. 

Ich hatte das Glück, Herrn v. Dechen am internationalen Geo- 
logen -Congresse zu Berlin im Jahre 1885 persönlich kennen zu lernen, 
habe Gelegenheit erhalten den Ausdruck seines aufrichtigen Wohlwollens 
für unsere k. k. geologische Reichsanstalt entgegenzunehmen, die seit 
ihrer Gründung, mit ihm, durch v. Haidinger, v. Hauer fort- 
währende wissenschaftliche Verbindung zu erhalten bestrebt war, habe 
den liebenswürdigen Nestor der deutschen Geologen sein Abschiedswort 
an den internationalen Geologen-Congress, dessen allgemein verehrter 
Ehrenpräsident er war, sprechen gehört, in dem er an den ersten 
wissenschaftlichen Congress, der in Berlin unter den Auspicien Ale- 
xander v. Humboldt's im Jahre 1828 getagt hat, erinnerte, dem 
er angewohnt hatte. 

Trotz den 57 Jahren, die seitdem verflossen sind: in stets regem 
Studium und Schaffen, in nie ermüdender splendider Unterstützung aller 
wissenschaftlicher Bemühungen seines grossen Vaterlandes, speciell der 
Rheinländer , kam mir die obige Nachricht über die Entsagung der 
altgewohnten Wirksamkeit, der geistige Tod, fast als unmöglich und 
unannehmbar vor. 

Heute ist endlich auch die letzte traurige Nachricht eingelangt, 
dass am 15. Februar 1889 Mittags l 3 4 Uhr nach langem Leiden Herr 
Heinrich v. Dechen in fast vollendetem 89. Lebensjahre sauft ent- 
schlief, also auch der Körper des Verblichenen seine Ruhe gefunden. 

Es ist nicht meine Sache, die hohen Verdienste des verehrten Ver- 
storbenen hier aufzuzählen. Sie sind so bedeutend und zahlreich . dass 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar. Prof. A. Ezehalc. G5 

sie gewiss an competenten Stellen eine ausführliche Darlegung erfahren 
müssen. Uns bleibt nur der Ausdruck tiefster Trauer über das Hinscheiden 

des Nestors der deutschen Geologen, dessen Name „v. De eben" 
seit W. Haidinger's Zeiten, oft als der Name eines hochverdienten 
Gönners und wohlwollcudeu Freundes unserer Anstalt , genannt und 
geehrt wurde. 

Wir wollen seiner freundlichst gedenken auch nach 
seinem Lebensende. D. S t u r. 

Grossherzoglich Badische geologische Landesanstalt. 

Wir erhielten eben die höchst erfreuliche Nachricht , von der 
Neuerrichtung einer Grossherzoglich Badischen geologischen Landes- 
anstalt, respective das Statut derselben, welches mit Allerhöchster 
Genehmigung aus Grossherzoglichem Staatsministeriuni vom 24. Decem- 
ber 1888 erlassen und zur öffentlichen Kenntniss gebracht wurde. 

Wir verdanken diese Nachricht und Sendung des Statuts dem 
Director dieser Anstalt, Herrn H. Rosen husch. Derselbe spricht zu- 
gleich den Wunsch nach einem Austausch der kartographischen und 
literarischen Veröffentlichungen der dortigen und hiesigen geologischen 
Anstalten , dem wir von unserer Seite gerne nachkommen werden. Es 
steht das erste Heft der „Mitteilungen der Grossherzoglich Badischen 
geologischen Landesanstalt" bereits in Vorbereitung. 

Wir begrüssen die neuerrichtete Grossherzoglich Badische geolo- 
gische Landesanstalt mit einem collegialen „Glück auf" auf's herz- 
lichste. 

Der Name des Dircctors gibt sichere Hoffnung auf Erfolg und 
Vollbringung der Aufgaben. Als die erste Aufgabe dieser Anstalt wird 
die Ausführung und Veröffentlichung einer geologischen Spe- 
cialkarte des Grossherzogthums unter Zugrundelegung der topographischen 
Aufnahme des Landes im Maasstabe von 1 : 25.000 d. N. hervorge- 
hoben , und die Publicirung der Uebersichtskarten erst in zweite Linie 
gestellt. 

Dieser präcis vorgeschriebene Anfang allein sichert der gross- 
herzoglich Badischen geologischen Landesanstalt einen Vorsprung gegen- 
über ihren Colleginnen , welchen , wie unserer Anstalt , erst noch die 
Erwirkung der Mittel zur Drucklegung unserer Karten , nach fast 
40j ährigem Bestehen , bevorsteht. 

Eingesendete Mittheilungen. 

Prof. A. Rzehak. Ein neues Vorkommen von A t u r i e n- 
m er gel in Mähren. 

Gelegentlich einer Excursion in das Tertiärgebiet von Nikolsburg 
in Mähren besuchte ich auch den am westlichen Fusse des Polauer 
Juragebirges gelegenen Ort Bergen, da auf Fötterle's geologischer 
Karte von Mähren in dieser Gegend Miocäntegel verzeichnet ist. Ich 
fand am oberen Ende des genannten Ortes einen ziemlich grossen 
Ziegelschlag, der in der That ganz im Miocän angelegt ist; doch hat 



{\(\ Veiiiandluugeii. Nr. 3 

man es bier nicht mit Tegel, sondern mit wohlgeschichtetem , thalwärts 
etwas geneigt liegendem Mergel zu thun, der in seinem petrographischen 
Eigenschaften und in seinen Einschlüssen übereinstimmt mit dem Aturien- 
mergel der Gegend von Nusslau. Es finden sich darin nur selten sehr 
mürbe und gebrechliche Conchylienschalen, am häufigsten noch Scherben 
von Ataria f. ind., ferner Melettaschuppen , Seeigelstacheln, Ostracoden, 
Fischotolithen , Foraminiferen , sehr häufig Spongiennadeln und eben- 
falls ziemlich reichlich Diatomaceen. 

Dieses Vorkommen zieht sich nordwärts bis über Ob.-Wisternitz 
hinaus, denn bei letzterem Orte fand ich als Ueberreste von einer 
Kellergrabung grosse Haufen eines ganz ähnlichen Mergels, mit der- 
selben Mikrofauna. 

An Foraminiferen wurden constatirt: Cornuspira involvens Bss., 
Textularia äff. gramen d'O., Bolivina punctata d'O., Bolivina f. ind., 
Nodosaria consobrina d'O., N. Adolphina d'O., N. elcgans d'O.., Am- 
phimorphina Haueri Neug., Gristellaria inornata d'O., Globigerina bul- 
loides d'O. ; Truncatulina cnjptomphala Bss., T. äff. Dutemplei d'O., 
Pulvinulina f. ind., Uvigerina tenuistriata Bss., U. cf. brunnensis Kar., 
Xonionina umbilicatula var. Suldanii d'O., Folystomella crispa L., F. 
macella F. et M. 

Von Diatomaceen sind die Coscinodiseeu weitaus vorherrschend, 
darunter findet sich auch eine sonst seltenere Form, nämlich Goscino- 
discus Levisianus Grev.; ausserdem sind Actinoptychen , Melosiren, 
Biddulphien und Triceratien häufige Erscheinungen. 

Der Aturienmergel von Bergen und Ob.-Wisternitz nähert sich in 
Hinsicht der Diatomaceen am meisten den von Dr. J. Pantocsek 
beschriebenen Diatomaceenmergeln von Szakal und Szent Peter im 
Neogräder Comitat in Ungarn. 

Für die Geologie Mährens ist der neu entdeckte Fundort des 
Aturienmergels auch topographisch wichtig , weil dadurch die analogen 
Gebilde der Umgebung von Gr. Seelowitz mit denen im südwest- 
lichen Mähren und den angrenzenden Theilen Niederösterreichs ver- 
knüpft werden. 

Prof. A. Rzehak : Ueber ein neues Vorkommen eines 
d i a t o m e e n r e i c h e n T h o n m e r g e 1 s in Mähren. 

Der marine Tegel von Brunn ist , wie ich schon vor längerer 
Zeit in einer kurzen Notiz in diesen Verhandlungen (1885, Nr. 6, p. 166) 
bemerkte, durch allerdings ziemlich seltene, aber sehr schöne Diatomaceen 
ausgezeichnet. Seit Prof. Cleve eine Mittheilung über diese prächtigen 
Organismen (On some Fossil marine Diatoms, found in the Moravian 
„Tegel", from Augarten near Brunn; Journ. oft the Queckett Microsc. 
Club, Ser. 11, Nr. 13, 1885) publicirte, hat man dem Vorkommen 
derselben eine erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet und die Nachfrage 
nach „Brünner Diatomeentegel war bald eine sehr rege. Leider wurde 
der ausgiebigste Fundort in neuerer Zeit verbaut , während die un- 
mittelbar angrenzenden Partien des Tegels als viel ärmer und die Mühe 
kaum lohnend sich erwiesen. 

Bei meinen neueren Untersuchungen des mährischen Tertiärs habe 
ich auch stets auf das Vorkommen von Diatomaceen geachtet, und 



Nr. 3 Sitzung am l!l. Februar. Dr. Edm. v. Mojsisovics. fJ7 

fand dieselben mehr oder weniger reichlich in fast allen mioeänen 
Thonen und Mergeln , namentlich jedoch in letzteren. Schon vor vielen 
Jahren fiel mir das Vorkommen von Diatomaceen und Radiolarien im 
Schliermergel von Nusslau bei Gr.-Seelowitz auf; in dem von nur ent- 
deckten Aturienmergel von Bergen , der in der vorhergehenden Notiz 
beschrieben ist, treten die Diatomaceen so zahlreich auf, dass nach 
einer freundlichen Mittheilung des Herrn Kantonsapothekers C. Keller 
in Fluntern bei Zürich, dem ich eine Probe des Gesteins Übersandte, 
100 Gramm dieses Mergels mehr Individuen enthalten, als 1 Kilogramm 
des Brünner Tegels. In der Gegend zwischen Butschowitz und Neu- 
Hwiezdlitz in Mahren, am Rande der karpathiseben Sandsteinzone , bei 
dem Orte Deutsch -Malkowitz , fand ich eine Partie von mioeänem 
Thonmergel , der ebenfalls ziemlich reichlich Diatomaceen enthält. In 
einer nur kleinen Probe konnte Herr C. Keller folgende Formen 
constatiren : Actinocyclus Ehrenbergii Ralfs, Actinoptychus Gründleri 
A. S., A. Stella A. S. (nebst der rar. Thumii A. S.), A. splendens 
var. californica Grün, und var. nicobarica Grum., A. amblyoceros A. S., 
Arachnoidiscus ornatus Ehr., Asterolampra marylandica Ehr., Aula- 
codiscus angulatus Grev., A. Grunowii Glece, Auliscus coelatus Ball., 
Biddulphia pulchella Gray , B. Tuomeyi Rap., Campylodiscus Mbernicus 
Ehr., Cocconeis pellucida Ilantzsch, Coscinodiscus nitidus Greg. G. Argus 
Ehr., C. marginatus Ehr., C. Oculus Iridis Ehr., Eudyctia oceanica Ehr., 
Grammatophora maxim.a Grün., Isthmia nervosa Nutz., Melosira sol Ehr , 
M. Barrerii Grev.. Navicula. praetexta Ehr., N. lyra var. elliptica Ehr., 
N. gemrnata var. speetabilis Grev., N. Beyricltiana A. S., N. Crabro Kutz., 
Orthoneis splendida Grün., Rhabdonema adrialicum Kutz., Stauroneis 
phoenicenteron Ehr., Triceratium favus Ehr., T. Stokesianum Grev., 
T. trisulcum Bau., T. areticum dir. Diese Formen kommen alle , bis 
auf Actinoptychus amblyoceros A. S. } im Tegel von Briinn vor. Durch 
Verarbeitung grösserer Mengen des Materials wird die Anzahl der 
Formen ohne Zweifel sehr bedeutend vermehrt werden. 

Vorträge. 

Dr. Ed. v. Mojsisovics. Ueber den Charakter der japa- 
nischen T r i a s f a u n a. 

In einer im Jahre 18^5 erschienenen Abhandlung 1 ) „Arktische 
Triasfaunen", zu welcher auch die Herren Dr. A. Bittner und F. T eile r 
Beiträge geliefert hatten, wurde der Nachweis erbracht, dass die aus 
dem hohen Norden (Spitzbergen, Nordsibirien) und aus den Küsten- 
strichen des paeifischen Oceans bekannt gewordenen Triasfaunen einen 
einheitlichen Charakter tragen. Fs wurde für dieses grosse Faunen- 
gebiet die Bezeichnung „Arktisch-pacitische Triasprovinz" in Anwendung 
gebracht und auf die faunistischen Beziehungen, welche zwischen dieser 
Provinz, der indischen Trias und den in den Hallstätter Schichten der 
juvavischen Provinz umschlossenen Faunen nachweisbar sind, hingewiesen, 
sowie auch aus den in der arktisch-paeifischen Triasprovinz vorberr- 



') Mein, de l'Academie Imp. de St. Petersbourg. 7. Serie, Tome 33. — Sielie 
auch „Verhandlungen d. k. k. geol. Reiehsanstalt" 1886, pag. 155. 



(IS Verhandlungen. ^r 8 

sehenden Faciesgebilden auf das hohe Alter des paeifiseben Meeres- 
beckens geschlossen wurde. 

Aus Japan waren damals blos die Angaben E. Naumanns über 
d;\s Vorkommen von Monotis salinaria (recte Pseudomonotis ochotica) und 
Halobien bekannt. Seither wurden nun dem Vortragenden durch Herrn 
Naumann, sowie durch die Herren Dr. Toiokitsi Harada und Prof. 
Dr. 1). K o t o eine grössere Anzahl von Ammoniten, Pseudomonotis und 
Daonellen zur Untersuchung eingesendet, welche in der zur Vorlage ge- 
brachten Abhandlung „über einige japanische Triasfossilien" y ) beschrieben 
und abgebildet wurden. 

Der grössere Theil der Ammoniten stammt aus dem Kitakami- 
Bergland der Provinz Rikuzen, aus derselben Gegend, aus welcher auch 
die ersten Pseudomonotis-Reste durchNaumann bekannt wurden. Einige 
dieser Ammoniten waren von Brauns und Gottsche mit oberjuras- 
sischen und basischen europäischen Arten identiticirt worden, obwohl 
Naumann auch für dieselben auf Grund der Lagerlingsverhältnisse 
triadisebes Alter in Anspruch genommen hatte, und zwar, wie die nun 
durchgeführte Untersuchung- zeigte, mit vollem Rechte. 

Die zweite Triasgegend, aus welcher Versteinerungen (Arpadites, 
Pseudomonotis, Duonella) zur Bearbeitung eingesendet worden waren, 
ist das Sakawa-Becken auf der Insel Shikoku. 

Es ergab sieh nun, dass die durchwegs neuen Arten angehörigen 
japanischen Ammoniten den Gattungen Ceratites, Arpndites und Gymnites 
zufallen. Die beiden zuerst genannten Gattungen sind durch Formen 
vertreten, welche ihre nächsten Verwandten in der nordamerikanischen 
Star -Peak-Gruppe (Nevada, Oalifornien) besitzen. Sie zeigen sonach einen 
ausgesprochenen paeifiseben Charakter. Die Gattung Gymnites ist blos 
durch ein einziges Exemplar vertreten, dessen Artcharaktere am meisten 
an eine aus den norischen Ablagerungen der juvavischen Triasprovinz 
stammende Art erinnern, wie sich denn auch bei den japanischen Ceratiten 
und Arpaditen wieder nahe Beziehungen zu juvavischen Formen der 
Hallstätter Kalke ergeben , genau so wie dies bei den Ammoniten der 
Star-Peak-Gruppe der Fall ist , welche als ein bomotaxes Aequivalent 
der norischen Stufe betrachtet werden muss. 

Dr. Ed. v. Mojsisovics. Ueber einige arktische Trias- 
ammoniten des nördlichen Sibirien. 

Auch diese vom Vortragenden vorgelegte , in den Memoiren der 
kais. Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg 2 ) erschienene Ab- 
handlung bildet einen ergänzenden Nachtrag zu der in denselben 
Memoiren im Jahre 1885 publicirten Arbeit über „Arktische Triasfaunen ". 
Dieselbe enthält zunächst Nachträge zur Fauna der Olenekschichten. 
unter welchen insbesondere zwei Ceratiten aus der Gruppe der „Sub- 
robusti" Interesse erregen. 

Ferner bespricht diese Arbeit die von Baron Toll auf dem Magyl- 
Felsen an der unteren Jana (unterhalb Werchojansk » gesammelte kleine 
Cephalopodenfauna, welche, hauptsächlich aus den Gattungen Ceratites, 

') Beiträge zur Paläontologie Oesterrcicli-Ungarns und des Orients, herausg. von 
E. v. Mojsisovics und M. Neumayr, Bd. VII, Wien 18S8. 
■> VII. Sene, Tome XXXVI. 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar. M. Neumayr. 69 

Hungarites und Meekoceras zusammengesetzt , wahrscheinlich einem 
tieferen Niveau der Muschelkalkstufe angehört. Diese Fauna enthält 
zwei, auch vom unteren Olenek bekannte Arten, welche daselbst getrennt 
von der mit der Fauna der Werfener Schichten homotaxen Olenekfauna 
vorkommen und wegen ihres vorgeschrittenen Entwicklungsstadiums 
bereits in der Arbeit von 1885 als muthmasslich einem geologisch- 
jüngeren Schichtencomplexe angehörig betrachtet wurden. Es wird dadurch 
die Uebereinstimmung der Magylschichten mit dem jüngeren, am Olenek 
vertretenen Niveau und zugleich auch das Auftreten einer gesonderten 
Muschelkalkfauna am Olenek nachgewiesen. 

K. M. Paul. Vorlage der geologischen Karte der 
Gegend von Napajedl und Luhatschowitz in Mähren. 

Die zur Vorlage gebrachten Kartenblätter umfassen die nördliche 
Hälfte der Specialblätter, Zone 9, Col. XVII und Z. 9, C. XVIII, somit 
den nordöstlichsten Theil des Marsgebirges, das Marchthal bei Napajedl, 
und das Karpathensandsteingebiet des mährisch-ungarischen Grenz- 
gebirges zwischen dem erwähnten Theile des Marchthales und dem 
Lissapasse. 

Es sind auf diesem Gebiete die folgenden Glieder (von oben nach 
unten) zur kartographischen Ausscheidung gebracht: 1. Alluvium. 2. Löss. 
3. Diluvialscbotter. 4. Neogenschotter. ö. Magurasandstein. 6. Schiefer 
des Magurasandsteines. 7. Obere Hieroglyphenschichten. 8. Sandsteine 
der oberen Hieroglyphenschichten. 9. Javorniksandstein. 

Ein Bericht über dieses Terrain , sowie über die im Jahre 1887 
aufgenommenen Gegenden von Wall.-Meseritsch, Roznau und Wsetin 
wird in unserem Jahrbuche gegeben werden, wenn die Aufnahmen im 
mährisch-ungarischen Grenzgebirge südlich bis an die Landesgrenze 
vorgerückt sein und dadurch einen natürlicheren Abschluss erlangt 
haben werden. 

Literatur-Notizen. 

M. Neumayr. Die Stämme des Thier reich es. I. Bd. 
Wirbellose Thiere. Mit 192 Textabbildungen, 603 Seiten. 8°. Wien 
und Prag (F. Tempsky) 1889. 

Einen wie mächtigen Aufschwung die Paläontologie als selbstständige Wissen- 
schaft in den letzten Jahrzehnten genommen hat, geht unter anderem aus dem Erscheinen 
mehrerer allgemeiner, zusammenfassender Werke hervor, welche in jüngster Zeit in 
verhältnissmässig kurzen Pausen der Oeffentlichkeit übergeben wurden. Kann man das 
Handbuch der Paläontologie von Z i 1 1 e 1 , welches namentlich der Systematik im weitesten 
Umfange gerecht wird, als die unumgängliche Grundlage der praktischen Forscherarbeit 
bezeichnen, so haben uns z. ß. Hörnes und Steinmann Bücher geboten, welche 
namentlich für den Unterricht an Hochschulen bestimmt sind. Wiederum etwas anderes 
ist es, was Neumayr mit dem vorliegenden Werke geschaffen hat. Durchdrungen von 
der Ueberzeugung , dass die Erscheinungen der organischen Welt nur im Geiste der 
Descendenzlehre richtig erfasst werden können, war Prof. Neumayr seit Jahren bestrebt, 
auf dem Gebiete der Paläontologie nach Belegen für die Darwinsche Lehre zu suchen. 
Im Verlaufe der Arbeit ergab sich aber bald, wie der Verfasser im Vorworte mittheilt, 
die „Notwendigkeit einer kritischen Durcharbeitung der gesammten Morphologie der 
fossilen wirbellosen Thiere, aus welcher sich dann von selbst die theoretisch wichtigen 
Punkte abhoben". Prof. Neumayr bringt demnach nicht nur eine einheitliche Dar- 
stellung der so wichtigen und doch so vielfach verkannten Beziehungen zwischen 
Paläontologie, Geologie und Descendenzlehre, wie sie bisher in dieser Ausdehnung noch 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 3. Verhandlungen. 10 



70 Verhandlungen. Nr. 3 

von Niemandem versucht wurde, sondern er entwickelt auch eine allgemeine, von 
genetischen Gesichtspunkten getragene Morphologie des gesammten Thierreiches. 

Der allgemeine Theil, in welchem sich Prof. Neumayr sowohl an die Paläon- 
tologen , wie ganz besonders auch an die Zoologen wendet , bildet nicht blos die end- 
giltige Grundlage für die Beurtheilung des Verhältnisses der Paläontologie zur Descen- 
denzlehre, er geht über dieses Ziel soweit hinaus, dass man ihn wohl als den wichtig- 
sten Beitrag zum weiteren Ausbau der Abstammungslehre bezeichnen kann, der in den 
letzten Jahren überhaupt gefördert wurde. 

Im speciellen Theile hat man keine zusammenhängende Darstellung des syste- 
matischen Details zu erwarten ; der Aufgabe des Verfassers gemäss wurden in erster 
Linie die allgemeinen Organisations- und Verwandtschaftsverhältnisse berücksichtigt, 
es wurden neben den Uebergangstypen alle jene Gruppen , deren Stellung gegenwärtig 
eine unsichere ist, besonders eingehend abgehandelt, um eine möglichst breite Grund- 
lage für seine Folgerungen zn gewinnen, bringt der Verfasser die Ergebnisse der 
Paläontologie mit denen der neuesten zoologischen Forschungen in engste Beziehung 
und so konnte es bei der erstaunlichen Formenkenntniss des Verfassers und dessen 
.Scharfblick nicht fehlen, dass zahlreiche neue Verwandtschaftsbeziehungen entdeckt und 
sowohl die Bedeutung einzelner Typen in ein neues Licht gerückt, als auch die An- 
ordnung der grossen Gruppen umgestaltet wurde. 

Es ist natürlich nicht möglich, im knappen Rahmen eines Referates der Bedeutung 
des vorliegenden grossen Werkes auch nur einigermassen gerecht zu werden. Wenn 
ich trotzdem den Versuch mache , den Gang der Darstellung kurz zu skizziren , so 
geschieht dies in der Erwartung, dass hierdurch doch eher ein Begriff von dem reichen 
Inhalte zu geben möglich ist, als durch allgemeine Bemerkungen. 

Obgleich die Paläontologie zweifellos berufen ist, in Fragen der Descendenz 
eine zum Theil geradezu entscheidende Rolle zu spielen, wurden die Ergebnisse derselben 
bisher oft in ganz entgegengesetzter Weise verwerthet. Um eine endgiltige Basis zu 
schaffen, musste der Verfasser zunächst darüber Klarheit verbreiten, was von der 
Paläontologie überhaupt erwartet werden darf und es war namentlich nothwendig, fest- 
zustellen, welche Bedeutung dem so viel missbrauchten Schlagworte von der Lücken- 
haftigkeit der Ueberlieferung zukomme. Neumayr löst diese Frage durch eine klare 
und streng induetive Ableitung 1 ), und gibt hierauf eine kurze Skizze der Geschichte 
und des Inhaltes der Abstammungslehre. Sodann wird gezeigt, dass die Species in der 
Jetztwelt nichts constantes bedeutet, dass zwischen Art und Varietät kein durchgreifender 
Unterschied besteht und die Varietäten in der That als beginnende Arten bezeichnet 
werden können. Selbst der schwerwiegendste Einwurf, der gegen die Abstammungslehre 
erhoben wurde, nämlich, dass Varietäten einer Art sich fruchtbar , verschiedene Arten 
dagegen sich unfruchtbar kreuzen, hält einer strengen Prüfung nicht stand. Dies voraus- 
geschickt, tritt Prof. Neumayr einen dreifachen unumstösslichen Beweis für die Ver- 
änderlichkeit der Arten an, indem er die Ergebnisse der Züchtungsversuche, die That- 
sachen der geographischen Verbreitung der Thiere und Pflanzen und endlich die 
paläontologischen Formenreihen vorführt. Der ganzen Anlage des Werkes gemäss 
werden namentlich die letzteren an der Hand der klarsten Beispiele ausführlich be- 
sprochen. Es wird der Unterschied zwischen Variation und Mutation erörtert und die 
Fehlerhaftigkeit der Behauptung erwiesen , dass in den Formenreihen nichts von den 
gleichzeitigen Varietäten verschiedenes vorliege. Viele der paläontologischen Formen- 
reihen, die uns gegenwärtig bekannt sind, sind intermittirend, es fehlen darin einzelne 
Zwischenglieder. Für solche Formenreihen könnte die Annahme zeitweiliger .Umprä- 
gungen" oder „Transmutationen" nicht zurückgewiesen werden, wenn nicht auch voll- 
ständige Reihen vorhanden wären , welche diese Annahme ausschliessen. Die fast als 
Regel geltende Seltenheit der Uebergangstypen erheischt dagegen eine besondere Be- 
achtung und man wird wohl zu der Annahme Zuflucht nehmen müssen, dass in der 
Entwicklung der Reihen kürzere Perioden rascherer Veränderung mit längeren Zeit- 
räumen relativer Constanz abwechseln, wie dies ja auch schon von Darwin selbst 
ausgesprochtn wurde. 

Die nächstliegende, wenn auch vielleicht untergeordnetste Folgerung aus diesen 
Thatsachen wäre das Verschwinden des Speciesbegriffes aus der paläontologischen 
Systematik. Dieser ist in der Paläontologie unfindbar und nnanwendbar und muss mit 
der Zeit aus ihrem Bereiche verschwinden. Eine nächste Frage geht dahin, bis zu 



') So wichtig gerade dieser Abschnitt ist, ist es leider doch nicht möglich, auf 
nähere Details einzugehen , doch kann darauf verwiesen werden , dass ein Theil des 
Inhaltes desselben im Jahrbuche 1878, XXVIII, pag. 37 veröffentlicht wurde. 



Jfr. 3 Sitzung am 19. Februar. M. Neumayr. 7 1 

welchem Betrage Veränderungen angenommen werden dürfen und müssen. Dass uns 
die Paläontologie Uebergänge zwischen sehr weit auseinanderliegenden Typen, oder gar 
zwischen einem Protisten und einem Säugethiere nicht liefern kann, liegt iu der Natur 
der Sache. Dagegen sind Wahrscheinlichkeitsbeweise für weitgehende Veränderungen 
auf den verschiedensten Gebieten in erdrückender Menge vorhanden. N eum ayr erweist 
dies an einer Reihe von Beispielen und zeigt, dass manche räthselhafte und isolirtc 
Typen sehr leicht zu den so seltenen Uebergangsformen gehören könnten, uns aber die 
Handhaben fehlen, um sie als solche zu würdigen. 

Das Fehlen von Anhaltspunkten über die Abstammung mancher grosser Gruppen 
mag sich auf diese Weise erklären, es gilt dies aber nicht allgemein, namentlich nicht 
für die hochorganisirte cambrische Fauna. Wäre diese letztere wirklich die älteste 
Fauna, die je gelebt hat, so könnte eine Umgestaltung der Arten nur in sehr be- 
schränktem Masse angenommen werden. Diese Schwierigkeit entfällt, da aus verschiedenen 
geologischen Gründen die Annahme unabweisbar ist, dass schon zur archäischen Zeit 
organisches Leben bestanden haben muss. 

Wichtige Belege für die Abstammungslehre bieten neben den Uebergangsgliedern 
die Stammbäume und die Ergebnisse der Embryologie uud der vergleichenden Anatomie. 
Wäre die Abstammungslehre unrichtig, könnten die Verwandtschaftsbeziehungen unmög- 
lich in Form einfacher Stammbäume zur Darstellung gebracht werden, es müssten 
Uebergänge nach den verschiedensten Richtungen vorhanden sein, was in Wirklichkeit 
nicht zutrifft, wie an Beispielen gezeigt wird. 

Von den Ergebnissen der Embryologie und der vergleichenden Anatomie wird 
am ausführlichsten der Parallelismus zwischen Ontogenie und Phyllogenie besprochen 
und hierbei auf die Fehlerquellen besonders aufmerksam gemacht, welche der embryo- 
logischen Methode in Folge der sogenannten „Fälschung und Abkürzung der Entwicklung" 
und in Folge des Umstandes, dass in manchen Fällen verschiedene Stämme unabhängig 
von einander ähnliche Veränderungen erleiden, anhaften. 

Mit einigen Worten über die Urzeugung schliesst Neumayr die Besprechung 
der Thatsachen , die für die Abstammungslehre zeugen und wendet sich sodann den 
Ursachen jener Veränderung der Organismen zu. Er erörtert zunächst die von Darwin 
erkannten Ursachen, also die natürliche Zuchtwahl, den Kampf urn's Dasein, Anpassung 
und Mimicry, die rudimentären Organe, das Gesetz der Correlation, die sexuelle Zucht- 
wahl , dann aber werden auch die von anderer Seite erkannten oder behaupteten Ein- 
wirkungen in den Kreis der Besprechung gezogen, so das sogenannte Vervollkomm- 
nungsprincip, wie es namentlich von Nägeli ausgebildet wurde. Neumayr 
erweist, dass die Ergebnisse der Paläontologie damit nicht übereinstimmen, eine strenge 
Musterung der Thatsachen ergibt „rasche Vervollkommnung der jeweiligen Herren der 
Erde , bei allen übrigen Abtheilungen ein buntes Gewirr von fortschreitenden , rück- 
schreitenden und verharrenden Typen", also eine Art der Entwicklung, wie sie mit der 
Selectionslehre gut übereinstimmt. 

Bezüglich der „Migrations- und Isolirungshypothese" erwesit Neumayr durch 
Thatsachen, dass zur Veränderung der Arten Absonderung nicht nothwendig sei, dies 
ändere jedoch nichts an den Schwierigkeiten, welche der Selectionslehre durch die Aus- 
gleichung der auftretenden Varietäten durch Wechselkreuzung erwachsen. 

Reich an neuen Gesichtspunkten ist der folgende Abschnitt über die individuellen 
Abweichungen. Diese können nur von zwei Factoren abhängig sein, von äusseren me- 
chanischen Einflüssen und von der Constitution des Organismus, auf welchen diese 
Einflüsse einwirken. Da sich nun die letzteren naturgemäss häufig wiederholen und 
bestimmte Organe durch dieselben leichter beeinflusst werden, als andere, so ist von 
vorneherein anzunehmen , dass sich gewisse Abänderungen häufig und auch bei einem 
beträchtlichen Theile aller Individuen einstellen werden. Dies entspricht auch den that- 
sächlichen Verhältnissen sowohl in der Jetztwelt , wie in der Vergangenheit , wie aus 
Beispielen hervorgeht. Da nun durch Kreuzung und Vererbung die betreffenden Merkmale 
leicht fixirt werden können, so steht der Bildung neuer Arten auf diesem Wege, ohne 
Einwirkung der natürlichen Zuchtwahl nichts entgegen. Aller Wahrscheinlichkeit nach 
verdanken die sogenannten morphologischen , für den Organismus gleichgiltigen Merk- 
male diesem Vorgange ihre Entstehung. Welcher Art die mechanischen Einflüsse sind, 
wird in einem eigenen Abschnitte dargelegt. 

Die Auseinandersetzungen über die Abstammungslehre beschliessend , wirft 
Neumayr die Frage auf, ob denn die angeführten Gründe genügen, um all' die Er- 
scheinungen des organischen Lebens zu erklären. Als eine grosse Schwierigkeit wird 
der Parallelismus in der Entwicklung verschiedener Thiergruppeu bezeichnet, so die 

10* 



72 Verhandlungen. J^r. 3 

fortsehreiteud höhere Ausbildung der Kammerscheidewände bei den verschiedensten 
Ammonitengruppen, die Bildung der verknöcherten und gegliederten Wirbelsäule bei 
Fischen uud Amphibien, die ähnliche Gestalt von Archegosaurus und Krokodil, von 
Beutelwolf und Hund, von Beutelnagern und Nagethieren u. s. w. Offenbar deutet diese 
Uebereinstimmung auf Anpassung an übereinstimmende Lebensverhältnisse hin, allein 
ob diese erstaunlichen Aehnlichkeiten lediglich darauf zurückzuführen sind, kann nicht 
unbedingt bejaht werden. Wir stehen da noch ungelösten Räthseln gegenüber, welchen 
man mit vagen Ausflüchten, wie „phyletische Lebenskraft", „inneres Entwicklungsgesetz" 
nicht näher tritt. Die Lösung derselben, wie mancher anderer Probleme, wie Zeugung 
und Vererbung , erste Entstehung des organischen Lebens auf der Erde u. s. w. wird 
die Aufgabe kommender Generationen bilden. Mit einem Abschnitte über das Aussterben 
der Arten und einer Besprechung der Einwürfe gegen die Descendenzlehre schliesst die 
allgemeine Einleitung. 

Ueber den Inhalt des speciellen Theiles , welcher bis zu den Molluscoiden vor- 
geschritten ist, können hier selbstverständlich nur einige wenige Bemerkungen Platz finden. 

Solche Gruppen, über welche bisher nur eine Menge systematischer Einzelheiten, 
aber keine genügende Grundlage für eine rationelle morphologische Behandlung der 
fossilen Arten vorliegt, z. B. Kadiolarien und Bryozoen, wurden nur ganz kurz geschildert, 
während andere Abtheilungen, welche in dieser Hinsicht günstigere Verhältnisse dar- 
bieten, ausführlich abgehandelt erscheinen. 

Bezüglich derF or amini f er en darf wohl auf das Referat über Neumayr's Arbeit 
,,Ueber die Verwandtschaftsverhältnisse der Foraminiferen" (Verhandlung. 1887, pag. 334) 
verwiesen werden, worin die neuen Gesichtspunkte, dieNeumayr zur Systematik und 
zu den Verwandtschaftsverhältnissen der Foraminiferen beigebracht hat, bereits be- 
sprochen wurden. Für den Formenkreis derSpongien wird mit geringen Aenderungen 
das System von Zittel angenommen, die Formverhältnisse werden ziemlich kurz, die 
Abstammungsverhältnisse, so weit darüber gegenwärtig ein sicheres Urtheil möglich ist, 
ausführlich besprochen. Von den Ausführungen über die Abstammungsverhältnisse sei 
nur hervorgehoben, dass Neumayr im Gegensatze zu der ziemlich verbreiteten An- 
schauung, wornach die Tetractinelliden und Lithistiden einerseits , die Hexactinelliden 
andererseits als selbstständig aus gerüstlosen Spongien hervorgegangene Grundformen 
zu betrachten seien , die Möglichkeit erweist , beide auf eine gemeinsame Urform mit 
bereits entwickelter Skeletbildung zurückzuführen. 

Entsprechend ihrer grösseren Wichtigkeit erscheinen die C o r a 1 1 e n viel eingehender 
dargestellt, und unter diesen wiederum besonders die so merkwürdigen und vielumstrit- 
tenen Tabul aten bevorzugt. Eine grosse Anzahl von Formen wird hier in neuer Beleuch- 
tung vorgeführt. Eine kritische Besprechung jener Formen von Hexacoralliern, die aus dem 
Paläozoischen , und von Tetracoralliern, die aus dem Mesozoischen und der Jetztwelt 
beschrieben wurden, führt zu dem Ergebnisse, dass die ersteren in Wirklichkeit zu den 
Tetracoralliern die letzteren zu den Hexacoralliern gehören. Für eine dieser Zwischen- 
formen, Calostylis, gelangt Neumayr zudem überraschenden Resultat, dass wir in ihr 
den bisher einzigen Vertreter einer Gruppe von Tetracoralliern vor uns haben, die zu 
den übrigen Tetracoralliern in demselben Verhältnisse steht, wie unter den Hexacoralliern 
die Perforaten zu den Eporosen. 

Ein strenger Beweis für den Zusammenhang der Tetracorallier mit den Hexa- 
coralliern ist bisher noch nicht erbracht, wenn auch sehr wichtige Wahrscheinlichkeits- 
gründe dafür sprechen. Die Verhältnisse der Tabulaten erfahren eine bemerkensweithe 
Klärung, wenn auch die Ergebnisse negativer Natur sind. Neumayr zeigt, dass 
die Versuche, die Tabulaten an irgend eine Gruppe der Jetztwelt (Milleporen, Poritiden, 
Bryozoen etc.) anzuschliessen, als gescheitert zu betrachten sind. Man hat die Tabulaten 
als eine selbstständige, den Hexa- und Tetracoralliern ebenbürtige Abtheilung anzusehen, 
in welcher drei Hauptgruppen festgehalten werden können. 

Ueber den Zusammenhang der grossen Abtheilungen der Corallen unter einander 
liegen noch keinerlei Anhaltspunkte vor und selbst innerhalb dieser Abtbeilungen sind 
wir nur hier und da im Stande, einen genetischen Zusammenbang zu vermuthen. Die 
Ursachen dieses Verhältnisses sind zum Theil auf die geringe Kenntniss der Corallen- 
fauna, namentlich an der Grenze der paläozoischen und mesozoischen Aera, zum Theil 
auf den Umstand zurückzuführen, dass ganz ähnliche Gestaltungen der Skelettheile in 
sehr verscb iedenen Ordnungen wiederkehren, ähnlich, wie dies bekanntlich bei den 
Gasteropoden der Fall ist. 

Ganz gegentheilige Verhältnisse bieten in dieser Hinsicht dieEchinodermen 
dar, bei welchen sich die Harttheile bekanntlich in strengster Abhängigkeit von der Orga- 
nisation wichtiger Weichtheilo befinden. Neumayr gelangt denn auch auf diesem Gebiete, 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar. M. Neumayr. 73 

das offenbar mit besonderer Vorliebe behandelt wurde, zu vielen neuen Ergebnissen, 
welche für die Auffassung der Morphologie der gesammten Echinodermen von der 
grössten Wichtigkeit sind. Als die primitivste Gruppe der Echinodermen betrachtet 
Neumayr die Cystideen, die den Knotenpunkt bilden, in dem alle Fäden der Ver- 
wandtschaft zusammenlaufen. Die Seeigel schliessen sich durch Cystocidaris , die See- 
sterne durch Paläodiscus und Hybocystis, die Blastoideen durch Codonaster und Astero- 
blastus an die Cystideen an. Dieses auf paläontologischem Wege erreichte Schluss- 
ergebniss steht mit den eingehend discutirten ontogenetischen Verhältnissen insofern in 
Widerspruch, als man bisher die eilf primären dorsalen Tafeln der Crinoiden, mit denen 
der Seeigel für homolog angesehen, und daher beide Classen mit einander in Verbindung 
gebracht hat. Neumayr erweist die Unhaltbarkeit dieser Anschauung, und zeigt, dass 
die in neuerer Zeit mit grosser Vorliebe gepflegte Richtung, welche die einzelnen Platten 
des Crinoidenkelches mit solchen des Seeigelscheitels und der Dorsalseite der Seesterne 
in Parallele stellt, vollständig verlassen werden muss. 1 ) Innerhalb der einzelnen Classen 
liegen die meisten Anhaltspunkte über die Abstammung bei den Echinoiden vor. Auch 
über die Verwandtschaftsverhältnisse der Crinoiden lassen sich gegenwärtig, nachdem die 
Arbeiten von H. Carpenter über recente, die von Wachsmuth und Springer 
über paläozoische Crinoideen eine ungeahnte Fülle neuer Thatsachen beigebracht haben, 
neue und richtigere Vorstellungen bilden, die zunächst im Fallenlassen der alten Ein- 
theilung in Paläo- und Neocrinoiden (Tesselaten und Articulaten) ihren äusseren Ausdruck 
finden. Auf Grund sehr eingehender Darlegungen wird erwiesen, dass die so formen- 
reiche Gruppe der Cyathocrinacea weit mehr wahre Verwandtschaft mit Pentacrinus 
oder anderen recenten Crinoiden zeigt, wie mit einem beliebigen Sphäroidocrinoiden. 
Die genannte Gruppe wird daher mit den geologisch jüngeren Crinoiden vereinigt. Darnach 
zerfallen die Crinoiden in zwei Abtheilungen, die Hypascocrinen und die Epasco- 
c r i n e n, von denen die erstere die Gruppen der Sphäroidocrinacea, Haplocrinacea, Ichtbyo- 
crinacea, die letztere die Gruppen der Cyathocrinacea und Pentacrinacea mit ihren zahl- 
reichen Familien umfasst. Einige Formen bleiben bei dieser Eintheilung vorläufig in der 
Schwebe. Innerhalb der Epascocrinacea lässt sich eine allmälige Entwicklung von den 
Formen mit fünf Oraltafeln und über denselben fest zusammengefügten Decktäfelchen 
zu den Pentacrinaceen mit offen liegendem Munde und Ambnlacralfurchen in den Haupt- 
zügen verfolgen, bei den Hypascocrinen gestalten sich die Verhältnisse schwieriger. 

Wie zu erwarten war, zeigt sich demnach bei den Echinodermen eine aus- 
gezeichnete Harmonie der Erscheinungen in der Natur mit den Voraussetzungen der 
Darwi n'schen Lehre. 

Die letzte Classe, welche in dem vorliegenden ersten Bande ausführlich abgehandelt 
wird, bilden die Brachiopoden. Neumayr steht bezüglich der Systematik der 
Testicardines auf dem bereits im Jahre 1883 2 ) gewonnenen Boden. Innerhalb der Gruppe 
der Pegmatobranchier werden nach dem Vorhandensein oder Fehlen von Spiralkegeln 
Helicopegmata und Campylopegmata nach dem Vorgange von Waagen unterschieden, 
doch mit dem Bemerken , dass diese bequeme Eintheilung nur als Nothbehelf zu be- 
trachten sei. Es kann nämlich sehr wahrscheinlich gemacht werden, dass die als Helico- 
pegmata zusammengezogenen Formen nur die mit vollkommener Verkalkung der Arme 
versehenen Glieder genetisch und morphologisch wesentlich von einander verschiedener 
Gruppen darstellen. So sind, wie schon Quenstedt hervorgehoben hat, Atrypa mit 
Rhynchonella, Retzia mit Waldheimia näher verwandt, als die im System nebenstehenden 
Gattungen. Da man aber gegenwärtig für die Mehrzahl der Helicopegmata nicht angeben 
kann, wo sie sich anschliessen , so muss vorläufig die alte Eintheilung beibehalten 
werden. Von der Stammesgeschichte der Brachiopoden kennen wir nur hie und da 
einzelne Stücke, ein befriedigender Ueberblick ist uns gegenwärtig noch versagt. Der 
Gattungsfassung bei den Brachiopoden, bezüglich deren so verschiedene Wege ein- 
geschlagen werden, ist ein eigener Abschnitt gewidmet. 

Die Abbildungen , welche übrigens in ziemlich massiger Anzahl dem Texte ein- 
gefügt sind, beziehen sich selbstverständlich auf die zoologisch wichtigen Formen, 
gleichgiltig ob ihnen zugleich eine geologische Bedeutung zukommt oder nicht. Es 
erhalten die „Stämme des Thierreiches" auch dadurch ein eigenthümliches , von den 
meisten Lehrbüchern abweichendes Gepräge. 

') Im Nachtrage wird mitgetheilt, dass F. und P. Sarasin neuestens auf rein 
zoologischem Wege zu der Ansicht gelangten, dass eine wirkliche Homologie zwischen 
dem Crinoidenkelche und den 11 Tafeln im Scheitel der Salenien und der jungen Gly- 
phostomen nicht besteht, dass die letzteren nur ein „Crinoidenphantom" darstellen. 

2 ) Vgl. Verhandl. 1883, pag. 260. 



74 Verhandlungen. JJl\ 3 

Niemand wird das besprochene Werk aus der Hand legen können, ohne den 
Eindruck empfangen zu haben, dass wir hier einer gewaltigen Arbeitsleistung gegen- 
überstehen, welche auf die Entwicklung der Paläontologie auf Jahre hinaus einen be- 
stimmenden Einfluss ausüben wird. Dem Referenten, als ältestem speciellem Schüler 
des Verfassers, welcher jahrelang an dessen Seite arbeiten konnte, wird es gestattet 
sein, dies in besonders warmer Weise zum Ausdruck zu bringen. Wir dürfen zuver- 
sichtlich hoffen, dass das Werk von Prof. Neumayr wesentlich dazu beitragen wird, 
sowohl die Zoologen zu engerer Fühlung mit der Paläontologie zu vermögen, als auch 
im Kreise der Paläontologen das Bewusstsein der strengsten Abhängigkeit der Paläon- 
tologie von der Zoologie immer weiter zu verbreiten. Angesichts der Fortschritte, die 
Neumayr's Werk fast auf Schritt und Tritt aufweist, dürfen wir auf einen hohen 
Gewinn für die einschlägigen Wissenszweige rechnen, dessen ganzer Umfang sich wohl 
erst nach Jahren richtig beurtheilen lassen wird. (V. Uhlig.) 

W.Waagen. Salt-Range Fossils. I. Productus - Lime- 
stone Fossils. Memoirs of the Geological Survey of India. Palaeon- 
tologia Indica. Ser. XIII. (Published by Order of* His Excellency the 
Governor General of India in Council). Caleutta: Geological Survey 
Office und London: Trübner & Co. 1879—1887. 

Der Abschluss des ersten grossen Haupttheiles des Werkes , welches der Ver- 
fasser in vier Bänden erscheinen zu lassen beabsichtigt, legt es dem Referenten be- 
sonders deshalb nahe , an dieser Stelle eine etwas ausführlichere Darlegung des reichen 
Inhalts zu versuchen, weil damit ihm selbst für seine Studien in den paläozoischen 
Schichten der Alpen nicht minder wie jedem , der sich mit carbonischen oder per- 
mischen Faunen beschäftigt, eine ganz fundamentale Unterstützung geliefert wird. Des 
grossen Umfanges der Arbeit wegen kann über eine systematische Aufzählung der in 
den untersuchten Faunen vertretenen Genera nicht recht hinausgegangen werden. Immerhin 
sollen bei den betreffenden Abtheilungen, Olassen oder Familien die besonders wichtigen 
für Systematik und Morphologie etc. gewonnenen Hauptresultate hervorgehoben und 
auch die Bedeutung des Werkes für die vergleichende Stratographie angedeutet werden. 

Das Erscheinen der noch in Aussicht stehenden Part II : Fossils from the Ceratite 
beds, Part III : Fossils from the Newer Mesozoic Formations und Part IV : General 
wohl Conclusions kann nicht abgewartet werden, nachdem der vorliegende Part. I schon 
ein so grosses selbstständiges Werk repräsentirt. Ueberdies regt das Gefühl der Befriedigung 
über das Erscheinen einer der Erweiterung und Befestigung der positiven Grundlagen 
unserer Wissenschaft , deren Fortschritt in erster Linie durch die Pflege der ver- 
gleichenden Stratographie bedingt wird, in so hervorragender Weise gewidmeten Arbeit 
umsomehr zu eingehender Würdigung derselben an, als der vielfach zu stark auf die 
vorzeitige Lösung bestehender oder ersonnener theoretischer Probleme gerichtete, specu- 
lative Zug der geologischen Forschung diesen Fortschritt weit weniger sicher und meist 
nur sehr bedingungsweise fördert. 

Unter den Fischresten sind: Sauroiden durch Sigmodus Waagen (l).Cochliodontiden 
durch Poecilodus Agassiz (1) und Psephodus Agass. (2), Cestracionten durch Helodopsis 
n. g. (2) und Psammodus Agass., Petalodontiden durch Petalorliynchus (1), Ichtliyo- 
doru7i.fe.s- durch Xystracanthus Leidy (2) vertreten. 

Die C ephalopoden sind von höchstem Interesse wegen des ersten Nach- 
weises von Vertretern der Ammonitide n-Familie in permischen Schichten 1 ), 
und zwar : Cyclolobus Waagen n. g. (1), Arcestes Suess (2), Thaumatacanthus Waagen (2), 
Xenodiscus Waagen (2) und Sageceras Mojs. (3). Unter den Nau tili den erscheint 
Nautilus Sect. Simplices mit. n. sp. (1) Sect. Tuberculati mit 3 sp. (neu 2) Gruppe Traut- 
sc h o 1 d i-Waagen (2 sp. n.) und eine neue aberrante Art. Sect. : Ophionei 3 sp. n. — 
überdies Gyroceras Koninclc n. sp. — Orthoceras Breyn. 4 n. sp. 

Innerhalb der Classe der Gastropoden spielt die Familie der Belle- 
rophontidae eine besonders hervorragende Rolle und hat das Material den Verfasser 
in die Lage versetzt , in Bezug auf die systematische Stellung und Gruppirung der 
Vertreter dieser Familie wesentliche Fortschritte zu erzielen. Waagen begründet 
die Einreihung der Bellerophonten in dem Tribus der „Dicranobranchiata* neben der 
Familie der „Fissonellidae" und stellt dieselbe zwischen diese und die dem Tribus 
r Schismobranchiata u angehörenden „Haliotidae". 

') Ueber G. Gemmellaro's diesbezügliche wichtige spätere Nachweise siehe 
Verhandl. J888, Nr. 11, Referat-pag. 232- 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar. W. Waagen. 75 

Die nach Waagen zu den „Be 1 ler ophon tid ae" zu stellenden Gattungen sind : 
1. Bellerophon Montfort 1808. 2. Bucania Hall 1843. 3. Phragmostoma Hall 18(32. 
4. Salpingostoma F. Roemer Leth. palaeoz. 1870. 5. Tropidodiscus Meek 1860. 
6. Mogulia Waagen nov. gen. 7. Tremanotus Hall 1804. 8. Tubina Barrande MS. 
9. Warthia Waagen n. gen. 10. Euphemus M'Coy 1862. 11. Stachella Waagen 
nov. gen. 12. Bellerophina d'Orb. 1843; endlich wird als zweifelhaft auch Cyrtolites 
Conrad 1838 im Anschluss genannt. 

Aus dieser Reihe sind nur die Genera : Bellerophon (mit 9 Arten — alle neu 
mit Ausnahme von Bell. Jonesianus und Orientalis Koninck), Bucania (4 nov. sp.), 
Mogulia (nov. sp.), Warthia (3 n. sp.), Euphemus (4 n. sp.), Stachella (2 n. sp.) in 
der hier in Bede stehenden Schichtenreihe des Carbon und Perm vertreten. 

Im Uebrigen wird die Gasteropoden-Fauna durch folgende Genera illustrirt. Inner- 
halb der Ordnung der Prosobranchiata erscheint die Familie der Solariiden vertreten durch : 
Enomphalus Sow. (2 nov. sp.), die Eulimidae durch Holopella M'Coy (1 n. sp.) und 
Macrocheilus avellanoides de Koninck, die Naticidae durch Naticopsis M'Coy (2 n. sp.), 
die Velutinidae durch Platystoma Conr. n. sp., die Neritiden durch Neritomopsis Waagen 
n. g. (2 n. sp.), die Turbinidae durch Phasianella Lamk. (In. sp.), die Trochidae durch 
Margarita Leach (1 n. sp.). Abgesehen von der bereits speciell hervorgehobenen Familie 
der Bellerophonten ist die Unterordnung der Fissobranchiata (Tribus Schismatobran- 
chiata) nur durch die Familie der Pleurotomariidae mit Pleurotomaria Defr. (4 neue 
Arten) und Murchisonia Arch. und Vern. n. sp. 

Die Familie der Thecidae — mit 2 neuen Formen von Hyolithes Eichwald (für 
welche Gattung N e u m a y r eine nähere Verwandtschaft mit den „Capulidae" annahm) 
und 'Z Macrotheca Waagen n. g. — vereinigt Waagen mit den Conulariidae und 
Tentaculitidae zu einer besonderen Ordnung : Conularida. In der Ordnung der Proso- 
pocephala tritt nur die Familie der Dentaliidae mit Entalis Hirculea Koninck sp>. 
und das Genus Antale Aldrovand. unter den indischen Productus-limestone-Fossilien auf. 

Die Classe der Pelecypoda ist ziemlich reichlich vertreten und als ein be- 
merkenswerthes Resultat der Untersuchung des Verfassers ergibt sich, dass hier ebenso 
wie bei den Gasteropoden eine Mischung von paläozoischen und mesozoischen 
Typen an der obersten Grenze des Perm zur Erscheinung gelangt. 

Die Familie der Gastrochaenidae ist nur durch eine neue Form der Gattung 
Spengleria Tryon, die Myidae durch eine neue Art von Eucharis Reckluz vertreten. 
Die Anatinidae weisen eine neue Cardiomorpha Koninck, 4 neue Formen von A/lo- 
risma King und das neue Genus „Palanatina" in einer Art auf. Unter den Lucinidae 
erscheint neben einer neuen Sphaeriola Stoliczka, — Lucina Brug. und Lor'pes Poli 
mit je 2 neuen Formen ; unter den Astartidae Cardinia Agass., Astarte Sow. Gouldia 
Adams mit je einer, Pleurophorus King mit 4 und Cleidophorus Hall mit 2 
neuen Arten. 

Die Tr i g o n i i da e zeigen neben Schizodus rotundatus Brown noch drei neue 
Formen von Schizodus King und drei neue Formen von Myophoria Brown. Die Nucu- 
lanidae sind nur mit einer neuen Nuculana Lmk., die Nuculidae nur mit Nucula 
ventricosa Hall und Nuc. trivialis Eichiv., die Arcidae mit Macrodon Lycett nov. 
sp. und 2 neuen Species von Dolabra Mc'Coy aufgeführt. Aus der Familie der 
Mytilidae führt Waagen als neues Genus Lithodomina mit 2, Septifer Becluz, Litho- 
domus Cuvier, Modiola Lamark, Mytilus Linnd und Atomodesma Beyrich mit je 
einer neuen Art auf. 

Besonders bemerkenswerth erweist sich die Vertretung der Aviculidae durch 
das Erscheinen einer Anzahl schon bekannter Formen. Pseudomonotis Beyrich erscheint 
in 6 Foimen, darunter 3 (Pseud. garforthensis King, radialis Phill. und Kazanensis 
Vern.), welche der Gruppe der Pseudomonotis speluncaria angehören ; überdies er- 
scheint Oxytoma Meek, Avicula Klein und das neue Genus „Liebea" in je einer neuen 
Art. Innerhalb der Ordnung der Ostreacea spielt die Familie der Pectinidae und inner- 
halb derselben das Genus Aviculopecten M'Coy eine Hauptrolle ; es werden nicht 
weniger als 9 Arten unterschieden, darunter zwei Koninck'sche Species (Av. crebri- 
striatus und asiaticus). Auch unter den 5 Vertretern von Pecten Klein befindet sich eine 
schon beschriebene Form (Pect. Flemingianus Koninck). Ueberdies ist noch Euchondria 
Meek und unter den Radulidae : Lima Brug. mit je einer neuen Form vertreten. 

Den hervorragendsten Antheil an der Gesammtfauna nehmen die Brach iopoden 
und es hat der Verfasser Gelegenheit gefunden, die Classification dieser Molluscoiden- 
Classe insbesondere durch Einführung von Unterordnungen der 2 Haupt Ordnungen 
(Arthro- und Lyopamata) in zweckmässiger Weise weiter auszugestalten : Die Subordo 



76 Verhandlungen. Nr. 3 

I. Kampylopegmata oder Terebratulacea : Die Familie der Terebratulidae ist innerhalb 
der Unterfamilie: Terebratulinae durch die Gattungen : Dielasma King (6 Gruppen) mit 
10 Arten (darunter Diel, elongatum Schloth. u. D. itaitubense Derby) — Dielasmina n. g., 
llemiptychina n. gen. mit 5 Arten (darunter Hemipt. Himalayensis Davids.) und inner- 
halb der Centronelliitae ? durch 8 Arten von Notothyris Waagen n. gen. (darunter 
Nat. subvesicularis Davids, und Djoulfi-nsis Abich. sp.) vertreten. 

Ein besonderes Interesse nimmt W a a g e n's Einreihung und genaue Beschreibung 
der auft'allenden neuen Gattungen L y 1 1 o n i a und Oldhamina in Anspruch, welche bei 
der Familie der Thecideiden neben den beiden Unterfamilien der Megathyrinae 
und Thecideinae Dali, als dritte unter dem Namen „Lyttoniinae" untergebracht werden. 
Das erste Genus ist durch drei Formen (darunter Lytt. cf. Richthofenii, Kays, sp.), 
das zweite nur durch Old. decipiens Koninck sp. repräsentirt. 

Innerhalb der Fam. Rhynchonellidaeistdie Unterfamilie der Rhynehonellinae 
durch 4 spec. nov. der neuen Gattung Terebratuloidea Waagen und 3 nov. spec. von 
Uncinulus Bayle , sowie von Rhynchonella Fischer v. Waldh. — die Unterfam. 
Cainerophoriinae Waagen durch Camerophoria Purdoni Davids., Humbletonensis 
Hoirse , globulina Phill., superstes Vern. und eine neue Art vertreten , während die 
dritte Subfamilie : Pentamerinae ohne Vertreter ist , ebenso wie die in diese Unter- 
ordnung gehörende Familie der Stringocephalidae. 

Die Subordo II : Helicopegmata oder Spiriferacea zeigt in der Fam. : Atrypidae 
Dali, keinen sicheren Repräsentanten; in der Fam. : Athyridae Phillips hat Waagen 
als neues Genus Spirigerella (Syn. Athyris pars auct.J mit 10 neubenannten und in 
3 Gruppen vertheilten Formen (zumeist Typus subtilitaj aufgestellt. Athyris M'Coy 
erscheint gleichfalls mit 10 in 3 Gruppen untergebrachten Formen, darunter Ath. Royssii 
Leveilli und cf. pectinifera Sow. — die übrigen neu benannt. 

In der Fam. : Nucleospiridae Dav. ist das Retziinen-Geschlecht Eumetria Hall 
durch 2 Arten und die neue Gattung Uncinella als Repräsentant der Subfam. Uncitinae 
durch eine neue Form vertreten. Die Fam.: Spiriferidae King zeigt 5 Arten von 
Spiriferina Orb. (darunter Spirif. cristata Schloth. und multiplicata Sow.) und 
8 Arten von Spirifer (darunter Sp. striatus Mart., Musakheylensis Davids, und alatus 
Schloth., 2 sp. n. Martiniopsis Waagen, 5 sp. Martinia M'Coy (darunter Mart. cf. 
glabra Martin sp. und 3 sp. Reticularia M'Coy (Spirif. lineatus (Mart.) Koninck). 

Waage n's Subordo III. Aphaneropegmata sive P r o d u c t a c e a — zeigt, da der 
Autor die Gattung Syntrielasma Meek = Enteletes Fisch, v. Waldh. zu einer besonderen 
Subfamilie der Orthidae erhebt, keinen Vertreter der Parambonitidae in den Saltrange- 
Faunen. Die Enteletinae sind durch 7 als von Syntrielasma hemiplicata (Hall) Kayser 
und Lamarcki Fisch, v. Waldh. unterscheidbare Formen von Enteletes , die typi- 
schen Orthinae durch 7 Orthisarten (darunter Orth. Pecosii Marcou) repräsentirt. Die 
Strophomenidae zeigen ebenfalls eine reiche Entwicklung. In der Subfamilie Ortho- 
thetinae W. erscheint das Genus Streptorhynchus King in 7 Arten (darunter Strept. 
pelargonatus Schloth. und pectiniformis Davids.); 6 neue Arten kommen auf die 
wegen der durch Mr. Derby zuerst ei kannten Verschiedenheit der inneren Structur neu 
aufgestellten Gattung Derbyia Waagen und eine auf Orthothetes Fisch, v. Waldh. 
Aus der Subfamilie : Strophomeninae ist nur das Genus Leptaena Dalm. (emend. Davids.) 
in einer neuen Form beschrieben. 

Die umfangreiche Familie der Pro ductidae tritt im Productus-limestone-Comples, 
wie schon der Name andeutet, in sehr reicher und vielgestaltiger Entwicklung auf. Die 
Unterfamilie Chonetinae zählt 14 verschiedene neue Formen von Chonetes Fisch, v. 
Waldh., 8 Formen von Strophalosia King (darunter Stroph. excavata Geinitz und 
horrescens Vern. und eine Chonetella nov. gen.) — Die Unterfamilie: Productinae 
zählt 2 Arten von Aulosteges Helmersen (dabei Aulost. Dalhousii Davids.), 20 Species 
von Productus Sow. (in VI Sectionen : Lineati, Semireticulati, Spinosi, Fimbriati, 
Horridi und Irreguläres) darunter Prod. Cora Orb. semireticulatus Mart., Humboldti 
Orb., Purdoni Davids ), endlich noch 6 Sp. des neuen Genus Marginifera. 

In Waage n's Subordo IV: Coralliopsida nimmt die für Anomia Lawrenciana 
Koninck, d. i. die Gattung liichthofenia Kayser aufgestellte Familie Richthof enidae 
und die derselben gewidmete Untersuchung , welche zu der Einstellung in die Nach- 
barschaft der Productiden und an das Ende der zur Ordnung der Arthropomata gerech- 
neten Familien führte , ein bedeutendes Interesse in Anspruch wegen der Beziehungen, 
welche diese ungewöhnliche Schiithierform äusserlich zu den Corallen, bezüglich der 
Structur auch zu den Pelecypoden (zumal Rudisten), in überwiegender Weise jedoch zur 
Schalenbeschaflenheit und dem Bau der Productinen nach Waagen und nach Kayser 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar. W. Waagen. 77 

auch der Craniadae erkennen lässt. Die Aufstellung einer besonderen Unterordnung 
zwischen den Arthropomata und Lyopomata ergab sich demnach als die entsprechendste 
LöSung für die systematische Einreihung dieser ganz aus aller Art schlagenden, philo- 
genetisch gewiss räthselhaften Schalthiersippe, aus welcher Waagen Ilichth. Lairren- 
ciana Koninck sp. und sinensis n. sp. beschreibt. 

Die Subordo : Gasteropegmata oder Craniacea ist nur durch die Familie : 
Craniadae, und zwar nur durch eine Art des Genus nov. Cardinocrania Waagen, 
die Subordo : Daikaulia oder Discinacea durch eine Species von Discinolepis Waagen 
n. ff. der Discinidae und eine Species von Schizopholis Waagen n. gen., die Subordo 
Mesokaulia oder L i ngulac ea durch zwei Arten der stratographisch wichtigen Gattung 
Neobolus Waagen der Familie : Obolidae, 2 Arten von Davidsonella Waagen n. gen. 
der Trimerellidae , und endlich auch durch 2 spec. nov. von Lingula Bruguiire der 
Lingulidae in der Scbichtenreihe des Productus-Limestone vertreten. 

Der Uebersicht über das ans den Thierclassen : Bryozoa, Annelida, Echinoidea, 
Crinoidea , Anthozoa , Hydrozoa , Amorphozoa und Rhizopoda von Waagen unter- 
suchte und zur Darstellung gebrachte paläontologische Material seines Producten-Kalk- 
Complexes mag die Bemerkung vorausgeschickt werden , dass er sich zur Bewältigung 
desselben der Beihilfe zweier seiner Schüler und Assistenten, der Herren J. P i c h 1 und 
J. W e n t z e 1, zu versichern wusste , und dass Herr Dr. C. Schwager in München 
die Bearbeitung der letztgenannten Classe durchführte. Wie innerhalb der oben be- 
handelten Theile des grossen Werkes finden wir auch in den bezeichneten Abschnitten 
eine Reihe von für Entwicklungsgeschichte und Classification bedeutsamer Beobach- 
tungen und wichtiger Hauptresultate verzeichnet. Unter diesen nimmt die Begründung 
der Unterscheidung zwischen Bryozoen und Korallen nach der Art 
der Knospung, der Nachweis der Verwandtschaft der Stromatoporiden 
und Milleporiden und die morphologische Erklärung des Amorphozoen- 
Körpers den hervorragendsten Platz ein. 

Innerhalb der von W. Waagen und Pichl bearbeiteten Classe: Bryozoa oder 
Ciliopoda erscheinen, da die von Lindström und Zittel dieser Classe beigezählten 
Chaetetidae ihre Stellung bei den Korallen finden, nur die der Ordnung : Gymnolaemata 
(Subordo : Cyclostomata) zugehörenden Familien der Fenestellidae, Petaloporidae und 
der Thamniscidae als Repräsentanten der Salt-Range-Fauna beschrieben. Aus der erst- 
genannten Familie sind 3 Species der Gattung Fenestella Lonsdale (darunter Fenest. pere- 
legans Meelc) als Vertreter der Subfamilie: Fenestellinae, 8 Species von Polypora 
M'Coy (darunter Pol. megastoma und Sykesi Konink sp. und P. biarmica Keyserling), 
3 Species von Phyllopora King (darunter Phyll. cribellum und Haimeana Konink 
und Synocladia (King.) virgulacea Phill. sp. als Vertreter der Subfamilie: Poly- 
porina, — endlich noch eine nov. spec. des Genus Conocladia R. Etheridge jun. der 
Subfamilie: Conocladinae aufgeführt. Die Thamniscidae sind durch Thamniscus 
(King.) dubius Schloth. sp. und Acanthocladia (King.) anceps Schloth. sp. repräsentirt. 
Die Petaloporidae Waagen zeigen sich in zwei nov. sp. von Rhnmbopora Meek. 

Die Classe : Annelida hat nur zwei Vertreter aus der Subordnung : Tubicola 
der Chaetopoda aufzuweisen nämlich : Spirorbis (Daudin) Helix King und Serpidites 
(Murchison) nov. sp. 

Die Classe: Echinoidea der Echinodermata zeigt nur innerhalb der Familie: 
Archaeocidaridae einen Vertreter nämlich Eocidaris (Desor) Forbesiana Koninck sp. 

Die Classe: Crinoidea nimmt nur mit 4 neuen Species von Cyathocrinus MM. 
der Familie: Cyathocrinidae, — einem fraglichen Rest von Hydriocrinus Trautschold, 
zwei fraglichen Formen von Stielresten der Gattung Poteriocrinus MM. der Familie: 
Poteriocrinidae und guten Kelchresten von Philocrinus cometa Koninck der Familie: 
Heterocrinidae an der Gesammtfauna Theil. 

In der Classe : Anthozoa sind die Zoantharia der Subordnung Hexacoralla 
durch die Familie : Poritidae mit 2 spec. nov. des Genus Araeopora Nicholson ; durch 
die grosse Familie: Favositidae (Unterfamilien: Favositinae, Trachyporinae, Miche- 
liniinae, Syringolitinae und Alveolitinae) mit nur 2 spec. nov. der Gattung Pachypora 
Lindström und 4 Arten von Michelinia Koninck (darunter Mich. cf. glomerata M'Coy, 
und durch die Familie : Monticuliporidae (welchen eine sehr ausführliche kritische 
Besprechung und Analyse gewidmet ist) mit einer sp. nov. der Gattung Monotrypa 
Nicholson und Orbipora (Eichte.) Dyboicski der Unterfamilie Monticuliporinae und 
mit 2 Arten des Genus nov. Geinitzella Waagen und Wentzel, nämlich Gein. colum- 
naris Schloth. sp. und crassa Lonsdale sp., sowie mit 4 Arten von Stenopora Lonsdale 
(darunter Sten. ovata Lonsdale) der Unterfamilie Stenoporinae vertreten. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 3. Verhandlungen. H 



7 s Verhandlungen. -J^r. 3 

Die Subordo: Tetracoralla sive Rugosa tragen in der Familie Expleta (Sub- 
familie : Pleonophora) durch 4 nov. spec. der Gattung Lonsdaleia M'Coy und (Subfamilie : 
Diaphragmatopora) durch 2 nov. spec. von Amplexus Sow. zur Ergänzung der' Re- 
präsentanz der Zoantaria bei. 

Die Ordo der Alcy onaria nimmt nur durch eine Reihe durchaus neuer Formen 
der die Subordo Helioporacea vertretenden Familie der Fistuliporidae, welche in die 
Unterfamilien: Calloporinae, Prasoporinae und Fistuloporinae zerfallen, an der Salt- 
Bange-Korallenfauna Theil. Es erscheinen jedoch nur C a 1 1 oporinae , und zwar durch 
die neue Gattung Ih.vagonella mit 3 Arten, und die Fistuloporinae durch die neue 
Gattung Dybowskielta mit 2 Arten, sowie Fistulipora M'Coy mit einer neuen Species. 

Die Classe der Hydrozoa gab dem Verfasser Anlass, die zur Subordo der H y d r o- 
corallina gehörenden Fossilreste einer sorgfältigen Untersuchung und kritischen 
Prüfung zu unterziehen. 

Insbesondere wird der Nachweis geliefert, dass die von N ich o lson und Muri e 
in der Familie Stromatoporidae vereinigten Formen zum Theil nähere Beziehung zu 
Millepora haben, dass besonders das Genus Stylodictyon Nicholson und Murie auszu- 
scheiden ist und dass endlich Skeletcharaktere von grosser morphologischer Bedeutung 
(wie die Durchquerung durch verticale oder gewundene Röhren), welche nur einem 
Theile der übrigen Formen zukommen , die Aufstellung zweier besonderen Familien an 
Stelle dieser einen nothwendig macht. Demnach zerfallen nach Waagen die Hydro- 
corallina in 4 Familien: die Stylasteridae Grey, die Milleporidae Moseley, die Coeno- 
stromidae Waagen und Wentzel und die Stromatoporidae. 

Nur die Familie der Coenostromidae, deren Unterscheidungsmerkmale gegen- 
über den Milleporidea ebenso ausreichend befunden wurden, als gegenüber den Stromato- 
poriden des Typus Stromat. concentrica Goldf. ist in der Salt-Range-Fauna vertreten, 
und zwar : durch die drei neuen Gattungen Carterina, Disjectopora und Irregidatopora 
mit je einer Art, welche von der Gattung Coenostroma Winchell 1866 mit dem Typus 
Coenostr. (Stromatopora) dartingtonense Carter sp. abgetrennt erscheinen. In der 
Subordo der Tabu lariae trennt Waagen und Wentzel eine Familie Sphaeractinidae 
von den Hydractinidae und beschreibt 2 Arten eines neuen Genus „Circopora". 

Auch bei der Bearbeitung der Classe der Amorphozoa hat Waagen neue 
Gesichtspunkte für die Entwicklung und Morphologie gewonnen. Erstlich wird der 
nähere Anschluss an die Coelenterata statt an die Protozoa begründet und zweitens 
wird für die Ordo der „Pharetrones" ein höherer Modus der Organisation gegenüber 
allen anderen Amorphozoen nachgewiesen. Unter dem von Steinmann innerhalb der 
Subordo : Sphinctozoa aufgestellten 4 Familien erscheinen nur 2, — die Sphaerosiphonidae 
und die Sphaerocoelidae — in den Salt-Range-Schichten ; von ersteren sind 4 Species des 
Genus Amblgsiphonella Steinmann (darunter Amblysiph. resiculosa Koninck sp.) — 
von letzteren 2 Arten des neuen Genus Steinmannia Waagen und Wentzel beschrieben 
und abgebildet. 

In dem durch C. Schwager bearbeiteten Rhizopodenmaterial ist die Familie 
der Nummuliniden (Subfamilie: Fusulininae) 4 Species der Gattung Fusulina 
d'Orb. (darunter Fus. longissima Möller) und eine neue Art des Subgenus Fusulinella 
Möller, die Familie Lagenidae (Subfamilie : Nodosarinae) durch die Gattung Lingulina 
d'Orb. decipiens Schwager n. sp. und die Familie Lituolidae (Subfamilie: Endothyrinae) 
durch eine neue „Iiivolutina" Terquem und durch das für Saccamina Schwageri Zittel 
aufgestellte neue Genus Margaritana Schwager, — somit nur durch Formen der Fora- 
miniferae repräsentirt. Bezüglich der Speciesbezeichnung „decipiens" mag bemerkt 
werden, dass dieselbe vergriffen ist, ausser für den Fall, dass die tertiäre Form aus Neu- 
seeland, welche auf Taf. XXII, Fig. 17 der Abth. Paläontologie, Novara-Expedition — als 
Lingulina decipiens Stäche — abgebildet wurde, nicht zur Gattung „Lingulina" gehören 
sollte. Aus der gegebenen Uebersicht ist allein schon ersichtlich, welch' umfangreiches 
paläontologisches Material aus der Carbon- und Permgruppe hier in genauer, kritischer 
Durcharbeitung vorliegt und wie wichtige Resultate für die Systematik einer ganzen 
Reihe von Thierclassen und für die vergleichende Stratographie damit erzielt wurden. 

Wenn wir auch schon jetzt dem Eindruck vollauf Rechnung tragen müssen, dass 
wir in dem grossen, auf vier Haupttheile angelegten Werk, dessen mit Volumen I be- 
zeichnete, aber für drei ansehnliche Bände ausreichende Reihe von paläontologischen 
Originalabhandlungen wir in Kürze charakterisirt haben , eine der wichtigsten und 
gediegendsten Fundamentalarbeiten für die vergleichende Stratographie zu begrüssen 
haben werden , so dürfen wir doch den diesbezüglichen speciellen Folgerungen und 
Resultaten nicht vorzugreifen versuchen , deren Darlegung der Verfasser erst für den 
Schlussband des ganzen Werkes in Aussicht stellt. 



I. Silicious limestone group 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar. -W. Waagen. 79 

Immerhin ersehen wir schon jetzt aus der Vorrede zu der paläontologischen Bear- 
beitung der Faunen des gesammten Productus Limestone-Complexes der Salt-Range-Region, 
dass bedeutsame Hauptresultate auch in dieser Richtung gewonnen wurden. 

Die Bezeichnung des Complexes nach einem der wesentlichsten Faunenelemente 
der Carbonreihe bringt zugleich die Thatsache zum Ausdruck , dass Productusfaunen 
gerade in den Aequivalenten der indischen Permformation nocli zu wiederholter und 
chai akteristischer Entwicklung gelangt sind und eine noch engere Verbindung 
zwischen den Carbon- und Permablagerungen darstellen, als bisher sich insbesondere in 
der Schichtenfolge von Nebraska city und in regional beschränkter Weise auch für die 
Südalpen erkennen Hess. Waagen ist daher geneigt, die Permformation nur als eine 
oberste Unterabtheilung des Gesammtcarbon zu betrachten. 

Die ganze mächtige Schichtenreihe, deren Fossilien wir auf 994 Seiten beschrieben 
und auf 128 Foliotafeln abgebildet finden, wird in drei Hauptgruppen und eine Reihe 
von Uaterabtheilungen gegliedert, wie folgt: 

{Top niost beds 
Cephalopoda beds 
Lower beds 
( Upper beds 
Middle Prodnctus-limestone Middle beds 
l ( Lower beds 

TT „ , , , , , I Lower Productus-limestone 

II. Speklet sandstone group „ , , , , , 

1 l fepekled sandstone 

TTr ,, , , f Magnesian sandstone 

III. Magnesian sandstone group ( Neo B bolus beds 

Der obere und der mittlere Productuskalkstein zeigen die reichste Fauna und die 
verschiedenen Unterabtheilungen sind je durch eine gewisse Anzahl ihnen speciell 
eigener Formen charakterisirt. 

Der allgemeine Habitus der Gesammtfauna jeder Abtheilung würde auf ein 
carbonisches Alter hinweisen ; bei genauerer Prüfung hat sich jedoch ergeben , dass 
zumeist nur ähnliche aber keineswegs mit typischen Carbonformen identische Arten 
vorliegen und dass unter den kleineren, minder auffälligen Fossilien permische Typen 
immer häufiger werden und endlich so überwiegen, dass man zur Ueberzeugung gelangt, 
man habe es hier mit einer Permfauna zu thun , welche die bisher beschriebenen 
Permfaunen an Formenreichthum und typischen Arten übertrifft. Die grössere Abweichung 
der Permfaunen Europas von dem carbonischen Faunentypus hängt von localen Ein- 
flüssen und nicht von einen allgemeinen Wechsel des organischen Lebens herbeiführenden 
Ursachen ab. Das organische Leben der Permformation zeigt sich in enger anschliessender 
Verbindung mit demjenigen der Carbonzeit, als dies Murchison annahm. 

Waagen gibt dieser Anschauung dadurch Ausdruck, dass er das permische 
Alter des oberen und mittleren Productuskalkstein-Stockwerkes, also seiner ganzen 
Kieselkalkstein- (Silicious limestone-) Gruppe, als unzweifelhaft hinstellt. Eine nähere 
Detailparallelisirung mit den Permablagerungen Europas und Amerikas bleibt natür- 
lich dem Schlussband vorbehalten. 

In dem unteren Productus limestone überwiegt die Zahl der typischen 
Carbonarten ganz beträchtlich, während nur sehr wenige Permformen mit unterlaufen. 
Waagen stellt diese Schichtenstufe mit dem Sandstein von Artinsk und den Schichten 
von Nebraska city als Mittelstufe zwischen Perm und Carbon in Alterscorrespondenz. 

Entgegen der früheren Annahme des Schichtenschemas von Wynne, nach 
welcher die unter dem Magnesiansandstone liegenden „Obolus- oder jetzt Neobolus-beds" 
dem Silur zugetheilt wurden, hat Waagen für seine schon früher ausgesprochene Ver- 
muthung, dass dieselben carbonischen Alters seien, durch einige von Herrn Dr. H. Warth 
in den Salt-Range-Schichtenfolgen gemachte Entdeckungen die Bestätigung erhalten. 
Die nachgewiesene Position unter sicher obercarbonischen Schichten und ihre engere 
stratographische Verbindung mit diesen macht den Schluss am annehmbarsten , dass 
die Neobolusbeds in das Untercarbon gehören, zumal paläontologiscbe Gründe nicht 
nur nicht für sondern sogar gegen die ältere Ansicht Wynne's sprechen. 

Die bewunderungswürdige Arbeitskraft unseres hochverehrten Freundes lässt auf 
die ungestörte Fortsetzung und Vollendung der noch in Aussicht gestellten 3 Abthei- 
lungen seines grossen Werkes „Salt-Rauge-Fossils" hoffen, für dessen Zustandekommen 
sich mit uns alle Freunde der positiven und kritischen Forschung gewiss gern dem 
Dank anschliessen, welchen der Verfasser Herrn H. B. Medlicott, dem ausgezeichneten 
Director des „Geological Survey of India" in dem Vorwort zu dem ersten Bande aus- 

11* 



si ) • Verhandlungen. Nr. 3 

gesprochen hat. Der volle Dank des Autors ist allerdings schon durch seine wissen- 
schaftliche Leistung selbst ausgesprochen, welche die „Paläontologica Indica", als ein 
dauerndes Denkmal des glücklichen Zusammenwirkens Medlicott's und Waagen's 
im Interesse unserer geologischen Wissenschaft, — für alle Zukunft zieren wird. 

(G. Stäche.) 

M. L. Babu. Note sur l'ozokerite de BorysJaw et les 
petroles de Stob od a (Galicie). In den annales des mines. Paris 

1888. 8. Serie, 14. Bd. 

Der Verfasser ist französischer Bergingenieur, nicht zünftiger Geologe, weshalb 
ihm seine gänzliche Unbekanntschaft mit der geologischen Literatur Galiziens nicht 
allzu sehr zum Vorwurf gemacht zu werden brauchte, wenn diese Unkenntniss nicht mit 
einer wenig angemessenen Sprache verbunden wäre , die er den österreichischen und 
deutschen Geologen gegenüber führt. Die Ansichten dieser Geologen über das galizische 
Erdöl, meint er, seien ohne Begründung, und doch hat er sehr zu seinem Nachtheil 
sich gar nicht die Mühe gegeben, sich mit den Schriften derselben bekannt zu machen. 
Er kennt in der That nur die Aufsätze einiger anderer französischer Ingenieure über 
den fraglichen Gegenstand und gibt auf diese Weise ein Beispiel von Oberflächlichkeit 
und von Geringschätzung der deutschen Wissenschaft , wie es bei seinen Landsleuten 
zum Vortheil und zur Ehre der französischen Wissenschaft immer seltener bemerkt wird. 

Wo Herr Babu beispielsweise in den Einschnitten der podolischen Ebene eoeäne 
und neocome Schichten bemerkt haben mag, welche dort nach ihm mit dem Devon 
zusammen an den Flussufern vorkommen, ob er das jüngere Tertiär und die obere Kreide 
dafür gehalten, ist schwer zu beurtheilen ; ebenso wenig weiss man, woher er die An- 
gabe nimmt, dass die Ropiankaschichten Nummulitenschichten sind. Recht gut und für 
die Informationen des Verfassers recht bezeichnend, ist auch folgender Satz (pag. 167) : 
„In einer gewissen Tiefe findet man (,,in Boryslaw") in den Thonen Bruchstücke dolo- 
mitischen Kalkes. Dieselben zeigen eine grosse Zahl von mehr oder weniger grossen 
Höhlungen, welche mit einem ziemlich limpiden Oel erfüllt sind. Unter dem Vorwande, 
dass diese Hohlräume ohne Verbindung mit aussen erscheinen , zweifeln die deutschen 
Geologen" (unter denen doch vermuthlich die Wiener Geologen verstanden sind) „nicht 
daran, dass ein Fossil diesem Oel zum Ursprung gedient habe." Hat Herr Babu das 
irgendwo gelesen und wo, oder hat ihm ein Spassvogel in Boryslaw dieses Märchen 
erzählt? Woher weiss Herr Babu ferner, dass „gewisse Geologen" noch immer 
daran festhalten , die ölführenden Schichten vor Stoboda rungurska zur mioeänen Salz- 
formation zu rechnen? Jedenfalls hätte er sich sagen dürfen, dass Niemand auf ihn 
gewartet hat, um zu erfahren, wohin wir unsere Schichten zu stellen haben. 

Es liegt ja übrigens wenig daran, wenn der Autor glaubt, dass die deutschen Geologen 
es mit ihren Aufgaben noch leichter nehmen, als er selbst die seine aufgefasst hat ; ob 
ein Unberufener mehr oder einer weniger über solche Dinge spricht, ist gieichgiltig, aber 
dass eine ernsthafte Zeitschrilt wie die „Annales des mines" einen Aufsatz, wie den 
vorliegenden ohne vorherige Censur aufgenommen hat, ist etwas befremdlich. 

Ueber die Einzelheiten technischer Art, die dieser Aufsatz, abgesehen von den 
geologischen Expectorationen enthält, wollen wir ein Urtheil nicht abgeben. Es sei uns 
nur gestattet, unsere Freude darüber auszudrücken, dass nach der Meinung des Herrn 
Babu die Production in Sloboda rungurska sich in wenigen Jahren verfünffachen wird. 
Nach den uns zugänglichen Nachrichten ist diese Production in den letzten Jahren 
etwas zurückgegangen. Wenn die Rathschläge, welche der Autor vielleicht zu ertheilen. 
in der Lage war, diesen Rückgang in einen derartigen Aufschwung verwandeln sollten, 
wie er einer Verfünffachung der Production entsprechen würde , so würden wir ihm 
seine Abneigung gegen die deutschen Geologen von ganzem Herzen vergeben. 

(E. Tietze.) 

Marie Tzwetaev. Cepbalopodesdelasectionsuperienre 
du calcaire carbonifere de la Russie centrale. Petersburg 
1888, Mem. du com. geologique. 

Eigene Aufsammlungen und ein sorgfältiges Studium der russischen Museen haben 
die geehrte Verfasserin in den Stand gesetzt, ein grösseres Material von Cephalopoden 
aus dem oberen russischen Kohlenkalk zu bearbeiten, von welchem insbesondere der 
Oolith von Dewiatowo, der Fusulinenkalk von Miatschkowo und der Fusulinenkalk des 
Canals Matkosersky als reiche Fundstätten zu nennen sind. Diese Ablagerungen werden 
auch als gleichaltrig betrachtet. Besonders häufig sind unter den Cephalopoden in diesem 



Nl\ 3 Sitzung am 19. Februar. Johann Böckh. gl 

Falle die Nautilen, welche dann ihrerseits mit den von Dschulfa in Armenion bekannten 
Formen die meisten verwandtschaftlichen Beziehungen aufweisen. Die Verhältnisse der 
weit verbreiteten Gruppe der Tuberculati unter den Nautilcu deuten den gegebenen 
Ausführungen nach darauf hin, dass in Russland der Uebergang aus dem Carbon in's 
Perm sich ohne wesentliche Störungen vollzogen habe. Zwei instructive Tabellen erläutern 
die Ansichten der Verfasserin über die Verbreitung der Nautilen in den wichtigsten 
oberpaläozoischen Gebieten der Erde. Für die Alpen wäre dabei eine Benützung der 
Stache'schen Arbeiten über die Fauna der Bellerophonkalke erwünscht gewesen. Sechs 
trefflich ausgeführte Petrefactentafeln schmücken die vorliegende Schrift , welche uns 
schon deshalb bemerkenswerth erscheint, weil wir hier eine die fachmännischen Formen 
beherrschende Dame sich an der Lösung paläontologischer Aufgaben betheiligen sehen. 

(E. T.) 

Johann Böckh. Daten zur geologischen Kenntniss des 
nordwestlich von Bozovics sich erhebenden Gebirges. 
Aus dem Jahresberichte der kgl. ung. geolog. Anstalt für 1886, 
pag. 135-168. Budapest 1888. 

Der Verfasser berichtet über die Ergebnisse seiner geologischen Aufnahmen im 
westlichen Theile des Banater Gebirges, und zwar speciell über jenen Felsenzug, welcher 
den östlichen Bruchrand der mesozoischeu Zone dieses Gebirges bildet. Während 
Kudernatsch in seiner ausgezeichneten Geologie des Banater Gebirges (1857) in 
diesem Theile nur Kreidebildungen nachweisen konnte und nur vermuthungsweise die 
Möglichkeit aussprach, dass auch der obere Jura hier vertreten sein könnte, gelang es 
dem Verfasser, nachzuweisen, dass am östlichen Bruchrande der mesozoischen Kalkkette 
zwischen der Minis und der Valea Lapusnik in der That jurassische Ablagerungen zum 
Vorschein kommen, innerhalb deren sich vorläufig zwei Horizonte unterscheiden lassen. 
Der höhere besteht aus einem fast hornsteinfreien, dolomitischen, weissen Kalkstein mit 
Belemnites sp., Lytoceras sp., Älectryonia cf. rastellaris Goldf., Pecten acrocrysus 
Gemm. et Di Blas., aratoplicatiis Gemm. et Di Blas., Rhynchonella Astieriana Orb., 
Terebratula immanis Zeusch., Tichaviensis Suess, moravica Glock. Er lässt sich dem- 
nach nach seiner Fauna recht gut als Aequivalent des Stramberger Tithons ansehen. 
Der tiefere Horizont wird zumeist aus hornsteinführenden Kalken , welche auch eine 
glimmerig-sandige, mergelige Ausbildung annehmen können, zusammengesetzt. Auch er 
gehört nach seinen Versteinerungen (Waldheimia Kudernatschi n. sp., aus der Ver- 
wandtschaft der W. Möschi May. , Pecten biplex Buv. , Pecten vitreus Roem.) dem 
Malm an. Korallenkalke finden sich in beiden Horizonten. 

Ueber den oberjurassischen Kalken bauen sich gegen Westen Kalke mit einzelnen 
Requienien auf, welche bereits der Kreide angehören, aber so allmälig in die jurassischen 
Kalke übergehen und denselben petrographisch so nahe stehen, dass die Scheidung nur 
annäherungsweise vorgenommen werden kann. Es sind diese Kalke nichts anderes, als 
die Kalke der „tieferen Gruppe" aus der Gegend von Bucs;iva und die Weitzenrieder 
Kalke T i e tz e's. Man kann mit Grund vermuthen, dass sie die tiefere neocome Abtheiluug 
der Kreideformation vertreten. 

Gegen das Hangende zu stellen sich bald Foraminiferen, namentlich Orbitulinen 
in immer grösserer Menge ein, es erscheinen grosse Requienien, Austern, Sphäruliten, 
Gastropoden, Brachiopoden u. s. w. und so entwickelt sich die zweite höhere, foramini- 
ferenreiche Abtheilung der Kreideformation , welche den unteren Rudistenkalken von 
Kudernatsch entspricht. Der letztere betrachtete dieselben als Oberneocom. Nach 
Böckh kann man vorläufig dabei stehen bleiben. Die Fauna und die petrographische 
Facies erinnert sehr an das Urgo-Aptien, eine nähere Bestimmung des Horizontes wird 
aber erst nach Untersuchung der Fossilreste vorgenommen werden können. 

Ueber den Kalken der höheren Gruppe lagern glauconitiscue , glimmerige und 
mergelige Sandsteine mit Terebratula Dutempleana und Inoceramus Solomonis d'Orb. 
Im benachbarten Gebiete kommt ausserdem nach L. v. Ro. th Haploceras Sacya Forb. 
vor. Man kann daher diese oberste Kreidegruppe des Banater Gebirges als Obergault 
oder Untercenoman ansprechen. 

Der Kreidezug wird, wie wir aus einem älteren Berichte des Verfassers wissen, 
in der Gegend von Bucsäva durch einen Hauptverwurf abgeschnitten , längs dessen 
Callovienschichten mit Harpoceras punctatum auftreten. Diese Callovienzone setzt sich 
in das nördlicher gelegene Gebiet der Plesiva mare , wo auch die gryphäenführenden 
Mergel zum Vorschein kommen, fort und streicht bis in die Gegend der Minis. Die Natur 
der erwähnten, schon Kudernatsch bekannten Dislocation wird eingehend besprochen. 



§2 Verhandlungen. JJr. 3 

Die carbonischen Ablagerungen , die am Fusse des östlichsten Kalkfelsenzuges 
hervortreten, bestehen aus pflanzenführenden Sandsteinen, Conglomeraten und Schiefern, 
welche in keinerlei Weise in die darunterliegenden krystallinischen Schiefer (krystall. 
Schiefer der dritten Gruppe) übergehen, wie Kudernatsch und U. Schloenbach 
angedeutet haben, soudern ein Sediment von normaler Beschaffenheit bilden, dessen 
Unterscheidung von den krystallinischen Schiefern keinerlei Schwierigkeiten bereitet. 

(V. Uhlig.) 

Samuel Roth. Spuren einstiger Gletscher auf der Nord- 
seite derHohenTatra. Földtani Közlöny. XVIII. Bd., 8.— 10. Heft. 
1888, pag. 395—431. 

In derselben Weise, wie der Verfasser vor einigen Jahren ') die einstigen Gletscher 
der Südseite der Hohen Tatra behandelt hat , entwirft er in der vorliegenden Arbeit 
ein Bild über die diluvialen Gletscher der Nordseite. Die Literatur verfügt zwar bereits 
über mehrere wichtige Beiträge zu diesem Gegenstande , es sei nur an das bekannte 
Werk von J. Part seh und die vielfachen Angaben erinnert, die in Stach e's geologischer 
Karte der Tatra enthalten sind, allein es fehlte bisher eine zusammenhängende, alle 
Thäler gleichmässig berücksichtigende Darstellung, welche uns nunmehr durch S. K oth 
geboten erscheint. 

Der Verfasser bespricht die alten Gletscher des Javorinka- , des Bialka- , des 
Suchawoda-, des Bystre- und des Koscieliskothales. Bezüglich des Javorinka-Gletschers 
werden die Angaben von J. Part seh grösstentheils bestätigt, zum Theil auch ergänzt 
und berichtigt. Der Javörinkagletscher erhielt seine Hauptverstärkung aus dem Kupfer- 
schächtenthal. Bei der Mündung desselben erweitert sich das Hauptthal beträchtlich. 
Der Gletscher breitete sich auf Kosten seiner Mächtigkeit aus. Weiter nördlich tritt 
wieder eine bedeutende Verengung des Thaies und damit auch eine Steigerung der 
Gletschermächtigkeit bis zu 90 Meter ein. In der Gegend von Javorina konnte sich der 
Gletscher der Thalweitung entsprechend abermals ausdehnen, er folgte aber nicht der 
nördlichen Bichtung des Javorinkathales, sondern gelangte, die bisherige nordwestliche 
Richtimg beibehaltend, auf den Rücken der Polana pod Gombosovi, welchen er auch 
überschritt. Das vor Javorina in das Hauptthal mündende Sirokathal hat keine Ver- 
stärkung des Javorinkagletschers herbeigeführt, da der Sirokagletscher schon weiter 
oben sein Ende nahm. 

Der ehemalige Bialkagletscher lässt drei Endmoränen , von denen die oberste 
den grossen Fischsee abdämmt , ferner auch Seiten- und Grundmoränen erkennen. Die 
Mächtigkeit der letzteren beträgt an manchen Stellen mehr als 20 Meter. Dies lässt auf 
eine sehr beträchtliche Mächtigkeit des Bialkagletschers schliessen , welcher mit dem 
Podnplaskigletscher vereinigt, ein so bedeutendes Anschwellen des Eises im Hauptthale 
verursachte, dass eine Mächtigkeit von 246 Meter resultirte. Sehr interessant sind die 
Glacialverhältnisse in dem weiter nördlich zum Hauptthale stossenden Thale der polnischen 
Fünf-Seen oder Bostokathale, wo überall deutliche Spuren der glättenden und erodirenden 
Thätigkeit des Gletschers wahrnehmbar sind. Die Becken des grossen, des kleinen und 
vorderen Sees wurden im anstehenden Gesteine ausgehobelt. Thalabwärts von den Fünf- 
Seen beobachtet man Rnndhöcker und Gletseherschliffe, so schön und grossartig, wie an 
keiner anderen Stelle des Gebirges. Nach der Einmündung des kleineren Seitengletschers 
des Waksmundskathales erreicht der Gletscher im Hauptthale seine grösste Mächtigkeit 
mit 26 3 Meter. 

Noch vor Austritt des Gletschers aus dem Hochgebirge gab derselbe einen linken 
Seitenzweig ab, welcher über den wasserscheidenden PrzyslopSattel in das Zadniethal 
des Filipkabaches einschwenkte und auf dem Sattel nahezu 50 Meter mächtig gewesen 
sein muss. 

Die eigenthümlichen Verhältnisse des Bialkagletschers bei seinem Austritte aus 
dem Bochgebirge erklärt Roth in der Weise, dass der Gletscher durch die vor- 
springende Felsmasse der Skalki eine Spaltung in zwei Theile erfuhr, vor denen der 
eine den Windungen des Bialkathales gegen NO. folgte, während der andere seine ur- 
sprüngliche Bichtung beibehaltend , ähnlich wie der Javorinagletscher den flachen 
Rücken der Wasserscheide überwand und weit in das Alttertiärland am Fusse des 
Hochgebirges hineinreichte. Wo der Bialka- und Javörinkagletscher ihr Nordende hatten, 
lässt sich nicht leicht bestimmen , da die erwähnten alttertiären Bergrücken weithin 
mit grossen Granitgeröllen überschüttet, die eigentlichen Endmoränen aber nicht 



') Földtani közlöny. 1885, pag. 53. 



Nr. 3 Sitzung am 19. Februar. Dr. Emil v. Dunikowski. 83 

erhalten sind, doch scheint Roth geneigt, den genannten Gletschern eine grössere 
Ausdehnung nach N. zuzugestehen, wie J. Partsch. 

Der weitere westlich folgende Gletscher des Suchawodathales zeichnet sich, wie 
dies schon Partsch ausführlich beschrieben hat, durch schöne Erhaltung der Endmoräne 
aus. Auch er sendet einen Seitenzweig über die linksseitige Höhe in das Olczyskothal 
ab. 1 ) Der Gletscher des Bystrethales gehört zu den kleineren Tatragletschern, ebenso 
wohl auch der Gletscher des Koscieliskothales, über den aber noch keine völlig aus- 
reichenden Daten vorliegen. Der letztere unterscheidet sich dadurch von den übrigen, 
dass er schon tief im Hochgebirge sein Ende erreicht haben musste und nicht bis an 
das Vorland heranreichte. 

Von den die Zusammensetzung des Grundgebirges betreffenden Bemerkungen, die 
da und dort eingeschaltet sind, sei hervorgehoben, dass der Verfasser auf der Siroka 
eine TJeberlagerung von Granit auf rothem Permsandstein beobachtet hat. Offenbar 
handelt es sich da um eine ähnliche Erscheinung, wie sie Eeferent im westlichen Theile 
der Tatra beobachtet hat. (V. Uhlig.) 

Dr. Emil v. Dunikowski. DieCenomanspongienaus dem 
Phosphoritlager von Galizisch-Podolien. XVI. Bd. der 
Denkschrift, der rnath.-nat. Classe der Akademie der Wissenschaften in 
Krakau, mit drei Tafeln. 4°. Polnisch mit deutscher Inhaltsangabe. 

Das Cenoman von Niezwiska in Galizisch-Podolien besteht aus glauconitischen 
Mergeln mit Acanthoceras rhotomayensis , A. varians , Pecten asper , Zähnen von 
Lamna und Oxyrhina etc., welche auf den oberjurassischen Nerineenkalken aufruhen 
und von Senon, Miocän und Diluvium überlagert werden. In der Mitte der nur wenige 
Meter mächtigen Cenomanschichten befindet sich ein Phosphoritlager, welches aus einer 
Anhäufung von Fossilien besteht. Unter den letzteren wiegen gut erhaltene Spongien 
weit vor, und zwar Hexactinelliden, bei welchen das ursprünglich kieselige Skelet in 
phosphorsauren Kalk umgewandelt wurde. Die innere Structur, die Axencanäle und 
Kreuzungsknoten zeigen sich trotzdem sehr wohl erhalten. 

Die Analyse eines solchen Schwammes ergab über 71 Procent phosphorsauren 
Kalk und nur 6'88 Procent Kieselsäure , welche hauptsächlich auf die, die Hohlräume 
erfüllenden Sandkörner zurückzuführen ist. 

Der Verfasser beschreibt folgende Formen : 

Craticularia cylindriformis n. sp. 

„ maxima n. sp. 

„ tenuis Poem. 

Ventriculites glauconiticus n. sp. 

„ crassus n. sp. 

„ galicianus n. sp. 

Sestrocladia ruthenica n. sp. 
Sporadoscinia capax Hinde 
Plocoscyphia labrosa Toulmin Smith 

„ podolica n. sp. 

„ baculiformis n. sp. 

„ cerebralis n. sp. 

„ tostum pisum n. sp. 

Toulminia polonica n. sp. 

„ elegans n. sp. 

Camerospongia capitata T. Smith. 
Callodictyon reguläre n. sp. 
Diplodictyon heteromorphum Reuss. 
Leptophragma sp. 
Phymatella sp. (ein unvollständig erhaltener Lithistide). 

Der polnische Text enthält eine etwas ausführlichere Beschreibung der Formen 
und geht auf historische und geologische Details ein. Der Arbeit sind zwei litho- 
graphische und eine phototypische Tafel beigegeben. (V. Uhlig.) 



') Es darf wohl darauf hingewiesen werden, dass dieses interessante Verhältniss 
auch aus S t a c h e's geologischer Karte hervorgeht. 



g4 Verhandlungen. Nr. 3 

A. W. Stelzner. Der Werkotsch bei Aussig. „Himmel und 
Erde." 1888 ; pag. 160—166. 

Als Erläuterung zweier Holzschnitte nach Zeichnungen von Olof Winkler 
gibt St el zner einige Mittheilungen aus den Basalt- und Phonolitgehiete des böhmischen 
Mittelgebirges, die auch den Fachmann interessiren , indem sie eigene Beobachtungen 
an der Strecke Aussig- Wannov enthalten, die aber für den weiteren Leserkreis der 
neuen Zeitschrift „Himmel und Erde" (herausgegeben von Dr. G. Meyer) als Erklärung 
der gelungenen Ansicht des durch seine schönen Basaltabsonderungsformen bekannten 
Werkotschberges gewiss ein noch erhöhtes Interesse besitzen. 

K. Sehneider. Umwandlung des Titanitsin Perowskit. 
Neues Jahrb. für Mineralogie etc 1889, Bd. I, S. 99. 

In einem phonolithischen Gesteine des Klein-Priesener Steinbruches, am rechten 
Elbeufer , fanden sich Pseudomorphosen , die sich nach ihren scharflinigen , spitzrhom- 
bischen Durchschnitten als solche nach Titanit erkennen Hessen. Die Titanitsubstanz 
ist vollständig verschwunden , die Formen sind hauptsächlich von Calcit erfüllt, indem 
sich gelblichbräunliche Kryställchen finden , die sofort als Perowskit erkannt wnrden. 
auch liess sich, nach ihrer Isolirung, Titan nachweisen. Der Perowskit erscheint hier 
sowohl in Octaedern als auch in Würfeln. (Foul Ion.) 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien, Rothenthurmstr. 15. 

Druck von Göttlich Gutel & Comp, in Wien. 




N" 4. ^#^»iw^a issi). 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 12. März 1889. 

Inhalt: Todes-Anzeige,. — Eingesendete Mittheilung: Dr. Kramberger- 
Gorjanovic. Deber K. Bassani's Ricerche sui pesci f'ossili di Chiavon. — Vorträge: 
F. Teller. Tapirus lmngarieua n. v. M. aus dem Tertiärbecken von Sehönstein bei Cilli in Sud- 
steiermark. H. B. v. Foullon. Ueber Quarzglimmerdioritporphyrite aus dem östlichen Kärnten. 
— Literatur-Notizen: Dr. A. Fritsch und .T. Kafka R. Handmann S. .1. Dr. L. 
v. Auimon. St. Meunier. .r. G. Bornemann. M. Canavari. — Berichtigung. — 
Preis verzeiehniss der geologisch c o 1 o r i r t e u Karten. 

Sit. Die Autoren sind für den Inhalt ihrer Mtttlieilungeu verantwortlich. 



Todes- Anzeige. 

Carl Deschmann f. 

Es sind kaum acht Tage seitdem verflossen , als wir das kleine 
Büchlein: Führer durch das krainische Landesmuseum, Rudolf in um 
in Laibach, von unserem hochverehrten Freunde Carl Deschmann 
erhalten haben und heute liegt uns schon das Telegramm vom 11. März 
vor: Correspondent Carl Deschmann heute verschieden! 

Dieses „kleine" Büchlein ist mit der Arbeit eines ganzen thätigen 
Lebens erfüllt. 

Wer die emsige, unermüdliche Arbeitskraft und Leistung Carl 
Deschmann's, der als Musealcustos seit mehr als 40 Jahren in 
Laibach wirkte, kennen lernen will , der muss das neuerbaute pracht- 
volle Museum Rudolfinum in Laibach besuchen und daselbst die 
in den Jahren 1885 — 1888 fertig gebrachte Aufstellung, insbesondere 
der überaus prächtigen und werthvollen Sammlung der Pfahlbau- 
funde besichtigen, die wohl Jedermann nicht nur höchlich befriedigen 
wird , sondern durch den ungewöhnlichen Reichthum an kostbarsten 
Gegenständen auch den verwöhntesten Museenbesucher überraschen 
mus*. Den Naturforscher werden überdies die Sammlungen über die 
Fauna und Flora Krains, namentlich wenn er es erfährt, dass die 
seltensten Objecte dieser Sammlungen durchwegs Descliniann's Funde 
sind, sehr befriedigen. 

Sein Tod ist jedenfalls zu früh erfolgt und zu bedauern. 

Wir wollen seine Thätigkeit als die des Musealcustoden, die uns 
allein näher berühren kann, ehren und ihm ein freundliches Andenken 
bewahren ! D. S t u r. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1881». Nr. 4. Verhandlungen. 12 



86 Verhandlungen. N r 4 

Eingesendete Mittheilung. 

Dr.Kramberger-Gorjanovic. Ueber Fr. Bassani's Rio er che 
s u i pesci fossili di Chi a von. *) 

Vorliegender Auszug zeigt uns eine gedrängte Uebersicbt einer 
der interessantesten Fischfaunen, und zwar derjenigen von Chiavon. 
Es weiden von dieser Localität nicht weniger als 58 Arten, die 14 
Familien und 32 Gattungen angehören, beschrieben. Nach vergleichenden 
Studien dieser Fischfauna mit verschiedenen anderen kommt Verfasser 
zum Schlüsse, dass die Fischfauna von Chiavon bezüglich des Alters 
der aquitanischen Stufe angehört. 

Nachdem uns die Originalarbeit mit Tafeln noch nicht vorliegt, 
wollen wir uns vorläufig in keine weitere Discussion dieser Schrift 
einlassen, was wir aber nach der Publication der Originalarbeit gerne 
ausführlicher thun werden. 

Einiges aber muss ich hier erwähnen, um eventuellen Missver- 
ständnissen vorzubeugen. Es werden nämlich im gesagten Auszuge 
öfter die Localitäten Podsused, Radoboj und Dolje bezüglich 
ihrer Fischfauna citirt und bei dieser Gelegenheit ihnen die Alters- 
bezeichnung „Schlier" beigesetzt. 

Nachdem ich nun durch mehrere Jahre hindurch diese Fundorte 
studirte und auch die ihnen entstammenden Reste bereits veröffent- 
lichte und mich bei dieser Gelegenheit doch deutlich über das 
Alter der fischführenden Mergel und Tripolis von Radoboj, Sused und 
Dolje ausdrückte, so bin ich nun überrascht, zu sehen, dass man 
die von mir als sarmatisch bezeichneten Localitäten nun 
auf einmal in den sogenannten „Schlier", also in ein tieferes Niveau, 
versetzen will, natürlich den klaren strati graphischen 
Verhältnissen ganz und gar zuwider! 

Ich will nun der Reihe nach ganz kurz jede dieser Localitäten 
beschreiben, insbesondere aber die stratigraphische Stellung der respec- 
tiven Fischlagerstätten fixiren. 

1. Podsused. 

Ueber diesen Fundort brauchte ich nicht viele Worte zu ver- 
lieren, es würde genügen, blos die von Pilar und mir (1882 — 1883) 
publicirten Arbeiten 2 ) zu erwähnen, um Jedermann zu überzeugen, dass 
man die Fische dieser Localität unmöglich in den Schlier herab- 
zwingen kann , ohne damit nicht auch gleichzeitig grobe Fehler zu 
begehen ! 

Der grösste Theil der in Podsused aufgesammelten Fische stammt 
nämlich aus einem zumeist grauen Mergel her. In diesem Mergel 
lagerte ein grosser Block Leithakalkes, welchen die Brandungen des 
einstigen sarmatischen Meeres unterwaschen und zum Sturze in die 
sich bildenden Straten des genannten Meeres brachten, die ihn dann 



') Estratto dal Rend. della R. Accad. delle Scienze Fisithe e Matem. Fase. 7. 
Luglio 1888, Napoli. 

2 ) Pilar, „Flora fossil is Snscdana." Agram 1888, pag. 132—135. — Kram- 
berger, r I)ie jungtertiäre Fischfauna Croatiens" in Neumayr - Mo jsiaovics' 
paläontolog. Beiträgen. 1882. (Siehe Vorwort.) 



J»Jr. 4 Sitzung am 12. März. Dr. Kramuerger-Gorjanoviö. 87 

auch noch überdeckten. Nun glaube ich kaum, dass bei diesem Tbat- 
bestande noch Jemand behaupten könnte, dass die Fischreste, welche 
aus den den Leithakalkblock einscldiessenden Bildungen stammen, älter 
wären als der Leithakalk! Diese bildeten sich erst, als der Leitha- 
kalk schon ein festes Ufer darstellte ! 

Was die übrigen, aus den tieferen Schichten herrührenden Fische 
betrifft, so habe ich zu bemerken, dass sie nur der mediterranen 
Stufe (um ganz deutlich zu sein, der Med. II) angehören, da ja hier 
in Podsused gar keine älteren tertiären Bildungen vorkommen. Vom 
„Schlier" in Podsused kann also im Ernste wohl nicht gesprochen 
werden ! 

2. Radoboj. 

Ueber Radoboj wurde schon Vieles geschrieben x ) und doch finden 
sich merkwürdiger Weise noch immer Forscher (natürlich solche , die 
niemals an Ort und Stelle waren), die die bekannten fisch-, insecten- 
und pflanzenführenden Mergel für älter („Schlier") halten, als sie den 
factischen stratigraphischen Verhältnissen nach wirklich sind! — Es 
kommen wohl in Radoboj ältere tertiäre Bildungen vor, und zwar am 
Fusse des Veliki Zieh , die man als aquitanisch betrachten kann. 
Zwischen diesen älteren Straten und den sarmatischen Mergeln zieht 
sich der Leithakalk des Malagoraberges hindurch sammt dem ihn 
begleitenden sogenannten Badener Tegel , nach welchem erst der be- 
kannte insecten fischführende sarmatische Mergel folgt. — Ich wundere 
mich über die auffallend consequente Art, mit der man die älteren 
oligoeänen Bildungen von Radoboj stets mit den sarmatischen Mergeln 
vertauscht, wenngleich sie mit diesen in gar keiner Verbindung stehen ! 

3. Dolje. 

Dass man auch diesen Fundort fossiler Fische in den Schlier mit 
hinabzieht , nimmt mich weniger Wunder , da eine erschöpfende Dar- 
stellung dieser Lagerstätte noch nicht publicirt wurde. Zwar habe ich 
im Jahre 1882 — 1883 in meiner schon citirten Fischfauna Croatiens 
die Fauna von Dolje als sarmatisch bezeichnet und auch Pilar (1883) 
in seiner „Flora Susedana" den in Rede stehenden Fundort ziemlich 
eingehend beschrieben , doch wurden nirgends die stratigraphischen 
Verhältnisse desselben mit genügender Klarheit festgestellt. — An der 
Beschreibung, welche uns Pilar über Dolje lieferte, soll vor Allem 
Einiges berichtigt werden , damit eventuellen falschen Deutungen über 
die stratigraphische Stellung des Tripoli vorgebeugt wird. Pilar be- 
zeichnete (1. c. pag. 138) nämlich die fischführenden Tripoli von Dolje 
als Ueber ga n g ss ch ich ten (Les couches de passage), was ich 
indessen ganz entschieden bestreiten muss , da dieser Tripoli in gar 
keinem directen Zusammenhange mit den mediterranen Bildungen steht, 
vielmehr von diesen durch andere, bereits der sarmatischen Stufe an- 
gehörende Bildungen getrennt ist. Um dies zu beobachten, brauchen 
wir blos zur Spaltung des Doljethales, d. h. zum SW. -Abhang des 

') Paul, Verhandl. d. k. k. geol. R.-A. Wien 1874, pag. 223-225. — Hauer, 
„Geologie." Wien 1875, pag 578. — Pilar. Verhandl. d. k. k. geol. R.-A. Wien 1877, 
pag. 99— lOi. — Kramberger, „Jungtertiare Fischfauua Croatiens." H82, pag. 92. 

12* 



88 



Verhandlungen. 



Nr. 4 




Bukovcakberges zu gelangen 
und dort die mediterranen Bildungen 
aufzusuchen. Man rindet sie auch 
neben der Strasse unter dem Gebüsche, 
und zwar als schmutziggelbe . etwas 
sandige Mergel mit Corbula, Pec- 
ten u. s. w. (= Badener TegeP. 
Auf diese Mergel folgen (im Hofe 
vor dem ersten Hause) graue kal- 
kige Mergel mit F u c o i d e n und 
spärlichen Blätterresten. Diese, an 
organischen Ueberresten arme Bil- 
dung stellt uns das tiefste Glied der 
sarmatischen Stufe dar. Geben wir 
nun langsam zum südlichen und süd- 
östlichen Abhang des Bukovcakberges, 
so beobachten wir nun (knapp hinter 
dem Hause des Bauern Fistric) ge- 
schichtete hellgelbe Sande, in diesen 
zu ciica 6 Centimeter dicke Platten 
von kalkigem Sandstein, dann weiter 
gehend sehen wir gelblichen kalkigen 
Mergel, ferner dickere Bänke von 
Conglomeraten und kalkigem Sand- 
stein, welche stellenweise C erit hi u m 
und Card iura enthalten und end- 
lich gelangt man zum Tripoli. — 
Diesen Tripoli. welchen Pilar mit 
Dolje B bezeichnete, durchsetzt in 
der Tiefe von 8 7 Centimeter eine 
75 Centimeter dicke Kalksandstein- 
bank mit zahlreichen Mollasken- 
resten 1 ), welche Pilar irrthümlicber 
Weise als das Liegende des 
Tripoli betrachtet. Sande durch- 
setzen öfter den Tripoli oder besser, 
kommen wechsellagernd mit dem 
Tripoli vor und enthalten die charak- 
teristische Molluskenfauna der sar- 
matischen Stufe (Gerithium pictum, 
C. rubiginosum, Trochus sp., Card tum 
obsoletum , Ervilia podolica u. s. w.). 
Die eben geschilderte Wechsel- 
lagerung beobachtet man sehr gut, 
wenn man vom Hause des Bauern 



Sm-cFbrlio 



') Pilar erwähnt davon Cardium 
und M o d i o 1 a , sagt aber , dass auch noch 
andere Bivalven darin vorkommen, die aber 
in keiner Weise an solche der II. 
mediterranen Fauna erinnern (1. c. pag. 138)- 



Nr. 4 Sitzung am 12. März. Dr. Krainberger-Gorjanovic. 89 

Fiitric die gegen den Goljakberg in 80. -Richtung liinaufführende Strasse 
begeht. Man beobachtet linkerseits ober der Quelle dünne Lagen von 
Sanden und Mergel , dann Sande mit zahlreichen Molluskenrcsten (die 
wir zuvor erwähnten) , hellgrauen Tripoli , gelbliche Mergel , Tripoli *), 
dann Sande und beim Kreuze am Goljak helle Kalkmergel mit Trochus 
und schliesslich solche mit Piano rbis, Limnaeus. Von da ab in 
SO. -Richtung sehen wir neben der Strasse Prigornica (je nach dem 
die Wasserrisse seichter oder tiefer sind) kalkige Mergel, Sande oder 
Tripoli. Endlich, zur Saveebene angekommen, sehen wir Ausbisse von 
Sanden und Mergel mit sarmatischen Mollusken. — Der geschilderte 
Tripoli von Dolje ist nicht blos an diese Localität gebunden, sondern 
bedeckt einen grösseren Flächenraum, welcher sich bis gegen Stenjevec 
hin erstreckt. (Auch habe ich Kieselschiefer mit M e 1 ettaresten in 
St. Nedelja gefunden, die ebenfalls der erwähnten Stufe angehören.) 

Nach den eben geschilderten stratigraphischen Verhältnissen von 
Dolje ist es leicht ersichtlich, dass der in Rede stehende Tripoli ein 
typisches Glied der sarmatischen Stufe ist, und dass man ihn keines- 
wegs als „Ueb ergangsschi chten" bezeichnen darf. Er ist be- 
züglich seiner Fischfauna ganz gleichwerthig dem Fisch-, Insecten- und 
Pflanzenführenden Mergel von Radoboj, den grünlich-grauen bituminösen 
Schiefern von Vraböe und St. Simon bei Agram. Nur der Fundort 
Podsused zeigt uns einen allmäligen Uebergang der mediterranen 
Mergel in solche der sarmatischen Stufe. 

Die Fundorte Dolje, Podsused, Vrabce und gegen Stenjevac be- 
suchte ich auch in Gesellschaft der Herren: Fuchs, Andrussow 
und Stefanescu und bemerke, dass überall die sarmatischen Bildungen 
mit Leichtigkeit erkannt wurden. 

Schliesslich bemerke ich noch, dass ich den sogenannten „Schlier" 
als ein blos faciell verschiedenes Glied der mediterranen Stufe 
(und zwar Med. II) betrachte und erwähne noch, dass wir im Agramer 
Gebirge auch Sedimente mit Pecten denudatus , Solenomya Doderleini, 
Aturia Aturi u. s. w. besitzen , aber es ist mir trotzdem noch niemals 
eingefallen, diese mediterranen Bildungen als „Schlier" anzusprechen 
und sie in ein tieferes Niveau herabzudrücken. 

Endlich betrachte ich es für kein wissenschaftliches Verdienst, fest- 
stehende Thatsachen , die nach mühseligen Beobachtungen im Felde 
errungen wurden, ganz einfach' — je nach Bedarf — umzuändern, um 
sie damit — eventuell — zweckentsprechender zu machen. Dadurch 
werden blos Begriffsverwirrungen eingeleitet, was man aber, um der 
Wissenschaft wirklich dienstlich zu sein, sorgfältig vermeiden sollte. 



') Damit man nicht etwa meinen mochte, dass dieser Tripoli ein anderer wäre als 
jener, welcher der Stelle, die Pilar mit Dolje B bezeichnete, entstammt, habe ich ihn 
einer mikroskopischen Untersuchung unterzogen und gefunden : dass er genau dieselbe 
schiine Dictyocha, dieselbe Cocconeis, dann dieselbe grosse Menge verschiedener 
Spongiennadeln enthält, wie der Tripoli von Dolje B, und dass er uns folglich 
eine mit dem vorerwähnten Tripoli ganz gleichartige und isochrone Bildung darstellt. 



90 Verhandlungen. Jfr. 4 

Vorträge. 

F. Teller. Tapirus hungaricus H. v. M. aus dein T ertiär- 
b eck en von Schönstein bei Cilli in Südsteiermark. 

Der Vortragende bespricht die Reste eines fossilen Tapirs, welche 
im verflossenen Herbste während der Abteufung des Kaiser Franz Josef- 
Schachtes bei Skalis im Hangendtegel des Schönsteiner Lignitflötzes 
aufgefunden und von dem Herrn k. k. Bergrath E. Riedl in Cilli zur 
Untersuchung eingeschickt wurden. Die Resultate dieser Untersuchung 
sind bereits im Jahrbuehe der k. k. geologischen Reichsanstalt f38. Bd.. 
4. Heft, pag. 729—772, Taf. XIV und XV) zum Abdrucke gelangt und 
es kann daher hier von einer Wiedergabe des Inhaltes dieses Vortrages 
abgesehen werden. 

H. B. v. Foullon. Ueber Quarzglimmerdioritporphyrite 
aus dem östlichen Kärnten. 

Im östlichen Kärnten , in der weiteren Umgebung von P r ä v a 1 i 
treten an zahlreichen Punkten porphyrische Gesteine auf, die schon 
v. Rosthor n bekannt waren und von ihm als „dioritiseher Porphyr" r ). 
später als „grauer Porphyr (Grünsteinporphyr)" 2 ) bezeichnet wurden. 
Eingehendere Beschreibung gab er keine, es werden hinter dem Namen 
nur die Fundstellen angeführt. Die bezeichnete Gegend bildet einen Theil 
des von Herrn F. Teller im vergangenen Sommer aufgenommenen 
Terrains, bei welcher Gelegenheit an mehreren Punkten theils wenig 
veränderte Proben dieser Gesteine aufgesammelt wurden, die sonst an 
den meisten Stellen ihres Auftretens einer weitgehenden Veränderung 
anheim gefallen sind. 

In einem kurzen Resume seiner Aufnahmsthätigkeit hat Teller 
dieser Porphyrite bereits gedacht und auf ihre Aehnlichkeit mit jenen 
aus dem Iselthale hingewiesen. 3 ) Bei der Besichtigung der Handstiicke 
wird man sofort an die Gesteine vom Gehöfte „Oblasser" erinnert, und 
erweisen sich die Tiroler und Kärntner Vorkommen als nahe Verwandte, 
die vieles Gemeinsame, aber auch manche Verschiedenheit besitzen. Wie 
die hier in Betracht kommenden Tiroler dioritischen Porphyrite. treten auch 
die zu beschreibenden Kärntner Gesteine ausschliesslich in Gängen auf. 4 ) 

Der echt porphyrische Charakter der Iselthaler Porphyrite tritt 
bei der Mehrzahl der Vorkommen so recht erst unter dem Mikroskop 
hervor, während er bei denen aus Kärnten meist typisch ausgesprochen ist. 

Am Nordfusse des Ursulaberges (Ostkarawanken) liegt bei Gutten- 
stein das Bad „Römerquelle". Von da zieht das Thal ..Wolfsgrube" 
gegen Süd und am Eingang in die Klamm setzen im Kalk der oberen 

') Beiträge zur Mineralogie und Geognosie von Kärnten von F. v. Rosthorn 
und J. L. Canaval. Jahrbuch des naturh. Landesmuseums von Kärnten. IE. Jahrg. 
1853, S. 148—149. 

») Ebenda, IV.— VIII. Jahrgang, 4- Heft, 1859, S. 130—131. 

8 ) Verhandlungen d. k. k. geolog. Reichsanstalt. 1889, Nr. 1, S. 5 im Jahresbericht. 

') F. Teller, Ueber porphyritische Eruptivgesteine aus den Tiroler Centralalpen. 
Jahrbuch der k. k. geolog. Reichsanstalt. 1886, B. 36, S. 715 — 746. Die Vorkommen 
des Iselthales, S. 732—738. Die Beschreibung der von mir mikroskopisch untersuchten 
Tiroler Porphyrite folgt unmittelbar auf Teller's citirte Abhandlung. S. 4-17 — 777: 
jene der Iselthaler findet sich S. 749 — 753. Bezüglich der Kärntner Gesteine danke ich 
Herrn Teller mündliche Angaben. 



Nr. 4 Sitzuug am 12. März. H. B. v. Foullou. Q\ 

Trias die Porphyritgänge auf. Die Proben sind ziemlich frisch und sogar 
an der Oberfläche liegende porphyrische Feldspathe l)is zu 1 Centimeter 
Durchmesser zeigen lebhaften Glanz. Andere kleinere sind entweder 
ihrer ganzen Masse nach oder in einzelnen Zonen weisslich getrübt. 
Die Grundmasse ist tief grau mit einem schwachen Stich ins Grüne. 
Ausser den, in reichlicher Anzahl vorhandenen porphyrischen Feldspathen 
treten noch Quarz, Granat, Glimmer und Hornblende deutlich kenntlich auf. 

Der Quarz bildet dihexaedrischc Krystalle mit abgerundeten Kanten, 
bei denen nicht selten das Prisma ganz fehlt, die grössten Individuen 
erreichen ebenfalls nahezu 1 Centimeter Längserstreckung, die Mehrzahl 
ist kleiner. Der Anzahl nach stehen grosse und kleine Quarzindividuen 
gegen eben solche des Feldspathcs zurück. Es sei gleich hier erwähnt, 
dass die porphyrischen Quarze die bekannten Einbuchtungen etc. besonders 
schön zeigen und manchmal grosse Glaseinschlüsse in Form „negativer 
Krystalle" enthalten. Bei manchen tritt auch die rliomboedrische Spalt- 
barkeit deutlich hervor. 

Nur vereinzelte der eingesprengten rothen Granate erreichen über 
0*8 Centimeter Durchmesser und lassen dann die Rhombendodekaeder- 
flächen erkennen. Die übrigen, in geringer Zahl auftretenden Individuen 
sind Kürner, von denen einzelne zur mikroskopischen Kleinheit herab- 
sinken. Im Feld spat h erscheinen auch kleine, ziemlich gut ausgebildete 
Krystiillchen als Einschlüsse. 

Die dunklen Hornblondesaulchen sind klein, kaum - 4 Centimeter 
lang. Der Biotit bildet wieder nach der c-Axe entwickelte Säulen, aber 
lange nicht in jenen Dimensionen wie bei den verwandten Iselthaler 
Gesteinen, in denen er eine so hervorragende Holle spielt, die längsten 
messen nur - 5 Centimeter, auch ist ihre Zahl viel geringer. 

Weniger ausgesprochen porphyrisch ist eine Probe, die losen Blöcken 
oberhalb des Gehöftes des Bauers Go stenön i k (östl. vom Bade Römer- 
quelle) entnommen wurde. Es fehlen die grossen Feldspathe, der Quarz 
und Granat, hingegen sind Glimmer und Hornblende häufiger und ein- 
zelne Säulen überschreiten etwas die oben gegebenen Dimensionen. 

Dieser Varietät ähnlich ist eine solche aus der Wolfsgrube, die 
von losen Blöcken abgeschlagen wurde, welche bei dem dortigen Bauern- 
hof liegen. Die Farbe der reichlich vorhandenen Grundmasse wird 
deutlich grünlichgrau und fast nur dadurch sind sie vom Iselthaler 
Vorkommen unterschieden, deren Grundmasse viel lichter ist. Hier sind 
bis 0'5 Centimeter lange Hornblendesäulchen und noch kleinere weiss- 
liche Feldspathe die Einsprengunge, der Biotit ist untergeordneter und 
vom Granat wurde nur ein Korn entdeckt. Natürlich fehlt es nicht an 
Apatit , der in verhältnissmässig dicken , scharf ausgebildeten Säulen 
auftritt , etwas Magnetit und Zirkon , doch ist die Menge dieser drei 
letztgenannten Gemengtheile verschwindend gering. 

Unter dem Mikroskop erweisen sich die Feldspathe ausnahmslos 
als Zwillinge, die aus wenigen breiteren Lamellen zusammengesetzt sind. 
Ausserdem zeigen sie einen äusserst complicirten schaligen Bau, wie die 
Feldspathe der beschriebenen Tiroler Porphyrite. Die dort angeführten 
Verhältnisse (a. a. 0., S. 751—752) wiederholen sich hier in derselben 
Weise. Schon dort wurde bemerkt, dass einzelne grössere Feldspathe 
dieses schaligen Baues entbehren und chemisch einheitlich sind, so auch 



92 Verhandlungen. Nr. 4 

hier. Diese zeichnen sich den anderen gegenüber durch ihre Frische aus. 
Spaltblättchen erscheinen wasserklar und homogen; Blättchen parallel 
P (UOl) geben Auslöschungen gegen die Trace PM von — 16° bis 
— 17°, solche parallel M — 29° bis — 30°. Im convergenten polarisirten 
Lichte lassen sie in Uebereinstinunung hiermit genau die von M. Schuster 
für Bytownit gegebenen Erscheinungen erkennen. Diese einheitlich aut- 
gebauten Individuen entsprechen demnach einem Bytownit von einem 
Mischungsverhältnisse Ab 1 : Au 3. »Schwierig wird es, die Mischungs- 
verhältnisse der verschiedenen Schalen der zonal gebauten Einspreng- 
unge zu beurtheilen. Im Allgemeinen lässt sich Folgendes sagen : Die 
um den Kern sich legenden Schalen bilden wie in den Tiroler Vor- 
kommen „Gruppen'', von denen 2 bis 4 vorhanden sind. Die Gruppen selbst 
bestehen aber wieder aus einer mehr weniger grossen Anzahl feiner 
und feinster Schalen. Es bilden nun schon die Gruppen keine regel- 
mässig nach einer Richtung hin verlaufenden Mischungsabände- 
rungen , sondern zeigen z. B. Gruppe 1 und 3, Kern Gruppe 2 und 4 
je die gleichen oder nahe liegenden Hauptauslöschungsschiefen, während 
die einzelnen Schalen untereinander nur gauz geringe Differenzen in 
der Lage der Hauptschwingungsrichtungen aufweisen. Bald zeigen sich 
Kern und Aussenrand , bei anderen einzelne oder paarige Schalen 
getrübt. Aus dem Ganzen geht aber mit Sicherheit hervor, dass (wenigstens 
weitaus in den meisten Fällen) der Kern am reichsten an Anorthit ist, 
um den sich eine albitreichere Schale legt. Auf diese folgt eine, die mit 
dem Kern gleiche Zusammensetzung hat u. s. f. Kleine Verschieden- 
heiten werden natürlich immer noch vorhanden sein, aber wirklich 
nur sehr kleine, weil sich die hier beobachteten Mischungen nur 
zwischen Labradorit (3 : 4) und Bytownit (1 : 3) zu bewegen scheinen, 
innerhalb welcher Grenzen die Auslöschungsschiefen sich mit kleinen 
chemischen Unterschieden schon stark ändern. Es muss noch be- 
sonders hervorgehoben werden, dass nahe beieinander liegende Feld- 
spathe verschiedenen Aufhau zeigen, dass sie also wohl durch die Aus- 
scheidungen der nächsten Umgebung wesentlich beeiuflusst worden sein 
müssen. 

Die Grundmasse ist durchaus holokrystallin und besteht wesentlich 
aus Feldspathkryställchen , alle Bestandteile haben geriugere Dimen- 
sionen als in den meisten nahe verwandten Gesteinen der Lieuzer Gegend. 
Während dort Quarz unschwer als Bestandtheil der Grundmasse erkanut 
werden kann, ist dessen Nachweis unter dem Mikroskope hier nicht möglich. 
Es wird auf ihn bei der Discussion der Analyseuresultate zurückgekommen 
werden. Zu den Feldspathen treten noch Glimmer und Hornblende, die 
letztere nur in verschwindender Individuenzahl. Die zweite Generation der 
Hornblende fehlt, denn die in der Grundmasse liegenden wenigen Kryställ- 
chen unterscheiden sich durch nichts von den grösseren. Die Menge des 
Glimmers ist recht wechselnd , während sie z. B. in einem Präparat 
eines Handstückes aus der Wolfsgrube, vielleicht 5 — 8 Procent beträgt, 
zeigt ein Präparat eines anderen Stückes dieses Mineral reichlicher, es 
steigt da vielleicht bis zu 15 Procent an. In manchen Präparaten ist 
der Glimmer fast durchwegs noch braun, in anderen schon grün, 
wieder andere zeigen, wie die Wandlung der Farbe von den Rändern 
aus gegen das Innere fortschreitet. 



Nr. 4 Sitzung am 12. März. H. B. v. Foullon. 93 

Ein Theil der Feldspathkryställchen präsentirt sich in den kurz 
rechteckigen Schnitten, die man gewöhnlich als dem Orthoklas ange- 
hörig betrachtet. Unzweifelhaft gehört auch ein guter Theil wirklich 
dem Kalifeldspath an. Allein schon der gefundene Kaligehalt würde 
für die beobachtete Menge, nicht ausreichen, anderseits zeigen auch 
einzelne Proben, so namentlich die von dem Bauernhofe Gostenenik solche 
kurz rechteckige . fast quadratische Schnitte , die einen zonalen Bau 
mit einzelnen getrübten Schalen besitzen, wonach wohl diese als Plagio- 
klase aufzufassen sind. 

Hauptsächlich zu dem Zwecke, um die Zusammensetzung der 
Grundmasse einigermassen näher kennen zu lernen, wurde das Gestein 
aus der Wolfsgrube der chemischen Analyse unterzogen, deren Resultate 
unter I angeführt sind. Unter II füge ich die Analyse des „Palaco- 
Andesits" von Lienz bei, die seinerzeit v. John 1 ) ausführte: 

i n 

Kieselsäure . . 60 - 84 Procent 59*95 Procent 

Titansäure . . 0-29 „ 

Thonerde . . 18-75 „ 17-35 „ 

Eisenoxyd . . P40 „ P44 „ 

Eisenoxydul . 3"48 „ 2 ) 5-59 

Kalk .... 5-32 „ 6-75 „ 

Magnesia . . T95 „ 2-88 

Kali .... 213 „ 2-08 

Natron . . . 2-88 „ 3 30 

Wasser ... 3-15 „ 1*42 „ Glühverlust 

100-19 100-76 

Bevor ich in die Discussion der Analyse eingehe , sei erwähnt, 
dass die Bestimmung der Kieselsäure, Thonerde, des Gesammteisens, Kalk 
und Magnesia in 1 Gramm erfolgte, die Alkalien in 1-5 Gramm und die 
Titansäure in 2 Gramm bestimmt wurden. Bei der Kieselsäure der ersten 
Bestimmung fanden sich - 2l Procent Titansäure, der Rest wohl bei der 
„kleinen Kieselsauren", der vernachlässigt wurde. 3 ) Beim Aufschliessen 



') Dr. G. Stäche und C. v. John: Genlogische und petrographische Beiträge 
zur Kenntniss der älteren Eruptiv- und Massengesteine der Mittel- und Ostalpen. 
II. Das Cevedalegebiet als Hauptdistrict älterer dioritischer Porphyrite (Palaeophyrite). 
Jahrbuch der k. k. geolog. Reichsanstalt. 1879, Bd. 29, Analyse S. 400. 

2 ) Die Bestimmung des Eisenoxyduls wurde nach den Angaben von A.Knop: Ueber 
die Augite des Kaiserstuhlgebirges im Breisgau. Zeitschr. f. Krystallogr. etc. 1885, X.Bd, 
S. 58—81, ausgeführt. Zur Verdampfung der Flusssäure wurde ungefähr eine Stunde 
erwärmt. Eine zweite Probe, welche nach der fast momentan erfolgenden AufschliessuiiK 
titrirt wurde, ergab 3'52 Procent. Diese Methode empfiehlt sich namentlich bei leicht 
aufschliessbaren Silicaten sehr, da die Eisenoxydulbestimmung bequem in 30 Minuten 
ausgeführt werden kann. 

s ) Eisenoxyd und Thonerde wurden wie immer vorerst zusammen gefälP, geglüht 
und gewogen, dann wieder gelöst, mit Kalilauge getrennt, separat gefällt und wieder 
gewogen. Es bietet dieses Verfahren erstens die Möglichkeit, die sogenannte „kleine 
Kieselsäure" abzuscheiden und anderseits eine Controle für die Eisenoxyd- und Thon- 
erdebestimmung, namentlich die Sichcrstellung, dass nicht Magnesia mit dem Eisonoxyd 
gewogen wird. 

Bezüglich der Titansäure habe ich wiederholt beobachtet, dass sehr kleine 
Mengen, die mit einem verhältnissmässig bedeutenden Ueberschuss von doppeltschwefel- 
saurem Kalium aufgeschlossen werden, beim nachfolgenden Erhitzen und Kochen, selbst 

K. k. geolog. Reichsanstalt 188U. Nr. 4. Verhandlungen. 13 



94 Verhandlungen. J^v. 4 

zeigte sieh eine minimale Spur von Mangan. Phosphorsänre, nach dem 
mikroskopisch nachweisbaren Apatit unzweifelhaft vorhanden, wurde 
nicht bestimmt , da ihre Menge voraussichtlich ausserordentlich gering 
ist. Das Wasser wurde in 1 Gramm direct bestimmt, es gehört wohl 
zum gTÖssten Theil den veränderten Feldspäthen an. 

Der Wolfsgrubner und der Lienzer Porphyrit stehen sich chemisch 
sehr nahe. Der höhere Eisen-, Kalk- und Magnesiagehalt im Lienzer 
Porphyrit finden sofort eine Erklärung in den grösseren Mengen von 
Glimmer und Hornblende in dem letzteren Gestein. 

Bezüglich der Vertheilung der Bestandteile auf die einzelnen, 
den Kärntner Porphyrit zusammensetzenden Minerale stüsst man aber 
auf Schwierigkeiten , welche eine ganz befriedigende Erklärung nicht 
zulassen. Erstens ist die partielle Veränderung in den Feldspäthen 
ein Uebelstand, von dessen schaligem Aufbau ganz abgesehen, zweitens 
ist die Zusammensetzung von Hornblende, Glimmer und Granat un- 
bekannt. Würde man auch über genügendes Material verfügen , um 
diese Bestandteile zu isoliren, so würde doch die Analyse des Glimmers 
zu keinem klaren Resultat führen, da er reich an Einschlüssen ist. ja 
die Glimmersubstanz oft nur ein Gerippe darstellt, in dem die anderen 
Minerale, allerdings vorwiegend Feldspathe, liegen, dem sich zum 
Uebertluss noch das wenige , im Gestein vorhandene Erz zugesellt, 
welches fast ausschliesslich auf das Vorkommen im Glimmer be- 
schränkt ist. 

Unter so bewaudten Umständen ist man — wie ja fast bei allen 
Gesteinen — auf „Schätzungen" angewiesen. Aus diesen soll aber 
hier nur so viel abgeleitet werden , als mit einem höheren Grade von 
Wahrscheinlichkeit möglich ist. Die Menge der Grundmasse möchte 
ich auf etwa 55 Procent, die der Einsprengunge von verschiedener 
Grösse auf 45 Procent schätzen. Letztere würden sich aus 20 Procent 
Feldspath, 15 Procent Quarz und 10 Procent Hornblende und Glimmer mit 
wenig Granat zusammensetzen. Ein Theil der porphyrischen Feldspathe 
entspricht, wie oben gezeigt, einem Bytownit vom Mischungsverhältniss 
Ab x : An z . Die schalig gebauten Einsprengunge verschiedener Dimension 
dürften sich in der Labradoritregion bewegen , so dass nach den zu 
schätzenden verschiedenen Mengen als Durchschnittszusanimensetzung aller 
Feldspathe hier ein Labradorit Ab x : An 2 angenommen werden kann. 

Unter den Bestandteilen der Grundmasse würden sich, wenn 
der ganze Kaligehalt dem Orthoklas angehörte, nur 12 - 6 Procent von 
diesem befinden können. Da aber ein guter Theil des Kalis unzweifel- 
haft dem Glimmer zufällt, so muss seine Menge geringer sein und 
kann kaum 7 — 8 Procent erreichen. Nach den für Orthoklas zu halten- 
den Schnitten würde man sie für viel höher schätzen. Anderseits zwingt 
der, nach Abzug von 20 Procent Labradorit Ab x : An 3 restireude 
Kalk- und Natrongehalt zu der Annahme einer albitreicheren Mischung 
für den Plagioklas der Grundmasse, 307 Procent Andesin Ab 3 : An 2 , 
entsprechen dem restliehen Natron und wird der Kalk bis auf 0"08 Procent 
aufgezehrt. Dem Plagioklas ist auch fast der ganze Wassergehalt zu- 

bei sehr weitgehender Verdünnung, nicht ausfallen. Sicher konnte ich dies alter allemal 
dann erre chen, wenn die Schmelze so lange geglüht wurde, bis der grösste Theil der 
abgebhuren Schwefelsaure vertrieben war. 



Nr. 4 Sitzung am 12. März. H. B. v. Fonllon. 95 

zurechnen. Zieht man noch 8 Procent Orthoklas ab, so ergeben sich 
folgende Reste: 

TüOj Si0 2 Al 2 3 Fe 2 3 FeO MqO CaO Na 2 K 2 H 2 
0'2!) fip-84 18-75 f4i) 3' 48 195 532 2'88 213 315 

ab : inProcenten 

für 20 Proc. Labra- 

dorit Ab, : Än % ■ = — 10'24 6'28 — — 272 076 — \ 

für 30 Proc. Andesin U-15 

Ab,: An., . . . = — 1779 8'23 — 2"52 242 — J 

8 Proc. Orthoklas . = — 518 P47 — — — — 13 5 — 

Best . = 0-29 27-63 277 140 3-48 T95 0"08 — 078 - 

Aus diesen restlichen Bestandtbeilen lassen sich die schätzungs- 
weise vorhandenen Mengen von Glimmer in der Grundmasse, Glimmer. 
Hornblende und Granat unter den Einsprengungen nicht ableiten. 
Zieht man von der restlichen Kieselsäure mit 27-63 Procent die ge- 
schätzten 15 Procent Quarz ab, so resultiren noch 12 - 63 Procent Si0 2 , 
die die vermuthlich vorhandenen Mengen von 20 — 22 Procent Glimmer, 
Hornblende und Granat nicht verbrauchen können. Der Quarz miiss 
seiner Menge nach unterschätzt sein. Dieser Irrthum dürfte sich aber 
auf den porphyrischen Quarz nicht beziehen , wornach er wohl in der 
Grundmasse vorhanden sein dürfte, obwohl er sich da mittelst des 
Mikroskopes nicht nachweisen lässt. 

Vom Glimmer lässt sich mit grosser Wahrscheinlichkeit annehmen, 
dass er reich an Eisenoxyd und arm an Magnesia sei. Hierfür spricht 
die geringe, überhaupt vorhandene Menge von Magnesia. Wie das Ver- 
hältniss von Eisenoxyd gegen Oxydul auch durch den Granat beeinflusst 
wird , entzieht sich der mangelnden Kenntniss der Zusammensetzltlll;■ 
des letzteren wegen der Beurtheilung. Die ausgewiesene Titansäure 
wird nahezu ganz dem Glimmer zufallen , wenn auch vielleicht ein 
kleiner Antheil von dem enthaltenen Erz herstammt. 

Ein etwas anderes Aussehen haben Porphyrite, die Gänge im 
Phyllit des Liesch agrabens bei Prävali bilden. Diese sind in 
dem alten Steinbruch daselbst gut aufgeschlossen , der zur Gewinnung 
von Bruchsteinen für Anlage der obertägigen Förderbahn des Kohlen- 
werkes Liescha betrieben wurde. 

Die Grundmasse des einen ist grau und dicht, in ihr liegen zahl- 
reiche weisse Feldspathkrystalle, von denen die grössten kaum 1 Centi- 
meter Durchmesser erreichen. Neben ihnen tritt Quarz, wenig Glimmer 
und sporadisch Granat in kleinen Körnern auf. Hornblende scheint 
zu fehlen. 

Eine zweite Probe enthält in einer grünlichgrauen Grundmasse 
sehr viele Feldspatheinsprenglinge (vielleicht 35 — 40 Procent) , die bis 
2 Centimeter lang werden. Quarz in bis 1 Centimeter grossen Krystallen, 
tritt mehr zurück ; kleine, lange Hornblendekryställchen treten in grosser 
Zahl auf, solche ausgeblichenen Glimmers in geringer, Granatkörnchen 
sind in der Grundmasse und im Feldspath nicht selten. 

Von einer Detailbeschreibung dieser schon mehr veränderten 
Gesteine will ich absehen und nur einige Eigenthümlichkeiten hervorheben. 

So weit noch einzelne klare Schalen des zonal gebauten Feld- 
spathes ein sicheres Ertheil gestatten, kann man diesen entnehmen, 
dass hier die Zusammensetzung innerhalb weiterer Grenzen schwankt. 

13* 



96 Verhandlungen. Nr. 4 

als in dem Wolfsgrubner Vorkommen. Es wurden in Präparaten parallel 
.1/(010) Auslöschungen von 30 — 33° beobachtet . die also der ganzen 
Bytownitgruppe entsprechen. Wegen mangelhafter Spaltbarkeit müssen 
die Präparate beiderseits angeschliffen werden. Hierdurch entstehen 
natürlich leicht Abweichungen von der parallelen Lage gegen i/, worauf 
wohl die beobachteten Auslöschungsschiefen bis zu 38° zurückzuführen 
sind. Man vergleihe übrigens das betreffende Capitel bei Schuster. 
Präparate parallel P(001) ergaben —5° bis —6° und —24° bis —26°. Die 
ersteren entsprechen einem Labradorit Ab x : An u die letzteren Bytownit 
von Ab x : An b — Ab x : An 6 . Es sind dies Grenzen der Mischungsverhält- 
nisse, wie sie in solchen Gesteinen noch kaum beobachtet worden sind. 

Unter dein Mikroskop lässt sich auch in der ersten Probe etwas 
Hornblende nachweisen, aber sehr wenig'. Die der zweiten Probe bildet 
fast ausschliesslich Zwillinge. 

In der Grundmasse beider Handstücke lässt sich Quarz als 
wesentlicher Bestandtheil erkennen. In der sehr feinkörnigen eisten 
sind die Quarzkörner der die bedeutendsten Dimensionen erreichende 
Gemengtheil. 

Literatur-Notizen. 

Dr. A. Fritsch und J. Kalka. D i e C r u s t a c een der böhmischen 
Kreideformation. Veröffentlicht mit Subvention des Comites für 
Landesdurchforschung- von Böhmen. Mit 10 Tafeln in Farbendruck und 
72 Textfiguren. Prag 1837, Selbstverlag. 32 Seiten Text in 4°. 

Durch die Arbeiten der Landesdurchforschung wurde ein sehr grosses und schönes 
Materiale an Crustaceenresten der böhmischen Kreide zusammengebracht. Die Cirripeden 
und Ostracoden wurden von Assistent Kafka bearbeitet, die übrigen Ordnungen und 
die Gattung Loricula der Cirripeden von Prof. Fritsch selbst. Die Originale belinJen 
sich grösstentheil in dem Landesmuseum in Prag, einige Stücke auch im geolog. Institute 
der deutschen Universität in Prag. Es erscheinen in der Crustaceenfauna der böhmischen 
Kreide gegenwärtig vertreten: 
Ordnung Cirripedia: Loricula mit einer Art, L. pulchetta So/r. aus dem böhmischen 

Turon und Senon, sonst in der unteren weissen Kreide von Rochester. Die böhmische 

Senonform wurde als Var. gigas unterschieden. 
Scalpellum in 9 Arten, darunter 3 neue, Scalp. Kamajkense Kafka, Sc. crassum 

Kafka und Sc. nitens Kafka. Am reichsten an Scalpellum sind die Korytzaner 

Schichten (Cenuman). 
Pollicipes mit 10 Arten, worunter ebenfalls 3 neue, P. costatus , cuspidatus und 

Kosticemis Kafka. Auch diese Gattung ist am zahlreichsten in den cenomanen 

Korytzaner Schichten vertreten. 
Balanula (?) mit einer etwas zweifelhaften Art />. cretacea K. vom cenomanen Fund- 
orte Kamajk. Wenn die Bestimmung richtig ist, der älteste bisher bekannte Balanide. 
Ordnung Ostracoda: Mit den Gattungen Bairdia (4 Arten, eine davon neu), Cythere 

(11 Arten, wovon 4 neue), Cytheridea (1 Art), Cytherideis (lArt), Ctfthert.Ua 

(4 Arten). Die Ostracoden sind zumeist senouen Alters. 
Ordnung Decapoda: Es sind sowohl Macroura als Brachyura vertreten, erstere in 

den Familien der Palinuridae , Glyphaeidca , Astacomorpha und Thalassinidae, 

letztere durch Angehörige Dromiaceae, Oxystomata, Oxyrhyncha und Cyclometopa. 
Die bisher bekannten Arten sind : 

Mac ro u ra: 

Podocrates Dulmensis Schlüt. Aus den fischführenden Knollen an der Basis der Iser- 
schichten in den l'länerbrüchcn zu Vinar bei Hohenmauth und aus den Chlomeker 
Schichten. 



Nr. 4 Sitzung am 12. März. P. R. Handmann, S. J. 97 

Palinuru8 Woodwardi Fr. Aus dem untersten Turon des Weissen Berges bei Prag, 
wohl der älteste Kreidepalinurus. 

Glyphaea bohemica Fr. Alle aus dem Wehlowitzer Pläner der Weissenberger Seh. bei 
Prag (Turon). Die Art konnte pag. 24 in restaurirtem Zustande dargestellt werden. 

Enoploclytia Leachii Alant. Seit Renss in zahlreichen Exemplaren aufgefunden, des- 
halb auf pag. 28, 29 in restaurirter Gestalt wiedergegeben. Vom unteren Turon 
bis in's Senon. 

Schlüteria tetracheles Fr. Die von Fritsch neu aufgestellte Gattung Schlüteria 
ähnelt in der Gestalt Enoploclytia, ist aber durch eine abnorme Entwicklung der 
Scheere des zweiten Fusspaares verschieden. In den Weissenberger Schichten (Turon). 
Auch diese Form konnte restaurirt werden (pag. 32). 

Nymphaeops (?) lunatus Fr. Aus dem turonen Pläner des Weissenberges. Bisher 
mangelhaft bekannt. 

Hoploparia biserialis Fr. Zu Vinar bei Hohenmauth im Turon. 

Hoploparia fdleifer Fr. In den Weissenberger Schichten (Turon). 

Farachjtia nephropica Fr. Steht zwischen Nephrops und Hoploparia; Weissenberger 
Schichten (Turon) ; pag. 38 restaurirt dargestellt. 

Stenocheles parvulus Fr. Noch wenig bekannte Gattung. Die Art aus dem Wehlowitzer 
Planer (Turon). 

Stenocheles esocinus Fr. In den höchsten Lagen des Inoceramenpläners der Priesener 
Schichten bei Podiebrad. Nur Scheere und Abdomen bekannt. 

Callianassa. Ist durch sechs Arten vertreten, welche von Fritsch bereits früher in 
einer monographischen Arbeit (böhm. Gesellschaft der Wiss. XV, 1867) behandelt 
worden sind. Die Arten sind C. Turtiae Fr., C, bohemica Fr , C. antiqua Otto, 
C. brevis Fr., C. elouyata Fr. und C. gracilis Fr. Callianass. antiqua Otto konnte 
diesmal (pag. 44) restaurirt dargestellt werden. 

Brach y u r a : 

Polycnemidium pustülosum Reuss. Nach Keuss copirt. 

Palaeocorystes isericus Fr. Aus den höchsten, an Callianassa reichen Lagen der Iser- 

schichten. Die beiden abgebildeten Stücke sehen sehr verschieden aus. 
Palaeocorystes Callianassarum Fr. Aus den Chlomeker Schichten von Kieslingswalda. 
Necrocarcinus avicularis Fr. Scheeren. 
Necrocarcinus perlatus Fr. Scheere. 

Lissopsis transiens Fr. Erinnert au die recente Lissa. Iserschichten bei B.-1'rübau. 
Etyus Buchii Mant. Nach Reuss copirt. 
Lupeites granulatus Fr. Sehr unvollständig erhaltener Rest. 

Ausserdem mehrere Fragmente und Reste , deren Deutung völlig unsicher ist. 
Sie werden provisorisch als (Cancer) und (Astacus) angeführt. 

Eine tabellarische Ueb ersieht pag. 50 — 52 erleichtert die Orientirung über das 
Vorkommen aller der beschriebenen Crustaceen. Das Hauptcontingent zu der bisher 
bekannten Fauna, respective zu den ansehulichereu und auffallenderen Typen derselben, 
stellen die Macrouren , von denen Verwandte noch heute sogar im Mittelmeer leben, 
zum Theil in Arten der Tiefseefauna zu linden sein dürften. Als Beleg für letztere 
Ansicht bildet der Verfasser zum Schlüsse den Tiefseekrebs Astacus (V) Zaleucus W. 
Sehnt, ab, dessen Scheere mit jener von Stenocheles esocinus eine auffallende Aehn- 
lichkeit besitzt. (A. B.) 

P. R. Handmann, S. J. Die fossile Co nehylienfauna von 
L eob er sdorf im Te r tiär be cken von Wi e n. Mit 8 Figurentafeln. 
Münster 1887. 47 S. Text in 8°. 

Die von P. Handmann zu Leobersdorf entdeckten Süsswasser- unjd Land- 
conehylien der Congerienschichten sind durch mehrere Mittheilungen aus der Feder 
F. Sandberger's in diesen Verliandl. (1885, pag. 393, 1886, pag. 118, 331) bekannt 
geworden, in der vorliegenden Arbeit beschreibt nun P. Hand mann selbst die 
Gresammtfauna dieser Localität. Dieselbe liegt nahe bei Leobersdorf, gegen Solenau, 
unweit vom Marienbrunnen („heilsamer Brunnen"). Die Süsswasser- und Landconchylien 
(pag. 42 ff.) zählt der Verfasser nach den grösstenthoils am oben genannten Orte publicirten 
Bestimmungen Sandberger's auf. Neu sind hinzugetreten: Hyalina 1 oder 2 spec, 
Helix cfr. cobresiana AU., Caryehium Sandbergeri Handm. (eine Art von Kotting- 
brunn, erwähnt in Verh. 1885, pag. 393 nennt Handmann Car. Vindobonense). 



',K Verhandlungen. Nr. 4 

Die Neritinen, Melanien und Melanopsiden bearbeitete Handmann selbst. Es 
werden 3 Neritinen (A r . Leobersdorfensis Hdm. auch abgebildet) beschrieben, 3 Mela- 
nien namhaft gemacht und die zahlreichen Melanopsis dieser Localität in 5 Subgenera 
mit 28 Arten und zahlreichen Varietäten zerlegt. Sie lassen sich in ihrer Mehrzahl 
schon nach den Abbildungen leicht auf die bekannten Typen der Melanopsis pygmaea, 
Melanopsis impresso und M. Martiniana und Melanopsis Bouei zurückführen. Nur 
einzelne der gerippten Formen {Melanopsis plicatula, Melanopsis austriaca Hdm.) ent- 
fernen sich weiter von den gewöhnlichen Typen der Wiener Congerienschichten. 

Ausser den Melanopsiden erscheint (Tab. VIII, Fig. 24) auch Strobilus tiara 
Sandb. abgebildet. Von Bivalven hat die Localität nur wenige Congerien, Cardien und 
ein Pisidium geliefert. Ausserdem finden sich einzelne sarmatische und marine Formen 
eingeschwemmt. (A. B.) 

P. R. Handmann , S. J. Die Neogenablagerungen des 
österreichisch-ungar. Tertiärbeckens. Mit 86 Original- 
zeichmragen auf (8) Tafeln. Münster 1888. 71 S. Text in 8°. 

Eine nicht durchaus glückliche Compilation, zu deren Ausführung vorzugsweise 
die Arbeiten von Gustos Th. Fuchs benützt wurden. Während zahlreiche neuere Arbeiten 
vom Verf. gänzlich unberücksichtigt geblieben sind , citirt er an zahlreichen Stellen 
Ansichten, welche gegenwärtig zum Theil veraltet sind, zum Theil von ihren Vertretern 
selbst in aller Form zurückgenommen wurden. In den Verzeichnissen der Marinconchylien 
von Vöslau, Gainfarn, des Leithakalks und des Sarmatischen figurirt eine grössere Anzahl 
von neuen Namen. Auf pag. 52 ist die oben beschriebene Fauna der Congerienschichten 
von Leobersdorf wiedergegeben. Auf den 8 beigegebenen Tafeln erscheinen ausser 9 der 
in der vorangehend angeführten Arbeit beschriebenen Melanopsiden noch Mclania Badenxis 
Handln, aus dem Süsswasserkalke von Baden (vergl. Verhandl. 1885, pag. 391 ; 1886, 
pag. 119, 332) "ud l'leurotoma Enzesfeldensis Handm. abgebildet. Letztere Art wurde 
bisher zumeist als PI. cfr. pustulata Broce. bestimmt. (A. B.) 

P. R. Handmann , S. J. Kurze Beschreibung (Ch ar ak- 
ter istik) der liäufigs ten und wichtigsten Tertia rconchyl ien 
des Wiener Beckens. Mit 8 Figurentafeln. Münster 1889. 164 S. Text. 

Diese Arbeit ist gewissermassen ein paläontologischer Theil zu der vorher- 
erwähnten. Eine grössere Anzahl von Arten werden darin neu beschrieben, aber mit 
Ausnahme von l'leurotoma Enzesfeldensis , Melania Badensis und einiger schon in 
der ersterwähnten Arbeit über die Conchylien von Leobersdorf beschriebener Mela- 
nopsiden nicht abgebildet. Die 8 beigegebenen Tafeln sind dieselben, welche auch die 
voranstellende erwähnte Arbeit begleiten. Im Anhange pag. 138 ff. kehren auch die 
Fossilverzeichnisse von Vöslau, Gainfarn, Leobersdorf n. s. f. wieder. (A. B.) 

Dr. L. v. Ammon. Die Fauna der brackischen Tertiär- 
schichten in N i e derbayer n. Sep.-Abdr. aus den „Geognostischen 
Jalireshefton". Kassel 1887. Mit 1 Tafel, 22 S. Text in gr. 8°. 

Der Verfasser gibt hier im Anschlüsse an eine kürzlich erschienene Arbeit 
Gümbel's (vergl. diese Verhandl. 1887, pag. 330) eine faunistische Darstellung der 
sogenannten Kirchberger Schichten Niederbayerns. Die in denselben vorkommenden 
Arten sind folgende: 

Carditun bararicinn n. sp. Vertritt iu Niederbayern die beiden Ulmer Arten 
C. sociale und C. solitarium, steht aber auch dem C. obsoletum des Sarmatischen nahe. 

C. jugatum Kranss. Ist vielleicht nur eine Abart des Vorigen. 

C. cfr. planicostatum Desh. 

C. Kra n ss i Mayer. Stimmt fast ganz mit der Ulmer Art überein. 

C. sulitaroideiim n. sp. 

C. cfr. papillosutn Polt. 

Dreissena amygdaloides Dunk. und var. Bottensis n. 

Dr. sub-Basteroti Tourn. 

Oncophora Partschi Mayer (0. socialis Rzeh.) und var. Giinibeli M. Hoern. Die 
erstere Form selten, die letztere häufig. Ammon schliesst sich der Ansicht San dberger's 
an (vergl. diese Verh. 1883, pag. 209), dass Oncophora ein Subgenus von Tapes sei. 

Bythinia gracilis Sandb. 

Neritiiia Jlninatilis L. sp. 

Melanopsis impressa Kr. 



Nr. 4 Sitzung am 12. März. Dr. L. v. Amnion. 99 

An einigen Orten sind marine Formen beigemengt, und zwar Lutruria vblonga 
Chemn., Area diluvü Laiu. und Calyptraea sinensis L. 

Ammon fasst in Uebereinstimmung mit G um bei die Kirchberger Schiebten 
Niederbayerns als eine Flussmündungsbildung auf. 

Zum näheren Vergleich setzt der Verfasser sowohl die Fauna der Kirchberger 
Schichten der Ulmer Gegend, als auch jene der Sande von Oslawan Mährens bei. Beide 
Ablagerungen werden als gleichalterig mit den brackischen Schichten Niederbayerns 
betrachtet. Trotzdem weisen letztere einen besonderen Localcharakter auf: Oncophora 
Partschi ist zumeist durch die kleinere var. Gümbeli vertreten, die beiden häutigen 
Cardien der Ulmer Gegend sind durch C. bavaricum ersetzt; letzteres besitzt Anklänge 
an das sarmatische C. obsoletum, sowie auch die niederbayerische Melanopsis impresso 
grosse Aehnlichkeit mit der Wiener Form dieses Namens hat. 

Wenn es gestattet ist, sagt Ammon zum Schlüsse, die Fauna von Schicht- 
complexen, die im Alter, wenn auch nicht beträchtlich, verschieden sind, mit 
einander zu vergleichen, so könnte man sagen, die Fauna der Brackwasserschichten in 
Niederbayern nähere sich bereits in ihrem Charakter derjenigen der Schichten von 
gleicher Facies in den östlichen Gebieten. Wahrscheinlich sind die Formen, die später 
dort ihre weitere Entwicklung gefunden haben, in unserem Gebiete in den Kirchberger 
Schichten bereits vorgebildet gewesen. 

Es ist wohl wahrscheinlich, dass Ammon hier zunächst an die sarmatischen 
Schichten des Wiener Beckens denken mag, wenn er es auch nicht direct ausspricht; 
wogegen Gümbel pag. 324 seiner oben angezogenen Arbeit bei Ausführung desselben, 
nicht mehr neuen Gedankens nnr die Congerienschichten von Wien im Auge zu haben 
scheint. Die Bemerkungen Ammon's erscheinen daher in dieser Hinsicht präciser. 
Das gilt auch für das, was Ammon über die Lageruugsverhältnisse der brackischen 
Schichten mittheilt. Ausserdem ist bemerkenswerth , dass die einzelnen Horizonte des 
niederbayerischeu Neogens bei Ammon gegenüber der Eintheilung Gürabel's um einen 
Grad nach aufwärts verschoben werden: 

Nacli Gümbel Nach Ammon 

Meeresmolasse mit Ostrea cras- 1 TT , . .. f Mittelmiocän oder oberes 

. • ! Untermiocan .... TT , ... 

sisstma J [ Untermiocan 

Mergelige marine Sande u. blätterige I ,„, ,,-.,, • .. m , 

Mergel vom Alter des Schliers von Mittelmiocän . . Oberes Mittelmiocän, Z . Th. 

Ottnang, local brackische Schichten | l unteres Obermiocan 

Obere Süsswassermolasse und ] 

Braunkohlen und Helix silvana = \ Obermiocan .... 1 

sarmatisch J I Obermiocan, z. Th. viel- 

Quarzgeröllschichteu = Belvedere- 1 . „, . .. f l eicut noch jünger 

schotter j ol,erstes Obermiocan . j 

Die Folgerungen mehr theoretischer Natur, welche Ammon aus den mitge- 
theilten Lagerungsverhältnissen ableitet, scheinen mit diesen thatsächlichen Verhältnissen 
nicht in vollem Einklänge zustehen. Wenn die Schlierbildungen un t er die brackischen 
Lagen hinabtauchen (pag. 4), wenn marine Bildungen tiefer liegen als die Oncophora- 
schichten (pag. 6), wenn letztere von Mergeln, die weiter im Osten in Schlier über- 
gehen, unterteuft werden (pag. 7), wenn sich die brackischen Schichten selbst gegen 
Osten auskeilen (pag. 7), wenn sie gegen oben fast unmittelbar von den Süsswasser- 
bildungen der Silvanastufe überlagert werden (pag. 5), so sucht man zunächst vergebens 
nach einem Grunde, der den Verfasser zu dem Ausspruche zu zwingen geeignet wäre, 
dass die brackischen Schichten zwar auf sogenannten Schlierbildungen liegen, diese 
letzteren aber auch als Zeitäquivalent der brackischen Absätze anzusehen seien und 
sich in dieser Facies sogar noch weiter nach aufwärts erstrecken dürften. 

Weder der Satz pag. 4 „die Schlierbildungen scheinen sich aus den bracki- 
schen Lagen, unter welche sie nach Westen zu hinabtauchen, und wahr- 
scheinlich auch aus höheren Schichten zu entwickeln", noch auch die pag. 7 zu- 
sammengestellten Gesammtergebnisse der Untersuchung über die Lagerung der brackischen 
gegenüber den marinen Schichten berechtigen zu einem solchen Schlüsse, ja nicht 
einmal die Mittheilung pag 7 „desgleichen werden die brackischen Lager im Rottthal 
durcli Schliermergel ersetzt", denn sie besagen höchstens, dass die brackischen Lager im 
Kottthale eben „desgleichen", wie bei Brannau u. a. a. 0. vom Schliermergel „ersetzt", 
d.h. dass sie, insoferne sie überhaupt vorhanden sind, von demselben unterlagert 
werden. Es ist also nach den eigenen Beobachtungen und Mittheilungen A m m o n's kein 



100 Verhandlungen. J^r. 4 

Grund vorhanden, anzunehmen, dass die Schliermergel auch noch in höhere Niveaus als 
jenes der brackischen Schichten hinaufreichen. Halten wir uns streng an die Thatsachen, 
so sind die brackischeu Schichten Niederbayerns jünger als der „Schlier" oder höchstens 
gleichalterig mit den oberen Theilen desselben. Vergebens sucht man dagegen nach 
Beobachtungen auf niederbayerischem Boden, welche dafür sprechen würden, dass der 
Schlier theilweise anch jünger sein soll, als die brackischeu Schichten. Die Anhalts- 
punkte für diese Ansicht müssen also wohl anderen Distrieten entnommen sein und 
man wird hier wohl nicht fehl gehen, wenn man sieh der Mittheilungen Rzehak's 
über die Lagerung 1 der Oslawaner Sande erinnert, welche mit den bis vor Kurzem allein 
herrschend geweseneu Ansichten über die Gliederung des Wiener Tertiärs übereinstimmen. 
Rzehak führt bekanntlich in seiner Arbeit über die Oucophorasande von Oslawan 1883 
(Rrünner Naturf.-Vers , pag. 33) an, dass in denhöheren Lagen der Oslawaner Sande, 
also über den brackischen Vorkommnissen, abermals marine Formen, und zwar solche 
vom Grunder Charakter, auftreten, was auch Amnion pag. 20 citirt. Es ist aber zu 
beachten, dass die betreffende Beobachtung Rz eh ak's vielleicht nicht vollkommen sicher- 
gestellt ist, denn in diesen Verhandl. 1882, pag. 114 heisst es: „In derselben Sand- 
ablagerung, jedoch anscheinend in etwas höherer Lage" und auch in der Darstellung 
der geologischen Verhandlung der Umgebung von Brunn von Makowsky und Rzehak, 
1884, pag. 125 wiederholt sich diese Angabe, dass die marinen Formen der Oslawaner 
Sande „anscheinend" in etwas höherer Lage als die dortigen Brackwasserformen vor- 
kommen. Es bleibt also hier offenbar noch Einiges sicherzustellen. 

Bleiben wir also deshalb bei den niederbayerischen Verhältnissen stehen, so 
mag nochmals constatirt werden , dass die brackischen Kirchberger Schichten dieses 
Districtes zum Theil Aequivalente des oberen Schliers sein mögen, wahrscheinlich aber 
sogar jünger sind als dieser. Fügen wir ferner hinzu, dass nach Gümbel (1. c. 319) 
der typische Schlier von Ottnang seiner geologischen Stellung nach nur den höchsten 
Horizonten der sogenannten 2. Mediterranstufe und nicht einmal (pag. 325) den Gründer 
Schichten, viel weniger der 1. Mediterranstufe gleichgestellt werden kann, so folgt 
unmittelbar, dass auch die Kirchberger Schichten Niederbayerns zu 
diesen jüngsten und hängendsten Schichten der 2. Mediterranstufe 
gezählt werden müssen. 

Damit im besten Einklänge steht der Ausspruch F. Sandberge r's in diesen 
Verh. 1886, pag. 119: Im alpinen Theile des Wiener Beckens würde man 
die Kirchb erger Seh ich ten unmittelbar unter der sarmatischen Stufe 
zu suchen h aben. 

Das ist nun in gar keiner Weise mit den Angaben Rzehak's vereinbar, welcher 
bekanntlich seine Oucophorasande mit dem Niveau von Grund identificirt oder dieses und 
die gesammte 2. Mediterranstufe über diesen Oncophorasanden beginnen und liegen lässt. 

Wollte man also von diesen Verhältnissen in Mähren ausgehend auf Nieder- 
bayern zurückschliessen , so müsste über den brackischen Schichten und über dem 
Schlier auch hier erst die gesammte 2. Mediterranstufe beginnen, und Gümbel's 
Ansicht, dass der Schlier viel jünger sei, dass er schon den höchsten Schichten jener 
zweiten Mediterranstufe entspreche, müsste unbedingt ein Irrthum sein. Hat aber 
andererseits Gümbel Recht, so können über den mährischen Oncophorasanden nicht 
noch die gesammten Ablagerungen der 2. Mediterranstufe folgen, wie Rzehak angibt. 
Es ist wohl kaum Spiel des Zufalls , dass dann sowohl hüben als drüben eigentlich 
jeglicher Raum für eine Unterbringung der sogenannten 2. Mediterranstufe in der ihr 
theoretisch gebührenden Stellung zu fehlen scheint und dass man dieselbe , von der 
Richtigkeit der Gümbel'schen Anschauung ausgehend, unter der oberen Grenze der 
brackischen Schichten und des Schliers vertreten lassen sein muss, während sie gleich- 
zeitig in Mähren über denselben brackischen Schichten liegen würde. Unter der 
Voraussetzung also, dass die brackischen Schichten wirklich dem Niveau noch identisch 
sind , muss geschlossen werden , dass entweder hüben oder drüben ein sehr schwerer 
Beobachtungsfehler vorliegt. Und es wird der anzuhoffenden Lösung dieser Frage 
gewiss nicht hinderlich sein , wenn man über diesen Umstand völlig klar wird , mit 
anderen Worten, wenn man auch die Consequenzen sich ableitet, die aus den neueren 
Arbeiten Gümbel's und Ammon's für die Gliederung des österreichischen Neogens 
sich unwiderruflich ergeben. 

In Anbetracht des schon heute als verhältuissmässig jugendlich festgestellten 
Alters der Kirchberger Schichten (auch Oh. Mayer ist schon 1876 Journal de Couch.. 
pag. 179 geneigt, dieselben eher für messinisch als für tortouisch zu halten) und 
der von Ammon neuestens betonten faunistischen Verwandtschaft derselben mit 
den sarmatischen Bildungen könnte es auch nicht besonders überraschen, wenn die 



Nr. 4 Sitzung am 12. März. Meunier. J. G. Bornemann. \Q\ 

Kirchberger Schichten demnächst direct als den sarmatischen Schichten gleichstehend 
erachtet würden. G um bei freilieh erklärt die Traunthaler Braunkohlenbildung für 
sarmatisch, die hangenden Schotter derselben für Belvedereschotter. Hat Gümbelhier 
Recht, so fehlt uns hier eine Vertretung der Congerienschichten. Tausch hat aus 
Säugethierresten geschlossen, dass die Traunthaler Kohlen dem Belvedereschotter 
gleichstehen. Vielleicht liegt die Wahrheit auch in der Mitte, d. h. die Traunthaler 
Kohlen sind Congerienschichten, wie Hauer, Geologie, 1878, pag. 6'49 annimmt. Dann 
müssten etwaige Aequivalente des Sarmatischen in den Sanden und Mergeln, die zwischen 
dem Schlier und der Braunkohlenbildung liegen, gesucht werden. Diese liegen aber 
genau in demselben Niveau unter der Silvanastufe , wie die brackischen Schichten 
Niederbayerns. Nach dem, was man über die Geschichte des „Schliers" von Radoboj 
und über gewisse Schlierbildungen von Südsteiermark weiss (vergl. Jahrbuch der geol. 
Reichsanstalt, 1884,, pag. 498 ff), brauchte man aber selbst vor dem Gedanken nicht 
zurückzuschrecken, dass ein Theil des Schliers bereits der sarmatischen Stufe zufallen 
könne. (A. B.) 

Stanislas Meunier. Geologie regionale de 1 a France. 
Cours professe au Museum d"histoire naturelle. Paris 1889, 789 S. in 8°. 

Das vorliegende Buch ist die Frucht dreijähriger Vorlesungen des Verfassers 
über die Geologie von Frankreich. Es behandelt diesen umfangreichen Gegenstand 
nach einer Eintheilung in eine grössere Anzahl (18) von Regionen, innerhalb welcher 
dann erst nach der Beihe der Sedimente vorgegangen wird. Die einzelnen Abschnitte 
sind folgende: 1. Das Centralplateau, 2. die Bretagne, 3. die Ardennen, 4. die Vogesen, 
5. die Umgebungen von Paris und die Touraine, 6. die Haute Normandie, 7. Picardie, 
Boulonnais, Flandern, 8. ßurgund, Champagne, 9. Jura, 10. La Bresse et les Dotnbes, 
11. die Alpen, 12. das südöstliche Littorale, 13. Corsica , 14. Le Vaucluse et les 
Bouches du Rhone, 15. die Pyrenäen, 16- das Vorland der Pyrenäen, 17. Aquitanien, 
18. Charentes et Poitou. 

Zahlreiche geologische Kärtchen der einzelnen Regionen und eine grosse Anzahl 
von Profilen und Ansichten begleiten den Text. (A. B.) 

J. G. Bornemann. U e b e r Seh lack enkegel und Laven. Ein 
Beitrag zur Lehre vom Vulkanismus. Jahrbuch der königl. preuss. geol. 
Landesanstalt für 1887. Berlin 1888, pag. 230—282. Mit 2 Tafeln. 

Das Schauspiel, welches sich Bornemann beim Ablassen von Bleischlacken 
aus dem Hochofen in den Stoiberger Hüttenwerken bot, war, indem es Lavaströme und 
vulkanische Auswurfskegel in täuschendster Weise vor das Auge zauberte, Veranlassung 
zu der vorliegenden Studio, die eines der allezeit fesselndsten Capitel des Vulkanismus 
behandelt. 

Indem in der Stoiberger Hütte grosse, fahrba-e Pfannen zum Autfangen der 
Schlacke bestimmt sind und die rlüs.-ige Schlacke somit in grosse Gefässe als dicke 
und langsam erstarrende Masse gesammelt wird, resp. gesammelt wurde (1876), konnten 
daselbst stets Sehlackei.kegel von besonderer Schönheit gewonnen werden. War die 
Oberfläche der flüssigen Schlackenmasse erstarrt, so bildeten sich bald in derselben 
Risse durch Zusammenziehung der Kruste und Ausdehnung des noch flüssigen Magmas. 
Aus den Rissen, die sich oft unter rechten Winkeln kreuzten, quoll bald flüssige 
Schlacke nach und erstarrte, Rippen oder deckenartige Ausbreitungen blieben zurück 
und schlössen so die Spalte wieder. Selten blieb mehr als eine Stelle offen, die sich 
dann ausrundete, und, indem hierdurch stets neue, flüs.-ige Schlacke nachdrang, bildeten 
sich Kegel. Diese wuchsen, indem stossweise stets neue Masse herausgetrieben wurde 
und über den „Kraterrand" überfloss. Wurde der Kegel höher, ergoss sich die Schlacke 
auch ni(ht mehr allseitig herab, es bildeten sich getreue Modelle von Lavaströmen. 
Allmälig kam das ruhige Ausfliessen zu Ende und kleine Explosionen, die einzelne 
Tropfen olt weit ausschleuderten, stellten sich ein, bis schliesslich auch dieses Spiel 
sein Ende land und nur mehr der Bauch von Metalloxyden dem kleinen Vulkanschlund 
entstieg, der sich als weisse Kruste am oberen Rande der schwarzen Mündung festsetzte. 

An einem der schönsten dieser so erhaltenen Kegel, den uns Bornemann in 
einem schönen Lichtdrucke und in halber Grösse — diese betrug 12 5 Centimeter — 
vorführt, hat er auch über die mikroskopische Structur der Schlacke sich zu ver- 
gewissern gesucht und dieselbe als aus wasserhellen, rhombischen, dem Chiastolith ähn- 
lichen, aber nicht mit ihm identischen Krystallen und Glasmasse, die zumal in der 
Kruste vorherrscht, bestehend erkannt. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 4. Verhandlungen. 14 



102 Verhandlungen. J^r. 4 

Indem Borneruanu hervorhebt, dass all die Erscheinungen, welche die Stol- 
berger Kegel darboten, durchaus ohne Mitwirkung von Wasser (Wasserdampf) entstanden, 
Erscheinungen, die er bis in's Detail und eingehender, als es hier geschehen kann, 
mit verwandten Vorgängen an Vulkanen vergleicht, übergeht er nunmehr zu diesen 
letzteren selbst : auch diese mögen ohne die Mitwirkung von Wasser zu 
Stande gekommen sein und es gelte, diese anderen Motoren, die zunächst den ruhigen 
Auftrieb, hierauf das Schlackigwerdeu der erstarrenden Schmelzmasse, die Detonationen 
und das Ausschleudern bewirken, diese Motoren zu ergründen. 

Keineswegs fällt es nun Bornemann etwa bei, die active Mitwirkung von 
Wasser und Wasserdampf bei einem Theile unserer Vulkanausbrüche in Abrede zu 
stellen, nur gegen die gar zu allgemein gehaltene Fassung dieses Satzes möchte der 
Verfasser Einsprache erheben und reiht nun, um derselben mehr innere Beweiskraft 
zu verleihen , eine bedeutende Zahl von Beobachtungen, die er im Vulkangebiete Süd- 
italiens anzustellen Gelegenheit hatte und Dünnschliffuntersuchungen, die er an Laven 
vornehmen konnte, aneinander. In letzterer Beziehung hat Bornemann ein besonderes 
Augenmerk gewendet auf die in den Vesuvlaven vorkommenden Leucite und Granate, 
denen er in sehr eindringlicher Weise, mikroskopisch wie chemisch zu Leibe geht. 
Es wäre zwecklos, diese mannigfachen Untersuchungen hier halbwegs im Detail wieder- 
zugeben und so mögen denn nur die Schlussworte hier Platz finden, die andeuten, 
welche Factoren Bornemann die sonst dem Wasser, dessen Bestandteile bei dessen 
leichter Zersetzung zur Bildung anderer Verbindungen Verwendung finden, zugeschriebene 
Eolle spielen lassen würde. „Beim Aufsteigen d>-r Lavasäule im Kraterschacht finden 
gewaltige Reibungen statt, chemische Zersetzungen vollziehen sich bei der Berührung 
der glutflüssigeu Masse mit ihrer neuen Umgebung; eine stärkere Erhitzung und eine 
Verflüssigung des zähen Magmas muss stattfinden. Gase, aus den chemischen Processen 
entstehend oder aus der porösen Umgebung mechanisch hinzutretend, werd-n in ver- 
grässerter Menge in der Lave diffundiren, eraporfaiirende Bomben rühren den Glutbrei 

durcheinander Der Wasserdampf aber spielt durchaus nicht die Rolle, welche ihm 

von Vielen zugeschrieben wird und besonders weisen uns das wasserfreie Chlorcalcium 
und die hohen Schmelztemperaturen der Vesuvbomben darauf, dass andere chemische 
Vorgänge stattfinden". 

M. Canavari. Contribuzione alla Fauna del Lias in- 
feriore di Spezia. Memorio del Re.üio Comitato geologico dTtalia. 
Vol. III, Parte 2 Firenze 1888. (9 Tafeln). 

Theils auf Grund eigener Detailstudien, theils fussend auf den neueren, in der 
Literatur niedergelegten Arbeiten über mediterranen und mitteleuropäischen Lias, hat 
es Dr. M. Canavari unternommen, seine in Band XIX der Paläontographica von 
Dunker und v. Zittel, Cassel 1833, publicirte Abhandlung: „Beiträge zur Fauna 
des unteren Lias von Spezia" (Ref. Verhandlungen 1883, pag. 74) einer neuerlichen 
Bearbeitung und Ergänzung zu unterziehen, deren Resultate uns hier vorliegen. 

Weitaus der grösste Theil derselben widmet sich der paläontologischen Be- 
schreibung einer ebenso reichen als interessanten, jedoch fast ausschliesslich nur aus 
kleinen Formen bestehenden Fauna , an deren Zusammensetzung die Brachiopoden 
(4 Arten) und Gastropoden (12 Arten) nur untergeordneten Antheil nehmen. Das Schwer- 
gewicht fällt der Familie der Ammoniten zu , welche in dieser Ausgabe viel ausführ- 
licher behandelt und theilweise anders gruppirt erscheinen, so dass es wünschenswerth 
wird, auf die verschiedenen neu^n Ergebnisse hinzuweisen. 

Zunächst sei bemerkt, dass Canavari vorliegender Ausgabe eine schärfere 
generische Unterscheidung, welche in der deutschen Bearbeitung vielfach nur unter Paren- 
these angedeutet worden war, zu Grunde legt und das ganze Material an Ammoniten 
in folgende 12, statt in 7 Gattungen gliedert. 

I. Amaltheus Montf. (1 Art), Amaltheus margaritatus Montf., dessen Vorkommen 
im unteren Lias von Spezia bereits früher (M. Ca na va ri, B. Lotti, D. Zaccagna: 
Di alcnne ammoniti del Lias medio , rinvenute a Monte Parodi di Spezia. Soc. 
Toscana. Proc. Verbali. Vol. III, 1883, pag. 246) angezweifelt worden war, wurde in 
die neue Ausgabe nicht aufgenommen. 

Amaltheus (Oxynot.J Castagnolai Cocchi erscheint nunmehr als Arictites Waag. 

II. Oxynoticeras Hyatt. (2 Arten). Oxynoticeras? sinister Can., ehedem als 
Amaltheus (Sphenodiscus ?J. Oxynoticeras Sismondae d'Orb. wurde hier neu beschrieben. 

III. Rhacophyllites Zitt. (emend. v. Mojs.) (1 Art). 

IV. l'hylloceras Suess (sens. str.J 8 Arten. 



Nr. 4 Sitzung am 12. März. M. Canavari. JQ3 

V. Lytoc'eras Suess (sens. slr.) (5 Arten). 

Eine Art (Lyt. n. sp. ind.) wird neu besehrieben, Lyt. '? subbiforme fällt zum 
Theil einer neuen Gattung (siel'e unten) zu, ebenso zwei andere Species. 

VI. Pleuracanthites nor. gen. Canav. 1*8'$ (1 Art). 

Schon in seiner ersten Arbeit vom Jahre 1883 hatte C an ava ri auf eine Gruppe 
von in ihrem Lobenbau den Lytoceraten ahnlichen Ammoniten hingewiesen, welche auf 
ihren inneren Umgängen an der Externseite Knoten tragen (dadurch an Aegoceras 
erinnernd) und 1883 (Soc. Toscana. Proc. Verbali. Vol. III, 188 ; , pag. 279j für dieselben 
den Gattungsnamen Pleuracanthites vorgeschlafen. 

PI. bifurmis Sow. umfasst auch einen Theil der früher als Lyt. subbiforme Ca». 
beschriebenen Art. 

VII. Ectooentrites Wähner (in litt.) 1887 (3 Arten). Davon 2 früher als Lyto- 
ceras beschrieben, während eine dritte : Ect. Petersi v. Hauer nun von Lyt.? Meneghini 
(Deutsche Ausgabe, pag. 37, Taf. III, Fig. 24—25) abgetrennt wurde. 

Diese Gattung unterscheidet sich von Lytoceras Suess sens. str. durch ihren 
Externlobus, welcher bis auf die Tiefe des I. Laterallobus hinabreicht. 

VIII. Schlotheimia Bayle (emend. Wähner). 1886 (9 Arten). Aegoc. deletitm 
Can. 1883 erscheint nun als Schloth. sp. ind. cf. Schloth. lacunata Buckm. 

IX. Psilöceras Hyatt. (einend. Wähner), 1886 (6 Artpn). Dieselben waren in der 
ersten Ausgabe theils als Angulaten betrachtet worden (Ps. euptychum Wähn., Ps. 
Guidoni .Sow., Ps. pleuronotum Cocchi, Ps. Portisi Cau .), theils wuideu sie von Aeg. 
pleuronotum Cocchi als für Spezia neue Formen, nämlich als Ps. calciinontanum Wähn. 
und Ps. Kammerkaren.se Giimb. abgetrennt 

X. Aegoceras Waag. (emend. v. Zittel). Diese in der ersten Aufgabe durch 
zahlreiche (23) Arten vertretene Gattung erscheint nunmehr durch eine Art : Aegoceras? 
Cocchi Menegh. m. s. repräsentirt. Alle Species vertheilen sich nur mehr unter Schlot- 
heimia und Psilöceras einerseits und unter Aricties (Aeg. tortuosum Cau und Aeg. 
helicoidum Men. — Ar. proaries Neuin., Aeg. carusense d'Orb = Ar. raricostatus 
Ziet.J anderseits. 

Aegoceras cf. Regnardi. d'Orb. wurde als wahrscheinlich einer anderen (mittel- 
liasisehen) Localität entstammend, aus der neuen Bearbeitung eliniinirt. 

XI. Arictites Waag. (27 Arten). Davon waren in der deutschen Ausgabe 7 Arten 
als Aegoceras und 1 Art als Amaltheus (Oxynoliceras) beschrieben. 3 Arten sind für 
die Localität, 3 Arten überhaupt neu. 

XII. Tropites v. Mojs. 

Als wesentliche Ergänzung der neuen Auflage müssen die das allgemeine Schluss- 
capitel einleitenden, stratigraphischen Details über die Lagerungsverhaltnisse des Rhät 
und Jura in der Umgebung von Spezia bezeichnet werden. An der Hand zweier sich 
ergänzender Profile wird die zuerst durch Capellini erkannte, theilweise Ueberkippung 
der Schichtreihe erklärt , der zu Folge seinerzeit auch auf paläontologisches Gebiet 
hinüberspieleude Differenzen in der Auffassung verschiedener italienischer Geologen 
entstanden sind. 

Was die paläontologische Bedeutung der Fauna anbelangt , werden die schon 
früher gezogenen Schlüsse im Allgemeinen aufrechterhalten. 

Die Ablagerung, welche sich nicht weiter gliedern lässt und vermöge der gleich- 
massigen Vertheilung der Fossilien in allen Lagen als einheitliche Stufe aufgefasst 
werden muss, bildet in Süditalien die unterste Stufe des Lias. 

Verglichen mit anderwärtigen Vorkommnissen jedoch, entspricht dieselbe haupt- 
sächlich den alpinen Zonen des Ps. megastoma Giimb. und der Schi, marmorea 
Opp. und greift mit wenigen Arten hinab in die Zone des Ps. calliphyllum Neum. und 
hinauf in jene des Ar. rotiformis Soic, was beiläufig den drei mitteleuropäischen 
Zonen des Ar. laqueus Qu., der Schi, angulata Schi. und. des Ar. Bucldandi Sow. 
gleichkommt. (G. G.) 

G. Bruder. Berichtigung-. (Aus einem Briefe an D. Stur.) 

Auf pag. 331 (Jahrgang 1888, Heft 18 der Verhandlungen) finde ich unter Ein- 
sendungen für die Bibliothek (10.706. 8°) Br. G. (Bruder G.) Böhmens „Classische 
Formation'' (Zeitungsartikel aus der Politik vom 9. September 1888. Prag.) 

Ich erkläre hiermit, dass jener Zeitungsartikel nicht von mir herrührt, seinem 
Inhalte nach mir gar nicht bekannt ist. 



104 



Verhandlungen. 



Nr. 4 



Preis -Verzeichniss der von der k. k. geologischen Reichs- 
anstalt geologisch colorirten Karten. 
A. Nene Specialkarten im Massstabe von 1:75000. 







Geld- 






Geld- 






Geld- 


Nr. 


Titel der Karte 


betrag 


Nr. 


Titel der Karte 


1 betrag 
1 fl. Ikr. 


Nr. 


Titel der Karte 


betrag 

fl. kr. 


Ifl. 


kr. 




Ober- und Nieder- 






3 


xvin Walach. - Mese- 






15 


1 Lietzen .... 


5 






Oesterreieh. 










2 


50 


16 


Gröbming . . 


3 












6 


1 T Freistad't . . ■ 


4 


50 


17 








13 


VII. Tittmoning . . 


1 


50 


7 


jXIX. Teschen . . . . 


3 


50 


IS 


Gurkthal . . . 


3 


. 


18 


1 vttt Braunau . . . 


1 




6 


XX. Biala u. Bielitz 


5 




19 


Klagenfurt u. 






13 


1 -"-^Mattighofen . 


4 


50 












Villach . . . 


6 


50 


11 


") Passau .... 


5 


50 




Tirol. 






20 


Radmannsdorf 


5 


50 


18 


Schärding . - 


\ 




15 


\ Boden-See . . 

I, Hohenems . . 

' Bludenz . . . 


1 


50 


21 


Bischoflack . . 


r> 




13 


> IX.Ried u.Vücklabr. 


5 




16 


3 




22 


> X. Adel-berg . . 


4 




14 


Gmunden . . . 


5 




17 


3 


50 


23 


Sessana und 






1-, 


; Isehl-Hallstadt 


8 




15 


| Immenstadt . 


5 






St. Peter . . 


' 


. 


11 


j Hohenfurt . . 


3 




16 


1 Tr Reute .... 
"' Stuben .... 


6 




24 


Pinguente und 






1 12 




3 




17 


5 


50 




Volosca . . . 


5 


V 


13 


( Wels 

J Kirchdorf . . . 


2 


50 


18 


1 111. Ursprung . 


8 




25 


Pisino und 






14 


6 




15 


Füssen .... 


6 






Fianona . . 


4 


50 


11 


1, vi gtoyeregg • ■ • 


3 




16 


Leehthal . . . 


4 


. 


27 


Unie und San- 






18 


2 


50 


17 


Landek .... 


5 






i sego .... 


1 


. 


13 


| ' Enns u. Steyer 


2 


50 


18 


Nauders . . . 


7 


50 


15 


Admont und 






14 


1 Weyer .... 


7 


50 


19 


> III. Glurr.s .... 


8 






Hieflau . . . 


8 


. 


10 


Lotschau und 






21 


Adamello und 






16 


St. Johann am 








Gmünd . . . 


; 4 






Tioue . . . 


8 






Tauern . . . 


3 50 


11 


Weitia und 






22 




8 




17 


Judf-nburg . . 


3 . 




ytt Zwettl . . . 


2 


.'0 


23 


Lago di Garda 


5 




18 


Hüttenberg u. 




12 


A Ottenschlag . . 


3 




15 


Ob. -Ammergau 


1 5 






Eherstein . 


■ 




13 




3 


50 


10 


Nassereith . . 


5 




19 I 


Völkermarkt . 


5 


50 


14 


Gaming u. M.- 






17 


Oetzthal . . . 


4 




20 


Eisenkappel . 


8 






Zell 


6 


50 


l.S 


Sölden und St. 






21 


> XI. Laibdcb . . . 


3 


50 


10 


Drosendorf . . 


5 






Leonhart . . 


6 




22 


Weixelburg u. 




11 


Hörn 


7 


50 


19 


> IV. Meran .... 


8 






Zirknitz . . 


4 • 


12 


XIII.Krems .... 


4 


50 


20 


Cles 


6 


50 


23 




4 50 


13 


St. Polten . . . 


5 50 


21 


Tri»nt .... 


fi 




24 


Fiume . . . 


4 50 


14 


' St. Aegidi . . . 
) Ob -Hollabrunn 


6 


50 


22 


Riva u. Rover. 


7 


50 


25 


Veglia, Novi . 


3 




I 11 


5 




23 


Avio und Val- 






26 


Cherso und 






12 


Tnlln 


3 






dagno . . . 


8 






Arbe .... 


2 


50 


13 


XTV Baden u. Neu- 






15 


Acheukirch 


5 




27 


Lussin und 








1 lengbach . . 


5 


50 


1« 


Innsbruck . . 


5 






\ iccolo . . . 


2 




! 14 ! 


Wr. Neustadt . 


6 




17 


Matrei .... 


6 


50 


15 


1 Eisenerz und 






15 j 


Aspang .... 


6 


50 


18 


Sterzing und 








Aflenz . . . 


5 




11 


j Mistelbach . . 


3 






> V. Franzensfeste 


6 


50 


16 


Brück und Leo- 






12 


[ xy Unt.-Gänsernd. 


3 




19 


Klausen . . . 


6 


50 




ben 


5 


. 


H 




3 




20 


Bozen .... 


6 




17 


Köflach und 






14 


Eisenstadt . . 


5 




21 


Borgo .... 


5 


50 




Voitsberg . 


3 


;- 


11 


l YVI Hobenau . . . 1 
|- X - V1 -Marchegg . . . 


1 




22 


Sette Comuni . 


6 


50 


18 


Deutsch-Lands- 






12 


1 


• 


15 


Kufstein . . . 


6 






berg .... 
> XII. Unter Drau- 


3 






Aliihren 






16 


Rattenberg bis 






19 






1 
1 


and Schlesien. 






18 


zur Grenze . 
VT Bruneck . . . 
V1 - Toblach . . . 


3 
6 


50 


20 


burg .... 
Prassberg a. d. 


5 


50 


i 8 


| AU1 -Teltsch Dasch. 


2 


50 


19 


7 


50 




Sann .... 


5 


50 


9 


2 


50 


20 


Pieve u. Lon- 






21 1 


Cilli und Rat- 






7 


1 Policka und 








garone . . . 


5 


50 




schach . . . 


5 5 




Neustadtl 


4 




21 


Belluno u. Feit. 


5 




22 


Rudolfswertb 


5 


• 


8 


1 ytv Gr.-Meseritsch ! 
1 •s-'-v-Trebitsch und 


3 


50 


15 


) Lofer und St. ; 






23 


Gottschee . . 
AltenmaTkt . 


3 


50 


9 








Johann . . . 


7 


50 


24 


3 


50 




Kromau . . 


5 


50 


16 


Kitzbühel . . 


4 


50 


15 ' 


Mürzzuschlag 


4 




10 


Znaim .... I 


5 


50 


17 


> VII. Gross-Glockner 


5 


50 


16 


Birkfeld . . . 


4 




7 


1 Brüsau u. Ge- 






18 




5 




17 




3 


50 




witsch . . . 


4 


50 


19 


Sillian und St. 






18 


Wildon und 






8 


Boskowitz und 








I Stefano . . . 


8 


. 




Xin. Leiboitz . . 


3 


'.' 




}XV. Blausko . . 


4 


50 










19 


Marburg . . . 


5 




1 9 


Brunn .... 


5 


, 




Illyrien, Steiermark 






20 


Pragerhof . . 


3 


50 


10 


Nikolsburg u. 








und Salzbarg. 






21 


ßohitsch . . . 


4 






1 Auspitz . . . 1 


8 


50 


14 


Salzburg . . . 


4 


50 


22 i 


Gurkfeld . . . 


2 




4 


Weidenau und i 






15 


Hallein und 






16 


Pinkafeld und 








.Tauern ig . . 


5 






-uttt Berchtesgad. 
vm - b. z. Gr. . . 








Hartberg . . 


4 


50 


5 


Freiwaldau . . 


5 






G 


50 


17 


v Fürstenfeld . . 
XJ - *• Gleichenberg . 


3 


. 


6 


___ H. -Neustadt u. '.' 






16 


St Johann im 






18 


5 






X VI. Schönberg . ! 


5 






Pongaub z.G. 


4 


50 


19 


Radkersburg . 


2 


50 


7 


Olmütz ■ . . . ; 


3 


50 


17 


Hof-Gastein . 


4 




20 


Pettau .... 


2 


. 


H 


Prossnitz . . . 


2 




16 1 


Radstadt . . . 


4 












•J 


Butscbowitz . ! 


3 


50 


17 


St. Michael . . 


4 


50 




Oalliien and Bako- 






4 ; 


Hotzenplotz u. ! 






18 


Gmündu.Spitall 


3 


50 




nina. 








Zuckmantel, i 


3 




19 


Bleib, u. Tarvis 


5 


50 










.-, 


Jägerodorf . . 


3 


50 


20 


Flitsch .... 


2 


50 


Sil 


Mvslowitz u. 






« 


Freudenthal . ! 


B 




21 


TY Tolmein . . . 
> ■""*■• Görz u. Grad. 


3 






> XX. Öswiecim . 


4 




7 


Weisskirchen . 


3 


50 


22 


2 


50 


iL 


Biala u. Bielitz 


5 




8 


•xvii. Kremsier und i 






23 


Triest .... 


2 


. 


7 1 
8 


YV Savbusch . 
■*""•• Ujsöly . . . 


4 


• 




JI oleschau . j 


2 


50 


24 


Cittanuova u. 






1 




D 


Ung.-Hrodisch 








Montona . . 


3 


50 


5 h 


Chrzanöw u. 








u. Ung.-Brod |j 


2 


50 


25 


Parenzo und 








VYT Krzeszowice 
ÄA1 - Wadowice . 


6 




e 


Troppau • • • I! 
Neutitschein . ; 


2 


50 




Rovigno . . 


1 


— 


6 


4 


50 


1 7 J 


4 




26 . 


Fasana .... 


1 




7 J 


Makow . . . 


2 


50 



Nr. 4 



Preisverzeichniss der geologisch colorirten Karten. 



105 



Nr. 


Titel der Karte 


1 Geld- 
betrag 


Nr. 


Titel der Karte 


Geld- 
betrag 


Nr. 


Titel der Karte 


Geld- 
betraa 






sz 


kr 






fl. 


kr. 






| 

ri. 


kr. 


6 


| Krakau . . 
1 yytt Wieliozka . 
| AAii. Tym ij ark . . 


2 

1 




13 

14 


' YYYT Bogdan . 
1 AAAl Ruszpodyan 


1 
a l 


50 


9 

10 


i Wittingau . . 
} XI. Budweis . . . 


4 
5 


50 


7 


2 


50 


4 


Szczurowici 


) 




11 


' Kaplitz . . . 


3 




8 


Nowytarg . 


8 






uud Bere 






1 


Tsrhernbausen 


1 




5 


) Uscieu.Somo 


1 


50 




steczko 


1 


50 


2 


Reichenberg . 
Turnau . . . 


6 




6 


> yvitt Bochnia 
1 AA1U - Neu-tfaudec 


4 




5 


Brody . . 


3 


50 


3 


5 


50 


7 


4 




6 


Zloi zow . 


4 


50 


4 


Jungbunzlau 


4 


50 


8 


' Alt-Lublau . 


8 




7 


Pomorzany 


3 




5 


yjj Neu-Kohn . . 
' Kuttenberg . 


3 


4 


Szczucin . . 


1 




8 


Brze/.any . 


3 




6 


4 


• 


5 


Dabrowa u. 






9 


Monaster- 






7 


Ledec u. Wla- 






Tarnow . 


2 


50 




>XXXII. zyska . 


3 






schim . . . 


1 


50 


6 


, yytv Pilzna u.Ciz- 
AAiv - kowice . . 






10 


Tysmienica 


. 3 


50 


8 


Kamenitz . . 


2 






3 


50 


11 


Koloinea . 


. 2 




9 


Neuhaus . . . 


4 


50 


7 


Gorlice und 






12 


Kuty . . 


3 


50 


2 


Harrachsdorf 


1 


50 




Gryböw . 


4 




13 


Maremczem 


2 


50 


3 


Hohenelbe . . 


8 




8 


Bartfeld . • 
Tarnobrzeg 
Mielec und 


2 


50 


14 


Szipot . . 


. 2 


50 


4 


yjjj Holitzu. Ji(in 
( 'Küniggriitz . 


5 


.Mi 


3 


1 




15 


Kirlibaba 


3 


50 


5 


4 




4 






IG 


Rodna Nov 


1 2 




6 


Caslau-Chrud. 


G 


50 




Maidan . 


1 


50 


17 


Borgo . . 


1 




7 


1 Deutschbiod . 


2 


50 


5 


Ropczyce u. 
> YYlr Debica . . 
J -S.AV. Brzostekund 






6 


) Zalosce . 


1 


50 


3 


| Trautenau . . 


4 


50 




3 




7 


Tarnopol . 


2 


50 


4 


Josefstadt . . 


5 




6 






8 


Trembowla 


3 


50 


5 


> XIV. Reiehenau . . 


"4 






Strzyzow 


3 


50 


9 


Buczacz . 


3 




6 


Leitomischl . 
) Policka . . . 


4 


50 


7 


Jasle Dukla 


3 


50 


10 


Jagielnica 


5 


50 


7 


4 




8 


Dukla-Pass 






11 


XXXIII. Zaleszczyl 


j 5 


50 


3 


1 Braunau . . . 


1 


50 


3 


' b.z. Greoze 
Rozwadöw u. 


1 


50 


12 
13 


Sniatyn . 
Davideni . 


. 3 
. 3 




4 
5 


1 yv Kronstadt . . 
( " ' Senftenberg . 


1 
3 


50 




Nisko . 


1 


50 


14 


Wikow Werachr 


y 3 




6 


) Landskron . 


4 


50 


4 


Rudnik und 






15 


Kimpolung 


4 














Ranizöw . 


2 




16 


Dorna -Vatr 
\ Podwolociyska 


a 2 


50 




Ungarische Länder. 






5 


Lancut und 








2 


50 


14 


) y V Eisenstadt 
1 • oedenburg. 


5 






Rzeszöw . 


2 


50 


8 


Skalat 


4 


50 


15 


5 


50 


6 


\ yyvi Tyczyn und 
aavi. Tynöw. . 






9 


Kopyczynce 


4 




10 


1 Göding und 








3 


50 


10 


Borszczow 


5 






Lundenbg. 


2 


50 


7 


Brzozow und 






11 


TTTI¥ Mielnica . 

f AAAlv Czernowitz 

Hliboka . 


5 




12 


1 T1 ,r Dürnkrut u. 
( AV1 - Bösing . . 








Sanok . . 


3 


50 


12 


2 






3 




8 


Lisko und 






13 


2 


50 


13 


Pressburg . 
) U. -Altenburg 


3 


50 




Mezö-Laborc 


3 




14 


Radautz . 


2 


50 


14 j 


2 




9 


"Wolamicho- 






15 


Suczawa . 


3 


50 


10 


XVII. W.-Neustadtl 


3 


50 




wa .... 

Janöw . . . 


1 




16 


j Baiasesci . 


1 




9 


1 Wisowitz u. 






3 


1 




11 


| yyyv Kamence . 
) AAA v • Uidesti . . 


1 


50 




> XVIII. Bellus . . 


3 




4 


Lezajsk . . 


1 


50 


15 


1 


50 


10 


/ Trentschin . 


5 




5 


Jaroslaw . . 


2 












9 


1 yty Sillein . . . 


5 




6 
7 


Wyvit Przemysl . 
f AXV11 'Dobromil . 


S 

4 




4 


Böhmen. 

1 -vT Rossbach . 

1 Vi ' Asch .... 

Graslitz . . 


■ 1 


50 


'S 


1 A1A " Tot-Pröna . 
\ Rosen berg u. 


G 


50 


8 


Ustrzyki 






5 


2 






Rutka . . 


5 


50 




Doln. . . 


3 




4 


3 


50 


10 


> XX. Mosogu.Altg. 


5 


50 


9 


Orosz- Ruska 


3 




5 


Falkenau unc 


l 




11 


Neu- u. Alt- 






4 


Plazöw . . 


2 






> vn EgeI v ; • 

Marienbad . 


5 






sohl . . . 


5 




5 


Lubaczöw . 


2 




6 


it 




8 


Turdossin a 






6 


Mosciska . . 


1 


50 


7 


Pi'aumberg . 


2 






Arva . . . 


3 


50 


7 


'XXVIII. Sambor . . 


2 




8 


Klensch . ■ 


1 




9 


Lipto St. Mi- 






8 


Staremiasto 


4 


50 


3 


Sebastianberg 


1 


50 




» XXI klös • • • 
Breznobänya 


4 


50 


9 


Turka . . . 


3 


50 


4 


Kaaden . . 


6 


50 


10 


5 


50 


10 


Smorze . 


4 


50 


5 


Karlsbad . . 


5 




11 


Dettva-Li- 






4 


Beizec und 






6 


\-it-ttt Tepl. u. Mies 
( vui 'Kladrau . . 


3 






bethen . . 


2 






Uhnön . . j 


3 




7 


4 




25 


i Ilok u. Ruma 


3 




5 


Rawa und 






8 


Taus u. Klat 






9 


j Hohe Tatra 


6 


. 




Ruska . . 


5 






tau . . . 


3 




10 


V yytt Quellengeb. 
> xxii. a Gran _ 






6 


Jaworow . . 


2 


50 


9 


1 Eisenstein . 


1 






4 


50 


7 


> XXIX. Rudki Ko- 






3 


Dux u. Brüx 


6 


50 


25 


) Karlowitz . 


3 






marno . . 


2 


. 


4 


Komotau . . 


6 




9 


1 yyttt Käsmark . . 
| AAiu. W agendrüsel 


1 


50 


8 


Drohobycz . 


2 




5 


Rakonitz . . 


3 




10 


4 




9 


Skole . . . | 


3 


50 


6 


T y Kralowitz . 
( 1A - Pilsen . . . 

Nepomuk . 


5 




9 


1 Kisz Szeben 


2 


50 


10 
11 


Tucbla . . . 
1 Okörmezö . 
Warez . 


3 
3 




7 
8 


4 
3 


:,ii 


10 


l yyt-u Eperies-Göll- 
>äaiv. nitz _ _ 


4 


50 


3 


1 


50 


9 


Sehütthofen 


3 




11 


1 Kasohau . . 


2 


50 


4 


Beiz u. Sokal 


3 




10 


1 Kuschwarta 


1 




9 


^ Giralt . . . 


3 




5 


Zolkiew . . i 


3 




1 


Lobendau . 


1 




10 


Varannö . . 


4 


50 


6 


Lemberg . 


3 




2 


Tetschen . . 


2 


50 


11 


Töke-Terebes 


4 


50 


7 


i yyy Mikolajöw . 
AAA - Zydaozöw . 


3 


. 


3 


Leitmeritz . 


8 




12 


Saros-Nagy- 






8 


2 




4 


Jungferteinit 


! 4 


50 




V yyu pat. -Satoral. 
/ AAV - Gattaja-Dog- 


6 




9 


Bolechow . | 


2 




5 


Kladoo . • . 


5 


50 


24 






10 


Dolina . . . 


8 




6 


> X. Beraun . . 


6 






näcska . . 


3 




11 


Porohy . . 


2 


. 


7 


Piibram . . 


5 




25 


Kudr.-Orav. 


3 


50 


12 


Brustura . . 


1 


50 


8 


Piseku.Blatn« 


i 3 


. 


26 


Weisskirch. 


3 


. 


3 


I Stematyn . 


1 




9 


Protivin . . 


3 




27 


/ Alt-Moldova 


1 


50 


4 


Radziechöw 


2 


50 


10 


Krumau . . 


4 


. 


10 


) Homonna . 


5 


. 


5 


Kamionka- 






11 


Hohenfurth 


3 




24 


Karansebes 


3 


, 




Strumilowa 


3 


50 


1 


Schluckenau 


1 


50 


25 


> XXVI.Krassova . . 


3 




6 


Rusk . . . 


2 


, 


2 


Rumburg . 


5 




26 


Bozovics . . 


3 


. 


7 


> XXXI. Przemyslany 


4 




3 


Leipa . . . 


1 5 




27 


1 Berzaszka . 


5 


. 


8 


Rohatny . . 


3 


50 


4 


yt Melnik . . . 
> A1 - Prag .... 


3 


50 


24 


) Borlova . . 


3 


. 


9 


Klusz . . . 


2 




5 


4 


50 


25 


Vyyvtt Korniareva 

>xxvii. Meha(]jll _ # 


3 




10 


Stanislau . 


3 




6 


Beneschau . 


4 




26 


3 


. 


11 


Nadwörna . 


3 




7 


Selcau . . . 


2 


50 


27 


1 (Alt-)Orsova 


1 


. 


12 


1 Körösmezö . 


2 




8 


Tabor . . . ■ 


1 3 













K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 4. Verhandlungen. 



15 



10G Verhandlungen. J^ r _ 4. 

B. Specialkartell im Masse von 1 : 144000 der Natur; 2000 Klafter = 1 Zoll. 



Sclni.j Color. 



Karte 



111. Steiermark und 
II Irrten. 



Schladming .... 
Rottenuianu . . . 
Brack u. Kisenerz 

Mürzzuschlag . . 

Orossglookner . 

Ankogel 

Ober-Wolz .... 

.Tudenburg . . . 

Graz 

Ober-Drauburg . • 

Gmünd 

Friesach 

Wolfsberg .... 

Wildern 

Villach u. Tarvis . 

Klagenfurt .... 

Windischgratz . . 
§ ) Marburg .... 
^VFriedau . . 

Caporetto u.Canale 

Krainburg .... 

Möttnig u. Cilli ■ 

Windisch-Feistritz 

Görz . . ■ . . . . 

Laibach 

Weichselburg . . . 

Landstrass .... 

Triest 

Laas u. Pinguente 

Möttling 

Cittanuovau.Pisino 

Fianona u. Finme 

Novi u. Fuscine . 

Dignano 

Veglia u. Cherso . 

.Ossero 

Die ganze Karte . 

IT. Böhmen. 



la Umgeb.v.Schluckenau 
lb „ . Hainspach . 

2 „ Tetschen . . I 



ft. kr. 11. ki 



( 

J l • 
4 5U 

450 

350 

1 

1 

3 50 

3 50 

3 50 

3 50 



50 



50 



50 



5 50 



50 



L'O 



50 



\r. 



Scbw.j Color. 



Karte 



fl.:kr. a. kr. 



("Reichenberg ... 40 

Neustadtl 40 

Neudek . ■ 4u 

Komotau . . . . | . 40 

Leitmeritz . . . . j . |40 

Jungbunzlau 

Jicin .... 

Braunau 

Eger .... 

Lubenz . . 

Prag 



40 

40 
4(1 
40 
in 
40 

Brandeis I • '40; 

Kiiniggrätz 

heichenau 

Plan . . 

Pilsen . . 

Beraun 



s { Beneschau . v . . 
■^ Chrudim u. L'aslau 



Leitomischl 
Klentsch .... 
Klattau .... 
Mirotitz .... 
Tabor .... 
Deutschbrod . 

Bistrau 

Schütteuhofen . 
Wodnian .... 
Neuhaus .... 
Zerekwe . . . 
Kuschwarda . . 
Krumau .... 
Wittingau . . . 
Rosenberg . . . 
LPuchers .... 
Die ganze Karte 



V. Ungarn. 

Umgeb.v. Skalitz und 
Holic . . . 
„ „ Malaczka . 
„ „ Pressburg . 



.vi 



5 50 

6150 
4 
5 
4 50 



;,n 



5" 



3 50 

5 

4 



13A 



Stil*. Color. 



Karte 



2 50 

3 50 

4l50 



fi. kr. fl. kr 



("Ledenitz 40 

Trentschin 40 

Tyrnau 40 

Neutra 40 

Caca 40 

Sillein 40 

Kremnitz 40 

Schemnitz 40 



Bars 



Verebely u. 

Gran 

Xamjesto 

Rosenberg u. Knbin 

Xeusohl 

Altsohl 

Balassa-Gyarmath 



Waitzen 40 



Magura-Gebirge . .411 
Käsmark u. Poprad . 40 

Dobschau 4" 

2 ) Rima-Szombath ... \n 

IFülek 40 

Erlau 40 

Lublö 40 

Leutschau 40 

Schmölnitz und 

Rosenau 40 

Szendrö 40 

Miskolcz 40; 

Mezö-Kövesd ... .40 

Bartfeld 40 

Eperies 40 

Kaschau 40 

Sätoralja-TJjbelv . . 40 

Tokay 40 

Ha.jdu Böszörmeny 40 

Snina 40 

Unghvär 40 

Kiraly-Helmecz . . . 4" 
Lntta 40 

l.Nizny-Vereeky ... 40 
Die ganze Karte . . . 13^ 



2 
ö 50 
450 

1 50 
1 
5 
550 

4 . 

2 . 

5 . 
150 
5 50 
550 
350 
3 
5 

250 
550 
450 

3 50 
2 

2 50 
250 
3 

4 
4 
3 

1 50 
1 50 
9 

3 50 

4 50 
4 
3 
2 
5 

150 
1 
2 



C. Generalkarten. 



VI. Bosnien und Herzegowina; iu 7 Blättern im Masse 1 : 300000 18 20,1 

! I 

Die geologisch colorirten Karten werden von der k. k. geologischen Reichsanstalt auf Bestellung geliefert: auch 
werden schwarze Karten geologisch colorirt. 

Durch Farbendruck veröffentlichte Uebersichts karten 

im Verlage von 
A. H Ö L D E R , k k Hof- und Universitäts-Buchhändler. 



Geologische Ueberaichtskarte der österr.-ung-ar. Monarchie. Nach den Aufnahmen der k. k. geolog. 

Reichsanstalt von Fr. Ritter v. Haner. Massstab 1 : 576000. 12 Blätter fl. 45.— 

Geologische Karte der österr. ung-ar. Monarchie. Nach den Aufnahmen der k. k. geologischen Reichs- 
anstalt von Fr. Ritter v. Haner. Massstab 1 : 2,016000. 4. Auflage. 1 Blatt , 6.— 

Geologlache Uebersiohtakarte des tirolisch venetianlsohen Hochlandes. Nach den für die k. k. geol. 
Reichsanstalt durchgeführten Aufnahmen von Dr. Edm. Mojsisovics von Mojsvär. Massstab 1 : 75000., 
6 Blätter. Beilage zu dem Werke : „Die Dolomitriffe von Südtirol und Venetien". Gesammtpreis .... 

Geologisohe Uebersiohtakarte der Küstenländer von Oesterreich-Ungarn. Nach der Aufnahme der 
k. k. geolog. Reichsanst. und eigenen, neueren Beobachtungen von Dr. G. Staohe. Massstab 1 : 1,008000. 1 Blatt 

Geologische Ueberaichtskarte von Bosnien-Herzegowina. Von Dr. Edm. v. Mojsisovics, Dr. E. Tietze 
und Dr. A. Bittner. Massstab 1 : 576000. 1 Blatt (zugl. Ergänzungsblatt zur üebersichtskarte der öst.-ung. 
Monarchie;. Beilage zu dem Werke „Grundlinien der Geologie von Bosnien-Herzegowina". Gesammtpreis 



19- 



Geologisohe Grnbenrevlerkarte des Kohlenbeckens von Teplltz-Dux-Brfix. Von H. Wolf. Massstab 
1 : 10000. 16 Blätter 



24. 



Verlag von ALFRED HOLDER, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien, Rothenthurmstr. 15. 



Druck von Oottlieb Ointel 4 Comp, in Wien. 




n° s. MMm^mmmmk isso. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 19. März 1889. 

Inhalt: Eingesendete Mittheilungen: A. Cathrein. Krystallformen des 
Baryts von Valsugana. Prof. Dr. Gustav Laube. Notiz über eine Brunnenbohrung im bürger- 
lichen Bräubause zu Leitmeritz. — Vortrag: Dr. V. Uhlig. Ueber den Nordabfall der hohen 
Tatra. — Literatur - Notizen : F. v. Sandberger. Dr. A. Fritsch. E. Koken. 
W. Dames. — Einsendungen für die Bibliothek. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt ihrer Hittheilnngen verantwortlich. 

Eingesendete Mittheilungen. 

A. Cathrein. Krystallformen des Baryts von Valsugana. 

Von den zahlreichen Barytvorkommnissen der Tiroler Alpen l ) 
wurde bisher nur das Vorkommen aus dem Arlbergtunnel 2 ) und jenes 
vom Kogel bei Brixlegg 3 ) krystallographisch untersucht. Es war daher 
gewiss wünschenswerth, dass auch andere Funde auf ihre Formen ge- 
prüft würden. Eine willkommene Gelegenheit hierzu boten mir nun 
neulich zwei seit mehreren Jahren in meiner Sammlung befindliche 
Barytstufen vom Fronteberg bei Vitriolo oberhalb Levico in Valsugana, 
wo der Baryt in Gesellschaft von Flussspäth und Quarz gangförmig 
im Schiefer aufsetzt. Bezüglich seiner Krystallformen besitzen wir ledig- 
lich die unbestimmte Angabe von Li eben er und Vorhauser, dass 
Tafeln von verschiedenen Modifikationen auftreten. 4 ) 

Das eine der beiden mir vorliegenden Stücke besteht ganz aus 
milchig-trübem, gelblichweissem Baryt von schaligem Gefüge, wobei 
sich öfter deutliche Krystallenden zeigen in parallelen Lagen und mit 
zahlreichen glänzenden Flächen. An der zweiten Stufe bedecken wasser- 
helle Baryttäfelehen cubischen Fluorit von graugrüner Farbe auf einer 
Unterlage von krystallinischem Quarz , wovon man da und dort auch 
kleine Kryställchen als Ueberzug des Baryts erblickt. 

Für die Messungen am Reflexionsgoniometer wurden sechs der best- 
entwickelten und flächenreichsten Barytkryställchen ausgewählt. Trotz der 
geringen Dimensionen von wenigen Millimetern gewährten diese Krystalle 
vermöge der Glätte und Spiegelung ihrer Flächen Messungen, welche 
hinreichend sicher waren zur genauen Bestimmung der Formen. 

Die Orientirung der Krystalle ist der Art, dass die Ebene der 
vollkommensten Spaltbarkeit die Basis (001), die beiden gleichwerthigen 

1 ) Liebener und Vorhauser, Die Mineralien Tirols. 1852, pag. 41 ; Zepha- 
rovich, Mineralogisches Lexikon. I, 60 und 11,48. 

2 ) Foullon in Jahrbuch der k. k. geolog. ReichsanstaU. 1885, XXXV, pag. 99. 
") Cathrein in Tschermak's Min. u. petrogr. Mittheilg. 1888, X, pag. 52. 
") a. a. 0. pag. 42. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 188ü. Nr. 5. Verhandlungen. 16 



108 Verhandlungen. J^l". 5 

vollkommenen Spaltflächen hingegen das Prisma (110) mit dem Beschauer 

zugewendetem stumpfen Winkel darstellen. Folglieh diente zur Berechnung 

der Parameter und Winkel der Flächen das bekannte Axenverhältniss : 

a:b:c = 0-8152: 1 : 1 -31:16. 

Winkel 

(001): (110) = 

(100): (001) = 

(010): (110) = 

(110): (100) = 

(210): (100) = 

(101) : (001) = 

(102): (001) = 

(205) : (001) = 

(104): (001) = 

(106) : (UOI) = 

(111): (001) = 

(223) : (UOI) = 

(112): (001) = 

(113) : (001) = 

(115): (110) = 

(1.1. 10): (110) = 

(1.1. 20): (110) = 

e = (1 . 1 . 20) Vso -P (1.1. 20): (001) = 

Benierkenswerth ist unter den angeführten Formen, abgesehen von 
der für Baryt seltenen (1.1. 20) ] / 20 P, die Pyramide (I . 1 . 10) Vio P, 
weil sie für Baryt ganz neu ist. Ihre an einem Krystalle beobachteten 
Flächen sind schmal, das Reflexbild schwach und in Folge einer feinen 
Streifung nach der Basis etwas breit. Demungeachtet stimmen die wieder- 
holten Messungen so gut überein , dass das angenommene Symbol un- 
zweifelhaft erscheint, während die vicinalen Formen, nämlich die schon 
bekannte (119) 1 / 9 P und die noch unbekannte (1.1. 11) */n P sich 
weit mehr von der Messung entfernen , wie eine Vergleichung der be- 
treffenden Winkel lehrt: 



Beobachtete Formen 


C = 


(001) o P 


a = 


(100) ooPco 


b = 


(OlOJooPco 


m = 


(110) ooP 


1 = 


(210) ooP2 


u = 


(101) Poe 


d = 


(102) V. P» 


X = 


(205) 2 /o P°° 


1 = 


(lOA) 1 UPcx 


w = 


(106) V, A» 


= 


(011) Poo 


2 = 


(111) P 


P = 


(223) «/, P 


r = 


(112) V.'* 


/ = 


(113) V,P 


v = 


(115) i/ 6 P 


i=(l 


• 1.10) V.oP 



gerne 


fsen 


gerech 


net 


90° 


02' 


90° 


00' 


00" 


90° 


03' 


90° 


00' 


00' 


50° 


45' 


50 c 


48' 


47" 


39» 


10' 


39» 


11' 


13" 


22° 


OU' 


22" 


10' 


33" 


58° 


14' 


58° 


10' 


37" 


38° 


55' 


38° 


51' 


29" 


32° 


28' 


32° 


48' 


14" 


21° 


48' 


21° 


56' 


31" 


14° 


51' 


15° 


or 


58" 


64° 


20' 


64° 


18' 


43" 


54° 


21' 


54° 


11' 


21" 


46° 


00' 


46° 


06' 


33" 


34° 


36' 


34° 


43' 


17" 


67<> 


22' 


67° 


25' 


22" 


78° 


25' 


78° 


15' 


21" 


84° 


14' 


84° 


03' 


56" 


6° 


10' 


5° 


56' 


04" 



Winkel 


gemessen 


gerechnet 


(1.1. 10): (110) = 


78° 25' 


78° 15' 21" 


(119): (110) = 




76° 59' 35" 


(1.1. 11): (110) = 




79» 17' 51" 



Der allgemeine Habitus der Krystalle ist stets tafelförmig nach 
der Basis (001), mitunter gestreckt nach der 6-Axe. Von den vier be- 
obachteten Zonen sind [100 : 010] und [001 : 010] arm, [001 : 100] und 
[001 : 11U] jedoch reich an Flächen. 

In Betreff der Häufigkeit, Ausdehnung und Oberfläche der einzelnen 
Formen ist Folgendes zu bemerken: (001) und (110) erscheinen constant, 
immer vorherrschend und mit ausgezeichneten Reflexbildern. Die Flächen 
(210) sind selten und sehr schmal, so dass sie keine Bilder geben und 
ich mich mit Schimmermessung bei vorgesetzter Loupe begnügen musste. 
Nicht so selten sind die kleinen (ICO) und (010), w T elche ziemlich gute 
Bilder liefern. Nur einige Male sah ich das Brachydoma (011) bestimmt 
durch die Zonen [010:001] und [111 : 111]. In der Makrodomenzone 



Nr. 5 



Sitzung am 19. März. Prof. Dr. Gustav Laube. 



109 



fehlen fast nie (102) und (104), die relativ breit sind und sehr scharfe 
Bilder zeigen, manchmal jedoch verschmälert sich (104) und reflectirt 
schwach. Weniger häutig und meist schmal sind (101), (106), (205) mit 
blassen, verbreiterten Bildern. Rücksichtlich der Pyramidenzone ist das 
stete Vorwalten der nie fehlenden Grundform (111) zu erwähnen, welche 
bei unsymmetrischer Flächenentwicklung klare Reflexe gibt, wogegen die 
anderen Pyramidenflächen seltener und schmal sind und theü weise noch 
schwache breite Bilder reflectiren wie (115), (223), (1.1. 20), (1.1. 10), 
theils nur noch schimmern wie (112) und (1 13). Diese stumpfen Pyramiden 
bedingen oft durch oscillatorische Combination eine rhomboidale Streifung 
auf der Basis (001). 

Aus vorliegender Untersuchung ergibt sich sohin, dass der Baryt 
von Valsugana weit flächenreicher ist als jener vom Arlberg und von 
Brixlegg, und dass derselbe überdies eine seltene und eine bisher un- 
bekannte Pyramide zeigt. 

Prof. Dr. Gustav C. Laube. Notiz über eine Brunnen- 
bohrung im bürgerlichen Rräuliause zu L e i t m e r i t z. 

Die Braubürgerschaft zu Leitmeritz hat in dem ihr gehörigen 
Bräuhause dort durch den bekannten Bohrmeister J. Thiele (Ossegg) 
einen Bru.men bohren lassen, um hierdurch eine grössere Menge Wasser 
zum Betriebe zu erhalten, nachdem man erfahren hatte, dass die 
dortige Actienbrauerei „Elbschloss" auf demselben Wege zu einem sehr 
befriedigenden Erfolge gelangt war. Da man im verflossenen Herbst 
bereits in eine Tiefe von 2268 Meter gelangt war , ohne , wie man 
gehofft , ein frei abfliessendes Wasser zu erzielen , wandte sich das 
Directoriiun der Braubürgerschaft an mich um ein bezügliches Gut- 
achten , was mir Gelegenheit gab , Einsicht in die Verhältnisse zu 
nehmen , die mir interessant genug scheinen , hier eine kurze Mit- 
theilung davon zu geben. 

Das in einem schon vorhandenen Brunnen im Rräuliause selbst 
niedergebrachte Bohrloch hat nach den Ausführungen des Tagebuches 
folgende Schichten durchsunken : 



Durchbohrte Schichten 



Tiefe des alten Brunnen 
Gelber Letten ').... 
Fester Planerkalk . . . 
Etwas weicher Kalk 
Grauer Sandstein . . . 
Grüner Letten . . . 
Weisser Sandstein . . 
Planer Kalk ... 
Schwarzer Schieferiet en 
Schwarzer Sandstein 
Schwimmsand . . . . 
Gelbgrauer Schiefer . . 
Weisser Steinletten . . 
Rother Letten . . . . 



Mäch- Er 
tig- I reichte 
keiten I Teufe 



Meter 



18 


18 


2 


20 


46 


66 


48 


114 


22-50 


136-50 


2 


138-50 


2^7 


162-2 


90 


163-10 


4-60 


167-70 


1-40 


16910 


0-50 


169-60 


355 


173-15 


2-35 


176-00 


50-80 


22H8 



S> Senouer (Teplitzer) Pläner 

Turoner (Iser, Mittel) Quader 
Quader (Mallnitzer) Mergel 
Turoner (Königswalder) Sandstein 
Cenomaner (Koritzaner) Kalkstein 
., (Perutzer) Schieferthon 
„ ,, Süsswassersandstein 

? 

Rothliegend 
Letten 
Sandstein 



') Die Bezeichnungen nach den Eintragungen in das Bohrtagebuch. 



6* 



110 Verhandlungen. Nr. 5 

Aus den vorstellenden Angaben ergibt sieb zunächst die inter- 
essante Thatsache, dass durch die Bohrung alle Horizonte mit Aus- 
nahme der senonen Bacuütenthone, welche die Kreide in Böhmen hat. 

sowie theihveise das darunter liegende Rothliegende durchbohrt wurden. 

Das Profil, welches sich hierdurch herausstellt, gleicht ganz jenem, 
welches weiter südlich oberirdisch bekannt ist, die untersten Kreide- 
schichten liegen auch hier unmittelbar auf Rothliegendem , und dieses 
ist bis in den deutlich erkennbaren Sandstein der mittleren Etage an- 
gebohrt. Die untersten als schwarzer Sandstein in der Bohrliste an- 
geführten Kreideablagerungen enthalten in den Schlemmrückständen als 
charakteristische Kennzeichen zahlreiche Peehkohlenkörnchen. Die 
oberen Glieder liefern durch vorhandene Foraminiferen den Nachweis 
ihres marinen Ursprunges, wenn man darüber in Zweifel sein könnte. 

Es musste mir auffallen, dass bei dem Umstände, als alle Sand- 
steine Wasser führen , und , wie man aus den Anführungen ersieht, 
innerhalb der Kreideablagerungen drei Sandsteinhorizonte durchsunken 
wurden , kein befriedigender Erfolg erzielt worden sein sollte. Die Er- 
klärung hierfür fand ich in den örtlichen, sehr gestörten Verhältnissen. 
Die Glieder der Kreide sind am Fusse der Berge , welche Leitmeritz 
im Norden umgeben, abgerissen und bei schwebender Lagerung treppen- 
förmig an steilen Sprungklüften abgesunken. Derselbe Sandstein, welcher 
unter Nr. 5 in einer Tiefe von 114 Metern angetroffen wurde, liegt, 
wie ich durch eine gütige Mittheilung des Herrn Prof. v. Wolfinau 
erfahren habe, nördlich von der Stadt auf dem Wege von Pokratitz 
nach Minschowitz zu Tage. Querbrüche , deren einer durch eine breite, 
lehmgefüllte Schlucht angedeutet wird, welche sich zwischen der Elb- 
schlosshöhe und der Stadt einschiebt, und damit verbundene Ver- 
schiebungen erklären die Thatsache , dass dieser Sandstein wieder im 
Actienbräuhause 64 Meter unter der Brunnensohle, d. i t 50 Meter höher 
als im bürgerlichen Bräuhause angebohrt wurde, wo er eine aus- 
reichende und aushaltende Menge Wasser liefert. Nach einer Mittheilung 
des dortigen Herrn Braumeister wird der Wasserspiegel des Brunnens 
bei einer Entnahme von 340 — 500 Hektoliter für den Tag nur um 
1 Meter gesenkt, der Wasserstand gleicht sich innerhalb einer Stunde 
wieder aus. 

Diese Thatsache , welche die erste Anregung zur Bohrung im 
bürgerlichen Bräuhause gegeben, sowie der Umstand, dass das Wasser 
in der Verrohrung des Bohrloches beständig einige Centimeter über dem 
Spiegel des Brunnenwassers stand , Hess erwarten , dass die Bohrung 
dennoch eine grössere Wassermenge liefern werde , wenn man . da ihm 
offenbar nur der nöthige Druck fehlte , das Wasser durch eine zweck- 
mässige Pumpe heben würde. Auch im Actienbräuhause ist man zur 
Anwendung dieses Hilfsmittels genöthigt. Es fragte sich hierbei nur, 
ob die Ausdehnung der wasserführenden Schichten nicht durch etwaige 
Sprünge zu sehr beschränkt wäre, um anhaltend eine ausreichende 
Menge Wasser zu liefern. Dies war durch zweckmässige Versuche fest- 
zustellen. Von Seite des Directoriums der Braubürgerschaft wurde ich 
nun verständigt, dass man die Ueberzeugung gewonnen hat, dass der 
Bohrung durch eine eingebaute Pumpe eine sehr befriedigende Menge 
Wasser zum Betriebe entnommen werden kann, ohne dass hierdurch 



Nr. 5 Sitzung am 19. März. F. v. Sandberger. 1 | ^ 

auch bei längerer Arbeitsdauer der Wasserspiegel herabgedriickt wird. 
Dieser günstige Erfolg wird sich voraussichtlich durch die nachfolgende 
Ausweitung der Wasserzulaufe steigern, noch mehr, wenn man sich 
hierdurch bewogen fände , das Bohrloch zu erweitern. 

Vortrag. 

Dr. Victor Uhlig. Ueber den Nordabfall der Hohen 
Tatra. 

Der Vortragende legt die geologische Karte des Nordabfalles 
der Hohen Tatra zwischen dem Chocholower und dem Suchawodathale 
vor und bespricht die in diesem Gebiete auftretenden Schichtgruppen 
und deren Lagerungsverhältnisse. Ein ausführlicher Aufsatz über diesen 
Gegenstand wird im Jahrbuche niedergelegt werden. 

Literatur-Notizen. 

F. v. Sandberger. U e b e r L i t h i o n i t - G r a n i t e mit b e s o n- 
d er er Rücksicht auf jene des Fichtelgebirges, Erzge- 
birges und des nördlichen Böhmens. Sitzungsberichte d. kgl. 
bayr. Akad. d. Wiss. 1888, Bd. XVIII, pag. 423—492. 

Die Einleitung zu dem hier vorliegenden I. Theil dieser Studie, die mit den be- 
kannten Untersuchungen des Verfassers über die Abstammuug der Erze aus dem 
Nebengestein in engstem Zusammenhange steht, bildet eine gedrängte Uebersicht der 
geschichteten krystallinischen Gesteine , mit denen die Lithionitgranite im Erz- und 
Fichtelgebirge in Berührung treten. Es soll durch diese Schilderung der normale 
Zustand der genannten krystallinischen Schichtgebilde fixirt werden, gewissermassen 
als Grundlage für die Darstellung und das Verständn'ss der Veränderungen , welche 
dieselben durch den Contact mit den granitischen Gesteinen oder aach nur durch deren 
Nachbarschaft erfahren haben. 

Die grosse Aehnlichkeit , welche das Gesteinsmaterial des Erz- und Fichtel- 
gebirges schon äusserlich aufweist, wird nach des Verfassers Erfahrungen umso auf- 
fallender , je tiefer man in den petrographischen und chemischen Bestand dieser 
Materialien eindringt. Dieselbe erstreckt sich auch noch auf das sogenannte Karlsbader 
und Tepler Gebirge, sowie auf den , Kaiserwald, die ja auch geologisch-tektonisch be- 
trachtet, nur als Theile der eben genannten grösseren Gebirgskörper erscheinen. Dagegen 
sind Böhmer- und Bayerischer Wald aus wesentlich andereu Gesteinen zusammengesetzt, 
und stehen den erst erwähnten Gebirgsab^chnitten fremd gegenüber. Die eigenthüm- 
lichen Gneisse und Lithionitgranite, welche jenen gemeinsam und für sie charakteristisch 
sind, fehlen im Böhmerwald und im bayerischen Wald vollständig. 

. Die allgemeine Grundlage, auf welcher sich die jüngeren krystallinischen Schiefer- 
gesteine des Fichtelgebirges aufbauen, ist ein im petrographischen Habitus auffallend 
constanter Flasergneiss. Zwischen langgestreckten wellenförmigen Zonen eines dunklen, 
im frischen Zustande fast schwarzen Glimmers liegt eine feinkörnige Grundmasse aus 
Quarz und Feldspath, in welcher nur untergeordnet Schüppchen von weissem Glimmer 
auftreten. Als accessorische Gemengtheile erscheinen in grösster Häufigkeit Magneikies, 
seltener Turmalin, Zirkon, Rutil; hierzu kommen noch der von Sauer bei Freiberg 
nachgewiesene mikroskopische Staurolith, der übrigens eine weitere Verbreitung haben 
dürfte und als besondere Seltenheiten Cordierit und Mikrolithe von Uraupecherz. Eine 
besondere Abänderung dieses Gneisses bildet der sogenannte Augengneiss, der, im 
Fichtelgebirge, wie auch im sächsischen Erzgebirge eine bedeutende Rolle spielt. Der 
Glimmer dieser Gneissvarietät, über welche eine Analyse von Scheerer vorliegt, ist 
ein Eisenmagnesiaglimmer mit hohem Gehalt an Natron und Titansäure and sehr 
geringem an Kali. In Proben von sächsischen Fundorten hat der Verfasser in diesem 
Glimmer Arsen, Blei, Zink, Kupfer, Zinn, Kobalt, Nickel, Fluor und Borsäure nach- 
gewiesen- In dem Glimmer der Gneisse des Fichtelgebirges fanden sich nur Blei und 
Kupfer. Der vorherrschende Feldspath dieses Gneisses ist Orthoklas , der stets kleine 



] 12 Wrhandlnngen. \i 5 

Mengen von Baryt, enthält; der trikline Feldspath ist in den meisten Fällen wohl 
Oligoklas. Zu den accessorischen Bestandteilen dieser Gneisse sind die im Gneissschutt 
nicht selten vorkommenden Splitter von lauehgrünem Augit zu zählen , welche voll- 
ständig mit den analogen, von Becke beschriebenen Vorkommnissen aus dem Wald- 
vierlei übet einstimmen. Bei der Verwitterung wird zunächst der Glimmer ergriffen, 
dann der Oligoklas uud nach diesem erst der Orthoklas ; als Endproduct dieser Zer- 
setzungsvorgänge erscheint, ein Grus von verschiedener Korngrösse, in dessen Schlemm- 
rückständen sich nicht selten die ganze Reihe der oben erwähnten mineralischen Acces- 
soria nachweisen lässt. Von besonderem Interesse ist darunter eiu Gebilde, das der 
Verfasser vorläufig als „schwarzen Zinnstein" bezeichnet, und das im halbverwitterten 
Gestein als eine Anhäufung von schwarzen, undurchsichtigen, auf den ersten Blick an 
Magneteisen erinnernden Körnchen innerhalb des Glimmers auftritt. Der Verfasser ver- 
muthet für dasselbe eine ähnliche Zusammensetzung, wie sie das strahlige sogenannte 
Holzzinnerz aufweist. Es bildet dieses Vorkommen die Grund'age der im Gn> issgebiete 
des Fichtelgebiiges bestandenen Zinnseifen , deren Blüthezeit etwa in das 15- Jahr- 
hundert fällt, und denen die Stadt Wunsiedel z. B. ihre einstige Bedeutung verdankt. 

Der ausschliesslich Kaliglirnmer führende rothe Gneiss des Erzgebi'ges scheint 
im Fichtelgebirge zu fehlen. Dagegen sind die Quarziteinlagerungen des erzgebirgischen 
Gneissgebietes auch im Fichtelgebirge nachweisbar. Von sonstigen untergeordneten 
Lagermassen im Gneissgebiete sind nur noch die Hornblendegesteine zu erwähnen, die 
hier eine eingehende Besprechung finden. 

Die nächst jüngere Schichtgruppe, die Glimmerschieferzone, gelangt im Fichtel- 
gebirge nicht mehr zu jener ausgedehnten räumlichen Entwicklung, die sie im Erz- 
gebirge besitzt und bietet auch in ihren petrographischen Verhältnissen ein viel ein- 
förmigeres Bild. Wie im Gneissgebiete finden sich auch im Glimmerschiefergebiet des 
Fichtelgebiiges Zinnseifen, die wieder auf die oben erwähnten zinnhaltigen Mineralein- 
schlüsse im Glimmer zurückzuführen sind. 

Ueber dem Glimmerschiefer oder, wo dieser fehlt, unmittelbar und concordant 
dem Gneiss aufgelagert, folgt die über ein weites Gebiet ausgebreitete Phj'llitgruppe. 
Die Gesteine dieser Gruppe zeigen in ihrer mineralogischen Zusammensetzung und dem 
der Einlagerungen dieselbe Mannigfaltigkeit, welche die Phyllite anderer Länder aus- 
zeichnet. Die durch Feldspathaufnahme (Albit), durch verschiedene chloritische Mineralien 
und durch Graphitoid entstehenden Abänderungen, sowie die Hornblende führenden 
Einlagerungen (Strahlsteinschiefer, schieferiger Gabbro etc.) werden ausführlich be- 
sprochen. „Sehwarzen Zinnstein" finden wir auch in dieser Schichtabtheilung wieder. 
Unter den Einlagerungen im Phyllit sind endlich schon mit Rücksicht auf ihre Erz- 
führung von besonderer Bedeutung Lagermassen von Kalk und Dolomit. Der Kalk ist 
körnig und seiner chemischen Zusammensetzung nach von ausserordentlicher Reinheit. 
Manchen Bänken sind dunkle Streifen von Graphitoid beigemengt. Accessorische 
Mineralien sind wie auch in anderen Gebieten zahlreich. An vielen Stellen gebt der 
Kalk in zuckerkörnigen Dolomit über. Da Kalk und Dolomit öfter wechsellagem , so 
ist eine seeundäre Bildung des letzteren durch zusitzende magnesiahaltige Wässer aus- 
geschlossen, nicht aber eine Anreicherung an Bittererde durch Auflösung und Weg- 
führung des kohlensauren Kalkes. Wo Kalk und Dolomit tief verwittert sind , werden 
sie häufig von erdigem, mit Manganerzen gemengtem Brauneisenstein bedeckt, der 
wiederholt Gegenstand des Abbaues geworden ist. Der Verfasser betrachtet diese Vor- 
kommnisse als das Resultat einer lang^ Zeit hindurch fortgesetzten Concentration d>-s 
in Kalk und Dolomit vorhandenen Eisengehaltes und scheidet sie streng von den Eisen- 
spath — und den, aus deren Verwitterung hervorgegangenen Brauneisensteinlagern, welche 
an der Grenze von Kalk und Phyllit beobachtet werden, und als deren Typus die von 
G um bei geschilderten Arzberger Lager anzu-ehen sind. Die Structur dieser Lager 
entspricht ganz jener der Kalkbänke , auch findet man in ihnen dieselben Aggregate 
von farblosen Glimmerblättchen und von Grammatit, wie in dem Kalk und Dolomit 
selbst. Diese Eisenspathlager waren nach des Verfassers Ueberzeugung ursprünglich 
gewiss ebenfalls Kalk und Dolomit, und wurden erst durch eindringende Lösungen von 
doppeltkohlensaurem Eisenoxydul allmälig ganz oder theilweise in Eisenspathlager 
umgewandelt. Die schwere Löslichkeit des kohlensauren Eisenoxyduls unterstützt diese 
Auflassung, ebenso der Umstand, dass gewisse accessorische Mineralien der Kalklager 
in dem Spatheisenstein erhalten geblieben >ind ; die elben konnten eben, da sie, wie 
z. B. der Grammatit, durch das kohlensäurehaltige Wasser schwer angreifbar sind, bei 
den Umwandlungsvorgängen nicht zersetzt werden, und erlitten nur durch die Volums- 
veränderungen , welche dieselben begleiteten , mechanische Umgestaltungen. Die Eisen 
führenden Lösungen werden aus der Auslaugung der Phyllite erklärt. 



Nr. 5 Sitzung am 19. März. F. v. Sandberger. \ J ;•} 

Nach der Schilderung der krystallinischen Schichtgesteine geht, der Verfasser 
zur Beschreibung der Lithionitgranite über. Der Name wurde ursprünglich für 
den Granit von Eibenstock im Erzgebirge aufgestellt, nachdem dessen dunkler Glimmer- 
bestaudlheil als Lithioneiseoglimmer erkannt worden war. Dieselben Merkmale zeigeu 
aher auch die braunen Glimmer zahlloser Granite des sächsischen und böhmischen 
Erzgebirges, des Karlsbader Gebirges, des Kaiserwaldes, des centralen Fichtelgebirges 
und des Steinwaldes, dann Central-Frankreichs, Cornwalls, Irlands, Sibiriens, vermuth- 
lich auch jene der ostindischen Inseln Banca und Bilitong. Der Verfasser nannte diesen 
Glimmer Protolithionit, zum Unterschiede von dem jüngeren secundären Eisen- 
lithionglimmer, als dessen Typus der Zinnwaldit zu betrachten ist. Der Orthoklas 
dieser Granite enthält gewöhnlich Einschlüsse anderer Mineralien, am häufigsten Plagio- 
klase, die auch in perthitartigen Verwachsungen oder als Ueberrindung der Orthoklase 
auftreten, und Blättchen von braunem Glimmer. Die Analysen der Orthoklase ergeben 
daher immer zu hohe Zahlen für Kalk und Natron, und zwar überwiegt bald der eine, 
bald der andere Bestandtheil , so dass man aus den Bauschanalysen mit ziemlicher 
Sicherheit auf die Natur des beigemengten Plagioklases schliessen kann. In dem Eiben- 
stock-Neudecker Stocke ist es vorherrschend Albit., im Fichtelgebirge dagegen meist 
Oligoklas, der mit dem Orthoklas vergesellschaftet erscheint. Der Plagioklas scheint 
keinem Mieser Granite zu fehlen; in sehr vielen Fällen sind die gestreiften Leisten 
des triklinen Feidspathes schon mit freiem Auge zu erkennen. Meist sind es die 
Plagioklase, welche zunächst der Verwitterung zum Opfer fallen; bei manchen Varie- 
täten werden regelmässig die Orthoklase zuerst angegritt'en und bilden specksteinartige 
Massen, während der Granit, in welchem sie liegen, noch ziemlich frisch erscheint. 
Der Verfasser ist der Meinung, dass es sich in solchen Fallen vorzugsweise um Ortho- 
klase handelt, die mit reichlichen Plagioklas-Einschlüssen versehen waren. Der in vielen 
Lithionitgraniten auftretende lichte Glimmer ist optisch-zweiaxig und stimmt in der 
Form seiner Schleifen gänzlich mit dem gewöhnlichen Kaliglimmer überein. Von den 
accessorischen Bestandteilen sind die gewöhnlichsten Zirkon- und Apatitmikrolithe. 
Ausserdem wurden beobachtet: Topas, Almandiugranat , Magnet- und Titaneisen, 
Tui malin und Beryll. Die Classification der Lithionitgranite kann nur eine künstliche 
sein , da zwischen den Hauptvarietäten stets vermittelnde Gesteinsabäuderungen zu 
beobachten sind. Auch die chemischen Analysen der .einzelnen Varietäten weisen nur 
solche Unterschiede auf, welche sich durch Einmengungen grösserer Quantitäten von 
Plagioklas (Kalk- und Natrongehalt) oder Protolithionit (Eisen- und Lithiongehalt) 
sofurt erklären. 

Für die nun folgende Specialbeschreibung unterscheidet der Verfasser zunächst 
zwei grosse Gruppen, die glimmerreiclien und die glimmerarmen Protolithionit granite, 
die wieder nach Korn und Struetur in verschiedene Unterabtheilungen gebracht werden. 
Den letzten Abschnitt des bis heute vorliegenden I. Theiles dieser interessanten Studien 
bildet eine sehr eingehende Schilderung der Drusenmineralien des Lithionitgranites 
und der klar ausgesprochenen Reihenfolge ihrer Bildung. Drusenbildungen gehören in 
diesen Gesteinen nicht gerade zu den häufigen Erscheinungen, und erreichen auch nie 
die Dimensionen und den Reichthum der Mineralfüllung, welche die Vorkommnisse in 
den Graniten Sibiriens und Elbas auszeichnen. Im Fichtelgebirge bilden Epprechtsstein 
und der Capellenberg bei Schönstein die wichtigsten Fundstätten. Die Reihenfolge 
der Mineralien in diesen Drusenräumen ist nach des Verfassers Untersuchungen die 
folgende: Orthoklas, (Pegmatolith Breith.), Quarz, Zinnwaldit, Turmalin , farbloser, 
secundärer Glimmer, Albit, Flussspath , ein jüngerer Glimmer (Gilbertit) , Rauchtopas ; 
vereinzelt kommen dann noch vor: Nadeiförmiger Zinnstein, Wolfram, Apatit, Hyalit, 
Lithiophorit, Kalk-Uranglimmer und Kupfer-Uranglimmer. Mit Ausnahme der ältesten 
lassen sich alle diese Mineralien als Auslaugungsproducte aus den Graniten oder dessen 
Nebengestein deuten, ohne dass das letztere stark zersetzt erscheint. Ist das letztere 
der Fall, so überwiegen auf den Gangspalten Erze und Quarz weitaus über die Silicate, 
obwohl auch diese niemals fehlen. Der Unterschied zwischen der Füllung der Drusen 
und den Mineralassociationen der Gänge besteht hauptsächlich darin , dass Zinnstein 
und Wolfram in den Drusenränmen nur spärlich, in den Gängen dagegen reichlich vor- 
kommen, während umgekehrt Turmalin und Albit, die in den Drusen eine so wichtige 
Rolle spielen, in den Gängen nur untergeordnet auftreten. Sehr analog den beschrie- 
benen Urusenfüllungen sind die sogenannten „granitartigen Gemenge aus Quarz, Feld- 
spath , Zinnwaldit und glimmerähnlichem Talk (Gilbertit)" , welche im Eibenstocker 
Revier als Ausfüllung von Gängen beobachtet wurden, sowie die Gangfüllungen in den 
sogenannten Greisen. In diesen letztgenannten Gesteinen, welche ein feldspathfreies 
Gemenge von Quarz und Zinnwaldit darstellen (zersetzte Lithionitgranite), sind die 



114 Verhandlungen. Nr. 5 

mineralreichsten Serien hei Zinnwald zu beobachten. Nach Breithaupt's und des 
Verfassers eigenen Untersuchungen ergab sich hier folgende Reihe: 1. Quarz, 2. Zinn- 
waldit, il Zinnstein, J. Wolfram, 5 Gilbertit, 6. Scheelit, 7. Flussspath , 8. Apatit, 
9. Kupfer-Urangliinmer Nur als Seltenheiten finden sich die noch jüngeren Mineralien: 
Bleiglanz gemengt mit Zinnblende, Zinnkies, Kupferkies, Kupferglanz, sowie deren 
Zersetzungsproducte. 

Die Analogie der Gangfällungen mit den Mineralassociationen in den Drnseu- 
räumeu wird durch dieses Beispiel besonders klar. /j> Teller) 

Dr. A. Fritsch. Fauna der Gaskohle und der Kalksteine 
der P e r m f o r m a t i o n Böhmen s. Bd. II, Heft 3. Die Lurchfische, 
Dipnoi. Nebst Bemerkungen über silurische und devonische Lurchfische. 
Prag- 1888. (4°, pag. 65-92, Taf. 71—80.) 

Die erste Nachricht über das Auftreten von Lurchfischen in der Gaskohle ver- 
ötfentlichte der Verfasser bereits im Jahre 1874 (Sitzber. d. kgl. böhm. Gesellsch. d. 
Wissenschaft), und zwar auf Grund eines bei Kounovä gefundenen Gaumenzahnes, 
welcher damals wegen seiner Aelmlichkeit mit Ceratodus serratus Ag. dieser Gattung 
einverleibt und als Ceratodus Barrandei Fr. in die Literatur eingeführt wurde. Dieser 
Fund blieb nicht lauge vereinzelt; an der vorerwähnten Localität und in der unweit 
davon gelegenen Grube Kroucovä, sowie endlich in der Kohlengrube Zabor bei Schlau, 
wurde in der Folge ein ausserordentlich reiches Material an Zähnen und Skeletresten 
dieser merkwürdigen Fische zu Tage gefördert. Die Funde stammen durchwegs aus der 
sogenannten Schwartenkohle, welche im Sc hlan-Rako ni tzer Becken das Hangende 
des schwachen oberen Kohlenflötzes bildet; die Kohlenwerke, in welchen diese 
Materialien gewonnen wurden, sind jedoch gegenwärtig nicht mehr in Betrieb. Vergleiche 
mit den Fossilresten aus den Kohlenlagern Northumberlands führten den Verfasser 
zur Ueberzeugung, dass die aus dem Schlan-Rakonitzer Becken stammenden Fischzähne 
zur Gattung Ctenodus zu stellen seien, und dass speciell Ceratodus Barrandei identisch 
sei mit Ctenodus obliquus Hanc. et Atth., ein Resultat, auf welches bereits Davis bei 
seiner Beschreibung der Fischreste aus der Cannelkohle von Yorkshire (Quart. Journ. 
Geol. Soc. 1880) hingewiesen hat. Der Verfasser konnte aber auf Grund seines reichen 
Materiales an Zahnplatten ausserdem noch den Nachweis erbringen, dass auch Ctenodus 
elegans Hanc. et Atth. nicht als selbstständige Art aufrecht erhalten werden könne, sondern 
nur eine in Altersverhältnissen begründete Abänderung von Ct. obliquus darstelle. 

Das Material , das dem Verfasser vorlag , war nicht etwa auf die durch etwa 
50 Kauplatten verschiedener Grosse und Gestalt repräsentirte Bezahlung beschränkt, 
sondern erstreckte sich auch auf die Hautknochen des Schädels , verschiedene Reste 
des Körperskeletes und Schuppen. Da sich die Stücke durchwegs isolirt vorfanden , so 
gestaltete sich die Deutung der einzelnen Knochenreste oft recht schwierig uud manchen 
Theilen des Skeletes konnte die ihnen zukommende Stellung überhaupt nicht mit voller 
Sicherheit, angewiesen werden. In anderen Fällen ergaben sich wieder auf Grund des 
Vergleiches mit Ceratodus interessante Reconstructionen , wie zum Beispiel jene des 
Schultergürtels, die der Schläfenregion u. a. m. 

Auch die isolirten Dermalknochen des Schädeldaches waren noch zum Theile 
ihrer wahren Stellung nach zu bestimmen , wenn auch ein Gesammtbild der Scheitel- 
platte nicht entworfen werden konnte, da die einzelnen Platten Individuen verschiedener 
Grösse und verschiedenen Alters, vielleicht auch verschiedenen Arten angehört haben. 

In der Bezahnung und im Detail des Skeletes ergaben sich so viele und so 
überraschende Beziehungen zu dem lebenden Ceratodus , dass der Verfasser lange im 
Zweifel blieb, ob er überhaupt von seiner ursprünglichen generischen Bestimmung dieser 
Fischreste abgehen solle. Jedenfalls glaubt er sich aus der weitgehenden Uebereiu- 
stimmung in anderen Merkmalen zu dem Schlüsse berechtigt , dass Ctenodus obliquus 
keine heterocerke Schwanzflosse besessen habe, wie Dipterus , sondern eine diphicerke , mit 
einem Hautsaum umgrenzte nach Art von Ceratodus. Aus diesen Gründen erscheint 
ihm auch die Stellung von Ctenodus bei den Ctenodipterinen als den Thatsachen 
wenig entsprechend und er schlägt daher vor, die Gattung Ctenodus zu Ceratodus, 
also in die Familie der Dipnoer zu stellen. Für die Vereinigung der Gattung mit den 
(Jtenodipteiinen spricht nur die grössere Zahl der Hautknochen des Schädels; da aber 
gerade diese Dermalgebilde von grosser Variabilität sind, so glaubt der Verfasser, dass 
sie nicht in demselben Masse berücksichtigeuswerth sind, wie Zahn- und Skeletbau. 



Nr. 5 Sitzung am 19. März. Dr. A. Fritsch. E. Koken. 1]5 

Die Ossifikation des Skeletes von Ctenodus ist weiter vorgeschritten als jene 
des lebenden Ceratodus. Es ist das dieselbe Erscheinung, die bei den permischen 
Amphibien im Vergleich zu deren jetzt lebenden Verwandten beobachtet werden konnte. 

Neben Ctenodus obliquus H. u. Atth. finden sich in der böhmischen Gaskohle 
noch zwei, vorläufig nur durch spärliche Rests vertretene Arten der Gattung , welche 
als Ct. applanatus und Ct. trachylepis beschrieben werden. 

Als Gattungen , die eine grosse Verwandtschaft mit Ctenodus zeigen , und die 
jedenfalls zu den Dipnoern zu stellen sein dürften , bezeichnet der Verfasser schon in 
der Einleitung: Mcgapleuron Gaudry, Conchopoma Kner und Phaneropleuron Huxley. 
In einem besonderen Anhang werden sodann noch eine Anzahl von Funden aus silu- 
rischen und devonischen Schichten besprochen , welche der Verfasser ebenfalls den 
Lurchfischen zuweisen möchte. Es sind dies folgende Reste : 

1. Dipnoites Perneri Fr. Ein Kopfschild eines Fisches aus der oberen Silur- 
formation Böhmens, und zwar aus dem Kalke der Barrande'schen Etage G g 3 von 
Hlubocep bei Prag. Es erinnert in seinen Umrissen und in der Ausbildung eines eigen- 
thütulichen, vom Ossificationspunkt ausstrahlenden Canalsystemes auffallend an das 
Dermosupraoccipitale von Ctenodus obliquus aus der permischen Schwartenkohle 
von Kounova. 

2. Gompholepis Pander i Barr. Das von Barraude unter dem vorstehenden 
Namen beschriebene, als Fischschuppe gedeutete Fuudstück aus dem böhmischen Ober- 
silur (G g, von Chotec) ähnelt in Gestalt und Ornamentirung so sehr einem Haut- 
knochen des Ctenodus-Schädels, dass der Verfasser darin einen zweiten (und zwar den 
geologisch ältesten) Vertreter der Dipnoer im Obersilur erblickt. 

3i Palaeduphus Van Ben. und de Kon. Die hierher gehörigen ursprünglich 
auf Selachier bezogenen Reste aus dem belgischen Devon hat bereits Traquair zu 
Ceratodus in Beziehung gesetzt. Der Verfasser macht darauf aufmerksam , dass der 
Mandibularzahn von Pal. insignis an den Kämmen deutliche Einkerbungen erkennen 
lässt, und dass er in der besser erhaltenen rechten Hälfte 5 Zahnleisten besass. Auch 
bei Pal. devoniensis ist, wie an einer Seitenansicht erläutert wird , die Kerbung der 
Zahnrippen schärfer ausgesprochen , als man nach der Originalzeichnung erwarten 
möchte, wodurch die Uebereinstimmung mit Ctenodus noch mehr in die Augen springt. 

4. Phyllolepis concentricus Ag. Die grossen Schuppen, welche Agassiz unter 
diesem Namen aus dem Devon beschrieben hat, sind wahrscheinlich Hautknochen eines 
Fisches aus der Abtlieilung der Dipnoer. Ein vom Verfasser nach einem Gypsabguss 
aus dem britischen Museum reproducirtes Stück zeigt Structureigenthümlichkeiten, die 
lebhaft an Gompholepis Panderi erinnern. 

5. Archaeonectes pertusus IL v. M. L'chon H. v. Mayer hat die Vermuthung 
ausgesprochen, dass dieser aus dem Devon von Gerolstein stammende Rest in die Nähe 
von Ceratodus und Palaedaphus gehöre. Der Verfasser hält das Stück für ein Gaumen- 
fragment und die gekerbten Leisten nicht für den Zahn selbst, sondern für die Basis, 
auf welcher ein kräftig gekerbter Zahn aufgelegen hat. 

6. Holodus Pander. Der von Pander als Gaumenfragment eines Lurchfisches 
beschriebene, mit Dipterus und Lepidosiren verglichene Rest wurde von Traquair 
als ein Stück des Unterkiefers gedeutet. Der Verfasser wird durch das Stück an die 
Vomerbezahnung eines Lurchfisches erinnert, wodurch die Auffassung des Restes als 
Unterkiefer wieder fraglich wird. 

Zum Schlüsse gibt der Verfasser eine tabellarische Uebersicht über die zn den 
Lurchfischen gehörigen Gattungen der Prima r-Formation an. Dieser Zusammenstellung 
zufolge entfallen auf die Silurformation 2 Gattungen: Gompholepis Barr, und Dip- 
noites Fr., auf das Devon 6 Gattungen: Palaedaphus, Phyllolepis , Archaeonectes, 
Holodus, Conchodus M Coy und Mylostoma Newb., auf Kohlen- und Permformation 
endlich 8 Gattungen, und zwar : Megppleuron Gaudry, Campylopleuron Huxl., Concho- 
poma Kner, Phaneropleuron Huxl., Ctenodus Ag , Ptyonodus Cope , Gnathorhiza 
Cope, Sterigilina Cope. Dass diese Zusammenstellung sehr ungleichwerthige Gattungen 
umfasst, ist schon ans den vorangehenden Bemerkungen ersichtlich. (F. Teller.) 

E. Koken. Neue Untersuchungen an tertiären Fisch- 
Otolithen. Zeitschrift d. deutschen geol. Gesellschaft. Jahrgang 1888, 
pag. 274—305, Taf. XVII— XIX. 

Im Jahre 1884 hat der Verfasser eine sehr interessante Studie über die Gehör- 
steine recenter und fossiler Fische veröffentlicht (vergl. Zeitschrift d. deutschen geol. 
Gesellschaft, Jahrgang 1884, pag. 500—565, Taf. IX— XII) , in welcher der Nachweis 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 6. Verhandlungen. 17 



\\Q Verhandlungen. Nr. 5 

erbracht wurde, dass diese sogenannten Otolithen unter gewissen Umständen eine bessere 
Grundlage für die Charakterisirung einer fossilen Fisehfauna abgeben, als die in 
Schiefern erhaltenen Skeletabdrücke. Da in jener Arbeit der erste Versuch vorlag, die 
Otolithen für die systematische Zoologie, resp. Paläontologie zu verwerthen, so 
wurde derselben eine breitere Exposition über die historische Entwicklung unserer 
Kenntniss dieser Gebilde, über ihre anatomischen Beziehungen zum Gehörorgan und 
ihre Morphologie beigegeben, und es wurden zugleich eine Anzahl der wichtigsten 
Typen von Otolithen lebender Fische beschrieben, so dass sich anch für jene, die dem 
Gegenstande ferne stehen, ein trefflicher Einblick in dieses neue Stadiengebiet eröffnete. 
Das fossile Material, welches im Anschluss an diese umfangreichen und gründlichen 
Vorarbeiten zunächst zur Untersuchung gelangte, stammte aus den Ablagerungen des 
norddeutschen Oligocäns. 

Es konnten in denselben im Ganzen 21 Arten unterschieden werden, von welchen 
sieben auf die Familie der Gadiden entfallen ; ihnen reihen sich die Pereiden nebst 
den Apogoniden und Trachiniden mit zusammen 5 Arten an, während die Sciaeniden 
durch 3 Arten repräsentirt sind. Endlich sind noch die Familien der Spariden, Tri- 
gliden und Pleuronectiden durch je eine Art vertreten. Nur zwei der fossilen Otolithen 
Messen sich in keine der bekannten Familien einreihen. Den Charakter der Fauna 
bestimmten offenbar die Gadiden, welche ja auch heute im nördlichen atlantischen und 
im nördlichen paeifischen Ocean eine Hauptrolle spielen. Die Clupeiden, Salmoniden, 
Cottinen und Cataphracten, welche in diesen nordischen Meeresgebieten mit den 
Gadiden die Herrschaft theilen, fehlten dem nordischen Oligocänraeere, an ihrer Stelle 
finden wir Pereiden und Sciaeniden, welche heute den südlichen Theilen des atlantischen 
Oceans eigentümlich sind. Die Fischfauna des norddeutschen Ologocäns weist also 
eine Mischung von nördlichen und südlichen Typen auf, wie wir sie in keiner der 
bekannten fossilen oder recenten Faunen wiederfinden. 

Eiu ungewöhnlich reiches Material an fossilen Otolithen aus dem Alttertiär 
Nordamerikas, den Vicksburg-, Jackson- und Clayborne-Sehichten von Mississippi und 
Alabama, regten den Verfasser zur Wiederaufnahme dieser Studien an, und die Ergeb- 
nisse dieses neueren , auf bedeutend erweitertes Vergleichsmaterial gestützten Unter- 
suchungen bilden den Inhalt der vorliegenden Abhandlung. 

Der Verfasser kommt zunächst nochmals kurz auf die Organisation der Otolithen 
zurück und macht darauf aufmerksam, dass dieselben wegen ihrer Lage im Innern des 
Körpers Anpassungs- und Umgestaltungsprocessen in Folge äusserer Einflüsse weniger 
leicht unterliegen werden, als Zähne, Integument und Bewegungsorgane, und dabei die 
einmal gegebene Form zäher bewahren als diese. Die artliche Verschiedenheit kommt 
in kleinen, aber scharfen und beständigen Merkmalen zum Ausdruck. 

„Der Otolith eines Stachelstrahlers ist nicht mit denen eines Anacanthinen zu 
verwechseln, und wie sich die grossen Abtheilungen in allgemeineren Merkmalen unter- 
scheiden, so fühlt eine beständige Abstufung des Charakters herab bis zur Trennung 
engverwandter Arten Gadus morrhua und Gadus aegleßnus, Mugil cephalus und 
Mugil saliens. Die Berechtigung mancher in der letzten Zeit vorgenommenen syste- 
matischen Umstellung, wie z. B. die Entfernung der Apogoniden von den Pereiden, 
als deren Unterfamilie sie lange galten, oder die Vereinigung von CentroprisHs mit 
Serranus, von Pagriis mit Spants, ist auch aus den Eigenschaften der Otolithen 
ersichtlich." 

Dass die Otolithen in manchen Ablagerungen in so grosser Häufung auftreten 
(Sternberger Kuchen, Meeressand von Waldböckelheim, Tertiär von Alabama und 
Mississippi etc.), darf nicht etwa dahin gedeutet werden, dass dieselben zufällig 
zusammengeschwemmt worden seien ; man könnte daun mit demselben Rechte gewisse 
an Mollusken besonders reiche Localitäten des Oligocäns in gleicher Weise inter- 
pretiren. Es muss im Gegentheil betont werden, dass gerade in den fischführenden 
Schiefern, Tripolis etc. häufig heterogene faunistische Associationen vorliegen, welche 
auf ungewöhnliche Verhältnisse der Sedimentirung und Einbettung der Fossilreste hin- 
weisen ; hierher gehören die Einmengung von Süsswasserarten in marine Faunen, oder 
das masseuhafte Auftreten von pelagischen Fischen innerhalb einer localisirten Küsten- 
fauna, wie z. B. der Lepidopiden in den oligoeänen Fischschiefern von Glarus. Dem 
gegenüber erscheinen die Otolithen führenden Thone und Sande geradezu als die 
wichtigsten Behelfe zur Reconstruction des Bildes der reinen Meeresfaunen einer 
bestimmten geologischen Epoche. Mit der reichen Entwicklung, welche einzelnen 
grossen Familien , wie z. B. der Gadiden, Sciaeniden, Trigliden in den Meeren der. 
älteren Tertiärzeit zukam, hat uns erst das Studium der Otolithen bekannt 
gemacht; in den Fischseh ieieru gehören die Reste dieser Familien zu den giössten 



Nr. 5 Sitzung am 19. März. E. Koken. W] 

Seltenheiten, so dass man auf solche Ablagerungen allein gestützt zu ganz unrichtigen 
Vorstellungen über die einstige Verbreitung dieser wichtigen Bestandteile nnserer 
heutigen Fischfaunen gelangen musste. 

Die Untersuchung der Otolithen des nordamerikanischen Alttertiärs gestattete die 
Peststellung von 23 Arten, welche sich auf 12 Familien mit mindestens IG Gattungen 
vertheilen : einige der Otolithen Hessen sich mit Sicherheit auf recente Gattungen 
zurückführen. Die Fauna besteht zum überwiegenden Theil aus A cantho ptery giern 
(Carangiden, Apogoniden, Spariden, Sciaeniden, Trachiniden, Cottiden, Cepoliden und 
Mugilidon), unter denen wieder die Sciaeniden durch die Zahl ihrer Arten (7) besonders 
hervorragen ; aller Wahrscheinlichkeit nach sind darunter auch die recenten Gattungen 
Sciaena, Johnius und Umbrina. Die Anacanthinen sind durch drei Gadiden und 
zwei Pleuronectiden vertreten, die letzteren durch die lebenden Gattungen Platessa 
und Solea. Die Physostomen lieferten nur einen Otolithen, der Gattung Conger 
zugehörig. Ein Otolith eines Stachelflossers, der hinsichtlich der Familie und Gattung 
nicht näher bestimmt werden konnte, steht dem Otol. umbonatus von Lattorf sehr 
nahe und gehört einem Typus an , der im nördlichen Europa aus dem Paleocän 
(v. K o e n e n) bis in's Miocän verfolgt werden konnte. Die meisten Otolithen lieferten 
die Jackson-Schichten (16 Arten), dieselben haben mit den Vicksburg-Schichten 2 Arten, 
mit den Clayborn-Schichten eine Art gemein. Eine einzige Art Otol. (Platessae.) sector 
geht durch alle drei Horizonte hindurch. 

Zu den norddeutschen Oligocänbildungen und den paleocänen Schichten von 
Kopenhagen ergeben sich zwar vielfache Beziehungen, aber im Ganzen gelangt der 
Verfasser doch zu dem Eesultate, dass die westliche und östliche Küsten- 
region des nördlichen atlantischen Oceans auch in alttertiärer Zeit 
bereits faunistisch verschieden waren. So treten die in dem deutschen 
Tertiärmeere so häufigen nordischen Gadiden in der Tertiärfauna Nordamerikas sehr 
auffallend zurück. Dagegen treten hier die Sciaeniden, welche bei uns erst im Ober- 
Oligocän nachgewiesen sind, in grosser Häutigkeit und Formenmannigfaltigkeit auf. 
Ein dritter, dem amerikanischen Alttertiär eigenthümlicher Zug ist die Häufigkeit 
einer Platessa, während im deutschen Oligocän Pleuronectiden nur vereinzelt vor- 
kommen. 

Vergleiche mit recenten Faunen führten den Verfasser zu dem Schlüsse, dass 
sich die fossile Fischfauna von Alabama und Mississippi recht gut in den Rahmen 
jener Fauna einfügt, welche gegenwärtig die Küsten der südlichen Vereinigten Staaten, 
des Golfes und das westindische Meer belebt. Nur zwei Familien, die Trachiniden und 
die Cepoliden, finden sich gegenwärtig nicht mehr in den atlantischen Gewässern 
Nordamerikas vor; von der erstgenannten Familie kennt man aber so nahe Verwandte 
an den atlantischen Küsten, dass man dieselben ehedem direct zu den Trachiniden 
gestellt hat, während die Cepoliden mit Trachinus und Trigla zusammen die medi- 
terrane Provinz bewohnen und von hier an der Ostseite der Atlantis bis nach England 
hinaufziehen. Die Uebereinstimmung der alttertiären Fischfauna Nordamerikas mit der 
Fauna der südatlantischen und Golfstaaten, die Beziehungen derselben zur heutigen 
Mittelmeerfauna und die Abweichungen von der alttertiären Fischfauna Norddeutsch- 
lands sind also, wie wir sehen, Ergebnisse, die unter einander im engsten Zusammen- 
hange stehen. 

Interessant ist es, dass in den alttertiären Schichten Nordamerikas keine ein- 
zige Tiefseeform nachzuweisen war; auch rein pelagische Formen fehlen. Die Fauna 
ist eine litorale, und zwar in jenem weiteren Sinne, welcher die an ganz besondere 
Verhältnisse angepassten, extrem litoralen Typen ausschliesst. „In den Küstenfischen 
in dieser Begrenzung haben wir die normalste Fauna eines Oceans zu erblicken, 
welche am ehesten eine Vergleichung mit anderen Gebieten gestattet und am besten 
vollzogene Veränderungen in der Gestaltung der Fauna, sei es durch Wanderungen, 
sei es durch geologische Factoren wiederspiegelt, während die pelagischen Fisch*, 
schon ihrer Anzahl nach von geringer Bedeutung, unstete Wanderer sind, welche 
nngeheure Flächen durchmessen , ohne irgend einem engeren Bezirke anzugehören und 
die Tiefseefische eine fast einheitliche, unter Hochdruck aufbewahrte, meist alter- 
thümliche Fauna bildtn, welche durch Anpassung an das abyssale Leben das Beispiel 
einer ganz ungestörten aber auch fast unvrrän derlichen Existenz bieten." Die Otolithen 
führenden Ablagerungen, die altterliären Schichten Nordamerikas, wie auch unsere 
Oligocänbildungen sind Ablagerungen der Küstenzone. Pelagische Fische finden sich 
nur hie und da in Schiefern, Tiefseefische überhaupt sehr selten. Der Verfasser wirft 
hier die Frage auf, ob die als Tiefseefische betrachteten fossilen Typen nicht vielleicht 

17* 



118 Verhandlungen. J^r. 5 

nur die litoraltn Vorfahren gegenwärtig allerdings auf die Tiefsee beschränkter Fische 
darstelleu. Keinesfalls sei es gestattet, aus solchen Resten unmittelbar auf den Tiefsee- 
charakter der Ablagerung zu schliessen. So genügt z. B. in der Fischfauna des Libanon 
die Anwesenheit von Rochen, um trotz des Vorkommens der Beryciden etc. auf eine 
Kiistenfacies schliessen zu lassen. (F. Teller.) 

W. Dames. DieGanoiden des deutschen Muschelkalkes. 
Paläontol. Abhandl. herausgegeb. von W. Dames und E. Kays er, 
Berlin 1888, IV. Bd, 2. Heft, pag. 133—180, Taf. XI— XVI a. 

Die Unsicherheit, welche in Bezug auf die wahre systematische Stellung der 
meisten aus dem deutschen Muschelkalk bekannt gewordenen Fischreste besteht, be- 
stimmte den Verfasser im Anschluss an ein besonders günstig erhaltenes Fundstück 
aus dem oberen Muschelkalk Hannovers das gesammte derzeit zugängliche Material 
einer kritischen Ueberprüfung zu unterziehen ; die vorliegende Monographie bildet das 
Resultat dieser schon allein mit Rücksicht auf die vielfachen Irrthümer und Wider- 
sprüche älterer Literaturangaben sehr mühevollen Untersuchungen. 

Zwei Gattungen bestimmen hauptsächlich den Charakter der Fischfauna des 
deutschen Muschelkalkes : Gyrolepis Ag. und Colobodus Ag. Die erstgenannte Gattung, 
welche bisher so ungenügend charakterisirt war, dass sie wiederholt (Giebel, Tra- 
quair) als völlig unhaltbar bezeichnet und in verschiedene andere Gattungen auf- 
gelöst wurde (Amblypterus, Aerolepis etc.), repräsentirt nach den vorliegenden Unter- 
suchung thatsäcblich einen selbstständigen Gattungstypus, welcher in die Familie der 
Palaeonisciden einzureihen ist. Ein auftauend langes und schmales Operculum, die grosse 
Zahl der Brustflossenstrahlen, von denen nur die letzten eine Gliederung aufweisen und 
die Verwachsung der Interclaviculae zu einem Stück, unterscheiden Gyrolepis sehr 
scharf von den nächstverwandten Palaeoniscidengattungen. Nach unseren heutigen Er- 
fahrungen ist Gyrolepis auf die Triasformation beschränkt und erscheint hier zugleich 
als der einzige Vertreter der Palaeonisciden. Das untersuchte Material gestattet die 
Unterscheidung folgender Arten: 

Gyrolepis Agassizü Münster spec] ,, , „ ,, 

" . /tj.7 } unterer Muschelkalk 

„ ornatus Giebel spec. J 

Gyrolepis Albertii Ag. oberer Muschelkalk. 

Gyrolepis Quensledtii Dames Lettenkohlenformation. 

Die Gattung Colobodus Ag. wurde auf halbkugelige und cylindrisck oder keulen- 
förmig verlängerte Zähne mit einer kleinen zitzenförmig vorgezogenen Warze auf dem 
Gipfel der Krone gegründet und ursprünglich zu den Pycnodonten gestellt. Die Form 
der einzelnen Zähne und ihre Verbindung zu unregelmässig angeordneten Pflastern 
weist jedoch auf die Sphaerodontiden (Ordnung der Lepidosteiden) hin, als deren Haupt- 
vertreter Lepidotus erscheint. Die Mittelwarze auf dem Gipfel der Krone fehlt den 
Lepidotus-Zahnen. Nach der Form der Schuppen unterscheidet der Verfasser 3 Gruppen : 
Eine erste Gruppe, bei welcher die Furchung der Ganoinlage schon nahe dem Vorder- 
rande der Schuppe beginnt und sodann nach rückwärts so tief eingreift , dass der 
Hinterrand fingerförmig zerschlitzt erscheint. Es ist das der eigentliche Typus der 
Gattung , welcher durch Colobodus varius Giebel und C. maximtis Quenstedt spec. 
repräsentirt wird. Eine zweite Gruppe bilden jene Arten , bei welchen die Schuppen 
mit Ausnahme der ersten hinter dem Kopf liegenden Verticalreihen grösstentheils glatt 
und nur an dem Hinterrande ausgezackt sind. Sie stehen durch die schwache Sculptur 
der Schuppen der Gattung Lepidotus näher als die früher genannten Arten und könnten 
unter dem von Kunisch gegebenen Namen Dactylolepis zusammengefasst werden. 
Es gehören hierher : C. gogolinensis Kun. spec. und C. 'frequens Dames. Ganz isolirt 
steht endlich als Vertreter einer dritten Gruppe C. chorzouensis v. Mayer spec. aus 
dem unteren Muschelkalk von Überschlesien da. Für diesen Typus könnte eventuell 
der von H. v. Meyer gegebene Gattungsname Nephrotus verwendet werden. Die 
Gattung Colobodus ist bis jetzt auf Muschelkalk und Keuper beschränkt. 

Ein sehr schön erhaltenes Schuppenstück eines grossen Fisches aus dem Muschel- 
kalk von Würzburg führt zur Aufstellung der neuen Gattung Crenilepis. Das Stück 
wird als Crenilepis Sandbergeri beschrieben. Form und Sculptur der Schuppen lassen 
keinen Zweifel darüber, dass diese Gattung bei den Lepidosteiden einzureihen ist ; die 
näheren verwandtschaftlichen Beziehungen lassen sich dermalen noch nicht feststellen, 
da Gebiss und Flossenstellung unbekannt sind. 

Eine eingehende Beschreibung wird hier ferner jenen Fischresten gewidmet, 
welche Quenstedt unter dem Namen Serrolepis aus der Lettenkohle der Umgebung 



Nr. 5 Sitzung am 19. März. W. Dames. H9 

von Hall (Württemberg) bekannt gemacbt hat. Zittel stellte die genannte Gattung 
wegen der Aehnlicbkeit des Umrisses der Schuppen mit jenen von Dapediux und 
Tetragonolepis zu den Stylodontiden. Der Verfasser schliesst sich dieser Ansicht an, 
da auch die Zähnchen des auf Serrolepis bezogenen Kieferfragmentes einer solchen 
Stellung im System nicht widersprechen. 

Anhangsweise wird endlich noch ein Fischrest aus dem Braunschweiger Muschel- 
kalk geschildert, der wahrscheinlich den Typus einer weiteren neuen Ganoidengatlung 
aus der Ordnung der Lepidosteidae darstellt. Da die ungünstige Erhaltung über mehrere 
für die Charakteristik wichtige Merkmale kein Urtheil zulässt, so hat der Verfasser 
von der Aufstellung eines neuen Gattungsnamens vorläufig abgesehen. Da die Schwanz- 
flosse homocerk ist und Fulcra zu fehlen scheinen, so kann der Rest weder den Sphaero- 
dontiden, noch den Stylodontiden zugewiesen werden. 

Näher scheint die Verwandtschaft mit Pliolidophorus oder Isopholis zu sein; 
sollte sich diese Annahme bestätigen , so besässen wir in diesem Funde den ersten 
Muschelkalk Saurodoutiden, und damit zugleich den ältesten Vertreter dieser Familie 
überhaupt. Der Verfasser gibt hier auch der Vermuthuug Ausdruck , dass die völlig 
glatten rhombischen Ganoidschuppen, die man aus Rhät und Keuper kennt, und welche 
als Gyrolepis und Tetrayonolepis beschrieben worden sind, vielleicht zum Theile auf 
die Familie der Saurodoutiden zu beziehen sein dürften. 

Mit dem Abschluss der vorliegenden Studien beläuft sich die Zahl der im 
deutschen Muschelkalk nachgewiesenen Ganoidenarten auf zwölf; unter diesen sind es 
insbesondere die Arten der Gattungen Gyrolepis und Colobodus, welche der Muschel- 
kalkfauna das charakteristische Gepräge verleihen. Dieselben sind aber noch aus einem 
anderen Grunde von besonderem Interesse. Gyrolepis bildet gewissermassen einen ver- 
einzelten Nachzügler, der im Carbon, im Rothliegenden und im Zechstein ihre Haupt- 
entwicklung erreichenden rhombiferen Palaeoniscidon und zugleich das Bindeglied mit 
der spärlichen Vertretung, welche diese Familie noch im Lias besitzt. Colobodus da- 
gegen eröffnet andererseits die später so formenreiche und für den Charakter der 
jurassischen Fischfaunen so bezeichnende Familie der Sphaerodontiden mit ihrem Haupt- 
vertreter Lepidotus. In den Gyrolejjis-Arten sind also die letzten Ausläufer einer aus- 
sterbenden älteren, in Colobodus die ersten Anfange einer entwicklungskräftigen neuen 
Fauna zu erblicken. 

Die beschriebenen 12 Ganoidenarten vertheilen sich nach geologischen Horizonten 
in folgender Wei^e: Der untere Muschelkalk enthält 6, der mittlere Muschelkalk 1, der 
obere Muschelkalk 5, die Lettenkohle 3 Arten Nur Colobodus frequens Dames ist 
allen 3 Etagen des Muschelkalkes gemeinsam ; Colobodus maximus Quenst. sj>. reicht 
aus dem oberen Muschelkalk in die Lettenkohle hinauf. (F. Teller.) 

W. Dames. Amblypristis Gheops nov. gen. nov. spec. 
aus dem Eocän Aegyptens. Sitzungsber. d. Gesellsch. naturf. 
Freunde, Berlin 1888. 

Nachdem der Verfasser bereits im Jahre 1883 aus den Aufsammlungen Seh wein- 
furth's im Birket el Kerun Zähne und Rostralfragmente eines fossilen Sägefisches 
bekannt gemacht hat (Propristis Schweinfurthi Dames in den Sitzungsber. d. kgl. 
preuss. Akad. d. Wissensch. Berlin 1883, I, pag. 136, Taf. 3/ 1 — 2), wird hier diese 
im fossilen Zustande so seltene Familie abermals um eine interessante neue Gattung 
bereichert, für welche der Name Amblypristis gewählt wurde. Das Rostrum ist unbe- 
kannt, die Gestalt der Zähne aber so eigentümlich, dass die Aufstellung einer beson- 
deren Gattnng vollkommen motivirt erscheint. Während nämlich die einzelnen Zähne 
einer Säge von Pristis oder auch des fossilen Propristis ihrer Gestalt nach am besten 
mit einer Dolchspitze verglichen werden können, sind jene von Amblypristis von ab- 
gestumpft vierseitigem Umriss mit schneidenden Rändern, so dass sie, wie der Verfasser 
sich ausdrückt, an das obere Ende einer gerundeten Tischmesserklinge erinnern. Es 
liegen drei Stück solcher Zähne vor, die nahezu gleiche Dimensionen aufweisen. Die 
Basis lässt erkennen, dass die Zähne nicht aus festem Dentin, sondern aus faserigen 
Elementen aufgebaut sind. Längs- und Querschliffe zeigten dasselbe histologische Bild 
wie die Zähne von Pristis und Propristis, und dies, sowie die scharf ausgeprägte, am 
Hinterrande aufsteigende Basalfurclie waren hauptsächliah für die Bestimmung der 
systematischen Stellung dieser Reste entscheidend. (F. Teller.) 



Einsendungen für die Bibliothek. 

Einzelnwerke und Separat-Abdrücke. 
Eingelangt vom 1. Jänner bis Ende März 1889 



Agassiz, L. Hugh Miller, author of „Old 
red sandstone" and Footprints of the 
Creator." 1850. Vide: Miller, Hugh, Foot- 
prints of the Creator. 17. edition, pg. 
III— XXXVII. (10.850. 8°.) 

Ammon, L. V. Dr. Die Fauna der bracki- 
schen Tertiär-Schichten in Niederbayern. 
(Separat, aus : Geognostische Jahreshefte. 
Bd. I.) Kassel, Th. Fischer, 1887. 8°. 22 S. 
mit 1 Taf. steif. Gesch. d. Autors. 

(10.789. 8\) 

Becker, M. A. Hernstein in Niederöster- 
reich. Mit Unterstützung Sr. kais. Hoheit 
des Durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs 
Leopold herausgegeben, a) Theil III 
des Textes in 2 Halbbänden. 8°. (Wien, 
typ. A. Holzhausen, 1888) b) Textbeilage 
(eine Teufelsbeschwörung zu Starhemberg). 
8°. c) Plan des Parkes von Hernstein mit 
Skelet. 2 Blätter. 2°. d) Mappe mit Plänen 
und Ansichten von Hernstein aus den 
Jahren 1853—1883. 23 Blätter. 2°. Gesch. 
Sr. kais. Hoheit des Durehl. Herrn Erz- 
herzog Leopold. (7762. 8°. 132. 2 a .) 

Bezzenberger, A. Prof. Dr. Die Kurische 
Nehrung und ihre Bewohner. (Aus : 
Forschungen zur deutschen Landes- und 
Volkskunde, hsg. v. Dr. A. Kirchhoff. 
Bd. III, Hft. 4.) Stuttgart, J. Engelhoru, 
1889. 8°. HOS. (165-300) mit 8 Holz- 
schnitten im Text, 2 Tabellen und 1 Karte, 
br. Gesch. d. Verlegers. (10.790. 8".) 

Bonney, T. G. Prof. The foundation- 
stones of the earth's crust. An evening 
diseourse, delivered at the Bath Meeting 
of the British Association on septemb. 
10, 1888. London, typ. Spottiswood & Co., 
1888. 8". 15 S. steif. Gesch. d. Autors. 
(10.791. 8°.) 



Bornemann, J. G. Der Quarzporphyr 
von Heiligenstein und seine Fluidalstruc- 
tur. (Separat, aus : Zeitschrift der deutsch, 
geolog. Gesellschaft. Bd. XXXIX. 1887.) 
Berlin, typ. J. F. Starcke, 1887. 8°. 5 S. 
(793—797) mit 1 Taf. (XXXII). steif. 
Gesch. d. Autors. (10.792. 8 U .) 

Bornemann, J. G. Ueber Aufnahmen auf 
Section Wutha. (Separat, aus: Jahrbuch 
der kgl. preuss. geolog. Landesanstalt für 
1886.) Berlin, typ. A. W. Schade, 1887. 
8". 2 S. (XXXVII— XXXVHI). steif. 
Gesch. d. Autors. (10.793. 8°.) 

Bornemann, J. G. Ueber fossile Thier- 
spuren aus dem Buntsandstein Thüringens. 
(Separat, aus: Zeitschrift der deutsch, 
geolog. Gesellschaft. Bd. XXXI X. 1887.) 
Berlin , typ. J. F. Starcke, 1837. 8°. 2 S. 
(629—630). steif. Gesch. des Autors. 

(10.794. 8°.) 

Bornemann, J. G. Ueber Schlackenkegel 
und Laven. Ein Beitrag zur Lehre vom 
Vulkanismus. (Separat, aus: Jahrbuch 
der kgl. preuss. geolog. Landesanstalt für 
1887.) Berlin, typ. A. W. Schade, 1888. 
8°. 53 S. (230—282) mit 2 Taf. (IX— X). 
steif. Gesch. d. Autors. (10.795. 8°.) 

Braikovich , F. Die Wasserversorgung 
Wiens unter besonderer Bezugnahme auf 
die Wiener-Neustädter Tiefquellen- Wasser- 
leitung. Vortrag, gehalten in der Abthei- 
lung für Gesundheitstechnik des österr. 
Ingenieur- und Architekten-Vereines am 
13. März 1889. (Separat, aus: Wochen- 
schrift des Österreich. Ingen - n. Architekt. - 
Vereins. 1889. Nr. 12. Beilage.) Wien, 
typ. E. Spies&Co., 1889. 4°. XI S. steif. 
Gesch. d. Autors. (2945. 4°.) 



Nr. 5 



Einsendungen für die Bibliothek. 



121 



Broeck, E. van den. Melanges geologiques 
et paleontologiques. Fase. II. (Separat, 
aus : Annales de la Societe royale mala- 
cologique de Belgique. Tom. XIX et XX. 
1884 et 1885) Bruxelles, typ. P. Weissen- 
bruch, 1885. 8". 55 S. 

Enthält : a) Contribution ä l'etude des 
sables pliocenes Diestiens. pg. 3—23. 
(Ibid. Tom. XIX. 1884. Memoire«, pg. 
(7 — 27-) b) Note sur la decouverte de 
gisements fossiliferes pliocenes dans les 
sables ferrugineux des environs de Liest. 
pg. 25—27. (Ibid. Tom. XIX. 1884. Bul- 
letins, pg. LXVIII— LXXI.) c) Note sur 
la decouverte de fossiles miocenes dans 
les depots de l'etage bolderien ä Waenrode 
(Limbourg). pg. 29—38. (Ibid. Tom. XIX. 

1884. Bulletins, pg. LVI— LXVI.) d) Sur 
un facies nouveau on peu connu de l'argile 
superieure rupelienne et sur les erreurs 
d'interpretation auxquelles il peut donner 
lieu. pg/ 39-44. (Ibid. Tom. XIX. 1884. 
Bulletins, pg. LXXI — LXXV.) e) Reponse 
ä la note de van Ertborn & Cogels 
sur les consequences de certaines erreurs 
d'interpretation au point de vue geologique. 
pg. 45—47. (Ibid. Tom. XX. 1885. Bul- 
letins, pg. X — XII.) f) Reponse ä la 
replique de van Ertborn & Cogels 
au sujet des consequences de certaines 
erreurs d'interpretation au point de vue 
geologique. pg. 49 — 55. (Ibid. Tom. XX. 

1885. Bulletins pg. XXII— XXVIII.) 

(10.796. 8'\) 

Broeck, E. Van den. Documents nouveaux 
sur la base du terrain tertiaire en Bel- 
gique et sur l'age du tufeau de Ciply. 
Paris, 1887. 8°. Vide : Rutot, A. & E. 
van den Broeck. (10.876. 8°) 

Broeck, E. Van den. Note preliminaire 
sur l'origine probable du limon hesbayen 
ou limon non stratifie homogene. (Separat. 
aus: Bulletin de la Societe Beige de 
geologie. Tom. I. Annee 1887. Proces 
verbaux.) Bruxelles, typ. Polleunis, Ceu- 
terick & Lefebure, 1887. 8°. 9 S. (151 — 
159). steif. Gesch. d. Autors. (10.797. 8°.) 

Broeck, E. van den. Note sur un nou- 
veau gisement de la Terebratula grandis 
(Blum) avec une carte de l'extension 
primitive des depots pliocenes marins en 
Belgique (Separat, aus : Bulletin de la 
Societe Beige de geologie. Tom. I. Annee 
1887. Memoires.) Bruxelles, typ. Polleunis, 
Ceuterick & Lefebure, 1887. 8°. 11 S. 
(49 — 59) mit 1 geolog. Karte, steif. Gesch. 
d. Autors. (10.798. 8 n .) 

Broeck, E. van den. Sur la Constitution 
geologique des depots tertiaires, quater- 
naires et modernes de la region de Lierre. 
(Separat, aus : Annales de la Societe 
geologique de Belgique. Tom. XIII. 
Memoires 1887.) Liege, typ. H. Vaillant- 



Carmanne, 1887. 8°. 51 S. (376-424) mit 

5 Figuren im Text, steif. Gesch. d. Autors. 

(10.799. 8°.) 
Broeck, E. van den & A. Rutot. De 
l'extension des Sediments tongriens sur 
les plateaux du Condroz et de l'Ardenne 
et du role geologique des vallees d'effon- 
drement dans les regions ä zones calcaires 
de la Haute Belgique. (Separat, aus : 
Bulletin de la Societe Beige de geologie. 
Tom. II. Annee 1888. Proces verbaux.) 
Bruxelles, typ. Polleunis, Ceuterick & Le- 
febure, 1888. 8°. 17 S. (9—25) mit 1 Profil 
im Text, steif. Gesch. d. Autoren. 

(10.800. 8°.) 
Broeck, E. van den & A. Rutot. 

Deuxieme note sur la reconnaissance 
geologique et hydrologique des einplace- 
ments des forts de la Meuse. (Separat, 
aus : Bulletin de la Sociöte Beige de 
geologie. Tom. II. Annee 1888. Proces 
verbaux.) Bruxelles, typ. Polleunis, Ceu- 
terick & Lefebure, 1888. 8°. 9 S. (81— 
89). steif. Gesch. d. Autoren. (10.801. 8".) 
Broeck, E. van den & A. Rutot. Un 

nouvel appareil portatif de sondage pour 
reconnaissance rapide du terrain (Separat, 
aus : Bulletin de la Societe Beige de 
geologie. Tom. II. Annee 1888. Memoires.) 
Bruxelles , typ. Polleunis , Ceuterick & 
Lefebure, 1888. 8 U . 62 S. (135—196) mit 
einigen Textfiguren und 2 Taf. steif. 
Gesch. d. Autoren. (10.802. 8°.) 

Brongniart, A. Histoire des vegetaux 
fossiles ou recherches botaniques et geo- 
logiques sur les vegetaux renfermes dans 
les divers couches du globe. Tom. II. 
Paris, Crochard & Co., 1837. 4°. 72 S. 
mit 28 Taf. Hhvd. Kauf, (36. 4°.) 

Buvignier , A. Statistique geologique, 
mineralogique, minerallurgique et paleon- 
tologique du departement de La Meuse. 
Paris, J. B. Bailliere , 1852. 1 Vol. Text 
(LI— 694 S. 8°) & 1 Vol. Atlas (52 S. mit 
32 Taf. 2°). Hfz. Kauf. 

(10.803. 8° und 150. 2°) 

Chirita, C. Dictionar geografic al judetului 
Jasi. (Lucrare premiata de Societatea 
geograficä romanä; premial „Dimitrie 
Sturza".) Bucuresti, typ. Socecu & Teclu, 
1888. 8°. 257 S.'br. Gesch. d. Societatea 
Geograf. Romana. (10.804. 8°.) 

Clapp , G. H. The impurities of water. 
New York, 1888. 8°. Vide: Hunt, A. E. 

6 G. H. Clapp. (10.828. 8°.) 
ComstOCk, Th. B. Hot-spring formations 

in Red Mountain district, Colorado : a 
reply to the criticisms of S. F. E m m o n s. 
(Separat, aus : Transactions of the Ameri- 
can Institute of Mining Engineers ; octob. 
1888.) New York, Instit. of Min. Eugin., 
8°. 4 S. steif. Gesch. d. Institut. 
(10.805. 8°.) 



122 



Verhandlungen. 



Nr. 5 



(Cornet, F. L.) Notice aur Francois Leopold 
Dornet par G. Dewalque. (Separat, 
aus: Annuaire de l'Academie loyale de 
Belgique. Annee LV. 1889.) Bruxelles, 
typ. K. Hayez, 1889. 8". 30 8. steif. 
Gesch. d. Autors. {10.806. 8 .) 

Credner, H. Prof. Dr. Die Stegocephalen 

und Saurier aus dem Rothliegenden des 
Plauen'schen Grundes bei Dresden. VII. 
Theil. Palaeohatteria longicaudata Cred, 

(Separat, aus: Zeitschrift der deutsch, 
geolog. Gesellschaft. Bd. XL. 1883.) Berlin, 
typ. .1. F. Starke, 1888. 8". 71 S. (487 
—557) mit 24 Textfiguren und 3 Taf. 
(XXIV— XXVI). steif. Gesch. d. Autors. 

{7560. 8".) 

Delano, F. A. Rail sections. (Separat, 
aus: Transactions of the American In- 
stitute of Mining Engineers ; febr. 1889.) 
New York, Insfit. of Min. Engin, 1889. 
8°. 6 S. steif. Gesch. d. Instit. (10.807. 8°.) 

Deschmann, C. Führer durch das krai- 
nische Landesmuseum Rudoltinum in 
Laibach. Laibach, typ. Kleinmayr & Bam- 
berg, 1888- 8". 179 S. br. Gesch. d. 
Autors. {10.808. 8°.) 

Dewalque, G. Prof. Notice sur F. L. 
Cornet, Bruxelles, 1889. 8". Vide: (Cor- 
net, F. L.) (10.806. S°.) 

Dewey, F. P. Pig-iron of unusual strength. 
(Separat, aus: Transactions of the Ameri- 
can Institute of Mining Engineers ; octob. 
3.) New York, Instit. of Min. Engin., 
8°. 17 S. steif. Gesch. d. Instit. 

(10.809. 8°.) 

Diener, C. Dr. Geologische Studien im 
südwestlichen Graubünden. (Separat, aus : 
Sitzungsberichte der kais. Akademie der 
Wissenschaften ; math. - naturw. Classe. 
Abthlg. I. Bd. XCVII. 1883.) Wien, typ. 
Staatsdruckerei, 1888. 8°. 45 S. (H06 — 
650) mit 3 Figuren im Text und 4 Taf. 
steif. Gesch. d. Autors. (10.810. 8\) 

Diener, C. Dr. ZumGebirgsbau der Central- 
masse des Wallis". (Separat, aus : Sitzungs- 
berichte der kais. Akademie der Wissen- 
schaften ; matb. -naturw. Classe. Abthlg. 1. 
Bd. XCV1II. 1889) Wien, typ. Staats- 
druckerei, 18S9. 8°. 19 S. (78-96) mit 
1 Textfigur und 2 Taf. steif. Gesch. d. 
Autors. (10.811. 8°.) 

Dumas, E. Statistique geologique , mine- 
ralogique , metallurgique et paleontolo- 
gique du (U-partement Du Gard. Paris, 
A. Bertrand, 1875—1876. 8°. 2 Parts. 
Hlwd. Kauf. [Part. 1(1875) 284 S. Part. II 
735 S mit 46 Holzschnitten im Text und 
9 Tafeln. | (10.812. 8".) 

Dumortier, E. Etudes paleontologiqnes 
sur les depots jurassiques da bassin du 
Rhone. Paris, F. Savy, 1864-1874. 8". 
4 vols. Hlwd. Gesch. 



Enthält: Vol. I. Infra Lias. Ibid. 1864. 
187 S. mit 30 Taf. Vol. II. Lias inf^rieur. 
Ibid. 1867. 252 S. mit 50 Taf. Vol. III. 
Liasmoyen. Ibid. 1869- 348 S. mit 45 Taf. 
Vol. IV. Lias Buperieur. Ibid. 1874. 3358. 
mit 62 Taf. (10.903. - 

Dunker, W. Beiträge zur Kenntniss des 
norddeutschen Oolithgebildes und dessen 
Versteinerungen. Brannschweig, 1837- 4°. 
Vide: Koch, Fr. C. L. & W. Dunker. 

(2950. 4«.) 

Elvert, Ch. Ritt. d'. Neu-Brünn, wie es 
entstanden ist und sich gebildet hat, 
Tbl. 1. Die äussere Entwicklung der Stadt. 
Herausgegeben von der histor. -statistisch. 
Section der k. k. mähr.-schles. Gesell- 
schaft zur Beförderung des Ackerbaues, 
der Natur- und Landeskunde. Brunn, tvp. 
R. M. Rohrer, 1883. 8". V-281 S. br. 
Gesch. d. Section. (10.813. 8°.) 

Fackenthal, B. F. Hollow iron pig-patterns. 
(Separat, aus : Transactions of the Ameri- 
can Institute of Mining Engineers : febr. 
1889.) New York, Instit, of Min. Engin., 
1889. 8°. 3 S. mit 7 Textfiguren, steif. 
Gesch. d. Instit. (10.814. 8".) 

Fernow, B. E. The mining industry in 
its relation to forestry. (Separat, ans: 
Transactions of the American Institute 
of Mining Engineers; octob. 1888.) New 
York, Instit, of Min. Engin., 1888. 8°. 
1 1 S. steif. Gesch. d. Instit. (10.815. 8".) 

Foulion, H. Baron V. Optisches Ver- 
halten und chemische Zusammensetzung 
des Andesins von Bodenmais. Wien 1887. 
8 U . Vide: Schus t e r M. & H. Bar. v. 
Foul Ion. (10.900 8 V .) 

Foullon, H. Baron V. Ueber Granitit- 
einscblüsse im Basalt vom Rollberge bei 
Niemes in Böhmen. (Separat, aus : Jahr- 
buch der k. k. geolog. Reiehsan^alt. 1888. 
Bd. XXXVIII. Hft. 4 ) Wien, A. Holder, 
1888. 8"- 12 S. (603-614) mit 3 Text- 
figuren. steif. Gesch. d. Autors. (10.816. 8".) 

Fraas, E. Dr. Die geognostische Profilirung 
der württembergischen Eisenbahnlinien : 
hsg. v. d. kgl. statistischen Landesanst. Lfg. 
IV. (Die Gau- und Kinzigbahn von Stutt- 
gart nach Schiltacb.) Stuttgart, tvp. J. B. 
Metzler, 1888. 8". 12 S. mit 1 Profil in 
Farbendruck, steif. Gesch. d. Autors. 

(10.817. 8°.) 

Frazer, P. Dr. Archean characters of the 
rocks af the nucleal ranges of the An- 
tilles. — On a speeimen of quartz froni 
Australia and three speeimens of oligo- 
clase from North Carolina exiibiting 
curious optical properties. (Read at the 
Bath Meeting af the British Association, 
1888.) London, typ. Spottiswnod & Co., 
1888. 8°. 3 S. steif. Gesch. d. Autors. 

(10.818. 8°.) 



Nr. 5 



Einsendungen für die Bibliothek. 



123 



F., F. M. v. (Friese, F. M. v.) Wilhelm 
Zsigmondy. Nekrolog. Wien, 1889. 8\ 
Vide: (Zsigmondy, \V.) (10.895. 8°. ) 



o£ the American Institute of Mining 
Engineers; octob. 1888.) New York, Inst it. 
of Min. Engin. 1888. 8". 5 S. steif. Gesch. 
d. Instit, (10.826. 8°.) 

Geinitz, H. B. Dr. Die Versteinerungen Hinde, G. J. Dr. On Archaeocyathus, 



des deutschen Zechsfeingebirges. Dresden 
und Leipzig, Arnold, 1848. 4°. 26 S. mit 
8Taf. Pprbd. Kauf. (2947. 4".) 

Gordoil, F. W. Large furnaces ou Ala- 
bama material. Continued. (Separat, aus : 
Transactions of the American Institute 
of Mining Engineers; niay 1888.) New 
York, Iust.it. of Min. Engin., 1888. 8". 



Billings, and on other genera , allied to 
or associated with it, from the cambrian 
Strata of North America, Spain, Sanlinia 
and Scotland. (Separat, aus: Quarterly 
Journal of the Geolog. Society. Vol. XLV. 
1889.) London, Longmans, Green & Co., 
1889. 8". 24 S. (125-148) mit 1 Taf. 
(V). steif. Gesch. d. Autors. (10.827. 8\) 



3 S. steif. Gesch. d. Instit. (10.718. 8".) Hunt, A. E. & G. H. Clapp. The im- 



Greene, F. V. Asphalt and its uses 
(Separat, aus : Transactions of the Ameri- 
can Institute of Mining Engineers ; octob. 
1888.) New York, Instit. of Min. Engin., 
1888. 8°. 19 S. mit 2 Figuren im Texte 



steif. Gesch. d. Instit. 



purities of water. (Separat, .aus : Trans- 
actions of the American Institute of 
Mining Engineers; octob. 1888.) New 
York, Instit. of Min. Engin., 1888. 8°. 
18 S. steif. Gesch. d. Instit. (10.828. 8°.) 



Gutbier, A. V. Abdrücke und Versteine 
rungen des Zwickauer Sihwarzkohlen- 
gebirges und seiner Umgebungen. Zwickau, 
G. Richter, 1835. 8° und 4°. 80 S. Text 
(8°) und 12 Taf. Abbildungen (4°). steif. 
Kauf. (10.820. 8 U und 2948. 4°.) 



(10.819. 8 U .) Hunt, R. W. Steel rails and specitications 



for their manufacture. With Discussion 
(on the same subject , by C. P. S a n d- 
berg). (Separat, aus: Transactions of 
the American Institute of Mining Engi- 
neers ; octob. 1888.) New York, Instit. of 
Min. Engin., 1888. 8". 16 S. mit 4 Text- 
figuren und 5 S. (Discussion). steif. Gesch. 
d. Autors. (10.829. 8 n .) 



Haas, H. J. Prof. Dr. Verzeichniss der 
in den Kieler Sammlungen befindlichen 
fossilen Molluskenarten aus dem Rüpel- JacobUS, D. S. Water-gas as a steam 



thone von Itzehoe , nebst Beschreibung 
einiger neuer und einiger seltener Formen. 
(Separat, aus : Schriften des naturw. Ver- 
eins für Schleswig - Holstein. Bd. VII. 
Hft. 2.) Kiel, typ. Schmidt & Klaunig, 
1889. 8°. 34 S. mit 4 Taf. steif. Gesch. 
d. Autors. (10.821. 8°.) 

Handmann, R. Kurze Beschreibung 
(Charakteristik) der häufigsten und wich- 
tigsten Tertiärconchylien des Wiener 
Beckens. Münster, typ. Aschendorif, 1889. 
8°. 164 S. mit 8 Taf. br. Gesch. d. Autors. 



boiler fuel. (Separat, aus : Transactions 
of the American Institute of Mining 
Engineers; octob. 1888.) New -York, 
Instit. of Min. Engin., 1888. 8". 6 S. steif. 
Gesch. d. Instit. (10.830. S°.) 

Jones, C. A rapid method for the reduetion 
of ferric sulphate in Volumetrie analysis. 
(Separat, aus : Transactions of the Ame- 
rican Institute of Mining Engineers; 
febr. 1889.) New-York , Instit. of Min. 
Engin., 1889. 8°. 9 S. mit 1 Textfigur, 
steif. Gesch. d. Instit. (10.831. 8°.) 



(10.822. 8°.) 

Harden, J. H. Note on the Koepe System Kaup, J. J. Prof. Dr. Beiträge zur Kennt- 
of winding from shafts. (Separat, aus: niss der urweltlichen Säugethiere. Darm- 



Transactions of the American Institute 
of Mining Engineers; 1889.) New York, 
Instit. of Min. Engin., 1889. 8°. 2 S. steif. 
Gesch. d. Instit. (10.823. 8".) 

Hasenörl, E. Neuestes über die Verrohrung 
bei Erdbohrungen. Wien, typ. W. Stein, 
1886. 8°. 20 S. mit vielen Textfiguren, 
steif. Gesch. d. Autors. (10.824. 8°.) 

Hatle, E. Dr. Beiträge zur mineralogischen 
Topographie der Steiermark. Mittheilungen 
aus dem naturhist.orischen Museum am 



stadt und Leipzig, E. Zernin, 1862. 4°. 
5 Hefte in 1 Bande (143 S. mit 34 Taf.) 
Pprbd. Kauf. (Hft. I. Neue Ausgabe. 
Darmstadt, E. Zernin, 1862. VIII— 14— 
4—2—7 S. mit 10 Taf. Hft. II. Darm- 
stadt , C. W. Leske, 1855. 23 S. mit 
7 Taf. Hft. III. Darmstadt, C. W. Leske, 
1857, VI— 27 S. mit 6 Taf. Hft. IV. 
Darmstadt, E. Zernin, 1859. IV— 16 S. 
mit 6 Taf. Hft. V. Darmstadt, E. Zernin, 
1861, 32 S. mit 5 Taf.) (2949. 4 Ü ) 



Joanneum. (Separat, aus : Mittheilungen Keep, W. J. & E. Orton jr. Ferro-silicon 



des naturwissenschaftl. Vereines für Steier- 
mark. Jahrg. 1888.) Graz , typ. Styria, 
1889. 8 U . 10 S. steif. Gesch. d. Autors. 
(10 825. 8°.) 
Hewett, G. C. The northwestern Colorado 
coal-region. (Separat, aus: Transactions 



and the economy of its use. (Separat, 
aus : Transactions of the American In- 
stitute of Mining Engineers ; octob. 1888.) 
New-York, Instit. of Min. Engin., 1888. 
8°. 9 S. steif. Gesch. d. Instit. 

(10.832. 8".) 



K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 5. Verhandlungen. 



18 



124 



Verhandlungen. 



Xr. 5 



(Khueller, Sebastianus.) Kurtze und 

warhafttige Historia (von einer Junck- 
frawen (welclie mit etlieh und dreissig 
bösen Geistern leihhufftig besessen) und 
in der Schloss-Carpeln zu Starnberg . . . 
genedikglich davon erlödiget worden. 
München, bey Adam Berg. s.a. 8°. Vide: 
Becker, M. A. Hernstein. Text-Beilage. 

(7762. 8\) 

Kilian, W. Sur quelques fossiles du cretace 
inferieur de la Provence. (Separat, aus : 
Bulletin de laSociöte geologique de France. 
Ser. III. Tom. XVI. 1888.) Paris, typ. 
E. Colin. 1888. 8°. 29 S. (663-691) mit 
6 Taf. (XVII— XXI ; IV). steif. Gesch. 
d. Autors. (10.833. S°.) 

Koch. , A. Prof. Dr. a) Ueber die Ver- 
hältnisse des Vorkommens des hypersthe- 
nithältigen Augitandesites von Mälnäs in 
Ost-Siebenbürgen. — b) Sabal major, 
Ung. spec. in der fossilen Flora Sieben- 
bürgens. — c) Viertes Supplement zu 
dem Verzeichnisse der siebenbürgischen 
Funde von Ursäugethier-Besten und prä- 
historischen Artefacten. — (Separat, 
aus : Orvos-termeszettudomanyi Ertesitö ; 
Erdelyi-Muzeum. Mediciuisch-naturwissen- 
schaflliche Mittheilungen. 1888. Kolozs- 
vart (Klausenburg), typ. Ev. Bef. Koll. 
Betuivel, 1888, 8°. 8 S. (297—306). 
Gesch. d. Autors. (10.899. 8°.) 

Koch, Fr. C. L. & W. Dunker. Beiträge 

zur Kenntniss des norddeutschen Oolith- 
gebildes und dessen Versteinerungen. 
Braunschweig, Oehme & Müller, 1837. 4 U . 
64 S. mit 7 Taf. Pprbd. Kauf. (2950. 4 Ü .) 

Kogovsek, M. Industrie, Handel und Ver- 
kehr des Gebietes von Hernstein. Wien, 
1888. 8". Vide: Becker, M. A. Hern- 
stein. Theil III. Halbband I«. (7762. 8".) 

Kowalski, H. Dr. Ueber bacteriologische 
Wasseruntersuchungen. (Separat, aus : 
Wiener klinische Wochenschrift 1888. 
Nr. 10, 11, 14, 15, 16.) Wien, A. Holder, 
1888. 8°. 20 S. mit 4 Tabellen, steif. 
Gesch. d. Autors. (10834. 8°.) 

Kramberger, D. M. Pilarit, ein neues 
Mineral aus der Gruppe des Chrysocolla. 
(Separat, aus: Zeitschrift für Krystallo- 
graphie und Mineralogie hsg. v. 0. Groth. 
Bd. V.) Leipzig, W. Engelmann, 1881. 8°. 
1 S. (260). steif. Gesch. d. Autors. 

(10.835. 8 n .) 

Kriz, M. Dr. Külna a Kostelik. Dv6 jes- 
kyne v ütvaru devonskeho väpence na 
Moravö. Badäni a rozjimani o pravekem 
BlovSku. (Kulna und Kostelik. Zwei 
Höhlen im mährischen Devonkalke. Studie 
über den prähistorischen Menschen.) Brno 
(Brunn) , typ. mährische Actien-Buch- 
drnckerei, 1889, 8°. 130 S. mit 1 Titel- 
bild und 7 Taf. steif. Gesch. d. Autors. 
(10.836. 8°.) 



Krones , F. v. Prof. Dr. Die deutsche 
Besiedlung der östlichen Alpenländer, 
insbesondere Steiermarks, Kärntens und 
Krains , nach ihren geschichtlichen und 
örtlichen Verhältnissen. (Aus : Forschungen 
zur deutschen Landes- und Volkskunde 
hrsg. v. A. Kirch hoff. Bd. III, Hft. 5.) 
Suttgart, J. Engelhorn, 1889. 8". 176 S. 
(301-476) br. (10.901. 8".) 

Kusta, J. Prof. O blattine z lupkoveho 
uhli z Tfesmoäne u Plzne. Mit einem 
Resume in deutscher Sprache : Orykto- 
blattina Arndti n. sp. aus der Plattel- 
kohle von Tfemosna bei Pilsen. (Separat, 
aus : Vestnik. Kral, ceske spolecnosti nank. 
1888 Praze, typ. Dr. E. Gregra, 1888. 
8°. 387—393) mit 1 Textfigur, steif. 
Gesch. d. Autors. (10.837. 8\) 



Lahovari, G. J. Dictionar geografic al 
judetului Arges. (Lucrare premiatä de 
Societatea geograficä romanä; premiul 
„DimitrieSturza".) Bucuresti, tvp. Socecii 
&Teclu, 1888. 8". 168 S. 'br. "Gesch. d. 
Societatea Geograf. Romana. (10.838. 8".) 

Leggett, Th. H. Notes on the Rosario 
mine atSan Juancito, Honduras. (Separat, 
aus : Transactions of the American In- 
stitute of Mining Engineers; octob. 1888.) 
New- York, Instit, of Min. Engin., 1888. 
8 n . 18 S. mit 8 Holzschnitten im Text, 
steif. Gesch. d. Instit, (10.839. 8°.) 

Lehmann, J. Prof. Dr. Zur Erinnerung 
an Gerhard vom Rath. Nekrolog. Stutt- 
gart, 1888. 8°. Vide: (Rath, G. vom). 
10.787. 8'.) 

Leppla, A. Dr. Ueber den Buntsandstein 
im Haardtgebirge (Nordvogesen). (Se- 
parat, aus : Geognostische Jahreshefte. 
Bd. I). Kassel, Th. Fischer, 1888. 8". 
26 S. (39—64) mit 3 Profilen im Text, 
steif. Gesch. d. Autors. (10,840. 8".) 

Lepsius, R. Prof. Dr. Das westliche Süd- 
Tirol geologisch dargestellt, Herausgegeben 
mit Unterstützung der kgl. Akademie 
der Wissenschaften zu Berlin. Mit vielen 
Holzschnitten im Texte. 7 Taf. Petre- 
facten und 2 Taf. Profile. Berlin, W. Hertz. 
1878. 4°. X— 372 S. Hlwd. (2944. 4\) 

Lindström, G. Einiges über die silurische 
Gattung Calostylis. Eine Entgegnung aus 
Veranlassung einer Arbeit des Herrn 
Prof. M. Neumayr. (Separat, aus : Geolo- 
giska Föreningens i Stockholm Förhand- 
lingar. Bd XI, Hft. 2, 18^9.) Stockholm, 
typ. P. A. Norstedt & Söcer, 1889. 8 Ö . 3 S. 
(112—114) steif. Gesch. d. Autors. 

(10.841. 8°.) 

(Lipoid, M. V.) Nekrolog. (Feuilleton in: 
Laibacher Wochenblatt v. 28. April 1883. 
10 Spalten.) 8°. steif. (10.842. 8°.) 



Nr. 5 



Einsendungen für die Bibliothek. 



125 



Löwl, F. Prof. Dr. Der Lüner See. (Se- 
parat, aus : Zeitschrift des deutsch, und 
Österreich. Alpenvereines. 1888.) München, 
iyp. Dr. Wild, 1888. 8°. 18 S. (25—34) 
mit 2 Seetiefenkärtchen und 4 Profilen 
im Text, steif. Gesch. d. Autors. 

(10.843. 8 n .) 

Loretz , H. Ueber das Vorkommen von 
Kersantit und Glimmerporpkyrit in der- 
selben Gangspalte bei Unterneubrunn im 
Thüringerwalde. (Separat, aus : Jahrbuch 
der kgl. preuss. geol. Laudesanstalt, für 
1887.) Berlin, typ. A. W. Schade, 1888. 
8°. 19 S. (100—118) mit l Profil im Text, 
steif. Gesch. d. Autors. (10.844. 8".) 

Luschan, F. V. Dr. Reisen in Lykien. 
Milyas und Kibyratis . . . von E. Peter- 
sen & F. v. Luschan. Wien, 1889, 2". 
Vide : Reisen im südwestlichen 
Kleinasien. Ausgeführt, auf Veran- 
lassung der österreichischen Gesellschaft 
für archäologische Erforschung Kleinasiens 
... im Auftrage des k. k. Ministeriums 
für Cultus und Unterricht herausgegeben. 
Bd. II. (137. 2 a .) 

Major, Forsyth. Sur un gisement d'osse- 
ments fossiles dans l'ile de Samos, con- 
temporains de l'äge de Pikermi. (Separat, 
aus : Comptes rendus des seances de l'Aca- 
demie des sciences, 31. Dec. 1883.) Paris, 
typ. Gauthiers- Villars, 1888. 4°. 4 S. steif. 

(2951. 4°.) 

Mallet, F. R. A manual of the geology of 
India. Part IV. Mineralogy (mainly non- 
economic). Calcutta, 1887. 8°. Vide: 
Manual, A. (6683. 8°.) 

Manual, A, of the geology of India. 
Part IV. Mineralogy (mainly non-economic) 
by F. R. Malle t. Published by Order 
of the Government of India. Calcutta, 
typ. Govern. Printing Office, 1887. 8°. 
XI— 179 S. mit 4 Taf. Lwd. Gesch. d. 
Geolog. Survey of India. (6683. 8°.) 

Marcou, J. Lettres sur les roches du Jura 
et leur distribution geographique dans 
les deux heraispheres. Paris, F. Klinch- 
sieck, 1857—1860. 8°. XXIV-364 S. 
mit 4 Tabellen und 2 Karten. Hlwd. 
Kauf. (10.845. 8°.) 

Margerie, E. de. Les formes du terrain. 
Paris. 1888. 4°. Vide: Noe, G. de la & 
E. de Margerie. (9254. 4°.) 

Means, E. C. The flue-dust of the furnaces 
at Low Moor, Va. (Separat, aus : Trans- 
actions of the American Institute of Mining 
Engineers; octob. 1888.) New York, Instit. 
of Min. Engin., 1888. 8". 2 S. steif. 
Gesch. d. Institut. (10.846. 8 n .) 

Melion, J. Dr. Die Meteoriten. Brunn, typ. 
C. Winiker, 1889. 8 U . 14 S. steif. Gesch. 
d. Autors. (10.847. 8") 



Merritt, W. H. The minerals of Qntario 
and Sheir development. (Separat, aus : 
Transactions of the American Institute 
of Mining Engineers ; octob. 1888. New 
York, Instit. of Min. Engin., 1888. 8°. 
8 S. steif. Gesch. d. Instit. (10.84s. 8°.) 

Meunier, St. Geologie regionale de la 
France. Cours professe au museum d'hi- 
stoire naturelle. Paris, Veuve Ch. Dunod, 
1889 8°. XV— 789 S. mit 111 Holz- 
schnitten im Text. br. Gesch. d. Autors. 
(10.849. 8°.) 

Miller, Hugh. Footprints of the Creator 
or the Asterolepis of Stromness. With 
Meraoir. (Hugh Miller, autkor of „Old 
red sandstone" and „Footprints of the 
Creator") by L. Agassi z. (pg. III bis 
XXXVII.) 17. edition. London, W. P. 
Nimmo, 1875. 8°. LXII-352 S. mit 67 
Textfiguren. Lwd. Kauf. (10.850. 8°.) 

Mueller, Ferd. Baron V. Kurze Beob- 
achtungen über ein neues Genus von 
fossilen Coniferen : Spondylostrobus Smy- 
thii. [Deutsche Uebersetzung zu: Geolo- 
gical Survey of Victoria. Observation» 
on new vegetable fossils of the auriferous 
drifts; by Bar. F. v. Mueller. Decade I. 
pg. 7-9. (Vgl. Plate I.) Melbourne, 18741 
Manuscript. 5 Bogenseiten (Okne Tafelj 
4°. steif. Gesch. d. Autors. (2952. 4°.) 

Mueller, Ferd. Baron v. Neue vegeta- 
bilische Fossilien : Phymatocaryon Ma- 
clcayi et Trematocaryon McLellani. 
[Deutsche Uebersetzung zu : Geological 
Survey of Victoria. Observation» on new 
ve»etable fossils of the auriferous drifts ; 
by Bar. F. v. Mueller. Decade I. pg. 10 — 
14 (Vgl. Plate II und III). Melbourne, 
1874.] Manuscript. 9 Bogenseiten. (Ohne 
Tafeln) 4°. steif. Gesch. d. Autors. 

(2953. 4«.) 

Nehring , A. Prof. Dr. Vorläufige 

Entgegnung auf W o 1 1 e m a n n's Ab- 
handlung über die Diluvialsteppe. (Sepa- 
rat, aus : Sitzungsberickt der Gesellschaft 
naturforsckender Freunde zu Berlin v. 
20. Novemb. 1888.) Berlin, R. Fried- 
länder&Sokn, 1888. 8°. 14S. (153— 166). 
steif. Gescb. d. Autors. (10.851. 8°.) 

Nehring, A. Prof. Dr. Ueber die Her- 
kunft des Meerschweinchens (Cavia cobaya 
Marcgr.) Ueber Riesen und Zwerge des 
Bos primigenius. (Separat, aus : Sitzungs- 
berichte der Gesellschaft naturf. Freunde 
in Berlin, v. 15. Jan. 1889.) Berlin, 
R. Friedländer & Sohn , 1889. 8°. 7 S. 
steif. Gesch. d. Autors. (10.852. 8°.) 

Nehring, A. Prof. Dr. Ueber fossile 
Spermophilus-Reste von Curve bei Wies- 
baden. — Ueber die gegen ihn gerichtete 
Woll em an u'sche Polemik hinsichtlich 

18* 



126 



Verhandlungen. 



Nr. 5 



der plistüciinen Steppenfauna. (Separat, 
aus: Sitzungsberichte der Gesellschaft 
natnrf. Freunde in Berlin, v. 19. Febr. 
1889) Berlin, R. Friedländer & Sohn, 
1889. 8°. 17 S. (35—51) mit einem Holz- 
schuitt im Text, steif. Gesch. d. Autors. 
(10.853. 8 U .) 
Nicolis, E. Sopra uno scheletro di teleo- 
steo scoperto nell' eocene medio di valle 
d'Avesa. (Separat, aus : Memorie dell' 
Accademia d'agricoltura, arti e commercio 
di Verona. Vol. LXV, Ser. III.) Verona, 
typ. G. Franchini, 1888. 8°. 7 S. mit 

1 Taf. steif. Gesch. d. Autors. (Zwei 
Exemplare.) (10.854. 8°.) 

Nicolis, E. Spaccati geologici^delle prealpi 
settentrionali. (Separat, aus : Memorie 
dell' Accademia d'agricoltura , arti e 
commercio di Verona. Vol. LXVI. Ser. III.) 
Verona, typ. G. Franchini, 1888. 8". 
36 S. mit 1 Taf. steif. Gesch. d. Autors. 
(10.855. 8°.) 

Nicolis, E. Contribuzione alla conoscenza 
degli strati acquosi del sottosuolo della 
bassa pianura del Veronese e dintorni. 
(Separat, aus: Memorie dell' Accademia 
d'agricoltura, arti e commercio di Verona. 
Vol. LXVI, Ser. III) Verona, typ. G. 
Franchini, 1889. 8". 33 S. steif. Gesch. 
d. Autors. (Zwei Exemplare.) 

(10.856. 8°.) 

Noe, G. de la & E. de Margerie. Les 

formes du terrain. (Service geographiiiue 
de l'armee.) Paris, hnprimerie nationale, 
1888. 4°. VII- 205 S. Text und Atlas 
v. 49 Taf. br. Gesch. d. Autors. 

(2954. 4".) 
Nordenskiöld, A. E. (Mineralogiska Bi- 
drag 6.) Trenne märkeliga eldmeteorer, 
sedda i Sverige under ären 1876 och 1877. 
(Separat, aus: Geologiska Föreningens 
i Stockholm Förhandlingar. Bd. IV. 1818) 
Stockholm, typ. P. A. Nordsledts Söner, 
1878, 8°. 3 Hfte. steif. 

Enthält: Hft. I. Meteorstensfallet vid 
Ställdalen den 28. Juni 1876. 16 S. mit 

2 Karten (Ibid. pg. 45—61 und Taf. II— 
III.) Hft. II. Meteoren, som visade sig 
den 18. Mars 1877 öfver en stör del af 
Meilerita Sverige och söndersprang öfver 
den vid tillfället isbelagda sjon Wenern. 
19 S. mit 1 Karte und 2 Taf. (Ibid. 
pg. 73-95 und Taf. VI— VIII). Hft. III. 
Meteoren (Kometoiden) af den 29. April 
1877. 39 S. mit einer Karte und 2 Taf. 
(Ibid. pag. 117-155 und Taf. IX -XI). 

(10.857. 8 U .) 
Nordenskiöld , A. E. (Mineralogiska 
Bidrag Hund 12.) <0 Om gadolinitjordens 
atomvigt (pg.442 — 446). b) Undersökning 
af ett kosmiskt stoft , som nedfallit pä 
Cordillererna nära San Fernando i Chili 
(pg. 446- 452). (Separat, aus : Geologiska 



Föreningens i Stockholm Förhandlingar. 
Bd. VIII, Hft. 5.) Stockholm, typ. 1'. A. 
Norstedt & Söner, 1886. 8". 1 1 S. (442— 
452). steif Gesch. d. Autors. 

(10.858. - .) 
Nordenskiöld, A. E. Om ett den 5 och 

6 februari 1888 i Schlesien, Mähren och 
Ungarn med snö nedfallet stoft. (Separat, 
ans : Üfersigt af kongl. Vetenskaps- 
Akademiens Förhandlingar. 1888. Nr. 7.) 
Stockholm , tvp. Kongl. Boktrvckeriet, 
1888. 8°. 8 S. (497—504). steif. Gesch. 
d. Autors. (10.859. 8°.) 

Oelweiü , A. Die Wasserversorgung der 
Stadt Iglau ans den Pistauer Teichen. 
(Separat, aus : Zeitschrift des Österreich. 
Ingenieur- und Architekten- Verein es. Hft. 
III. 1888.) Wien , tvp. E. Spies & Co., 

1888. 4°. 14 S. mit 4 Taf. steif. Gesch. 
d. Autors. (295.5. 4".) 

Olmsted, J. Notes on the roasting of the 
Hudson river carbonates, (Separat, ans: 
Transactions of the American Institute 
of Mining Engineers ; octob. 1888.) Xew- 
York, Instit. of Min. Engin., 1888. 8°. 

7 S. steif. Gesch. d. Instit. (10.860. 8".) 
OrtOD, E. jr. Ferro-silicon and the econo- 

myofitsuse. New-York, 1858- 8°. Vide: 
Keep, W. J&E. Orton. (10.832. 8\) 

Page, W. N. Coal transfer of the Mt. Carbon 
Company, Limited. (Separat aus. Trans- 
actions of the American Institut of Mining 
Engineers; febr. 1889.) New-York, In- 
stitut of Min. Engin.. 1889. 8°. 7 S. mit 
1 Taf. steif. Gesch. d. Institut. (10.861. 8".) 

Peil, R. v. Hartenfeld. Das Berg- und 

Hüttenwesen sammt den einschlägigen 
Industrien auf der Jubiläums-Gewerbe- 
Ausstellung in Wien. Wien, tvp. G. Gistel 
u. Co. [1888] 8°. VIII— 88 S. steif. Gesch. 
d. Autors. (10.862. 8°.) 

Penck, A. Prof. Dr. Ziele der Erdkunde 
in Oesterreich. Vortrag . gehalten in der 
k. k. geographischen Gesellschaft in Wien 
am 22. Nov. 1887. Wien und Olmütz. 
E. Hölzel, 1889. 8°. 16 S. steif. Gesch. 
d. Autors. (10.863. 8".) 

Petersen, E. & F. v. Luschan. Beisen 
in Lykien , Milyaa und Kibyratis. Wien, 

1889, 2°. Vide: Reisen im südwest- 
lichen Kleinasien. Ausgeführt auf 
Veranlassung der österreichischen Gesell- 
schaft für archäologischeErforschung Klein- 
asiens. Im Auftrage des k. k. Ministeriums 
für Cultus und Unterricht herausgegeben. 
Bd. II. (137 J 

Pethö, J. Geologische Studien in den nörd- 
lichen Ausläufern des Hegyes-Drocsa- 
Gebirges an dem linken Ufer der Weissen 
Koros. Bericht über die geologischen 



Nr. 5 



Einsendungen für die Bibliothek. 



127 



Detailaufnahmen im Jahre 1887. (Sepa- 
rat, aus : Jahresbericht der kgl. ungar. 
geolog. Anstalt für 1887.) Budapest, typ. 
Franklin-Verein, 1889. 8°. 35 S. (67—70). 
steif. Gesch. d. Autors. (10.904. 8°.) 

Phillips, W. B. Dr. Phosphate slag. (Se- 
parat, aus : Transactions of the American 
Institute of Mining Engineers ; may 1888.) 
New- York , Instit. of Min. Engin. , 1888. 
8°. HS. steif. Gesch. d. Institut. 

(10.897. 8°.) 

Phillips, W. B. Dr. The chlorination of 
low-grade amiferous sulphides. (Separat. 
aus: Transactions of the American In- 
stitute of Mining Engineers ; octob 1888.) 
New- York, Instit. of Min. Engin., 1888. 
8°. 9 S. steif. Gesch. d. Institut. 

(10.864. 8 n .) 

Pohlman , J. Cement-rock and gypsum 
deposits in Buffalo. (Separat, aus: Trans- 
actions of the American Institute of Mining 
Engineers ; octob. 1888.) New-York, Instit. 
of Min. Engin., 1888. 8°. 4 S. mit 1 Text- 
figur, steif. Gesch. d. Institut. 

(10.865. 8°.) 

Pohlman, J, The life-history of Niagara. 
(Separat, aus : Transactions ofthe American 
Instituteof Mining Engineers; octob. 1888.) 
New-York, Instit. of Min. Engin., 1888. 
8°. 17 S. mit 6 Figuren im Texte, steif. 
Gesch. d. Institut. (10.866. 8".) 

Potter, W. B. A present need in the en- 
gineering profession. (Separat, aus: Trans- 
actions of the American Institute of Mining 
Engineers ; octob. 1888.) New-York, Instit. 
of Min. Engin , 1888. 8 U . 9 S. steif. Gesch. 
d. Institut. (10.867. 8°.) 

Proescholdt, H. Ueber gewisse nicht her- 
cynische Störungen am Südweststrand des 
Thüringer Waldes. (Separat, aus: Jahr- 
buch der kgl. preuss. geolog. Landesanstalt 
für 1887.) Berlin, typ. A. W. Schade, 
1888. 8°. 17 S. (3*2—348) mit 3 Text- 
figuren, steif. Gesch. d. Autors. 

(10.868. 8°.) 

Quenstedt, F. A. Prof. Die Ammoniten 
der schwäbischen Jura. Hft. 20, 21. (Text 
pg. 1017-1140 u. Atlas Taf. 115—126.) 

Stuttgart, E. Schweizerbart, 1888. 8° u. 4°. 
Kauf. (9403. 8" u. 355. 4 a .) 

Ranft, Th. Origin and formation of auri- 
ferous rocks and gold. A treatise embodying 
a theory based on observations which were 
made on the australian goldtields. Sydney, 
typ. Turner & Hendersoo, 1889. 8°. 223 S. 
mit 29 Figuren im Text. Lwd. Gesch. d. 
Autors. (10.869. 8.) 

(Rath, G. vom.) Zur Erinnerung an Ger- 
hard vom Rath. Nekrolog verfasst von 
Dr. J. Lehmann (Separat, aus : Neues 
Jahrbuch für Mineralogie , Jahrg. 1888. 



Bd. H, Hft. 3.) Stuttgart, E. Sohweizer- 
bart, 1888. 8°. 15 S. steif. Gesch. d. Autors. 
(Zweites Exemplar.) (10.787. 8°.) 

Raymond, R. W. Soaping geysers. (Se- 
parat, aus : Transactions of the American 
Institute of Mining Engineers ; octob. 1888.) 
New-York, Instit. of Min. Engin., 1888. 8°. 
5 S. steif. Gesch. d Institut. [10.870. 8°.) 

Reisen im südwestlichen Kleinasien. 
Ausgeführt auf Veranlassung der öster- 
reichischen Gesellschaft für archäologische 
Erforschung Kleinasiens, unter dienst- 
licher Förderung durch Seiner Majestät 
Raddampfer „Taurus"; beschrieben und 
im Auftrage des k. k. Ministeriums für 
Cultus und Unterricht herausgegeben. 
Bd. II. Reisen in Lykien , Milyas und 
Kibyratis ; von E. Petersen und F. 
v. Luschan. Wien. C. Gerold's Sohn, 
1889. 2". 248 S. mit 1 1 2 Textfiguren und 
40 Tafeln. Hlwd. Gesch. d. k. k. Mini- 
sterium für Cultus und Unterricht. (137. 2°.) 

Renault, B. & R. Zeiller. Sur l'attribution 
des genres Fayolia et Palaeoxyris. (Se- 
parat, aus: Comptes rendus des seances 
de l'Academie des sciences, 1888 ) Paris, 
typ. Gauthier-Villars, 1888. 4°. 4 S. 
steif. Gesch. d. Autors. (2356". 4°.) 

Robinson, Th. W. The effect of velocity 
and tension of gases on the reduction of 
ores in the blast-furnace. (Separat, aus: 
Transactions of the American Institute 
of Mining Engineers : octob. 1888.) New- 
York , Instit. of Min. Engin., 1888 8°. 
12 S. mit 1 Textfigur, steif. Gesch. d. 
Institut. (10.871. 8°.) 

Rodler, A. Dr. Bericht über eine geolo- 
gische Reise im westlichen Persien. (Se- 
parat, aus: Sitzungsberichte der kaiserl. 
Akademie der Wissenschaften , math.- 
naturw. Classe . Abthg. I, Bd. XCVIII, 
1889.) 8°. 12 S. (18—39). steif. Gesch. 
d. Autors. (10.872. 8\) 

Rodler, A. Dr. Einige Bemerkungen zur 
Geologie Nordpersiens. (Separat, aus: 
Sitzungsberichte der kais. Akademie der 
Wissenschaften ; math. - naturw. Classe, 
Abthlg. I, Bd. XCVII, 1888) Wien, typ. 
Staatsdruckerei , 1888- 8°. 10 S. (203— 
212). steif. Gesch. d. Autors. (10.873.8°.) 

Roemer, F. A. Die Versteinerungen des nord- 
deutschen Oolithen-Gebirges. Mit Nachtrag. 
Hannover, Hahn , 1836 (Nachtrag 1839). 
4°. 214 S. und Nachtrag 58 S. ; mit 21 Taf. 
Hlwd. Kauf (-3957. 4°) 

Rogers , E. M. The equalization of load 
on winding-engines by the emplyyment 
of spiral drums. (Separat, aus: Trans- 
actions ofthe American Institute of Mining 
Engineers ; octob. 18^8-) New-York, Instit. 
of Min. Engin., 1888. 8". 8 S. mit 2 Text- 
figuren, steif. Gesch. d. Institut. 

(10.874. 8 U .) 



128 



Verhandlungen. 



Nr. 5 



Rumpf, J. Prof. Offener Brief an den 
Herrn k, k Oberbergrath Dionys Stur. 
[ Betreffend dessen Abhandlung: Fünf Tage 
in Rohitsch- Sauerbrunn.] Graz. tvp. J. 
Janotta, 1888. 8°. 7 S. steif. Gesch. d. 
Autors. (10.875. S°.) 

RutOt, A. De l'extension des Sediments 
tongrie 'S sur les plateaux du Condroz et 
de l'Ardenne et du loh geologique des 
val'ees d'effrondement dans les regions ä 
zones calcaires de la Hame Belgique. 
Bruxelles, 1888. 8°. Vide: Broeck, E. 
von den & A. Rutot. [10.800. 8".) 

RutOt, A. Deuxieme notesurlarecounaissancc 
geologique et hydrologique des emplace- 
ments des forts de la Meuse. Bruxelles, 
1888. 8". Vide: Broeck, F. van den 
& A. R u tot. (10.801. 8°.) 

RutOt , A. Un nouvel appareil portatif de 
sondage pour reconnaissance rapide du ter- 
rain. Bruxelles, 1888- 8". Vide : Broe c k, 

E. van den&A. Rutot. (10.802. 8°.) 
Rutot A. & E. van den Broeck. Do- 

cuments nouveaux sur la base du terrain 
tertiaiie en Belgique et sur Tage du 
tufeau de Ciply. (Separat, aus: Bulletin 
de la Soeiete geologique de France. 
Ser. HI, Tom. XV.) Paris, typ. P. Aureau, 

1887. 8 U . 6 S. (157—162). steif. Gesch. 
d. Autors (10.876. 8".) 

Rziha, P. V. Prof. Gutachten in Sachen 
des am 28 November (887 erfolgten 
Wassereinbruches auf der Victoriu-Zeche 
bei Ossegg und der dadurch hervor- 
gerufenen neuerlichen Alterirung der Tep- 
litz-Schönauer Thermen. Wien, typ. R. 
Spies & Co., 1888. 4°. 47 S. mit 5 Taf. 
Gesch d. Autors. (2960. 4".) 

Sandberger, F. V. Ueber Lithionit-Granite 
mit besonderer Rücksicht auf jene des 
Fichtelgebirges, Erzgebirges und des nörd- 
lichen Böhmens. (Separat, aus : Sitzungs- 
berichte der mathem.-physik. Classe der 
k. bayer. Akademie der Wissenschaften. 
188-t. Bd. XVIII. Hft. III.) München, typ. 

F. Straub, 1888. 8" 70 S. (423—492) 
steif. Gesch. d. Autors. (10.877. <S U .) 

Sapper, C. Ueber die geologischen Verhält- 
nisse des Juifen und seiner Umgebung 
mit besonderer Berücksichtigung der Lias- 
ablagerungen. (Dissertation.) Stuttgart, 
typ. A. Bonz, 1888. 8°. 34 S. mit 1 Taf 
steif. Gesch. d. Autors. (10.878. 8°.) 

Schaffer, W. Das neue Schloss Hernstein. 
Baugeschichte und Baubeschreibung. Wien, 

1888. 8". Vide Becker, M.A., Hernstein. 
Theil III, Halbband I b (7762. 8°.) 

Schindler, C. Die Forste der in Verwaltung 
des k. k. Ackerbaiiniinisieriunis stehenden 
Staats- und Fondsgüter. Im Auftrage Sr. 
Excellenz des Herrn k. k. Ackerbau- 



minister Julius Graf v. Falkenhayn dar- 
gestellt. Herausgegeben vom k. k. Acker- 
bauministerium. Theil II. Wien, typ. Staats- 
druckerei , 1889. 8". VIII— 743 S. br. 
Gesch. d. k. k. Ackerbauministerium. 

(9545. 8<>.) 

Schnürer, Fr. Dr. Topographie des Ge- 
bietes von Hernstein. Wien. 1888. 8°. 
Vide : Becker, M. A. Hernstein. Theil III, 
Halbband Ic. (7762. 8°.) 

Schuster, M. & H. Bar. v. Foullon. 
Optisches Verhalten und chemische Zu- 
sammensetzung des Andesins von Boden- 
mais. (Separat, aus : Jahrbuch der k. k. 
geolog. Reichsanstalt. Bd. XXXVII. 1887.) 
Wien, A. Holder, 1887. 8". 4 S. (219- 
222). steif. Gesch. d. Autors. 

(10.900. 8°.) 

Shimer, P. W. Determination of phos- 
phorus in iron and steel. (Separat, aus : 
Transactions of the American Institute of 
Mining Engineers ; mav 1888.) New York. 
Instit. of Min. Engin , 1888 . 8". 4 S. 
steif. Gesch. d. Institut. (10.898. 8°.) 

Stapff, F. M. Dr. Das ,.glaziale" Dwykakon- 
gloraerat Südafrikas. (Separat, aus: Natur- 
wissenschaftliche Wochenschrift, redig. v. 
Dr. H. Potonie.) Berlin, H. Riemann. 
1883. 8°. 25 S. mit 1 Abbildung im Text 
und 1 Taf. steif. Gesch. d. Autors. 

(10.879. 8\) 

Stelzner, A. W. Prof. Dr. Der Werkotsch 
bei Aussig, gezeichnet von OlofWinkler 
in Dresden. (Separat, aus : Himmel und Erde. 
1888. in.) Berlin, H. Partei, 1888- 8°. 
7 S. (160—166) mit 2 Abbildungen im 
Text, steif. Gesch. d. Autors. (10.880. 8".) 

Stenzel, G. Prof. Dr. Die Gattung Turbi- 
caulig Cotta. (Mittheilungen aus dem kgl. 
mineralogisch-geologischen und prähistori- 
schen Museum in Dresden ; von Dr. H. 
B. G e i n i t z , Hft. VIII ) Cassel. Th. 
Fischer, 1889. 4°. 50 S. mit 7 Taf. steif. 
Gescb. d. Director Geini tz. (2958. 4 9 .) 

Stinde, J. Neue Nachrichten aus der Stein- 
kohlenzeit. (Feuilleton der „Wiener All- 
gemeinen Zeitung". Beilage zu Nr. 112 
von 22. Juni. 1880.) 3 Spalten. 8°. steif. 
(10.881. 8°.) 

Struever C. Sülle leggi di geminazione e 
la snperficie di scorrimento nella ematite 
dell'Elba. (Separat, aus : Atti della Reale 
Accademia dei Lincei. Anno 1588. Ser. 
IV. Rendiconti Vol. IV. Sem. 2.) Roma, 
tvp. Salviucci, 1888. 8°. 3 S. (347—349). 
steif. Gesch. d. Autors. (10.882. 8\) 

Struever, G. Ultmari osservazioni sui 
giacimenti minerali di val d'Ala in Pie- 
monte II. L'idocrasio del banco d'idocrasio 
nel serpentino della Testa Ciarva al piano 
della Mussa. (Separat aus : Reale Acca- 
demia dei Lincei. Ser. IV. Memorie delle 



Nr. 5 



Einsendungen für die Bibliothek. 



129 



classe di scienzo fisiche, matematiche e 
naturali. Vol. V. Sednta del 6 maggio 
1888.) Roma, typ. Salviueci, 1888. 8". 
27 S. (305-329) mit ITaf. steif. Gesell, 
d. Autors. (10.287. 8".) 

Stur, D. Momentaner Standpunkt meiner 
Kenntniss über die Steinkohlenforniation 
Englands. (Separat, aus : Jahrbuch der 
k. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Bd. 
XXXrX, Hft. 1.) Wien, typ. G. Gistel& 
Co., 1889, 8 U . 20 S. (1— 20.) steif. Gesch. 
d. Autors. (10.883. 8".) 

Teller, F. Ein plioeäner Tapir aus Süd- 
steiermark. (Separat, aus : Jahrbuch der 
k. k. geolog. Reichsanstalt. 1888. Bd. 
XXXVIII. Hft. 4.) Wien, A. Holder, 1888. 
8". 44 S. (729—772) mit 2 Taf. steif. 
Gesch. d. Autors. (10.884. 8°.) 

Terhune. R. H. Note on cast-steel water- 
jackets. (Separat, ans : Transactions of 
the American Institute of Mining Engi- 
neers ; octob. 1888.) New York, Instit. of 
Min. Engiu., 1888. 8". 1 S. steif. Gesch. 
d. Instit. {10.885. 8".) 

Tietze , E. Dr. Zur Geschichte der An- 
sichten über die Durchbruchthäler. (Se- 
parat, aus : Jahrbuch der k. k. geolog. 
Reichsanstalt. 1888. Bd.XXXVIU. Hft, 4.) 
Wien, A. Holder, 1888. 8 U . 24 S. (633— 
656). steif. Gesch. d. Autors. 

(10.886. 8'.) 

Toula,F. Prof. Geologische Untersuchungen 
im centralen Balkan. Ausgeführt mit Unter- 
stützung der kais. Akademie der Wissen- 
schaften und des k. k. Ministeriums für 
Cultus und Unterricht. (Separat, aus : 
Denkschriften der mathem.-na.turw. Classe 
der kais. Akademie der Wissenschaften. 
Bd. LV.) Wien , typ. Staatsdruckerei, 
1889. 4°. 108 S. mit 49 Textfiguren, 
1 geolog. Karte, 1 Profil-Tafel und 8 pa- 
läontolog. Tafeln, steif. Gesch. d. Autors. 

(295!). 4".) 

Wainwright, J. T. A difTerential rege- 
nerative hot-blast stove and its application 
to an open-he3rth blast-furnace. (Separat, 
aus: Transactions of the Americau In- 
stitute ot Mining. Engineers ; octob. 1888.) 
New York, Instit, of Min. Engin., 1888. 
8°. 4 S. mit 1 Textfigur, steif. Gesch. 
d, Instit. .(10.887. 8°.) 

Warren, W. Y. Note on the eultivation 
of mushrooms in abandoned mines at 
Akron, N. Y. (Separat, aus : Transactions 
of the American Institute of Mining En- 
gineers (octob. 1888.) New York, Instit. 
of Min. Engin. 1888. 8°. 2 S. steif. Gesch. 
d. Instit. (10 888. 8°.) 



Williams, H. J. The determination of 
Silicon in ferro-silicons and a study of 
its reactions with alkaline carbonates. 
(Separat, aus: Transactions of the Ameri- 
can Institute of Mining Engineers; Febr. 
1889). New York, Instit. of Min Engin. 
1889. 8 U . 3 S. steif. Gesch. d. Instit. 

(10.88!). 8".) 

Wisniowski, Th. Beitrag zur Kenntniss 
der Mikrofauna aus den oberjurassischen 
Feuersteinknollen der Umgegend von 
Krakau. (Separat, aus : Jahrbuch der k. k. 
geolog. Reichsanstalt, Bd. XXXVIII. 
1888.) Wien, A. Holder, 1888. 8". 44 S. 
(657—702) mit 2 Taf. (XII— XIII). steif. 
Gesch. d. Antors. (10.902. 8".) 

Woodward, H. Guide to the collection of 
fossil fishes in the department of 
geology aud palaeontology , British Mu- 
seum (naturalhistory). Second Edition. 
London, typ. St, Auslin and Sons, 1888, 
8". VIII-51 S. mit 81 Textfiguren. steif. 
Kaut. (10.890. 8°.) 



Yarkovski, J. Hypothese cinetique de la 
gravitation universelle en connexion 
avec la formation des elements chimiques, 
Moscou, typ. .T. N. Kusnerev & Co. 1888, 
8". 11—137 S. br. Gesch. d. Autors. 

(10.891. 8°.) 



Zahn, J. V. Dr. Geschichte von Hernsteiu 
und der damit vereinigten Güter Star- 
hemberg und Emmerberg. Wien, 1888, 
8". Vide : Becker, M. A. Hernstein. 
Theil III. Halbband II. (7762. 8°.) 

Zeiller , R. Sur l'attribution des genres 
Fayola et Palaeoxyris. Paris, 1888, 4". 
Vide: Renault, B. & R. Zeiller. 

(2956. 4".) 

Zepharovich, V. V. Prof. Dr. (Minera- 
logische Notizen Nr. X). Neue Mineral- 
Fundstätten in den Salzburger Alpen. 
a) Pyroxen aus dem Krimler- und dem 
Stubachthaie, b) Scheelit aus dem Krimler- 
Thale. (Separat, aus: „Lotos", Jahrbuch 
für Naturwissenschaft. N. F. Bd. VII. 1887.) 
Prag, typ. H. Mercy, 1887. 8°. 20 S. 
(159 — 176) mit 6 Holzschnitten im Text, 
steif. Gesch. d. Autors. (10.892. 8".) 

Zepharovich, V. v. Prof. Dr. Ueber 
Trona, Idrialin und Hydrozinkit. — Die 
Krystallformen dps Mannit, C R i/ 14 O g . — 
(Separat, aus : Zeitschrift für Krystallo- 
graphie und Mineralogie. Bd. XIII. Hft, 2). 
Leipzig, W. Engelmann, 1887. 8°. 15 S. 
(135-149) mit 5 Holzschnitten im Text, 
steif. Gesch. d. Autors. (10.893. 8°.) 



130 Verhandlungen. J^r. 5 

Zepharovich, V. V. Prof. Dr. Die Kry- (Zsigmondy, W.) Wilhelm Zsigmondy f, 

stallformen einiger organischer Verbiu- Nekrolog, verfasst von F. M. v. F. (F. 

düngen. (Separat, aus; Zeitschrift für M. v. Friese) (Aus: Oesterreiehisthe 

Kristallographie und Mineralogie. Bd. XV. Zeitschritt für Berg- und Hüttenwesen. 

Hft. 2—3.) Leipzig, W. Engeiniann, Jahrg. XXXVII. 1869. Beilage „Vereins- 

18v'9, 8°. 21S (213-233) mit 14 Holz- Mittheilaugen". Nr. 1, pag. 9—10). Wien, 

schnitten im Text, steif. Cesch. d. Autors. typ. G. Gistel & Co., 1889, 8 g . steif 

(10.894. 8\) (10.895. 8°.) 

Zuber, R. Dr. Informe sobre las minas 

de petröleo al Sur del Cerro de Cacheuta 

Zieteil, C. H. de. Les petrifications de (Prov. de Mendoza, Bepüblica Arg.) 

Wurtemberg. Stoutgart, Expedition de Buenos Aires, typ. G. Kraft, 1888. 8". 

l'Histoire de notre temps, 1830, 2°. 102 S. 18 S. mit 1 Karte, br. Gesch. d. Prof. 

mit 72 Taf. Hlwd. Kauf. (151. 2°.) Szajnocha. (10.896. 8°.) 



Verlag von Alfred Holder, k.k. Hof- und Universitäts Buchhamller in Wien, Rothenthurinstr. 15. 

Druck von Oottlieb Gi.stel & Comp, in Wien. 




N" 6. MmMmmmtk 1889. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 2. April 1888. 

Inhalt: Vorgänge an der Anstalt. — Eingesendete Mittheilungen : Prof. 
Dr. Gustav C. Laube. Zum Capitel „Zinnwald". Prof. J. Niedz wie dz ki. Ergänzung zur 
Fussillistp des Miocans bei Podhorce in Ostgalizien. — Vorträge: Dr. L. v. Tauseh. Bericht 
über die geologische Aufnahme der Umgegend von Mährisch-Weisskirchen. C. v.Camerlander. 
Von dem inneren Aufbau und der äusseren Gestaltung der mährisch-schlesischen Sudeten. — 
Literatur-Notizen. Dr. C. Di ener. Dr. A. Den ck mann. Dr. G. G i oli. C. H. Heri ng. 
0. Tavi. M. R. v. Friese. J.Souknp. A. Hamberg. F.Posepny. Hans Commenda. 
Dr. M. Kispatic. — Berichtigung bezüglich Ceratoconcha custata. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Mittheilungen verantwortlich. 



Vorgänge an der Anstalt. 

Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster 
Entschliessung vom 23. März 1. J. dem Director der geologischen Reichs - 
anstalt, Oberbergrath Dionys Stur, den Titel und Charakter eines 
Hofrathes und dem Chefgeologen derselben Anstalt, Dr. Emil Tietze, 
den Titel und Charakter eines Oberbergrathes , beiden mit Nachsicht 
der Taxen, allergnädigst zu verleihen geruht. 

Eingesendete Mittheilungen. 

Prof. Dr. Gustav C. Laube. Zum Capitel „Zinn wald". 

Herr Prof. Dr. Hörnes hatte die Güte, mir einen Abzug seines 
Artikels „Zinnwald" aus dem Jahrbuche der k. k. geologischen Reichs- 
anstalt zuzusenden, ehe ich noch das Heft des letzteren erhalten habe. Ich 
freue mich, aus demselben zu ersehen, dass mein II. Theil der Geologie des 
Erzgebirges, darin ich mich über die Verhältnisse des Zinnwalder Stockes 
aussprechen musste, gewürdigt wurde, und im Stande war, die Aufmerk- 
samkeit von Fachgenossen auf die so schwer enträthselbaren Verhältnisse 
von Zinnwald zu lenken, so dass zu hoffen steht, die zur Klärung der 
Ansichten wünschenswerthe Discussion werde damit in FIuss kommen. 
Ich freue mich dessen, trotzdem Herr Hörnes den von mir dargelegten 
Anschauungen nicht beipflichtet und mir gegenüber Herrn E. Reyer 
vertheidigt und von dessen widerlegten Ansichten zu retten sucht, 
was noch zu retten ist. Ich bin allzeit bereit, Belehrung dankend ent- 
gegenzunehmen , und huldige von jeher dem Demosthenischen Satze : 
„Wenn es Jemand besser weiss, der solle es sagen!" Ich bin auch ganz 
und gar nicht gewillt, meine über den Zinnwalder Greisen vorgetragene 

K. k. geolog. ReichBanstalt. las!). Nr. C. Verhandlungen. 19 



]32 Verhandlungen. ^ r ft 

Ansicht als unfehlbar hinzustellen; im Gegentheil bin ich gerne bereit, 
dieselbe gegen eine entsprechendere zu vertauschen. Im vorliegenden 
Falle aber muss ich sagen, dass ich mich durch Herrn Hörn es' nur 
die „grössere Wahrscheinlichkeit" für Herrn Revers Theorie bean- 
spruchende Auseinandersetzungen eines Besseren nicht überzeugt sehe. 
Gerne überlasse ich es einem Dritten, das Für und Wider zwischen 
Herrn Hörn es und mir zu erwägen, und darnach auf die eine oder 
andere Seite zu treten. Ich habe auch gar nicht die Absicht, lang und 
breit meine Ansicht zu vertheidigen und eine längere Polemik anzuspinnen ; 
ich glaube in der knappen Form dieser Erwiderung ein Auslangen zu 
finden, um auf das zu antworten, worauf ich antworten muss. 

Nach meiner Meinung wird die Behauptung, dass der Greisenstock 
von Zinnwald dem Porphyr angehört, oder das Gegentheil derselben 
dadurch erbracht werden müssen , dass Jemand an der Hand von ge- 
nügendem, an Ort und Stelle, d. i. auf einer Strecke aus dem Quarz- 
porphyr in den Greisen oder umgekehrt gesammelten Materiale diese 
Zusammengehörigkeit oder Verschiedenheit des Ganzen erweist. Da 
die Zechen im sächsischen Theil im Greisenstock weiter nach innen 
liegen und die Strecken meines Wissens nicht oder nur an einer 
Stelle aus diesem hinaus getrieben sind, die auf dem böhmischen Theile 
hingegen gelegenen Gruben mehr der Peripherie genähert sind, so 
müsste auf den letztern ein Erfolg in obigem Sinne zu erwarten sein. 
Thatsächlich führt Reuss 1 ) mehrere Stellen an, wo man dieses sehen 
zu können hoffen konnte. In dieser Absicht unternahm ich unter Führung 
des nun verstorbenen Bergdireetors Job. Schmid eine beschwerliche, 
für mich nicht ganz gefahrlose Grubenfahrt durch die Lobkowitz*schen 
Baue, zu welchen jene Stellen gehören; leider ohne Erfolg, da die 
Zugänge mit Bergen versetzt waren. Ob man säcl.sischerseits vielleicht 
im Bünnaustollen ein glücklicheres Resultat erzielen werde, scheint mir 
nach dem, was ich von dort kenne, sehr fraglich. Ich möchte aber 
nun nach dem Gesagten Herrn H ö r n e s fragen , ob ich darnach be- 
rechtigt bin zu sagen , dass es mir heut zu Tage unmöglich scheine, 
zur Erbringung eines sicheren Beweises hinreichendes Material zu sam- 
meln, ob er anerkennt, dass ich den nöthigen Ernst daran gewendet 
habe, die Frage zu ergründen, und ob er sich noch zu dem mir auf 
Seite 580 gemachten Vorwurfe berechtigt sieht, ich hätte nicht einmal 
den Versuch gemacht, die Sachen zu prüfen. 

Ich meinerseits kann Ergebnissen aus der Untersuchung von auf 
umgewühlten Halden aufgelesenen Handstücken von Gott weiss welcher 
Herkunft keine beweisende Kraft zuerkennen. Was über den anstehenden 
Granitporphyr zu berichten war, ist von mir auch mitgefheilt worden. 

Ich übergehe dann, da ich mich nur auf die Hauptsache zu be- 
schränken beabsichtige, den angeblichen circulus vitiosus. der nur von 
Jemandem gefunden weiden kann, der Granitporphyr und Quarzporphyr 
als identisch auffasst, was ich bekanntlich nicht thue. Auch das Drehen 
und Deuteln, darnach weiland Boricky trotz seiner eigenen Aussage 
doch etwas wie Lithionglimnier gefunden haben dürfte , obwohl dieser 
Petrograph sagt, „das fragliche Mineral sei zum Talk zu rechneu', oder 
ein „grünlicher Glimmer vielleicht zum Talk zu rechnen". Ich will mir 



') Die Umgebung von Teplitz, pag. 41. 



Nr. G Sitzung am 2. April, Prof. Dr. Gustav C. Laube. 133 

dem Vorwurf entgegentreten . „ich selbst, obwohl ich Key er nach 
Herrn Hörn es' Ansicht unbarmherzig- tadle, habe wohl kaum einen 
einzigen Dünnschliff eines Zinnwalder Greisen untersucht". ja — 
nicht nur den Zinnwalder, auch andere Greisen habe ich recht genau, 
und zwar unter dem Mikroskop besehen, und wenn das Herr Hör nes 
des Vergleiches wegen auch gethan hätte, so hätte er schon im Alten- 
berger Greisen jene so angestaunte mikrogranitische Grundmasse in noch 
weit reicherer Menge gefunden , deren Vorhandensein ihm an und für 
sich den bergmännischen Namen „Zwitterstockporphyr 1 eintrug. Aber 
auch in Greisen, die wie die von Hengstererb, vom Kaff, von Geyer 
u. s. w. aus unzweideutigem Granite stammen, ist sie vorhanden , und 
somit werden Herrn Hörnes 1 petrographische Entdeckungen, welche er 
bescheidentlich selbst recht unvollständige nennt, noch schwindsüchtiger. 
Ueber den mikroskopischen Funden hat er allerdings augenscheinlich 
längst bekannte Thatsachen übersehen, nämlich die im Greisen vor- 
handenen Granitmassen, die thatsächlich durch Uebergänge mit jenem 
zusammenhängen, und doch auch etwas bedeuten. 

■ Die weiteren Einwendungen über die Natur und Entstehung der 
Greisen und anderes lasse ich dahin gestellt. Meine Ansichten können 
sie nicht ändern. . 

Was endlich die theoretische Ansicht des Herrn, Reyer über 
die Entstehung der Greisenstöcke anbelangt, so mag es Jedem unbenommen 
bleiben, derselben beizupflichten oder nicht. Herr Hörnes hält es mir 
als grosses Unrecht vor, dass ich Herrn Reyer nicht beistimme, sondern 
es Jedem freistelle, sich die unerschlosscnc Teufe des Zinnwalder Stockes 
vorzustellen, wie er wolle. Er beruft sich darauf, dass man zu idealen 
Ergänzungen von Profilen in der Geologie immer werde greifen müssen, 
und verweist dann auf den von Herrn Reyer zur Anschaulichmachung 
der Verhältnisse durch ein Loch im Brett gequetschten Gypsbrei. Ganz 
richtig; zu solchen Hilfsmitteln wird man immer greifen müssen, nur 
wird man Niemanden zwingen können, dieselben auch jederzeit als be- 
weisend anzuerkennen. 

Es mag also auch Einer den Ergebnissen des durch ein Loch im 
Brett gequetschten Gypsbreies unzweifelhafte Beweiskraft zuerkennen. 
Ein Anderer aber wird das Experiment für abgeschmackt erklären und 
sich eine passende Anschauung aus Erfahrungen bilden, die er aus ähn- 
lichen Fällen in der Natur gewonnen hat. Das ist eben das Fördernde 
für die Wissenschaft , dass wir nicht gewillt sind , einander in allen 
Stücken nachzutreten. 

Meine Ansichten habe ich nach bestem Wissen zu begründen ver- 
sucht, und habe hierzu die Herbeiholung von Kleinversuchen von frag- 
lichem Wcrthe, sowie die Hercinziehung der amerikanischen Lakkolithen, 
obwohl etwas derartiges im Bereiche der Zinngranite längst bekannt 
ist und sohin recht nahe lag, gar nicht nöthig gehabt. 

Herr Hörnes glaubt durch seine Erörterungen gezeigt zuhaben, 
dass die R e y e r'sche A nsicht zum mindesten viel mehr Wahrschein- 
lichkeit als die meine besitze. Das scheint mir ein recht bescheidenes 
Ergebniss zu sein, zu welchem er gelangt. Es wäre dies auf kürzerem, 
zugleich durch unberechtigte , ungebührliche Angriffe , wie ich sie ab- 
wehren musste, nicht entstelltem Wege besser zu erreichen gewesen. 

19* 



l.U 



Verhandlungen. 



Nr. 6 



Um diesem Erfolge ein wenig aufzuhelfen, schreibt Herr Hürnes am 
Schlosse: ..Nun ferneren Untersuchungen (insbesondere alter von der 
Untersuchung des Altenberger Stockes durch die sächsischen Geologen) 
erwarte ich den vollgiltigen Beweis, dass es sich in den Zinnlager- 
stätten des östlichen Erzgebirges wirklich um einheitliche Eruptionsmassen 
handle , die in den tieferen und inneren Theilen granitische , in den 
höheren und äusseren aber porphyrische Textur besitzen." — Weniger 
zuversichtlich hätte er sich wahrscheinlich ausgedrückt , wenn ihm ein 
Brief des sächsischen Landesgeologen Herrn Dr. Da Im er über die 
sehr interessanten und lehrreichen Ergebnisse einer vorläufigen Unter- 
suchung des Altenberger Granitstockes , abgedruckt im 39. Bande der 
Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellschaft, pag. 819 ff., bekannt ge- 
worden wäre. Dort nämlich liest man: „Ich t heile durchaus 
nicht die R e y e r's c h e Anschauung, dass die Granite der 
Gegend von Alten borg derselben Eruptionsepoche an- 
gehören wie der Teplitzer Quarzporphyr, halte vielmehr 
dieersteren für beträchtlich älter." Indem wir nunmehr Weiteres 
ruhig abwarten wollen, betrachte ich meinerseits die Angelegenheit Herrn 
Hörnes gegenüber als abgethan. 

J. Niedzwiedzki. Ergänzung zur F o s s i 1 1 i s t e des Bf f o c ä n s 
bei P o d h o r c c in s t g a 1 i z i e n. 

Wie dies bereits Dr. Hilber auf Grund seiner sehr gründlichen 
Studien bei den geologischen Detailaufnahmen in Ostgalizien in der 
Abhandlung: Geologische Studien in den ostgalizischen Miocängebieten" 
im Jahrbuche der geolog. Reichsanstalt, Bd. 32, Jg. 1882 hervorgehoben, 
gehört die Umgebung von Podhorce zu den an wohlerhaltenen Fossilien 
reichsten Localitäten des galizisch-podoliseben Miocäns und die dortigen 
Vorkommnisse repräsentiren zusammen mit denjenigen der benachbarten, 
wenn auch nicht unmittelbar verbundenen Sandbildungen von Holubica 
so ziemlich die gesammte derzeit bekannte Sandfauna des jüngsten 
mediterranen Miocäns des ostgalizischen Gebietes. 



Zur 



Vervollständigung 



der 



erlaube ich mir hier nachfolgend 



bisherigen Kenntnisse dieser Fauna 
eine Anzahl von Lamellibranchiaten 
und Gastropoden-Species anzuführen, die ich in den Sanden der Um- 
gebung von Podhorce gesammelt, welche aber in dem von Hilber 
1. c. pag. 287 gebotenen Verzeichnisse der von Stur von Holubica an- 
gegebenen und sonst von ersterem in den mediterranen Sanden Ost- 
galiziens gesammelten Arten nicht enthalten sind und füge unter Einem 
auch etliche Arten hinzu, die zwar in dem genannten Hill) ersehen 
Verzeichnisse enthalten sind , welche sieh aber nicht unter den von 
Hilber bei Podhorce gesammelten vorfinden. Diese letzteren blos 
für Podhorce neuen Arten sind hier mit einem Stern markirt. 



Ringicula costata Eichw. 

* Columbella scripta Bell. 

* Chenopus alatus Eich/o. 

* Pyrula condita Brong. 
Gancellaria contorta Bast. 

„ fenestrata Eichw. 

Pleurotoma obeliscus Desm. 



Monodonta Araonis Bast. 
Vermetus arenarius Linn. 
* Turbonilla gracilis Brocc. 
Rissoa turitella Eichw. 
Bulla convoluta Brocc. 
Ensis Rollei M. Hoern. 
Panopaea Menardi Desh. 



Nr. 6 Sitzung am 2. April. C. v. Camerlandcr. 1'5 



Mactra Basteroti Mayer. 
Ttllina planata Linn. 

„ preciosa Eichw. 
Tapes vetula Bast. 
' Gytherea Chione Linn. 
Circe eximia M. Hoern. 



Lucina Sismondae Desh. 
„ ornata Aj. 

* Spaniodon nitidus Reuss. 

* Gardila rudista Lam. 
Pecten exilis Eichw. 



Vorträge. 



Dr. L. v. Tausch. Bericht über die geologische Auf- 
nahme der Umgegend von Mährisch-Weisskirchen. 

Der Vortragende bespricht den geologischen Bau jenes Theiles des 
Kartenblattes Mährisch- Weisskirchen (Zone 7, Col. XVII), 
welcher südlich der dieses Kartenblatt durchschneidenden Kaiser Fer- 
dinands-Nordbahn gelegen ist. 

Es wurden in diesem Gebiete die folgenden Glieder zur karto- 
graphischen Ausscheidung gebracht: 1. Alluvium, 2. Eluviale 
Bildungen, 3. L ö s s, 4. M i o e ä n , 5. M e n i 1 i t s e h i e f e r, 6. b e r e 
H i e r o g 1 y p h e n sc h ic h t e n, 7. J u r a (T i t h o n), 8. C u 1 m, 9. D e v o n, 
10. Pikr*it. 

Die paläozoischen Ablagerungen gehören dem Gebirgssystem 
der Sudeten, die mesozoischen, alttertiären und derPikrit 
den Karpathen an. Die mioeänen Bildungen finden sich in der 
Thalniederung, welche von Pohl nach Keltsch führt und die geo- 
logische Grenze der (Sudeten und Karpathen bildet. 

Bezüglich der eingehenden Darstellung der geologischen Verhältnisse 
in diesem Gebiete sei auf den Reisebericht (Verhandl. 1888, pag. 243) 
und den in dem nächsten Jahrbuchhefte erscheinenden Aufsatz über 
M ä h r i s c h-W eisskirchen verwiesen. 

C. v. Camerlander. Von dem inneren Aufbau und der 
äusseren Gestaltung der mäh risch-scli lesischen Sudeten. 

Der Vortragende hat einen Versuch für wünschenswerth gehalten, 
die selbst in Fachkreisen nicht zu genau bekannten Grundlinien des 
tektonischen Aufbaues der mährisch-schlesischen Sudeten mit jenen der 
äusseren Bodenplastik in Einklang zu bringen. An diesen Stellen können 
nur die Hauptmomente dieser Auseinandersetzung festgehalten werden. 
Die genauere Ausführung, sowie andererseits die Beibringung des rein 
geographischen Materiales wird an anderer Stelle zu erfolgen haben. 

In dem tektonischen Aufbaue der mährisch-schlesischen Sudeten 
ist zunächst ein Kriterium gegeben, diese eine Hauptgruppe abzutrennen 
von anderweitigen Gruppen des grossen Sudetenbogens , indem die 
mährisch-schlesischen Sudeten jenen Theil desselben darstellen, der durch 
denAufbau aus weit vorherrschend südwest-nordöstlich streichenden 
Schichten bezeichnet ist, gegenüber den Gruppen des Riesengebirges, 
Eulengebirges etc., die ein südost-nordwestliches, oft direct „das sude- 
tische" genannte Schichtstreichen zeigen. Die Thallinie der Neisse von 
Wartha über Glatz südwärts bezeichnet im Allgemeinen scharf diese 
Grenzlinie; es ist dies zugleich die Tiefenlinie, längs welcher die 
Kreidebildungen weit in den Sudetenbogen hineindrangen; Reste eben 



136 Verhandtangen. J^r. 6 

derselbeu bezeichnen über die Wasserscheide Neisse-Adler, sowie jene der 
Adler-March hinaus die Fortsetzung dieser bedeutungsvollen Tiefenlinie 
nach Süd, die als Grenze tektonisch verschieden gebauter Gebirgsstücke 
liis Schildberg in Mähren zu verfolgen ist. In diesem Sinne hat auch 
die Gruppe des ßpieglitzer Schneeberges den „mährisch-sehlesischen 
Sudeten" beigezählt zu werden. 

Die Grenze gegenüber den Karpathen muss wohl — wie von 
geographischer Seite meist geübt — durch die im Streichen der mährisch- 
sehlesischen Sudeten verlaufende Tiefenlinie Betschwa - Oder , die 
„mährische Pforte", gezogen werden, mag auch an einer Stelle jenseits 
derselben (Leipnik-M.-Weisskirchen) noch ein kleiner Antheil sudetischer 
Gesteine erscheinen, indem angesichts einer oroplastisch so bedeutungs- 
vollen und im übrigen, weitaus grössten Theile auch geologisch äusserst 
scharf bezeichneten Tiefenlinie auf die gezwungene Führung einer anderen 
Grenzlinie wohl zu verziehten sein wird. 

Wenn das Nordoststreichen der mährisch-sehlesischen Sudeten, das 
nicht genug oft hervorgehoben werden kann , in der äussersten Rand- 
zone gegen das nördliche diluviale Flachland in das südöstliche über- 
geht, so geht es doch wohl nicht an, auf Grund dieser Aenderung im 
tektonischen Aufbaue das so bezeichnete Gebiet als eigene Gruppe 
vom übrigen abzutrennen, indem einen solchen Vorgang keinerlei Moment 
im landschaftlichen Charakter, in der äusseren Gestaltung zuliesse. Wohl 
aber bedingt ein solches, das in der geologischen Zusammensetzung des 
Gebirges gründet, die Abtrennung des eigentlichen „Massengebirges", 
des aus Grauwackensandsteinen und -Schiefern der Devon- und Culm- 
lbrmation aufgebauten „Niederen Gesenkes" von den zwei anderen 
Unterabtheilungen , dem scharf ausgesprochenen Kammgebirge des 
..Hohen Gesenkes" (mit dem 30 Kilometer langen Hauptkamm des Alt- 
vater etc.) und' der Gruppe des Spieglitzer Schneeberges, welche durch 
die Vereinigung und Durchdringung mehrerer Rücken bezeichnet ist, 
während die geologische Zusammensetzung aus meist kristallinischen 
Schiefern den beiden gemeinsam ist. 

Die genauere Führung der betreffenden Grenzlinien, bei welcher 
der Geolog und Geograph Hand in Hand gehen können, sowie ein 
Versuch, innerhalb dieser drei Hauptgruppen geologisch und nach dem 
landschaftlichen Bilde zusammengehörige Untergruppen auszuscheiden und 
dieselben, wie der Vortragende meint, überhaupt zum ersten Male auch 
näher zu begründen — bleibt ausführlicherer Schilderung vorbehalten. 

Indem sodann der so auffällige Gegensatz zwischen dem Haupt- 
schiebtstreichen und der besonders massgebenden Leitlinie des Gebirges 
und seiner Hauptkämme — diese nach Südost, jenes nach Nordost — 
hervorgehoben wird, muss ein Versuch, aus den heutigen „Resten" eines 
einstigen, nordost-südwest gerichteten Gebirges, dieses etwa zu recon- 
struiren, abgelehnt weiden, indem auch die Hauptwasserscheide völlig 
der heutigen Kammlinie folgt, gegenüber dem Harze etwa, als einem 
mannigfach analog gebauten Gebirge, dessen Hauptwasserscheide nicht 
der heutigen Hauptkammlinie, sondern einer, dem Schichtstreichen ent- 
sprechenden Linie folgt (vgl. P'hili ppson). 

Es werden noch andere Momente gestreift, die sich aus dem 
geologischen Aufbaue ergeben und für das heutige äussere Relief von 



Nr. C> Sitzung am 2. April. Dr. C. Diener. 137 

Bedeutung' sind, so der auffällige Parallelismus vielfacher Tlialbildungen ; 
wenn die so häufig wahrnehmbare Nordostrichtung derselben da sieh 
einstellt, wo die Thäler von dem südostgerichteten Rücken herabkommen, 
wird eine Zuhilfenahme tektonischer Einflüsse völlig überflüssig sein, 
während dort, wo ferne dem wasserscheidenden Rücken, im Mittellaufe, 
das l leberspringen der Thalrichtung in die südöstliche erfolgt, wohl mit 
der Annahme ausschliesslicher Erosionsthäler kaum das ' Auskommon 
gefunden werden dürfte. Feiner wird darauf bingewiesen, dass, wiewohl 
die Piisse der Hauptkämme im kristallinischen Scbiefergebictc in die 
Glimmerschiefer oder wohl gar in noch weichere phyllitische Schiefer 
eingebettet sind, das Gebiet der höchsten Erhebung der Hauptkamm- 
linie andererseits eben solchen weichen phyllitischen Bildungen angehört 
und werden noch weitere Punkte gestreift, auf die hier nicht näher ein- 
gegangen weiden kann. 

Nachdem diese Vorträge beendet waren , ersuchte Herr k. k. 
Hofrath Joseph Rossiwal Ritter von Stollena u ums Wort 
und beglückwünschte in sehr warmen Worten die k. k. geologische 
Reichsanstalt aus Veranlassung Allerhöchster Auszeichnung zweier Mit- 
glieder derselben. Sich der herrlichen Jugendzeit herzlich erinnernd, da 
er im ersten Jahre des Bestehens der k. k. geologischen Reichsanstalt 
Dienste an derselben, als College des jetzigen Directors, geleistet hatte, 
sprach er den Wunsch aus: es möge dem Director gelingen, in der 
bisher bethätigten Weise das Erreichen der Ziele unserer Anstalt 
möglichst zu fördern. 

Literatur-Notizen. 

Dr. C. Diener. Zum Gebirgsbaue der „Central m assc des 
Wallis". Sitzungsber. d. k. Akad.d.Wissensck. in Wien, Math.-nat. Classe ; 
1889, Bd. XCVIII, pag. 78—96. (Mit 2 Tafeln und 1 Textfigur.) 

Als „Centralmasse des Wallis" bezeichnet der Autor, mit Desor, das grosse 
Gneissinassiv östlich vom Grossen St. Bernhard bis zu den Vis pert h ä I e r n, 
welches durch die Hochgipfel Dts. d'Arol la, Ma tterhom , Dt e. Blanche, We i ss- 
horn, Rothhorn bezeichnet ist. In der westlichen Hälfte dieser Gebirgsmasse herrschen 
eigentümliche Glimmer-Talk-Gneisse, welche von den älteren Forschern (Desor, Studer, 
Gerlach) den Namen Arollagneiss erhielten und stratigraphisch dem tiefsten Gliede 
der Gneissreihe, dem Protogin des Mt. Blanc, verglichen wurden. Dieselben Arolla- 
gneisse herrschen auch noch jenseits des Matter Joches in der Mass 1 ; des Gran 
Cervino, wo aber Giordano in Bezug auf ihre stratigraphische Stellung zu dem 
Resultate gelangte, dass dieselben nicht das tiefste, sondern ein schon jüngeres Glied 
der Gneissreihe bilden. 

In der vorliegenden Arbeit stellt sich Dr. Diener die Aufgabe, einen Beitrag 
zur Losung des Widerspruches zwischen der Auffassung G iord ano's und der Schweizer 
Forscher zu liefern. Seine Beobachtungen betreuen vorwiegend die centralen Theile der 
oberwähnten Masse zwischen dem Arollathale und dem Matterjoche. Derselbe 
zeigt zunächst, dass die steile Schichtstellung, welche die älteren Schweizer Forschor 
in dem centralen Theile der Masse, speciell in der Dte. Blanche, zu beobachten 
glaubten, und auf Grund deren sie eine Fächerstructur dieser Masse annahmen, nur 
eine ausgezeichnete Clivage sei, während die wahre Schichtung in der Kette der 
Dte. Blanche auf eine sehr Hache Lagerung hinweise, die sich fast über dm ganzen 
Kern des in Bede befindlichen Massivs erstrecke. Jn Bezug auf die stratigraphische 
Position der Arollagneisse kommt der Autor, nach Untersuchungen im obersten Theile 
des Nikolai thal es in der Gruppe des Mattorhorn zu dem Schlüsse, dass die 
Arollagneisse das Hangende eines verhältuissmässig jungen kristallinischen Schiefer- und 



138 Verhandlungen. J^r. 6 

Kalkcomplexes bilden und daher jünger seien als die Gruppe der Kalkphyllite, aus 
denen sie sich allmälig entwickeln. Dieses Besultat steht allerdings im Gegensatze 
nicht nur zu deu beiden älteren Auflassungen, sondern auch zu den Beobachtungen 
von H. de Saussure über den Bau des Matterhorns, nach welchen die Schiefer- 
gesteiue an der Basis des Matterhorns nicht den wirklichen Untergrund der gewal- 
tigen Pyramide bilden, sondern der Hauptmasse der Arollagneisse, aus denen das 
Matterhorn besteht, nur anlagern. Da ein solches Verhältniss der Anlagerung der 
sogenannten Schieferhülle an die alten Gneissmassen in den Alpen unzweifelhaft eine grosse 
Bolle spielt , die Möglichki it eines Missverständnisses aber bei so schwierigen Unter- 
suchungen niemals ausgeschlossen werden kann, dürfte es vielleicht angezeigt sein, 
die Centralmasse des Wallis vorläufig noch nicht gänzlich aus der Beihe der 
sogenannten Centralmassen zu streichen, wie dies der Autor zu thun geneigt ist. 

(M. V.) 

Dr. A. Denckmann. Ueber zwei Tiefseefacies in der oberen 
Kreide von Hannover und Peine und eine zwischen ihnen 
bestehende Transgression. Jahrbuch der königl. preuss. geolog. 
Landesanstalt für 1888, pag. 150—8. 

Gute Arbeiten pflegen von einer längeren Beihe kritisch sorgfältig gesichteter 
Thatsachen ausgehend das in diesen Thatsachen übereinstimmende Moment klarzulegen 
und so auf induetivem Wege einen neuen Eifabrungssatz zu begründen. Eine solche 
Arbeit ist die von D. Brauns „Ueber die obere Kreide von Ilsede bei Peine und 
ihr Verhältniss zu den übrigen subhereynischen Kreideablagerungen"' (Verhandlung, des 
nat. Ver. d. pieuss. Bheiulande und Westfalens, Jahrg. 31, 1874, pag. 56 — 76). In 
dieser Arbeit erbringt D. Brauns auf Grund einer längeren Beihe von Beobachtungs- 
daten den Nachweis, dass die oberen Kreidebildungen der Gegend von Hannover 
eine merkwürdige und auttällige Di scontinui tat in der Ablagerung zeigen, welche 
an die Basis der Senon- Abtheilung fällt. 

Auf Grund von neuen Studien in derselben Gegend, nur weniger einlässlich, 
dafür aber mit einigen modernen Schlagworten ausgestattet und auf zwei Voraus- 
setzungen, Krücken gleich, gestützt, behandelt der vorliegende kleine Aufsatz des Herrn 
Denckmann genau dasselbe 'Ihema. Nach den gangbaren Begriffen über Priorität 
sollte man erwarten, dass sich Herr Denckmann ausführlich auf die Leistung seines 
Vormannes berufen we'de. Dem ist jedoch nicht so. Im Gegentheile findet der kritische 
Leser D. Brauns nur (pag. 152) in einer Fussnote zu dem Zwecke citirt , dass ihm 
eine kleine Ungenauigkeit vorgeworfen werde. Ein mit der Literatur minder vertrauter 
Leser aber bekommt den Eindruck, als hätte Dr. Denckmann die senone Trans- 
gression um Hannover erst gefunden. Der kritische Leser würde ferner kaum glauben, 
dass ein Aufsatz , der über obere Kreide handelt , der „passende Ort" ist zu einer 
Discussion über die Lias-Jura-Grenze, wenn es ihm nicht vom Autor selbst (pag. 156) 
gesagt würde. In dieser Discussion versucht Herr Denckmann hauptsächlich den 
Nachweis zu führen , dass er in seiner Arbeit über die geol. Verhält, d. Umg. von 
Dornten (Abh. z. geol. Spec.-Karte v. Freussen, VIII, 2. Heft) die Bezeichnung 
Jurensiszone für ein Umlagerungsproduct aus Gesteinen dieser Zone correct 
angewendet habe. Da aber über dieses Thema eine ausführlichere Arbeit versprochen 
wird, dürfte es angezeigt sein, deren Erscheinen abzuwarten, um sich von den Ansichten 
Dr. Denckmann's ein klareres Bild zu machen, als dies nach den bisherigen kurzen 
Noten möglich ist. (M. Vacek.) 

Dr. G. Gioli. Fossili dellaoolite inferiore di S. Vigilio 
e diMonte Grappa. Atti soc. Toscana sc. nat. 1888, Vol. X, pag. 1 — 18. 
(Mit 1 Tafel.) 

Bei Bestimmung des reichen Materiales von Cap S. Vigilio und Monte 
Grappa, welches sich im Besitze des paläontologischen Museums von Pisa befindet, 
hat Dr. Gioli eine Anzahl neuer Formen entdeckt, welche in den bisherigen Arbeiten 
über die Fauna dieser beiden bekannten Fossillocalitäten nicht beschrieben sind , und 
liefert so in der vorliegenden Abhandlung eine sehr dankenswerthe kleine Ergänzung zu 
der oberliasischen Fauna mit Hamniat. fallax. Der Nachtrag betrifft speciell die in 
der Fauna von Cap S. Vigilio selteneren Gruppen der Gastropoden, Lamellibranchier 
und Echinodermen und besteht in folgenden Formen; 



Nr. 6 Sitzung am 2. April. A. Hamberg. 139 



Alaria cf. crassicostata Hudlestone. 

Alaria cf. dubia Hudlestone. 

Turritella sp. indet. 

Discohelix cf. tuberculosa Thorent sp. 

Turbo cf. orion Orb. 

Ditremaria depressa nor. sj>. 

Lyonsia sp. indet. 



Goniomya Vacekii noc. sji. 

Mtftilus sp. indet. 

Pecten sp. indet. 

Lima Yigilii nov. sp. 

Hemipedina cf. Marconissae Menegh. 

Fentaerinns sp. indet. 

(M. V.) 



C. H. Hering. Die Kupfe rerzlagerstä tten der Dyas im 
nordöstlichen Böhmen in Bezug auf ihre Abb au Würdig- 
keit. Oesterr. Zeitschr. f. Berg- und Hüttenwesen. 36. Jahrg. 1888, 
Nr. 51, 8. 676—678; Nr. 52, S. 685—688. 

Entgegen älteren Ansichten , nach welchen der Kupfergehalt der Schiefer auf 
nachträgliche Infiltration zurückzuführen wäre, ist Hering überzeugt, dass die 
Erze nrspiünglich mit abgelagert wurden, welche Anschauung wesentlich gestützt 
wird durch das Gebundensein der Erze an bestimmte Schichten. Der Gehalt an 
oxydischen Erzen nimmt mit der Tiefe ab. an ihre Stelle treten geschwefelte, eine 
Erfahrung, die mehrfache Analogien besitzt. H er in g hält die böhmischen Ablagerungen 
nur für einen Theil jener grossen Kupfeierzablagerungen der Dyas , welche sich vom 
mittleren Deutschland bis zum Ural erstrecken, ohne sich von der Ungleicbförmigkeit 
des Muttergesteins beirren zi lassen, da örtliche Verhältnisse diese hervorriefen. 

Bezüglich des Details sei auf das Original verwiesen und sei nur bemerkt, dass 
mit Recht auf die grosse, hier ruhende Metallmasse hingewiesen wird, für deren Zugute- 
bringung die Verhältnisse günstiger liegen als im Mansfeldischen. (Foul Ion.) 

C. Tavi. G o 1 d p r o d u c t i o n S i e b e n b ü r g e n s. Oesterr. Zeitschr. 
für Berg- und Hüttenwesen. 36. Jahrg. 1888, Nr. 52, 8. 688—690. 

Es ist die Goldproduction der Jahre 1883 bis inclusive 1887 nach den monat- 
lichen Einlösungen zusammengestellt und sind die Ursachen der Schwankungen in diesen 
monatlichen Productionen , respective Einlösungen discutirt, welche wesentlich in den 
Wasserverhältnis-en ihre Begründung finden. Das Wasser ist nämlich das einzige 
Betriebsmittel der Aufbereitungswerkstätten und sind diese während der wasserarmen 
Zeiten wenigstens zum Theil ausser Betrieb oder derselbe doch stark reducirt. 

(Foullon.) 

M. R. v. Friese. Alte Goldfunde bei Zuekniantel in 
Schlesien. Oesterr. Zeitschr. f. Berg- und Hüttenwesen. 37. Jahrg. 
1889, Nr. 10, S. 119. Notizen. 

In einer Fachversammlung der Berg- und Hüttenmänner legte der genannte Herr 
die Abbildungen jener zwei grossen Goldstufen vor, die zu Ende des XVI. Jahrhunderts 
in dem Goldbergwerke am Querberge bei Zuckmantel gefunden wurden und die zu den 
bedeutendsten Gediegengoldvorkommen gehören. (Foullon.) 

J. Soukup. Erzfunde in Bosnien. Oesterr. Zeitschr. f. Berg- 

u. Hüttenwesen. 37. Jahrg. 1889, Nr. 8, 8.98. 

In der Nähe von Fojnica sind alte Bergbaue im Thonglimmerschiefer nachge- 
wiesen. Es finden sich da Magnetkies und silberhaltiger Bleiglanz. In neuerer Zeit 
wurde in den alten Halden auch Zinnober beobachtet und hofft man nach den im Zuge 
befindlichen Gewältigungsarbeiteu anstehende Zinnobererze anzufahren. 

In der Nähe dieser alten Bergbaue fanden sich goldhaltige Kiese in vier 
parallelen Lagern von '/, — 2 Meter reiner Kiesmächtigkeit auf 2 Kilometer Streichungs- 
länge. Der Goldhalt beträgt (J'8 Gramm Gold per 100 Kilogramm Koherz. 

(Foullon.) 

A. Hamberg. Natürliche Corrosionserscheinungen und 
neue Krystall flächen am Adular vomSchwarzenstein. 
Bih. t. Sv. Vet. Akad. Handl. 1887, B. 13, II, Nr. 4. Nach einem Auszuge 
in der Zeitschr. für Krystallog. etc. Bd. XV, 1. Heft (1888), S. 84—85. 

„Verfasser bespricht eingehend die Flächenbeschaffenheit einer Anzahl von ihm 
untersuchter Adulare der genannten Localität. Diese lassen sich auf Grund der etwas 
verschiedenen Flächenbeschaffenheit in zwei Typen theilen. An beiden Typen sind 

K. k. geolog. Reichcanstalt. 1889. -Nr. 6. Verhandlungen. 20 



140 Verhandlungen. J^r. 6 

£(101) und ^(001) immer glänzend, doch mit Aetzgrübchen bedeckt.' - »(021) und 
u_(221) sind immer matt und rauh, mit Aetzhügeln bedeckt, welche hauptsächlich v>n 
(lll) und (110) begrenzt werden. Letzterwähnte Flächen sind stets lebhaft glänzend. 
Es kommen Kauten und Ecken abstumpfende Flächen vor, die Verfasser tiir seeundär, 
durch Aetzuug entstanden hält. Für seine Ansicht spricht eine diesbezügliche Beob- 
achtung, indem an einem Krystall die Fläche (24.15.1) ? zweimal auftritt, und zwar 
einmal an einer natürlichen Ecke , das zweitemal an einer sojchen , welche durch 
Beratung des Krystalls nach P(001) entstanden war. Ausser w (807) haben die seeun- 
dären Flächen hohe Indices. Neue primäre Flächen sind r(3l0), » (11.6-0) V und 
5 (13.8.0)? (Foullon.) 

F. Posepny. U eher die Adinolen 1 ; von Pf ibram in Böhmen. 
Mineral, und petrograph. Mittheilungen. 1888, X. Bd., pag. 175 — 202. 
Mil 2 Tafeln. 

Einer beabsichtigten Schilderung der zahlreichen Tagaufschlüsse in der Umgebung 
von Pf ibram , wie vor Allem der grossartigen Bergbauaufschlüsse vorgreifend — in- 
zwischen erfuhren übrigens die letzteren in den schönen Lagerstättenbildern des k. k. Acker- 
bauministeriums von anderer Seite eine wenigstens graphische Darstellung — , gibt 
Posepny in der vorliegenden Studie eine Schilderung bisher wenig bekannter Vor- 
kommnisse innerhalb des cambrischen Schichtencomplexes von Pfibram, eine Schilderung 
von Adinolvorkommnissen. 

]n ziemlich ausführlicher Einleitung nimmt Posepny Gelegenheit , uns seine 
Ansichten auch über viele andere Punkte der Geologie von Pfibram auseinanderzusetzen. 
Davon interessirt uns in erster Linie der Versuch, den Pfibramer Sandstein Lipold's 
zu gliedern, und zwar in kartographisch ausscheidbare Stufen : so erscheinen denn auf 
der beigegebenen Karte, die im Massstabe 1 : 50.0U ) die Umgebung von Pfibram dar- 
stellt, die Zitecer Schichten (Conglomerate), die Bohutiner Schichten (dunkle Sandstein-) 
und Birkenberger Schichten (lichte Sandsteine und Schiefer) , wobei jedoch hervor- 
gehoben wird, dass Conglomerate auch in den zwei letzteren Schichten keineswegs 
fehlen. Diese drei Schichtcomplexe vereinigt Posepny mit den fossilführenden Iinecer 
Schichten (Primordialfauna) als concordant miteinander verbundene Glieder des Cam- 
briums und trennt den so erhaltenen cambrischen Complex von den Pfibramer Schiefern 
Lipold's, die discordaut überlagert werden, als präcambrischen Schicht -ncomplex. 
Hierbei wird mit v. Sandb erger polemisirt, der über die gegenseitigen Lagerungs- 
v erhält nisse dieser Gruppen andere Ansichten ausgesprochen hat. 2 ) Verzeichnet sei aus 
diesem einleitenden Capitel, das noch Mittheilungen über die Granit- und Kalkvor- 
kommnisse des Gebietes gibt, nur noch die Bemerkung, dass Verfasser ,,von dem 
Grundsatze ausgehe , dass eine rein sedimentäre Schichte die Form eines , wenn auch 
mitunter sehr flachen Kegels repräsentiren müsse und keineswegs die Ausdehnung über 
das ganze Becken haben könne, wie eine Ablagerung von chemischen Präcipitaten'* 
und endlich jene , dass die Umgebung von Pfibram in der Karte der geologischen 
Reichsanstalt zum Theile „einen ganz anderen Charakter habe, als die Resultate seiner 
(des Verfassers) Aufnahmen ergeben haben". 

Was nun die Adinolvorkommen selbst betrifft, so führt Posepny deren vier 
über Tag (im Stadtpark, auf dem Certuv pahorck , heim Duschniker Jägerhause und 
auf dem Gipfel des Dubovaberges) an, während die Aufschlüsse des Bergbaues eine grössere 
Zahl solcher Vorkommen kennen lehrten. Nach der Meinung des Verfassers liegen die- 
selben in zwei verschiedenen Horizonten und werden auch gleich passende Namen für 
diese gewählt, und zwar heisst die Summe von Adinolvorkommen , die im Hangenden 
einer zweiten Reihe gleicher Vorkommen zu liegen scheinen, wie der Verfasser schreibt, 
„die Mayeradinole 1 ', während „die Grimmadinole" die Reihe der Adinolvorkommen im 
Liegenden repräsentirt. Es werden nun die näheren Angaben über beider Auftreten 
gegeben, der Zusammenhang mit den umgebenden Gesteinen geschildert, auf einer 
Tafel von Profilen auch graphisch dargestellt und schliesslich ausgesprochen, „dass es 
klar sei, dass durch die Verfolgung der Adinolvorkommnisse die nicht unbeträchtlichen 

') Wenn Verfasser auch im Titel und auch an den meisten Stellen des Textes 
das Wort feminin sein lässt, so wird es von ihm doch manchmal auch masculin ge- 
braucht, so dass in bunter Abwechslung die eine Adinole und mehrere Adinole. Adinol- 
vorkommen, Adinolenvorkommen und auch Adiuolevorkommen sich finden. Richtig ist 
wohl nur der Adinol (vergl. Lossen, Kalkowsky). 

-) Sitzber. math.-phys. Classe der kgl. bayr. Akad. 1887, pag 441. 



Nr. 6 Sitzung am 2. April. Hans Commenda. \^\ 

geotektonischen Complicationen sich werden lösen lassen'-. Vorläufig stellt Posepny 
nur an dem einen Profile die Verwerfungen dar, welche die Schichtgebilde von 
Pfibram durch die Grün st eine erfahren haben. 

Ueber ein anderes Verhältniss zwischen dem Grünstein und der Pos epny'scheu 
Adinole findet sich aber keinerlei Bemerkung: ich meine darüber, ob die Adiuol- 
vorkommen von Pfibram nicht wenigstens theilweise auch genetische Analoga zu so 
vielen anderen Adinolvorkommen seien, die eben Bildungen am Oontact von Diabasen 
mit Sedimentgesteinen sind. Diese Deutung scheint der Verfasser als gar nicht dis- 
cutirbar anzusehen, so weit man dies aus der den Profilen gegebenen Deutung er- 
sehen kann. 

Was die petrographische Schilderung anlangt, die der Verfasser den Adinolvor- 
kommnissen angedeihen liess, so beschränkt sich diese auf die Beschreibung etlicher 
Dünnschliffe, die von Herrn J. Gränzer stammt. Darnach zeigen die Gesteine in 
sehr feinkörniger Grundmasse Körner von Quarz, Plagioklas , Aktinolith , Muskovit, 
seltener von Epidot und rhomboedrischen Carbonaten und entsprechen sohin der 
Kosen busch'scken Schilderung; möglich sei es, dass ein Theil der Bildungen zu den 
Spilositen gehöre. Eine Reihe von chemischen Analysen, ausgeführt von den Herren 
Sekerka und Stanek, ist bestimmt, uns über die Zusammensetzung der Vorkommen 
zu unterrichten. 

Auf die mannigfachen persönlichen Auslassungen des Verfassers, die sich auf 
die k. k. Bergdirection Pfibram beziehen, wurde hier natürlich nicht eingegangen und 
verweisen wir hier nur auf die Entgegnung eben dieser Direction in Nr. ri der österr. 
Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen, der Posepny in Nr. 7 wieder eine Erwid-ruug 
entgegengesetzt; in Nr. 12 wird auch diese beantwortet. Zu verzeichnen wäre für 
unsere Zwecke nur, dass die Bergdirection „in der Zusammenziehung der einzelnen Adinol- 
vorkommnisse zu geologischen Horizonten nur eine ideale Vorstellung des Herrn 
F. Posepny. erblickt, die noch nicht geeignet sei, für die Wissenschaft und Praxi -i 
nutzbar gemacht zu. werden''. (C. v. C.) 

Hans Commenda. Geognostische Aufschlüsse längs der 
Bahnen im Mühlkreise. 18. Jahresbericht d. Ver. f. Naturk. in 
Oesterreich ob der Enns. Linz 1888, pag. 1—24. (Mit 2 Profiltafeln.) 

Als anspruchslose Skizze über eine Terra nova will der Verf. die vorliegende 
kleine Arbeit angesehen wissen und vielleicht vermag sie der wissenschaftlichen Landes- 
kunde doch mehr zu bieten als manche grössere und minder anspruchslose Arbeit. Es 
werden die durch den Fahnbau möglich gemachten Beobachtungen längs der Mühlkreis- 
bahn , die zu Ende 18 i 8 dem Verkehr übergeben wurde, mitgetheilt und daran die- 
jenigen angeschlossen, die längs der, zu Anfang der Siebziger-Jahre erbauten Dampfbahn- 
strecke Linz-Budweis nachträglich vorgenommen werden konnten. Indem die beiden 
Bahnstrecken in der That durch ein Gebiet führen, dessen geologische Verhältnisse nur 
in den Umrissen bekannt sind, mag der Verf. durch die Skizzirung der längs derselben 
anstellbaren Beobachtungen eine dar.kenswerthe Arbeit geliefert haben, die durch bei- 
gegebeDe Profile ') und Zeichnungen noch gewinnt, indem seit dem Tode unseres H. Wolf 
derartige Arbeiten, die das wissenschaftliche Interesse des Geologen mit dem praktischen 
des Ingenieurs verknüpfen, so zierulic'i geruht hatten. 

Die neue Mühlkreisbahn führt in das wenig bekannte, durch Peters theilweise 
studiite krystallinische Gebiet des Mühlthales, um bei Aigen, unweit der Böhmerwald- 
ausläuler, ihr vorläufiges Ende zu finden. Zuvor noch schneidet sie längs der Donau 
von Uifahr aufwärts im Alluvialgebiete, ja sogar zum Theile im Inundations- 
gebiete der Donau ein und berührt bei Walding das Gebiet Kohlen führender Tertiär- 
mergel. Commenda schaltet hierbei etliche Notizen ein über den in früheren Zeiten 
daselbst versuchten Kohlen- und Alannbergbau und bemerkt nur noch, dass gegen- 
wärtig die früher darin gefundenen Knochenreste so wenig wie die zu Schwefelkies petri- 
ficirten Schneckengehäuse, deren alte Schriften gedenken, eruirt werden konnten. Von 
den Ligniten des Hausruck ist dieses Vorkommen jedenfalls wesentlich verschieden. Um 
von hier die Höhe des Granitplateaus zu erreichen, sind Steigungen nothwendig, die mit 
1 Meter Steigung auf 22 Meter Länge unter die stärksten bei österreichischen Eisenbahnen 
gehören. In diesem Gebiete des Mühlthales interessiren uns zumeist jene Beobachtungen, 
die sich auf das gegenseitige Verhältniss der Granitarten beziehen, unter denen die 



') Zu bedauern ist, dass die Benützung der zwei Hauptprofile in Folge Mangels 
einer Zeichenerklärung schwierig ist. 



1 42 Verhandlungen. Xr. G 

grobkörnig« als die älteste erscheint, während Pegmatite nud feinkornige Abarten diese 
in Gängen (Pürnsteintunnel) durchsetzen, sowie jene Beobachtungen, die sich auf die 
Beziehungen der Granitarten zur Bodenoberfläche und auf ihre Verwitterung beziehen. 
Von den Bemerkungen über die Strecke Linz-Budweis nenne ich jene über die 
.Riesentopfe" bei Pulgarn, deren möglicherweise glaciale Entstehung auch heute keines- 
falls mehr erwiesen ist , als zur Zeit der ersten Schilderung, die Verf. 1884 an dieser 
Stelle gab. Von Interesse sind die Bemerkungen über den, durch den Bau der Eisen- 
babnbrücke bei Steyregg bekannt gewordenen Untergrund des Donaubettes , über die 
bei St. Georgen auf 300 Meter und darüber ansteigenden Diluvialschotter (Höhe des Donau- 
spiegels über 250 Meter), sowie über das Protil, das durch den Ebnereinschnitt blossgelegt 
wurde, und jenes durch die , zum Theil Kohle führende Schichtenfolge bei Kattsdort. 
Vom EtiDereinschnitt liegen Säugethierzähne vor und als Nautilus bestimmte Reste. 

(C. v. C.) 

Dr. M. Kispatic. Ueber Serpentine und serpentinähn- 
liche Gesteine aus der Fruskagora (Syrmien). Mitth. a. d. 
Jahrb. d. kgl. Ungar, geolog. Anstalt. 18*9, Bd. VIII. pag. 197—20!". 

Gegenüber H. Wolf, der an dieser Stelle 1861 die Serpentine der Fruskagora 
als zwei parallele Züge beschrieb, bemerkt Kispatic, dass vielmebr ein einheitliches 
Vorkommen von der Nord- zur Südseite über den Gel irgskamm hinüberzieht, und 
gegenüber A. Koch, der das Gebiet und die Serpentinvorkommen des Oefteren 
behandelt hat, dass oie Muttergesteine des Serpentins keineswegs Gabbros und Olivin- 
Enstatitgesteine gewesen seien. Vielmehr seien dieselben theils reiner Olivinfels, 
theils wechselnde Verbindungen von Oliv in mit Salit und Bronzit gewesen; die 
Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung für eine Reihe vonSerpentinvorkommnissen. 
die Koch zuvor auch schon eingehend beschrieb, werden ausführlich aufgeführt, die 
Ansicht bezüglich der Abstammung zu erhärten. Bier ist besonders der Hinweis von 
Interesse, dass Koch die erhebliche Betheiligung von monoklmem Pyroxen, deu 
Kispatic eben als Salit bezeichnet, neben dem rhombischen (Bastit) übersehen 
habe. Ueber die Koch'sche Ansicht von einem cretacischen Alter der Serpentine äussert 
sich Verf. nicht näher. 

Bezüglich der serp e n tin ä hnl ich en Gesteine, die für die Fruskagora bisher 
nicht bekannt waren , wird zunächst die Vergesellschaftung mit Amphiboliten hervor- 
gehoben, von welchen in Folge des nralitischen Ansehens der Hornblende, der grossen 
Menge von Epidot und der Anwesenheit zersetzten Augits eine Entstehung aus Augit- 
gesteinen angenommen wird. Aus den Amphiboliten aber hat sich das begleitende 
serpentinähnliche Gestein gebildet, dessen Antigoritblättchen deutlich die Herkunlt von 
Hornblende oder auch Salit zeigen. (C. v. C.j 



Berichtigung bezüglich öeratoco ncka costata erns dem 
Mi o c ä n von P o d s u s e d. 

Im ersten Hefte des „Glasnik", bekanntlich einem in Agram erscheinenden 
Fachorgane für Naturwissenschaften (Bd. IV, 1889, pag. 48 — 55, Tab. I, Fig. In. 2). 
habe ich erst unläDgst zwei Petrefacten publicirt , die ich nach ihren äusseren Merk- 
malen als Rudisten bezeichnete, und sie n. gen. et sp. Ceratoconcha eostata Krumb. 
Gorj. benannte. 

Nachträglich wurde ich erst gewahr, dass mir bei der Bestimmung obiger Petre- 
facten, aus Mangel an Literatur, ein Malheur passirte, indem derartige Fossilien bereits 
im Jahre 1876 von Seguenza (im X. Bande der Academia Pontaniana in Neapel) 
als dem Genus Pyrgoma Leach und der Familie Balanida e angehörend beschrieben 
wurden. 

Ich corrigire hiermit meine in obengenannter Fachschrift veröffentlichte Publication. 

Agram, den 19. April 1889. 

Dr. Kramberger-Gorjanovic. 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Bucbhändler in Wien, Rothenthnrmstr. 15. 

Druck von Gottlieb Gistel A Comp, in Wien. 




N" 7. J^^mämm issj). 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 16. April 1889. 



Inhalt: Eingesendete Mittheilungen: Fr. Bartonec. Galmeivorkommen auf 
secundärer Lagerstätte bei Nowa Göra in Galizien. A. Bittner. Ein neuer Fundort von 
Braohiopoden des Hallstätter Kalkes auf dem Nasskör liei Neuberg a. d. Mürz und die Hall- 
stätter ßraohiopoden von Mühlthal bei Piesting. — Vorträge: Dr. Clar. Zur Hydrologie 
von Gleichenberg'. M. Vacek. Ueber die geologischen Verhältnisse des Wechselgebietes. 
Dr. L. v. Tausch, lieber einige nicht marine Conchylien der Kreide und des steirischen 
Miocäns und ihre geographische Verbreitung. 

^B. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Mlttheilnngen verantwortlich. 



Eingesendete Mittheilungen. 

Fr. Bartonec. Galmeivorkommen auf secundärer Lager- 
stätte bei Nowa Göra in Galizien. 

Unter den vielen interessanten geologischen Formationen unserer 
Gegend fesselt uns, abgesehen von der Steinkohlenformation, wohl die 
Trias am meisten und auch mit voller Berechtigung, denn sie ist die 
Trägerin unserer Galmeiblenden- und Bleierzlagerstätten. 

Diese Erzablagerungen treten zumeist flützförmig auf- doch wurde 
auch die Gangform zum Oefteren nachgewiesen und es sind die Schaarungs- 
punkte (Durchkreuzungspunkte) dieser beiden Lagerungsformen diejenigen 
Orte, welche das meiste und edelste Erz geben. 

Ausser diesen regelmässigen, sich auf primärer Lagerstätte befind- 
lichen Ablagerungen dürften wohl jene das allgemeine Interesse wach- 
rufen, welche sich auf secundärer Lagerstätte vorfinden und, wie ich 
anzunehmen Grund habe, dem Diluvium angehören. 

Die Erscheinung des Vorkommens ist conglomeratartig , denn es 
finden sich Kalksteine, Dolomite, Galmeie und Bleierze mit Händen und 
Thonen gänzlich locker untereinander gemengt, doch ist immer durch 
dazwischen horizontal eingelagerte Thonschichten der sedimentäre Cha- 
rakter nachgewiesen. 

Dass diese Ablagerungen postjurassisch sind , beweisen die darin 
vorgefundenen Jurakalkbrocken; der Kreide und dem Tertiär können 
dieselben nicht angehören, nachdem der zu beschreibenden Oertlichkeit 
diese Formationsglieder fehlen. In den Gegenden von Nowa Göra, 
Mickinia, Czerna und Psary werden in jüngster Zeit Versuchsbaue 
getrieben, die gezeigt haben, dass die darin vorbildlichen Galmeie sich 
nicht auf ursprünglicher Lagerstätte befinden. 

Charakteristisch ist das Vorkommen in der Gegend des Nowa 
Göraer Friedhofes und vis-a-vis davon in Mickinia. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 7. Verhandinngen. 21 



144 



Wt'lKHulllllIgIMI. 



Nr. 7 



Das anstehende Gestein daselbst ist Wellenkalk und nicht, wie 
die geologischen Karten andeuten, erzführender Dolomit. Derselbe tritt 
stellenweise gleich unter dem Rasen, stellenweise aber erst in 15 bis 
20 .Meter Tiefe auf. Im Anfang erschien mir dieses Vorkommen sehr 
räthselhaft, denn auf einer Stelle trat der »Sohlenstein obertags auf, 
kaum 20 — 50 Meter weiter wurde mit einem 15 Meter tiefen Schacht 
Galmei gewonnen. 

Doch bei näherer Betrachtung zeigte es sich, dass dieser Galmei 
nicht im festen Dolomite eingelagert war, sondern sieh im Thou imd 
Sand eingebettet vorfand, und zwar auf keine grösseren Erstreckungen ; 
denn man kam früher oder später in horizontaler Richtung auf den 
anstehenden Sohlstein. 

Das Vorkommen zeigte sich einfach als Muldenausfüllung im stellen- 
weise w eggewaschenen und weggetragenen Wellenkalk. 



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Die beigegebenen zwei Skizzen mögen das Gesagte besser veran- 
schaulichen. 

Bei Fig. 1 wurde Schacht A im Thon angeschlagen und wurde 
auch die Galmeilagc in 15 Meter erreicht und nachdem sich dieselbe 
gegen die Richtung des Ortes B hinzog, auch daselbst einer abgeteuft. 
doch kam man merkwürdigerweise nach 2 Meter in Wellenkalk. Es 
wurde dennoch derselbe bis in das Niveau der Lagerstätte des Schachtes A 
abgeteuft und eine Strecke im Gestein gegen denselben getrieben. Das 
Resultat war, dass man nach Durchfahrung der anstehenden festen 
Schichten in die diluviale Mulde kam und so die Configuration des 
Sohlsteines constatirte. 

Ganz dasselbe Verhältniss ist aus Profil Fig. II zu ersehen. 

Auf allen bis jetzt erschienenen geologischen Karten sind in den 
berührten Gegenden „erzführende Dolomite" eingezeichnet, und zwar 
glaubten die Verfasser dies mit voller Berechtigung, nachdem dieselben 



Nr. 7 Sitzung am 16. April. A. Bittner. ]4J 

auf den Halden der alten Schächte Dolomite und Galmeie vorgefunden 
haben , ohne zu ahnen , dass dieselben einer sccuiidärcn Lagerstätte 
entnommen worden sind. Solche Vorkommnisse lassen sich nur durch 
den Bergbau constatiren. 

Die auf den besagten Lagerstätten sich vorfindenden, stellenweise 
reichen Kieselgalmeie sind ganz von derselben Qualität wie die im Mutter- 
gestein erschlossenen in der Gegend von Galman. Lgota und Ostreznica. 

Jedenfalls sind wir berechtigt, anzunehmen, dass dieselben durch 
die Zerstörung der nördlich von Nowa Göra vorkommenden Galmei- 
Iagerstätten , dann Hinwegführung und Ablagerung in die Mulden des 
Wellenkalkes, entstanden sind. 

Analog ist das Vorkommen in Czerna und ist anscheinend sogar 
das Untergestein Kohlenkalk. Doch bedarf dieses erst der Bestätigung 
durch Auffindung von Petrefacten , denn petrographisch ist der an- 
gewitterte Kohlen- und Wellenkalk schwer zu unterscheiden. 

Zu erwähnen wäre noch, dass in den Gegenden von Nowa Göra, 
Galman weder auf der primären noch auf der sekundären Lagerstätte 
Blenden gefunden wurden, wie solche in Wodna-Trzebionka unter der 
Galmeilage stellenweise auftreten, auch ist die Qualität der Galmeie 
auf letzterwähnten Orten eine ganz andere; da jedoch die Baue daselbst 
sich erst im Stadium des Aufschlusses befinden, muss ich mir die Be- 
schreibung der ebenso interessanten als wichtigen Lagerstätten für eine 
spätere Zeit vorbehalten. 

A. Bittner. Ein neuer F u n d o r t v o n B r a c h i o p o d e n des 
Hallstätter Kalkes auf dem N a s s k ö r b c i N c u b e r g a n d e r 
M ü r z und d i c H a 1 1 s t ä 1 1 e r B r a c h i o p o d e n v o n M ü h 1 1 h a 1 b e i 
P i e s t i n g. 

Herr G. Geyer brachte von den Sonimcraufnahmcn des Jahres 1887 
einen kleinen Block von dunkelgrauem Hallstätter Kalk vom Nasskör 
mit , welcher zwei Durchschnitte von Brachiopoden zeigte. Bei der 
Hcrausarbcitung derselben erwies sich das Gestein als ungemein reich 
an Brachiopoden. Ich besuchte deshalb im vergangenen Jahre den 
Fundort. Er liegt nicht weit westlich von der Stelle, an welcher die 
Nasskörstrasse die Kante des Plateaus erreicht, und besteht aus wenigen 
Blöcken , die aus einem kleinen Wegeinschnitte bei Seite geworfen 
wurden. Eh gelang mir noch Einiges zu finden, aber eine grössere vYus- 
beutc zu machen wäre nur möglich, wenn man daselbst Sprengungen 
vornehmen lassen würde. Das Gestein ist sehr dunkel und fuhrt 
nesterweise auch kleine Cephalopodcn, insbesondere Cochlocerasformen. 
Die gesammte Brachiopodenfauna des Fundortes ist nachstehend auf- 
gezählt. Sic steht jener der niederösterreichischen Fundstellen Hernstein 
und Mühlthal bei Piesting sehr nahe und es ist deshalb zum Vergleiche 
auch die Fauna von Mühlthal, des reichsten Fundortes für Hallstätter 
Brachiopoden. beigegeben worden. Es sei dazu bemerkt, dass von den 
drei neuen Gattungen Nucleatidn, Juvavella und Amphiclinodonta die 
beiden ersten bereits in den Verhandl. der k. k. geol. R.-A. 1888, pag. 125 
diagnosticirt, die letzte im Jahrbuch der geol. R.-A. 1887, pag. 288 erwähnt 
wurde. Der Fundort Mühlthal findet sich in meiner Arbeit über die 
geol. Verh. der Umgebung von llernstein 1882, pag. Uli angeführt, 

Ml * 



146 



Verhandhingen. 



Nr. 7 



Muhlthal. 
II 'aldkeimia Ramsaueri Suess. 

Waldheimia cfr. pulchella nov. spec. 
Nucleatula retrocita Suess spec. 
Juvavella Suessii nov. spec. 
Thecidium Piestingense nov. spec. 
Jlhynchonella ex äff. dilatatae Suess. 
Rhynchonella spec. indet. (juvenis). 
Rhynchonella longicollis Suess (nicht 

häutig). 
Rhynchonella jnvavica nov. spec. 

(Spirigera Strohmayeri Suess pro 

parte) . 

Rhynchonella notabilis n. sf>. var. 

sagittalis. 
Rhynchonella intermixta nov. spec. 

(bei früherer Gelegenheit als Rh. 

laevis Suess angeführt). 
Rhynchonella Kittlii nov. spec. 
Rhynchonella Geycri nov. spec. 
Rhynchonella superba nov. spec. 
Spiriferina spec. indet. 
Retzia cfr. pretiosa nov. spec. 



Spirigera Strohmayeri Suess h. h. 
Koninckina quadrata Suess in coli. 
Koninckina elegant ula Zugm. 

nov. spec. 
Koninckina strophomenoides Zugm. 

nov. spec. 
Amph iclinaHcrnsteinensis n.spec.(ty 
Amphiclinodonta Zugmayeri nov. 

spec. 
Amphiclinodonta amphitoma Zugm. 

nov. spec. 
Amphiclinodonta crassula Zugm. 

nov. spec. 



Na sskor. 



Waldheimia reascendens nov. spec. 
Waldheimia pulchella wir. »vec. 

Nucleatula retrocita Suess spec. 
■luvavella Suessii nov. spec. 



Rhynchonella nux Suess spec. 



Rhynchonella Kittlii nov. spec. 
Rhynchonella Geyeri nov. spec. 

Spiriferina spec. indet. 

Retzia pretiosa nov. spec. 
Spirigera Deslongchampsii Suess 

(Fragment). 
Spirigera Strohmayeri Suess (1 Ex.) 

Koninckina elegantula Zugm. 
nov. spec. 



Amphiclinodonta amphitoma Zugm. 
nov. spec. 



Wie sich aus voranstellender Liste ergibt, hat Mühlthal bisher 
24 Arten au ßrachiopoden , Nasskür 18 Arten geliefert. Von diesen 
13 Arten des Fundortes Nasskör sind 10 auch von Mühlthal bekannt 
Nur drei der Arten vom Nasskör haben sich zu Mühlthal bisher nicht 
gefunden, Waldheimia reascendens n. sp., Rhynchonella nux Suess spec. 
und S2>irigera Deslongchampsii Suess. Die erstere Art ist bisher nur 
vom Nasskör bekannt. Rhynchonella nux und Spirigera Deslongchampsii 
sind dagegen die beiden charakteristischen Arten des Stcinbergkogels 
bei llallstatt. Letztere liegt allerdings nur in einem Fragmente vom 



Nr. 7 Sitzung am 16. April. Dr. Clar. 147 

Nasskör vor, das aber mit, genügende* »Sicherheit als dieser Art 
zugehörend betrachtet werden darf; die Art ist bekanntlich auch am 
Steinbergkogel eine grosse Seltenheit; die Exemplare der Rhynch. nu£ 
Suess spee. stehen an Grösse den Stücken des Steinbergkogels nicht 
nach. Durch diese beiden Arten werden also in der Fauna vom Nasskör 
die niederösterreichischen Vorkommnisse mit jenen des Salzkammer- 
gutes verknüpft. Von den Arten von Mühlthal , welche sieh bisher auf 
dem Nasskör nicht vorgefunden haben, sind Waldheimia Rämsaueri 
Suess (zu Mühlthal nicht selten) , Rhynch onella longicollis Suess (nicht 
häufig zu Mühlthal) hervorzuheben. Ihr Fehlen fällt auf; aber auch 
Spirigera Strohmayeri , die häufigste Form der niederösterreichischen 
Hallstätter Kalke , ist erst in einem Exemplar vom Nasskör bekannt, 
Letzterer Umstand würde damit im Zusammenhang gedacht werden 
können, dass diese Art, auch im Salzkammergut zu den grössten Selten- 
heiten gehört. Nur vom Hundskogel bei Ischl ist ein Stück bekannt, 
geworden. Eine verwandte Erscheinung ist das Zurücktreten der Konin- 
ckiniden in der Fauna des Nasskörs. Hier ebenso wie im Salzkammer- 
gut erscheinen diese merkwürdigen Arten der niederösterreichischen 
Fundorte nur spärlich der übrigen Fauna beigemengt. Aber sie sind im 
Nasskör doch noch in zwei charakteristischen Arten vertreten, während 
sie im Salzkammergut noch weit seltener vorzukommen scheinen. Doch 
muss hervorgehoben werden , dass der Fundort Nasskör verhältniss- 
mässig wenig ausgebeutet worden ist. Es wird sich hier gewiss noch 
Vieles finden. 

Auch ist der Umstand zu beachten, dass zu Mühlthal die einzelnen 
Arten wieder in eigene Lager und Nester vcrtheilt auftreten , so dass 
deren Gewinnung häufig von Zufälligkeiten im Aufschluss abhängig wird. 

Auf jeden Fall kann heute schon der Fundort Nasskör neben 
Mühlthal und Hernstein als einer der reichsten und wichtigsten der 
interessanten Brachiopodenfauna des Hallstätter Kalkes bezeichnet werden. 

Es sei schliesslich erwähnt, dass die Gesammtanzahl der bekannten 
Hallstätter Brachiopoden gegenwärtig auf etwa 70 Arten sich gesteigert 
hat, nachdem dem ersten Bearbeiter derselben, E. Suess, nicht mehr 
als 14 Arten (davon nur 9 mit Namen belegt) bekannt geworden waren. 



Vorträge. 

Dr. Clar. Zur Hydrologie von G 1 e i c h e n b e r g. 

Schon längere Zeit hindurch ist in Gleichenberg eine Quelle, S. von 
der Constantinsquelle am Eingang des Badehauses neben dem Bach, unter 
dem Vulgärnamen „Bachquelle" bekannt. Bergrath Wolf fand seinerzeit 
deren Temperatur gleich jener der Constantinquelle mit 13 °R., ver- 
anlasste eine Analyse im Laboratorium des Herrn Professor Gott lieb 
in Graz, und dieser bestätigte die Vermiithung, dass die beiden Quellen 
als identisch aufzufassen sind. Vor zwei Jahren musste gelegentlich der 
Einweihung des Baches, welcher das Brunnenthal durchfliesst, diese 
Bachquelle angefahren und in einem Betonkranze neu gefasst werden, 
wonach ich deren Temperatur um 2° erhöht, also auf 15° R. gestiegen 
vorfand, was mich veranlasste . im Laboratorium des Herrn Professor 



148 Verhandlungen. Xr. 7 

Ludwig zu untersuchen, ob mit der Temperatursteigerung aucli eine 
Erhöhung des Concentrationsgradcs Jland in Hand -che. Zu diesen 
Kehufe beschränkte ich mich auf die Bestimmung der Hauptbestand- 
theilc des fixen Rückstandes, und unterliess absichtlich eine Gruppirung 
der Säuren und Hasen zu »Salzen, rechnete vielmehr aus Go ti- 
li cb's Analyse der Constantinquelle diese Grundwerthe zurück. Eine 
quantitative Bestimmung der die Quelle in reichem Ueberschuss durch- 
strömenden Kohlensäure wurde nicht vorgenommen und ebensowenig 
eine Berechnung der als gebunden anzunehmenden Menge derselben. 
Es enthält in 1000 Gewicbtstheilcn 





die Constantinquelle 


die Bachquelle 


Kieselsäure 


. . 0-0634 


0-0663 


Kalk . . 


. . 0-1984 


(1-2089 


Magnesia . 


, . 0-22f)S 


0-2239 


Schwefelsäure 


. 0-0448 


0*0458 


Chlor . . 


. . 1-1234 


1-1247 


Natrium 


. . 1-8130 


1-8625 


Kalium . 


. . 0-0317 


00358 



Diese Parallele weist zwar deutlich einen etwas höheren Stoff- 
gehalt der Bach(|uelle aus, doch ist dieses Plus ein so geringes, das^ 
es nur von wissenschaftlicher, aber kaum von praktischer Bedeutung 
erscheint. Ausserdem sei liier noch darauf hingewiesen. das> ich die Bach- 
quelle vollkommen jodfrei fand, ebenso wie es nach Göttlich« Analyse 
in Raspes Sammelwerk die Constantinquelle ist. wahrend dort für die 
unmittelbar neben derselben entspringende Emmaqnellc von demselben 
Chemiker ein geringer Jodgehalt ausgewiesen erscheint. 



Eine andere Reihe von Bestimmungen betrifft den Gehalt an 
alkalischen Erden, welchen eine Anzahl Süsswasserqnellen aufweist, die 
am nördlichen Abhänge des Hochstradenplateau aus Cerithiensanden 
entspringend, für die Wasserversorgung des Curortes Gleichenberg nutzbar 
gemacht werden sollen. Herr Hofrath Stur, welcher im Jahre 1884 
ein „Promemoria über geologische Verhältnisse des Curortes Gleicheu- 
berg" auf Grund unmittelbarer Erhebungen an Ort und Stelle den Händen 
der Badeleitung übergab, betont neben einer Reihe specieller Vorschläge 
das Princip, sich mit den Versuchen zur Wassergewinnung im Horizont 
jener Sande zu halten , welche den Haugendtegel des Gleichenbergcr 
Trachytes und Andesites unmittelbar überlagern. 

Als günstigstes Terrain wurde diesbezüglich im trockenen Sommer 
des Jahres 1887 das Gebiet zwischen dem Curort und dem Ilochstraden- 
kogel erkannt, dessen Quellen trotz der allgemeinen Dürre persistirten 
Das beifolgende schematische Profil soll nur zur allgemeinen Orientirung 
dienen, und die Ueberlagernng der oberen sandigen Stufe der Cerithien- 
schichten durch eine ausgebreitete Basaltdecke veranschaulichen . auf 
welchem Plateau das Dorf Hochstraden liegt. Dasselbe gipfelt im Hoch- 
stradenkogel und sein Liegendes bilden die wasserführenden Saude, 
welche nirgends mehr in der hügeligen Umgebung des Curortes in so 
grosser Flächenausbreitung erhalten blieben, wie unter dem schützenden 
Basaltlager. Die aus ihnen entspringenden Quellen zeigen denn auch 



Nr. 7 



Sitzung am 16. April. Dr. Clar. 



149 



eine weitaus grossere Constanz der Wasser- 
lieferung als jene, welche dem übrigen 
parcellirten Hügelterrain angehören. 

Die nach Gleichenberg einbeziehen- 
den Quellen entspringen theils an den Hängen 
des Thalkessels von Dorf Steinbach, theils 
im hinteren Thalschluss von Bairiseh-Köhl- 
dorf, wie der noch nicht gefasste Ursprung 
des vulgo Hofteiches und die Steinhäuer- 
Qttelle: Diese ist durch den schmalen steilen 
Sandrücken des Landlkreuz vom Steinbacher 
Kessel getrennt, und rationeller Weise nicht 
nur sie selbst , sondern der ganze Wasser- 
schatz dieser Scheidewand mittelst einer 
OW.-Durchqucrung im Tegelniveau in das 
Quellterrain von »Steinbach mit einzube- 
ziehen. 

Die Steinhauer-Quelle ist durch ihre 
Wassernienge und gleichzeitige Höhenlage 
von 40 Meter über der Constantinquelle die 
imponirendste des ganzen Gebietes, und ich 
fand sie durch Verfolgung des Abtlusses 
bis zum Ursprung, als Herr Ingenieur 
B a r d e 1 mich in Begleitung des Herrn 
Brunnendirectors W o 1 f am Ende der Saison 
1887 in's Köhldorfer Wassergebiet führte. 
Meine Analyse des am 4. November 1S87 
durch letztgenannten Herrn gefüllten Wassers 
ergab folgende Grundwerthe : 



Kieselsäure 


. 0-0124 


Kalk . . . 


. 0-1388 


Magnesia . . 


. 0-0443 


Schwefelsäure 


. 0-0071 


Chlor . . . 


. 0-0071 


Natrium . . 


. 0-0058 


Kalium . 


. 0-0017 



wobei diese Zahlen Grammen im Liter ent- 
sprechen und eine Bestimmung der über- 
schüssig vorhandenen Kohlensäure nicht 
gemacht wurde. Ueber die Schichtengliede- 
rung des Köhldorfer Thalschlusses, dem 
auch in einem unteren Niveau die sehr 
wasserreiche Schicht des Hofteiches ange- 
hört, hat Herr Bardel durch systematische 
Explorativbohrungen eine sehr genaue Auf- 
nahme gemacht, welche die Grundlage einer 
rationellen Ausbeutung bilden wird. 

Bisher wurden nur die dem Curort 
zunächst gelegenen Wässer der Steinbacher 



^ 

3 



^ 

8 



\ I ijgjg 



»5 

IJjpBJ/n/JOLf 






zy-iTvs-issiayj^ 






yj>ijyut?)rp/nßj 









150 



Verhandlungen. 



Nr. 7 



Gruppe durch bergmännische Arbeit unter Leitung des Herrn Miller 
v. Hauenfels jr. mittelst Saugstollen entbunden, doch konnte sich 
der löbl. Ausschuss des Gleichenberger Aetienvereines bisher noch für 
keines der differenten Wasserleitungsprojecte cntscbliessen. und sind die 
Resultate meiner seit 21. Jänner 1888 sistirten Arbeit, welche ein vor- 
läufiges Minimum von einigen sechzig - Liter in der Minute aufweist und 
dem dringendsten Bedürfnisse abhelfen würde, dem Curpublicum noch 
nicht zu Gute gekommen. Den Erdgelialt dieser durch Herrn Director 
Wolf sämmtlich zwischen dem IG. und 20. Februar 1888 geschöpften 
Wasser habe ich in folgender Uebersicht mit jenem der beiden Haupt- 
quellen der schon bestehenden kleinen Wasserleitung aus den Cerithieu- 
schichten zwischen dem Curort und Grleichenberger Kogel zusammen- 
gestellt, und diese zwei Wässer zuletzt aufgeführt. 



Lack- 
ner 
quelle 



Wiesen- 

i|iielle 



Erl- 
quelle 



Hackl- 

quelle 



Obere Untere Gute 
Klienzl-|Klienzl- q ue n e 
quelle j quelle 



Hüch- 
peter 
(Quelle 



Kalk . . 
Magnesia 



0-1084 
00335 



0-1056 0-1262 0-1150, 0'0716 
0-0376 0-0420] 0-0389, 00234 



01162 
0-0454 



0-1220 0-1266 
00411 0-0328 



Diese Zahlen, welche Gramme in Liter bedeuten, illustriren einen 
ziemlich hohen Härtegrad für sännntliche Quellen und stellen sie dies- 
bezüglich in eine Linie mit der Steinhauer-Quelle, deren Gehalt an 
Erden der höchste ist und die mit 20 Härtegraden gerade die Grenze 
der Zulässigkeit erreicht. Obwohl die Untersuchung dieser Quelle auf 
Salpetersäure, Ammoniak und salpetrige Säure ein negatives Resultat 
ergab, so entspringt sie doch, wie ein Theil der Steinbücher Quellen, 
aus cultivirtem Terrain und entspricht somit noch nicht den für einen 
Curoit zu stellenden idealen Anforderungen für eine Trinkwasserleitung, 
denen zu Folge eine Verunreinigung durch Jauche vollkommen aus- 
geschlossen erscheinen müsste. Bezüglich der Höhe, in welcher die zahl- 
reichen Quellen des ganzen Gebietes entspringen, können wir sie nämlich 
in drei Gruppen theilen. Die mittlere liegt in einer Höhenlage von 
30 bis 40 Meter, die untere in etwa der halben und die obere in einer 
solchen von 50 bis 100 und 200 Meter über der Constantinquelle. Nur die 
obere, im Hochwalde gelegene Gruppe ist als Trinkwasser sanitär ein- 
wurfsfrei und entspricht allen diesbezüglichen hygienischen Anforderungen, 
wahrend nicht, alle Quellen diesbezüglich vollkommen gefahrlos genannt 
werden können. 

Da der des Wassers dringend bedürftige Curort nicht warten 
kann , bis alle Quellen gefasst und durch jahrelang fortgesetzte Mes- 
sungen auf ihre maximalen und minimalen Leistungen geprüft sind, musste 
auf Grund des Bedürfnisses zu einer approximativen Schätzung der zu 
erhoffenden Gesammtlieferung aller Quellen geschritten werden, und 
wurde diesbezüglich als Grundlage für die Berechnung des Rohrstranges 
summarisch ein Zufluss von 300 Liter in der Minute angenommen. Ful- 
das Steinbacher Terrain wäre nach Vollendung der Arbeiten das Doppelte 
der jetzigen Minimalleistung, das ist 120 Liter und für das Köhldorfer 
Terrain das Dreifache, also ISO Liter, zusammen also 300 Liter zu 
veranschlagen, was einer 24stündlichen Gesammtmenge von mehr als 
tausend Cubikmeter gleichkäme. 



Nr. 7 Sitzung am 16. April. M. Vacek. 151 

Eine Trinkwasserleitung kann mir aus den oberhalb der Culturcn 
gelegenen Hochwaldquellen hergestellt werden, welche, in separater 
Leitung - über den Sattel des Theresiensitzes mit dort anzulegenden^ 
Druckreservoir nach dem Curort gebracht werden können, von denen 
aber vorläufig erst die Lackner-Quelle gef'asst ist. Drei andere Brenn- 
punkte der localen Wassertrage sind die Wasserversorgung der im 
Brunnenthaie zu errichtenden neuen hydriatischen Anstalt, die .Speisung 
eines davon getrennten Schwimmbassins und die Nutzwasserbeschaffung 
für Bespritzung der Wege, Canalspiilung etc. Mit Berücksichtigung der 
gegebenen geologischen Verhältnisse geht mein Vorschlag dahin , die 
mittelhoch gelegenen Quellen unter vorläufiger Einbeziehung der Lackner- 
Quelle für die hydriatische Anstalt , die tiefe Quellgruppe für das 
Schwimmbassin und Nutzwasser, das eventuell noch maschinell gehoben 
werden könnte , zu verwenden. Es ergibt sich dann die folgende Be- 
rechnung : 

Die Steinbacher Quellen mit der angenommenen Wassermenge 
von 120 Liter in der Minute werden aus einem Sammelbassin im Niveau 
der Erlquelle durch einen 3 Kilometer langen, 100 Millimeter weiten 
Rohrstrang mit 30 Meter Gefälle nach der hydriatischen Anstalt geleitet. 
Die genannten Prämissen ergeben dort eine Ausflussgeschwindigkeit 
von - 8 Meter, also eine minutliche Wasserlieferung von rund 3X0 Liter, 
so dass der 24 stündige Zufluss der Quellen schon in 8 Stunden, z. B. 
von 10 Uhr Abends bis 6 Uhr Früh, in ein correspondirendes Reservoir 
im Curort überführt werden kann. 

Die Köhldorfer Quellen mit der angenommenen Wassermenge von 
1 HO Liter in der Minute werden aus einem Sammelbassin im Niveau 
des Hofteiches in einem ebenfalls 100 Millimeter weiten Rohrstrange 
auf kürzestem Wege, also am linken Ufer des bair. Köhldorfer Baches, 
dem Steinbacher Rohrstrange angeschlossen, wodurch diese Leitung eine 
Gesammtlänge von 5 Kilometer erhält. Am Zusammenflüsse heider Lei- 
tungen ermöglicht eine Ventilvorrichtung in Form eines Schieberkastens 
abwechselnd das Erlquellen- oder Hofteich-Reservoir mit dem Curort in 
Communication zu setzen. Für die Hofteichleitung steht bis zu dem auf 
der Teich wiese des Actienvereines anzulegenden Schwimmbassin ein 
Druckgetälle von 2S Meter zur Verfügung und dort berechnet sich eine 
Ausflussgeschwindigkeit von - 6 Meter in der Secunde, so dass der 
Rohrstrang eine Wassermenge von rund 370 Liter in der Minute ent- 
leeren würde. Die angenommene 24 stündige Gesammtlieferung der Köhl- 
dorfer Quellen kann also schon in 16 Stunden, z. B. von 6 Uhr Früh 
bis 10 Uhr Abends, nach dem Curort geschafft werden und stände nach 
der Verwendung im Schwimmbassin noch als Nutzwasser zur Verfügung. 

Demnach würde durch denselben Rohrstrang bei Tag das Köhl- 
dorfer und bei Nacht das Steinbacher Quellterrain nach dem Curort 
entleert werden. 

M. Vacek. Ueber die geologischen Verhältnisse des 
Wcchselgebietes. 

Der Vortragende erstattete Bericht über die im Sommer 1888 durch- 
geführten Aufnahmen auf dem Blatte Neunkirchen-Aspang (Zon. 15, 
Col. XIV der Gcn.-St.-Karte). Im Anschlüsse an die vorjährigen Arbeiten 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1880. Nr. 7. Verhandlungen. 22 



152 Verhandlungen. Jf r 7 

un Semmeringgebiete (vergl. Verfcdtg. der k. k. geolog. Reichsan^hih 
1888, päg. GO) wurden die Aufnahmen über die Grenze von Steiermark 
auf niederösterreichisches Gebiet fortgesetzt zu dem Zwecke , einen 
natürlichen Abschluss für die Studien in der sogenannten Grauwacken- 
zone zu gewinnen, welche Zone erst mit dem Kamme des Kosali en- 
ge hirges im ganzen Grossen endigt. Die geologisch neukartirtc Fläche 
wird durch die Lage der Eckpunkte G 1 g g n i t z , Spitze des W e c h s e 1 s. 
Umgebung des Ortes Aspang und Kamm des Rosaliengc birges 
bestimmt und grenzt im Norden an die Ebene des Wr.- Neustädter 
Stein fei des. Dieselbe entspricht so ziemlich genau dem Quell- 
gebiete des Leithaflusses und gliedert sicli schon änsserlich 
orographisch in zwei natürliche Bezirke, von denen der südlichere die 
grosse flache Pyramide des Wechsel Stockes umfasst, während die 
nördliche Vorlage dieses Stockes durch das kleinkuppige . vielfach zer- 
schlitzte Gebiet zu beiden Seiten des Pittenbaches dargestellt wird, 
welches unter dem sehr zutreffenden Namen Bucklichte Welt bekannt 
ist. Diese orgraphische Gliederung steht im innigsten Zusammenhange 
mit dem geologischen Baue der Gegend. 

Da das vorliegende Terrain die unmittelbare Fortsetzung des 
Semmeringgebietes bildet, stellen sich, wie vorauszusehen war. 
dieselben stratigraphischen Verhältnisse ein , wie sie für das genannte 
Gebiet (1. c.) dargelegt wurden. Wir haben es auch im Qu eil gebiete 
der Leitba mit einer Reihe von disparaten Schi cht syst einen 
zu thun, die mit jenen des Semmeringgebietes vollkommen überein- 
stimmen, mit dem einzigen Unterschiede etwa, dass deren Zahl eine 
etwas geringere ist. Es fehlen nämlich im vorliegenden Gebiete einmal 
die Garbo n bildungen , die sich in einem langen, nahezu ununter- 
brochenen Zuge vom Sehloss T r a u t e n f e 1 s im oberen Ennsthale bis 
nach Gloggnitz in Niederösterreich verfolgen Hessen. Jenseits des 
Auethaies fand sich in der Aspanger Mulde keine Spur von Carbon 
weiter. Ferner hat sich auch keine weitere Spur der Rh ät bildungen. 
welche die Mulde Oöstritz-Semmeringsattel füllen und durch 
ihre Gypsführung ausgezeichnet sind, weiter nach Osten hin wieder- 
gefunden. Dieselben erscheinen sonach ausschliesslich auf die eine 
geschützte Position an der Semmering- Wasserscheide beschränkt. Da- 
gegen setzen die übrigen sechs von den im Semmeringgebiete unter- 
schiedenen acht Schichtgruppen mit den gleichen Charakteren auch 
weiter nach Osten fort und sollen im Folgenden der Reihe ihres relativen 
Alters nach mit einigen Worten näher besprochen werden. 

1. Gneissgruppe. Die Gneisse des Wc chselgebie tes und 
der unmittelbar angrenzenden Theile des Ro sali enge birg es gehören 
ihrer überwiegenden Masse nach zum Typus der porphyrisch ausgebil- 
deten groben Gneisse und Augengneisse. Besonders die tiefsten Partien 
des Gneissprofils des Wechsels, welche besonders in der Umgebung von 
K i r c h b e r g a. W. einerseits und auf der Strecke A s p a n g - R o s a 1 i e n- 
kapelle andererseits eine hervorragende Rolle spielen, zeigen jene 
Ausbildung, die man in den älteren Arbeiten vielfach als Gneissgranit 
bezeichnet findet. Auf diese Gneissgranite folgt eine Abtheilung von 
vorwiegend schieferigen Gneissen , die sich in einer den Wechselstock 
auf der Nord- und Ostseite bogenförmig umsäumenden Zone aus der 



Nr. 7 Sitzung am lli. April. M. Vacek. 153 

Gegend des Trattenba c lies über den, Nordhang des Alp eiber ges 
in den Molzgraben, von da am Nordgehänge des Kamp stein in 
die Gegend von Aspang und von hier weiter gegen den Sattel von 
Moni c h ki rchen verfolgen lassen. Diese Gneisse, deren Korn übrigens 
ziemlich wechselt, zeigen vorwiegend eine dunkelgrüne Färbung, die 
von dem Glimmerbestandtlieil (Biotit) und einem Gebalte an Hornblende, 
sowie den Derivaten dieser beiden (Chlorit, Epidot) herrühren dürfte. 
Höher gegen den Gipfel des Wechselstockes baut sich über dieser etwas 
abweichenden Zone noch eine grosse Masse abermals vorwiegend grob- 
körnige] - Gneisse auf, deren Structur vielfach dadurch auffällt, dass die 
constituirenden Elemente verworren, richtungslos erscheinen. Schieferige 
Partien treten dagegen in dieser obersten Abtheilung des Wechselprofils 
nur noch untergeordnet auf und stimmen dann in ihrem Charakter mit 
der schon besprochenen schieferigen Zone überein, welche auf diese Art 
sozusagen nach oben ausklingt. 

Einer Nebenerscheinung, welche die tiefste Abtheilung des Gneiss- 
profils charakterisirt und sich besonders auf der Strecke Aspang- 
Rosalienkapelle vielfach der Beobachtung aufdrangt, soll ausführ- 
licher Erwähnung gemacht werden wegen der Bedeutung, welche sie 
für einen in der Gegend sehr bekannten Industriezweig, die sogenannte 
Talk schlemm er ei, besitzt. Es sind dies in der Regel nur wenige 
Fuss mächtige Einlagerungen von feinblätterigen , milebweissen , sich 
fettig anfühlenden und leicht zerreiblichen Schiefern , welche mit den 
groben Gneissen, denen sie regelmässig interpolirt sind, in der auf- 
fallendsten Art contrastiren. Diese untergeordneten Einlagerungen wurden 
schon von Czizek (Jahrb. 1854, pag. 492) klar beobachtet und als 
Talkschieferzüge auf den Karten eingetragen. In neuerer Zeit hat Herr 
Stark el (Jahrb. 1883, pag. 044) sich sehr eingehend mit der minera- 
logischen Beschaffenheit dieser Schiefer befasst und gezeigt, dass die 
Hauptmasse derselben nicht Talk sondern ein Aluminium-Silicat 
sei, das in die Nähe der Bravaisite und Paragonite gestellt 
werden müsse. Da aber die Uebereinstinnnung mit keinem dieser 
Minerale eine vollkommene ist, wird das neue Vorkommen als Leuco- 
p h y 1 1 i t neubenannt, In gewissen Lagen, die jedoch auf einen bestimmten 
engen Horizont beschränkt sind, erscheinen die Leucophyllite ziemlich 
rein, d. h sie enthalten nur wenig Quarz in Form von kleinen Linsen, 
welche die feinblätterige Schiefermasse durchschwärmen , und bilden 
dann in der Regel den Gegenstand industrieller Verwendung. Geht 
man von einer solchen relativ reinen Lage in dem Gneissprofile auf- 
oder abwärts , dann sieht man ähnliche weisse schieferige Lagen noch 
mehrfach mit den groben Augengneissen wechsellagern, aber diese Lagen 
werden, je weiter ab von dem Mittelpunkt der Erscheinung, den die 
reinen Lagen gleichsam darstellen, immer unreiner, d. h. sie nehmen 
immer mehr Quarz auf und stellen sich schliesslich als eine Art lichten 
Gneisses dar, dessen bindender Bestandteil nicht Glimmer sondern 
Leucophyllit ist. Die Erscheinung klingt also von einem bestimmten 
Horizonte, in welchem sie ihre grösste Intensität erreicht, nach beiden 
Seiten in die groben Gneissmassen allmälig aus. 

Bringt man die reineren Leucophyllitlageu in's Wasser, so zerfallen 
dieselben sehr leicht und das feinschuppige Mineral, welches die Haupt- 

22* 



154 Verhandlungen. Nr. 7 

masse bildet, kann durch Schlemmen leicht von dem verunreinigenden 
Quarz getrennt werden. Das reine Schlemmproduct , welches in der 
Gegend als Talk bekannt ist, wird bei der Papierfabrication verwendet. 
Es finden sieh in dem untersuchten Gebiete vier solche sogenannte 
Talkschlemmereien, und zwar im Klein-Pischingthale und im 
Hart berge bei Aspang, ferner bei Thomasberg im Edlitz- 
thale und östlich von Schi ei nz im Ofenbacht hale. Ausserdem 
rinden sich eine ganze Reibe guter Aufschlüsse auf der Strecke Aspang- 
Kosalien kapeile, an denen man die Wechsellagerung mit dem 
groben Gneisse sehr gut beobachten kann, wie z. B. in dem Graben 
hinter Schloss Thomasberg, oder nördlich der Rosalienkapelle 
in dem Hohlwege gegen Forchtenau. Weniger gut sind die Auf- 
schlüsse in der Aspanger Gegend, weil hier vielfach auf natürlichem 
Wege aufbereitete Unilagerungsproducte (Weisserde) die ursprünglichen 
Lagermassen verdecken und man diese nur in den Grubenbauen studiren 
kann. So wie die Weisserde scheint auch das von »Stark el als Pykno- 
phyllit beschriebene Mineral ein secuudäres Product zu sein. 

Werfen wir nun noch einen kurzen Blick auf den tektonischen 
Aufbau der Gneissmassen des Wechselgebietes, so lässt sich in dem 
grössten Theil des eigentlichen Wechselstockes ein südliches Ein- 
fallen mit einer deutlichen Abweichung in West beobachten. Jenseits 
des Sattels A sp ang- M ön ich ki r eben aber und weiter in NO. bis 
zur Rosalienkapelle hin zeigen die Gneissmassen das entgegen- 
gesetzte Einfallen. Hiernach besitzen also die Gneissmassen des Wechsel- 
Gebietes einen Synklinalen Bau, welcher durch den oben geschilderten, 
bogenförmigen Verlauf der schieferigen Gneisszone als Orientirungsuiveau 
klar illustrirt wird. Die Tiefenlinie der grossen Synklynale streicht so 
ziemlich NO-SW. und wird beiläufig durch die Lage der Orte Aspang- 
Frohsdorf bezeichnet. Dabei liegt die Mulde aber nicht vollkommen 
horizontal , sondern neigt als Ganzes gegen SW. während sie sich in 
der entgegengesetzten Richtung über die Horizontalebene heraushebt. 
Dieser Synklinale Bau der Gneissmassen des Wechselgebietes wird 
erst verständlich und klar, wenn man dieselben im Zusammenhange 
denkt mit den benachbarten Gneissmassen im Mürzthale, welche ihrer 
Lagerung nach klar den NW. neigenden Gegenflügel zu der Masse des 
Wechsels bilden. Die einzelnen centralen Gneissmassen, wie sie durch 
die Decke der jüngeren Sedimente durchstechen, bilden also nicht selbst- 
ständige tektonische Individuen, sondern erweisen sich als Bruch- 
t h e i 1 e eines grösseren Ganzen. 

2. Qua rzphy llitgruppe. Neben den Gneissen nehmen die 
Gesteine der mächtigen Quarzphyllitgruppe den grössten Flächenraum 
im vorliegenden Gebiete ein. In petrographischer Beziehung bieten die- 
selben kein wesentlich neues Moment. Es sind dieselben dünnschieferigen. 
quarzreichen Glimmergesteine, wie wir sie auf dem Nordabhange der 
Cetischen Alpen und in der Semmeringgegend kennen gelernt 
haben. Mehr Interesse bietet die Lagerung und Verbreitung dieser 
Gruppe. Verfolgt man nämlich die Quarzpbyllitmassen in der Umrandung 
des Wechselstockes , der wie eine Art Bastion der altkrystallinischen 
Centralmasse gegen NW. vorspringt, so sieht man die Quarzphyllite 
sich überall den Contouren der Gneissmassen mantelartig anschmiegen 



Nr. 7 Sitzung am 16. April. M. Vacek. 155 

und von dem alten Kerne allseitig abfallen. Die Lagerung- der Quarz- 
phyllite stimmt also in keiner Art mit dem oben angegebenen inneren 
Bau des Gneisskernes, sondern nur mit dessen äusserlichen Relief- 
contouren und dieselben Quarzphyllitmassen, welche in der Aspanger 
Bucbt vielfaeb einem Sehichtenkopfe der tiefsten Abtheilung des Wechsel- 
Gneissprotils aufruben, findet man auf der anderen Seite, aus der Gegend 
des Grossen Pfaffen ber, zum Tbeil schon den höchsten Gliedern 
desselben Gneissprofils unmittelbar unconform auflagernd. Die flache 
Pyramide des Wechselstockes erscheint demnach als ein Torso, der aus 
einer ihrer tektoniseben Anlage nach muldenförmig gebauten Gneiss- 
masse berausmodellirt ist und der später auf drei Seiten von den Ab- 
lagerungen der Quarzpbyllitgruppe wieder eingehüllt wurde. Diese 
unconforme Lagerung der Quarzphyllite wird weiter auch noch durch 
den Umstand illustrirt, dass wir liier zwischen Gneiss und Quarzpbyllit 
ein anderwärts in dieser stratigraphischen Position auftretendes, colossal 
mächtiges Glied, das der Gran aten- Gl i mm er schief ergru p pe, 
vermissen, sonach eine auffallende stratigrapliische Lücke zu verzeichnen 
haben. 

3. Quarzitgruppe. Die Mitte der von Quarzphylliten ein- 
genommenen Mulde zwischen Wechsel und Rosaliengebirge, an 
deren Südspitze der Ort Aspang liegt, wird in der Gegend von 
Thernberg-Scheiblingkircken-Seebenstein-Pitten, also 
da, wo die Mulde gegen die Ebene des Wr.-Neustädter Steinfeldes 
ausmündet, von den jüngeren Bildungen des Gebietes eingenommen, 
welche vier verschiedenen , von einander stratigraphisch unabhängigen 
Gruppen zufallen. Die älteste dieser Gruppen bilden die Quarzite, 
welcbe, wie bekannt, im Semmeringgebiete eine hervorragende Rolle 
spielen und sich mit geringen Unterbrechungen aus der Gegend von 
Raach und Otterthal über die Ramshöbe und das obere Hass- 
bachthal zum Kulm berg, der östlichsten und landschaftlich hervor- 
ragendsten Partie des Quarzitbezirkes der Aspanger Mulde, verfolgen 
lassen. Die Gesteine der Quarzitgruppe bilden in der Umrandung der 
Thernberger und Seebensteiner Kalkpartien eine Reihe ziemlich 
mächtiger Massen , jedoch keinen zusammenbängenden Gürtel. Eine 
solche Masse verquert man auf dem Wege von P i 1 1 e n nach L e i d i n g. 
Eine zweite bildet den Haidenberg und zieht sich von da südlich 
bis in die Thaltiefe von Brom berg. Eine dritte verquert man im 
Urbach graben, wo sie die Basis des Gso 11 berg es bildet. Etwas 
mehr Zusammenbang zeigen die Quarzitmassen am linken Hange des 
Pittenthaies, auf der Strecke Seeben stein- Station Edlitz, wo 
sie den Zug des H a r t h , den K o g e 1 und Schöberlberg bei Wart h, 
sowie die Basis des als Aussichtspunkt bekannten Kulmriegel bilden. 

4. Gruppe der Semm eringkalke. Wiewobl im grossen 
Ganzen mit der vorhergehenden Gruppe in der Verbreitungsarea über- 
einstimmend, zeigen sich die Kalke der Thernberger und Seeben- 
steiner Gegend in ihrer Lagerung vollkommen unabhängig von dem 
Auftreten der Quarzite, die da, wo sie unter den Kalken in einzelnen 
unregelmässigen Partien zum Vorschein kommen, immer deutlich beweisen, 
dass sie schon vor Ablagerung der Kalke isolirte Denudationsreste gebildet 
haben müssen. In ihrer petrograpliiscben Ausbildung zeigen die Kalke 



156 Verhandlungen. Nr. 7 

des Thernbergei und Seebensteiner Bezirkes die vollkommenste 
Uebereinstimmung mit den Ealkmaseen des Hemme ring- gebiet es 
und gehen wie diese vielfach in Dolomit und Bauchwacke über. Leider 
bezieht sieh die Uebereinstimmung auch auf den vollständigen Mangel 
an organischen Einschlüssen. Die Kalke der Aspanger Mulde bilden, 
wenn man von ihrer oberflächlichen Zerschlitzung durch die vielen 
Thalfurchen absieht, zwei durch einen alten Untergrundriegel getrennte 
Partien, von denen die eine die nähere Umgebung von Seebenstein 
bildet, wahrend die andere zwischen Bromberg und Station Edlitz 
die Umgebung von T h e r n b e r g und Scheiblingkirchen beherrscht. 
Der oberwähnte alte Untergrundriegel, welcher die beiden Kalkpartien 
trennt , besteht vorwiegend aus einer mitten im Gebiet der jüngeren 
Massen auftauchenden Gneissinsel, welche die Höhen Kerschbaum- 
riegel undArzberg bildet und aus denselben groben Augengneissen 
besteht, die auf der Strecke Aspang-Rosalienka pelle das herr- 
schende Gestein bilden. Jede der beiden durch diesen alten Riegel 
getrennten Kalkpartien zeigt einen selbstständigen muldenförmigen Bau, 
wobei das Streichen mit dem allgemeinen NO.-Streichen der oben be- 
sprochenen grossen Mulde des Gneissfundaments ziemlich gut überein- 
stimmt. 

5. E i s e n s t e i n f o r m a t i o n. Von dieser Schichtgruppe findet sich 
ein isolirter kleiner Rest hinter dem Schlossberge bei Pitten und 
bildet hier den Gegenstand eines alten Bergbaues, über dessen Verhält- 
nisse schon von Haidinger (Abh. d. kön. Böhm. Ges. d. Wiss., 5. Folge. 
Bd. IV, 1846), Morlot (Haidi uger's Mitth. Bd. VII, 1850, pag. 81) 
und Czizek (Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. 1854, pag. 515) ausführlichere 
Berichte vorliegen. Nach übereinstimmenden Angaben der genannten 
Autoren sollten die Pittener Eisenerze im Gneiss aufsetzen und 
in diesem ein regelmässiges Lager bilden. Nach den Erfahrungen, 
welche man über das Auftreten der Spatheisensteine an einer langen 
Reihe von Vorkommen in Nordsteiermark und den angrenzenden Theilen 
von Niederösterreich sammeln kann, treten die Eisenspathe zumeist als 
Lager auf in einer stratigraphisch selbstständigen Schieferformation mit 
ganz bestimmten , leicht wieder zu erkennenden Charakteren. Dagegen 
führen die groben Gneisse der zweiten Gneissabtheilung, welcher die 
Gneissmassen des Wechselgebietes angehören, an keiner Stelle Eisen- 
spathe. Eine genauere Untersuchung des westlichen Theiles des Pittener 
Grubenfeldes hat denn auch thatsächlich ergeben, dass hier ein Miss- 
verständniss vorliegt, indem die Spatheisensteine, wie man sie am Ende 
des Gabrielistollens vor Ort untersuchen kann , nicht ein Lager 
in Gneiss bilden, sondern in einem schmutzig graugrünen, sericitischen 
Schiefer, der mit den Schiefern der Eisensteinformation anderer Loca- 
litäten gut übereinstimmt. Diese ganze Schiefermasse aber erscheint 
unconform in eine alte Runse eingelagert, welche der durch Erosion 
erweiterten Contactgrenze zwischen dem Kalke des Schlossberges 
und der alten Gneissunterlage entspricht. Die Eisensteinformation füllt 
hier also ähnlich wie an vielen anderen analogen Localitäten (Frösch- 
nitzgraben, D ü r r g r a b e n etc.) eine alte Terrainvertiefung auf und 
verdankt ihre Erhaltung an dieser Stelle hauptsächlich der schützenden 
Vorlage, welche die Kalkmassen des Schlossberges bilden. Demnach 



Nr. 7 Sitzung am 16. April. Dr. L. v. Tausch. 157 

hätte man es also hei Pitten mit keiner Ausnahme zu thun , sondern 
mit der hekannten Erscheinung eines zufällig erhaltenen, zwischen die 
Kalk- und Gneissmassen eingeklemmten Restes der Eisensteinformation. 
6. Neogengruppe. im nördlichen Tlieile des Terrains, da wo 
die Aspangcr Mulde in die grosse Wiener Bucht mündet, spielen An- 
lagerungen der Neogenzeit eine nicht unbedeutende Rolle. Dieselben 
sind wohl grossentlieils auf den Aussenrand der Mulde beschränkt, 
greifen aber zum Theil auch in die Thäler hinein und erscheinen 
daselbst in einer Reihe von kleinen Denudationsresten erhalten, welche 
der krystallinischcn Basis unmittelbar unconform aufliegen und zumeist 
durch ihre Kohlenführung bekannt sind, wie die Reste im Walpers- 
b ach graben 0. von Lei ding und auf dem Sattel von Schauer- 
leiten südlich von Schleinz. Die Baue auf Kohlen erscheinen aber 
heute an beiden Localitaten vollständig aufgclasseu und verfallen , so 
dass sich keine neueren Beobachtungen den zahlreichen älteren dies- 
bezüglichen. Angaben anfügen lassen. Nach den aus der Kohle von 
L e i d i n g bekannt gewordenen Säugethierresten (Dorcatherium vindo- 
bonense IL v. Mey., Palaeomeryx medius H. v. Mey., Bhinoceros Schleier- 
macheri 11. v. Mey., Anchitltenum Aurelianense Guv.) und den Resten 
einer über dem Kohlcnflötze von Schauerleiten liegenden Flora 
(Apocynophylluin plumariaeforme Ett., Plumaria div. sp., Widdring- 
tonites Ungeri Endl., Gassia ambigua Ung., Dombeyaceen, Filices) dürfte 
man es mit Aequivalenten der älteren Ablagerungen der Wiener Bucht 
zu thun haben. Dagegen gehören die au den Aussenrand der Aspanger 
Mulde beschränkten Ablagerungen in der dreieckigen Fläche St. Va- 
lentin - N c u n k i r c h e n - S e h w a r z a u zum Typus der sogenannten 
Rohrbacher Conglo nierate, die nach Karr er (Jahrb. d. k. k. g. 
R.-A. 1873, pag. 132) eine Randbildung der Congerienstufe darstellen, 
wofür auch ein Fund von Dinotherium Cuvieri spricht, der in diesen 
Conglomeraten bei Brunn a. Steinfeld in neuerer Zeit gemacht 
wurde (vergl. Verh. cl. k. k. geol. R.-A. 1882, pag. 342). 

Dr. L. v. Tausch. U e b e r einige nichtmarine Conchylien 
der Kreide und des steirischen Miocäns und ihre geo- 
graphische Verbreitung. 

Veranlasst durch die Einsicht in eine Sammlung von Conchylien 
aus dem Tanganyika- und Nyassa-See, welche Prof. Lenz für 
das k. naturh. Hofmuseum mitgebracht hatte, bespricht der Vortragende 
das Verhältniss der fossilen Pyrguliferen der Kreide zu den recenten 
Paramelanien aus dem Tanganyika-See, vertheidigt seine, resp. 
White's Anschauung von der Identität beider Gattungen, gestützt auf 
die Ausführungen Prof. Holzapfefs, gegen die Polemik Pelseneer's 
und sucht dieselbe auf Grund des vorliegenden Materials endgiltig 
nachzuweisen. 

Des Weiteren legt der Vortragende drei neue nichtmarine Con- 
chylien aus dem Miocän der Steiermark vor, von welchen zwei, 
Lautstes noricus, aus dem Feistringgraben bei Aflenz und Limnaeus 
Hofmanni aus der Umgebung von Leoben mit zwei von Prof. Neu- 
meyr aus dem Orient (Assos in der Troas) beschriebenen Formen, 
Lautstes (Paludomus ? Neum.) trojanus und Limnaeus Dilleri eine über- 



1 58 Verhandlungen. Jfr. 7 

laschende Uebereinstimmiing aufweisen. Eine den beiden miocänen 
Lanisten sehr nahestehende Art, Lautstes carvnatus Lam. , aufweiche 
in Bezug auf die fossile asiatische Form schon Sandherger hinwies, 
lebt im Nil. während die drifte steirische Form, Physa norica aus 
Fohnsdorf, sich kaum durch eine andere Eigenschaft als die be- 
deutendere Grösse von Physa Nyassana Smith aus dein Ny assa-See 
unterscheidet , wie die vorgelegten Exemplare beider Arten beweisen. 

Somit wäre das Auftreten von gewissen, keineswegs indifferenten, 
sondern gut charakterisirten tro p i sc li -afrikanischen Typen im 
steirischen nichtniarinen Miociin nachgewiesen. 

Weitere Einzelnheiten sowie die Beschreibung auch noch anderer 
nichtmariner Miocän-Conchylien der Steiermark werden in 
einem besonderen Aufsatze folgen. 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien. Rothenthurmstr. 15. 

Druck von QotHieb fli-lel * Comp in Wien. 




N" s. j^^^m^^m 1889. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Bericht vom 31. Mai 1889. 



Inhalt: Eingesendete Mittheilungen: A. Bit tner. Revision der Brachiopoden 
von St. Cassian. A. Cathrein. Petrographische Notizen aus den Salzburger und Tiroler 
Alpen. — Literatur- Notizen: E. Hatte. 0. Luedecke. 

Mi. Di« Autoren sind für den Inhalt Ihrer Mittheiluugen verantwortlich. 



Eingesendete Mittheilungen. 

A. Bittner. Revision der Brachiopoden von 8 ct. Cassian. 

Die erste Bearbeitung der Brachiopoden von Set. Cassian durch 
Graf Mün st er 1841 förderte (27 oder nach Wegfall der Orbicula lata, 
vergl. Laube, pag. 31) 26 Arten zu Tage. Von diesen 26 Arten 
sind 18 leicht wiederzuerkennen und gut charakterisirt, zwei (Terebra- 
tula bipartita und Spirifer rostratus) gegenwärtig nicht mehr mit voll- 
kommener Sicherheit zu eruiren, resp. auf die Originale zurückzuführen, 
zwei (Terebratula vulgaris mit der Hauptform vulgaris minor und Ter. 
elongata var.) sind neu zu benennen gewesen, während die letzten vier 
(Ter. quadricostata, Orthis concentrica, Spirifer dichotomus und Spirifer 
spurius) verschollen sind, wenigstens (mit Ausnahme der letzteren Art) 
seit Münster von Niemand mehr gesehen oder angeführt wurden. 
Alles in Allem wird es nicht möglich sein , eine dieser 26 Arten als 
niebt existirend oder nicht wiedererkennbar aus der Liste der Set. 
Cassianer Brachiopoden zu streichen. 

Klip stein fügte im Jahre 1845 23 neue Arten hinzu. Von 
diesen sind Terebratula aequalis und Spirifer Brandis (lautSuess bei 
Laube, pag. 31) wohl am besten zu streichen. Von den 21 verbliebenen 
Arten fallen 6 oder 7 (Terebr. Joannis Austriae, T. sellaris, T. cristagalli^ 
T. Buchi, T. praemarginata, Producta problernatica, vielleicht auch Ter. 
Ilaueri?) mit Münst er'schen Arten zusammen. Von den restirenden 
14 Arten sind mir sechs (Ter. Bronni, Ter. triangulata, Spirifer Maxi- 
miliani Leuchtenbergensis, Sp. Calceola, Sp. Buchii, Sp. bidorsafus) nicht 
aus eigener Anschauung bekannt geworden, ohne aber dass dies als 
Grund geltend gemacht werden sollte, sie zu ignoriren. Einzelne sind 
in ihren Originalen von Anderen gesellen worden und man wird sich 
entschliessen müssen, auch alle diese Arten im Verzeichnisse fortzu- 
führen. Die letzten acht der Arten Kli p st ei n's halte ich ohne weiters für 
wohlbegründete Species oder für Varietäten, die eigene Namen verdienen. 
Es sind Ter. semiplicata, Ter. multicostata, Ter. pentagonalis, Ter. hemi- 
K. k. geolog. Keichsanstalt. 1889. Nr. 8. Verhandlungen. 23 



160 Verhandlungen. Nr. 8 

sphaeroidica, Orthis Dalmani, Spirifer Humboldtii, Sp. procerrimus und 
Producta Galymene. 

Von den 23 neuen Klipstein'scben Arten sind also 14 aufrecht 
zu erhalten. 

Vier Arten von Set. Cassian besehrieb Cornalia im Jahre 1853. 
Nur eine davon, T. depressa, ist aufrecht zu erhalten . 3 lallen mit 
bereits von Münster beschriebenen Arten zusammen. 

Die bis zu dieser Zeit bekannten Formen erreichen also die Zahl 41. 

Laube (1865) lässl nur 24, resp. 27 davon gelten; dazu be- 
schreibt er 9 neue Arten; er hat also im Ganzen 36 Species an Set. 
Cassianer Brachiopoden in seine Monographie aufgenommen. Es sollen 
nachstehend die Arten Laubes kurz besprochen werden. 

Terebratula. 

Laube führt 4 Arten an: Ter. suborbicularis Miinst., T. Sturi 

Laube, Ter. Schloenbachi Lbe. und Ter. indistineta Beyr. Dazu im 

Anhange Ter. Bronni Klipst. 

Ter. suborbicularis Miinst. Hierzu wird Ter. semiplicata 
Klipst. gezogen, welche aber mindestens als var. aufrecht er- 
halten zu werden verdient. Man kann dann eine T, suborbicularis 
var. typica und eine Ter. suborbicularis var. semiplicata unter- 
scheiden. T. octocostata Com. ist ein Synonym von T. suborbicularis. 

Ter. Sturi Laube. Nur in zwei Exemplaren vertreten, die Laube- 
schen Originale zu Fig. 2 und Fig. 2 b. Dagegen gehört das 
Original zu Fig. 2 a nicht hierher. Das Citat der Art muss also 
den Zusatz „exclus. Fig. 2 a" erhalten. 

Ter. Schloenbachi Laube. Ist eine Spirigera , welche der Ter. 
(Spirigera) subeurvata Münst. sp. überaus nahe steht. Die Art 
heisst also Spirigera Schloenbachi Laube spec. 

Terebratula indistineta Beyrich. Von dieser Art sind zunächst 
Ter. sufflala , Ter. elongata var. und Ter. bipartita Münst. zu 
trennen. Auch nach dieser Abtrennung besteht die Art in der 
Fassung Laube's noch aus zwei wohlunterscheidbaren Formen, 
einer grösseren Spirigera und einer kleineren Terebratula. Die 
Spirigera ist identisch mit B e y r i c h's Ter. indistineta von Füssen: 
dieselbe muss also heissen: Spirigera indistineta Beyr. 
spec. (? syn. T. vulgaris minor. Münst. — ? syn. T. elongata Münst. 
pr. p. — T. indistineta bei Laube, XI, Fig. 4, 5, 6, 10). 

Für die damit zusammengeworfene kleine Terebratel schlage ich 
folgenden Namen vor: Terebratula Gassiana nov. nom. (7 syn, 
T. vulgaris minor Münst. — Terebratula indistineta bei Laube, 
Fig. 7, 8, 9). 

Beide , sowohl Spingera indistineta Beyr. spec, als Terebratula 
Oassiana m. gehören zu den häufigsten Formen der Cassianer Brachiopoden. 

Für die oben erwähnte, von Ter. Sturi abzutrennende Form wühle 
ich den Namen: T erebr atula neglecta nov. nom. {Ter. Sturi 
Laube pr. p. tob. XI, Fig. 2 a.) 

Ausserdem sind noch einige neue Tercbrateln zu erwähnen, die 
weiterhin angeführt werden sollen. 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Bittner. 161 

Waldheimia. 

Laube kennt drei Waldheimien von Set. Cassian, II'. Münsteri 
Lbe., Waldh. subangusta Münst., W. Eudora Laube. 

W. Münsteri Laube. Ob Münster's T. vulgaris hierher zuziehen 
sei, ist zu bezweifeln. Die Art, von der nur das Laube'sehe 
Original vorliegt, gehört möglicherweise zu Terebratula, und zwar 
zu jener Gruppe von Arten, die in der oberen Trias (Cardita- 
schichten, Raiblcrschichtcn) sehr verbleitet auftreten. 

W. Eudora Laube. Hierzu vielleicht T. elongata Münst. var. lab. VI, 
Fig. 14, wenn das Münchener Original authentisch ist. W. Eudora, 
bekanntlich eine der grössten und schönsten Brachiopodenarten von 
Set. Cassian, vertritt hier einen eigenen Typus von Waldheimien. 
der in der oberen Trias weitverbreitet ist und zu welchem auch 
Waldheimia carinthiaca Bothpl. spec. und W. forficula Bothpl. 
von Raibl (erstere auch zu St. Cassiau vorkommend), Waldheimia 
Beyrichii m. x ) (Waldh. Bamsaueri Suess p. p.) und die nahe 
verwandte Waldh. Damesi m. der Hallstätter Kalke, endlich Waldh. 
(Rhynchonella) faucensis Bothpl. sp. von Vils (Waldh. Bamsaueri 
aut.) gehören. 

Waldheimia subangusta Münst. sp. (Ter. praemarginata Klipst.) 
Diese Art in Laube's Fassung zerfällt in 3 Formen: 

1 . Die echte M ti n s t e r'sche Wa Idh. (Aulacot h y r is) s u b- 
angusta (die beiden ersten Exemplare bei Laub e, XI, 11) von 
kürzerer Form mit anliegendem Schnabel, dessen Zahnstützen zu 
einem Mittelseptum vereinigt sind , ein Merkmal , das bei vielen 
der kleinen obertriad. Aulacothyriden wiederkehrt. 

2. Eine gestrecktere Form mit abstehendem Schnabel, ge- 
trennten Zahnstützen und längcrem Septum der kleinen Klappe, 
die ich Waldheimia (AulacothyrisJ porreeta n. n. (Waldh. 
subangusta bei Laube pr. p.) nenne und welcher das 3. Original 
Laub e's zufällt. Es dürften übrigens auch noch andere unter- 
scheidbare Aulacothyris in der Fauna von Set. Cassian vertreten 
sein, vielleicht auch solche Formen , die zwischen W. subangusta 
und W. porreeta in einzelnen Merkmalen die Mitte halten. 

3. Eine Form, welche mit Waldheimia subangusta Münst. sp. 
gar nichts zu tbun bat, das letzte der vier von Laube abge- 
bildeten Stücke, Tab. XI, Fig. 1 1 b (die beiden Figuren rechts unten). 
Sie besitzt weder ein deutliches Medianseptum der kleinen Klappe, 
noch Zahnstützen im Schnabel ; ihre Schleife erreicht nicht ganz 
die halbe Länge der kleinen Klappe. Ich stelle die Form zu 
Terebratula und nenne sie Te r ebratula capsella n. sp. ( Waldh. 
subangusta Münst. bei Laube p. p.) 

Es schliesst sich eine weitere, sehr ausgezeichnete Form hieran: 
Waldheimia cfr. bipartita Münst. spec. (? Terebr. bipartita 
Münst. pag. 60, Tab. VI, Fig. 11.) 



J ) Terebratula (Waldh.?) Heyrichii Oppel des Hierlatz ist, wie mir Herr Gr. Geyer 
mittheilt, keine Waldheimia; der Name ist daher frei. 

23* 



\Cy> Verhandhingen. J^r. 8 

Münsters T. bvpartita wird von Laube zu Ter. indistincta ge- 
zogen. Das einzige Münchener Stück, das als Original gilt, stimmt mit 
der eigenen Beschreibung und Abbildung Münster's durchaus nicht 
überein. Es ist ohne Zweifel eine Spirigera, die weiterhin als Spirigera 
Munster! n. s/>. beschrieben werden soll. Dagegen liegt im kais. Hof- 
niuseuni in Wien eine so auffallend mit Ter. bvpartita Miinst. stimmende 
Form, dass ich dieselbe mit grosser Sicherheit auf diese Art be- 
ziehen zu können glaube. Es ist eine Waldhehnia, nach dem langen 
Septum zu schliessen , und sie wird sich am besten an die oben er- 
wähnte Waldh. (Aulacothyris) porreeta m. anreihen lassen. 

Nach Hinzufügung der ganz neuen Arten stellt sieh die Vertretung 
der Gattungen Terebratula und Waldheimia in der Set. Cassianer Fauna 
wie folgt: 



Terebratula suborbicularis Münst. 

mit var. semiplicata Klipst. 
?2 7 . Bronni Klipst. 
T. Bturi Laube. 
T. Gassiana nor. norn. 
T. neglecta nov. norn. 
T. ladina nov. spec. 
T. tenella nov. spec. 
T. debilis nov. spec. 
T. turgidula nov. spec. 
T. aidacothyroidea nov. spec. 



T. capsella nov. norn. 

T. ( II 'ahllieimia ?) Münsteri (Orb.) 

Laube. 
Waldheimia (Aulacothyris) sub- 

angusta Münst. sp. 
Waldh. (Aul.) porreeta nov. nom. 
Waldh. (Aul.) cfr. bipartita 

Münst. sp. 
Waldh. Eudora Laube. 
Waldh. carinihiaca Rothpl. spec. 



Thecidinm. 

Laube kennt 3 Thecidien von Set. Cassiau, Thecidium concen- 
tricum Münst. sp., Thecidium Lachesis Laube und Thecidium bidorsatum 
Klipst. spec. 

Thecidium concentr icum. Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, 
dass die von Laube beschriebene Form mit Orthis concentrica 
Münst. identisch sei. Von der ausgezeichneten Eadialstructur, die 
Lauhe's Art besitzt, erwähnt Münster nichts. Weiteher könnte 
Orthis concentrica Münst. auf Thecidium tyrolense Loretz aus den 
korallenführenden Schichten der Seelandalpe bezogen werden. Es 
dürfte sich daher empfehlen, die Art als The cid in m concen- 
tric u rn Laube zu bezeichnen. 

Thec. Lachesis Laube. Der Typus dieser Art ist nach Laube 
das Stück, welches seine Fig. 2 darstellt. Häutiger als diese Form 
ist die flache 2a, welche überhaupt die häufigste Thecidee von 
Set. Cassian zu sein scheint. Es ist, wie Schliffe zeigten, eine 
Thecospira und ich nenne sie Herrn H. Zugmayer zu Ehren als 
zweite Art dieser von ihm begründeten Gattung Thecospira 
Zugmayeri nov. spec. (syn. Thecid. Lachesis Laube pr. p. 
Fig. 2 a). 

Ich habe bereits in diesen Verhandlungen, 1888, pag. 127. auf 
das Verkommen anderer Thecospira-Arten hingewiesen. Seither wurden 
noch einige andere constatirt. So gehört Thecidium tyrolense 
Loretz zu Thecospira; ebenso eine merkwürdige Form, welche Suess 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Bittner. 163 

schon 1856 (Classific. d. Brach, nach Davidson, pag. 134) als muth- 
massliche Strophalosia aus den Starhembergschichten von Piesting an- 
führte und später mit dem Musealnamen Aulosteges Davidsoni belebte. 
Dieselbe soll daher Thecospira Davidsoni (Suess) nov. sp. 
heissen. Es ist interessant, dass diese Art die grösste ihrer Gattung 
ist, geradeso wie Retzia superba und Spirigera oxycolpos des Rhät als 
die jüngsten bekannten zugleich auch die grössten Formen ihres Ge- 
schlechtes darstellen. Die Spiralkegel aller dieser Formen bestehen, wie 
bei dem Typus Th. Eaidingeri, aus zwei zu einer vollkommenen Rinne 
verbundenen Lamellen. 

Thecidium bidorsatum Klipst. spec. hat auch Laube nicht in 
Händen gehabt. Sie scheint sehr selten zu sein. Die nordalpine 
Form, welche Laube damit vereinigt, wird besser davon zu ent- 
fernen sein. 

Ausser diesen Formen kommen auch noch andere theeidienartige 
Brachiopoden zu Set. Cassian vor. Eine davon hat Laube mit seiner 
Cyrtina Buchii Klipst. spec. vereinigt. Es ist das Tab. XII, Fig. 4 ^", k 
abgebildete Stück. Es mag heissen : Thecidium discors nov.nom. 
(syn. Cyrtina Buchii Klipst. sp. bei Laube pr. p.). 

Ausserdem sind mir noch zwei neue Arten bekannt geworden, 
so dass die Liste der theeidienartigen Brachiopoden von Set. Cassian 
gegenwärtig folgende ist: 

Thecidium concentricum Laube. TJtec. gryphaeatum nov. spec. 

? Thecidium (Ortiris) concentricum Thec. asperulatum nov. spec. 

Mimst, sp. Thec. discors nov. nom. 

Thec. Lachesis Laube. Thecospira Zugmayeri nov. nom. 
Thec. bidorsatum Klipst. sp. 

Die Mehrzahl dieser Arten , wenn nicht alle , dürften sich wohl 
nach und nach als zu Thecospira Zugm. gehörend erweisen lassen. 

Spiriferina. 

Ganz auffallend selten sind die Vertreter von Spiriferina in der 
Set. Cassianer Fauna. Münster zwar führt schon 4 Arten an, von 
denen indessen Spirifer spurius (nach Suess bei Laube, pag. 30) 
vielleicht zu Retzia gehört. Von den 7 Spiriferen Klipstein's sind 
zwei Retzien, eine Art ist ein Thecidium ; es verbleiben somit 4 Arten, 
denen sich als 5. Orthis Dalmani Klipst. anschliesst. Wie schon eingangs 
erwähnt, dürfte indessen Sp. Brandts Klipst. besser gänzlich zu ver- 
nachlässigen sein. Keine der 4 Arten ist auf eine Art von Münster 
zu beziehen. 

Laube hat nur zwei Spiriferinen in seine Monographie aufge- 
nommen, Spiriferina Gassiana Lbe. und Spirif. Dalmani Klipst. spec, 
im Anhange führt er noch Spirifer calceola Klipst. auf. Spiriferina 
Gassiana hält Laube für identisch mit Spiriferina rostrata Münst., ob 
mit Recht, mag dahingestellt bleiben, da das Münster'sche Original 
verschollen ist. Es verbleiben nach Entfernung des Spirifer Buchii 
Klipst., von dem später die Rede sein soll, 6 Arten: 



Spirif. tyrolensis nov. spec. 
Spirif. badiotica nov. spec. 



lh| Verhandlungen. Jfr. 8 

Spiriferina Gassiana Lbe., die Art scheint äusserst selten zu sein. 

Spiriferina Dalmani Klipst. spec. ist nahezu oder ganz 
identisch mit Sp. Köveskalliensis (8uess) Boeckh und es scheint 
mir nicht ganz festgestellt, oh die Art wirklich aus den »Set. Cas- 
sianer Schichten stammt. Trotzdem sollte der Name Spirif. 
Köveskalliensis für die ältere (Muschelkalk-) Form auf jeden Fall 
erhalten bleiben. 

Spiriferina rariplecta Münst. sp., die Laube nicht kannte, 
hat sich wiedergefunden. Dagegen ist mir 

Spiriferina dichotoma Münst. sp. nicht bekannt geworden, 
ebensowenig' wie die beiden Arten 

Spiriferina Maximiliani L euchtenb er gensis Klipst. und 

Spirif. Calceola Klipst., die jedenfalls zu den grössten Selten- 
heiten von Set Cassian gehören. Von neuen Arten nenne ich vor- 
läufig nur die Namen. Es sind: 

Spiriferina Klipsteini n. sp. 
Spirif. frondescens nov. spec. 
Spirif. venustula nov. spec. 

Was endlich Spirif. (Cyrtina) Buchii Klipst. anbelangt, so kann 
ich mich der Ansicht von Laube nicht anschliessen. dass die Stücke, 
welche er unter diesem Namen beschreibt, mit dem ursprünglichen 
Sp. Buchii Klipst. identisch seien und schlage für dieselben den Namen 
Cyrtina Zittelii vor. Die Synonymie würde dann lauten : 

1. Cyrtina Buchii Klipst. sp. 

Spirifer Buchii Klipst. pag. 230, Tab. NV, Fig. 14. 
Cyrtina Buchii Klipst. spec. bei Laube, pr. p., u. zw. Tab. XII. 
Fig. 4 a, b, c. 

2. Cyrtina Zittelii nov. nom. 

Cyrtina Buchii Klipst. sp. bei Laube, pag. 14, Tab. XII, Fig. 4 
(cxclus. Fig. 4 a, b, c; Ai, k). 

Spirifer Buchii Klipst. bei Quenstedt, Brach., pag. 180, 
Tab. 41, Fig. 99 (Copie). 

Spirigera. 

Die Spirigera- Arten Set. Cassians sind nach Laube folgende: 
Spirigera Wissmanni Münst. sp., Spirigera quinquecostata Münst ,-ji.. 
Spirigera flexuosa Münst. spec, Spirigera hemisphaeroidica Klipst. sp., 
Spirigera sellaris Klipst. sp. und Sp. Oppelii Laube. Diese 6 Arten 
sollen zunächst besprochen werden. 

Spirigera Wissmanni Münst. sp. Hierzu gehören Terebrattda 
Buchii Klipst. und Terebr. aureolata Cornalia. Dagegen würde 
wohl T. subeurvata Münst. sp. wieder davon zu entfernen sein. 
Man müsste anderenfalls, wollte man sie bei Spirigera Wissmanni 
belassen, auch Laubes Ter. Schloenbachi , die ihr äusserst nahe 
steht, zu Sp. Wissmanni ziehen. Spirigera Wissmanni bleibt auch 
nach Ausscheidung dieser beiden Formen noch eine sehr variable 
Art. Die Synonymie würde sich dann folgendennassen verhalten : 



Kr. 8 Bericht, vom 31. Mai. A. Bittner. 165 

1. Spirigera W issm anni Man st. spec. 

Terebratula Wissmanni Mimst. Tal). VI, Fig. 18 (nicht typisches 
Exemplar). 

Terebratula Buchii Klipst. Tal). XV, Fig. 2. 

Terebratula aureolata Cornalia. 

Spirigera Wissmanni Miinst. sp. bei Laube pr. p. Tab. XII, 
Fig. 5 o — ; f\ pag. 15 (exclus. syn. T. subeurvata Miinst.). 

2. Spirigera subeurvata Miinst. spec. 

Terebr. subeurvata Miinst. Tab. VI, Fig. 17. 

Spirigera Wissmanni Miinst. sp. bei Laube pr. p. Tab. XII, 
Fig. 5 g, h, i. 

3. Spirigera Schloenbachii Laube spec. 

Terebr. Schloenbachi Laube, pag. 5, Tal). XI, Fig. 3. 

leb bemerke ausdrücklich , dass alle diese 3 Formen einander 
sehr nahe stehen und dass es Ansichtssache ist, ob man dieselben 
getrennt halten oder aber als Varietäten einer Art betrachten will. 

Spirigera hemisphaeroidica Klipst. sp. ist eine ungemein 
charakteristisch gestaltete Art, der nur einzelne Abänderungen der 
Sp. Wissmanni einigermassen ähnlich werden. Einzelne Exemplare 
werden an der Stirn sehr dick und verhalten sich dann ähnlich 
zur typischen Form wie Sp. subeurvata zu Sp. Wissmanni. 

Spirigera quinquecostata Miinst. spec. Identisch damit ist 
offenbar K 1 i p s t e i n's Ter. cristagalli. Ob aber Ter. multicostata 
Klipst. dazu gehöre, darüber lässt sich streiten. Würde man beide 
vereinigen, so müsste eigentlich Klipstein's Name als der der 
ausgebildeteren Form vorgezogen werden. Ich möchte indessen 
beide getrennt halten. Wenn Laube auch Cornalia's T. depressa 
hierherzieht, so hat er Unrecht; diese Art ist eine Rhynclionella. 
Zu Sp irigera multicostata Klip st. spec. {Terebr. multi- 
costata Klipst. Tab. XV, Fig. 5) ist also auch Spirigera quinquecostata 
Miinst. sp. bei Laube pr. p., u. zw. Tab. XII, Fig. 1 a, b, c, zu 
citiren. 

Spirigera flexuosa Münst. spec. Diese merkwürdige Form, 
deren sonderbare Berippung die typischen Stücke sofort erkennen 
lässt, variirt in recht bedeutenden Grenzen. Jugendexemplare sind 
leicht mit anderen Arten zu verwechseln. 

Spirigera. sellaris Klipst. spec. hat nichts mit Klipstein's 
Terebr. sellaris zu thun , die eine Rhynchonella ist und offenbar 
mit Rh. subacuta Münst. sp. zusammenfällt. Laube dürfte seine 
Art nur wegen einer vermeintlichen Aehnlichkeit mit Spirigera 
nux Suess des Hallstätter Kalkes zu Spirigera gestellt haben ; es 
ist aber wahrscheinlicher, dass die Art ebenfalls zu Rhynchonella 
gehört. Sie muss deshalb provisorisch heissen: ? Rhynchonella 
sellaris Laube spec. (non Terebr. sellaris Klipst. — Spirigera 
sellaris Laube, pag. 18, Tab. XII, Fig. 8 exclus. synon.). 

Spirigera Oppelii Laube. Die beiden Originale Laube's sind 
unzweifelhaft Rhynchonellen. Ein einziges der von Laube als 



160 Verhandlungen. J^r. g 

Spirigera Oppeli bestimmten Stücke besitzt einen deutlicb terminal 
durchbohrten Schnabel. Nach diesem Stücke sind vielleicht die 
Schnabel der beiden abgebildeten Exemplare gezeichnet. Die Art 
ist demnach als solche unhaltbar und müsste eigentlich cassirt 
werden. Ich ziehe es vor, das erwähnte Exemplar mit durchbohrtem 
Schnabel als fraglich zu Spirigera zu stellen und ihm den Namen 
? Spirigera Oppelii Laube zu belassen, wahrend die beiden 
Originale zu Laubes Spirigera Oppelii weiterhin als Rliyncho- 
nella Pich l er i n. n. angeführt und beschrieben werden sollen. 
Beim Citiren der ? Spirigera Oppelii Laube muss also die 
Abbildung L a u b e's , Tab. XII, Fig. 6, weggelassen werden. 

Ausser diesen von Laube angeführten Spirigera- Arten enthält 
die Fauna von Set. Cassian noch eine ganze Reihe anderer: 

Sp irigera indistinctaBeyr. spec. (Terebratula indistineta Beyrich 
bei Laube pr. p. vergl. oben), die häufigste Art von Set. Cassian 
neben Koninckina Leonhardi. 

Spirig er a su ff lata Münst. spec. {Terebratula sufflata? Schloth. 
bei Münster, pag. 63, Tab. VI, Fig. 15. — Terebratula indistineta 
Beyr. bei Laube, pr. p.). Das mir vorliegende Münchener Original 
zeigt, dass Münster Recht hatte, wenn er die Form mit Ter. 
subeurvata und T. Wissmanni in eine Gruppe vereinigte. Ob sie 
als Var. zu Spirigera Wissmanni zu stellen sei , darüber lässt sieh 
streiten, zu Spirigera indistineta Beyr. spec. gehört sie aber keines- 
falls. Da ein bestimmter Name für sie existirt , kann er ja wohl 
beibehalten werden. Das Gleiche gilt für 

Spirigera pentagon alis Klipst. spec. (Terebratula pentagonalis 
Klipst. ,' pag. 220 , Tab. XV, Fig. 1 2) , welche K 1 i p s t e i n ganz 
richtig mit seiner T. Buchii (Spirigera Wissmanni Münst. sp.) ver- 
gleicht. Sie steht der Spirigera sufflata sehr nahe und besitzt nur 
einen etwas verschiedenen Umriss. Es ist jedenfalls eine seltene 
Abart aus der Gruppe der Sp. Wissmanni. 

Sp irigera Münster i nov. nom. (? Terebratula bipartita Münst. pr. p.). 
Voranstellenden Namen schlage ich vor für eine Art, die in einem 
Exemplare in München vertreten ist, welches Exemplar für das 
Original zu Münster's T. bipartita gilt. Da es aber mit der 
Abbildung Münster's nicht stimmt, dieselbe vielmehr auf 
eine entfernt ähnlich gestaltete Waldheimia bezogen werden kann, 
der Name bipartita seither durch Laube ausser Kraft gesetzt 
und durch Stäche für eine Spirigera des Bellerophonkalkes ver- 
griffen wurde , so glaube ich am besten zu thun , wenn ich der 
erwähnten Form einen neuen Namen gebe. Laube hat wohl das- 
selbe Stück aus München gesehen und als Var. zu Ter. indistineta 
Beyr. gezogen. Die Medianfurche auf beiden Klappen spricht sehr 
entschieden dafür, die Form von Spirigera indistineta getrennt zu 
halten. Sie schliesst sich näher an gewisse Formen des oberen 
Muschelkalkes und der Hallstätter Kalke (Spirigera Sturi Boeckh, 
Sp. Strohmayeri Suess) an. 

Spirigera quadriplecta Münst. sp. wurde von Laube fälschlich 
unter dem Namen Iletzia quadricostata Münst. angeführt und dazu 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Bittner. 167 

noch Ter. contraplecta Münst., eine selbstständigc, gute Art gezogen. 
Die Synonyniie ist also folgende: Spirigera quadriplecta 
M iinst. sp. (^Terebratula quadriplecta Münst. , pag. 58 , Tab. VI, 
Fig. 9, 10. — Retzia quadricostata Münst. sp. bei Laube, pag. 22, 
Tab. XIII, Fig. 6 exclus. syn. contraplecta Münst.). 

Spirigera quadriplecta repräsentirt eine eigene Gruppe unter 
den Set. Cassianer Spirigeren, welche in eine Anzahl von Varietäten 
zerfällt, die man beinahe als selbstständige Arten betrachten könnte. 

Spirigera contraplecta Münst. spec. (Terebr. contraplecta Münst., 
pag. 50, Tab. IX, Fig. 2. — Retzia quadricostata Münst. bei Laube 
pr. ]).) ist ebenfalls eine wohl charakterisirte Art, die von Laube 
mit Unrecht zu seiner Retzia quadricostata, welche richtig als Spirigera 
quadriplecta Münst. sp. zu bezeichnen ist, gezogen wurde. 

? Spirigera quadricostata Münst. spec. Tab. IX, Fig. 5, dürfte 
wohl ebenfalls eine Spirigera sein : sie ist mir unbekannt geblieben. 
Die Liste der .Set. Cassianer Spirigeren ist also folgende: 

? Sp. quadricostata Münst. sp. 



Spirigera indistineta Begr. sp 

Sp. Wissmanni Münst. sp. 

Sp. subeurvata Münst. sp. 

Sp. Schloenbacbii Laube sp. 

Sp. sufflata Münst. sp. 

Sp. pentagonalis Klipst. sp. 

Sp. Münster i nov. sp. 

Sp. contraplecta Münst. sp. 



Sp. hemisphaeroidica Klipst. sp. 
f Sp. Oppelii Laube (emend.). 
Sp. quinquecostata Münst. sp. 
Sp. multicostata Klipst. sp. 
Sp. ßexuosa Münst. sp. 
Sp. quadriplecta Münst. sp. 



Retzia. 

Schon von den beiden älteren Bearbeitern der Fauna werden 
drei wohl charakterisirte Arten von Retzia angeführt; es sind dies: 
Terebratula lyrata Münst., Spirifer Humboldtii und Spirifer procerrimus 
Klipst. Laube hat fünf Arten : Retzia lyrata Münst. sp., R. procer- 
rima Klipst. sp., R. Arara Laube, R. paehygaster Laube und R. quadri- 
costata Münst. sp. In der Anwendung der älteren Namen hat Laube 
fehlgegriffen. 

Retzia lyrata Münst. bei Laube entspricht durchaus nicht der 
M ü n s t e r'schen Art ; es ist vielmehr eine Art, die weder Münster 
noch Klip stein gekannt haben. Sie möge heissen: Retzia 
Lau bei nov. nom. (Retzia lyrata Münst. sp. bei Laube, pag. 20, 
Tab. XIII, Fig. 3 exclus. omn. syn. !). 

Von ihr wohl unterscheidbar ist die echte Retzia lyrata 
Münst. sp. {Terebr. lyrata Münst., pag. 56, Tab. VI, Fig. 5, non 
Retzia lyrata Münst. bei Laube!). 

Retzia procerrima Klipst. sp. bei Laube ist ebenfalls nicht 
die ursprüngliche Art Klipstein's, sondern steht dessen R. Hum- 
boldtii weit näher , kann aber meiner Ansicht nach auch von 
letzterer Art getrennt werden. Ich nenne sie Retzia Klipsteinii 
nov. nom. (Retzia procerrima Klipst. bei Laube, Tab. XIII, 
Fig. 4, excl. Fig. 3 d, pag. 20 exclus. omn. syn.). 

Für die echte R. Humboldtii Klipstein's, die häufigste 
Art dieser Gattung zu Set. Cassiau, lautet dann die Synonymie 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 8. Verhandlungen. 24 



168 Verhandlungen. J^r. 8 

wie folgt : Hetztet Humboldtii Klipst. spec. (Spirifer 

Humboldt!! Klipst., pag. 233, Tal). XV, Fig. 17. — Betzia procerrima 

Klips/, spec. bei Laube, pr. ])., und zwar Tab. XIII. Fijr. '.'><!. 
Betzia lyrata Quenst. Brach, p. p. Fig. 98?). 
Eine weitere, sein- schöne und woblcharakterisirte Form ist 

Betzia procerrima Klipst. sp. (Spirifer procerrimus Klipst.. 

pag. 233, Tab. XV, Fig. 8 non Betzia procerrima Klipst. bei Laube!). 
Betzia Arara Lau he. Eine leicht kenntliche Art. 
U etzia pachy gast er Laube. Weicht so weit von allen Trias-Retzien 

ab , dass mir ihre Zutheilung zu diesem Genus nicht vollkommen 

sichergestellt zu sein scheint. 
Betzia quadricostata Münst. sp. bei Laube ist, wie schon 

oben erwähnt wurde, keine Betzia, sondern identisch mit Spirigera 

quadriplecta Münst. spec. 

Mit Hinzuzählung einiger neuer Arten sind gegenwärtig folgende 
Retzien von Set. Cassian bekannt: 



Betzia Laubei nov. nom. 
B. Humboldtii Klipst. sp. 
B. Klipsteinii nov. nom. 
B. lyrata Münst. sp. 
B. procerrima Klipst. sp. 



B. Arara Laube. 

B. Münsteri nov. spec. 

B. ladina nov. spec. 

? B. paehygaster Laube. 

f B. spuria Münst. spec. 



Koninckina. 

Zu der altbekannten K. Leonhardi Wissm. spec. tritt noch 
eine neue Art, K. oligocoela nov. sp. 

Koninckella. 

Ist in zwei Arten repräsentirt, Koninckella triadica Bittn. 
(von mir Jahrb. d. geol. R.-A. 1887, pag. 290, Tab. XIV, Fig. 11, 12, 
13 als K. triassina beschrieben) und K. fastigata nov. spec. 

Amphiclina. 

Hierher die beiden, schon Laube bekannten Arten, A. dubia 
Münst. sp. und A. Suessii Laube und eine neue Art, Amphi- 
clina Laubei. 

Die Koninckiniden besitzen also zu Set. Cassian folgende Re- 
präsentanten : 

Koninckina Leonhardi Wissm. sp. 
K. oligocoela n. sp. 
Koninckella triadica Bittn. 
K. fastigata nov. sp. 

Rhynclionella. 

Die häufigeren Rhynchonellen der Fauna stellte schon Graf 
Münstcr's Monographie dar. Klipsteins Arten sind fast alle auf 
Arten Münstcr's zurückführbar, mit Ausnahme von T. trianguiata. 
Eine Art machte Cor nalia bekannt. Laube kennt 5 Arten: Bhynch. 
semiplecta Mstr. sp., B/i. subacuta Mstr. sp., Bh. semicostafa Mstr. sp., 
Illiynch. quadriplecta Mstr. sp. und Bh. cynodon Laube. 



Amphiclina dubia Münst. sp. 
A. Suessii Laube. 
A. Laubei nov. spec. 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Bittner. 169 

Rliynchonella subacuta Mstr. sp. Hierher wohl sicher auch 
Terebratula sellaris Klipst. (non Spirigera sellaris Klipst. sp. hei 
Lau he). 

Rkynchonella semiplecta Münst. sp. Wohl mit Recht wird 
Klipstein's Ter. Joannis Austriae hierhergestellt, wahrscheinlich 
gehört auch seine T. Haueri hierher, ebenso wie Cornalia's 
T. triplecta. 

Rkynchonella semicostata Münst. sp. Einige der breiteren 
Formen, die Laube zu seiner Rh. cynodon zieht, sind vielleicht 
besser hier anzuschliessen. 

Rkynchonella cynodon Lhe. Als Typus der Art möchten wohl 
die schmäleren, hohen Formen zu betrachten sein, die Laube 
Fig. ha abbildet. 

Rkynchonella quadriplecta Münst. sp. DievonLaube unter 
diesem Namen beschriebene Art ist thatsiichlich Terehr. tricostata 
Münst., wie das Münchener Original lehrt. Sie muss also heissen : 
Rkynchonella tricostata Münst. sp. (Ter. tricostata Münst ., 
pag. 57, Tab. VI, Fig. 7. — Rliynchonella quadriplecta Münst. spec. 
bei Laube, pag. 26, Tab. XIV, Fig. 4, alle Synonyme zu streichen 
mit Ausnahme von Terehr. tricostata Münst.). 

Rliynchonella tricostata Münst. sp. ist eine besonders auf- 
fallende Form unter den Set. Cassiancr Rhyncbonellen. Was 
Polifka im Jahrb. 188G, pag. 604, als Rhynch. quadriplecta Laube 
aus dem Dolomit von Mte. Cislon anführt, ist gewiss etwas gauz 
Verschiedenes, höchstwahrscheinlich eine Spirigera. 

Zu diesen 5 Arten Laube's tritt ferner noch hinzu: 

Rliynchonella tri an gu lata Klipst. spec, welche ich nicht 

gesehen habe. Ferner wahrscheinlich : 
'? Rkynchonella sellaris Laube (non Klipstein!), eine in- 

verse Form. Und: 
Rkynchonella Gornaliana nov. nom. (Rhynck. depressa Cornalia) 

der Name musste geändert werden , da er längst vergriffen ist. 
Rhynchonella Pick ler i nov. nom. (Spirigera Oppelii Laube pr. p. 

pag. 10, Tab. XII, Fig. 6 — die Figuren gekünstelt!). 

Endlich kommen einige neue Arten hinzu, so dass die Liste der 
Set. Cassiancr Rhvnchonellen folgende Formen umfasst: 



Rliynchonella subacuta Münst. sp. 

Rh. lingulata nov. sp. 

Rh. semiplecta Münst. sp. 

Rh. semicostata Münst. sp. 

Rh. cynodon Laube. 

Rh. Pichleri nov. nom. 



Rh. tricostata Münst. sp. 

Rh. Gornaliana nov. nom. 

Rh. Blaasi nov. sp. 

Rh. sublata nov. sp. 

? Rynckonella sellaris Laube. 

? Rhynch. triangulata Klipst. sp. 



Zum Schlüsse seien noch die beiden Arten Discina diseoidea 
Schloth. und Crunia Calymene Klipst. spec. (Discina?) erwähnt. 



Es sind also in der Brachiopodenfauna von Set. Cassian folgende 
Genera vertreten: 

24* 



170 



Verhandlungen. 



Nr. 8 



Terebratula ...... mit 11 — 12 Arten 

Waldheimia „ 5 „ 

Thccidium 

Thecospira 

Spiriferina 

Gyrtina 

Spirigera 

Retzia 

Koninckina 

Koninckella 

Amphiclina 

Rhynchonella 

Discina (incl. Cranial) . . „ 

►Summe 79— 84 Arten. 
Gegenüber dem Resultate Laube's wird das vielleicht über- 
raschen, da Laube nur 36 Arten anführt: wenn man aber bedenkt, 
dass schon vor Laube 41 Arten existirten, Laube selbst aber noch 
9 hinzufügte, so erscheint die Vermehrung der Artenzabl dieser Fauna. 
seit deren letzter Bearbeitung über 20 Jabre verflossen sind, von 50 
auf circa 80 keineswegs als etwas Auffallendes. 

Wie ein Blick auf obige Liste lehrt, überwiegen in der Fauna dieSpiren- 
träger weit über die nicht Spiren tragenden Formen. Es sind vertreten: 



Ü— 7 

1 

11 

2 

14—15 

9—10 

2 

2 

3 

-12 

2 



11- 



Spirigera mit 15 

Spiriferina und Gyrtina . „ 13 

Retzia .,10 

Koninckinidae .... „ 7 

Thecidienartige .... „ 8 



Terebratulidae 
Rhynchonellae 



mit 



17 
12 



29 



53 

Also 53 Spirenträger gegen 29 nicht Spiren tragende Formen. 
Dabei sind die Thccidien allerdings schon zu den Spirenträgern gezählt, 
da sie voraussichtlich sich als Thecospira-Arten erweisen werden. 

Spirigera steht sowohl in Bezug auf Artenzahl , als auch auf 
Individuenzahl obenan. Spiriferina und Retzia besitzen wohl zahl- 
reiche Arten, die aber durchaus selten sind. 

Terebratula und Rhynchonella spielen so ziemlich dieselbe 
Rolle in der Fauna; die eine Gattung zählt eine der häufigsten Arten 
(T. Gassiana) zu den ihrigen, die andere besitzt mehrere Arten, welche 
immerhin in grösserer Individuenzahl auftreten. Gegenüber Spirigera 
aber treten beide Gattungen stark zurück. Koninchina ersetzt durch 
die Häufigkeit einer ihrer Arten ihre geringere specifiscbe Differenzirung. 
Koninckina Leonhardi und Spirigera indistincta überwiegen alles Andere 
an massenhaftem Auftreten. Es zeigt sich also in der Fauna ein ganz 
bedeutendes Ueberwiegen der Spirenträger. Wenn man darnach , ins- 
besondere nach der zahlreichen Vertretung der Gattungen Spirigera. 
ferner von Retzia und schliesslich wohl auch von Spiriferina, sowie in 
dem Auftreten der Koninckiniden einen alterthümlicheu Charakter der 
Brachiopodenfauna von Set. Cassian zu erkennen berechtigt ist , so ist 
das schon von Laube, pag. 2, betonte Vorhandensein eines solchen 
Charakters durch die hier mitgetheilten Resultate der neuen Fntersuchung 
abermals vollauf bestätigt und wohl sogar noch schärfer präcisirt worden. 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Cathrein. 171 

A. Cathrein. Petrographische Notizen aus den Salz- 
burg e r und Tiroler Alpen. 

1. Ueber den „Proterobas von Leogang". 

Seit Entdeckung dieses Gesteines J ) und der letzten Mittheilung 
über dessen Verbreitung und Lagerung 2 ) bin ich demselben auf meinen 
Wanderungen im Salzburg-Tiroler Grenzgebiete öfters wiederbegegnet. 
Erstlieb fand ich dieselben diabasartigen Gesteine als Geschiebe in 
dem Bache, welcher bei Zell am See von der Schmidtenhöhe herabkommt, 
später am Aufstieg von Mühlbach im Pinzgau auf den Pass Thurn in 
zahlreichen Findlingen. 

Nachtraglich angefertigte Dünnschliffe von dem im Trattenbach 
bei Pillersee beobachteten Anstellenden des Leoganger Gesteines offen- 
barten unter dem Mikroskope ein Abweichen der Zusammensetzung 
insoferne, als hier die Hornblende seltener wird oder ganz verschwindet, 
wodurch sieh ein Uebergang von Proterobas zu normalem Diabas voll- 
zieht. Ebenso zeigte ein mikroskopisches Präparat des Gesteins von der 
Schmidtenhöhe keine Hornblende mehr, sondern nur Augit. Gleichwohl 
bleibt die Structur, sowohl makroskopisch als auch mikroskopisch, eine 
echt diabasische, indem die Plagioklase leistenförmig erscheinen. 
Auf dieses Verhalten noch einmal zurückzukommen und dasselbe be- 
sonders zu betonen, zwingt mich eine Bemerkung von Rosenbusch, 
welcher den Proterobas von Leogang „seiner Structur nach lieber zum 
Augitdiorit stellen möchte". :; ) Indessen beruht dieses Urtheil lediglich 
auf der Anschauung eines einzigen von mir erhaltenen winzigen Splitters 
und Dünnschliffes, während meine Erkenntniss von der diabasischen 
Structur nicht nur durch Beobachtung unzähliger Stücke, sowie an- 
stehender Felsmassen begründet wird , sondern auch durch die völlige 
Uebereinstimnmng der zum Vergleich herangezogenen typischen fielitel- 
gebirgischen und sächsischen Proterobase. Uebrigens kann diese Structur- 
bezeichnung auch durch die in meiner zweiten Notiz erwähnte Tafel- 
form des Plagioklases nicht erschüttert werden, da letztere bekanntlich 
auch bei den echten Diabasen getroffen wird. Es ist also die durch 
die leistenförmigen Feldspathschnitte bedingte Diabasstructur als 
ein geradezu charakteristisches und auszeichnendes Merkmal der 
Leoganger Gesteine festzuhalten und die Bezeichnung Proterobas, 
beziehungsweise Diabas vom eng petrographischen Standpunkt, hin- 
sichtlich der Bestandteile und Structur, sowie der dunkleren Gesteins- 
farbe vollauf berechtigt, wobei allerdings die geologischen Verhältnisse. 
auf welche ich schon aufmerksam gemacht habe 4 ) , noch zu berück- 
sichtigen wären. 

Ich hoffe, später noch Gelegenheit zu finden, über die Verbreitung, 
Lagerung und Zusammensetzung dieses interessanten Gebirgsgliedes 
eingehender zu berichten. 



') Neues Jahrbuch für Mineralogie etc. 1883, II, 183 (Referat hierüber diese 
Verhandlungen. 1883, pag. 282.) 

2 ) Neues Jahrbuch f. Min. 1887, I, 113. (Referat hierüber diese Verhandlungen. 
1887, pag 131.) 

: ') Mikroskopische Phvsiographie der massigen Gesteine. 1887, 2. Auflage, pag. 209. 

4 ) Neues Jahrbuch f.' Min. 1887, I, 113 u. 114. 



172 Verhandlungen. J^r. 8 

2. Ueber den ,.Augitporphy r" von Pillcrsec. 

Eine petrographische l rntersuchung dieses im Bietzerbach bei Piller- 

see entdeckten Gesteines wurde bereits vor zwei Jahren veröffentlicht. 1 
Später fand ich es auf einer Tour von Hochfilzen nach Fieberbrunn häufig 
unter den Geschieben der Pillersee-Ache weit vor ihrer Vereinigung 
mit dem Bletzer Bache , woraus auf dessen Verbreitung im südlichen 
Gebirgszuge dieser Gegend geschlossen werden darf. Im letzten Herbste 
dann bemerkte ich dieselben Geschiebe im Auracher Bache unweit 
Kitzbühel, welcher den dem Bletzer Graben gegenüberliegenden Abhängen 
entquillt, so dass ein Anstehen dieses Gesteines am wasserscheidenden 
Gebraranken, Bisehofkogel und Mottstein wahrscheinlich wird, womit 
das eben erwähnte Auftreten seiner Geschiebe im Oberlaufe der Pillersee- 
Ache, welche in diesem Gebirgsstock entspringt, stimmen würde. 

Eine weitere Wahrnehmung , welche ich an den Geschieben der 
Pillersee-Ache gemacht habe, betrifft die Structur des Gesteines und 
ist umso bemerkenswerther , als dadurch ganz ebenso wie bei dem 
besprochenen Proterobas begründete Bedenken erhoben werden gegen 
die eruptive Genesis, und namentlich auf Grund von allmäligen 
l ebergangen der massigen in vollkommen schieferige Abarten ihre Zu- 
gehörigkeit zu den krystallinisehen Schiefern wahrscheinlich 
wird. In den schieferigen Varietäten ist die Chloritisirung des Augits. 
auf welche ich schon früher hingewiesen habe, gewöhnlich weiter vor- 
geschritten, so dass an Stelle der Augitkrystalle häufig Chloritaggregate 
erscheinen. Eine versteckte Schieferung kann füglich selbst an den ganz 
massigen Stücken bei der Bearbeitung mit dem Hammer meistens ent- 
deckt werden, und spielt daher die massige Structur hier dieselbe Rolle, 
wie bei vielen Gneissen und Amphiboliten. Uebrigens ist die elementare 
Zusammensetzung und echt porphyrische Structur, wie ich bereits in 
meiner ersten Mittheilung hervorgehoben , vollkommen zutreffend für 
Augitporphy r, eine Abweichung davon kann höchstens in der 
lichteren durch Erzarmuth bedingten Farbe des Gesteines erblickt werden. 

Sobald es die Zeit gestattet, gedenke ich weitere Studien, zumal 
über Lagerungsverhältnisse und Verbreitung dieses merkwürdigen Augifr- 
gesteines auszuführen. 

3. Ueber den Chlor itoidphyllit von G erlös. 

Ein erneuter Besuch von Gerlos ergab wieder einige Beobachtungen 
über den unlängst dort entdeckten Chloritoidphyllit zur Ergänzung meiner 
(Vidieren Darstellung. 2 ) Vorerst ist eine Abänderung vom normalen 
Chloritoidphyllit zu erwähnen , bei welcher der Chloritoid nicht in 
einzelnen Blättchen gleichmässig durch das Gestein vertheilt. sondern in 
grösseren, nach der Schieferung gestreckten, unregelmässigen Aggregaten 
erscheint ; ausserdem fehlt hier das rhomboedrische Carbonat, der Ankerit, 
vollständig. Diese Varietät fand sich zusammen mit dem normalen 
Chloritoidphyllit im Oberhofer Bache. 

Bemerkenswerth ist ferner ein noch nicht erwähnter accessorischer 
Gemengtheil des Chloritoidphyllites, nämlich S c h w e f e 1 k i e s in Würfeln, 



') Diese Verbandlungen. 1887, pag. 86. 
2 ) Diese Verhandlungen. 1888, pag. 159. 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Cathrein. |73 

welche 5 Millimeter Kantenlänge erreichen , mit einer Verwitterungs- 
rinde von Brauneisenerz betleckt und von einem parallelfaserigen Quarz- 
hof umgeben sind, wobei der Ansatz dieses Gesteinselementes besonders 
in der Richtung der Gesteinsstreckung erfolgte. 

Weiterhin ist hervorzuheben das Auftreten von Quarz, welcher 
theils Queradern, theils der Schieferung conforme Einlagerungen bildet, 
wobei lagenweise unter Zurücktritt der Glimmerhäute Quarzchloritoid- 
gemenge , also Uebergänge zum eigentlichen Chlori toidschi efer, 
ähnlich jenem aus dem Grossarithal J ), zur Entwicklung kommen. 

Bezüglich der Verbreitung des Chloritoidphyllites wäre beizufügen, 
dass ich die Spuren desselben auf dem Wege von ({erlös gegen Pinzgau 
etwa drei Kilometer weit verfolgen konnte , ja an einer Stelle im 
Walde durchquert er den Weg, und auch jenseits der Salzburger Grenze, 
wo der Pfad zur Krimmler Platte hinaufzieht, fand ich typische Stücke 
mit grösseren Chloritoidblättchen. 

Die mm folgenden drei Gesteine wurden von Herrn Professor 
v. Pichler aufgefunden und mir zur näheren Untersuchung überlassen. 

4. Ueber Eklogit aus der Sill. 

Das vorliegende Geschiebe, dessen Anstehendes nach Mittheilung des 
Herrn Prof. v. Pichler im Stubeithal sich finden soll, erscheint makro- 
skopisch aus 0'5 — 2 Centimeter langen, faserigen, schimmernden, 
hellgrasgrünen und augitisch spaltbaren Körnern, welchen ebenso gefärbte, 
glänzende Leistchen in der Richtung der Faserung oder auch schief 
dagegen eingewachsen sind, und aus braunen , schwärzlichgrün um- 
randeten Granatkrystallen von 1 — 3 Millimeter Durchmesser zusammen- 
gesetzt. Zwischen diesen ungefähr in gleicher Menge auftretenden Bestand- 
theilen liegt, gleichwie eine Grundmasse, ein bald grasgrünes, bald 
grünlichweisses, dichtes und splitteriges, kurz saussuritähnliches Aggregat, 
untergeordnet auch glänzend weisse krystallinische Partien, welche aus 
Feldspath zu bestehen scheinen. Von accessorischen Gemengtheilen sieht 
man vereinzelt glänzende Pyritkörnchen. In der lagenweisen Vertheilung 
der wesentlichen Bestandteile kennzeichnet sich die Schiefernatur 
des Gesteines. 

Durch die mikroskopische Untersuchung wurde vor Allem 
das grasgrüne Element als m p h a c i t erkannt. Derselbe zeigt un- 
regelmässige, farblose bis blassgrünliche Schnitte, welche in der Mehr- 
zahl der Fälle faserig und trüb erscheinen in Folge ihrer Spaltrisse, 
massenhafter Rutileinschlüsse und der schon mit freiem Auge und be- 
sonders deutlich mit der Lupe wahrgenommenen perthitähnlichen Ver- 
wachsung mit unzähligen färblosen , theils schmalen, theils breiteren, 
unter sich und zur Spaltenlichtung der Omphacitsäulen parallelen Leist- 
chen und auch schief eingelagerten grösseren Nadeln. Dieselben gehören 
offenbar dem gewöhnlichen Begleiter des Omphacites, dem Smaragdit 
an, was auch ihre geringe Auslöschungsschiefe von 18—22 Graden 
gegenüber der beim Omphacit beobachteten grösseren von 36 — 40 
Graden beweist, während sich die chromatische Polarisation bei beiden 
gleichartig und lebhaft zeigt. Die scharfe Abgrenzung zwischen Smaragdit- 

•) Mineralogische und petrograpli. Mittheilungen. 1886, VIII, 331. (Ref. diese 
Verhandlungen. 1887, pag. 195.) 



1 j | Verhandlungen. }^ r g 

lamellen und Omphacit, ihre gleichmässige Vertheilung und nicht vom 
Rande oder Spalten und Klüften ausgehende Ansiedlung, die nirgends 
vollständige Verdrängung der Omphacitsubstanz , das Felden von 
Omphacitkernen , kurz, die ganze Erscheinungsweise spricht für eine 
ursprüngliche Verwachsung und gegen eine Neubildung und 
Umwandlung. Sämmtliche Omphacitschnitte erschienen einfach bis auf 
einen, an dem zwei durch eine deutliche gerade Zwillingsnaht getrennte 
Theile wahrgenommen wurden. Die erwähnten charakteristischen 
Rutileinschlüsse, welche nicht nur im Omphacit, sondern auch 
im Smaragdit, obwohl in geringerer Menge erscheinen, sind nieist ringsum 
und scharf ausgebildete Krvställchen mit pyramidalen Enden und oft 
in parallelen Richtungen angeordnet. Daneben fehlen nicht grössere, 
rothbraune Säulen und Körner von Rutil, womit auch schwarzes Erz 
verwachsen ist. 

Der zweite wesentliche Gesteinsgemengtheil . der Granat, zeigt 
die bemerkenswerthe Umwandlung in Hornblende, welche ich 
bereits eingehend besprochen habe J ) , in unzweideutiger Entwicklung ; 
der scharf dodekaedrische Rand wird von einem körnigen oder auch 
stängeligen Aggregat lebhaft pleochroitischer , blau- bis grasgrüner 
Hornblende eingenommen, gegen welche sich der noch unveränderte 
(Jranatkern meist unregelmässig abgrenzt, und welche Hornblende auch 
die Klüfte der Granatkrystalle erfüllt. Ueberdies zeigt der Granatkern 
da und dort beginnende Chloritisirung. 

Ausserdem fanden sich in dem Gestein feinkörnige Aggregate 
lappiger Hornblende, welche farblos bis gelblichgrün und mit 
äusserst feinfaserigen, daher trüben Hornblendebüscheln eng verbunden 
erscheint. Diese eigenthümlichen Amphibolmodificationen , auf welche 
ich schon die Aufmerksamkeit gelenkt habe 2 ) , sind es , welche vor- 
wiegend die makroskopisch saussurit- oder nephritartigen Gesteins- 
partien darstellen und gewiss die Zähigkeit desselben verursachen. 

Solche lappige und faserige Hornblendehaufen stellen sich be- 
sonders auch im Omphacit in geringeren bis grösseren Mengen ein. 
welche eine wolkige Trübung hervorrufen und überwuchern ihn von 
Spalten und Sprüngen aus, so dass es den Anschein gewinnt, man habe 
ein Umwandlungsproduct des Omphacites vor sich. 

Selten waren in dem untersuchten Dünnschliffe farblose Körner- 
anhäufungen mit matten, bläulichgrauen Interferenzfarben zu sehen, in 
welchen man Orthoklas vermuthen kann. Vereinzelte undurchsichtige 
Körner mit metallischgelben Reflexen und dunkelbraunen Limonithöfen 
entsprechen dem Pyrit. 

Das besprochene Gestein gehört sohin nach Bestandtheilen und Structur 
zum Eklogit, welcher ein in Tirol noch wenig erforschtes Gestein ist. 

5. U e b c r einen S t u b e i e r A m p h i b o 1 i t mit epidotisirtem 

Zoisit. 

Das vorliegende Geschiebe lässt mit freiem Auge ein Gemenge von 
durchschnittlich 1 Zentimeter langen und 1 Millimeter breiten glänzenden 

') Zeitschrift für Krystallographie u. Min. 1885, X. 441. (Referat in diesen 
Verhandlungen fehlt.) 

'-) 1. c. pag. 437, 442 und 443; Taf. XIII, Fig. 3 und 5. 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Cathrein. 175 

Hornblendesäulen von grünlichschwarzer Farbe und ausgezeichneter Spalt- 
barkeit erkennen. Darin gleichsam porphyriscb eingebettet treten, nach 
Art der Diabasfeldspathe , massenhaft gräulich- bis gelblichweisse und 
gelblichgrüne , theils matte , theils glänzende, zugespitzte Leisten in 
obigen Dimensionen lebhaft hervor. Vereinzelt zeigen sich glänzende 
Pyritkörnchen. Das Gemenge ist sehr innig und fest , dabei ist eine 
Schieferung und Streckung der Gemengtheile, namentlich an der Horn- 
blende deutlich erkennbar, während die hellen Nadeln in der Schiefe 
rungsebene alle möglichen Lagen einnehmen. Ausserdem zeigt das 
Gestein auch eine Bänderung durch Wechsel von dunklen hornblende- 
reicheren mit helleren Lagen. 

Das mikroskopische Studium gibt vorerst einen interessanten 
Aufschluss über die Natur der lichten Säulen. Dieselben erscheinen 
stets ohne Endflächen und niemals einheitlich, vielmehr aggregirt, und 
zwar aus nahezu gleichlaufenden kürzeren Säulchen zusammengesetzt. 
Letztere zeigen oft giebelförmige Enden und immer ausgezeichnete 
Quergliedernng, starkes Relief, äusserst lebhafte Polarisationsfarben und 
schwachen Pleochroismus von farblos parallel ihrer Längsaxe zu gelblich 
für dazu normale Schwingungen. Die Auslöschung ist stets gerade. 
Alle diese Eigenschaften verweisen bestimmt auf Epidot. Die scharfen 
ununterbrochenen und einheitlichen Umrisse der Leisten, welche aus 
eben diesen Epidotsäulchen aufgebaut und damit erfüllt sind , wider- 
sprechen der Annahme, dass wir es mit ursprünglichen Epidotbündeln 
zu thun haben, vielmehr muss man an eine Pseudomorph ose von 
Epidot denken. Die aufmerksame Beobachtung führte denn auch auf 
die Spuren des formgebenden, ursprünglichen Minerales, dessen Reste 
hier und da als farblose , nicht pleochroitische Kerne mit demselben 
starken Brechungsvermögen, aber schwacher Doppelbrechung in blauen 
und grauen Polarisationsfarben und mit gerader Anslöschung zu er- 
kennen sind. Bezeichnend ist auch noch ihre Querabsonderung, welche 
ungestört auf die randlichen Epidotsäulchen übergeht. Die erwähnten 
Merkmale lassen in dem ursprünglichen Minerale Zoisit erkennen. 
Dass aber der Epidot in der That durch Metamorphose des Zoisites 
entstanden ist, wird weiterhin dadurch bestätigt, dass mitunter die noch 
durchwegs quergegliederten Zoisitsäulen von einem feinkörnigen trüben 
Epidot, so wie er im Saussurit aufzutreten pflegt, erfüllt werden, welche 
Epidotmodification mit der stängeligen wechselt und durch Uebergänge 
verknüpft erscheint. Ebenso werden frische Zoisitkerne von Epidotwolken 
umhüllt. Es liegt somit eine merkwürdige und meines Wissens noch 
nicht bekannte Pseudomorph ose von Epidot nach Zoisit 
vor, welche in Anbetracht der Isodimorphie der Substanzen analog ist 
der Paramorphose des Uralites, noch mehr jedoch der Umwand- 
lungs-Pseudomorphose von Albit nach Orthoklas gleicht, welche jüngst 
Saue r in den Graniten von Socotra nachgewiesen hat. x ) 

Der zweite Hauptbestandteil, die Hornblende, ist ganz gewöhn- 
licher Art, prismatisch ohne Endflächen mit einem Pleochroismus von 
grau- zu gelblichgrün. Unter den accessorischen Gemeiigtheilen ist am 
häutigsten Rutil in scharf ausgebildeten Kryställchen als Ehischluss 



J ) Zeitschrift der deutschen geolog. Gesellschaft. 1888. XL, 146—152. 
K. k. geolog. Reichsanstalt. 188s». Nr. s. Verhandlungen. 25 



17h Verhaudlungeu. \)- g 

in der Hornblende und im Epidot, in diesem jedoch weniger reichlich; 
\ ereinzelt sind Sphenaggregate, Quarzkörner, ßiotit und Pyritkörnchen 
mit Limonitsäumen. 

Nach diesem Befunde war also das untersuchte Gestein, welches 
nach Mittheilung des Herrn Prof. v. Pich ler wie das folgende im 
Stubeithale anstehen soll, ursprünglich ein Z o isi t am phib o li t. dessen 
Zoisit nunmehr der Epidoti sirung anheimgefallen ist. 

Von demselben Gestein besitze ich ein Diluvialgeschiebe, welches 
mir vor einigen Jahren in der Brandenberger Ache bereits aufgefallen war. 

6. Lieber einen St üb ei er Amphibolit mit biotitisirtem 

Gran a t. 

Das schwärzliche Geschiebe ist schwach aber doch unverkennbar 
schieferig. indem schniutzigweisse Partien und Granaten lagenweise 
auftreten. Schimmernde, schwarze, kleinkörnige und faserige Hornblende 
bildet mit grauen und gelblichen Körnchen ein Grundgemenge, aus dem 
vereinzelte Pyritkörnchen aufleuchten; in demselben treten zahlreiche, 
durchschnittlich etwa 3 Millimeter messende G r a n a t f o r m e n porphyrisch 
hervor, welche auffallender Weise einen von einem schmutzigweissen 
Hof umgebenen Kern von glänzendbraunen Biotit blättchen, 
seltener von rothbraunem Granat zeigen. Der Biotitkern besitzt stets 
äusserst scharfe, dem Dodekaeder entsprechende Umrisse, meistens in 
Form von Hexagonen , Quadraten oder Pentagonen. Die Umrandung 
dieses Kernes hingegen ist nach aussen gewöhnlich unscharf, es geht 
vielmehr allmälig in die umgebende Gesteinsinasse über, in welcher 
auch seine Elemente wiedergefunden werden. Ferner ist der weisse 
Plof ganz ungleichmässig breit und häufig nach der Streckungsrichtung 
des Gesteines ausgezogen und linsenförmig zugespitzt; auch zeigt er 
mitunter einen schaligen Aufbau, indem sich eine Zone von Hornblende 
oder Granat, beziehungsweise Biotit einschaltet, wodurch Perimorphosen 
zur Entwicklung kommen. Die noch erhaltenen, frischen Granaten sind 
ebenso scharf umrandet als die Biotitaggregate . welche sie ersetzen. 
Sowohl in den Granat- als Biotitkernen sieht man unregelmässige Ein- 
schlüsse und Adern der weisslichen Randsubstanz, welche oft bewirken, 
dass die Granatformen und damit natürlich auch die Biotitpseudo- 
morphosen mangelhaft oder in einzelne Partien aufgelöst erscheinen. 
Besonders lehrreich ist auch die vom Wasser bearbeitete Oberfläche 
des Geschiebes, da man hier deutlich den Uebergang des weissen Hofes 
in die Gesteinsmasse verfolgen kann und das ursprünglich von Granat 
eingeschlossene Geäder der weisslichen Substanz skelett- oder netzartig 
hervortritt, nachdem der die Maschen erfüllende Biotit in Folge seiner 
Weichheit ausgewaschen , während der viel härtere Granat zurück- 
geblieben ist. 

Die mikroskopische Betrachtung des Dünnschliffes ergab 
als vorwiegendsten Bestandtheil die Hornblende, welche prismatisch, 
selten mit Endflächen entwickelt ist und deutlich die Spaltensysteme. 
sowie starken Pleochroismus von blaugrün zu grün zeigt. 

Zunächst fallt nun eine farblose, klare Grundinasse in das Auge, 
in welcher die Hornblende eingebettet ist. Im polarisirten Lichte ent- 
hüllt siel) dieselbe als ein Aggregat von vorwaltendem Plagioklas 



Nr. 8 Bericht vom 31. Mai. A. Cathrein. 177 

mit untergeordnetem Quarz. Ersterer ist vollkommen friscli , zeigt 
Spalten und kurzsäulige Entwicklung. Die Zwillingsstreifung ist ah und 
zu sehr deutlich . häufig aber versteckt und in einem und demselben 
Korn unterbrochen. Die Polarisationsfarben sind matt bläulich und 
gelblich. Die Continuität zwischen gestreiften und ungestreiften Partien, 
sowie die übrigens völlige Gleichartigkeit der Schnitte lassen die Bei- 
mengung von Orthoklas unbestimmt. Der Quarz hingegen tritt in grösseren 
spaltenlosen , unregelmässigen und gelappten Körnern mit lebhafter 
chromatischer Polarisation auf. 

Ein weiterer wesentlicher Gemengtheil, der Epidot, Charakteri- 
stik sich durch vorwiegend ungemein scharfe Krystallausbildung als 
primäres Element. Davon finden sich auch grössere Körner und parallel 
stängelige Aggregate, oder es setzt sich ein grösseres Korn randlich in 
kleinere Säulchen mit paralleler Stellung fort. 

Bezüglich der Granaten gibt das mikroskopische Bild Auf- 
klärung über die Natur ihrer weissen Höfe und Einschlüsse, indem die- 
selben aus dem gesteinsbildenden Plagioklas und Epidot bestehen, 
welch letzterer in den scharfen primären Säulchen erscheint. Man sieht 
recht klar die Verschmelzung der Granathöfe mit dem Cesteinsgemenge. 
Als Zcisctzungsproduct von Granat kommt zum braunen, stark absor- 
birenden Biotit noch etwas Chlorit mit entsprechendem Pleoclnois- 
mus von graugrün _]_<• zu gelbgrün || c. Deutlich ist auch der allmälige 
IYbergang der Granatsubstanz in den Biotit wahrzunehmen. 

Accessorisch erscheinen : A p a t i t in starkbrechenden, farblosen, quer- 
gegliederten, bläulich polarisirenden Säulen, B r aims p a t h grösstentheils 
in Limonit zersetzt und schwarzes Erz in grösserenKörnern. sowie Quadraten, 
Rhomben und Sechsecken, welche wohl auf Magnetit schliessen lassen. 

Von besonderem Interesse ist an dem beschriebenen Granat- 
amphibolit der Nachweis einer Um wandlungs-Pseud omor- 
phose von Biotit nach Granat, welche bis jetzt am Tiroler 
Granat noch nicht bekannt war und überhaupt selten zu sein scheint, 
nachdem eine Umwandlung in braunem Glimmer nach Blums Dar- 
stellungen nur am sogenannten Spessartit von Stengerts bei Aschaffen- 
burg sicher beobachtet ist 1 ), während die anderen Beispiele die Neu- 
bildung von Muscovit und Chlorit betreffen, oder die bezüglichen Angaben 
sieh auf Verwechslung von Glimmer mit Chlorit zurückführen lassen. 2 ) 



Auch von der Neubildung von Chlorit liegt mir ein 



'& 



aus- 



gezeichnet typisches Präparat vor aus einem Diluvialfindling, welchen 
Herr Prof. v. Pich ler bei Innsbruck entdeckt hat. Die Gesteinsgrund- 
masse besteht wiederum aus dem bekannten lappig feinkörnigen Horn- 
blendeaggregat ; die enthaltenen Granatformen weisen randlich seeundäre 
Hornblende auf, wogegen das Innere von radialfaserigen Chlorit- 
aggregaten, denen sich wenig Biotit und selten ein Granatrest beigesellt, 
erfüllt wird. 

Die Bildung von Biotit und Chlorit wird sich an magnesiahältigen 
Eisen-Thongranaten vollziehen, während kalkhaltige Epidot und Plagio- 
klas zu liefern vermögen. 



') Pseudomorphosen des Mineralreiches. 1863, III. Nachtrag;, pae. 92. 
2 ) Blum, Pseudomorphosen. 1879, IV. Nachtrag, pag. 44; Pichler, Neues 
Jahrbuch f. Min. etc. 1871, pag. 55. (Ref. diese Verhandlg. 1871, pag. 30.) 



[78 Verhandlungen. JJ,-_ g 

Literatur-Notizen. 

E. Hatle: Beiträge zur mineralogischen Topographie 
der Steiermark. Mittta. des naturwissensch. Vereines f. Steiermark. 
Jahrgang 1888, Graz 1889. Sep.-Abdr. 8 S. 

Auf Calcitdrusen aus dem Bleibergbau bei Deutsch-Feistritz fanden 
sich vereinzelte , meist zu radialstrahligen Büscheln aggregirte haarfeine Nadeln . die 
als Göthit bestimmt wurden, welches Mineral für Steiermark neu ist. Der Calcit 
zeigt die Formen — l /s #, M01l2) und oc Ä(I010). Auf einem Stück sind Pyrit- 
krystalle mit den Formen (111) und (100) dem Calcit aufgewachsen. 

Vom A schacherfei s en bei Neuberg stammen Calcitdrusen, deren 
Krystalle die Combination R'A, jt (2131) und — '., jR(0112) aufweisen. Die Unterlage 
besteht aus Kalkspath, Zinkblende, Schwefelkies und devonischem Schiefer. 

Gyps von Gams bei Hieflau. Die fast wasserhellen Krystalle einer Drnse 
besitzen folgende Formen: (111), (110), (010) und (KM); sie sind nach (111) breit 
säulenförmig. 

Aus dem Lorenzergraben bei St. Lorenzen im Paltenthale wird Pikros- 
m i n und aus einem alten Stollen ausgetragener Brauneisenocker angeführt. 

Im Katzgraben bei St. Dionysen fand sich in neuerer Zeit ein Magnetit- 
vorkommen in Begleitung von Talk. Vom Rabenstein stammen Calcit- und 
Pyritkry stalle von gleicher Formentwicklung wie jene von Deutsch- Feistritz, die 
Unterlage bilden Kalkspath, Schwefelkies, Zinkblende und Quarz, auch Schwerspath 
gesellt sich hinzu, die zusammen auf devonischem Schiefer lagern. 

Im Deutsch-Feistritzer Bergbau fanden sich im alten Mann auf dem 
Bergversatz Ueberzüge von drusigem Gyps und nierenförmigem Zinkspath. 

Es werden noch angeführt: unreiner Graphit vom östlichen Bacherabhange 
bei Pollana nächst Kötsch , Bergkrystall vom Bachergebirge in der Nähe von 
Oplotnitz, Pyrit von Zellnitz bei Marburg Calcit vom Husarensprung 
bei Marburg und eine Olivinbombe von Weissen!) ach. 

An dem von Hatle in seinem Werke „Die Mineralien des Herzogthums Steier- 
marks" beschriebenen Pyrit vom Rötzgrab en bei Trofaiach hatte später H. Hoef er 
das Vorkommen des Pentagondodekaeders (610) angegeben. 1 ) Hatle hat nun neuerlich 
60 lose und 5 eingewachsene Krystalle von demselben Fundorte untersucht, von denen 
nur 17 keine Pentagondodekaederflächen aufweisen, alle übrigen zeigen (210). Das 
von Hoefer beobachtete Pentagondodekaeder fand sich nicht vor. (Foulion.) 

O. Luedecke: Ueber Datolith. Eine mineralogische 
Monographie. Zeitschr. f. Naturwissensch. 1889, B. 61, S. 235 — 404. 
Tafel IV bis incl. IX. 

Es ist hier nicht der Ort, auf die umfangreiche Arbeit einzugehen, die neben 
den zahlreichen eigenen Beobachtungen eine kritische Behandlung der ganzen ein- 
schlägigen Literatur in sich schliesst, sondern sei lediglich auf die, die österreichischen 
Vorkommen Bezug habenden Capitel hingewiesen. Alles was bisher über die Funde von 
der Seisser Alpe, Theiss bei Klausen und Kuchelbad bei Prag bekannt wurde, findet 
sich kritisch gesichtet vereint beisammen ur.d wird durch eigene Bemerkungen ergänzt. 
An der Hand dieses Werkes wird es künftighin leicht sein, sich in den schwierigen 
Verhältnissen des Datolith zurechtzufinden und können wir dem Autor für die Schaffung 
dieser Monographie nur bestens danken und wünschen, dass sie auch separat im Buch- 
handel erscheint. (Foul Ion.) 



l ) Siehe Ref. diese Verhandlungen. 1883, S. 304—305. 



Wrlag von Alfred Holder, k. k. Hof- ujid Universitäts-Buchhändler in Wien, Rothenthnrmstr. 15. 

»nick von Gottlieb Oistel * Comp, in Wien. 




N" 9. ÄÄ>la8^Ä 1889. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Bericht vom 30. Juni 1889. 

Inhalt: Eingesendete Mittheilungen: Weithofer K. A. Tapir und Nautilus 
aus obei'österreichischen Tertiärablagerungen. R. Hoernes. Bemerkungen zur Zinnwalder 
Frage. R. Hoernes. Zur Geologie öntersteiermarks. 1. Das Vorkommen von Fusulinen- 
kalk bei Wotschdorf. D. Stur. Kine Sammlung fossiler Pflanzen aus der Kreideformation 
Böhmens. — Literatur - Notizen: A. Rothpletz. Georg Böhm. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Mittlieiluiiuren verantwortlich. 



Eingesendete Mittheilungen. 

Weithofer K. A. Tapir und Nautilus aus oberöster- 
r e i c h i s c h e n Tertiärablage r u n g e n. 

Vor Kurzem übergab mir Herr Prof. Suess, dem bierfür meinen 
verbindlichsten Dank auszusprechen mir gestattet sei, zur näheren Be- 
stimmung zwei interessante Fossilien , die er bei einein Besuche der 
Stadt Linz im dortigen Museum Francisco-Carolinum Vorgefunden hatte. 
Sie wurden beide bereits in einer Arbeit Herrn Prof. H. Com men das 
„Geognostische Aufschlüsse längs der Bahnen im Mühlkreise" 1 ) erwähnt. 
Sie stammen nach diesem Autor aus dem Ebner Einschnitte der Mühl- 
kreisbahn, 20 - 8 bis 21*1 Kilometer von Linz. Der Einschnitt bietet 
folgendes Profil'-): „Oberflächlich Mergel mit Eisenkiesknollen und 
Versteinerungen etwa 10 Meter mächtig', darunter 80 Centinieter 
Lehm und die wasserführende „Rutschschichte", hierunter abermals 
eine 27 Centimeter mächtige Mergelschichte, endlich fester Sand, resp. 
Sandstein, auf welchem der Bahnkörper fundirt werden konnte. Die 
erwähnten Versteinerungen zeigen sich als zwei Kiefer frag m e n t e 
mit Backenzähnen eines Säugers und als ein wunderschöner 
Nautilus, beide von Schwefelkies durchdrangen (vergl. Fig. 8 und 9)". 

Letzteres Fossil ist ein, wie erwähnt, ganz in Pyrit verwandelter, 
echter Nautilus, und bietet daher schon als solcher, bei der ausser- 
ordentlichen Seltenheit dieser Gattung in jünger als eoeänen Schichten, 
besonderes Interesse dar. Er dürfte sich am nächsten noch an Nautilus 



') Jahresbericht des naturwissensch. Vereines in Linz. 188" 1 . — Wie mir Herr 
Prof. H. Com men da nachträglich auf privatem Wege freundlichst mittheilte, sollen 
nach den Angaben des Herrn Streckenvorstandes J. Ritt. v. Aigner noch mehr 
Knochen an dieser Stelle gefunden worden sein, von denen jedoch nur diese beiden 
Objecte zu retten möglich war. 
a ) 1. c. pag. 21, Fig. 6- 
K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. a. Verbandlungen. 26 



1 S( ) Verhandlungen. J^r. 9 

Mlionii Michelotti aus dem Miocän von Turin anscbliessen , wenn er 
auch in der Form nicht ganz unbedeutende Abweichungen zeigt. 1 ) 

Der citirte Sauger ist ein Angehöriger des Genus Tapirua. Das 
mir vorliegende Stück ist ein rechtes Oberkieferfragment mit wahr- 
scheinlich den beiden Molaren 1 und 2, wobei jedoch an letzterem die 
Innenhälfte abgebrochen ist, Bei der ausserordentlichen Schwierigkeit 
der Bestimmung isolirter Tapirzähne kann einer unter solchen Um- 
standen erfolgten Diagnose natürlich nur ganz approximativer Werth 
zugesprochen werden. Aus Fr. Teller's vor Kurzem erschienener 
Arbeit'-) ergibt sich, dass wir bis jetzt aus unseren Tertiärablagerungen 
von nur drei Species sichere Kennzeichen besitzen : Tap. Helvetius 
H. v. M., priscus Kaup und Hungaricus H. v. M., von denen Tap. 
Helvetius der kleinste, Tap. priscus der grösste ist. Die Maasse der 
vorliegenden Zähne stimmen nun fast vollständig mit ersterem überein. 3 ) 
Sie betragen : 

,, | Länge, aussen 17 Millimeter 

Ml | Breite, in der Vorderhälfte . 20t> „ 

M 2 Länge, aussen IT „ 

Die Fauna, mit der Tap. Helvetius in der Schweiz vergesellschaftet 
vorkommt, ist (nach Meyer, 1. c.) im Wesen annähernd dieselbe, wie 
sie im oberen steierischen Kohlenhorizonte (Leoben, Eibiswald. Köflach, 
Pitten etc.) angetroffen wird. 

Nach diesen überaus dürftigen Anhaltspunkten auf das relative 
Alter der Fossilien in irgend einer bestimmteren Weise schliessen zu 
wollen, davon kann wohl nicht gut die Rede sein. Mit einiger Sicher- 
heit kann nur das Miocän als geologischer Horizont dieser Petrefacte 
angegeben werden, innerhalb welchem nach jetziger Kenntniss vielleicht 
die älteren Schichten wieder zunächst in Betracht kommen dürften. 
Auch das anhaftende Gesteinsmaterial zeigt sich dem oberösterreichischen 
Schlier, der ja in unmittelbarster Nähe unserer Fundstelle am Südrande 
des böhmischen Massivs sehr verbreitet auftritt, vollständig gleich. 

R. Hoernes. Bemerkungen zur Zinnwalder Frage. 
(Schreiben an Bergr. C. M. Paul, ddo. Graz, 21. Mai 1889.) 

— Wenn ich Dich heute mit einigen Zellen behellige, so geschieht 
es, um einige Bemerkungen an Herrn Professor Laubes Erörterung 
der Zinnwalder Frage in der letzten Nummer der „Verhandlungen" 
zu knüpfen und Dich um Veröffentlichung derselben an gleicher Stelle 
zu ersuchen. 

Nach wie vor betrachte ich diese Frage als eine offene, von der 
ich hoffe, dass sie in Bälde durch eingehende Untersuchung von Seite 
eines tüchtigen Petrographen ihre Lösung finden wird. Lediglich 
Wahrscheinlichkeitsgründe sind es, welche mich für die Ansicht Revers 



M Vergl. L. Bellardi, I molluscin dei terreni tertiari del Pienionte e della 
Liguria. Parte I. Torino L872, pag. 20; Tafel III, Fig. 1 und G. Michelotti, 
Descriptions des Fossiles des terrains miocenes de l'Italie septentrionale. Leide 1847, 
pag. 347—48, Tafe] JV, Fig. I und 6 

'-') Fr. Teller, Ein plioeäner Tapir aus Siidsteicrmark. Jahrb. k. k. geol. R.A. 
1888, 38. Bd., pag. 729. 

'■'■) Nach ff. v. Meyer, Die fossilen Reste des Genus Tapirus. Paläontogr. 
L865— 68, Bd. XV, pag. L95 — 197 und 202. 



Nr. 9 Bericht vom 30. Juni. R. Hoernes. ]H\ 

gegen jene Laube'* einnehmen; doch hat das Gewicht dieser Gründe 
durch die letzten Ausführungen Laubes eher zugenommen, lieber die 
Zusammengehörigkeit des gewöhnlichen erzgebirgischen Quarzporphyrs 
und jenes Gesteines, welches von Cotta als ..Syenitporphyr", von 
Boficky als „Granitporphyr" bezeichnet wurde, ist Laube selbst 
(vergl. seine „geologischen Excursionen im Thermalgebiet des nord- 
westlichen Böhmens", pag. 28) früher jener Ansicht gewesen, welche 
ich auch heute für die richtige halte. Was aber die Zusammengehörig- 
keit des sogenannten Syenitporphyrs mit einer mikrogranitischen Grund- 
masse und des zinnführenden Granites und Greisen anlangt, so möchte 
ich glauben, dass Laube's neuerliche Ausführungen dafür eher eine 
Bestätigung als eine Widerlegung gegeben haben. Denn das von mir 
beobachtete Vorkommen von mikrogranitischen Partien in den genannten 
Gesteinen, welche Laube ebenfalls wahrgenommen hat, spricht doch 
viel eher für meine Auffassung als für die seine und lässt sich auch 
kaum mit der Annahme vereinbaren , dass man es mit Umwandlungs- 
gesteinen zu thun habe. Die Sand berger sehe Lateralsecretions- 
Theorie halte ich hinsichtlich der Zinnlagerstätten des Erzgebirges für 
nicht stichhältig und möchte glauben, dass man dieser Theorie, welche 
ja beschränkte Geltung haben mag, eine viel zu weitgehende An- 
wendung zu Theil werden lässt, wenn man diese Zinnerzvorkommnisse 
ebenso wie die Lagerstätten von Pfibram und Schemnitz durch sie 
erklären will. 

Lebhaft bedauere ich, dass Laube meine Bemerkung, er habe 
wohl kaum den Zinnwalder Greisen zum Gegenstand genauerer petro- 
graphischer Untersuchung gemacht, so übel genommen hat. Thatsächlich 
findet sich aber im zweiten Thcile der Geologie des böhmischen Erz- 
gebirges auf pag. 80 nur eine sehr kurze Bemerkung über die petro- 
graphische Beschaffenheit der Greisengesteine, so dass ich Veranlassung 
zu jener Aeusserung hatte. 

Was endlich die vorläufige Mittheilung des Herrn Da Im er über 
die Ergebnisse seiner Studien in den Lagerstätten von Altenberg an- 
langt , auf welche sich Laube zu Gunsten seiner Ansicht beruft, so 
kann ich dieselbe als eine endgiltige Beantwortung der Zinnwalder 
Frage nicht anerkennen. Ueber diese Ergebnisse wird man erst dann 
ein Urtheil fällen können, wenn eine ausführliche Darstellung derselben 
vorliegen wird. 

R. Hoernes. Zur Geologie von Unterst ei er mark. 

Ich möchte die sich darbietende Gelegenheit benützen , um 
über einige bei meinem letzten Aufenthalt in Untersteiermark ge- 
machte Beobachtungen zu berichten, von welchen ich glaube, dass sie 
besonderes Interesse besitzen. Ich hatte mich im Laufe des Monates 
April d. J. im Auftrage des steiermärkischeu Landes-Ausschusses mit 
dem Studium der Quellverhältnisse von Rohitsch-Sauerbrunn betässt und 
glaube, einige für die geologische Kenntniss Untersteiermarks be- 
sonders wichtige Thatsachen , welche ich bei dieser Gelegenheit 
beobachten konnte, zum Gegenstand vorläufiger Mittheilungen machen zu 
sollen. Dieselben werden folgende Gegenstände umfassen: 1. Das 
Vorkommen von Fusulinenkalk bei Wotscbdorf nächst 

*6* 



1Si_> Verhandlungen. Nr. 9 

Pults c li a c h. — 2. Das Y o r k o m ni c n von Sotzka-Schichten 
bei st. Marc in. Heil. Kren/, undDobovec. - 3. Die Facies- 
Ver hältnisse der ersten inioeänen Modi ter ran stufe in 
der Gegend von Roh its ! ch -Sauer brunn. — 4. Die Dona ti- 
Bruc hlini e. 

1. Das Vorkommen von Fusulinenkalk bei Wotschdorf. 

Auf dio Fundstelle wurde ich durch die nachstehende Schilderung 
Th. v. Zollikofer's aufmerksam gemacht, welcher bei Wotschdorf 
ein Vorkommen von „Nummulitenkalk" angibt: „Dazu kommt nun ein 
neuer Fundort oberhalb W o t . s c h d o r f (östlich von Pöltschach). Daselbst 
steht - leider nur auf eine ganz kleine »Strecke entblösst — ein 
schwarzer, leicht geäderter, massiger Kalk an, welcher an ausge- 
witterten Stellen deutliche Nummuliten aufweist. Beim Anschleifen eines 
Handstückes zeigte sich, dass dieselben stark gewölbt, fast sphärisch 
sind, da sie auf allen Seiten runde oder fast runde Sectionen ergeben. 
Die grössten Exemplare haben f> — 6 Millimeter im Durchmesser. Es 
dürfte wahrscheinlich eine neue Species sein. Der Numnmlitenkalk liegt 
derart auf dem Kalk des Wotsch auf, dass wir ohne diese zufällige 
Entdeckung organischer Reste nie daran gedacht hätten, ihn davon zu 
trennen" (Th. v. Zollikofer, Die geologischen Verhältnisse des 
Draunthales in Untersteiermark. Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. X. Bd.. 
1859, pag. 216). 

In Stur's Geologie der Steiermark findet sich dieses „Xummuliten- 
kalk" -Vorkommen nicht näher besprochen (nur auf pag. 624 wird des 
Vorkommens eoeäner Gesteine am Süd- und Nordgehäuge des Wotseh- 
berges gedacht, doch ist es auf der geologischen Karte der Steiermark 
von Stur an der von Zollikofer beobachteten Stelle eingetragen 
wurden. 

Liess schon die Schilderuni;- des Gesteines und der angeblichen 
„Nummuliten 11 vermuthen, dass es mit den letzteren ein besonderes 
Bewandtniss haben möge , so wurde dies zur Gewissheit , als ich die 
von Zollikofer genau bezeichnete Stelle besuchte. Die zahlreichen, 
in dem dunkelgrauen, dicht geäderten Kalk (vulgo ..Schnürlkalk") er- 
sichtlichen Versteinerungen gehörten erstlich zweierlei Fusulinen an. 
Die häufiger vorkommende, grössere, sphärische, über 8 Millimeter 
Durchmesser erreichende Form dürfte wahrscheinlich der Fusulina 
globosa Stäche entsprechen, etwas seltener tritt eine kleinere, cylindrisch 
gestreckte Form auf, die ich nach den schlecht erhaltenen ausgewitterten 
Exemplaren umso weniger bestimmen kann, als bis nun eine genaue 
mit Abbildungen versehene Darstellung der zahlreichen von Stäche 
aus alpinen Schichten angeführten Fusulinen noch nicht vorliegt. Der 
..Schnürlkalk" von Wotschdorf enthält aber auch zahlreiche Criuoiden- 
fragmente, Durchschnitte von rugosen Korallen (Zaphrentis !) und 
andere Reste, von welchen mir insbesondere ein Gasteropoden-Durch- 
schnitt bemerkenswert!] scheint, der wohl von einem Bellerophon stammt. 
Weitere Aufsammlungen werden zweifellos für die Kenntniss der paläo- 
zoischen Schichten der südlichen Steiermark umso belangreichere Er- 
gebnisse liefern, als bisher relativ sehr wenig über Versteinerungen 
derselben bekannt ist. Die „Weitensteiner Eisensteinformation" wird 



Nr. 9 Bericht vom 30. Juni. D. Stur. 183 

bis nun auf Grund der von Rolle im „Schnürlkalk" und im Sphäro- 
siderit beobachteten Versteinerungen (Stur erwähnt in der Geologie 
der Steiermark auf pag. 174: Stielglieder von Crinoiden , Spuren von 
Anthozoen und Bryozoen, Gasteropoden , zu Chcmnitzia und Natica 
gehörig, und Productus cora d'Orb.) der Steinkohlenformation zuge- 
rechnet. Vielleicht gestattet das Vorkommen der Fusulinen die genauere 
Bestimmung des Horizontes, der vermuthlich obercarbonisch oder permisch 
sein dürfte. 

Höchst merkwürdig ist das von Rolle, Zollikofer und Stur 
ausführlieh geschilderte Zusammenvorkommen der Weitensteiner Erz- 
formation und tertiärer Ablagerungen in gestörter Schichtstellung (vergl. 
Geologie der Steiermark, pag. 171 bis 182). Ich werde bei Besprechung 
jener Störungslinie, welche ich, nachdem sie auch mit der Aufrichtung 
der Strandbildungen der ersten Mediterranstufe im Donati zusammen- 
hängt, als „Donatilinie" bezeichnen will, Gelegenheit halten, die merk- 
würdigen Verhältnisse zu erörtern, unter welchen sich tertiäre und ältere 
Gesteine am Südfusse des Wotschzuges ünden. Unter den älteren Ge- 
steinten , die auf dieser Linie inmitten tertiärer Schichten klippenartig 
hervortreten , fanden sich auch die charakteristischen Gesteine der 
„Eisensteinformation" : ,. Schnürlkalk" und „Breöka", doch gelang es 
mir bei meinen flüchtigen Excursionen nicht, Versteinerungen darin zu 
entdecken. 

D. Stur. Eine Sammlung fossiler Pflanzen aus der 
Kreideformation Böhmens. Geschenk der Herren Professor 
A. Fritsch und Dr. J. Velenovsky. 

In meinem Jahresberichte 1 888 nahm ich bereits Gelegenheit, 
den Herren Prof. A. Fritsch und Dr. Velenovsky unseren Dank 
auszudrücken für eine unserem Museum geschenkte Sammlung fossiler 
Pflanzen aus der Kreideformation Böhmens. Diese Sammlung ist nun 
soweit präparirt und etiquettirt, dass dieselbe dem Museum einverleibt 
werden kann und will ich einige Notizen über deren Inhalt folgen lassen. 

Dr. Velenovsky hat den grösseren Theil der Dicotyledonen 
dieser Flora in den Heften I — IV der Beiträge zur Paläontol. Oesterreich- 
Ungarns und des Orientes (Bd. II, Heft 1 und 2; Bd. III, Heft 1 ; Bd. IV, 
Heft 1 ; Bd. V, Heft 1) beschrieben und abgebildet. Ferner hat derselbe 
in einem Hefte die Gymnospermen der böhmischen Kreideformation 
(mit 13 Tafeln, Prag 1885), in einem weiteren Hefte die Farne der 
böhmischen Kreideformation (mit 6 Tafeln und 1 Textfigur; Abh. d. k. 
böhm. Gesellschaft der Wiss. VII. Folge, 1888, II. Bd.; math.-naturw. 
Classe Nr. 8) behandelt und arbeitet noch fort an den übrigen Abthei- 
lungen dieser Flora, wie auch im citirten Jahresberichte davon Er- 
wähnung geschieht. 

Es niuss uns sehr erwünscht sein , vom Autor dieser Abhand- 
lungen selbst bestimmte Pflanzen stücke aus den Kreideablagerungen 
Böhmens zu erhalten und wollen wir dieselben als Originalien in 
unserem Museum betrachten und aufbewahren. 

Unter den erhaltenen Suiten ist die Fundstelle der Perucer Schiefer- 
thone von Yyserovice (Cenoman-Schicnten) am reichsten vertreten, 
zum Theile durch sehr wohl erhaltene Handstücke folgender Arten ; 



1 S4 Verhandlungen. Nl'. 9 



Pteris frigida Heer. 
Gleichenia Zippei Corda. 
Kirchnern arctica Heer. 
Microzamia gibba Corda. Zapfen, 

Samen. 
Cunningliamia elcgans Corda. 

Zapfen, Zweite. 
Widdringthonites Reichii Ung. 
Echinostrobus squamosus Vel. 
Myricophyllum Zenker! Ett. 
Myricanthium amentaceum Vel. \ Crednera bohemica Vel. 

Blüthenstand. Dewalquea coriacea Vel. 

Von Lipenec aus den Perucer Schieferthonen liegen vor: 

Pseudasterophyllites cretaceus 0. F. : Gunninghamia elegans Corda var 
Sequoia crispa Vel. stenophylla. 

Ceratostrobus sequoiaephyllus Vel. | Frenelopsis bohemica Vel. 
Zapfen, Zweig. 

Die Perucer Schieferthone im Fundorte Liebenau und Boh- 
dankov bei Liebenau haben geliefert : 



Proteopsis Prrserpinae Vel. An- 

thodien. 
Araliphyllum propinguum Vel. 

„ Daphnophyllum Vel. 

Aralia primtgenia Hap. 
Hederaephyllum primordiale Sap. 
Magnolia amplifolia Heer. 
Myrtophyllum Geinitzii Heer. 

„ augustum Vel. 

Hy tnena eophyllum p r im igeniu m Sap . 



Podozamites latipennis Heer. 
„ lanceolatus Heer 



Araliphyllum formosum Heer. 
Cussoniphyllum partitum Vel. 



Die Sehieferthone von Peruc bei Schlan sind vertreten durch 
die Arten : 

Sequoia heterophylla Vel. im Schiefer. 
Araliphyllum Daphnophyllum Vel. im Sandstein. 
Aus den Perucer Schieferthonen von Lidice bei Schlan: 
Sequoia minor Vel. 
Myrsinophyllum varians Vel. 
Bresciphyllum cretaceum Vel. 
Von Melnik an der Säzawa in dunkelgrauem Schieferthon der 
Perucer Schichten: 

Platanus laevis Vel. 
Von Vydovle bei Prag: 

liutomites cretaceus Vel. 
Von Kuchelbad (Chuchle) liegen vor aus dem plastischen 
Perucer Thone : 

Dryandrophyllum cretaceum Vel. 
Myrtophyllum Geinitzii Heer. 
„ angustum Vel. 

In K r a 1 up wurde gesammelt : 

Sequoia major Vel. 
Aus den Weissenberger Schichten vom Weissen berge bei 
Prag haben wir erhalten : 

Fricia nobilis Vel. Zapfen. 
Im gelblichen Sandstein der Perucer Schichten von Nehvizdy 
braun gefärbte Blätter und Früchte der 



Nr. 9 Bericht vom 30. Juni. A. Rothpletz. 185 

Krannera mirabilis Corda und 
Frotopteris punctata Sternb. 

Im vveisslichen groben Sandstein von Rynholec erhielten wir: 

Tempshya varians Corda. 
Endlich ist der Fundort Landsberg bei Wildenschwert 
durch im fast schwarzen Scbieferthon der Perucer Schichten erhaltene 
folgende Arten repräsentirt : 

Pinus Quenstedti Heer. Nadeln. 
Widdringtonites sp. 
Araliophyllum anisolobum Vel. 

Den geehrten Gebern dieser für uns sehr werthvollen Sammlung 
sei unser verbindlichster Dank wiederholt dargebracht. 

Literatur-Notizen. 

A. Rothpletz. Das Karwendelgebirge. Zeitschr. des Deutsch, 
und Oesterr. Alpenvereines. Jahrgang 1888, Band XIX, München 1888. 
70 Seiten Text. Mit 3 Karten. 4 Phototypien und 29 Textfiguren. 

Die geologische Karte, welche dieser Arbeit beigegeben ist, ist das Ergebniss 
gemeinsamer Arbeit, an welcher sich die Herren Prof. Dr. v. Zittel, Dr. Clark, 
Eb. Fraas, G. Geyer, 0. Jäckel, 0. Reis, A. Rothpletz und R. Schäfer 
betheiligten. Das aufgenommene Gebiet umfasst etwas über 12 Quadrat-Meilen , die 
Aufnahmszeit betrug ungefähr 4 Monate, welche sich auf die Jahre 1886 und 1887 
vertheilten. Der Maassstab der Karte ist 1 : 50000. 

Die geologische Beschreibung des Karwendelgebietes , resp. die Erläuterung zur 
Karte desselben stützt sich einerseits auf die Berichte der betheiligten Geologen, 
andererseits auf die Begehungen des Terrains durch Dr. Rothpletz selbst. Die 
Bestimmung und Bearbeitung des paläontologischen Materiales wurde unter Leitung 
von Prof. v. Zittel von den Herren A. Rothpletz, den Aufnahmsgeologen und den 
Herren C. Schwager, v. Suttner und Dr. Wöhrmann durchgeführt. Ihrer Wichtig- 
keit gemäss wurde auf dieselbe, wie Rothpletz hervorhebt, eine besondere Sorgfalt 
verwendet. 

Zur Str atigraphie. Trias, Jura und Kreide sind am Gebirgsbaue betheiligt. 
Die einzelnen Schichtglieder sind folgende: 

1. Werfener Schiefer. Am Stanserjoche fand Prof. Pich ler Myophoriu 
costata Zenk., „welche anderwärts (in Thüringen, Schlesien und Polen) als eine 
bezeichnende Versteinerung des Roth auftritt". 

2. Myophorienschichten. Ein in engster Verbindung zu den Werfener 
Schichten stehendes, mächtig entwickeltes System blauer, selten röthlicher Kalke, 
zelliger und poröser Rauchwacken, dolomitischer Breccien, Mergel, Salzthone, schwarzer 
und grüner sandiger Schiefer. Versteinerungen nur in den blauen Kalken. Nur zwei 
Arten häufig: Myoplioria costata Zenk. und Notiert Stanensis Pichl. Ausserdem Peeten 
diseites , Gervillien , Modiuht , Plearomya, Naticella costata, Holopella cfr. gracilior. 
Es unierliegt nach Rothpletz keinem Zweifel, dass diese Kalke dem „Myophorien- 
kalke" des Krakauischen entsprechen, da in letzterem neben der Myoplioria auch die 
Nntica Stanensis häufig vorkommt. Da nun der „Myophorienkalk" von Krakau allgemein 
als „Roth" gilt, so würden wohl die Myophorienschichten des Karwendeis ebenfalls als 
Roth zu deuten seien, sollte man meinen. Nach Rothpletz stehen sie richtiger 
zwischen Buntsandstein und Muschelkalk. Auf diese Art müssten wohl auch die 
Myophorienkalke von Krakau nach aufwärts verschoben werden, was allerdings für 
den Leser der Arbeit von Rothpletz deshalb erschwert wird, weil R o th pl e tz selbst 
gerade zuvor die Werfener Schiefer mit demselben Myophorienkalke , resp. Eöth von 
Krakau zu parallelisiren scheiut. Vielleicht wäre diese Schwierigkeit zu beheben gewesen, 
wenn Herr Rothpletz weniger entlegene Vergleichsgebiete für das Karwendelgebirge 
gesucht hätte. Als solche wären die nächstanschliessenden Alpentheile, sowohl Ost- als 
Südalpen zu nennen, wo man schon seit geraumer Zeit (durch Benecke, Lepsin s, 
Stur u. A.) die Myoplioria costata als bezeichnende Versteinerung des Roth kennt, 



] gß Verhandlungen. Xl\ 9 

wo eine eigene Facies des Roth von Lepsius aln M yophorien schichten oder 
M y o p h orien kal k e des Roth bezeichnet worden ist, welche Myophorienkalke seither 
in weiter Verbreitung nachgewiesen wurden (Verhandl. der geol. R.-A. 1886, pag. 387), 
wo mau ferner eine petrefactenführeiule Facies des alpinen Muschelkalkes oder Gutten- 
steiner Kalkes als Re ichen halle r K a 1 k c bezeichnet hat, auf deren muthmassliche 
Aequivalenz mit Pichler's Schichten der Natica Stanensis ebenfalls bereits hingewiesen 
worden ist (diese Verhandl. 1886, pag. 446). Lepsius' Myophorienschichten sind Roth, 
Rothpletz' Myophorienschichten dagegen offenbar Muschelkalk und gewiss nichts 
anderes als die Keichenhaller Kalke der östlichen Gebiete. Der von Rothpletz 
gewählte Name dürfte demnach als eine nicht ganz glückliche Bereicherung der alpinen 
Noinenclatur zu betrachten sein. 

Es kann natürlich Niemanden vorgeschrieben werden, wie weit er die bereits vor- 
handene Literatur über einen bestimmten Gegenstand benützen will ; wenn sich aber 
in Folge von Nichtbenutzung dei selben Uebelstände der angedeuteten Art herausstellen, 
wenn überdies diese Nichtbenutzung einer geflissentlichen Ausserachtlassung ähnlich 
gemacht wird . dadurch, dass man zu entfernten Vergleichsobjecten , über die ganzen 
Ostalpen hinweg, bis nach Krakau greift, dann wird es vielleicht gestattet sein, einem 
ganz leisen Staunen über eine derartige Vergleichsmethode Ausdruck zu geben. Aber 
Rothpletz sorgt dafür, dass es nicht hei diesem Staunen bleibe. Pag. 433 sagt er: 
„Auf die sandigen Werfener oder Campiler (!) Schichten folgen fast überall in den 
Ostalpen Seisser Mergel , Gutensteiner Kalke oder Dolomite , in unserem Gebiete als 
Myophorienschichten entwickelt." Nach Ro thpletz sind also die Myophorienschichten 
des Karwendeis einmal gleich dem Krakauer Myophorienkalke, der allgemein als 
Roth gilt, ein anderesmal gleich den Gutensteiner Kalken, die jünger als Roth sind, 
aber auch gleich den Seisser Schichten, von welchen man bisher meinte, dass sie 
den tieferen Theil der Werfener Schiefer repräsentiren und unter den Canipiler 
Schichten lägen, weshalb sie nicht den Gutensteiner Schichten gleichstehen können. 
Diese famosen Myophorienschichten des Karwendeis repräsentiren also gleichzeitig 
nach Rothpletz einerseits die unteren Werfener Schiefer (Seisser Schichten), die 
oberen Werfener Schiefer (Campiler Schichten — Roth) und die Guttensteiner Kalke, 
während sie andererseits nach seinem eigenen Ausspruche zwischen Buntsandstein 
und Muschelkalk stehen, sind also ein Niveau von einer Elasticität, welche selbst den 
Kenner alpiner Schichtgruppen und ihrer Verwendung in ganz ungemessene Verwunderung 
zu versetzen im Stande ist. Man fühlt sich da wirklich angeregt, darüber nachzudenken, 
ob man die oben hervorgehobene Nichtbenutzung oder ob man diese Benützung der 
alpinen geologischen Literatur durch Rothpletz vorziehen solle. 

3. Muschelkalk. Kalke, die oft sehr kieselig sind, herrschen. Während die 
vorhergehende Schichtgruppe circa 500 Meter mächtig ist, beläuft sich die Mächtigkeit 
des Muschelkalkes auf 3 — 400 Meter, von denen die obersten 100 Meter vielleicht 
nicht mehr hierhergehören. Es lassen sich drei Horizonte unterscheiden : 

a) Gasteropodenhorizont mit Encrinus gracilis, Lima, Gervillia, Modiola, Myophoria, 
Natica gregaria, Holopella gracilior. 

b) Brachiopodenkalk mit den bekannten Brachiopodenarten des Muschelkalks, hie und 
da auch mit Cidaritenstacheln. 

c) Ammonitenhorizont , in den auch die Brachiopoden heraufreichen, mit I'leuro- 
itautilus , Orthoceras campanüe, Gymnites, Arcestes, Balatonites, Motiophyllites 
sphaerophyllus, 1'tychites flexiiosus. 

d) In den obersten 100 Metern dieser Kalke keine Fossilien ; eine sichere Abgrenzung 
gegen die Unterlage aber nicht durchführbar , weshalb sie auch auf der Karte 
nicht besonders ausgeschieden wurden. Man hat es hier offenbar mit Reifiinger 
Kalken zu thun. Nach oben werden diese Kalke heller, die Kieselknollen verschwinden 
und es findet ein allmäliger Uebergang in den massigen weissen Wettersteinkalk 
statt. Nur an wenigen Stellen zwischen Muschelkalk und Wettersteinkalk die 
Partnachmergel, die sonst als durch diese obersten hellgrauen Kieselkalke vertreten 
angesehen werden können. ]n diesem Falle wären dieselben schon Keuper, wofür 
auch ihre petrographische Aehnlichkeit mit den Buchensteiner Kalken und mit 
den „Cassianer Schichten" der Vilser Alpen nach Rothpletz sprechen würde. 

4. Partnachsehichten. Nur ganz local entwickelt. Ohne nennenswerthe 
Fossilführung. Von den früher oft erwähnten unteren Carditaschichten führt Roth- 
pletz nichts an. 

5. W e 1 1 ers t e in k alk. Das Hauptgestein des Karwendeis. Mittlere Mächtigkeit 
700 Meter. Von Versteinerungen am häufigsten Gyroporella annulata , ausserdem 



Nr. 9 Bericht vom 30. Juni. A. Bothpletz. 187 

Corallen, Crinoiden und dickschalige Gasteropoden. Andere Fossilien nur local. Unter 
ihnen wird angeführt: Monotis salinaria von der Hochalpe, Cladiscites cfr. tornatus 
Br. von Ladiz. Das Vorkommen von Monotis dürfte wohl das erste bekannt gewordene 
aus den Nordtiroler Kalkalpen sein und wäre somit, wenn die Bestimmung richtig ist, • 
von grossem Interesse. 

6. Raibler Schichten. Es lassen sich Cardita-, Austern-, Pentacrinus- und 
Megalodusbänke unterscheiden, bilden aber keine fixen Niveaus. Oft tritt mächtige 
Rauchwacke ein. Die Petrefactenführung der Nordtiroler Carditaschichten ist bekannt; 
letzterer Name wäre passender als jener der Raibler Schichten für diese Ablagerungen 
zu verwenden. Die Mächtigkeit beträgt circa 100 Meter. 

7. Hauptdolomit. 200 — 50ü Meter mächtig. Sehr versteinerungsarm ; hie und 
da Asphaltschiefer mit Fisch- und Pflanzenresten eingelagert. 

8. Plattenkalk. Er entwickelt sich gegen oben aus dem Hauptdolomit und 
■wird 50 — 300 Meter mächtig. Grosse Megalodonten , liissoa alpina und eine Anzahl 
bekannter rhätischer Arten (Avicula contorta, Cardita austriaca etc.). 

9. Kössener Schichten. Mergel und Kalke, unter letzteren Crinoiden-, 
Spirigeren-, Rhynehonellen- und Korallenkalke, unter ersteren Choristoceras- und Cardita- 
mergel. Aber eine bestimmte zeitliche Aufeinanderfolge kommt diesen Bänken nicht zu. 

10. Dachsteinkalk. Nur an einer Stelle über den Kössener Schichten. Es 
ist zu bedauern , dass diese ganz unpräcise Anwendung des Namens Dachsteinkalk 
auch hier sich wiederfindet. 

Jura. Es lassen sich sechs verschiedene Horizonte unterscheiden, die gleich- 
förmig übereinanderliegen , obschon der ganze Dogger und der unterste Malm fehlen. 
Die unterscheidbaren Horizonte sind : 

11. Lias. a) Unterster Lias, Lias a Schwabens mit der Ptaiiorbis-, Johnstoni-, 
A)ignlaten-, Arteten- und Schlotheitnia marmoren-Zone. bj Unterer Lias in Hierlatz- 
facies mit Brachiopoden. c) Mittlerer Lias mit Terebr. Aspasia und Knollenkalk mit 
Harpoc. Algovianum und Boscense. d) Oberer Lias mit Harp. bifrons , Stephanoc. 
subarmatum; darüber sandige graue Mergelbänke mit verkohlten Pflanzenresten. 

12. Oberer Jura, a) Acanthicuszone. Nur an einer Stelle nachgewiesen. 
b) Aptychenkalke. Ihre oberen Lagen sicher tithonisch, die unteren versteinerungslosen 
Lagen vielleicht auch Theile des Doggers repräsentirend. 

13. Neocom. Bildet den Schluss der marinen gebirgsbildenden Ablagerungen. 
Von jüngeren Bildungen sind nur noch dilu viale und alluviale Ablagerungen vertreten. 

Es folgt nun ein Abschnitt, „das alpine Meer und seine Wandlungen" betitelt, 
der wohl als Concession des Verfassers an den weiteren Leserkreis seiner Zeitschrift 
anzusehen ist, deshalb auch grösstentheils unberücksichtigt bleiben kann mit Ausnahme 
eines schon oben citirten Passus , der in dieser unrichtigen Form auch Laien nicht 
geboten werden sollte. Auch der Schluss diesos Abschnittes, pag. 436, fordert Bedenken 
heraus. Wenn es hier heisst, dass das Zurückweichen des Meeres nach der Neocomzeit 
durch bedeutende und unregelmässige Schichtenbewegungen der bereits vorhandenen 
A Magern u gen bedingt war und unmittelbar darauf die Bemerkung folgt, dass also 
schon lange vor der Entstehung der Alpen in diesem Theile der Alpen die 
alten Meeresablagerungen aus ihrer ursprünglich horizontalen Lage aufgestört worden 
waren, so wird sich wohl auch der denkende Nichtgeologe unschwer die Folgerung 
ableiten: dann sind also die Alpen wenigstens theilweise schon lange vor ihrer 
Entstehung entstanden. 

Diese Ungereimtheit erklärt sich für den Fachmann aber durch die beiden 
letzten Capitel der Arbeit — Bau und Entstehung des Kar wendelgebirges — in welchen 
der Verfasser in sehr eingehender und ungemein anregender Weise die tektonischen 
Verhältnisse seines Gebietes bespricht. Rothpletz unterscheidet hier nämlich ein 
System von Hebungen und Senkungen nach Brüchen von der eigentlichen gebirgs- 
bildenden Faltung. 

Er denkt sich durch das erste System thalähnliche Vertiefungen und sie trennende 
Höhenrücken entstanden , und zwar nimmt er noch speciell für das Karwendelgebiet 
an , dass die Schichten dabei kaum aus ihrer horizontalen Lage gekommen seien. 
Gleichwohl verhehlt er sich nicht, dass mit diesen Vorgängen auch bereits Aufrich- 
tungen und Verbiegungen verknüpft sein konnten, obwohl es ihm scheint, dass man 
für das Karwendelgebiet auch ohne solche auskommen könne. Aber noch mehr, er 
scheidet beide Systeme von Bewegungserscheinungen auch zeitlich, er lässt die Hebungen 
und Senkungen „präalpin" sein und erst nachdem sie ihre Wirkungen geäussert haben, 
lässt er den alpinen Faltungsprocess beginnen, durch dessen Eingreifen auf ein bereits 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 9. Verhandlungen. 27 



188 Verhandlungen. Nr. 9 

in der angenommenen "Weise zerstücktes Terrain dann seiner Ansicht nach unmöglich 
Sättel und Mulden von der gewöhnlichen Regelmässigkeit entstehen konnten. 

Es ist in die Augen fallend, dass der Autor hier von zwei unerwiesenen An- 
nahmen ausgeht, welche als positive Thatsachen hingestellt werden. Diese sind erstens, 
dass die Hebungen ur.d Senkungen ausser Beziehung zur Faltenbildung stehen und ein 
selbstständiges System von Bewegungen repräsentiren — und zweitens . dass diese 
Hebungen und Senkungen älter sind als der Faltungsvorgang. Au und für sich sind 
ja die Annahmen von Rothpletz nicht ohne jegliche Begründung und nicht schlechter 
als viele andere ähnliche Annahmen , aber ihre Begründung ist nicht so einleuchtend 
und so zwingend, dass sie, insbesondere jene zwei Punkte, als Axiome hingestellt 
werden könnten. Wenn Rot hpl etz profilmässig darstellt, dass durch die Faltenbildung 
selbst ganze Gebirgssehollen , wie jene des Gamsjoches und Umgebung , in eine voll- 
kommen überkippte Stellung, zuweilen sogar mit Schichtwiederholung, gebracht werden 
konnten, so wird gar Manchem die Kraft dieser gebirgsbildenden Faltung gross genug 
erscheinen, um auch die Emporpressungen älterer Schichten in antiklinalen Achsen 
und die Versenkungen jüngerer Gebilde an Stellen , wo man dieselben zunächst den 
ältesten Ablagerungen antrifft, auf sich nehmen zu können. Eine besondere Xöthigung. 
noch eine eigene präalpine Hebungs- und Senkungsperiode für das Karwendelgebiet 
anzunehmen, scheint demnach nicht vorhanden zu sein. Aber selbst zügegeben, eine 
solche Periode sei dagewesen, so entsteht erst recht die Frage, ob das von derselben 
betroffen gedachte, nunmehr in vertical verschobene parallele Streifen zerlegte Terrain 
bei Eintritt der nachfolgenden Faltnngsepoche sich wirklich in der Weise falten konnte, 
wie nach Rothpletz (Tab. XII, 2) das Karwendelgebirge gefaltet ist, d.h. ob dieser 
Complex von durch Brüche getrennten und gegen einander verschobenen Streifen als 
Ganzes doch noch eine derartige Faltung erleiden konnte , deren Grundelemente doch 
wieder nach der Darstellung von Rothpletz selbst die gewöhnlichen schiefen Falten 
sind. Gerade die angegebene Profilskizze 2 lässt es als ebensogut möglich erscheinen, 
dass die Faltung das ganze Gebiet als zusammenhängende Masse ergriffen hat und dass 
die Unregelmässigkeiten und Einstürze gleichzeitig oder sogar später erfolgt sein 
konnten, als die Faltung selbst. 

Zum Schlüsse wendet sich der Verfasser gegen die Annahme, die Kaare des 
Hochgebirges seien ausschliesslich Erosionswirkungen der Gletscher zuzuschreiben. 

Georg Böhm. UeberdieFaunaderSchichtenmitDurga 
im Departement der Sarthe. Mit 1 Tafel und 2 Holzschnitten. 
Berlin 1889. Sonderabdr. aus der Zeitschr. d. Deutschen geol. Ges. 
1888, Bd. XL, 5 Seiten Text. 

Der Verfasser beschreibt hier die schon früher von ihm avisirte Fauna des 
Departements de la Sarthe (vergl. Ref. in diesen Verh. 1887, pag. 309), welche ihn so 
lebhaft an die Fauna der grauen Kalke von Venetien erinnerte. Er bestimmte folgende 
Arten: Lithiotis problematica Gümb., Perna Taramellii Böhm, Opisoma (? sartha- 
cense nov. sp. , Megalodon pumilus Gümb., Megalodon protractus Böhm, Durga 
Nicolisii Böhm, Durga crassa Böhm, Scurriopsis (?) sp., Natica spec, Chemnitzia 
spec. Davon sind Durga crassa, Megalodon pumilus, Megalodon protractus und Scur- 
riopsis (?) sp. auf der beigegebenen Tafel, Opisoma (?) sarthacense ist im Texte abgebildet. 

Die hier beschriebenen Formen beweisen nach des Autors eigenen Worten, dass 
die Fauna der grauen Kalke der Südalpen sich tief in die mitteleuropäische Provinz 
hinein erstreckte. Da die hier bekannt gemachten Arten der Sarthe entweder neu oder 
den grauen Kalken eigenthümlich sind, so ergeben sie, das Alter der bezüg- 
lichen Ablagerungen betreffend, kein Resultat. 

In seiner ersten Mittheilung über diesen Gegenstand hatte Böhm die Frage 
angeregt, ob und welche Beziehungen zwischen den grauen Kalken von Venetien und 
diesen Ablagerungen der Sarthe bestehen und die Meinung ausgesprochen , dass diese 
Frage erst dann zu beantworten sein werde , nachdem die betreffenden Fossilien ein- 
gehend studirt sein werden. Diese Frage ist somit heute erledigt. Eine zweite Frage 
aber ist nach der damaligen Mittheilung B öh m's die, welche stratigraphische Stellung 
die Pernenkalke im Dep. de la Sarthe einnehmen und diese Frage könnte (nach Böhm) 
eventuell für die Stellung, beziehungsweise Gliederung der grauen Kalke Venetiens 
von entscheidender Wichtigkeit sein. 

Ich habe nun in einem Referate in diesen Verhandlungen 1887, pag. 309. in 
vollkommen objectiver Weise Folgendes geschlossen: Da nach Böhm selbst weder das 
Liegende noch das Hangende der betreffenden Kalke im Departement de la Sarthe 



Nr. 9 Bericht vom 30. Juni. G. Böhm. 189 

bekannt ist und deshalb nur die Vermuthung ausgesprochen werden kann, dass 
sie mittleren Lias repräsentiren mögen , so ist man bezüglich ihrer Altersfeststellung 
auf ihre Fauna angewiesen. Gesetzt nun den Fall, Böhm würde fiuilen, dass die Fauna 
mit jener der grauen Kalke Venetiens identisch sei, also das denkbar günstigste Resultat 
erreichen , so würde nur der Schluss folgen , dass die grauen Kalke Venetiens viel- 
leicht ebenfalls mittelliasisch seien. Das würde das Aeusserste an Präcision sein, was 
Böhm durch seine paläontologische Untersuchung in Bezug auf die Stellung der 
grauen Kalke Venetiens erhoffen dürfe. 

Heute liegen nun dje Resultate dieser Untersuchung vor; sie ergeben mit den 
eigenen Worten Böhm's, das Alter der bezüglichen Ablagerungen betreffend, kein 
Resultat. Dazu ist nichts weiter zu bemerken. 

Ein solches Resultat wird von Böhm erst erhofft von weiter noch vorzuneh 
menden Untersuchungen über die etwaige Verbreitung jener Ablagerungen der Sarthe, 
üb-r ihr Hangendes uud Liegendes, über ihre Fauna und Flora. Diese Studien werden 
nach Böhm voraussichtlich den Schichten mit der oben beschriebenen Fauna 
eine bestimmte Stellung innerhalb der Serie mitteleuropäischer Juraablagerungen an- 
weisen; der daraus sich ergebende Schluss aber „könnte eventuell für die 
Stellung, beziehungsweise Gliederung der grauen Kalke Venetiens 
von entscheidender Wichtigkeit sein". „Eventuell aber auch nicht" 
darf man hier, wohl einschalten. Es ist gewiss nur als löbliche Consequenz zu bezeichnen, 
wenn Böhm die auf die grauen Kalke der Sarthe gesetzte Hoffunng auch heute noch 
aufrecht erhält , jedoch muss ich bemerken , dass seine Motivirung dieser Aufrecht- 
erhaltung nicht correct ist, indem sie auf einer kleinen Trübung der Thatsachen beruht. 
Herr Böhm erklärt nämlich diese gesperrt gedruckte Stelle speciell nur deshalb auf- 
rechterhalten zu wollen, weil ich mich gerade über diese Stelle ereifert 
habe. Herr Böhm könnte das nicht behaupten, wenn er meine Bemerkungen auf- 
merksam gelesen, resp. verstanden hätte. Es ist unrichtig, dass ich mich über diese 
Stelle ereifert habe, wie sich Jedermann leicht überzeugen kann. Wenn ich mich 
wirklich ereifert habe , so habe ich es gethan über den Schlusssatz jener anderen 
Arbeit, die unter der Autorschaft von G. Böhm und Chelot im Bulletin erschienen 
ist. Den Umstand, dass G. Böhm unterlassen hat, diesen Schlusssatz der französischen 
Mittheilung auch in seinem deutsch geschriebenen Aufsatze (Zeitschr. d. Deutschen 
geol. Gel. 1887) abzudrucken, habe ich mit gutem Grunde als „eine bemerkenswerthe 
kleine Schwäche" des geschätzten Autors bezeichnet. Es hat bis zum Erscheinen der 
diesmal vorliegenden Schrift Böhm's eben Niemand ahnen können, dass Herr Böhm 
die Verantwortlichkeit für eine Arbeit, die er als Autor gezeichnet und die 
er persönlich an seine deutschen Fachgenossen versendet hat, nach- 
träglich ablehnen werde. 

Als ich jenes Referat schrieb, war Böhm für alle darin enthaltenen Aeusserungen 
ebenso gut verantwortlich wie sein Mitarbeiter Chelot, ja er war es in noch höherem 
Grade als dieser, weil man von Chelot billigerweise eine erschöpfend genaue Kenntniss 
der Literatur der grauen Kalke nicht verlangen konnte, während Böhm eine solche 
unbedingt besitzen musste. Herr Böhm findet nun, dass Uneingeweihte sich fragen 
werden, welche Beziehungen zwischen seinen kleinen Schwächen und den grauen Kalken 
Venetiens bestehen. Er rechnet also auch heute noch auf die Uneingeweihten. Man 
kann ja wohl versuchen, diese einzuweihen. Die Beziehungen zwischen diesen kleinen 
Schwächen und den grauen Kalken liegen eben darin, dass Herr Böhm eine Behauptung 
über das Alter der grauen Kalke, von welcher er heute selbst erklärt, dass er sie 
in dieser Fassung nicht würde haben drucken lassen , in einer von zwei gleichzeitig 
erschienenen und mit seinem Namen gezeichneten Publicationen (und zwar gerade in 
jener, von welcher erwartet werden durfte , dass sie von dem in diese Fragen e i n g e- 
weihteren Theile der Fachgenossen gewiss weniger eingehend berücksichtigt 
werden würde) Aufnahme finden liess, während diese Behauptung in seine zweite, 
deutsch geschriebene, also von den Eingeweihteren mehr gelesene Mittheilung nicht 
aufgenommen wurde. Es lag also ungemein nahe, daran zu denken, dass Herrn Böhm 
eine gewisse Uneingeweihtheit in diese Fragen für die Propagation seiner weitergehen- 
den und weniger zu rechtfertigenden Behauptungen günstig zu sein scheine, während 
er diese Behauptungen vor dem eingeweihteren Theile der Fachgenossen zu unter- 
drücken für besser halten mochte. Und darin liegt eben die kleine Schwäche des 
Herrn Böhm. Dass derselbe sich hinterher an dieser Fassung seiner französischen 
Ausgabe als gänzlich unschuldig erklären würde, ist ganz belanglos. Diese kleine 
Schwäche hat Herr Böhm sogar heute noch nicht ganz überwunden. Ihr Rest zeigt 

27* 



190 Verhandlangen. Nr. 9 

sich darin, dass Böhm es nicht über sich vermocht hat, auf pag. 665 seiner neuesten 
Arbeit den Schlusssatz der Arbeit von Böhm und Chelot in seiner Gänze wieder- 
zugeben. Er lautet: „Wenn die Identität der Arten auf Grund der von Böhm vorzu- 
nehmenden Untersuchungen sich herausstellen sollte, so wird die Wichtigkeit 
dieser Entdeckung umso grösser sein, als sie erlauben wird, in end- 
giltiger Weise das Alter der grauen Kalke von Venetien festzustellen, einer beson- 
deren Facies, welche die einen in den Dogger, die Anderen in den Lias stellen." Die 
Identität der Arten ist festgestellt und das Besultat dieser wichtigen Entdeckung mit 
Beziehung auf die grauen Kalke Venetiens ist gleich Null. 

Den Satz , dass die Einen die Fauna der grauen Kalke in den Dogger , die 
Anderen in den Lias stellen, glaubt Böhm auch heute noch ganz besonders für „that- 
sächlich richtig" erklären zu müssen. Darüber hat ja auch Niemand geredet , es war 
nur davon die Bede, ob die Ansicht der Einen, oder jene der Anderen richtiger oder 
besser begründet sei. Herr Böhm hat damals nicht gesagt, dass er sich der Ansicht 
der Anderen anschliesse, wie er es heute thnt, er hat in dem Satze, den er auch heute 
noch als thatsächlich richtig erklärt — (für den er ja also wohl die Verantwortung 
mitübernimmt , denn warum sollte er sie für einen thatsächlich richtigen Satz nicht 
übernehmen ?) — wenn er auch bemerkt , dass er ihn in dieser Fassung nicht würde 
haben drucken lassen, die Altersfrage der grauen Kalke als eine vollkommen 
schwebende und ungelöste hingestellt. Erst von der Entdeckuug der grauen 
Kalke der Sarthe und speciell von den anzuhoft'enden paläontologischen Untersuchungen 
des Herrn Böhm selbst wurde eine definitive Lösung jener Frage erwa'tet und ange- 
kündigt. Die Sache liegt eben so, dass jener Satz in seiner Gänze auch trotz des 
neuerlichen Nachdenkens des Herrn Böhm über denselben nicht richtig ist, denn 
wenn auch De Zigno die grauen Kalke thatsächlich zum Dogger stellt, so ist die 
Fragenach ihrem Alter trotz alledem entschieden, wie ja Böhm selbst zugibt. 

Herrn Böhm würde es daher jedenfalls besser angestanden haben, sich deshalb, 
weil Dinge, die er gegenwärtig nicht verantworten will, unter seinem Namen veröffent- 
licht wurden , bei seinen Fachgenossen ganz einfach zu entschuldigen , resp. diese 
Aeusserungen in aller Form zurückzuziehen , nicht aber diejenigen , welche sich mit 
vollem Rechte darüber gewundert oder selbst ereifert haben, nachträglich deshalb in 
einer durchaus nicht correcten Weise anzugreifen, um seinen Rückzug den Unein- 
geweihten annehmbarer erscheinen zu lassen. Die Art und Weise, in welcher Böhm 
bei dieser Gelegenheit die Thatsachen trübt, der ganze Aufwand von Genauigkeit und 
Wahrheitsliebe, welchen er dabei entfaltet, machen die Erwägung zu einer vollkommen 
berechtigten, ob man seiner Versicherung, dass er mit der „Böhm und Chelot" 
gezeichneten Arbeit nichts zu thun habe , glauben wolle oder nicht. Nachdem aber 
Herr Böhm noch etwas weiter iu die Vergangenheit zurückgreift und den Fachgenossen 
zu verstehen gibt, dass auch in meinem Referate, Verhandlungen, 1885, pag. 154 (über 
seine Arbeit: Beiträge zur Kenntniss der grauen Kalke in Venetien) Ding j enthalten 
sind, für die er nicht verantwortlich gemacht werden könne, weil ich sie zwischen den 
Zeilen herausgelesen habe, so erkläre ich, dass Herr Böhm hiermit eine offene Un- 
wahrheit ausgesprochen hat und fordere Jedermann auf, sich davon selbst zu über- 
zeugen. Es war wirklich nicht nöthig , in jener Arbeit zwischen den Zeilen zu lesen ; 
das einfache Nebeneinanderstellen von Aussprüchen aus dem geologischen Theile 
jener Arbeit genügte vollauf, den Geist zu kennzeichnen, der jene Zeilen durchweht. 
Das, was auch diesmal wieder Böhm als seine Ansicht über das Alter der grauen 
Kalke hervorhebt, weiss man schon längst besser und präciser; Herrn Böhm kommt 
nur das zweifelhafte Verdienst zu , sich hier einigemale recht unklar ausgedrückt zu 
haben. Und dieses Verdienst soll ihm ungeschmälert bleiben, ebenso wie die Berechti- 
gung, alles aufrecht zu erhalten, was er jemals über die grauen Kalke gesagt hat. 

Was den paläontologischen Theil seiner Arbeit anbelangt , so wird von anderer 
Seite demnächst darauf zurückgekommen werden. (A. Bittner.) 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien, Kothenthurmstr. 15. 



Druck von Gottlieb Oistel & Comp, in Wien. 




n° 10. MmwffimmSk 1889. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Bericht vom 31. Juli 1889. 



Inhalt: Eingesend ete M itth eilungen : R. Hoernes. Zur Geologie Untersteier- 
marks. IT. Das Vorkommen von Sotzkaschichten bei St. Marein, Heiligenkreuz etc. Th. Wis- 
niowksi. Einige Bemerkungen über die Technik der mikroskopischen Untersuchungsmethode 
der Hornsteine. H. B. v. Foull on. Ueber den Hrehnit aus dem Floitenthale. Einsendungen 
für das Museum. J. Prochäzka. Die Fauna des miocänen Sandes von Poisdorf, nach Mit- 
theilungen des Herrn Josef Uliepitsc h. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Mltthellnngen verantwortlich. 



Eingesendete Mittheilungen. 

R. Hoernes. Zur Geologie Untersteier mark s. II. Das 
Vorkommen von Sotzkaschichten hei St. Marein , Heiligenkreuz und 
Dobovec in Steiermark, hei Hum, Klenovec und Lupinjak in Croatien. 

Die genannten Vorkommnisse gehören einem ostwestlich streichen- 
den Aufbruche der Sotzkaschichten an , den ich aus der Gegend von 
St. Marein bei Erlachstein bis nach Lupinjak in Croatien verfolgt habe, 
und welcher auf der S t u r'schen geologischen Karte der Steiermark 
nirgend eingetragen erscheint. Stur hat vielmehr, der Darstellung 
Zollikofer's folgend, eine ausgedehnte Decke von „Leithakalk" ein- 
gezeichnet, über welche er pag. 630 der Geologie der Steiermark sagt : 
„Eine colossale Decke von Leithakalk breitet sich in dem Räume von 
Ponigl östlich aus, die, sowie die Vorkommnisse des Leithakalkes bis 
Wöllan hinauf, dadurch ausgezeichnet ist, dass der Leithakalkmasse 
grosse Mengen des Detritus der vorherrschend grünen Hornfelstrachyte 
und Tuffe der Sanngegenden beigemengt erscheinen , die den Leitba- 
kalk graugrün, nicht selten ganz dunkelgrün färben. Ihre respective 
Menge nimmt von West nach Ost ab , so dass hierdurch der Ursprung 
dieser Beimengung aus dem zur Zeit der Leithakalkbildung zerstörten 
Hornfelstrachytgebirge erwiesen ist. " In einem weiteren Aufsatze werde 
ich zu zeigen haben, dass die durch tuffige Beimengungen aus- 
gezeichneten Lithothamnienkalke dieses Gebietes nicht der zweiten, 
sondern der ersten Mediterranstufe angehören, jetzt möchte ich nur auf 
das ausgedehnte Auftreten oberoligocäner Bildungen hinweisen , deren 
Alter durch zahlreiche bezeichnende Versteinerungen sichergestellt ist. 

Eine ausgezeichnete Fundstelle „in brackischer oder mariner Form 
entwickelter Sotzkaschichten" traf ich an einem schon von Th. v. Zolli- 
kofer erwähnten Punkte südlich von St. Marein. Zollikofer rechnet 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 10. Verhandlungen. 28 



192 Verhandlungen. Nr. 10 

die in dem betreffenden Aufschlüsse zu beobachtenden versteinerungs- 
reichen Schichten dem „Leithamergel" zu und sagt wörtlich: „Petre- 

facte kommen hier uud da seltener vor, doch hat nur eine Localität 
eine kleine Reihe bestimmbarer Arten geliefert. Es ist dies ein Hohl- 
weg in der kleinen Anhöhe nördlich von Bresie, fast in der Mitte 
zwischen St. Marein und Süssenheim. Daselbst finden sich : 

1. Thracia ventricosa Phil. (Lutraria convexa Sow.) 

2. Gorbula carinata Duj. 

3. Gytherea sp. 

4. Pholadomya alpina Math. 

5. Rostellaria sp. ähnlich R. pes pelecani. 

6. Cerithium sp." 

(T h. v. Zollikofer: Geologische Verhältnisse des südöstlichen 
Theiles von Untersteiermark. Jahrb. d. k. k. geol. R.-A. 1862, pag. 344.) 

Ich konnte an dieser Stelle in glhnmerreichen, theilweise zu festen 
Sandsteinbänken erhärteten Sauden folgende Conchylien aufsammeln: 

Cerithium margaritaceum Brocc. Mehrere Exemplare jener stachel- 
tragenden Varietät, für welche D'Orbigny den Namen Ger. Serresn gab. 

Cerithium plicatum Brug. Ungemein häufig in mehreren Varietäten. 

Diplodonta fragilis Braun. Nicht selten. 

Gytherea styriaca Rolle. Mehrere gut erhaltene Stücke. 

Gorbula äff. carinata. Von der echten Gorbula carinata durch 
mehrere Merkmale, insbesondere aber durch die fast doppelte Grösse 
verschieden. 

Gardium aus der Gruppe des Gardium echinatum L. (Bruchstück). 

Gyrena seniistriata Desh. Massenhaft. 

Anomia costata Brocch. Nicht häufig. 

Ostrea crassissima Lamk. Einzelne Bruchstücke. 

Höchst wahrscheinlich sind unter diesen conchylienreichen Bänken 
auch die kohlenführenden Sotzkaschichten vorbanden, weiim auch ein Aus- 
biss derselben in unmittelbarer Nähe nicht zu beobachten war. Doch 
wurde in der Gegend von St. Marein, an Stellen, die ich nicht besuchte 
(in der Nähe des sogenannten „Zigeunerwirthes"), tertiäre Kohle er- 
schürft, welche aller Wahrscheinlichkeit nach Sotzkakohle sein dürfte. 

Im Fortstreichen dieses Aufbruches der Sotzkaschichten ist jenes 
Kohlenvorkommen bei Heiligenkreuz südlich von Rohitsch-Sauerbruun 
gelegen, welches bei Verleihung des bergmännischen Schutzrayons für 
die Quellen von Sauerbrunn in Betracht gezogen werden musste. In der 
Brochure des Herrn Prof. Dr. J. Glax: „Rohitsch-Sauerbrunn während 
der Saison 1875" findet sich pag. 16—25 ein aus der Feder des Herrn 
Prof. HansHoefer herrührender Aufsatz über den Schutzrayon, sowie 
über die Entstehung der Rohitscher Säuerlinge. In diesem Aufsatze 
wird auch des in petrefactenreichen Mergelschiefern auftretenden Flötzes 
der Massen des Herrn Dr. Faber bei Heiligenkreuz gedacht, welches 
gegen Nord , und zwar unter 45° verflachen soll. Dieses Kohlen- 
vorkommen wurde nicht in den Schutzrayon einbezogen auf Grund 
einer Erwägung , die ich nicht als stichhältig anerkennen kann : Das 
Verflachen der kohlenführenden Schichten ist 45°, dieselben treten 
4800' vom Tempelbrunnen zu Tage, es müsste daher etwa aus diesen 



Nr. 10 



Bericht vom 31. Juli. R. Hoernes. 



193 



Schichten der Quellspalte in 4800' Tiefe zusitzendes Wasser eine 
Temperatur von 48° C. haben. Dem gegenüber möchte ich bemerken, 
dass die im Aufbruche mit steilem Winkel cinschiessenden kohlen- 
ftihrenden Schiebten sich jedenfalls gegen die Mitte der Mulde flacher 
legen und gewiss unter Rohitsch-Sauerbrunn nicht 4800' tief liegen 
werden, da die Ablagerungen der ersten Mediterranstufe ; welche hier 
die Decke der Sotzkascbichten bilden , sicher nicht an 5000' Mächtig- 
keit erreichen. Uebrigens verweise ich auf die unten folgende Dar- 
stellung der Verhältnisse von Klenovec, welche deutlich zeigt, wie 
nördlich vom Sattel die Sotzkascbichten sich flacher legen. Einen viel 
wirksameren Schutz, als durch den zu ihren Gunsten gezogenen Schutz- 
rayon finden die Quellen von Rohitsch-Sauerbrunn jedenfalls durch die 
an dieser Stelle einen ausgedehnten Bergbau nicht zulassende geringe 
Mächtigkeit der Kohle. Ich werde jedoch unten zu zeigen haben, dass 
an anderen Stellen desselben Zuges durch Mächtigkeit, Lagerungs- 
verhältnisse und Qualität der Kohle die Vorbedingungen einer grösseren 
Entfaltung des Bergbaues gegeben sind. 

Da der Bergbau bei Heiligenkreuz längst zum Stillstand ge- 
kommen ist, auch sonst Aufschlüsse nur insoweit vorhanden sind, als 
durch Brunnengrabungen gefördertes Materiale vorliegt, konnte ich nur 
wenige Bruchstücke von Versteinerungen aus den dort vorkommenden 
brackischen Sotzkascbichten aufsammeln. Immerhin konnte ich die- 
selben Ostrea-Anomia-Arca-Fovmen beobachten , die auch an anderen 
Stellen desselben Zuges auftreten. Gleiches gilt von den zahlreichen 
Schürfen im Bereiche der Gemeinde Hum in Croatien. Auch hier fand 
ich auf den alten Halden massenhaft Ontrea crassissima., Anomia costata 
und zahlreiche Fragmente anderer Conchylien. 

Zur Orientirung über die einzelnen Vorkommnisse des östlichen Theiles 
des besprochenen Zuges von Sotzkascbichten sei hier auf die nachstehende 
topographische Skizze verwiesen, wobei bemerkt wird, dass die Landes- 
grenze zwischen Steiermark und Croatien durch die Sottla gebildet wird. 










Eruptiv-Tuffe 
Augit-Andesit 
Sotzka-Schichten 



\ der ersten 
Mediterranstufe 



Kohlenvorkommen bei Heiligenkreuz (Faber'sehe Massen). 
Kohlenausbisse in der Ziegelei des Herrn Mi glitsch zu Tersische. 
Alte Schürfe in der Gemeinde Hum. 
Bergbau des Herrn Sonr. enberg zu Klenovec. 
Schürfe in Dobovec. 
Kohlenvorkommen von Lupmjak. 
I. Augit-Andesit von Videm. — II. Augit.-Andesit vou St. Rochus (Terlitschnoi. 

28* 



194 



Verhandlungen. 



Nr. 10 



Der einzige, gegenwärtig im Betrieb stehende Bergbau des ganzen 
Zuges ist jener von Klenovec, welcher das Brennmaterial für die Glas- 
fabrik Straza liefert. Durch die Freundlichkeit des Besitzers Herrn 
E. Sonnenberg war es mir gegönnt, diesen Bau in seiner Begleitung 
in allen Theilen zu befahren. Das in Abbau stehende Flötz ist vier bis 
fünf Fuss und darüber mächtig, fasst in seiner ganzen Masse reine, aus- 
gezeichnete Kohle, welche nur gegen das Hangende einige taube, jedoch 
kaum einige Millimeter starke Schieferthonlagen aufweist. Im Hangenden 
des Flötzes finden sich brackische Schichten mit Conchylien erfüllt, unter 
welchen zahllose Exemplare der Ostrea crassissima und der Cyrena 
semlstriata neben weniger häufigen des Cerühium margaritaceum , des 
Mytilus Aquitanieus, einer Area aus der Gruppe der Area turonica u. a. 
beobachtet werden konnten. 



Kohlenbau von Klenovec. 




Ssulx. 



1. Sotzka-Kohle. 

2. Hangendthon mitCyrena semislriata, Ostiea crassissima, Cerithium niargar.taceuin. Mytüus Aquüanieus etc. 

3. Sandstein. \ 

4. Gröberer und feinerer Sand. { , 

5. Eruptivtuffe. 

6. Lithothamnienkalk. 



Mediterranstufe. 



Das Flötz bildet einen Sattel wie das beigefügte Profil aufweist, 
fällt es ziemlich steil , etwa unter 45° gegen Süd , etwas weniger steil 
gegen Nord ein und legt sich auch hier in einiger Entfernung vom Sattel 
noch flacher, wie durch vom Sattel sowohl nach Süd als nach Nord 
vorgetriebene Gesenke erwiesen ist. Hervorgehoben muss dabei der 
Umstand werden, dass die Kohle nicht absätzig ist; es finden sich wohl 
kleine im Streichen liegende Verwerfungen, aber sie übersteigen kaum 
die Mächtigkeit des Flötzes, sind sonach leicht auszurichten und er- 
schweren den Abbau kaum. Ich möchte glauben , dass hier ein aus- 
gedehntes Feld für den Bergbau vorhanden ist, der zumal dann lohnen 
wird , wenn nicht blos die allerbeste Stückkohle für den Gasofen der 
Glasfabrik in Verwendung kommen kann , sondern auch Würfel und 
Kleinkohle, die jetzt auf die Halde gestürzt werden, zur Ausnützung 
gelangen. 

Sehr zahlreich sind die Aufschlüsse in der Gemeinde Lupinjak, 
doch reichen sie nicht hin, über die Zahl und Mächtigkeit aller Flötze 
sichere Aufklärung zu geben. Ausser den, durch einige kleine, gleich zu 
besprechende Schürfstollen aufgeschlossenen Kohlen in den ausgedehnten 
gräflich Palfly sehen Massen bestehen noch zahlreiche Freischürfe west- 
lich von diesen, in welchen Kohle nachgewiesen wurde, die stellenweise 
auch in beträchtlicher Mächtigkeit gelegentlich in den Wasserrissen durch 
Rutschungen aufgedeckt wurde. Hier kommt zuweilen der Fall vor. dass 
die Bauern viele Wagenladungen solcher zufällig aufgedeckter Kohle 



Nr. 10 Bericht vom 31. Juli. Thaddäus Wisniowski. 195 

davon führen, da bis nun durch die Ungunst der Verkehrsverhältnisse 
der Bergbau nicht zur Entwicklung gekommen ist. In den Palffy'schen 
Stollen, welche theils im Streichen des Zuges (Ost, West, genauer nach 
Stunde 7), theils senkrecht auf dasselbe (gegen Mittag) nur wenige 
Klafter in's Gebirge getrieben wurden, handelte es sich nur darum, das 
Vorhandensein der Kohle nachzuweisen. Es ist daher wohl möglich, sich 
bei ihrer Befahrung davon zu vergewissern, dass mehrere (anscheinend 
wenigstens vier) abbauwürdige Flötze von einer Mächtigkeit, welche 
meist zwischen drei und fünf Fuss schwankt, stellenweise aber noch 
weit beträchtlicher ist, vorhanden sind; es ist aber nicht möglich, 
von dem Anhalten dieser Flötze in unveränderter Qualität auf eine 
grössere Erstreckung sich zu überzeugen. Dort, wo die Flötze durch die 
erwähnten Stollen aufgeschlossen sind, fallen sie sehr steil, etwa unter 
60 bis 70° gegen Süd. Ein so steiles Fallen würde allerdings den Abbau 
schwierig und kostspielig machen. Es ist aber leicht möglich, dass, 
ähnlich wie dies bei dem Bergbau in Klenovec (dort allerdings im 
nördlichen Flügel der Anticlinale) der Fall ist , in kurzer Distanz vom 
Sattel ein flacheres Einfallen eintritt. Hervorheben muss ich auch, dass 
ein Theil der im Bereiche der Gemeinde Lupinjak zwischen den Massen 
des Grafen Palffy und des Herrn Sonnenberg gelegenen Freischiirfe 
Flötze aufgeschlossen hat, welche dem nördlichen Flügel der Anticlinale 
angehören und welche auch auf steirischer Seite ihre Fortsetzung in 
den Schürfen und bereits verliehenen Massen der Gemeinde Dobovec 
finden. 

Sowohl in Lupinjak, als in Dobovec konnte ich zahlreiche charak- 
teristische Versteinerungen der brackischen Sotzkaschichten im Hangenden 
der Flötze beobachten. Besonders bemerkenswerth scheint mir, dass die 
Hangendschichten in Dobovec feste, blaugraue Sandsteine vom Aussehen 
des Wiener Sandsteines sind, welche jedoch durch das massenhafte 
Vorkommen von Sculptursteinkernen der Cyrena semistriata, neben 
welcher ich auch einen Steinkern des Mi/tilus Aquitanicus beobachtete, 
in ihrem Alter unzweifelhaft sichergestellt erscheinen. 

Ich zweifle nicht daran, dass es nur der Belebung des Verkehres 
und der Industrie in diesem, jetzt etwas abgelegenen Winkel der Steier- 
mark und Zagoriens bedarf, um den Bergbau auf Sotzkakohle hier zu 
einer gedeihlichen Entwicklung zu bringen ; — hauptsächlich aus diesem 
Grunde habe ich den abgehandelten, auf den gegenwärtig in Gebrauch 
stehenden geologischen Karten nicht ersichtlichen Zug der Sotzka- 
schichten so ausführlich besprochen, als es meine flüchtige Begehung 
desselben gestattete. 

Thaddäus Wisniowski. Einige Bemerkungen über die 
Technik der mikroskopischen Untersuchungsmethode 
der Hornsteine. 

Als eine für verschiedene Hornsteine ziemlich verbreitete Erschei- 
nung habe ich schon vor Kurzem ') nach Hinde und Poöta Hohlräume 
beschrieben, welche in Folge der vollkommenen Auflösung der Spongien- 

') Th. Wis n iowski. Beitrag zur Kenntnis» der Mikrofauna ans den oberjuras- 
sischen Feuersteinknollen der Umgegend von Krakau. (Jahrb. der k. k. geolog. Reichs- 
anstalt. 1888, 38. Bd., 4. Heft.) 



19(3 Verhandlungen. Nr. 10 

nadeln in diesem Gesteine entstanden sind. Spätere Untersuchungen 
haben erwiesen , dass ein solcher Vorgang an den Spongiennadeln 
während der Bildung der Hornsteine einen der verbreitetsten Fossilisations- 
processe der Spongienelemente darstellt und sogar auch an den kiese- 
ligen Gitterschälehen der Radiolarien, welche in unseren Gesteinen ein- 
geschlossen sind, sich constatiren lässt. Nachdem der flüssige Canada- 
balsam diese Hohlräume in einem Dünnschliffe ausgefüllt hat. entziehen 
sich, wie einleuchtend, solche Organismenreste oft gar der Beobachtung. 
Weil unsere Hohlräume als solche zu erkennen manchmal kaum möglich 
ist , begegnen wir in dem Falle der überraschenden Erscheinung, 
dass die Reste der Spongiennadeln, Radiolarienschälchen etc.. welche 
wir noch vor Kurzem deutlich bemerken und untersuchen konnten , in 
demselben Präparate so vollkommen verschwunden sind, dass nicht 
eine erkennbare Spur nach denselben zurückgeblieben ist, wodurch das 
Präparat selbst, wie ersichtlich, gewöhnlich einen hohen Grad der 
Durchsichtigkeit erreicht. 

Eine solche Entdeckung muss gewiss sehr unangenehm für denjenigen, 
der diese Gesteine untersucht, sein; ich wurde also auch höchst unan- 
genehm überrascht, als ich vor einigen Tagen in einem Präparate aus 
meiner Sammlung der oberjurassischen Feuersteindünnsehliffe . in 
welchem das einzige Exemplar der neuen Radiolariengattung Podo- 
bursa Dunikowskii Wi$n sich befand, dieselbe nicht mehr wieder- 
finden konnte. Das Schälchen stellte sich früher so deutlich und derart 
dar, dass dasselbe nur als einen Hohlraum zu betrachten kaum möglich 
erschien, ich war sonach damals fest überzeugt, dass man hier nur mit 
einem schwarzbräunlich gefärbten Gitterschälchen zu thun hat. 
Auf einmal, nachdem ich seit einigen Monaten das Präparat nicht ge- 
sehen habe, constatire ich, dass nicht nur zahlreiche Spongiennadeln- 
reste , sondern auch ein so schönes Radiolar ganz aus dem Präparate 
verschwunden sind ! ! Weil ich solche Erscheinung an den Spongien- 
resten, welche nur als Hohlräume erhalten waren, in meinen Feuer- 
steinen häufig beobachten konnte und in unserem Falle eine chemische 
Reaction in Folge des vielleicht verunreinigten Balsams als nicht wahr- 
scheinlich erscheinen musste, drängte sich die Vermuthung auf, dass 
man hier mit einem ganz analogen Vorgange mit den in Folge der 
Ausfüllung durch den flüssigen Canadabalsam verschwindenden 
Spongiennadeln zu thun hat. Ich beschloss daher zu versuchen , ob 
nach Entfernung des den Dünschliff durchtränkenden Balsams die Ur- 
sache dieser gewiss ziemlich überraschenden Erscheinung nicht aufge- 
hoben werden könnte. Und in der That, nachdem ich den Dünnschliff 
im absoluten Alkohol gekocht, und dann über der Spirituslampe, bis er eben 
sich so, wie vor dem Einschliessen im Canadabalsam, darstellte, ge- 
trocknet habe, erhielt ich das Präparat mit der so deutlichen Radiolarie, 
wie sie früher war. 

Da in den letzten Zeiten nach dem Vorgange des Herrn Prof. 
Hantken, Dr. Riist etc. verschiedene Hornsteine den Gegenstand 
zahlreicher mikropaläontologischer Untersuchungen bilden und so . wie 
in dem Falle, erhaltene Radiolarien vielleicht auch in den Koprolithen 
vorkommen können, weil ich in dem Dünnschliffe von dem Koprolithe 
von Zilly, welchen ich der Güte des Herrn Dr. Rüst verdanke, 



Nr. 10 Bericht vom 31. Juli. H. B. v. Foulion. 197 

zahlreiche Spongiennadeln auch nur ais Hohlräume erhalten gefunden 
habe , mag- diese Mittheilung für manchen Freund der mikropaläonto- 
logischen Untersuchungen nicht ganz uninteressant scheinen. Sie 
zeigt, wie vorsichtig man verfahren muss , um in solchen Präparaten 
Alles das, was dort zu sehen ist, auch wirklich beobachten zu können. 
Wenn die Spougienreste nur als Hohlräume erhalten sind, entziehen sie 
sich ganz nach ihrer Ausfüllung mit Canadabalsain einer Beobachtung 
und dasselbe kann auch mit den Radiolarienschälchen geschehen, so 
dass Jemand in dem Falle die Anwesenheit dieser Orgauismenreste in 
einem solchen Präparate wohl verleugnen könnte. 

Ohne eine positive Vermuthung aussprechen zu wollen, möchte ich 
hier nur an zwei eminente englische Forscher, Sollas und Hüll, 
erinnern, von denen der erste zahlreiche Spongiennadeln in den Horn- 
steinen aus den irländischen Kohlenkalken entdeckt hat, während der 
zweite die Anwesenheit derselben in diesem Gesteine ganz bestimmt 
verneinte. Vielleicht war hier dieselbe Ursache dieser Controverse, 
welche wohl noch vor einigen Tagen die Existenz meiner Podobursa 
für Jemanden auch als höchst zweifelhaft machen könnte. Ohne diese 
Vermuthung weiter zu verfolgen , will ich hier noch hinzubemerken, 
dass ich massenhaft vorkommende, in Hohlräume umgewandelte Spongien- 
nadeln, welche auch nach Ausfüllung mit Canadabalsam immer fast 
vollkommen in dem Präparate zu verschwinden pflegen, in den car- 
bonischen Hornsteinen aus den per mischen Myslachowicer Conglo- 
meraten der Gegend von Krakau gefunden habe ; über dieselben werde 
ich mir erlauben hier später zu referiren , jedenfalls muss ich aber 
schon jetzt mit Nachdruck betonen, dass ein so häufiges, manchmal recht 
massenhaftes Vorkommen in verschiedenen Hornsteinen von so umge- 
wandelten Spongiennadeln, kieseligen Radiolarienschälchen etc. eben 
gewiss den schlagendsten Beweis für die noch von mancher Seite be- 
zweifelte organogene Natur unserer Gesteine liefern muss. 

H. B. v. Foullon. Ueber den Prehnit aus dem Floiten- 
thale. 

Mit der grossen PI atter'schen Sammlung kamen im Jahre 1883 
auch mehrere Stufen in unser Museum, welche aufgewachsenen Prehnit 
zeigten. Wie die reichen Suiten von Apatit, Periklin und anderen Mineralien 
musste nach den ersten und oberflächlichen Untersuchungen , die nur 
den Zweck des sicheren Nachweises hatten, auch das neue Prehnit- 
vorkommen beiseite gelegt werden, eingehende Bearbeitung des ganzen 
Materials im Auge behaltend, welche leider aus Zeitmangel noch immer 
nicht ausgeführt werden konnte. 

In neuester Zeit hat nun A. Cathrein über dieses Vorkommen 
eine Mittheilung gemacht J ) und so erscheint es wohl zweckmässig, die 
Beobachtungen an unseren Stufen hier folgen zu lassen. 

Wie liberall , ist auch in unserem Falle der Prehnit eine ver- 
hältnissmässig junge, secundäre Bildung, eine Folge von Zersetzungen 
im Gneiss , und zwar der darin enthaltenen Plagioklase. Die Kluft - 



') Mineralogische und petrogr. Mitth. 1889, Bd. X, Heft IV und V: Beiträge 
zur Mineralogie Tirols, S. 387— 402. XVII.: Ueber ein neues Vorkommen von 
Prehnit, S. 392-393. 



1V»S Verhandlungen. Nr. 10 

flächen, auf welchen das Mineral zur Ausscheidung gelangte, waren, 
den vorliegenden Stufen nach , wenig mächtig ; so zeigte eine einen 
Apatitkrvstall, der bei 5 Centimeter Durchmesser kaum 1*5 Centimeter 
dick und trotzdem mit beiden Basisflächen an die Kluftwände fest 
angewachsen war, so dass er durch die Erweiterung und Loslösung 
ganz zertrümmert, resp. von Sprüngen durchsetzt wurde, die zur Zer- 
bröckelimg führten ; es ist nur mehr ein kleiner Rest von Apatitsubstanz 
auf der Stufe erhalten. 

Die Gneissstücke tragen auf der Oberfläche gegen die Kluft in 
reichlichen Mengen Adular-, Muscovit- und Apatitkrvstalle, etwas Quarz. 
Periklin, vereinzelte lichtgelbe Epidotsäulchen und wechselnde Mengen 
von Chloritstaub. Wie der letztere das Wachsthum der verschiedenen 
Minerale beeinflusste, verdient in einer eigenen Arbeit eingehend mit- 
getheilt zu werden, zu der sich hoffentlich bald die nöthige Zeit findet. 
Der Apatit bildet zum Theil die prächtigen flächenreichen Krystalle 
von kugeligem Habitus, aber auch an dicktafeligen Individuen fehlt 
es nicht. Der Reihenfolge nach haben sich gebildet zuerst der Adular, 
dann Quarz und Muscovit, Periklin , Apatit, Epidot und zum Schluss 
der Prehnit. Der Chlorit tritt in den verschiedenen Bildungsperioden 
in mehreren Generationen auf. Näheres hierüber muss der erwähnten 
Arbeit vorbehalten werden. 

Der Prehnit erscheint als Ueberzug auf Theilen der Stufen, er 
bildet ein wirres Gemenge kleiner Kryställchen , die auf den ersten 
Blick wie Hyalithkrusten aussehen. Diese Ueberzüge sind auf einem 
Theile der Stufen ziemlich geschlossen , d. h. sie lassen nur kleinere 
Partien der unterliegenden Minerale frei, sie sind ferner „einseitig", in- 
dem die Incrustationen auf den einzelnen Stufen und Mineralen alle 
auf gleicher Seite liegen, auf der anderen die freigebliebenen Flächen 
der überwucherten Krystalle. Nicht alle Minerale sind gleich stark 
überwachsen , so ist der Adular meist völlig umhüllt , der Apatit zum 
grössten Theil, während der Glimmer an den Schmalseiten der Blätter- 
aggregate mit Kränzen kleiner Prehnitkryställchen umrahmt ist, wogegen 
die Endflächen oft ganz frei blieben. Der übrige Theil der Stufen 
zeigt keine Spur von Prehnit, offenbar waren die Spalten nur zum 
Theil mit Lösungen erfüllt, was auch durch eine Art „Strandlinie" — 
wenn der Ausdruck gestattet ist — documentirt wird. Es zeigt sich 
nämlich an der Grenze der incrustirten und freien Theile eine An- 
häufung, eine Art Wulst aus Prehnitkryställchen, die hier durch reich- 
liche Mengen eingeschlossenen Chloritstaubes grün gefärbt , während 
die übrigen farblos und durchsichtig sind. Es ist nun wohl die An- 
nahme gestattet, dass die freien Partien nach oben, die incrustirten 
nach unten lagen. Orientirt man die Handstücke nach dieser Voraus- 
setzung , so zeigt es sich , dass der Ansatz der Prehnitkrystalle vor- 
wiegend auf den Unterseiten der durch ihn überzogenen Minerale 
erfolgte, während die Oberseiten zum Theil frei sind. 

Irgend eine Einwirkung der Lösung, aus der sich der Prehnit 
abschied, auf die übrigen Minerale ist nicht wahrzunehmen, im Gegen- 
theil. Die Apatite erscheinen, wenn auch einzelne Flächen Aetzfigureu 
zeigen, besonders glänzend, während sie auf den prehnitfreien Theilen 
der Stufen oft matt und weniger scharf ausgebildet sind. 



Nr. 10 Bericht vom 31. Juli. H. B. v. Foulion. 199 

Besondere Erwähnung verdient ein Stück , das wesentlich aus 
einem dichten Aggregat von Laurnontitkrystallen und Muscovit besteht. 
In Drusenräumen ist der Laumontit frei auskrystallisirt und der grösste 
Theil des Hohlraumes ist mit Prehnitaggregaten ausgekleidet. Es sind 
genau dieselben Krystalle, wie die der anderen Stufen. 

Endlich sind noch jene Aggregate zu erwähnen , die, zu Krusten 
vereinigt, nirgends Anwachsstellen zeigen. Sie sind in Folge reichlicher 
Chloriteinschlüsse tief grün gefärbt und haben sich wahrscheinlich in 
Chloritnestern gebildet, wie eben daherstammende Epidotkrystalle , die 
bei der Dicke eines Fingers ebenfalls keine Anwachsstellen, wohl aber 
vielfache Wachsthumsbeeinflussung durch den sie umgebenden Chlorit- 
staub zeigen, in welchem sie schwebend wuchsen. Auf diesen Krusten 
erscheinen als allerjüngste Bildungen Rosettchen eines Zeolithes, wie es 
scheint, von Laumontit, möglicherweise von Desmin. 

Liessen schon die mit der Lupe besehenen Kryställchen kaum 
einen Zweifel, dass sie dem Prehnit angehören, so wurde diese Voraus- 
setzung durch das Verhalten im Kölbchen , in der Platinpincette und 
auf Kohle : ) gegen Säuren und die bedeutende, 6 übersteigende Härte 
bestätigt. Eine qualitative Prüfung reinsten Materials ergab eine Zu- 
sammensetzung aus Kieselsäure , Thonerde , Kalk , erst bei Glühhitze 
abgehenden Wassers und trotz der Farblosigkeit ist auch eine kleine 
Menge Eisen vorhanden. 

Auf einzelnen der wirren Aggregate, die von Cathrein be- 
obachteten radförmigen fehlen hier, fanden sich scheinbar sehr gut 
ausgebildete Kryställchen , welche der goniometrischen Messung unter- 
zogen wurden. Das Resultat derselben war aber ein recht schlechtes, 
indem von den vorhandenen acht Flächen nur vier einfache Bilder 
gaben. Nach der optischen Orientirung, über welche unten das Weitere 
folgt, besitzen die Kryställchen die Formen (100), (110) und (001), 
welche auch Cathrein angibt. Der Winkel (110) (110) soll beim 
Prehnit nahe 80° betragen. Die Messungen an drei Kryställchen am 
Goniometer ergaben im Mittel 83° 83' mit Grenzwerthen von 82° 44' 
bis 84° 45'. Zahlreiche Messungen unter dem Mikroskop lieferten 
ähnliche Werthe, niemals einen solchen von 80°. Die Flächen (100) der 
nach der Axe b langgezogenen Individuen geben keine Bilder, wenigstens 
keine solchen, die tautozonal mit jenen der Prismenflächen lägen, auf 
(001) erscheinen ungemein lichtschwache Bilder in einem Haufen, offenbar 
Reflexe der zahlreichen, nicht genau parallel aufgewachsenen Sub- 
individuen. Die Beobachtung unter dem Mikroskop zeigt, dass die 
Flächen (001) ganz bedeckt sind von kleinen bis ungemein dünnen 
Kryställchen , welche nahezu gleich orientirt sind , wie das Haupt- 
individuum. Auch auf (100) finden sich solche, hier gewahrt man aber 
auch bei vielen Exemplaren, dass die scheinbar einheitlichen Krystalle 
eigentlich eine Verwachsung mehrerer gleichgrosser Individuen sind. 
Merkwürdigerweise erfolgte diese nicht immer genau parallel (001), 
sondern unter einem kleinen Winkel , so dass die Gruppen an dem 
spitzen Prismenwinkel, der niemals durch (010) abgestumpft wird, etwas 
dicker sind, als in der Mitte. 

') Siehe V. Goldschmidt: Unterscheidung der Zeolithe vor dem Löthrohr. 
Fresenius, Zeitschr. f. analyt. Chemie. Bd. XVII, S. 267 u. f. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1880. Nr. 10. Verhandlungen. 29 




200 Verhandlungen. >Jr. 10 

Wie die Betrachtang der Kryställcben im polarisirten Lichte zeigt, 
besitzen sie einen complicirten Bau und ist wohl durch diesen die Ab- 
weichung- des Prismenwinkels um mehr als 3 1 2 ° vom normalen bewirkt. 
In der Figur ist eines der grössten Kryställchen (14 Millimeter 
nach der &-Axe lang, 0*65 Millimeter nach der a-Axe breit, - 27 Milli- 
meter nach der c-Axe dick) bei gekreuzten Xicols möglichst naturgetreu 

bildlich dargestellt, so weit dieses ohne 
Anwendung von Farbendruck möglich ist. 
Die beiden Partien gegen deu spitzen 
Prismenwinkel werden bei gekreuzten 
Nicols vollständig dunkel, die Axenebene 
liegt parallel (010), die spitze Mittellinie 
tritt senkrecht auf (001) aus. DerAxen- 
winkel ist so gross, dass im Mikroskop kaum mehr beide Hyperbeln gleich- 
zeitig sichtbar sind , bei schwacher Dispersion ist p<v, es herrschen 
also die normalen Verhältnisse. Bei einzelnen Krystallen werden die 
den Endflächen (100) und (100) zugekehrten Partien ebenfalls ganz 
dunkel , diese auslöschenden Theile bilden dreieckige Flächen . deren 
Spitzen gegen den Mittelpunkt der Krystalle gekehrt sind. Bei den 
meisten Krystallen tritt hier nicht mehr vollständige Dunkelheit ein, 
trotzdem treten die Axen normal aus, wenn auch die Axenbilder etwas 
verwaschen aussehen. Von den Prismenflächen ziehen sich streifige 
Partien gegen den Mittelpunkt, die mehr weniger parallel den gegen- 
überliegenden Prismenflächen liegen und in Folge dessen Winkel von 
83 — 84° mit einander einschliessen, wie dies schon Des-Cloizeaux 
und Mallard am Prehnit von Farmington etc. beobachtet haben (82° 
bis 83°). : ) Diese Streifensysteme werden bei keiner Stellung dunkel, 
zwischen ihnen gibt es aber immer kleine Partien, die vollständig aus- 
löschen, wohl ein charakteristischer Unterschied von dem ., sanduhr- 
artigen " Bau. Trotz dieses Verhaltens kann man bei einzelnen Krystallen 
doch noch die normale Lage der Axenebene constatiren . wenn auch 
die Axenbilder sehr verwaschen sind, wonach anzunehmen ist. dass 
die Hauptmasse jener Theile, durch welche hier das Licht dringt, doch 
normal gelagert ist. 

Unbedingt möchte ich mich der Ansicht Des-Cloizeaux" an- 
schliessen, nach welcher der Prehnit rhombisch krystallisirt. Es kann 
aber nicht verschwiegen werden, dass der Aufbau mancher Krystalle 
auch für die Ansicht Mallard's spricht, wonach vier sich durch- 
kreuzende Systeme vorhanden sind , von welchen drei in der Ebene 
von (001) liegen, das vierte dazu senkrecht steht. Man sieht nämlich, 
wie schon oben erwähnt, bei manchen Krystallen auf (100) ganz deut- 
lich, dass sie aus drei, aber nicht genau parallel (001) verwachsenen 
Individuen bestehen und auf (110) Andeutungen, welche auf das vierte, 
um 90° gedrehte System, deuten. Diese Art der Verwachsung kann 
ja aber auch bei der rhombischen Natur des Prehnit ganz wohl be- 



') Siehe diesbezüglich das Referat von K locke im N. Jahrb. f. Mineralogie etc. 
1883, Bd. I, S. 358 — 361, woselbst die einschlägigen Arbeiten von Des-Cloizeaux 
und Mallard über die optischen Anomalien des Prehnit (Bull. d. 1. societe mineralogique 
de France. 1882, Bd. V) zusammengefasst sind. 



Nr. 10 



Bericht vom 31. Juli. J. Prochäzka. 



201 



stehen, ohne dass deshalb zur Erklärung das hexagonale System herbei- 
gezogen werden müsste. 

Keineswegs sind die Acten üher den Prehnit geschlossen und 
wird sich hoffentlich auch einmal das entsprechende Material finden, 
an welchem sich die Gesetze der Verzwillingung bestimmen lassen. 

Einsendungen für das Museum. 

J. Prochäzka. Die Fauna des miocänen Sandes von 
Poisdorf, nach Mittheilungen des Herrn Josef Ullepitsch. 

Durch die Güte des Herrn Josef Ullepitsch, Oberwardein i. P., haben unsere 
paläontologischen Sammlungen eine schätzenswerthe Sendung tertiären Materiales 
aus den Sanden von Poisdorf erhalten , von wo bis zur Stunde miocäne Petrefacte 
nicht bekannt gewesen waren, wenigstens liegt über diese Fauna bis nun keine Nachricht 
vor. Wenn also schon dadurch das Geschenk des Herrn Ullepitsch an Interesse 
gewinnt , so gewinnt es nicht minder auch an Wichtigkeit durch den Umstand , dass 
beim Aufsammeln desselben alle jene Vorsichtsmassregeln beobachtet worden sind, 
wodurch das Vermischen von Arten der höher gelegenen Lagen mit jenen der darunter 
befindlichen hintangehalten wird. 

Das in Kede stehende Material wurde in einer drei Meter tiefen Sandgrube im 
Dorfe Poisdorf selbst, und zwar in dem Gastgarten des „Linden wir t h es" (am 
SW.-Ende des Dorfes), abgebaut und an die Anstalt in demselben Zustande gesendet, 
wie es eben angetroffen worden. 

Aus dem Schreiben des Herrn Ullepitsch an die Direction entnehme ich über 
die Sande von Poisdorf Nachfolgendes : Der Sand , dem die unten angeführten Arten 
entstammen, ist grobkörnig, von bis nussgrossen, stark abgerollten Quarzstückchen ge- 
bildet und nimmt an Grösse des Kornes nach oben allmälig zu, so zwar, dass die 
oberste Bank bereits grössere Geröllstücke, mitunter auch faustgrosse Geschiebe ein- 
schliesst. Er ist ziemlich fest und hält bis drei Meter hohe Wände aus. 

An den Wänden der bereits erwähnten Sandgrube zu Poisdorf machte Herr 
Ullepitsch die interessante, wenn auch zu wiederholten Malen gemachte Beobachtung, 
dass er auch dort die Wechsellage von groben und feinen Sandbänken beobachtete, 
von denen die ersteren zumeist grosse und stark abgerollte, sowie beschädigte, die 
letzteren kleine und kleinere Gehäuse von gutem Erhaltungszustande einschliessen. 

Aus dieser Einsendung des Herrn Ullepitsch, von ungefähr 25 Kilogramm 
Gesammtgewicht , ist es mir gelungen, über 1450 Gehäuse, 103 Arten angehörig, zu 
gewinnen und zu bestimmen. Diese Arten vertheilen sich nun derart, dass auf die 
Gastropoden 66, die Acephalen 20, die Foraminiferen 3, die Bryozoen 4, die Anthozoen 3. 
die Vermes 3 Arten entfallen. In diesen 103 Species sind zwei Arten von Krabben, 
von denen nur die Scheeren gefunden wurden, miteingerechnet. Diese Krabbenüberreste 
lassen sich zwar mit Leichtigkeit als zwei verschiedenen Arten angehörig erkennen, 
spotten aber jeder Bemühung, sie zu bestimmen. Ebenso ungenügend sind die Ueber- 
reste des Halitherium aus den Poisdorfer Sanden. 



Gastropoden. 



Conus Mojsvari R. Hoem. u. A. . . 2 

„ Gainfahrensis R. Hoem. u. A. 1 

„ siibrar istriatus Costa .... 1 

„ Aldrovandi Brocc 5 

Mercati Brocc 21 

„ Moraviensis R. Hoem. u. A. 2 

,, ponderosus Brocc. ... 4 

„ Suessi R. Hoem. u. A. . . . 3 

„ Vindobonensis Partsch. ... 13 

„ ventricosus Bronn 76 

„ mediterraneus Hwass. ... 12 

Cypraea amyydalum Brocc 2 

Marginella minuta Pfeiff. 4 

Mitret ebenus Lamk Z 

„ Partschi M. Hoem 1 

Columbella curia Duj 1 



2 
1 
5 
20 
2 
9 
1 



Columbella fdllax R. Hoem. u. A 

„ spec 

Buccinum cerithiforme Auing. . . 
„ Schönt R. Hoem. u. A. 

„ nodosocostatum Hüb. 

„ Vindobonense May. . . 

Triton nod iferum Lamk 

Murex Sedywicki Micht. (?).... 1 
„ Scolaris Brocc. ...... 3 

„ sublaratus Bast 7 

Pyrula rusticula Bast 9 

Fusus Puschi Andrz 3 

„ Valenciennesi Grat 1 

Pleurotoma interrupta Brocc. ... 9 
„ asperulata Lamk. ... 1 

„ Schreibersi M. Hoem. . 2 

29* 



202 



Verhandlungen. 



Nr. 10 



Pleurotoma Vauquelini Payr. 
Cerithium pictutn Hast. . 
Cerithium rubiginoswn Eichw. 

„ lignitarum Eichw. 

n scabrum Olivi . . 

„ Schwartzi M. Hoern 

,, spec ? 

Turritella subangulata Brocc. 

„ bicarinata Eichw. 

Chemnitzia perpusila Grat. . 

„ Reussi M. Hoern. 

Turbonilla pusiUa Phil. . . 
Turbinolia subumbilicata Grat 
Phasianella Eichwaldi M. Hoe 
Monodonta anaulata Eichw. . 
Trochus quadristr latus Dubais 
Vermetus arenarius Linne 

„ intortits Lamk. . . 



1 
12 

1 
18 
21 

3 

1 

6 
710 

2 

1 

2 

1 
34 
12 

1 

1 
14 i 
Bivalven 



Caecum trachea Mont 2 

Nerita expansa Neuss (?)..... 4 

Planorbis 1 

Rissoina pusilla Brocc 10 

Rissoa Venus d'Orb 1 

„ Montagui Payr 25 

„ Lachesis Bast vir. laecis . . 4 

„ inflata Audrz 50 

,, Clotho M. Hoern 1 



„ costellata Grat. 
Eulima Eichwaldi M. Hoern. 
Xatica redempta Micltt. . . . 
Bulla conulus Desh 

„ truncata Adams . . 

„ concoluta Brocc. . . . 

Crepidula unguiformis Bast. 

„ gibbosa Defr. . . . 



Corbi</fi cf. Basteroti Mager ... 1 

Saxicava sjjec. ? 1 

Teilina donacina Linne" . ... 1 

Venus multilamella Lamk. . . 2 

B cincta Eichw. 1 

Cardium papillosum Poli 6 

Lucina exigua Eichw 1 

„ Dujardina Desh 6 

„ incrassata Dubois 9^ 

Cardita rudista Lamk 1 



6 
1 
4 
1 
1 
3 
24 
13 



Nucula nuvleolus Linne 1 

Bectunculus pilosus Linne .... 3 

Ervillia pusilla Eichw 11 

Area diluvii Lamk 1 

„ Turonica Duj 10 

Chama gryphoides Linne 2 

Ostrea digitalina Dub. 40 

„ crassissima Lamk 2 

Lithodomus Aritensis Mayer ... 1 

Jouanettia spec? 2 



Foraminiferen. 

Alceolina melo d'Orb 1 I Dendritina spec. ? 3 

Quinqueloculina Haueriana d'Orb. . 2 \ 

Bryozoen. 
tellepora deplanata Reuss I Lepralia Endlichere Reuss 

Eschara spec. ? „ planiceps Reuss 

Anthozoeu. 
Cladangia conferta Reuss. I Bruchstücke von Einzelnpolyparien. 

Solenastraea tenera Reuss. 

Yermes. 

Serpula spec 1 | Serpula spec 2 | Serpula spec 4 

Arthropoda. Vertebrata. 

Krebsscheeren Halitherium spec. 

Es genügt, einen flüchtigen Blick in die hier angeführte Fauna von Poisdorf 
geworfen zu haben , dass man deren Typus gewahr werde. Die Zusammengehörigkeit 
dieser Fauna und der von Grund geht deutlich genug beinahe aus allen Merkmalen 
hervor , welche wir aus dem hier angeführten Verzeichnisse herauszulesen vermögen. 
Sie erhellt sowohl aus den Grastropoden , als auch aus den Bivalven, sowie aus den 
Anthozoeu, Foraminiferen und Bryozoen. Nicht minder einschlägig ist in dieser Hinsicht 
das Häufigkeit sverhältniss der einzelnen Arten. Dasselbe etwas genauer betrachtet, gibt 
eine ziemlich sichere Antwort auf die Frage, ob diese in Rede stehende Fauna mit der 
von Grund wirklich so identisch ist, wie es im ersten Augenblicke erscheint. Und 
die Antwort lautet nun dahin , dass die Fauna der Poisdorfer Sande thatsächlich ans 
einer sehr grossen Anzahl von wirklich für die Grunder Facies charakteristischen Arten 
besteht, doch nichtsdestoweniger auch eine nicht unbedeutende Menge von Arten des 
oberen Tegels einschliesst. Wie gross nun die Neigung unserer Fauna zu dem Typus 
des hangenden Tegel ist, kann vorläufig nicht angegeben werden, wird aber hoffentlich 
erbracht werden können , bis man die Fauna sowohl dieses Sandes , als auch jene des 
sandigen Tegels, welcher die Poisdorfer Sande überlagert, wird ausgebeutet haben. 

Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien, Rothenthurmstr. 15. 

Druck voa Oottlieb Gistel 4 Comp, in Wien. 







N" 11. iS»liPlP» 1889. 

^Ät/svi •vi 

Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Bericht vom 31. August 1889. 

Inhalt: Eingesendet e Mi ttheilung en : Dr. v. Gürabel. Ueber einen aufrecht- 
stehenden Kohlenstanmi der Pilsener Mulde. Dr. J. E. Hibsoh. Der Doleritstock und das 
Vorkommen von Blei- und Silbererzen bei Rongstoek im biihmischeu Mittelgebirge. — Reise- 
Berichte: F. Teller. Daoneüa Lommeli in den Pseudo-Uailthalersohiefern von Cilli. C. M. Bau 1. 
Aufuahmsbericht aus dem östlichen Mähren. D. Stur. Zur Kenntniss der Verhältnissp im 
Steinbruche bei Mietniow im Südosten bei Wieliczka. — Literatur-Notizen: Dr. Stanislas 
Mennier, F. v. Sandberger. — Einsendungen für die Bibliothek. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt ihrer Mlttheilnngen verantwortlich. 

Eingesendete Mittheilungen. 

Dr. v. Gümbel. Uebereinen aufrechtstehenden Kohlen- 
stamm der Pilsener Mulde. 

Ein weiteres Beispiel des Vorkommens von aufrechtstellenden 
Stämmen im Kohlengebirge Böhmens, welches ja bereits mehrfach, z. B. 
von Wranowic bekannt ist, habe ich bei meinem letzten Besuche des 
Pilsener Kohlenbeckens auf der fürstlich Thurn und Taxis'schen Frisch 
Glücker-Zeche bei Littitz unfern Pilsen angetroffen. Der Stamm wurde 
bei dem Betrieb einer Strecke auf dem sogenannten Hangen dflötze, 
welches ungefähr 30 Meter über dem Hauptflötze liegt, und meiner 
Ansicht nach noch der oberen Stufe des echten Steinkohlengebirges 
angehört , angefahren und blossgelegt. Der etwas geneigt stehende 
Strunk misst am unteren Ende bei etwas ovalem Umrisse 1*20 und 
1 Meter im Durchmesser und wurde auf eine Höhe von 4 Meter auf- 
wärts durch die verschiedenen Schiebten verfolgt, ohne dass das obere 
Ende ganz erreicht wurde. Hier misst der künstlich abgebrochene 
Stamm noch 1 Meter im Durchmesser. Unmittelbar auf dem Kohlenflötz 
aufsitzend verbreitert derselbe sich nach unten und zeigt hier wurzel- 
ähnliche Ausläufer. Doch konnte wegen Brüchigkeit des kohligen 
Materials dieses Verbältniss nicht scharf genug beobachtet werden, um 
mit Sicherheit sagen zu können, dass dieselben auf der unten liegenden 
Kohle wurzeln. Dem Ansehen nach ist dies allerdings der Fall und 
der Stamm mag etwa schwebend in aufrechter Stellung herbeige- 
schwemmt worden sein. 

Das Innere des Stammes ist mit Sandstein ausgefüllt , enthält 
jedoch stellenweise einen zweiten Innern Kern , der nicht blossgelegt 
werden konnte, ohne den Stamm zu zerstören. Derselbe mochte einem 
Markkörper entsprechen , wie er z. B. bei Arthropitys vorzukommen 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 11. Verhandlungen. 30 



204 Verhandlungen. Nr, \ \ 

pflegt. Die Aussenseitc des völlig ungegliederten Stammes ist mit einer 
durchschnittlich 10 Millimeter dicken, freilich an vielen Stellen abge- 
sprungenen Kohlenrinde bedeckt. Die Kohle ist glänzend schwarz und 
bricht würfelig. Dass dieselbe die Stelle der früheren Rinde einnimmt, 
ergibt sich auch aus dem Umstände, dass zum Theile Schwefelkies dieselbe 
ersetzt, welcher die Natur eines Rindenüberzuges besitzt. Die Rinden- 
oberfläche, wie die durch abgefallene Kohle theilweise freigelegte innere 
Oberfläche des Stammes zeigt eine breite Streifung in der Weise, dass 
10 — 15 Millimeterbreite schwach gewölbte Erhöhungen durch dazwischen 
laufende Rinnen getrennt sind. Eine Querabgliederung und irgend 
Spuren von Blatt- oder Nadelansätzen sind nicht zu bemerken. Es 
laufen die Streifen vielmehr, soweit sich dies verfolgen lässt, nach der 
Länge des Stammes ohne Unterbrechung fort. Von Schuppen, Narben, 
Abzweigungen ist nichts zu sehen. Ich bin daher recht zweifelhaft, ob 
man den Stamm etwa der Sagenaria rimosa zuzählen darf. Am besten 
stimmt der von G. v. Sternberg abgebildete Stamm von Cycadifea 
columnaris Presl (II, pag. 194, Fig. 47) überein. Die Beschaffenheit der 
Kohlenrinde liefert hier wieder einen Beweis für die Richtigkeit der 
Annahme, dass bei dem Uebergang der vormaligen Pflanzensubstanz 
in Steinkohle eine wesentliche Aenderung der Dimension nicht einge- 
treten ist. In diesem Falle kann von einer Mitwirkung grossen Druckes 
zur Bildung der Kohle doch wohl nicht die Rede sein. Ich bin der 
Meinung, dass durch einfache Schwellung der früheren Pflanzensubstanz 
bei der Umwandlung in Kohle der Raum ausgefüllt wurde. 

Ich habe die Kohle der Behandlung mit chlorsaurem Kalium und 
Salpetersäure unterzogen. Die Kohle wird verhältnissmässig leicht und 
schnell zersetzt. Es bildet sich eine huminartige Substanz, welche theil- 
weise in Alkohol, theilweise in Ammoniak löslich ist. Bei sorgfältiger 
Behandlung bleiben dann flockige Reste in grosser Menge zurück, 
welche sich unter dem Mikroskope deutlich als Reste einer Rinden- 
schicht zu erkennen geben. Man kann sogar eine zarte Streifung der 
Zellenwände wahrnehmen. Von Fibrovasalsträngen ist nichts zu sehen. 
Wahrscheinlich waren die Zellen der Rinde stark verdickt. 

Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch erwähnen, dass man bei 
einem Uebersichbruch in der gleichen Zeche auf ein ziemlich lockeres 
Geröll stiess, wie es ja massenhaft in der Pilsener Mulde über die 
Oberfläche ausgestreut lagert. In demselben fanden sich Stammstücke 
von Lignit (Coniferen-Holz) ganz von tertiärem Habitus. Es wäre dem- 
nach dieser Geröllablagerung ein tertiäres Alter beizulegen. 

Der oben erwähnte Steinkohlenstamm ist jetzt im Garten der 
fürstlichen Bergbau-Inspection auf Mathilde-Zeche , soweit es thunlich 
war, in seiner natürlichen Stellung aufgerichtet. 

Dr. J. E. Hibsch. DerDoleritstock und das Vorkommen 
von Blei- und Silbererzen bei Rongstock im böhmischen 
Mittelgebirge. 

Nahe dem Centrum des böhmischen Mittelgebirges, dort wo die 
grösstc Massenerhebung des Gebietes, das Plateau von Wernstadt- 
Reichen-B.-Pokau-Ohren, vorhanden ist, hat die 300—400 Meter tiefe 
Tlialfurche der Elbe bei Rongstock ein cigenthümliches Gestein an- 






Nr. 11 Bericht vom 31. August. Dr. J. E. Hibsch. 205 

geschnitten, welches von Reuss 1 ) und von Jokely-), die es zuerst 
eingehender beschrieben, „Syenit", von Krejöi 3 ) hingegen „syenit- 
ähnlicher Grün st ein" genannt wurde. 

Dieses Gestein tritt zwischen dem Dorfe Rongstock und dem 
Kühlergrunde in Form eines kleinen Stockes auf, welcher in der 
Horizontalen etwa 500 Meter misst und sich vertical nahezu 200 Meter 
über den Spiegel der Elbe erhebt. 

Die eingehendere Untersuchung des Gesteines ergibt das Resultat, 
dass dasselbe weder ein Syenit, noch ein Grünstein ist, sondern als ein 
postcretace Tsc lies Basalt g est ein angesehen werden muss. Es 
besteht bei mittlerem bis grobem Korn überwiegend aus schwarzen 
Augiten und grünlichgrauen oder weisslich trüben Plagioklasen. Ab und 
zu gewahrt man eine schwarze Glimmertafel. Local kann jedoch das 
Gestein sehr reich an Glimmer werden. 

Wie die mikroskopische Untersuchung lehrt, ist das Gestein holo- 
krystallin mit derjenigen Structur, welche R osenbusch die hypidiomorph- 
kürnige genannt hat. 4 ) Es nähert sich das Rongstoeker Gestein dem Typus 
des Gesteines von der Löwenburg im Siebengebirge. 5 ) Am Aufbau unserer 
Felsart betheiligen sich Eisenerze und Apatit, dann Titanit, Augit und 
Magnesiaglimmer. Sehr untergeordnet findet sich stark corrodirte Horn- 
blende vor. Den Raum zwischen diesen Gemengtheilen erfüllt Plagioklas in 
grösseren und kleineren Krystallen. Ein Theil des Plagioklas scheint zu den 
Producten der letzten Erstarrungsperiode zu gehören. Olivin ist sehr 
selten, aber sicher vorhanden. Glasbasis fehlt gänzlich ; das Gestein ist, 
wie schon oben gesagt, holokrystallin. Quarz und Orthoklas wurden 
nicht beobachtet. Die Augite werden rosa und lichtbräunlich durch- 
sichtig. Auf den Kluftflächen ist viel Eisenkies angesiedelt , derselbe 
bildet allda nicht selten zusammenhängende Ueberzüge. 

Es ist der im Vorhergehenden beschriebene Dolerit wohl nur ein 
Theil von dem am entgegengesetzten rechten Eibufer befindlichen 
grösseren Doleritstocke des Leechenberges zwischen Pschüra und Klein- 
priesen. Das Gestein des Leechenberges wurde schon von Jokely 11 ) 
als Dolerit erkannt. Wahrscheinlich stammt von dem Leechenberger 
Doleritstock auch das Material zu den Blöcken von „körnigem Andesit- 
basalt", welche Boficky 7 ) vom „Leichenberge" beschreibt. Es herrscht 
sowohl in petrographischer Beziehung, als auch rücksichtlich des geolo- 
gischen Auftretens so vollständige Uebereinstiramung zwischen beiden 
auf den verschiedenen Seiten der Elbe sich gegenüberliegenden Dolerit- 
stöcken, dass wohl die Vorstellung berechtigt ist, beide jetzt getrennte 



') Aug. Em. Reuss, Geognost. Skizzen aus Böhmen. (Umgebungen von Teplitz 
und Bilin u. s. w.) Prag, Leitmeritz und Teplitz. 1840, pag. 19 ff. 

2 ) Joh. Jokely, Das Leitmeritzer vulcanische Mittelgebirge in Böhmen. Jahrb. 
d. k. k. geolog. Eeichsanst. Wien. 1858, IX, pag. 430. 

3 ) Joh. Krejci, Vorbemerkungen über allgemeiue geolog. Verhältnisse des 
nördlichen Böhmen. Archiv f. d. naturw. Landesdurchforschung von Böhmen. Prag 
1869, I. Bd., pag. 13. 

4 ) H. Rosenbusch, Mikroskop. Pbysiogr. d. Gesteine. II. Aufl. 1837, pag. 723. 
6 ) H. Rosenbusch, a. a. 0. pag. 724. 

6 ) Joh. Jokely, Jahrb. d. k. k. geolog. Reichsanst. Wien 1858, IX, pag. 411, 

7 ) E. Boficky, Petrograph. Stud. an den Basaltgesteinen Böhmens. Archiv 
f. d. naturw. Landesdurchforschung von Böhmen. Prag 1874, pag. 144. 

30* 



206 Verhandlungen. Xl\ 11 

stockförmige Massen seien blos Theile eines einzigen früher zusammen- 
hängenden Stockes. Die Elbe hat die ursprünglich einheitliche Masse 
nur getheilt. 

Auf beiden Eibufern hat der Dolerit ungewöhnlich umfangreiche 
exomorphe Contacterscheinungen in den ihn unmittelbar umgebenden 
Bakulitenmergeln und mitteloligocänen Sandsteinen hervorgerufen. Dem- 
nach besitzt er zum mindesten ein oligocänes Alter. Und darauf, sowie 
auf der Abwesenheit von Orthoklas in seinem mineralischen Bestände 
beruht seine Bestimmung als Basaltgestein. 

Es erscheint der Doleritstock allseitig begrenzt von umgewandeltem 
Bakulitenmergel und tertiärem Sandstein ; ein unmittelbarer Zusammen- 
hang mit dichten Feldspathbasalten ist nicht erkennbar. Bei voller 
Berücksichtigung aller hier zu Tage tretenden Erscheinungen sieht man 
sich gezwungen, die gesammte, jetzt durch das Elbtbal zertheilte 
Doleritmasse aufzufassen als einen Gesteinskern , welcher in der Tiefe 
eines grösseren tertiären Kraters unter höherem Drucke allmälig erstarrte. 

Man hätte bei dieser Auffassung auch im böhmischen Mittelgebirge 
Verhältnisse, welche erinnern an die zuerst von J. W. J u d d *) , dann 
von J. v. S z a b 6 2 ) aus der Umgebung von Schemnitz beschriebenen 
tertiären Gesteine mit dem Habitus von älteren Gesteinen, sowie an die 
ebenfalls durch J. W. J u d d 3 ) bekannten ähnlichen Vorkommnisse in 
Schottland und Irland. 

Der Krater , in dessen Tiefe der Dolerit erstarrte , mag zu den 
ältesten Gebilden des ganzen Mittelgebirges gehören. In seiner Umge- 
bung haben sich, gestützt durch den verfestigten Kraterkern , die vor- 
basaltischen Saudsteine und Braunkohlenthone in grösster Höhe (rund 
450 Meter Meereshöhe) erhalten, während sie in den entfernteren Theilen 
des Mittelgebirges bedeutend tiefer (bis 200 Meter Meereshöhe) ein- 
brachen in spät-oligoeäner und in der nachbasaltischen Zeit. Nur auf 
diese Weise lässt sich die Bildung des oben genannten Plateaus von 
Wernstadt-Reichen-B.-Pokau-Ohren erklären. Die Thätigkeit des Kraters 
selbst mag lange angehalten haben , bis der Krater durch die spätere 
Eruption der Phonolithe südlich und westlich von Rongstoek theilweise 
zerstört wurde. Die Phonolithe müssen deshalb für jüngere Bildungen 
erklärt werden, weil sie den Doleritstock gangförmig durchsetzen. Der 
umgekehrte Fall findet nicht statt. 

Auf die lange anhaltende vulcanische Thätigkeit, während welcher 
der Kraterraum durch geraume Zeit mit glühenden Gesteinsmassen er- 
füllt war, ist die gewaltige Contactwirkung in den umgebenden Gesteinen, 
die den Krater begrenzten, zurückzuführen. Ein Contacthof von mehr 
als 800 Meter radialer Ausdehnung umgibt den Doleritstock. Die besten 
Aufschlüsse gewährt der Bakulitenmergel entlang der Linie der österr.- 



1 ) J. v. Szabö, Vorläufige Schilderung der geologischen Verhältnisse von 
Schemnitz. (Mathemat.-naturw. Berichte aus Ungarn. 1885, III, pag. 197 — 213.) Ref. 
im N. Jahrb. f. M., G. u. P. 1887, II, pag. 465. 

2 ) J. W. Judd , On the tertiary and other peridodites of Scotland. (Quart. Journ. 
of the Geol. Soc. 1885, XLI, pag. 354-418.) Ref. im N. Jahrb. f. M., G. u. P. 1886, 
I, pag. 67- 

a ) J. W. Judd, On the Gabbros, Dolorites and Basalts of tertiary age in 
Scotland and Ircland. (Quart. Journ. of the Geol. Soc. 1886, XLII, pag. 49. ) Ref. im 
N. Jahrb. f. M., G. u. P. 1887, I, pag. 283. 



Nr. 11 Bericht vom 31. August, Dr. J. E. Hibsch. 207 

ungar. Staatseisenbahu-Gesellschaft. Dieser Thonmergel senonen Alters 
besitzt im unveränderten Zustande die bekannte bläulichgraue Färbung. 
Er führt reichlich Foraminiferen, besonders häufig treten auf: Cristellaria 
rotulata d'Orb., Bulimina- und Nodosaria-Species. Die erste Contact- 
wirkung äussert sich in einem Härterwerden des Mergels und durch 
dunklere Färbung. Die Diinnschieferigkeit macht einer dickeren Bankung 
Platz. Bei 500 Meter vom Contact werden die früher scharf begrenzten 
Foraminiferengehäuse undeutlicher, bei 400 Meter Entfernung vom 
Contact ist der Foraminiferenraum gänzlich erfüllt mit körnigem Kalk, 
so dass die Form der Schale nicht mehr zu erkennen ist. Nur durch 
die Berücksichtigung der Zwischenformen ist man in der Lage, die 
Stellen wieder zu erkennen , wo früher Foraminiferengehäuse sich be- 
fanden. In der Entfernung von 200 Meter vom Contacte wird die 
Färbung des Bakulitenmergels wieder dadurch eine helle , dass die 
dunkelfärbende Substanz verschwindet; der Kalk ist vermehrt; es 
tritt Epidot in einzelnen Nestern auf. Bei 50 — 100 Meter vom 
Contact reiht sich der Epidot in parallelen Streifen an. Noch näher 
zum Contacte ist der frühere Bakulitenmergel in ein hartes durchaus 
krystallines Gestein umgewandelt von weissgrauer Färbung, durch- 
zogen von grünlichgelben Streifen und Flecken, die annähernd parallel 
und offenbar in der Richtung der ehemaligen Schichtung des Mergels 
verlaufen. Zuletzt stellt sich neben Epidot noch Granat mit sehr leb- 
hafter Doppelbrechung in einzelnen um einen Kern gruppirten 
Feldern, und untergeordnet Quarz ein. Dieses Contactgestein erinnert 
an die Kalksilicathornfelse der Contactzonen älterer Eruptiv- 
gesteine. — ■ Die Contactwirkung in den tertiären Sandsteinen , welche 
die senonen Bakulitenmergel concordant überlagern und die oberen 
Partien des Kraterwalles bildeten, lässt sich wegen Mangel an Auf- 
schlüssen nicht verfolgen. Mit Sicherheit ist jedoch eine scharfe 
Frittung des thonigen Bindemittels der Sandsteine zu constatiren, wodurch 
die ursprünglich mürben Sandsteine sehr hart geworden sind und das 
Aussehen von Quarziten erlangt haben. 

Doleritstock ebenso wie die umgebenden Mergel und Sandsteine 
werden durchsetzt von vielen Gängen mannigfaltiger Gesteine. Die 
Eichtungen, in welchen sie durchbrechen , sind sehr verschieden , eine 
Gesetzmässigkeit lässt sich nicht erkennen. Sie treten rein intrusiv auf, 
ohne mit Ergüssen in nachweisbarer Verbindung zu stehen. Ihre 
Mächtigkeit wechselt, - 2 — 025 — - 5 — 1 — 2 Meter. Stellenweise lösen 
sie sich auf in ein Gewirr schmaler und schmälster Trümmer. Die Gesteine 
dieser Gänge sind Phonolithe, Tephrite und Trachyte. Die 
Phonolithgänge sind zumeist mit sehr schönen, 10 Millimeter bis 1 Centi- 
meter mächtigen Räudern von Phonolithglas versehen. 

Die Gänge im Bakulitenmergel, über deren Alter, ob jünger oder 
älter als der Dolerit, man bis jetzt kein endgiltiges Urtheil abzugeben 
vermag , gehören Gesteinen an , welche wesentlich von den sonst be- 
kannten Ciesteinen des Mittelgebirges abweichen. Einige besitzen in 
ihrem Gesteinsgefüge andesitischen Habitus, andere erinnern durch ihre 
in Chlorit umgewandelten Hornblenden an die Propylite v. Richthofen's. 
Sie sind alle nicht mehr ganz frisch, ich muss deshalb vorläufig 
ihren Charakter in der Schwebe lassen. Es ist immerhin möglich, dass 



208 Verhandlungen. Nl\ 1 1 

diese Gesteinsgänge älter sind als der Dolerit. Dann wäre ihr eigen- 
thümlicher Zustand zurückzufahren auf dieselben Ursachen, welche den 
Bakulitenmergel umänderten. 

Alle diese gangförmig auftretenden Gesteine . namentlich die 
Traehyte, sind reich an Eisenkies. Die Trachyte enthalten davon soviel, 
dass sie oberflächlich ganz braun anwittern. 

Ausser dem Eisenkies finden sich in der Umgebung des Dolerit- 
stockes auch noch andere Schwefelmetalle vor, zum Theil unter anderen 
Verbältnissen, nämlich Blei glänz, Zinkblende, untergeordnet 
Kupferglanz und Kupferkies. Reuss erwähnt 1 ), dass „früher 
auch .Silberglaserz vorgekommen sein soll". Alle diese Schwefelmetalle 
führen einen sehr geringen Silbergehalt. Nach einer von der k. k. 
geolog. Reichsanstalt ausgeführten und mir von Herrn Schmarda in 
Topkowitz freundlichst zur Verfügung gestellten Analyse enthält der 
Bleiglanz au Silber 0036 Procent. In früherer Zeit wurden die Erze 
in Rongstock bergmännisch abgebaut. Reuss 1 ) fand im Jahre 1840 
noch zwei befahrbare Stollen vor. Der Bergbau selbst scheint schon im 
vorigen Jahrhundert wegen zu geringer Ergiebigkeit aufgelassen worden 
zu sein. Mitte der Fünfziger-Jahre wurden in dem einzigen heute noch 
allerdings nur sehr schwierig zugänglichen Stollen im Köhlergrunde 
einige Arbeiten von einem Consortinm vorgenommen, wegen Mangel an 
dem nöthigen Capital jedoch bald wieder aufgelassen. 2 ) Neben einigen 
kleinen alten, auch im Köhlergrunde befindlichen Berghalden und einem 
alten Versuchsbau beim Hause Nr. 19 in Rongstock bildet der erwähnte 
Stollen die letzten Reste des alten Bergbaues. 

Die Rongstocker Erze treten nicht gangförmig auf. Sie kommen 
entweder eingesprengt in den jüngeren Intrusivgängen des Doleritstockes 
vor, so namentlich der Eisenkies im Trachyt. wie schon erwähnt wurde. 
Oder sie bilden Ueberzüge auf den Kluftflächen des tertiären Sandsteines 
oder der verschiedenen Eruptivgesteine (Zinkblende, Kupferglanz und 
Bleiglanz). Endlich aber finden sie sich eingesprengt in einer Art von 
Breccie, die vorzugsweise aus Bruchstücken des oben beschriebenen, 
an die Kalksilicathornfelse erinnernden Contactgesteines sich aufbaut 
mit einem Bindemittel von körnigem Kalkspath, von Quarz und von 
Schwefelmetallen. Besonders Bleiglanz tritt hier in Form von Schnüren 
auf, welche netzförmig die Breccie durchziehen, während die Zinkblende 
sich in grösseren Körnern findet und Eisenkies das ganze Gestein im- 
prägnirt. Erze letzterer Art beschreibt Reuss (a. a. 0. pag. 21). „Sie 
(die Erze) bestehen aus grobkörniger blätteriger Blende , feinkörnigem 
Bleiglanz , speisgelbem Schwefelkies und messinggelbem Kupferkies, 
welche insgesammt in einem dichten, weissen oder graulichen Feldspath- 
gestein eingesprengt sind." Das „Feldspathgestein" ist unser Contact- 
gestein. Solche erzführende Breccien sind vorzugsweise beim früheren 
Bergbau gefördert worden. Derjenige Bleiglanz, dessen Silbergehalt 
oben angegeben wurde, ist einer solchen Breccie aus dem alten Stollen 
im Köhlergrunde entnommen. 



') Aug. Em. Reuss, a. a. 0. pag. 21. 

*) Joh. Jokely sagt a. a. 0. pag. 430: „Hier besteht gegenwärtig (1857) in 
seinem Bereiche (im Dolerit) eine Zeche auf Bleiglanz, welcher darin nebst silberhaltigen 
Kiiscn unil Blende auf Gängen bricht." 



Nr. 11 Bericht vom 31. August. Dr. ,T. E. Hibsch. 209 

Die reichste Erzführung scheint dem einstigen Kratermantel eisen 
zu sein. Wahrscheinlich ist sie insgesammt zurückzuführen auf ehemalige 
Fumarolen- und Solfataren-Thätigkeit. Aus der Tiefe brachten heisse 
Quellen Metalllösnngen, welche dann als Schwefelverbindungen nieder- 
geschlagen wurden. Das Erzvorkommen von Rongstock würde bei dieser 
Auffassung auf ähnliche vulcanische Tliätigkeit zurückzuführen sein, wie 
sie besonders durch Clarence King und Geo. F. Becker 1 ) theil- 
weise als Ursache für die Entstehung vieler Erzlager im Westen von 
Nordamerika festgestellt worden ist. Auch R. L. Jack 2 ) hat von den 
Goldlagern des Mount Morgan in Queensland die Ansicht gewonnen, 
dass dieselben durch tertiäre Geysirthätigkeit entstanden sind. 

Der ausserordentlich gewissenhafte Beobachter Jokely, durch 
dessen geologische Arbeiten im böhmischen Mittelgebirge, sowie durch 
die scharfen Beobachtungen Reuss' dieses Gebiet in geologischer Be- 
ziehung erst erschlossen wurde, erwähnt (a, a. 0. pag. 430), dass man 
ähnliche Erze, wie die beschriebenen, früher auch im Gneiss abgebaut 
haben soll. Jokely gibt (a. a. 0.) an, dass „westlich von Rongstock 
an den Gehängen des dortigen Nebenthaies grauer Gneiss entblösst" 
sei, welcher von Phonolith-Tuff überdeckt werde. Doch ist es mir auch 
bei wiederholter Begehung nicht gelungen, grauen Gneiss daselbst an- 
stehend zu finden. Wohl enthält der Phonolith-Tuff, welcher westlich 
von Rongstock in gewaltigen Massen vorhanden ist, eine grosse Menge 
von Gneiss in Blöcken bis zur Grösse eines Cubikmeters eingeschlossen. 
Gneiss steht also sicher in der Tiefe an. Der Gneiss dieser Blöcke 
gehört jedoch vielen verschiedenen Gneissvarietäten an, die wohl auf 
so kleinem Räume , wie der gegebene ist , nicht neben einander auf- 
treten können , vielmehr in der Tiefe vertical über einander vertheilt 
sein müssen. Das Erzvorkommen von Rongstock ist mit diesem Gneiss, 
welcher in geringerer oder grösserer Tiefe bei Rongstock vorhanden 
ist, gewiss ebensowenig in Zusammenhang zu bringen, als Eruptiv- 
gesteine (Basalte, Phonolithe u. s. w.) an anderen Orten des Mittelgebirges 
mannigfaltige Gneisseinsclilüsse enthalten , ohne dass irgend welche 
nennenswerthe Mengen von Erzen daselbst auftreten würden. 



Meine Arbeiten über diesen höchst interessanten Punkt unseres 
Mittelgebirges sind noch lange nicht abgeschlossen. Nur mit Zaudern 
übergebe ich , ein principicller Gegner jeder sogenannten „vorläufigen 
Mittheilung", vorstehende vorläufige Resultate der Oeffentlichkeit. Die 
geologischen Arbeiten im Mittelgebirge gestatten kein stückweises Publi- 
ciren. Man muss den Gegenstand zusammenhängend behandeln, sonst 
würde ein Widerruf dem andern folgen. Ich sehe mich jedoch trotzdem 
veranlasst, diese unfertige Arbeit, welche zum Theil die Resultate 
mehrjähriger Tliätigkeit im Mittelgebirge umfasst , zu veröffentlichen, 
weil man in neuester Zeit daran geht, den alten Rongstocker Bergbau 



') Geo. F. Becker, The Relation« of the Mineral Belts of the Pacific Slope 
to the Great Upheavals. (Am. Journ. of Science. 1884, Vol. XXVIH, pag. 209 - 212.) 
Ref. im N. Jahrb. f. M., G. u. P. 1887, II, pag. 112. 

-') R. L. Jack, Die Goldlager des Mount Morgan in Queensland. (Berg- und 
Hüttenm. Zeitung. 1885, pag. 336.) Ref. im N. Jahrb. f. M., G. u. P. 1887, I, pag. 84. 



210 Verhandlungen. Nr. 11 

neu zu erschliessen , und weil von verschiedenen Seiten diesem Erz- 
vorkommen erbölite Aufmerksamkeit zugewendet wird. Von diesen 
Gesichtspunkten aus mögen vorstehende Mittheilungen heurtheilt werden. 

Reise-Berichte. 

F. Teller. Daonella Lommeli in den Pseudo-Gail- 
thalerschiefern von Cilli. 

Auf Grund einer Einsendung des Herrn Bergrathes E. Riedel 
in Cilli konnte vor einigen Jahren das Vorkommen von Trachyceras 
julium E. v. M. in den von Zollikofer als Gailthalerschiefer ge- 
deuteten Gesteinen am Nordfuss der Ruine Cilli und damit das ober- 
triadische Alter dieses Sekichtencomplexes nachgewiesen werden. (Vergl. 
Verl), geol. Reichsanst. 1885, pag. 318 — 319.) Ein kurzer Aufenthalt in 
Cilli bot mir im verflossenen Monate Gelegenheit, die Fundstelle selbst 
zu besuchen, und es gelang mir hierbei, auf derselben Schutthalde, auf 
welcher seinerzeit der Cephalopodenrest aufgelesen wurde , in einem 
dünnplattig spaltenden, grauen, rostgelb verwitternden Schiefer Abdrücke 
der charakteristischen Schalensculptur von Daonella Lommeli Wissm. 
zu constatiren. Die Deutung dieses schieferigen Gesteinszuges als ein 
Aequivalent der Wengener-Schichten Südtirols, welche schon nach dem 
vorerwähnten Cephalopodenfunde kaum mehr angezweifelt werden konnte, 
erscheint hierdurch neuerdings wesentlich bekräftigt. 

Die an dem östlichen Ufer der Sann liegende Fundstelle ist schon 
von der in die Vorstadt Raun führenden Brücke aus als kahler, gelb- 
brauner Aufschluss innerhalb des sonst gut bewaldeten Schlossberg- 
gehänges gut sichtbar. An der Schiessstätte vorbei führt ein Fahrweg 
an den Fuss des Gehänges hin. Man beobachtet hier von Nord nach 
Süd : Eine mächtige Eruptivmasse — S t u r's ältere Hornfelstrachvte 
— welche die Höhen nördlich von der Ruine zusammensetzt, sodann 
in einer schmalen , nur in Folge einer Abrutschung besser entblössten 
Zone die Schiefer mit Trachyceras julium und Daonella Lommeli, 
darüber die dunklen dünnbankigen Kalke, welche den von der Ruine 
gekrönten Gipfel zusammensetzen , und noch weiter in Süd endlich 
weisse, obertriadische Diploporenkalke. Die Gesteine der Schieferzone 
verflachen schon von der Eruptivmasse ab unter mittleren Neigungs- 
winkeln in Süd und unterteufen somit die dunklen Kalke des Schloss- 
berges. Zollikofer hat diese Kalke in Uebereinstimmung mit seiner 
Deutung des nordwärts vorliegenden Schieferzuges als Gailthaler Kalke 
bezeichnet , in den späteren geologischen Karten wurden dieselben 
jedoch bereits als Guttensteiner Kalke ausgeschieden, offenbar auf Grund 
ihrer Feberlagerung durch lichter gefärbte Kalksteine vom Habitus der 
obertriadischen Kalkmassen. Sind die Lagerungsverhältnisse in dem 
eben besprochenen Durchschnitte normale, so Aväre auch diese Auffassung 
zu verlassen, da die dunklen Kalke der Schlossruine sodann zweifel- 
los in das Hangende des Daonellen-Schiefer fallen. Bei der geringen 
Mächtigkeit der letzteren erscheint es durchaus nicht ausgeschlossen, 
dass die Kalke des Schlossberges nur ein jüngeres kalkiges Glied 
der als Wengener-Schichten zusammenzufassenden Schichtreihe dar- 
stellen ; sie würden in diesem Falle ein Analogon bilden zu den dunklen 






Nr. 11 Bericht vom 31. August. C. M. Paul. 211 

Plattenkalken mit Traehyceras Archelaus , welche icli vor einiger Zeit 
in grösserer Ausdehnung innerhalb der Sannthaler Alpen nachweisen 
konnte. 

C. M. Paul. Aufnahmsbericht aus dem östlichen Mähren. 

Die Aufnahme des mährischen Theiles des mährisch-ungarischen 
Grenzgebietes war im vorigen Jahre südwärts bis an die Linie Napajedl- 
Klobouk vorgeruckt. In diesem Jahre schlicsst sich nun daran die 
Untersuchung der Gegenden östlich von Ung.-Hradisch, Ung.-Ostra und 
Wessely an der March, die Umgebungen von Ung.-Brod , die Gebiets- 
teile südlich von Luhatsehowitz , Slawicni und Brumov bis an die 
ungarische Grenze, den Vlarapass, Stranypass und Wclkapass, eine 
Gegend, die durch die neueröffnete, das Marchthal mit dem Waagthale 
verbindende Eisenbahnlinie Brünn-Vlarapass-Tepla durchzogen wird. 

Während im vorigen Jahre die das aufgenommene Gebiet zusammen- 
setzenden Karpathensandsteinbildungen (mit einziger Ausnahme der 
Sandsteine des Javornikgebirges südlich von Wsetin und Karlowitz an 
der Beczwa) durchaus mit ziemlicher Sicherheit als alttertiär erkannt 
werden konnten , die das Gebiet durchziehenden Höhenzüge massiger 
Sandsteine sich nur als hetcropische Einschaltungen in die Hauptmasse 
der oberen Hieroglyphenschichten darstellten, gestattete ein genaues und 
eingehendes Studium der tektonischen Verhältnisse im diesjährigen 
Terrain bereits die Unterscheidung mehrerer relativer Niveaus , von 
denen ein Theil mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit der Kreideformation 
angehören dürfte, jedenfalls aber von den auch hier die Hauptmasse 
bildenden oberen Hieroglyphenschichten abgetrennt werden muss. 

Ich rechne dahin gewisse Bildungen westlich von Hluk und öst- 
lich von Wessely , sowie die unmittelbar an der Landesgrenze auf- 
tretenden Sandsteine am Vlarapasse, Stranypasse und Miawapasse. 

Die nähere Motivirung und Rechtfertigung dieser Ausscheidung 
und Auffassung muss natürlich einer späteren ausführlicheren Mittheilung 
vorbehalten werden. 

Ausser den Karpathensaudsteinen sind in dem heuer zur Bereisung 
gelangenden Gebiete auch die schon seit längerer Zeit bekannten 
Eruptivgesteine von Banov, Bistrzitz , Ordieov , Nezdenitz, Svetlau und 
Hrosinkau von allgemeinerem Interesse. Viel Wesentliches konnte ich 
in Beziehung auf diese Gebilde den kurzen, aber inhaltsreichen 
Daten, die Stur schon 1858 über dieselben veröffentlichte, wohl nicht 
hinzufügen, doch habe ich die kartographische Einzcichnung derselben 
auf den uns gegenwärtig zur Verfügung stehenden Karten grösseren 
Massstabes besser präcisiren können , als dies früher möglich war und 
es gelang mir auch, einige kleine, bisher unbekannt gebliebene Vor- 
kommnisse zu entdecken , von denen namentlich eines (bei Hrosinkau) 
sehr interessante Verhältnisse darbietet. 

Endlich wurden im westlichen Theile des Gebietes — am Rande 
der Marchebene — die dortigen bedeutenden Lössablagerungen studirt, 
die zahlreichen aus denselben hervortretenden kleineren und grösseren 
Inseln des Grundgebirges ausgeschieden und namentlich über das hypso- 
metrische Niveau , bis zu welchem die Lössablagerungen in den ver- 
schiedenen Gebietstheilen ansteigen, Beobachtungen angestellt. 

K. k. g«olog. Reicksanstalt. 1889. Nr. 11. Verhandlungen. 31 



212 Verhandlungen. Nr. H 

Die zweite Hälfte der Aufnahmszeit wird nun . nachdem die 
allgemeineren Grundzüge festgestellt sind, detaillirteren Begehungen 
und Studien in den Gebieten südlich und östlich von Luhatschowitz, 
in den liegenden von Slawicin, Bilnitz und Vlarapass gewidmet werden 
und schliesslich beabsichtige ich noch einige ergänzende Studien auf 
der ungarischen Seite des Grenzgebirges anzuschliessen. 

D. Stur. Zur Kenntniss der Verhältnisse im Steinbruche 
bei Mietniow im Südosten bei Wieliczka. 

Ellen als ich im Begriffe war, eine Excursion nach Czernowitz, 
in Angelegenheit der Versorgung dieser Landeshauptstadt mit gutem 
Trinkwasser , zu unternehmen , erhielt ich von unserem hochgeehrten 
Fachgenossen, Herrn Prof. Jul ian Niedzwiedzki in Lemberg, das 
IV. Heft seines Beitrages zur Kenntniss der Salzformation von Wieliczka 
und Bochnia .... Lemberg 1889 — in welcher der freundliche Leser 
den letzten Standpunkt unserer Kenntniss von den geologischen Ver- 
hältnissen des Steinbruches pag. 167 u. f. ausführlich dargelegt, auch 
pag. 168 die bezüglichen Publieationen unserer Karpathen-Geologen 
sorgfältig citirt findet — wodurch ich von der Notwendigkeit Langes 
und Breites hierüber hier auseinanderzusetzen vollständig enthoben bin. 

Da nun Herr Prof. Niedzwiedzki gleichzeitig (pag. 172) in 
freundlichster Weise seine bereitwilligste Hilfe, eventuell Führung bei 
einem etwaigen Besuche des Mietniower Steinbruches anbietet, konnte 
ich die sich darbietende Gelegenheit nicht unbenutzt vorübergehen lassen. 
Auf die höfliche Anfrage meinerseits wurde genau Tag und Stunde der 
Zusammenkunft in Krakau von Seite des Herrn Prof. Niedzwiedzki 
festgesetzt und wir fuhren am 20. Juli 1889 Früh bis Wieliczka; ferner 
ohne auch nur eine Minute zu versäumen gingen wir directe an die 
berühmt gewordene Localität. 

Indem ich nun über visa refero , sage ich , dass ich auf dieser 
Excursion eigentlich zwei Aufschlüsse besonders wichtig fand , wegen 
ihrer stratigraphischen und petrographischen vollständigen Aehnlichkeit 
mit Aufschlüssen im Wiener -Sandstein der Umgebungen Wiens. Der 
eine Aufschluss ist der Steinbruch an den Teichen Klosow S. ; der 
zweite Aufschluss ist der Mietniower Steinbruch. 

Wenn ich nun zuerst über den Steinbruch an den Teichen 
Klosow S. berichte, so habe ich nicht w T enig gestaunt, daselbst ganz 
dieselbe Reihenfolge der Schichten aufgeschlossen zu sehen , die man 
bei Wien, von St. Andrä, über Wolfpassing (Steinbruch in den Rieseln 
und Steinbruch Rassing) bis auf den Eichberg bei Königstetten aufge- 
schlossen findet, und die Czizek in seiner ersten Karte der Umgebungen 
Wiens mit (14) Alpenkalk und (17) Hornstein- Ausscheidungen, bezeichnet 
hat und die ich vorläufig Wolfpassinger Schichten nennen will. 
Ein dünnschieferiger, schwarzer, weicher, flach muschelig brechender und 
cremfarbig verwitternder Tlionschiefer führt dünnplattige linsenförmige Ein- 
lagerung eines gelblichgrauen feinkörnigen Kalkes (Alpenkalk Czizek's) 
oder feinkörnige, dünnschichtige, feste, graue Sandsteine , welche von 
feinen Glauconitkörnern grünstreifig sind und stellenweise bis 2 Centi- 
meter dicke, lagerförmige Streifen von grauem oder ebenfalls glauco- 
nitisclien Hornstein (Hornstein-Ausscheidungen Czizek's vorzüglich am 
Tulnerkogl) führen. 






Nr. 11 Bericht vom 31. August. D. Stur. 213 

Die vollständige Aeknlichkeit der Gesteine der Schichtenreihe in 
dem Steinbruche bei den Klosower Teichen mit jenen der Wolf- 
passinger Schichten bei Wolfpassing kann ich durch mitgebrachte 
Stücke vollkommen erhärten. Diese Schichten fallen bei den Klosower 
Teichen flach in Süd. 

Ueber den Mietniower Steinbruch habe ich folgendes visum reper- 
tum mitzutheilen. Ich sah mich in dem Complexe der Mietniower 
Steinbrüche ganz und gar nach dem westlichsten Steinbruche bei 
Greifenstein versetzt und fand hier vollkommen dieselben Erscheinungen, 
die ich erst wenige Tage vorher während meinen Excursionen in der 
Umgebung von Greifenstein kennen gelernt hatte. 

Zu Mietniow , wie in Greifenstein, schliessen die allerdings viel 
unvollständigeren Steinbrüche einen dickschichtigen, in oft 2 — 3 Meter 
dicken Schichten unregelmässig abgetheilten, hellweissen, stellenweise 
gelblichgrauen oder grauen grobkörnigen Sandstein, der aus groben 
Quarzkörnern zusammengesetzt, ein nur sehr schwaches Bindemittel 
besitzt, daher wenig Consistenz zeigt und , dem Wetter ausgesetzt, in 
Sand zerfällt. 

Das erste, was dem Besucher des Steinbruches auffällt, sind 
die feucht tiefschwarzen, trocken dunkelgrauen Schiefer, die in welligen 
unregelmässig streichenden Lagen und sehr wechselnder Mächtigkeit 
den dicken Schichten des weissen Sandsteines zwischengelagert sind, 
also die Schichtung des Sandsteines ganz evident machen. 

Erst nach längerer Beschallung fällt es auf, dass ausser diesen 
Schicht förmigen Schieferlagen , grössere und kleinere k u g e 1- 
förmige, auch längliche, sphäroidis che Massen des schwarzen 
Schiefers rund umschlossen von der weissen Sandsteinmasse , in den 
mächtigen Lagen des Sandsteines auftreten. Diese runden Schiefer- 
knollen , die in sehr charakteristischer Weise an ihrer Oberfläche mit 
eingekneteten erbsen- bis haselnussgrossen Gerollen wie bespickt erscheinen, 
sind in gar keinem Zusammenhange mit dem schichtförmig abgelagerten 
Schiefer, sondern erscheinen als rundum abgeschlossene fremdartige Ein- 
schlüsse in dem oft blendend weissen Sandsteine, mit scharfer Abgrenzung 
gegen den Sandstein. Manchmal liegen zwei oder mehrere Schiefer- 
Rundmassen knapp nebeneinander in der Weise , wie grosse Quarz- 
gerölle im feinkörnigen Sandstein eingewachsen, vor. Untersucht man 
die Hohlräume, die im Sandstein übrig bleiben, wenn derartige Schiefer- 
Rundmassen blossgelegt und dem Wetter ausgesetzt, vom Regen aus- 
gewaschen wurden , so findet man am Boden der Hohlräume grössere 
und kleinere Quarzgerölle beisammen liegen. Ueber den Ursprung 
dieser Quarzgerölle in den sonst glatten Hohlräumen belehren die halb 
ausgewaschenen Schiefer-Rundmassen, indem diese die einzelnen in ihre 
Masse eingekneteten Quarzgerölle zeigen. Man gewinnt die Ansicht, 
dass die Schiefer-Rundmassen zur Zeit ihrer Ablagerung von anders- 
woher, wahrscheinlich von bewegtem Wasser hergebracht, auf dem 
Sande gerollt wurden, wobei die grösseren hervortretenden Körner des 
Sandes auf der aufgeweichten Schiefer-Rundmasse haften blieben, und 
vom reichlich hergeschwemmten Sande endlich, gerade wie sie bei 
ihrem Transporte zu liegen kamen, völlig umhüllt wurden. 

31* 



214 Vorhandlungen. ^y. 11 

Untersucht man nun die Schiefer 1 a g e n auf Petrefactenfiihrung, 
so findet man sie stellenweise voll von zerbrochenen Schalen von 
Petrefacten; dagegen finden sich in den Schiefer-Rundmassen die 
oft bis zur Unkenntlichkeit zerdrückten Petrefacten seihst. Man 'gewinnt 
hierbei die weitere Ansicht, dass die Schiefer- Rundmassen das 
ursprüngliche , von einer fertigen Schichtenreihe abgelöste, von anders- 
woher hergebrachte auf einer mit Quarzkörnern bedeckten Fläche 
von strömendem Wasser fortgeschleppte Schiefer-Materiale darstellen, 
welches in Folge seiner Umhüllung im Sande vor weiterer Zerbröckelung, 
respective Zerstörung und Auflösung geschützt blieb; also auch die in 
diesem Materiale eingeschlossen gewesenen Petrefacten, wenn auch übel 
zugerichtet, dennoch wenigstens eine generische Bestimmung zulassend 
sich erhielten; dagegen scheinen die Schiefer 1 a g e n aus an die Stelle 
des sich bildenden Sandsteins vom Wasser gebrachten, und während einer 
Ruhepause ganz aufgelösten, respective umgelagerten Schiefer-Rund- 
massen entstanden zu sein , in welchen die durch die Auflösung der 
Schiefermasse freigewordenen Scherben der darin enthaltenen Petrelacten- 
Schalen flach abgelagert erscheinen. 

Diese kurz skizzirten Erscheinungen sind umso bemerkenswertber 
als sie ganz ident auch in dem westlichsten Steinbruche von Greifenstein 
zu beobachten sind. Hier wie dort gibt es zwischen den machtigen 
Sandsteinbänken schwarze Schiefer lagen, innerhalb der Saudsteinbänke 
aber Schiefer-Rundmassen bisher mit dem einzigen Unterschiede, 
dass in Greifenstein die Petrefacten fehlen , respective bisher nicht 
gefunden wurden — indem in dem betreffenden Steinbruche wegen 
momentan forcirter Steinbrucharbeit der Zugang gefährlich , also ver- 
boten ist. Es ist ferner höchst wichtig die Thatsache, dass in Mietniow 
ebenso wie in Greifenstein der dickschichtige, graue Saudstein über 
den Wolfpassingerschichten des Steinbruches an den Klosower Teichen 
folgt. Die Wolfpassingerschichten ihrerseits liegen als Hangendes des 
weiter im Norden folgenden eoeänen Nummulitenkalkes des Wasch- 
berges vor. Andererseits wurden sowohl in Greifenstein als auch weiter 
südlich bei Höflein in hängenderen Schichten des Sandsteins neuestens 
zahlreiche Nummuliten gefunden. 

Demnach kann der Mietniower Sandstein , der in seiner ganzen 
Erscheinung sowohl, als auch dadurch dem Greifensteiner Nummuliten 
Sandstein ident ist, dass in demselben weisse Schalen von Austern, auch 
Stücke von jenen Resten, die man im Greifen steiner Sandstein für Korallen 
erklärt hatte, nicht selten gefunden werden können (die Nummuliten 
sollten erst in hängenderen Partien, wie in Höflein folgen), nur für 
Nummuliten-Sandstein erklärt werden — in welchem in anderswoher 
herbeigeschwemmten Schiefer-Rundmassen, offenbare Kreide-Petrefacten 
auf zweiter Lagerstätte, auftreten. 

Herrn Prof. Niedzwiedski sei mein höflichster Dank für freund- 
lichste Führung und Anregung zur Durchführung dieser hochinteressanten 
Excursion dargebracht und ich füge nur noch bei , dass ich nicht den 
geringsten Zweifel hegen kann darüber, dass hier Kreidepetrefacten auf 
zweiter Lagerstätte thatsächlich gefunden wurden. Das gleiche Schiefer- 
materiale, welches die bekannten Mietniower Petrefacten führt, ist ins- 
besondere in den nördlicheren Partien des Steinbruches reichlich, leider 



Nr. 11 Bericht vom 31. August. D. Stur. 215 

in derartig verwittertem Zustande vorhanden , dass mein Suchen nach 
Petrefacten in demselben völlig resultatlos bleiben musste. 

Ich gestehe, dass ich schon weit vor der unternommenen Ex- 
emtion nach Mietniow mich für eine eventuelle genauere Bestimmung 
der von Herrn Prof. Niedzwiedzki gefundenen Mietniower Petre- 
facten interessirt und schon im verflossenen Frühjahre den geehrten 
Finder um Mittheilung dieser Suite gebeten habe. Ich habe nun diese 
äusserst zerbrechliche Suite erst dem Herrn Prof. Schlüter in Bonn 
zugesendet und gleichzeitig auch Herrn Dr. V. Uhlig ersucht, eine 
Bestimmung der Petrefacte zu versuchen. 

Was hierbei durch die freundliche Güte der Genannten erreicht 
wurde, sei hier mitgetheilt. 

Herr Prof. Schlüter schrieb, Bonn, am 4. Mai 1889, über die 
Mietniower Petrefacten-Suite Folgendes : 

„Die Befürchtung, welche ich nach der Lectüre Ihres gefälligen 
Schreibens vom 2. Mai empfand , erwies sich bei Ansicht der später 
folgenden Petrefacten als nur zu sehr begründet. 

Nachdem zunächst die in Folge ungenügender Verpackung zerbro- 
chenen Petrefacten wieder gekittet waren, konnte man sich nicht der 
Ueberzeugung verschliessen , dass erst nach Aufsammlung weiteren, 
besseren Materiales ein begründetes Urtheil über die Natur der Reste 
zu erzielen sei. 

Dass die Gattung Hamites im weiteren Sinne , oder Ancyloceras 
vertreten sei, ist wohl nicht zweifelhaft. Sie sprachen von Inoceramus. 
Allerdings deuten auf diese Gattung noch vorhandene Spuren der 
Schale, aber Formen von solchem Umriss entsinne ich mich nicht in 
europäischen Kreidebildungen gesehen zu haben. 

Vor einem Vierteljahrhundert habe ich bei Prof. Alth einen 
Ammoniten aus dem „Karpathensandstein" gesehen, der in die Ver- 
wandschaft des Amm. Mantelli gehört und dennoch auf mittlere Kreide 
hinwies. Sie werden muthmasslich leicht feststellen können, ob das 
Stück aus demselben Niveau stammt, wie die anbei zurückerfolgenden 
Sachen von Mietniow." 

Herrn Dr. V. Uhlig verdanke ich über denselben Gegenstand 
folgende Zeilen: 

„Die von Herrn Prof. Niedzwiedzki in Mi e t n o w bei Wieliczka 
gesammelten Reste reichen zu speeifiseher Bestimmung nicht aus. 

Das grösste Exemplar zeigt die Innenseite eines grossen Crioceras. 
Da aber die Streifung der Innenseite bei allen Crioceren dieselbe Be- 
schaffenheit aufweist, ist eine speeifische Bestimmung undurchführbar. 
Die Oberseite ist vollständig zerdrückt und durcheinander gequetscht. 

Das zweitgrösste Exemplar ist ein ziemlich stark beripptes Bruch- 
stück , das nach Art der Sculptur möglicher Weise zu Acanthoceras 
oder Hoplites gehören könnte. 

Ein drittes Fragment, welches ebenso, wie die ersten beiden Stücke, 
die perlmutterartig glänzende Schale erhalten zeigt, ist vollkommen un- 
bestimmbar, man kann nur sagen, dass es höchstwahrscheinlich einem 
Ammonitiden angehört. 

Das wichtigste Exemplar ist ein kleines, fein geripptes, mit Innen- 
und Aussenknoten verziertes Crioceras, Es bestanden wahrscheinlich 



216 Verhandlungen. Nr. 11 

nur zwei (vielleicht aber doch drei) Knotenreihen. Am wahrscheinlichsten 
ist es, dass sich diese Form an jene Crioceren anschliesst, die im 
Barremien so stark entwickelt sind. Da evolute Formen nur dann mit 
Sicherheit bestimmbar sind, wenn das ganze Gehäuse vorhanden ist 
oder mindestens ein grosser Theil desselben vorliegt, so ist hier, wo 
nur ein kleines Fragmentchen vorhanden ist, die Möglichkeit einer 
speeiiischen Bestimmung nicht gegeben. Ja, es ist nicht einmal möglich, 
mit Sicherheit die engere Gruppe anzugeben, in welche der vorliegende 
Rest einzureihen wäre. 

Das letzte Stück endlich ist ein Jugendindividuum eines Inoceramus. 11 

Literatur-Notizen. 

Dr. Stanislas Meunier. Sur un procedenaturel qui permet 
aux eaux superficielles de penetrer dans les regions 
chaudes des profondeurs terrestres. Bulletin de la soc imp. 
des naturalistes de Moscou. 1889, Nr. 9, pag. 161. 

Man muss dem Wasserdampfe die Hauptrolle bei den seismischen Phänomenen 
zugestehen. Zwei Bedingungen waren es vorzüglich , die der Deutung des Phänomens 
entgegenstanden: erstens, das Eindringen des Wassers in jene Tiefen der Erde, in 
welchen die seismitischen und vulcanischen Erscheinungen ihren Sitz haben und zweitens 
die Heftigkeit , mit welcher das eingeführte Wasser aus diesen Tiefen zu entweichen 
trachtet. 

Man hatte angenommen , das Wasser gelange auf capillarem Wege in diese 
Tiefen. Aber die Intermittenz der seismischen Erscheinungen lässt die Annahme 
eines conti nuirlichen Eindringens in die Erdtiefen nicht zu. 

Der Autor hofft nun der Sache auf den Grund gekommen zu sein . darch die 
Annahme , dass durch die in die Erdtiefe reichenden Klüfte, Trümmer von Gesteinen, 
die oberflächlich mit Wasser getränkt worden waren, zufällig in die heisseu Eegionen 
gelangen können und diese Trümmer es sind, welche zeitweise und plötzlich das Wasser 
dem Erdinnern zuführen. (D. S.) 

F. v. Sandberger. DieConchylien desLösses a m B ruder- 
holz bei Basel. Sep.-Abz. aus den Verh. d. Naturf.-Gesellsch. in 
Basel. 1889, Theil VIII, Heft 3, pag. 796—801. 

Nach Mittheilung eines Profiles der Localität gibt Verfasser eine Liste der 
daselbst gesammelten Lössschnecken. Es sind 16 Arten, davon eine Hyalina, eine 
Succinea, eine Cionella, fünf Helix , fünf Pupa und drei Clausilia. Sie vertheilen sich 
in drei Gruppen, wovon die erste Arten umfasst , welche über ganz Europa verbreitet 
sind, die zweite von solchen gebildet wird, welche gegenwärtig vorzugsweise die 
Kalkregionen der Alpen und des Jura's bewohnen, und eine dritte aus solchen, welche 
jetzt nur noch in dem höheren Theile dieser Gr^birga und im hohen Norden zu 
finden sind. 

Nach interessanten Bemerkungen über die Verbreitung mehrerer der angeführten 
Arten schliesst Verfasser mit dem Hinweise darauf, dass er an die aerische Ent- 
stehung des Lüsses weder jemals geglaubt habe noch jetzt glaube, erwähnt, dass durch 
Wollemann die Steppentheorie auch für Thiede und Westeregeln als völlig unhaltbar 
nachgewiesen wurde und sieht dieselbe daher als beseitigt an. A. ß. 






Einsendungen für die Bibliothek. 

Einzelnwerke und Separat-Abdrücke. 
Eingelangt vom 1. April bis Ende Juni 1889. 



Ashburner, Ch. A. The geology of Buf- 

falo as related to natural-gas explorations 
along the Niagara river. (Separat, aus : 
Transactions of the American Institute of 
Mining Engineers; octob. 1888.) New York 
Instit. of Min. Eng., 1888. 8 U . 9 S. steif. 
Gesch. d. Instit. (10.905. 8°.) 

August, E. F. Dr. Ernst Gottfried Fischer's 
Lehrbuch der mechanischen Naturlehre ; 
neu bearbeitet. 4. Aufl. Berlin, 1837—1840. 
8". Vide: Fischer, E. G. (10.935. 8°.) 

Bauernfeind, C. M. V. Das bayerische 
Präcisions - Nivellement. Siebente Mit- 
theilung. München, kgl. bayer. Akademie 
d. Wissenschaften, 1888. 4°. 93 S. steif. 
Gesch. d. kgl. bayer. Adademie. (2946. 4°.) 

BabitSCh, Fr. J. Dr. Der Kohlenconsum 
in Wien in den letzten 5 Jahren 1883 
bis 1887. (Allgemeiner Bergmannstag. 
Wien 1888.) Wien, typ. G. Gistel & Co., 
1889. 8". 12 S. steif. Gesch d. Autors. 
(10.906. 8°.) 

Becke, F. & M. Schuster. Geologische 

Beobachtungen im Altvatergebirge. (Sepa- 
rat, aus : Verhandlungen der k. k. geolog. 
Reichsanstalt. 1887. Nr.4.) Wien, A.Hölder, 
1887. 8°. 11 S. (109—119). steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.907. 8°.) 

Benecke , E. W. Prof. Ueber Cidaris 
Buchi Mnstr. (Separat, aus : Neues Jahr- 
buch für Mineralogie. . . 1884. Bd. II.) Stutt- 
gart , E. Schweizerbart, 1884. 8 U . 3 S. 
(132 — 134) mit 2 Textfiguren steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.908. 8<\) 

Berenger, J. A. & J. Stingl. Weich- 
machen, Reinigen und Klären des Wassers 
für jeden industriellen Zweck. Wien, typ. 
Rollinger & Moessmer , 1878. 8°. 53 S. 
steif. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(10.909. 8«.) 

Bertrand , M. & W. Kilian. (Mission 

dAndalousie.) Etudes sur les terrains 

secondaires et fertiaires dans les provinces 



de Grenade et de Malaga. (Separat, aus : 
Memoires pres. par divers savants a 
lAcademie des sciences de l'Institut de 
France. Tom. XXX.) Paris, Imprimerie 
nationale. 1889. 4°. 206 S. (377—582) 
mit 52 Textfiguren, 2 geolog. Karten u. 
3 Taf. (PI. II— IV ; XIII— XIV.) br. Gesch. 
d. Autoren. (2961. 4°.) 

Berzelius, J. J. Die Anwendung d. Löth- 
rohres in der Chemie und Mineralogie. 
3. Auflage. Nürnberg, J. L. Schräg, 1837. 
8°. XXIV— 320 S. mit 1 Taf. Lwd. Ge- 
legenheitskauf 20 kr. (10.910. 8°.) 

Beyrich, E. Ueber geognostische Beobach- 
tungen G. Schweinfurth's in der Wüste 
zwischen Cairo und Sues. (Separat, aus : 
Sitzungsberichte der kgl. Akademie der 
Wissenschaften zu Berlin. 1882.) Berlin, 
typ. Reichsdruckerei, 1882. 8°. 22 S. 
(163—182) mit 2 Kartenskizzen. (Taf. 
IV— V.) steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(10.911. 8°.) 

Bittner, A. Dr. Revision der Brachiopoden 
von Set. Cassian. (Separat, aus : Verhand- 
lungen der k. k. geolog. Reichsanstalt. 
1889. Nr. 8.) Wien, A. Holder, 1889. 8°, 
12 S. (159—170). steif. Gesch. d. Autors. 
(10.912. 8 U .) 

Blake, W. P. Note upon some results af 
the storage of water in Arizona. (Separat, 
aus : Transactions of the American In- 
stitute of Mining Engineers ; febr. 1889.) 
New York, Instit. of Min. Eng., 1889. 8 U . 
3 S. steif. Gesch. d. Instit. (10.913. 8".) 

Blake, W. P. The copper deposits of copper 
basin, Arizona, and their origin. (Separat. 
aus : Transactions of the American Insti- 
tute of Mining Engineers ; febr. 1889.) 
New York, Instit. of Min. Eng., 1889. 
8°. 7 S. mit 2 Textfiguren, steif. Gesch. 
d. Instit. (10.914. 8°.) 

Bodemann, Th. Anleitung zur berg- und 
hüttenmännischen Probierkunst. Für An- 
fängerbearbeitet. Clausthal, typ Schweiger, 



218 



Verhandlungen. 



Nr. 11 



1845. 8°. 358 S. mit 3 Taf. br. Gelegen- 
heitskauf 20 kr. (10.915. 8".) 

Boehm, G. Dr. Ueber die Fauna der 
Schichten mit Durga im Departement 
der Sarthe. (Separat, aus : Zeitschr. der 
Deutsch, geolog. Gesellschaft. Bd. XL. 
1888.) Berlin, typ. J. F. Staicke, 1889. 
8°. 9 S. (657—665) mit 2 Textfiguren u. 
1 Taf. (XVII). steif. Gesch. d. Autors 
(10.916. 8°.) 

(Bologna.) Guida del R. Istituto geologico 
di Bologna. Bologna, typ. Fava & Garag- 
nani , 18S8. 8". 71 S. mit einigen Text- 
figuren u. 2 Taf. br. Gesch. d. Prof. 
Capellini. (10.917. 8".) 

Bowden , J. H. Biographical notice of 
Eric C. Schaufuss. (Separat, aus: Trans- 
actions of the American Institute of 
Mining Engineers ; febr. 1889.) New 
York, Instit. of Min. Eng., 1889. 8°. 2 S. 
steif. Gesch. d. Instit. (10.918. 8°.) 



Canavari, M. Dr. Discorso alla memoria 
del G. Meneghini. Pisa, 1889. 8°. Vide : 
(Meneghini, G.) (10.986. 8°.) 

Capellini, G. Prof. Sulla Balena etrusca. 
(Separat, aus: Memorie dell' Accademia 
delle science dell' Istituto di Bologna. 
Ser. III, Tom. III.) Bologna, typ. Gam- 
berini & Parmeggiani, 1873- 4°. 23 S. 
(313—331) mit 3 Taf. steif. Gesch. d. 
Autors. (2962. 4°.) 

Capellini, G. Prof. Del Tursiops Cortesii 
e del Delfino fossile di Mombucelli nelP 
Astigiano. (Separat, aus : Memorie dell' 
Accademia delle science dell' Istituto di 
Bologna. Ser. IV, Tom. III.) Bologna, 
typ. Gamberini & Parmeggiani, 1882, 4°. 
12 S. (569—578) mit 1 Taf. steif. Gesch. 
d Autors. (2963. 4°.) 

Capellini, G. Prof. Di un' Orca fossile 
scoperta a Cetona in Toscana. (Separat, 
aus : Memorie dell' Accademia delle scienze 
dell' Istituto di Bologna. Ser. IV, Tom. IV.) 
Bologna, typ. Gamberini & Parmeggiani, 
1883. 4°. 25 S. (665-687) mit 4 Taf. 
steif. Gesch. d. Autors. (2964. 4°.) 

Capellini, G. Prof. II cretaceo superiore 
e il gruppo di Priabona nell' Apennino 
settentrionale e in particolare nel Bolog- 
nese e loro rapporti col gres de Celles 
in parte e con gli strati a Clavulina 
Szaböi. (Separat, aus : Memorie dell' 
Accademia delle science dell' Istituto di 
Bologna. Ser. IV, Tom. V.) Bologna, typ. 
Gamberini & Parmeggiani, 1884. 4°. 
18 S. (535—550) mit 1 Taf. steif. Gesch. 
d. Autors. (2965. 4°.) 

Capellini , G. Prof. Del Zifioide fossile 
(Choneziphius planirostris) scoperto nelle 
sabbie plioceniche di Fangonero presso 
Siena. (Separat, aus : Atti della R. Acca- 



demia deiLincei. AnnoCCLXXXIl. 1884— 

1885. Ser. IV. Memorie della classe di 
scienze fis. mat. e natur. Vol. I.) Roma 
typ. V. Salviucci, 1885, 4°. 14 S. (18—29) 
mit 1 Taf. steif. Gesch. d. Autors. 

(2966. 4°.) 
Capellini, G. Prof. Sopra resti di un 
Sirenio fossile (Metaxytherium Lovisati, 
Cap.) raccolti a Monte Fiocca presso 
Sassari in Sardegna. (Separat, aus : Me- 
morie dell' Accademia delle scienze dell' 
Istituto di Bologna. Ser. IV, Tom. VII.) 
Bologna, tvp. Gamberini & Parmeggiani, 

1886. 4°. 17 S. (39—53) mit 1 Taf. steif. 
Gesch. d. Autors. (2967. 4°.) 

Capellini, G. Prof. Delfinorinco fossile 
dei dintorni di Sassari. (Separat, aus: Me- 
morie dell' Accademia delle scienze dell' 
Istituto di Bologna. Ser. IV, Tom. VIII.) 
Bologna, typ. Gamberini & Parmeggiani, 

1887, 4 Ü . 10 S. (103-110) mit 1 Taf. 
steif. Gesch. d. Autors. (2968. 4°.) 

Capellini, G. Prof. Sui resti di Mastodon 
arvernensis recentemente scoperti a Spo- 
leto, Pontremoli e Castrocaro. (Separat, 
aus : Memorie dell'Accademia delle scienze 
dell' Istituto di Bologna. Ser. IV, Tom. IX.) 
Bologna, tvp. Gamberini & Parmeggiani, 

1888, 4 U . *10 S. (251—258) mit 2 Taf. 
steif. Gesch. d. Autors. (2969. 4°.) 

Carpenter, F. R. Ore-deposits of the black 
hüls of Dakota. (Separat, aus : Transactions 
of the American Institute of Mining 
Engineers ; febr. 1889) New York, Instit. 
of Min. Eng., 1889. 8°. 29 S. mit 
1 geolog. Karte, steif. Gesch. d. Instit. 
(10.919. 8".) 

Cook, E. S. Tuyere slagging-valve. (Separat, 
aus : Transactions of the American Institute 
of Mining Engineers; octob. 1888.) New 
York, Instit, of Min. Eng., 1888. 8°. 
10 S. mit 7 Textfiguren, steif. Gesch. d. 
Instit. (10.920. 8°.) 

Cook, R. A. The Wenström magnetic 
Separator. (Separat, aus : Transactions 
of the American Institute of Mining 
Engineers; febr. 1889.) New York, Instit, 
of Min. Eng. 1889. 8°. 8 S. mit 3 Text- 
figuren, steif. Gesch. d. Instit. 

(10.921. 8°.) 

Cotteau, G. Note sur un exemplaire du 
Coraster Vilanovae provenant de Tersakhan 
(Turkestan). (Aus : Bulletin de la Societe 
geologique de France. Ser. III, Tom. XVII. 
pag. 155—156.) Paris 1888. 8°. Beige- 
geben in: Loriol, P. de, Note sur deux 
Echinodermes nouveaux. (10.978. 8°.) 

Credner, H. Prof. Dr. Das vogtländische 
Erdbeben vom 26. Decemberl888- (Separat, 
aus : Berichte über die Verhandlungen 
der kgl. sächs. Gesellschaft der Wissen- 
schaften ; math.-phys. Class. 1889.) Leipzig, 






Nr. 11 



Einsendungen für die Bibliothek. 



219 



S. Hirzel, 1889. 8°. 10 S. (76-85) mit 

1 Uebersichtskarte (Taf. III). steif. Gesch. 

(10.922. 8°.) 

Dames, W. Prof. Ueber Hoplolichas und 
Conolichas , zwei Untergattungen von 
Lichas (Separat aus: Zeitschr. d. Deutsch, 
geolog. Gesellschaft. Bd. XXIX. 1877.) 
Berlin, W. Hertz, 1877. 8°. 22 S. (793 
—814) mit 3 Taf. (XII— XIV.) steif. 
Gesch. d. Dr. A.Bit tn er. (10.923. 8°.) 

Dames, W. Prof. Ueber eine neue Art der 
Cirripeden-Gattung Loricula aus denKreide- 
ablagerungen des Libanon. (Separat, aus : 
Sitzungsberichte der Gesellschaft natur- 
forschender Freunde zu Berlin ; vom 
19. März 1878.) Berlin, typ. A. W. Schade, 
1878. 8°. 4 S. steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (10.924. S°.) 

Dames, W. Prof. Ueber Cephalopoden 
aus dem Gaulfquader des Hoppelberges 
bei Langenstein unweit Halberstadt. (Sepa- 
rat, aus : Zeitschrift der Deutsch, geolog. 
Gesellschaft. Bd. XXXII. 1880.) Berlin, 
W. Hertz, 1880. 8°. 12 S. (685—696) 
mit 2 Taf. (XXV— XXVI). steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.925. 8°.) 

Dames, W. Prof. Geologische Reisenotizen 
aus Schweden. (Separat, aus : Zeitschrift der 
Deutsch, geolog. Gesellschaft. Bd. XXXIII, 
1881.) Berlin, W. Hertz, 1881. 8". 37 S. 
(405 — 441) mit 3 Textfiguren, steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.926.8°.) 

Dames, W. Prof. Ueber Fischzähne aus 
der obersenonen Tuffkreide von Mastricht, 
für welche er den Gattungsnamen Rhom- 
bodus vorschlägt. (Separat, aus : Sitzungs- 
berichte der Gesellschaft naturforschender 
Freunde zu Berlin; vom 18- Jänner 1881.) 
Berlin, typ. J. F. Starcke, 1881. 8°. 3 S. 
(1 — 3) mit 4 Textfiguren, steif Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (10.927. 8°.) 

Dames, W. Prof. Ueber eine neue Anti- 
lope aus dem Pliocän von Pikermi in 
Attica. (Separat, aus : Sitzungsberichte 
der Gesellschaft, naturforschender Freunde 
zu Berlin; vom 19. Juni 1883.) Berlin, 
typ. J. F. Starcke, 1883. 8°. 3 S. (95—97.) 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(10.928. 8°.) 

Dames, W. Prof. Ueber Amblypristis 
Cheops nov. gen. nov. spec. aus dem Eocän 
Aegyptens. (Separat, aus : Sitzungsberichte 
der Gesellschaft naturforschender Freunde 
zu Berlin. 1888. Nr. 6) Berlin, R, Fried- 
länder & Sohn, 1888. 8°. 3 S. steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.929.8°.) 

(Dechen, H. V. Dr.) Nekrolog und Ver- 
zeichniss seiner Schriften von Dr. F. 
R o e m e r. (Separat, aus : Neues Jahrbuch 
für Mineralogie. 1889. Bd, I.) Stuttgart, 
E. Schweizerbart , 1889. 8°. 22 S. steif. 
Gesch. d. Autors. (10.930. 8°.) 



(Deschmann, C.) Nekrolog von W. Voss. 
(Separat, aus : Oesterreich. botanische Zeit- 
schrift. Jahrg. 1889. Nr. 5.) Wien, typ. 
C. Ueberreuter, 1889. 8°. 5 S. steif. Gesch. 
(10.931. 8°.) 

Faraday, M. Chemische Manipulation oder 
das eigentlich Praktische der sicheren 
Ausführung chemischer Arbeiten und 
Experimente. Nach der ersten und zweiten 
Auflage des englischen Originals bearbeitet. 
Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1828 
—1832. 8 a . VI— 20— 810 S. mit 5 Taf. 
Lwd. Gelegenheitskauf 20 kr. (10.932. 8°.) 

Feistmantel, O. Prof. Dr. Einige Zu- 
sätze und Correcturen zu meinem Auf- 
satze „Ueber die geolog. und paläontolog. 
Verhältnisse dps Gondwäna-Systems in 
Tasmanien". (Separat, aus: Sitzungs- 
berichte der kgl. böhm. Gesellschaft der 
Wissenschaften. 1889.) Prag, typ. Dr. E. 
Gre.gr, 1889. 8°. 2 S. steif. Gesch. d. 
Autors. (10.933. 8°.) 

Finkelstein, H. Der Laubenstein bei Hohen- 
Aschau. Ein Beitrag zur Kenntniss der 
Brachiopodenfacies des untern alpinen 
Doggers. (Separat, aus : Neues Jahrbuch 
für Mineralogie. . . Beilage-Band VI.) Stutt- 
gart, E. Schweizerbart, 1888, 8°. 69 S. 
(36—104) mit 3 Taf. (II— IV) u 1 geolog. 
Karte (Taf. V). steif. Gesch. d. Autors. 
(10.934. 8°.) 

Fischer, E. G. Lehrbuch der mechanischen 
Naturlehre ; neu bearbeitet v.E.F. August. 
Vierte sehr vermehrte und verbesserte 
Autlage. Berlin, Nauck, 1837—1840. 8°. 
2 Bde. Lwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(10.935. 8°.) 

Foullon, H. Baron V. Ueber Quarz- 
glimmerdioritporphyrite aus dem östlichen 
Kärnten. (Separat, aus: Verhandlungen 
der k. k. geolog. Reichsanstalt. 1 889. 
Nr. 4.) Wien, A. Holder, 1889. 8°. 7 S. 
(90—96). steif. Gesch. d. Autors. 

(10.936. 8°.) 

Geikie, A. The origin of coral-reefs. (Sepa- 
rat, aus : Proceedings of the Royal physi- 
cal Society of Edinburgh. Vol. VIII.) Edin- 
burgh, typ. M'Farlane & Erskine, 1884. 
8°. 31 S. mit 2 Holzschnitten im Text, 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(10.937. 8°.) 

Glenn, W. Notes on the electrolytic assay 
of copper. (Separat, aus : Transactions of 
the American Institute of Mining Engineers ; 
febr. 1889.) New York, Instit, of Min. Eng., 
1889. 8°. 6 S. mit 1 Textfigur, steif. Gesch. 
d. Instit. (10.938. 8°.) 

Gosselet, J. Prof. Etudes sur l'origine 
de l'Ottrelite. l re etude. L'Ottrelite dans 
le Salmien superleur. (Separat, aus: An- 
nales de la Societe geologique du Nord. 



K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 11. Verhandlungen. 



32 



•220 



Verhandlungen. 



Nr. 11 



Tom. XV.) Lille, typ. Liegeois-Six, 1888. 
8°. 134 S. (185—318) mit mehreren Holz- 
schnitten im Text, steif. Gesch. d. Dr. 
A. Bittner. (10.039. 8°.) 

Groth, P. Prof. Dr. Ueber die Molekularbe- 
schaft'enheit der Krystalle. (Festrede, 
gehalten in der öffentl. Sitzung der kgl. 
hayer. Akademie der Wissenschaften am 
28* März 1888.) München, typ. F. Straub, 
4°. 29 S. steif. Gesch. d. kgl. bayer. Aka- 
demie. (2970. 4°.) 

Gruber, J. Dr. Grundzüge der allgemeinen 
und medicinischen Chemie. Nach den An- 
gaben des Freih. J. v. Jacquin redigirt. 
Wien, 1836. 8°. Vide: Jacquin, J. 
Freih. v. (10.958. 8".) 

Grützner, A. Die Augustin'sche Silber- 
extraction in ihrer Anwendung auf Hütten- 
producte und Erze. Braunschweig, F. Vie- 
weg's Sohn, 1851. 8". XII- 174 S. mit 
4 Taf. Hlwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(10.940. 8 a .) 

Gümbel, C. W. V. Prof. Dr. Das Erd- 
beben vom 22. Februar 1889 in der Um- 
gegend von Neuburg a. D. (Separat, aus : 
Sitzungsberichte der math.-phys. Gasse 
der kgl. bayer. Akademie der Wissensch. 
1889. Hft. 1.) München, typ. F. Straub, 
1889. 8°. 30 S. (79—108). steif. Gesch. 
d. Autors. (10.941. 8°.) 



Haas, H. Ueber die Brachiopodenfauna von 
Südtirol und Venetien. (Separat, aus: 
Neues Jahrbuch für Mineralogie. .. 1885- 
Bd. I.) Stuttgart, E. Schweizerbart, 1885, 
8°. 3 S. (168—170). steif. Gesch. d. Dr. 
A. Bittner. (10.942. 8".) 

Haas, S. Vollständiger Müntz-Meister und 
Müntz- Wardein , welcher alle bey dem 
Müntzwesen sich zutragende Fälle so 
deutlich vorstellet, dass ein jeder, dem 
die sogenannte vier Species und Regelde Tri 
vorhin bekannt sind, dieselbe nicht nur 
einsehen, sondern auch zugleich gründlich 
verstellen kann. Frankfurt a. M., typ. 
Andrea, 1765. 4°. XVI- 302 S. Pprbd. 
Gelegenheitskauf 20 kr. (2971. 4°.) 

Halaväts, J. Bericht über die im Jahre 
1887 in der Umgebung von Dogväcska 
ausgeführte geologische Detailaufnahme. 
(Separat, aus: Jahresber. der kgl. ungar. 
geolog. Anstalt für 1887.) Budapest, typ. 
Franklin- Verein, 1887. 8°. 13 S. (149— 
161). steif. Gesch. d. Autors. (10.943. 8°.) 

Hartmann, C. Handbuch der praktischen 
Metallurgie oder Darstellung der Ge- 
winnung und Verarbeitung der in den 
Künsten und Gewerben nutzbaren Metalle. 
Nebst einem Anhang über die Anfertigung 
d. Eisenbahnschienen. (Aus: Neuer Schau- 
platz der Künste und Handwerke. Bd. 
LXXX und LXXXI.) Weimar, typ. B. F. 



Voigt, 1837. 8°. 2 Bde. Lwd. Gelegenheits- 
kauf 20 kr. (10.944. S' J .) 

Heim, A. Prof. Der Bergsturz von Elm. 
(Separat, aus: Zeitschrift der Deutseh. 
geolog. Gesellschaft. Bd. XXXIV, 1882.) 
Berlin, W. Hertz, 1882. 8 '. 40 S. (74—115) 
mit 1 Taf. (IV). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (10.94.5. -9 J .j 

Heim, A. Prof. Schreiben an W. Dames 
über den Bergsturz von Elm. (Separat, 
aus : Zeitschrift der Deutsch, geolog. Ge- 
sellschaft, Bd. XXXIV. 1882.) Berlin, 
W. Hertz, 1882, 8 ,J . 5 S. (435-439). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10.946. 8".) 

Heim, A. Prof. Ueber die Glarner Doppel- 
falte. (Separat, aus : Vierteljahrsschrift 
d. naturforschenden Gesellschaft in Zürich. 
Jahrg. XXVII. 1882.) Zürich, S. Höhr, 
1882. 8°. 9 S. (180—188). steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.947. 8°.) 

Heim, A. Prof. Der alte Bergsturz von 
Flims (Graubündner Oberland). (Separat, 
aus : Jahrbuch des Schweizer Alpen-Club. 
Bd. XVIII.) Bern, typ. Stämpfli, 1883. 
8°. 15 S. (295—309). steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (10.948. 8°.) 

Herzberg, C. Dr. Vollständiges Handbuch 
der chemischen Fabrikenkunde. (Aus : 
Neuer Schauplatz der Künste und Hand- 
werke. Bd. CLXXXV.) Weimar, tvp. B. 
F. Voigt, 1851. 8°. XIV— 774 S. mit 
15 Taf. Hlwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(10.949. 8°.) 

Hoernes, R. Prof. Dr. Säugethier-Beste 
aus der Braunkohle von Göriach bei 
Turnau in Steiermark. (Separat, aus: 
Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanst. Bd. XXXII. 
1882.) Wien, A. Holder, 1882. 8°. 12 S. 
(153—164) mit 2 Taf. (II— IH). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10.950. 8°.) 

Höfer , H. Prof. Ueber Verwerfungen. 
(Separat, aus : Oesterreichische Zeitschr. 
für Berg- u. Hüttenwesen. Jahrgg. XXXIV. 
1886.) Wien, tvp. G. Gistel & Co., 1886. 
8°. 20 S. mit 1 Taf. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (10.951. 8°.) 

Hofman, H. O. Gold-milling in the black 
hüls. (Separat, aus: Transactions of the 
American Institute of Mining Engineers ; 
febr. 1889.) New- York , Instit. of Min. 
Eng., 1889. 8°. 44 S. mit 3 Textfiguren 
und 1 Taf. steif. Gesch. d. Instit. 

(10.952. 8°.) 

Hofmann, A. Ueber einige Säugethierreste 
aus der Braunkohle von Voitsberg und 
Steieregg bei Wies, Steiermark. (Separat, 
aus: Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanstalt. 
Bd. XXXVII. 1887.) Wien, A. Holder, 
1887. 8°. 12 S. (207-218) mit 3 Taf. 
(X— XII). steif. Gesch. d. Dr. A.Bittner. 
(10.953. 8\) 

Hofmann, A. Beiträge zur Kenntniss der 
Säugethiere aus den Miocänschichten von 



Nr. 11 



Einsendungen für die Bibliothek. 



221 



Vordersdorf bei Wies in Steiermark. 
(Separat, aus : Jahrb. d. k. k. geol. Reichs- 
anstalt. Bd. XXXVIII. 188S.) Wien , A. 
Holder, 1888. 8°. 6 S. (77—82) mit 1 Taf. 
(I). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(10.954. 8°.) 
Hofmann, C. Dr. Bericht über die im 
Sommer 1882 im südöstlichen Theile des 
Szathmärer Comitates ausgeführten , geo- 
loeischen Detailaufnahmen. (Separat, aus : 
Földtani Közlöny. Bd. XIII. 1883. Hft. 1 
— -3.) Budapest, typ. Franklin- Verein, 

1883. 8°. 11 S. (103— 113). steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.955. 8°.) 

Hofmann, C. Dr. Bericht über die auf 
der rechten Seite der Donau zwischen 
O-Szöny und Piszke im Sommer 1883 
ausgeführten geolog. Detailaufnahmen. 
(Separat, aus : Földtani Közlöny. Bd. XIV, 

1884. April — August.) Budapest, typ. 
Franklin- Verein, 1884, 8". 20 S.(323— 342) 
mit 1 Profil im Text, steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (10.956. 8 a .) 

Hofmann , C. Dr. Geologische Notizen 
über die krystallinische Schieferinsel von 
Preluka und über das nördlich und südlich 
anschliessende Tertiärland. (Separat, aus : 
Jahresberichte der königl. ungar. geolog. 
Anstaltfür 1885.) Budapest, typ. Franklin- 
Verein, 1887. 8°. 31 S. (31—61) mit 1 Holz- 
schnitt im Text, steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (10.957. 8".) 

Jacquin , J- Frettl. V. Grundzüge der 
allgemeinen und medicinisehen Chemie. 
Nach seinen Angaben redigirt von Dr. J. 
Gruber. Wien, Mörschner & Jasper, 1836, 
8°. 2 Bde. Lwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

Enthält: Bd.I. Allgemeine u. specielle 

Chemie der unorganischen Körper. X — 

576 S. Bd. II. Allgemeine und specielle 

Chemie der organischen Körper. X — 602 S. 

(10.958. 8°.) 

Jervis, G. Prof. I tesori sotterranei delP 
Italia. Parte IV. Geologia economica dell' 
Italia. Torino, E. Loescher, 1889. 8°. 
XXXVI— 516 S. mit 62 Holzschnitten im 
Text. br. Gesch. d. Autors. (5576. 8°.) 

Jicinsky, W. Katechismus der Grubener- 
haltung für Grubensteiger und Gruben- 
aufsichtsorgane, herausgegeben vom Berg- 
und Hüttenmännischen Verein inMahrisch- 
Ostrau. Mähr.-Ostrau, typ. Prokisch, 1876. 
8". 310 S. mit 196 Textfiguren, br. Gelegen- 
heitskauf 20 kr. (10.959. 8°.) 

Jones , T. R. & C. D. Sherborn. A 
suppleinentary monograph of the tertiary 
Entomostraca of England. (Aus: Palaeon- 
tographical Society. Vol. for 1888.) London, 
typ. Adlard & Son , 1889. 4°. 55 S. mit 
3 Taf. Hlwd. Gesch. d. Autoren. 

(2977. 4°.) 



Kaiser, C. G. Dr. S. Stratingh über die 
Bereitung, die Verbindungen und die An- 
wendung des Chlors. . Frei aus dem Hol- 
ländischen übertragen und mit Anmer- 
kungen versehen. Ilmenau, 1829. 8". Vide : 
Stratingh, S. (11.057. 8°.) 

Karrer, F. & J. SinzOW. Ueber das Auf- 
treten des Foraminiferen-Genus Nubecu- 
laria im sarmatischen Sande von Kische- 
new. (Separat, aus : Sitzungsberichte der 
kais. Akademie der Wissenschaften, math- 
naturw. Classe, Abthlg. I ; Bd. LXXIV. 
1876.) Wien, typ. Staatsdruckerei, 1876, 
8°. 13 S. (272—284) mit einem Holz- 
schnitt im Text und 1 Taf. steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.960. 8°.) 

Kayser, E. Lodanella mira, eine unter- 
devonische Spongie. (Separat, aus: Zeit- 
schrift der Deutsch, geolog. Gesellschaft. 
Bd. XXXVII. 1885.) Berlin , W. Hertz, 
1885. 8°. 7 S. (207—213) mit 1 Taf. 
(XIV). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(10.961. 8'.) 

Kayser, E. Ueber einige neue Zweischaler 
des rheinischen Taunusquarzits. (Separat, 
aus: Jahrbuch der kgl. preussisch. geolog. 
Landesanstalt für 1884.) Berlin, typ. A. 
W. Schade, 1885. 8 U . 15 S. (9—23) mit 

3 Taf. (II— IV) steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (10.962. 8°.) 

Keilhack, K. Beiträge zur Geologie der 
Insel Island. (Separat, aus: Zeitschrift 
der Deutsch, geolog. Gesellschaft. Bd. 
XXXVIII. 1886.) Berlin, W. Hertz, 1886. 
8°. 74 S. (376—449) mit 13 Holzschnitten 
im Text , 1 geolog. Karte und 3 Taf. 
(VIII— XI). steif. Gescb. d. Dr. A. 
Bittner. (10.963. 8°.) 

Keilhack, K. Ueber alte Eibläufe zwischen 
Magdeburg und Havelberg. (Separat, aus : 
Jahrbuch der kgl. preussisch. geolog. 
Landesanstalt für 1886.) Berlin, typ. A. 
W. Schade, 1887. 8 Ü . 17 S. (236-252) 
mit 1 Holzschnitt im Text u. 1 Karte 
(Taf. VII). steif. Gesch. d.Dr. A. Bittner. 
(10.964. 8\) 

Keilhack, K. Ueber Detailbildungen am 
Nordrande des Fläming und über Gehänge- 
moore auf demselben. (Separat, aus : Jahr- 
buch der kgl. preussisch. geolog. Landes- 
anstalt für 1886.) Berlin, typ. A. W. 
Schade, 1887. 8°. 13 S. (135—147) mit 

4 Holzschnitten im Text und 1 Karte 
(Taf. VII). steif. Gesch. d.Dr. A. B ittner. 

(10.965. 8°.) 
Keilhack, K. Ueber einen Damhirsch aus 
dem deutschen Diluvium. (Separat, aus: 
Jahrbuch der kgl. preussisch. geolog. 
Landesanstalt für 1887.) Berlin , typ. 
A. W. Schade. 1888. 8°. 8 S. (283—290) 
mit 1 Taf. (XI). steif. Gesch d. Dr. A. 
Bittner. (10.966. 8".) 



32 :; 



999 



Verhandlungen. 



Nr. 11 



Kilian, W. [Mission d'Andalousie.] I. Le 
gisement tithonique de Fuente de los 
Frailes. II. Etudes paleontologiques sur 
les terrains secondaires et tertiaires de 
l'Andalousie. (Separat, aus: Memoires 
presentes par divers savants a l'Academie 
des sciences de l'Institut de France. 
Tom. XXX.) Paris, Imprimerie nationale, 
1889. 4°. 171 S. (581— 751) mit mehreren 
Textfigurenund 14 Taf (XXIV— XXXVII). 
br. Gesch. d. Autors (2972. 4°.) 

Kilian, W. [Mission d' Andalousie.] Etudes 
sur les terrains secondaires et tertiaires 
dans les provinces de Grenade et de 
Malaga. Paris 1889, 4°. Vide : ß ertrand, 
M. & W. Kilian. (2961. 4°.) 

Kispatic, M. Dr. Bericht über die kroa- 
tisch-slavonisch-dalmatiiiischeu, sowie über 
die bosnisch-herzegowinischen Erdbeben 
in den Jahren 1884, 1885 u. 1886. Buda- 
pest, 1889. 8°. Vide: (Koch, A., Kis- 
patic, M. & F. Schafarzik.) Ueber 
die Erdbeben der Karpathen- und Karst- 
länder, pg. 82—101. (10.967. 8") 

Kittl, E. Eeste von Listriodon aus dem 
Miocän Niederösterreichs. (Separat, aus : 
Beiträge zur Paläontologie Oesterreich- 
Ungarns und des Orientes, hsg. von E. 
v. Mojsisovics & M. Neumayr. Bd. VII, 
Hft. 3.) Wien, A. Holder, 1889. 4°. 17 S. 
(233—249) mit 2 Taf. (XIV— XV). steif. 
Gesch. d. Autors. (2973. 4°.) 

(Koch, A., Kispatic, M. und F. Scha- 
farzik.) Ueber die Erdbeben der Kar- 
pathen- und Karstländer. Berichte der 
ungarischen und kroatischeu Erdbeben- 
Commissionen. (Separat, aus : Földtani 
Közlöny. Bd. XIX. 1889. Hft. 1—3 Suppl.) 
Budapest, typ. Franklin - Verein , 1889. 
8°. 54 S. (73—126) mit 1 Textfigur und 
1 Taf. steif. Gesch. der Autoren. 

Enthält: a) Koch, A. Dr. Bericht 
über die siebenbürgischen Erdbeben im 
Jahre 1886 (pag. 73-82). — ^K i s p a t i e, 
M. Dr. Bericht über die kroatisch-slavo- 
nisch - dalmatinischen , sowie über die 
bosnisch - herzegowinischen Erdbeben in 
den Jahren 1884, 1885 und 1886 (pag. 82 
—101). c) Schafarzik, F. Dr. Be- 
richt über die ungarischen Erdbeben 
in den Jahren 1885 und 1886 (pag. 101 
—126) mit 1 lithogr. Taf. und 1 Skizze 
im Text. (10.967. 8°.) 

Koch , A. Prof. Dr. Bericht über die 
siebenbürgischen Erdbeben im Jahre 1886. 
Budapest 1889. 8 U . Vide: (Koch, A., 
Kispatic, M. & F. Schafarzik.) 
Ueber die Erdbeben der Karpathen- und 
Karstländer, pag. 73—82. (10.967. 8.) 

Koehler, F. Dr. Die Chemie in technischer 
Beziehung. Leitfaden für Vorträge in 
Gewerbeschulen. Dritte umgearbeitete und 
erweiterte Ausgabe. Berlin, Enslin, 1840. 



8". XIII— 459 S. Lwd. Gelegenheitskauf 
20 kr. (10.968. 8°.) 

Koken, E. Ueber Fisch-Otolithen , insbe- 
sondere über diejenigen der norddeutschen 
Oligocän - Ablagerungen. (Separat, aus : 
Zeitschr. der Deutsch, geolog. Gesellsch. 
Bd. XXXVI. 1884.) Berlin, W. Hertz, 1884. 
8°. 66 S. (500—565) mit 2 Holzschnitten 
im Text und 4 Taf. (IX— XII). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10.969. 8°.) 

Koken, E. Die Reptilien der norddeutschen 
unteren Kreide. (Separat, aus: Zeitschr. 
der Deutsch, geolog. Gesellsch. Bd. XXXV. 
1883.) Berlin, W. Hertz, 1885. 8°. 93 S. 
(735—827) mit 6 Holzschnitten im Text, 
1 Tabelle und 3 Taf. (XXIII— XXV). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10. 970. 8°.) 

Koken, E. Neue Untersuchungen an tertiären 
Fisch-Otolithen. (Separat, aus: Zeitschrift 
der Deutsch, geolog. Gesellschaft. Bd. XL. 
1888.) Berlin, W. Hertz, 1888. 8°. 32 S. 
(274—305) mit 3 Taf. (XVII— XIX). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10.971. 8".) 

Kusta, J. O valounech v kamennem uhli 
u Kroucove a Studnovsi, v permskem 
ütvaru u Slaneho. Böhmischer Text. Mit 
einem Resume in deutscher Sprache : Ge- 
rolle in dem Steinkohlenflötze vonKroucova 
und Studnoves, in der Permformation bei 
Schlan. (Separat, aus : Vestnik. kral. ceske 
spolecnosti nauk. 1888.) Praze , typ. 
Dr. E. Gregr, 1888. 8°. 10 S. (575—584) 
mit 2 Taf. steif. Gesch. d. Autors. 

(1 0.972. 8".) 

Kusta, J. Rostlinne otisky v tfetihornim 
jilu Vfesfanskem (Preschen) u Biliny. 
[Pfianzenabdrücke im tertiären Tegel zu 
Preschen bei Bilin.] (Separat, aus : Vestnik. 
Kral, ceske spolecnosti nauk. 1888.) 
Praze, typ. Dr. E. Gregr, 1888. 8°. 10 S. 
(453—46*). steif. Gesch. d. Autors. 

(10.973. 8°.) 

Lampadius , W. A. Prof. Gmndriss 

einer allgemeinen Hüttenkunde zum Ge- 
brauche bei Vorlesungen und zum Selbst- 
unterrichte. Göttingen , Dieterich, 1827. 
8°. XX— 531 S. Lwd. Gelegenheitskauf 
20 kr. (10.974. 8°.) 

Lampadius, W. A. Prof. Die neueren 
Fortschritte im Gebiete der gesammten 
Hüttenkunde in Nachträgen zum Grund- 
risse der allgemeinen Hüttenkunde. Frei- 
berg, J. G. Engelhardt, 1839. 8°. XIV— 
290 S. Lwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

{10.975. 8°.) 

Lapparent, A. de. Note sur la contraction 
et le refroidissement du globe terrestre. 
(Separat, aus : Bulletin de la Societe geo- 
logique de France. Ser. III. Tom. XV.) 
Paris, E. Colin, 1887. 8°. 18 S. (383-400). 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(10.976. 8°.) 



Nr. 11 



Einsendungen für die Bibliothek. 



223 



Lepsius , R. Prof. Dr. Geologie von 
Deutschland und den angrenzenden Ge- 
bieten. Bd. I. Lfg. 2. Stuttgart, J. Engcl- 
horn, 1889. 8°. pag. 255—458 mit zahl- 
reichen Profilen im Texte und 3 Tabellen, 
br. Gesch. d. Verlegers. (10.229. 8°.) 

Levasseur, E. Les Alpes et les grandes 
ascensions. Avec la callaboration de mem- 
bres des Clubs alpins. Paris, Ch. Delagrave, 
1889. 4°. VIII— 456 S. mit 2 Karten und 
75 Textfiguren, br. Gesch. d. Herrn Geyer. 

(2974. 4 Ü .) 

LÖwl, F. Prof. Dr. Siedlungsarten in den 
Hochalpen. (Aus: Forschungen z. deutsch. 
Landes- und Volkskunde, hsg. v. A. Kirch- 
hoff. Bd. II. Hft. 6.) Stuttgart, J. Engel- 
horn, 1888. 8°. 51 S. (399—449). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10.977. 8°.) 

Loriol, P. de. Note sur deux Echinodermes 
nouveaux. (Separat, aus : Bulletin de la 
Societe geologique de France. Ser. III. 
Tom. XVII.) Paris, typ. E. Colin, 1888. 
8°. 6 S. (150—155) mit 1 Taf. (VI), steif. 
Gesch. d. Autors. 

Beigegeben ist: Note sur un exem- 
plaire du Coraster Vilanovae provenant de 
Tersakhan (Turkestan), par G. Cotteau. 
(Ibid. pag. 155-156). (10.978.8°.) 

Lossen, K. A. Prof. Dr. üeber die Anforde- 
rungen d. Geologie an die petrographische 
Systematik. (Separat, aus : Jahrbuch der 
königl. preussisch. geolog. Landesanstalt 
für 1883.) Berlin, typ. A. W. Schade, 1884. 
8°. 28 S. (486—513). steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (10.979. 8°.) 

Lossen, K. A. Prof. Dr. Ueber d. Auftreten 
metamorphischer Gesteine in d. alten paläo- 
zoischen Gebirgskamm von den Ardennen 
bis zum Altvatergebirge und über den 
Zusammenhang dieses Auftretens mit der 
Faltenverbiegung (Torsion). (Separat, aus : 
Sitzungsberichte der Gesellschaft natur- 
forschender Freunde in Berlin , vom 
17. März 1885.) Berlin, E. Friedländer 
und Sohn, 1885. 8°. 58 S. (29—86). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10.980. 8°.) 

Lossen, K. A. Prof. Dr. Geologische und 
petrographische Beiträge zur Kenntniss 
des Harzes. (Separat, aus: Jahrbuch der 
königl. preuss. geolog. Landesanstalt für 
1885.) Berlin, typ. A. W. Schade, 1886. 
8°. 28 S. (191—218). steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (10.981. 8°.) 

Lossen, K. A. Prof. Dr. Ueber die ver- 
schiedene Bedeutung d. Wortes Palatinit u. 
einige Mittheilnngen über seine Stellung 
zur Melaphyr-Frage. (Separat, aus : Zeit- 
schrift der Deutsch, geol. Gesellschaft. 
Bd. XXXVIII. 1886.) Berlin, W. Hertz, 
1886. 8°. 6 S. (921—926). steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (10.982. 8°.) 

Margerie , E. de. Notes geologiques sur 
la region du Mont-Perdu. (Separat, aus : 



Annuaire du Club alpin francais. Vol. XIII. 
18f6.) Paris, typ G. Chamerot, 1887. 8". 
19 S. mit 5 Holzschnitten im Text, steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (10.983. 8°.) 
Meissner, P. T. Prof. Chemische Aequi- 
valenten- oder Atomenlehre. Zum Ge- 
brauche für Chemiker, Pharmaceuten und 
Techniker gemeinfasslich dargestellt. 
Wien, J. G. v. Mösle's Witwe, 1831. 8°. 

2 Bd. Lwbd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(10.984. 8°.) 

Meissner, P. T. Prof. Neues System der 

Chemie. Zum Leitfaden eines geregelten 

Studiums dieser Wissenschaft bearbeitet. 

Wien, J. G.v. Mösle's Witwe, 1835—1838. 

3 Bde. Lwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 
Enthält: Bd. I. Chemie der nicht metal- 
lischen Stoffe. Ibid. 1835. XX— 764 S. 
Bd. II. Chemie der metallischen Stoffe. 
Ibid. 1836, VIII— 775 S. mit 1 Taf. Bd. 
III. Chemie der organischen Natur. Ibid. 
1838. XVI— 799 S. (10.985. 8".) 

(Meneghini, G. Prof.) Commemorazione 
di G. Meneghini fatta nell' Aula magna 
dell' Universitä Pisana al 24 marzo 1889. 
(Discorso del M. Canavari. Catalogo 
dei lavori scientifici pubblicati dal G. 
Meneghini.) Pisa , typ. T. Nistri & Co , 
1889. 8°. 54 S. mit dem Portraite des 
G. Meneghini. steif. Gesch. d. Dr. Cana- 
vari. (10.986. 8°.) 

Militär-Comite , K. k. techn. und 

administr. Die hygienischen Verhält- 
nisse der grösseren Garnisonsorte der 
österr.-ungar. Monarchie. III. Prag. Wien, 
typ. Staatsdruckerei, 1889. 8°. 162 S. 
mit 22 Textfiguren, 16 Taf. und 2 Karten, 
br. Gesch. d. Comites. (10.232. ««.) 

Mohr, F. Dr. Lehrbuch der pharmaceu- 
tischen Technik ; für Apotheker, Chemiker, 
chemische Fabrikanten, Aerzte und Medi- 
cinal- Beamte. Braunschweig, typ. F. 
Vieweg & Sohn, 1847. 8°. X— 422 S. mit 
309 Textfiguren und 1 Taf. br. Gelegen- 
heitskauf 20 kr. (10.987. 8°.) 

Munroe, H. S. An antomatic dumping- 
cradle for mine cares. With Discussion. 
(Separat, aus : Transactions of the Ameri- 
can Institute of Mining Engineers ; febr. 
1889.) New- York, Instit. of Min. Engin. 
1889. 8°. 3 und 5 S. mit 8 Textfiguren, 
steif. Gesch. d. Instit. (10.988. 8'\) 

Nasse, R. Bemerkungen über die Lagerungs- 
verhältnisse der metamorphischen Gesteine 
in Attika. (Separat, aus : Zeitschrift der 
Deutsch, geol. Gesellschaft. Bd. XXXIV. 
1882) Berlin, W. Hertz, 1882. 8°. 5 S. 
(151—155) mit 1 Karte und 1 Profiltafel 
(Taf. V1H und IX). steif. Gesch. d. Dr. 
A. Bittner. (10.989. 8 a .) 

Negri, A. Dr. Le valli del Leogra, di 
Posina, di Laghi e dell' Astico nel Vicen- 



224 



Verhandlungen. 



Nr. 11 



tino. Appunti geologici. (Separat aus: Bol- 
lettino del R. Coiuitato geologico d'Italia. 
Anno XV. 1884.) Roma, Tipografia nazio- 
nale, 1884. 8". 60 S. (33—50; 81—114) 
mit 1 Taf. Profile (III). steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (10.990. 8°.) 

Negri, A. Dr. L'anfiteatro morenico dell' 
Astico e l'epoca glaciale nei Sette Comuni. 
Note ed appunti di geologia vicentina. 
(Separat, aus : Atti del R. Istituto Veneto 
di scienze, lettere ed arti. Ser. VI, Tom. V.) 
Venezia, typ. Antonelli, 1887. 8°. 46 S. 
(589-635) mit 3 Taf. (IV— VI), steif. 
Gesell, d. Autors u. d. Dr. A. Bittner. 
(Zwei Exemplare.) (10.991. 8°.) 

Nehring, A. Prof. Dr. Ueber das fossile 
Vorkommen von Canis Karagan, C. corsac 
Felis nianul und F. chaus im Plistocän 
Mitteleuropas. (Separat, aus: Sitzungs- 
berichte der Gesellschaft naturf. Freunde 
in Berlin, vom 16. April 1889.) Berlin, 
R. Friedländer & Sohn, 1889. 8°. 3 S. 
(109—111). steif. Gesch. d. Autors. 

(10.992. 8".) 

Nehring, A. Prof. Dr. a) Ueber Sper- 
mophilus rufescens foss. von Praunheim 
bei Frankfurt a. M. b) Ueber das Gebiss 
von Cervus maral Ogilby , sowie über 
Oervus maral foss. (Separat, aus : Sitzungs- 
berichte der Gesellschaft uaturf. Freunde 
in Berlin , vom 19. März 1889.) Berlin, 
R. Friedländer & Sohn, 1889. 8". 6 S. 
(64 — 69). steif. Gesch. d. Autors. 

(10.993. 8°.) 

Neumayr, M. Prof. Dr. Die krystal- 

linischen Schiefer in Attika. (Separat. 
aus: Zeitschrift der Deutsch, geolog. Ge- 
sellschaft. Bd. XXXIII. 1881.) Berlin, 
W. Hertz, 1881. 8°. 11 S. (454—464). 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(10.994. 8°.) 

Neumayr, M. Prof. Dr. Der Bericht des 
Francesco del Nero über die Bildung 
des Monte Nuovo bei Neapel. (Separat, 
aus : Neues Jahrbuch für Mineralogie . . 
1883. Bd. II.) Stuttgart, E. Schweizerbart, 
1883. 8°. 7 S. (45—51). steif, Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (10.995. 8°) 

Neumayr, M. Prof. Dr. Entwurf für die 
Herausgabe eines Nomenciator palaeonto- 
logicus. Bericht an das Nomenclaturcomite 
des internationalen Geologencongresses bei 
der Versammlung in Zürich am 7. August 
1883. Wien, A. Holder, 1883- 8°. 7 S. 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(10.990. 8°.) 

Neumayr, M. Prof. Dr. Ueber einige 
Süsswasserconchylien aus China. (Separat. 
aus: Neues Jahrbuch für Mineralogie . . 
1883. l'-d. II.) Stuttgart,, E. Schweizer- 
hart, 1883. 8". 6 S. (21—26) mit 2 Holz- 
schnitten im Text, steif. Gesch. des Dr. 
A. Bittner. (10.997. 8°.) 



Neumayr, M. Prof. Dr. Das Schiefer- 
gebirge bei Athen. (Separat, aus : Neues 
Jahrbuch für Mineralogie . . 1885. Bl. L) 
Stuttgart , E. Schweizerbart, 1885- 8 U . 
3 S. (151—153). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (10.998. 8".) 

Nikitill, S. Quelques excursions dans les 
musees et dans les terrains mesozoiques 
de l'Europe occidentale et comparaison 
de leur faune avec celle de la Russie. 
(Separat, aus : Bulletin de la Societe Beige 
de geologie. Tom III. 1889. Memoires.) 
Bruxelles , typ. Polleunis, Ceuterick et 
De Smet, 1889. 8°. 30 S. (29-58). steif. 
Gesch. d. Autors. (10 999. 8°.) 

Noe, F. Dr. Die Quellen an dem Ostab- 
hange der Alpen bei Wien. (Separat, aus : 
Schriften des Vereines zur Verbreitung 
naturwissenschaftl. Kenntnisse in Wien. 
Bd. XXVII.) Wien, tvp. A. Holzhausen, 
1887. 8". 40 S. (121—160) mit 5 Text- 
figuren u. 1 Kartenskizze, steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (ll.OOO. 8°.) 

Noetling, F. Dr. Ueber Litnites lituus 
Montfort. (Separat, aus: Zeitschrift der 
Deutsch, geolog. Gesellschaft. Bd. XXXIV. 
1882.) Berlin, W. Hertz, 1882. 8>. 38 S. 
(156—193) mit 2 Taf. (X— XI). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.001. 8".) 

Noetling, F. Dr. Ueber das Alter der 
samländischen Tertiärformation. (Separat, 
aus : Zeitschrift der Deutsch, geolog. 
Gesellschaft. Bd. XXXV. 1833.) Berlin, 
W. Hertz, 1883- 8". 24 S. (671—694). 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(11.002. 8°.) 

Noetling, F. Dr. Beiträge zur Kenntniss 
der Cephalopoden aus Silurgeschieben 
der Provinz Ost-Preussen. (Separat, aus : 
Jahrbach der kgl. preuss. geolog. Landes- 
austalt für 1883.) Berlin, typ. A. W. 
Schade, 1884, 8 U . 35 S. (101—135) mit 
3 Taf. (XVI— XVIH). steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. [11.003. 8\) 

Noetling, F. Dr. Geologisch-paläontologi- 
sche Mittheilungen aus Palästina. 1. Die 
Lagerungsverhältnisse einer quartären 
Fauna im Gebiete des Jordanthaies. 2. Ent- 
wurf einer Gliederung der Kreideformation 
in Syrien und Palästina. (Separat, aus : 
Zeitschr. der Deutsch, geolog. Gesellschaft. 
Bd. XXXVIII. 1886.) Berlin, W. Hertz, 
1886. 8°. 69 S. (807—875) mit 2 Tabellen 
und 5 Taf. (XXIII— XXVII). steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (11.001. 8°.) 



Paul, C. M. Zur Geologie der westgalizi- 
schen Karpathen. (Separat, aus : Verhand- 
lungen der k. k. geolog. Reichsanstalt. 
1886. Nr. 6.) Wien, A. Holder, 1886. 8°. 
14 S. (134—147). steif. Gesch. d. Dr. 
A. Bittner. (11.005. 8°.) 



Nr. 11 



Einsendungen für die Bibliothek. 



225 



Paul, C. M. Beitrüge zur Kenutniss des 
schlesisch • galizischen Karpathenrandes. 
(Separat, aus: Jahrbuch der k. k. geolog. 
Reichsanstalt. Bd. XXXVII. 1887.) Wien, 
A. Holder, 1887. 8°. 30 S. (323—352) 
mit 6 Holzschnitten im Text, steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (11.006.8°.) 

Penck, A. Prof. Dr. Die Höttinger Breccie. 
(Separat aus ; Verhandlungen der k. k. 
geolog. Reichsanstalt. 1887. Nr. 5.) Wien, 
A. Holder, 1887. 8°. 6 S. (140—145). 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(11.007. 8°.) 

Pergens, E. Dr. Zur fossilen Bryozoen- 
fauna von Wola luzanska. (Separat, aus : 
Bulletin de la Societe Beige de geologie. 
Tom. III. Anmie 1889. Proces-Verbaux.) 
Bruxelles, typ. Polleunis, Ceuterick & De 
Smet, 1889. 8 U . 14 S. (59—72). steif. 
Gesch. d. Autors (11.010. 8°.) 

Pethö , J. Dr. a) Das Kreidegebiet von 
Lippa, Odoos und Konop. I>) Die fossilen 
Säugethier-Ueberreste von Baltavar. (Se- 
parat, aus: Földtaui Közlöny. Bd. XV. 
1885.) Budapest , typ. Franklin- Verein, 
1885. 8°. 20 S. (446—465). steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (11.008. 8°.) 

Pethö, J. Dr. Die Tertiärbildungen des 
Feher-Körös-Thales zwischen dem Hegyes- 
Dröcsa- und Pless-Kodru- Gebirge. Bericht 
über die geolog. Datailaufnahme im Jahre 
1885. (Separat, aus : Jahresbericht der 
kgl. ungar. geolog. Anstalt für 1885.) 
Budapest, typ. Franklin-Verein, 1887. 8°. 
41 S. (108—148). steif. Gesch. d. Dr. 
A. Bittner. (11.009. S°.) 

Petrik, L. Prof. Der Hollöhäzaer (Rad- 
vänyer) Rhyolith-Kaolin. (Aus: Publi- 
cationen der königl. ungar. geolog. An- 
stalt.) Budapest, typ. Franklin- Verein, 
1889. 8°. 10 S. steif. Gesch. d. Autors. 

(11.011. 8°.) 

Petterseil , K. In anstehenden Fels ein- 
geschnittene Strandlinien. (Separat, aus ; 
Sitzungsberichte der kais. Akademie der 
Wissenschaften , math. - naturw. Classe. 
Abthlg. I. Bd. XCVIII. 1889.) Wien, typ. 
Staatsdruckerei, 1889. 8". 13 S. (97—109) 
mit 1 Kartenskizze, steif. Gesch. d. Autors. 
(11.012. 8".) 

Plattner, C. F. Prof. Die Probirkunst 
mit dem Löthrohre. Zweite ganz umge- 
arbeitete und vermehrte Auflage. Leipzig, 
J. A. Barth, 1^47. 8°. XX— 652 S. mit 
77 Holzschnitten im Text. Hlfz. Gelegen- 
heitskauf 20 kr. (11.013. 8°.) 

Plattner, C. F. Prof. Probirkunst mit 
dem Löthrohre oder vollständige Anleitung 
zu qualitativen und quantitativen Löth- 
rohr-Untersuchungen. Vierte Auflage, neu 
bearbeitet und vermehrt von Th. Richter. 
Leipzig, J. A. Barth, 1865. 8". XVI— 
680 S. mit 86 Textfiguren und 1 Tal. br. 
Gelegenheitskauf 20 kr. (11.014. 8°.) 



Pollack, V. Ueber Seeufer-Senkungen und 
Rutschungen. (Separat, aus : Zeitschrift 
des österr. Ingenieur- und Architekten- 
Vereines. Jahrg. XLI. 1889. Hft. 1.) 
Wien, typ. R. Spies & Co., 1889. 4°. 17 S. 
(5-21) mit 4 Taf. (III— VI), steif. Gesch. 
d. Autors. (2975. 4°.) 

Potter, E. C. Note on the use of crude 
petroleum as fuel for fraising steam at 
the south Chicago works. (Separat, aus : 
Transactions of the American Institute of 
Mining Engineers. 1889.) New - York, 
Instit. of Min. Eng., 1889. 8°. 2 S. steif. 
Gesch. d. Instit. (11.015. 8°.) 

Potter, W. B. Some thoughts relating to 
the American Institute of Mining En- 
gineers and its mission. (Separat, aus : 
Transactions of the Anieric. Instit. of Min. 
Eng.; febr. 1889.) New-York, Instit. of 
Min. Eng., 1889. 8°. 10 S. steif. Gesch. 
d. Instit. (11.016. 8°.) 

Proescholdt, H. Ueber Aufnahmen und 
Revisionen der Sectionen Hildburghausen, 
Dingsleben, Themar und Schwarza. (Se- 
parat, aus: Jahrbuch der königl. preuss. 
geolog. Landesanstalt für 1886.) Berlin, 
typ. A. W. Schade, 1886. 8". 4 S. (LIII — 
LVI). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.017. 8°.) 

Proescholdt, H. 1. Zechsteinformation am 
kleinen Thüringer Wald bei Bischofsrod. 
2. Ueber eine Diluvialablagerung bei 
Themar im Werrathal. (Separat, aus: 
Jahrbuch der königl. preuss. geolog. 
Landesanstalt für 1886.) Berlin , typ. 
A.W. Schade, 1887. 8°. 11 S. (165—175). 
mit 2 Holzschnitten im Text, steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (11.018. 8°.) 

Ragazzoni, G. Prof. Profilo geognostico 
del pendio meridionale delle Alpi Lom- 
bardi. (Separat, aus : Commentari dell' 
Ateneo di Brescia , per l'anno 1875.) 
Brescia, typ. O. Rovetta, 1875. 8". 15 S. 
(160—172) mit 3 Taf. Profile, steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (11.019.8°.) 

Ragazzoni, G. Prof. La collina di Caste- 
nedolo sotto il rapporto antropologico 
geologico ed agronomico. (Separat, aus : 
Commentari dell' Ateneo di Brescia, per 
l'anno 1880.) Brescia, typ. Apollonio, 1880. 
8°. 13 S. (120-128) mit 4 Taf. steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.020. 8°.) 

Rath, G. vom, Prof. Dr. Einige geo- 
logische Wahrnehmungen in Mexiko. (Se- 
parat, aus : Correspondenzblatt Nr. 2 
des Naturhist. Vereines der preuss. 
Rheinlande. 1886.) Bonn, typ. C. Georgi, 
1887. 8°. 43 S. mit 5 Textfiguren, 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(11.021. 8°.) 

Renevier, E. Prof. Rapport sur la marche 
du Musee geologique vaudois en 1881 
suivi de la Classification petrogenique 



226 



Verhandlungen. 



Nr. 11 



adoptee au Musee. (Separat, aus: Bulletin 
de la Societe Vaudoise des sciences 
naturelles. Vol. XVIII. Nr. 87.) Lausanne, 
typ. Corbaz & Co., 1882. 8". 21 S. 
(81—101). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.022. 8°.) 

Renevier, E. Prof. Resultats scientifiques 
du Congres geologique international de 
Berlin et des travaux qui s'y rattachent. 
(Separat, aus : Bulletin de la Societe 
Vaudoise des seiences naturelles. Vol. XXII. 
Nr. 94.) Lausanne, F. Rouge, 1886. 8 U . 
22 S. steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
[11.023. 8".) 

Reusch, H. Dr. Geologische Beobachtungen 
in einem regional-metamorphosirten Gebiet 
am Hardangerfjord in Norwegen. (Separat, 
ans : Neues Jahrbuch für Mineralogie. 
Beilageband V.) Stuttgart, E. Schweizer- 
bart, 1887. 8°. 16 S. (52—67) mit 13 
Holzschnitten im Text, steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. [11.024. 8°.) 

Reusch, H. Dr. Bommeloen og Kannten 
med omgivelser geologisk beskrevne. 
Udgivet af den geologiske underssgelse. 
Kristiania, P. F. Steensball, 1888. 4°. 
422 S. mit 205 Textfiguren und 3 geolog. 
Karten, br. Gesch. d. Autors. (2976. 4°.) 

Reyer, E. Prof. Dr. Die Eruptivmassen 
des südlichen Adamello. (Separat, aus : 
Neues Jahrbuch für Mineralogie. . . Bei- 
lage Bd. I.) Stuttgart, E. Schweizerbart, 
1881, 8°. 32 S. (419—450) mit 13 Holz- 
schnitten im Text, steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.025. 8°.) 

Richter, Th. Prof. C. F. Plattner's 

Probirkunst mit dem Löthrohre. Vierte 

Auflage, neu bearbeitet und vermehrt. 

Leipzig, 1865. 8°. Vide : Plattne r, C. F. 

[11.014. 8 U .) 

Richthofen, P. Baron, Prof. Dr. On the 

mode of origin of the Loess. (Separat, 
aus: Geological Magazine. Decade II. 
Vol. IX. 1882. Nr. 7.) London, Trübner 
& Co., 1882. 8°. 13 S. (293—305). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.026. 8\) 

Rodler, A. Dr. Verbreitung und Geschichte 
der Seesäugethiere. (Separat, aus : Schriften 
des Vereines zur Verbreitung naturwissen- 
schaftl. Kenntnisse in Wien. Bd. XXVIII. 
1887—88.) Wien, typ. A. Holzhausen, 
1888. 8°. 32 S. steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.027. 8 U .) 

Roemer, F. Dr. H. v. De eben. Nekro- 
log mit dem Verzeichniss seiner Schriften. 
Stuttgart, 1889, 8°. Vide: Dechen, H.v. 
(10.930. 8°.) 

Rohon, J. V. & K. A. v. Zittel. lieber 

Conodonten. (Separat, aus : Sitzungsbe- 
richte der königl. bayerisch. Akademie 
der Wissenschaften , math.-ph.ys. Classe. 
1886.) München, typ. F. Straub, 1886. 
8°. 29 S. (108—136) mit 1 Holzschuitt 



im Text und 2 Taf. steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (11.028. 8°.) 

Rosenbusch, H. Ein Beitrag zur Mor- 
phologie des Leucits. (Separat, aus : Neues 
Jahrbuch für Mineralogie. 1885- Bd. II.) 
Stuttgart, E. Schweizerbart , 1885. 8". 

7 S. (59-65). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.029. 8°.) 

Roth V. Telegd, L. Das Gebirge nördlich 
von Pattas-Bozovics im Krassö-Szörenyer 
Comitate. (Separat, aus : Földtani Közlöny. 
Bd. XIV. 1884. April-August.; Budapest, 
typ. Franklin- Verein, 1884. 8 U . 13 S. (391 
—403). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.030. 8<>.) 

Roth V. Telegd, L. Der Gebirgstheil nörd- 
lich von Bozovics im Comitate Krassö- 
Szöreny. (Separat, aus : Földtani Közlönv. 
Bd. XV. 1885. Hft. 11—12.) Budapest, 
typ. Franklin- Verein, 1885. 8°. 21 S. 
(479—499) mit 2 Holzschnitten im Text, 
steif. Gesch. d. Dr. A. B i 1 1 n er. (11.031. 8°.) 

Roth V. Telegd, L. Das Ponyäszka-Thal 
und Umgebung im Comitate Krassö- 
Szöreny. (Separat, aus : Jahresbericht der 
königl. ungar. geolog. Anstalt für 1885.) 
Budapest, typ. Franklin- Verein, 1887. 8°. 
20 S. (149—168). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.032. 8°.) 

Roth V. Telegd, L. Die Gegend südöstlich 
und zum Theil östlich von Steierdorf. 
Geologische Notizen aus dem Banater Ge- 
birge. (Separat aus : Jahresbericht der 
königl. ungar. geolog. Anstalt für 1886.) 
Budapest, typ. Franklin-Verein, 1888- 8°- 
22 S. (169-190). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.033. 8\) 

Rothwell, R. P. The present starus of 
electric transmission of power. (Separat, 
aus : Transactions of the American In- 
stitute of Mining Engineers ; octob. 1838) 
New York, Instit. of. Min. Eng., 1888- 8°. 

8 S. steif. Gesch. d. Instit. (11.034. 8°.) 

(Rudolf, Kronprinz Erzherzog.) Die 

österreichisch - ungarische Monarchie in 
Wort und Bild. Bd. VI. Oberösterreich und 
Salzburg. Wien, A. Holder, 1889. 8°. 
XII— 604— 10 S. mit zahlreichen Illustra- 
tionen und einem Facsimile des Entwurfes 
einer Rede des Kronprinzen, br. Kauf. 

(2858. 4°.) 

Sacco, F. Prof. Dr. Studio geologico dei 
dintorni di Guarene d'Alba. (Separat, 
aus : Atti della R. Accademia delle scienze 
di Torino.Vol. XXIII.) Torino, E. Loescher, 
1887. 8°. 20 S. (158—175) mit 1 geolog. 
Karte, steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.035. 8\) 

Sacco , F. Prof. Dr. Classification des 
terrains tertiaires conforme a leurs facies. 
(Separat, ans : Bulletin de la Societe Beige 
de gfeologie. Tom. I. 1887. Memoire«. ) 



Nr. 11 



Einsendungen für die Bibliothek. 



227 



Bruxelles, tvp. Polleunis, Ceutevick et 
Lefebure, 1888. 8". 19 S. (27(j— ü94) mit 
1 Taf. (XI.) steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.036. 8\) 

SacCO, F. Prof. Dr. Les terrainstertiaires 
de la Suisse. Observations nouvelles. 
(Separat, ans: Bulletin de la Societe 
Beige de geologie. Tom. II. 1888. Memoi- 
res.) Bruxelles, typ. Polleunis, Ceuteriek 
et Lefebure. 1888. 8°. 25 S. (271—295). 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(11,037. 8°.) 

Sandberger, P.v. Prof. Dr. Die Concbylien 

des Lösses am Bruderholz bei Basel. (Sepa- 
rat, aus: Verhandlungen der naturf. Ge- 
sellschaft in Basel. Tbl. VIII, Hft. 3. 1889.) 
Basel, H. Georg, 1889. 8 U . 6 S. (796- 
801). steif. Gesch. d. Autors. 

(11 038. 8°.) 

Schafarzik, F. Dr. Bericht über die un- 
garischen Erdbeben in den Jahren 1885 
und 1886. Budapest, 1889. 8". Vide: 
(Koch, A., Kigpatic, M.& F. Schafar- 
zik.) Ueber die Erdbeben der Karpathen- 
und Karstländer, pg. 101 — 126. 

(10.967. 8°.) 

Schardt, H. Notice g6ologique sur la mol- 
lasse rouge et le terrain siderolithique 
du pied du Jura. (Separat, aus : Bulletin 
de la Societe Vandoise des sciences na- 
turelles. Vol. XVI. Nr. 83). Lausanne, 
Rouge & Dubois, 1880. 8 U . 32 S. (609- 
640) mit 2 Taf. (XXVI— XXVII.) steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.039. 8°.) 

Schardt , H. Contribution ä la geologie 
du Jura. Sur la subdivision du jurassique 
superieur dans le Jura occidcntal. (Sepa- 
rat, aus : Bulletin de la Societe Vaudoise 
des sciences naturelles. Vol. XVIII. Nr. 
88.) Lausanne, F. Rouge, 1882. 8°. 14 S. 
(206—219) mit 1 Taf. Profile (X). steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.040. 8°.) 

SchirlitZ, P. Dr. Studien zur Geologie des 
Golfes von Neapel. Berlin 1886. 8". Vide: 
Walther, J. & P. Schirlitz. 

(11.074. 8°.) 

Schmidt, C.Prof. Dr. (Hydrologische Un- 
tersuchungen. I.) Die Thermen zu Saniba, 
am Fusse des Genaldonischen Gletschers, 
N.-W.- Abhang des Kasbek, 8C00 Fuss 
Meereshöhe. (Separat, aus : Melangesphy- 
siqnes et chimiques. Tom. XIII. (Bulletin 
de l'Academie des sciences de St. Peters- 
bonrg. N. S. I. (XXXIII.) pg. 133 ff.) 
Petersburg, 1yp. Kais. Akademie, 1889. 
8°. 13 S. (27—39) mit 1 Kartenskizze im 
Text, steif. Gesch. d. Autors. (11.041. S ü .) 

Schmidt, Ch. H. Dr. Zusätze zur ersten 
Auflage von seinem vollständigen Farben- 
Laboratorium . . enthaltend die neuesten 
Fortschritte, welche die Farbenfabrication 
seit 1841 gemacht hat. (Aus: Neuer Schau- 
platz der Künste und Handwerke. Bd. 



CLVI.) Weimar, typ. B. F. Voigt, 1847- 

8". 164 S. Hlwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(11.042. 8°.) 

Schmidt, Ch. H. Dr. Die Farbwaaren- 
kunde und Farbenchemie für Färberei 
und Zeugdruck . . . Ein unentbehrliches: 
Handbuch für Färber, Zeugdrucker und 
Farbwaarenhändler. Nach dem neuesten 
Standpunkte der Wissenschaft bearbeitet. 
(Aus: Neuer Schauplatz der Künste und 
Handwerke. Bd. CLXXXXVIII.) Weimar, 
typ. B. F. Voigt, 1852. 8°. XII-251 S. 
Hlwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(11.043. 8 U .) 

Schuster, M. Dr. Geologische Beobach- 
tungen im Altvatergebirge. Wien, 1887- 
8". Vide: Becke, F. & M. Schuster. 
(10.907. 8°.) 

Seegen, J. Dr. Compendium der allge- 
meinen und speciellen Heilquellenlehre. 
Wien, W. Braumüller, 1857—1858. 8°. 
2 Theile, zusammengebunden. Hlwd. 

Enthält: Thl. I. Allgeni. Balneologie. 
Ibid. 1857. 292 S. — Th. II. Specielle 
Balneologie. Ibid. 1858. XV- 363 S. Ge- 
legenheitskauf 20 kr. (11.044. 8°.) 

Sherbom, C. D. A supplementary mono- 
graph of the tertiary Entomostraca of 
England. London, 1889. 4°. Vide: Jones, 
T. R. und C. D. Sherbom. (2977. 4°.) 

Sieger, R. Dr. Neue Beiträge zur Statistik 
der Seespiegelschwankungen. (Separat, 
aus : Bericht XIV des Vereines der Geo- 
graphen an der Universität Wien.) Wien, 
typ. C. Fromme, 1888. 8°. 14 S. (11—24.) 
steif. Gesch. d. Autors. (11.045. 8".) 

Sinzow, J. Dr. Ueber das Auftreten des 

Foraminiferengenus Nubecularia im sar- 

matischen Sande von Kischenew. Wien, 

1876. 8". Vide: Karrer, F. &J.Sinzow. 

(10.960. 8°.) 

Sjögren, H. Dr. Om aralokaspiska hafvet 
och nordeuropeiska glaciationen. (Separat. 
aus: üfversigt af kgl. Vetenskaps-Aka- 
demiens Fbrhandlingar. 1888. Nr. 3.) 
Stockholm, typ. P. A. Norstedt & Söner, 
1888. 8 U . 14 S. (155— 168.) steif. Gesch. 
d. Autors. (11.016. 8".) 

Sjögren, H. Dr. Om jordskorpans sainman- 
pressning under atmosfertryeket. (Separat, 
aus: Üfversigt af kgl. Vetenskaps-Aka- 
demiens Fbrhandlingar. 1888. Nr. 2.) 
Stockholm, tvp. P. A. Norstedt & Söner, 
1888. 8 1 . 8 S. (131— 138.) steif. Gesch. 
d. Autors. (11.047. 8) 

Smee , A. Elements of electro-metallurgy. 
Second edition, revised, correeted. London, 
E. Palmer, 18-13. 8°. XXX— 338 S. mit 
vielen Holzschnitten im Text. Lwd. Ge- 
legenheitskauf 20 kr. (11.048. 8°.) 

Smith, O. Nails from tin-skrap. (Separat, 
aus: Transactions of the American In- 
stitute of Mining Engiueers ; febr. 1889.) 



K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. tt. Verhandlungen. 



33 



228 



Verhandlungen. 



Nr. 11 



New- York, Instit. of Min. Eng., 1889. 8°. 
4 S. mit 2 Textfignren. steif. Gesch. d. 
Instit. {11.049. 8 a .) 

SpeCZ, R. V. Prof. Dr. Grundriss der 
technischen Chemie. Nach dem gegen- 
wärtigen Zustande der Wissenschaft , als 
Leitfaden für seine Vorlesungen bearbeitet. 
Wien, typ. C. Gerold, 1837. 8°. XIV— 
508 S. Pprbd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

{11.050. 8°.) 

Stäche, G. Dr. Ueber die Silurbildungen 
der Ostalpen mit Bemerkungen über die 
Devon-, Carbon- und Perm-Schichten dieses 
Gebietes. (Separat, aus: Zeitschrift der 
Deutsch, geolog. Gesellschaft. Bd. XXXVI. 
1884.) Berlin, W. Hertz, 1884. 8°. 102 S. 
(277—378) mit 1 Tabelle, steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (11.051. 8") 

Stefano, G. di, Dr. Lettere sulla struttura 
geologica del capo S. Andrea. II. (Separat, 
aus : Naturalista siciliano. Anno VI. 1887.) 
Palermo, typ. Virzi, 1887. 8°. 15 S. steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.052. 8".) 

Steinmann, G. Prof. Dr. Bemerkungen 

über die Gattung Hindia Dune. (Separat, 
aus : Neues Jahrbuch für Mineralogie. 
1886. Bd. I.) Stuttgart, E. Schweizerbart, 
1886. 8°. 1 S. (91.) steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (11.053. 8°.) 

Steinmann, G. Prof. Dr. Das Leptaena- 

bett bei Gotha. (Separat, aus : Neues 
Jahrbuch für Mineralogie . . . 1886. Bd. II.) 
Stuttgart, E. Schweizerbart, 1886. 8. 
2 S. (81—82.) steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.054. 8°.) 

Steinmann, G. Prof. Dr. a) Vorläufige 
Mittheilung über die Organisation der 
Ammoniten. bj Ueber das Alter des 
Apenninkalkes von Capri. (Separat, aus: 
Berichte der naturforschenden Gesellschaft 
zu Freiburg i. B. Bd. IV, Hft. 3. ) Frei- 
burg i. B., J. C.B.Mohr, 1889. 8°. 22 S. 
31-52). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.055. 8°.) 

Stelzner, A. Prof. Dr. Die Entwicklung 
der petrographischen Untersuchungs- 
methoden in den letzten 50 Jahren. Mit 
besonderer Berücksichtigung der mecha- 
nischen Gesteinsanalyse. (Aus : Festschrift 
der „Isis" in Dresden 1885.) Dresden, 
typ. E. Blochmann & Sohn, 1885. 8°. 
24 S. (25—48). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.056. 8°.) 

Stingl, J. Weichmachen , Reinigen und 
Klären des Wassers für ieden industriellen 
Zweck. Wien 1878. 8°. Vlde: Berenger, 
J. A. &J. Stingl. (10.909. 8°.) 

Stratingh, S. Prof. Dr. Ueber die Be- 
reitung, die Verbindungen und die An- 
wendung des Chlors in chemischer, medi- 
cinischer, ökonomischer und technischer 
Hinsicht. Ein Handbuch für Aerzte, Che- 
miker . . . Frei aus dem Holländischen 



übertragen mit Benützung des neuesten 
Werkes von Chevallier und mit Anmer- 
kungen versehen vou Dr. C. G. Kaiser. 
(Aus : Neuer Schauplatz der Künste und 
Handwerke. Bd. XLVI.) Ilmenau, typ. 
B. F. Voigt, 1829. 8°. XXX— 378 S. mit 
1 Tabelle und 6 Taf. Hlwd. Gelegenheits- 
kauf 20 kr. (11.057. 8°.) 

Szajnoeha, Wl. Prof. Dr. Czwarty mied- 
zynarodowy Kongres geologöw w Londynie, 
we wrzeöniu 1888 roku. (Vierter inter- 
nationaler Geologen-Congress in London 
im September 1888.) (Separat, aus: 
Przeglad polski.) Krakow , typ. „Czas", 
1889. 8". 32 S. steif. Gesch. d. Autors. 
(11.058. 8°.) 

Szajnoeha, Wl. Prof. Dr. Orzeczenie o 

trwalosci i stalosci zrödet w Eegulicach. 
(Gutachten über die Beständigkeit der 
Quellen in Regnlice.) Krakow, tvp. „Czas", 
1889. 8". 19 S. steif. Gesch, d. Autors. 
(11.059. 8°.) 
Szajnoeha, WJ. Prof. Dr. O stratygrafii 

pokladöw sylurskich Galicyjskiego Po- 
dola. (Separat, aus: SprawozdanieKomisyi 
fizyjograficznej Akademii umiejetnösci. 
Tom. XXIII.) Mit einem Resume in deut- 
scher Sprache: Ueber die Stratigraphie 
der Silur- Ablagerungen in Galizisch- 
Podolien. (Separat, aus : Anzeiger der Aka- 
demie der Wissenschaften in Krakau. 
1889. Nr. 5.) Krakow , typ. Universyt. 
Jagielloiiski, 1889. 8°. VI— 16 S. mit 
1 Profiltafel, steif. Gesch. d. Autors. 

(11.060. 8°.) 



Taramelli, T. Prof. Di un recente scoscen- 
dimeuto presso Belluno. (Separat, aus : 
Rendiconti del R. Istituto Lombarde Ser. 
II. Vol. XV.) Milano, tvp. Bernardoni di 
C. Rebeschini e Co. 1882, 8 U . 6 S. (617 
—622.) steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.061. S°.) 

Taramelli, T. Prof. Osservazioni fatte 
neu' Apennino di Piacenza. (Separat, 
aus : Bollettino della Societä geologica 
italiana. Vol. I. 1882.) Borna, typ. Sal- 
viucci, 1882. 8°. 2 S. (189—190.) steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.062. 8°.) 

Taramelli, T. Prof. Osservazioni geolo- 
giche fatte nel raccogliere aleuni campioni 
di serpentini. (Separat, aus : Bollettioo 
della Societä geologica italiana. Vol. I. 
1882.) Borna, typ. Salviucci, 1882. 8°. 
51 S. (80-128). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (11.063. 8.) 

Taramelli, T.Prof. La formazione naturale 
del suolo veneto. (Separat, aus : Cronaca 
della S A. F. Anno II.) Udine. tvp. 
G. B. Doretti & Soci, 1883. 8°. 37 S. 
steif. Gesch. d. Autors. {11.064. 8°.) 






Nr. 11 



Einsendungen für die Bibliothek. 



229 



Taramelli, T. Prof. Sorgenti e corsi d'acqua 
nelle Prealpi. (Separat, aus : Rendiconti 
del R. Istituto Lombarde Ser. II. Vol. XVI.) 
Milano, typ. Bernardoni di C. Rebeschini 
& Co., 1883. 8°. 9 S. (404-412.) steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. {11.065. 8°.) 

Toula, F. Prof. Dr. Ueber Amphicyon, 
Hyaemoschus und Rhinoceros (Acerathe- 
rium) von Göriach bei Turnau in Steier- 
mark. (Separat, aus : Sitzungsberichte der 
kais. Akademie der Wissenschaften, math.- 
naturw. Classe. Abthlg. I. Bd. XC. 1884.) 
Wien , typ. Staatsdruckerei , 1884. 8°. 
23 S. (406—428) mit 4 Taf. steif. Gesch. 
d. Dr. A. Bittner. (11.066. 8°.) 

Toula, F. Prof. Dr. Der Bergrücken von 
Althofen in Kärnten. (Separat, aus : 
Verhandlungen der k. k. geolog. Reichs- 
anstalt. 1886. Nr. 2.) Wien, A. Holder, 
1886. 8°. 3 S-. (48—50) mit 1 Taf. im Text, 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittn er. 

(11.067. 8°.) 

Toula, F. Prof. Dr. Neuer Inoceramen- 
fund im AViener Sandstein des Leopolds- 
berges bei Wien. (Separat, aus : Ver- 
handlungen der k. k. geolog. Reichsanstalt. 
1886. Nr. 6.) Wien, A. Holder, 1886. 8°. 

2 S. (127—128). steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner. (Zwei Exemplare.) 

(11.068. 8°.) 

Voit, J. M. Handbuch der landwirtschaft- 
lichen Baukunst. Dritte umgearbeitete 
und theils mit verbesserten, theils mit 
neuen Plänen versehene Auflage. Augs- 
burg, Jenisch & Stage, 1840. 8°. 2 Bde. 
Lwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(11.069. 8°.) 

Voss, W. Nekrolog auf Carl Deschmann. 

Wien 1889. 8°. Vide: (Deschmann C.) 

(10.931. S°.) 

Walther, J. Dr. I vulcani sottomarini 
dei golfi di Napoli. (Separat, aus : Bollet- 
tino del R. Comitato geologico d'Italia. 
Anno 1886) Roma, Tipografia nazionale. 
1886. 8°. 12 S. (360-369) mit 1 Taf. 
(VIII). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.070. 8°.) 

Walther, J. Dr. Ueber den Bau der Flexuren 
an den Grenzen der Continente. (Separat, 
aus ; Jenaische Zeitschrift für Natur- 
wissenschaft. Bd. XX. N. F. XIII.) Jena, 
G. Fischer, 1886. 8°. 36 S. (243—278) 
mit 3 Taf. (X— XII). steif. Gesch. d. 
Dr. A. Bittner. (11.071. 8°.) 

Walther, J. Dr. Vulcanische Strandmarken. 
(Separat, aus: Jahrbuch der k. k. geolog. 
Reichsanstalt. Bd XXXVI. 1886.) Wien, 
A. Holder, 1886. 8°. 8 S. (295 - 302) mit 

3 Textfiguren, steif. Gesch. d. Dr. A. 
Bittner, (11.072. 8 U .) 



Walher, J. Dr. Ueber Ergebnisse einer 
Forschungsreise auf der Sinaihalbinsel 
und in der arabischen Wüste. (Separat, 
aus : Verhandlungen der Gesellschaft für 
Erdkunde zu Berlin. Bd. XV. 1888.) 
Berlin, D. Reimer, 1888- 8°. 12 S. 
(224—255). steif. Gesch.d. Dr. A. B i 1 1 n e r. 
(11.073. 8°.) 

Walther, J. & P. Sehirlitz. Studien zur 
Geologie des Golfes von Neapel. (Separat, 
aus : Zeitschrift der Deutsch, geolog. 
Gesellschaft. Bd. XXXVIII. 1886.) Berlin, 
W. Hertz, 1886. 8. 47 S. (295—341). 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(11.074. 8°.) 

Wehrle, A. Prof. Dr. Lehrbuch der 
Probir- und Hüttenkunde als Leitfaden 
für akademische Vorlesungen. Wien, typ. 
C. Gerold, 1841. 8° u. 2°. 2 Vol. Text 
(8°) u. 1 Vol. Atlas mit 27 Taf. (2°) Lwd. 
Gelegenheitskauf 20 kr. 

(11.075. 8° u. 152. 2°.) 

Weithofer, A. Bemerkungen über eine 
fossile Scalpellumart aus dem Schlier von 
Ottnang und Kremsmünster, sowie über 
Cirripedien im Allgemeinen. (Separat, aus : 
Jahrbuch der k. k geolog. Reichsanstalt. 
Bd. XXXVII. 1887- Wien, A. Holder, 
1887. 8 Ü . 16 S. (371-386) mit 1 Taf. 
(XV). steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 
(11.076. 8°.) 

Wentzel, J. Ueber fossile Hydrocorallinen 
(Stromatopora und ihre Verwandten), über- 
haupt mit besonderer Berücksichtigung 
der in den Unter-Permschichten (Middle 
Productus - Limestone) der Salt -Range 
auftretenden Formen. (Dissertation.) Prag, 
typ. H. Mercy, 1888. 8°. 26 S. mit 3 Taf. 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner. 

(11.077. 8\) 

Wiegleb, J. Ch. Handbuch der allgemei- 
nen Chemie. Zweite neuberichtigte Auflage. 
Berlin und Stettin, F. Nicolai, 1786. 8°. 
2 Bde. Hfz. Gelegenheitskauf 20 kr. 

(11.078. 8°.) 

Will, H. Prof. Dr. Anleitung zur chemi- 
schen Analyse, zum Gebrauche im chemi- 
chen Laboratorium zu Giessen. 2. Auflage. 
Heidelberg, C. F. Winter, 1851. 8°. 
XVI— 272 S. Hlwd. Gelegenheitskauf 20 kr. 
(11.079. 8°.) 

Wöhler, F. Dr. Grundriss der Chemie. 
Berlin, Duncker & Humblot, 1847—1848. 
2 Bde. Pprbd. 

Enthält: Bd. I. Grundriss der un- 
organischen Chemie. Neunte, umgearbeitete 
Auflage. Ibid. 1847. VI— 206 S. Bd. II. 
Grundriss der organischen Chemie. Vierte, 
umgearbeitete Aufl. Ibid. 1848. X— 213 S. 
Gelegenheitskauf 20 kr. (11.080. 8°.) 

33* 



23Ö 



Verhandlungen. 



Nr. 11 



Zigno, A.Barone de, Prof. Quelques obser- 
vationa sur les Siröniens fossiles. (Separat, 
aus: Bulletin de la Societe geologique de 
France, Ser. III. Tom. XV.) Paris, typ. 
E. Colin, 1887. 8°. 5 S. (728—732) mit 
1 Taf. (XXVII). steif. Gesch. d. Autors. 
[11.081. 8°.) 

Zigno, A.Barone de, Prof. Antracoteriodi 
Monteviale. (Separat, aus : Memorie del 
R. Istituto Veneto di scienze, lettere ed 
arti. Vol. XXIII.) Venezia, typ. G. Anto- 
nelli, 1888. 4°. 13 S. mit 1 Taf. steif. 
Gesch. d. Autors. (2978. 4°.) 

Zittel, K. A. V. Prof. Dr. Bemerkungen 
über das erste Heft der Quenstedt'schen 
„Korallen" und über Dr. Martin's 
Asiylospongia. (Separat, aus: Neues Jahr- 
buch für Mineralogie . . . 1877.) Stuttgart, 
E. Schweizerbai t, 1877. ö ü . 7 S. (705— 
711). steif. Gesch. d. Dr. A. Bi ttner. 
(11.082. 8°.) 

Zittel, K. A. V. Prof. Dr. Bemerkungen 
über einige fossile Lepaditen aus dem 
lithographischen Schiefer und der oberen 
Kreide. (Separat, aus: Sitzungsberichte 



der math.-phvs. Classe der kgl. bayerisch. 
Akademie d. Wissenschaften. 1884. Heft 4.) 
München, typ. F. Straub, 1881. 8'. 
13 S. (577— 589) mit 5 Textfiguren, steif. 
Gesch. d. Dr. A. Bittner. (11.083. 8°.) 

Zittel, K. A. v. Prof. Dr. Ueber Astilo- 
spongidae und Anemocladina. (Separat, 
aus : Neues Jahrbuch für Mineralogie . . . 
1881. Bd. II.) Stuttgart, E. Schweizer- 
bart, 1884. 8". 6 S. (75-80) mit 2 Taf. 
steif. Gesch. d. Dr. A. Bittner 

(11.084. 8".) 

Zittel, K. A. V. Prof. Dr. 1. Ueber 
Ceratodus. 2. Ueber vermeintliche Haut- 
schilder fossiler Störe. (Separat, aus: 
Sitzungsberichte der math.-phys. Classe 
der kgl. bayerisch. Akademie der Wissen- 
schaften. 1886. Heft 2.) München, typ. 
F. Straub, j886. 8°. 13 S. (253—265) 
mit 1 Taf. steif. Gesch. d. Dr. A. Bittn er. 
(11.085. 8°) 

Zittel, K. A. V. Prof. Dr. Ueber Cono- 
donten. München 1886. 8°. Vide : Rohon, 
J. V. u. K. A. v. Zittel. (11-028. 8°.) 



Verlag von Alfred Holder, k.k. Hof- und UuiversitätsBuclihäuilJer in Wien, Rothenthurmstr. lö. 



Druck von Uottlieb Giatel & Comp, in Wien. 




N-- 12. ^^m^^^m 1SSJ). 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Bericht vom 30. September 1889. 

Inhalt: Eingesendete Mittheilungen: Dr. v. Gümbel. Ueber einen Nummuliten- 
fund bei Radstadt. Prof. J. Bl aas. Ein Profil durch die Achensee-Dammscbotter. — Reise- 
Bericht: F. Teller. Zur Kenntniss der Tertiärablagerungen des Gebietes von Neuhaus bei 
Cilli in Steiermark. — Literatur -Notizen: Gustav Laube. C. Vr b a. 

NB. Die Autoreu sind für den Inhalt Ihrer Mlttheilnngen verantwortlich. 



Eingesendete Mittheilungen. 

Dr. C. W. v. Gümbel : Ueber einen Nummulitenfund bei 
Radstadt (1. Aug. 1889). 

Sie erlauben, dass ich ibiien stellenden Fusses über einen ebenso 
interessanten wie unerwarteten Fund berichte : 

Bei einem kurzen Aufenthalte in Radstadt, wo ich das Vergnügen 
hatte, Herrn Prof. M. Neumayr anzutreffen, fand ich auf einem Aus- 
flug, dicht bei der Stadt am sogenannten Steinbruche (Ziegelei), am 
Zaumberg, an seinem Nordgehänge zahlreiche Bruchstücke eines kalkig- 
kieseligen Gesteines, voll von Nummuliten der Gruppe der N. Luca- 
sana und intermedia. Diese ganz unerwartet aufgefundenen Nummuliten- 
gesteine stehen in Verbindung mit einer in der grossartigsten Weise 
hier entwickelten Quar zbreccie, welche auf der Karte irrthümlich 
als „dunkler Muschelkalk" eingezeichnet ist. Dieselbe wird in dem er- 
wähnten Steinbruche als Strassenmaterial abgebaut und steht in mäch- 
tigen Felsen am Nordgehänge des Zaumberges weit gegen Forstau 
fortstreichend und wahrscheinlich auch noch über Mandling gegen 
Pacher fortziehend , an. Ebenso bildet dieselbe westwärts von Radstadt 
das Nordgehänge der Vorberge gegen Altenmarkt, wo sie am Eingang 
des Zauchthales in gleicher Mächtigkeit ansteht, dann über das Ennsthal 
ziehend, sich jenseits westwärts über den Feuersangberg gegen Hunds- 
dorf zieht, um sich jenseits mit den schon auf der Karte als tertiär 
bezeichneten Schichten bei Steinbacher, Neureit und Wagrain zu ver- 
binden. 

Bei Radstadt wird diese Tertiärbreccie, die oft meist schwierig 
von dem stark zerklüfteten Triasdolomit zu unterscheiden ist , am ge- 
nannten Steinbruche und Ziegelei von einem schwarzgrauen, grünlichen, 
selten ziegelrothen Tlion unterteuft, der Pechkohle, wie die Schichten bei 
Wagrain enthält. Die Thonschichten verlaufen westwärts in die sandigen 
Schichten, in welchen bei Steinbacher Versuche mit dem Pechkohlenfliitze 
stattfanden. Diese Sandsteine enthalten spärlich Pflanzenreste vom Typus 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 12. Verhandlungen. 34 



21V2 Verhandlungen. Nr. 12 

jener der Schichten von Reit im Winkel , mit welchen sie im Alter 
gleichstehen dürften. Diese Nummuliten führenden Tertiärgebilde liegen 
theils auf Triasdolomit, wie am Steinbruche bei Radstadt , wo an den 
letzten Häusern derselbe zu Tag ausgeht, theils auf dem älteren 
Schiefergebirge auf und nehmen dementsprechend eine eigenartige Aus- 
bildung an. 

Indem ich voraussetze, dass dieser unerwartete Aufschluss nicht 
ohne Interesse sein dürfte, wollte ich nicht versäumen, Ihnen davon 
Nachricht zu geben. 

Prof. Dr. Blaas : Ein Profil durch die Achensee-Damm- 
Schotter. 

Vor Eröffnung der Zahnradbahn Jenbach-Achensee benützte ich 
einen mir gebotenen freien Tag, die Strecke abzugehen in der Hoff- 
nung auf einen durch die Bahnanlage geschaffenen tieferen Einblick in 
den Aufbau der den Achensee gegen das Innthal abdämmenden 
Schotter. In der That ermöglichen die Entblössungen an der Bahnlinie 
ein inhaltsreicheres Urtheil über jene Ablagerungen als der Einschnitt 
des Kasbaches, dem die Fahrstrasse in's Achenthai entlang führt. 

Dass der Achensee durch Innschotter abgedämmt wurde, hat be- 
kanntlich Penck in seiner „Vergletscherung der deutschen Alpen" 
ausführlich nachgewiesen. Ich wiederhole auszugsweise das Wesentliche 
seiner Darstellung. 

Der Achensee ist ein Abdämmungssee, d. h. „ein durch die an- 
häufende Thätigkeit des rinnenden Wassers abgedämmtes Seitenthal 
des Inn". In das ursprünglich gegen den Inn sich öffnende Achenthai 
baute sich die Innthalterrasse ein und staute so die Gewässer dieses 
Thaies zu einem See auf. Als Beweis hierfür wird hervorgehoben die 
Zusammensetzung dieses Dammes, der „lediglich aus Materialien der 
Innthalterrasse" bestehe. Nach dem genannten Forscher setzt sich dieser 
Damm in folgender Weise zusammen. „In seiner unteren Abtheilung 
besteht der Damm aus horizontal geschichtetem Kies, darüber legt sich. 
genau in der Höhe des Seebodens, horizontal geschichteter Bänderthon. 
Ueber demselben folgt grober Schotter, welcher unter einem Winkel 
von 30° gegen den See geneigt ist, und zwar liegt derselbe derart, 
dass in dem Masse, wie man sich dem See nähert, sein unteres Niveau 
ansteigt. Ueber dem geneigten Schotter liegt abermals horizontal ge- 
schichteter," 1. c. pag. 159. 

Die durch die Bahnanlage geschaffenen Aufschlüsse bestätigen 
im Grossen und Ganzen die Auffassung Penck 1 s, doch nöthigen sie 
zu einigen nicht unwesentlichen Modificationen in der Vorstellung von 
dem Aufbaue des Dammes. 

Ich schildere die durchgegangenen Profile. Aus dem Kasbachthale 
bauen sich gegen Jenbach zwei postglaciale Schuttkegel ineinander 
liegend herab. Der ältere, höhere setzt sich aus sehr undeutlich ge- 
schichtetem Schutt zusammen und ist in seinem unteren Theile zumeist 
durch Erosion entfernt. In das erodirte Gebiet hat sich ein jüngerer 
Kegel eingelagert, auf welchem gegenwärtig ein Theil von Jenbach 
und die Kirche steht. Der Bach hat sich in diesen neuerdings eingegraben. 

Nach Ucberschreitung dieser Kegel steigt die Bahn die Damm- 
schotter hinan. Man bemerkt zu unterst sehr undeutlich geschichteten 



J^V. 12 Bericht vom 30. September. J. Blaas. 233 

Kalkschutt, der nach oben, ohne dass eine scharfe Grenze mit Sicher- 
heit zu erkennen wäre, in Mehlsand übergeht , in welchen auffallend 
grosse Kalk- und Urgebirgsblöcke eingelagert sind. „Am Fischl" liegt 
auf einem Mehlsandrücken ; die Mulde, welche von Erlach herüberreicht, 
ist mit Mehlsand ausgekleidet. 

Unmittelbar darüber — wir befinden uns circa 250 Meter über 
dem Inn — steht eine mächtige Grundmoräne mit zahlreichen gekritzten 
Geschieben an. 

Die Moräne geht nach oben in geschichteten Sand und Kies über, 
der keine gekritzten Geschiebe mehr führt; sodann folgt feiner Sand, 
dem in dünnen Schichten Lehmlagen eingefügt sind, an einzelnen 
Punkten sind grosse Blöcke eingelagert. Dieser Theil der Ablagerungen 
ist sehr unruhig, wellig geschichtet und reichlich von Verwerfungs- 
spalten durchsetzt, so dass an manchen Punkten Mehlsand und Kies 
in scharfer Grenze nebeneinander zu liegen kommen. Weiter aufwärts 
— circa 350 Meter über dem Inn — erscheinen nun schräg gegen den 
See zu geschichtete Sand- und Kieslagen in bedeutender Mächtigkeit 
erschlossen. Wie weit dieselben nach oben hin anhalten, war nicht fest- 
zustellen, denn von nun an hat die Bahn circa 50 Meter hoch die 
Vegetationsdecke nicht entfernt. Allmälig erreicht man die Höhe von 
Eben, 450 Meter über dem Inn. Hier ist wieder eine bedeutende Ent- 
blössung hergestellt und wir befinden uns zu unserer Ueberraschung 
wieder an einer mächtigen Grundmoräne, auf welcher die Kirche von 
Eben steht. Hiermit haben wir die Höhe des Dammes erreicht. 

Die Strecke Eben — Maurach, auf welcher die Bahn bereits wieder 
dem See zusinkt, ist an einer Stelle für uns deshalb von Interesse, weil 
an ihr, ungefähr in der Mitte zwischen beiden Orten, ein schöner 
Gletscherschliff auf dem Gehänge des „vorderen Spitz" entblösst liegt. 
Man unterscheidet auf ihm 2 Ritzensysteme, das eine vorherrschende, 
aus streng parallelen, in der Bahnrichtung liegenden Ritzen bestehend 
und ein zweites, schwächeres, unregelmässig verlaufende Ritzen zeigend. 
Die Strecke Maurach — Seespitz schneidet vielfach in den moorigen alten 
Seeboden ein. 

Den Abstieg wählen wir dem Kasbach entlang. Unterhalb Maurach 
stossen wir auf undeutlich geschichteten ungewaschenen Kies, im Grossen 
und Ganzen ist jedoch ein Fallen der Bänke gegen den See zu zu er- 
kennen. Unser AneroTd zeigt uns, dass wir uns im Gebiete jener 
kiesigen Schichten befinden, welche wir beim Aufstieg unterhalb der 
Moräne von Eben durchquerten. Sie führen viel Urgebirgsgesteine. 
Bereits an der Mündung des Weissenbaches in den Kasbach, also circa 
320 Meter über dem Inn, treffen wir auf lehmige Lagen mit vielen 
Gerollen ; Kritzen konnte ich mit Sicherheit nicht erkennen. Der Lehm 
hält an, bis wir absteigend im Niveau der unteren Grundmoräne „am 
Fischl" angelangt sind. Weiter abwärts stossen wir plötzlich auf ein 
sehr mächtiges in Bänken abgesondertes Conglomerat. Dasselbe ist 
vorwiegend kalkig, setzt sich aus Gesteinen des Achenthaigebietes zu- 
sammen und führt, wenn auch spärlich, Urgebirgsgerölle ; ich beob- 
achtete Gneisse, Hornblendeschiefer und Phyllite. Weiter abwärts sind 
diese Bänke noch deutlicher zu sehen und zeigen ein Gefälle gegen 
das Innthal. Die Grenze gegen den schon beim Aufstieg an der öst- 

34* 



234 Verhandlungen. >Jl\ \2 

liclien Flanke beschriebenen, hier an der Westseite besonders mächtig 
entwickelten kalkigen Schutt war nicht sicher festzustellen; man hat 
den Eindruck , als ob das Conglomerat und dieser Schutt ineinander 
übergingen, ein Verhältniss, wie es übrigens und nebenbei bemerkt in 
ähnlicher Weise bei Kitzbühel zwischen dem Conglomerat im Süden 
der Stadt und dem Schutte an der Bahnlinie östlich und nordöstlich 
derselben zu sehen ist. 

Halten wir beide durchgegangenen Profile zusammen , so ergibt 
sich folgende Uebereinanderlagerung. 

Von oben nach unten : 

Postglaciale Schuttkegel, 

Grundmoräne 440 Meter über dem Inn. 

Gegen den See zu fallende, deutlich geschichtete Sande, Kiese, 
Schotter. 

Vielfach verworfener, wellig geschichteter Sand mit lehmigen 
Zwischenlagen. 

Sandiger Kies. 

Grundmoräne, an anderen Punkten mächtiger, Gerolle führender 
Lehm, auch an Stelle der beiden voran- 
gehenden Ablagerungen 250 Meter über dem Inn. 

Mehlsand mit Blöcken, horizontal geschichtet. 

Conglomeratbänke und Kalkschutt (alter Schuttkegel!). 

Ich enthalte mich vorläufig jeder Deutung der geschilderten Ab- 
lagerungen und hebe nur das Vorkommen von zwei durch geschichtete, 
circa 150 Meter mächtige Ablagerungen getrennte Moränen hervor. 
Es wird mir im Laufe der Zeit Gelegenheit geboten sein, meine nun- 
mehr durch 10 Jahre gesammelten Beobachtungen auf dem Gebiete des 
tirolischen Glaeial-Diluviums der Oeffentlichkeit übergeben zu können 
und ich hoffe sodann, eine Grundlage für eine Gliederung dieses dunklen 
und schwierigen geologischen Gebietes gegeben zu haben. 

Innsbruck, im August 1889. 

Reise-Bericht. 

F. Teller: Zur K enntniss der Tertiärablagerungen des 
Gebietes von Neuhaus bei Cilli in Südsteiermark. (Neu- 
häus, 4. Aug. 1889.) 

Seit den Untersuchungen Rolle's und Stur's wurde das Tertiär- 
gebiet von Neuhaus meines Wissens nur von R. Hörn es noch einmal 
flüchtig berührt. In seinem „Beitrag zur Kenntniss der mioeäneu Meeres- 
ablagerungen der Steiermark" (Mitth. d. naturw. Ver. f. Steiermark, Graz 
1883) gibt der genannte Autor (anfpag. 24 d. Separ.-Abdr.) einige Notizen 
über die Aufeinanderfolge der Schichten in diesem Gebiete und macht 
hierbei auf eine Ablagerung aufmerksam, welche durch die im Gange 
befindlichen Aufnahmen der Umgebung von Neuhaus ein besonderes 
Interesse gewonnen hat. Hörnes schreibt: „Gehen wir von den meso- 
zoischen Kalken, die nördlich von Neuhaus das Liegende der Tertiär- 
bildungen darstellen, nach Süden, so bemerken wir als untere Tertiär- 
ablagerungen wenig mächtige, graue, stellenweise rothgelb gefärbte 
Kalksteine , welche hauptsächlich aus kleinen Fragmenten von Ver- 
steinerungen (Austern) bestehen, und welche, ebenso wie die darauf- 



Nr. 12 



Bericht vom 30. September. F. Teller. 



235 



folgenden bituminösen Schiefer, welche die hier wenig mächtige Sotzka- 
kohle umschliessen, sehr steil aufgerichtet sind. Die Austernbänke im 
Liegenden der Sotzkakohle gehören höchstwahrscheinlich dem eigent- 
lichen Oligocän (Ober-Eocän) an und entsprechen den Schichten von 
Oberburg und Castel-Gomberro." 

Die Austern führenden Gesteinsbänke, welche Hörn es an einer 
Stelle Nord von Neuhaus im Liegenden der Sotzkaschichten aufge- 
funden hat, sind keine locale Erscheinung; sie erwiesen sich als Be- 
standteil einer in Gesteinsausbildung und Mächtigkeit vielfach wechseln- 
den Zone mariner Strandbildungen, welche im Verlaufe der Kartirung 
des Gebietes in fast ununterbrochenem Zusammenhang auf eine Gesammt- 
längserstreckung von ungefähr 7 Kilometer verfolgt werden konnte. 

Von dem Klanzberger Sattel, jener Localität, auf welche sich 
H örnes' eben citirte Beobachtung bezichen dürfte, setzen diese Gebilde 




Oligocäner Marine Kohl anführende 

Nimnnuliten- Strandbildung Abtheilung 
kalk an der Basis der 

der Sotzka Seh Sotzka-Sch. 



Marine 


Sandstein 


Le4tha 


Hangend- 


und Con- 


kalk 


Mergel 


glomerat 





nach West bis auf das Plateau von Loka fort, wo sie zusammen mit 
einem schmalen Streifen der kohlenfiihrenden Hangendmergel, entlang 
einer ostwestlich verlaufenden Störungslinie, tief in das triadische Kalk- 
gebirge eingreifen. (Man vergleiche hier und bei den folgenden Angaben 
die beigegebene Kartenskizze , eine auf 1 j % lin. reducirte Pause der 
Originalaufnahme im Massstabe von 1 : 25.000.) Die Hauptmasse des 
Schichtenzuges biegt jedoch am Fusse des Plateaus von Loka nach 
Süd um und verläuft, die tertiären Hügel von Klanzberg in weitem 
Bogen umspannend, bis hinab zum Bade Neuhaus. Die in der Literatur 
so oft erwähnten und in ihrer stratigrapbischen Stellung bisher so 
unsicheren Nulliporenkalke von Neuhaus bilden den südlichsten Aus- 
läufer dieses westlichen Abschnittes der marinen Strandzone. Von Klanz- 
berg nach Ost konnten diese marinen Gebilde über den bekannten 



236 Verhandlungen. Nr. 12 

Fundstätten fossiler Pflanzen : Gutenegg, Saverch, Tsehreskowa hinweg 
bis nach Sotzka im Hudinagraben verfolgt werden. Nach der hohen 
Lage, welche diese marinen Grenzschichten der Sotzkakohle auf dem 
Kücken von Velkaraun im Westen der Hudina einnehmen, darf man 
wohl annehmen , dass dieselben auch in das Verbreitungsgebiet der 
Sotzkaschichten östlich dieses Thaleinscbnittes, also in die Richtung 
von Sternstein und Kirchstätten, fortsetzen. Soweit ich dieses Gebiet 
zu begehen Gelegenheit hatte, fand ich die höheren Theile der Gehänge 
von den mächtigen Schutthalden des triadischen Randgebirges so voll- 
ständig verdeckt, dass ein Einblick in die fragliche Grenzregion nirgends 
möglich war. 

Der petrographisehe Charakter dieser Strandbildungen ist ein 
wechselnder und abhängig von der Zusammensetzung des Grundgebirges. 
Wo die diploporenführenden Kalke der oberen Trias die Gebirgsunter- 
lage bilden, wie auf der Linie Klanzberg — Loka — Neuhaus, beobachtet 
man als tiefstes Glied entweder grobe Kalkbreccien mit Ansiedlungen 
von Austernbänken oder Nulliporenkalke. Aber auch diese sind meist 
so innig mit Austerncolonien verknüpft, dass die pflanzliche Grundlage 
der Gesteinsbildung, das heisst die Lithothamnien-Structur, oft völlig 
zurücktritt gegenüber dem Antheil, welchen die massigen Austernschalen 
an dem Aufbau des Gesteines nehmen. Dieser tiefste Theil der Ab- 
lagerung ist in Färbung und Gefüge dem obertriadischen Kalk, der die 
Basis bildet, so ähnlich, dass es sorgfältiger Begehungen bedarf, um 
ihn gegen diesen genauer abzugrenzen. Darüber folgen nun kalkige 
Detritusbildungen von feinerem Korn, die sich durch deutliche Schichtung 
und durch röthliche und bräunliche Verwitterungsfarben schon aus 
grösserer Entfernung als eine jüngere Auflagerung zu erkennen geben. 
Während man in den Nulliporenkalken nur äusserst selten einem 
anderen Schalthierrest begegnet, als den dickschaligen Austern, welche 
Rolle bekanntlich als Ostrea crassicostata Soio. bestimmt hat 1 ) — ich 
fand darin nur noch spärliche Fragmente von Pema und Pecten — 
gesellen sich in den aufgelagerten Detritusbildungen zu den Austern 
stets auch die Schalen mehrerer Pectenarten, ja an manchen Stellen, 
wie zum Beispiel an dem Fahrwege von Klanzberg nach West gegen 
Loka. hin, kommt es zur Bildung wahrer Pectinidenbänke. Leider ist 
gerade die Häufung der Schalenreste Ursache, dass besser erhaltene 
Stücke kaum zu gewinnen sind. Die Fauna bleibt auch in diesen 
Schichten eine sehr einförmige, Ostrea, Anomia, Pema und Pecten sind 
die einzigen Molluskengattungen, welche ich hier nachzuweisen ver- 
mochte; von anderen Thierresten fanden sich nur die für marine 
Strandbildungen so charakteristischen Haifischzähne, an einer Stelle. 
Ost vom Krizicnik, beobachtete ich in feinsplitterigen Kalkbreccien 
auch Echinidenreste, Einzelkorallen und Bryozoen. 

Die in Rede stehenden Schichten sind am besten längs des Fuss- 
steiges aufgeschlossen, der hinter der Capelle von Klanzberg an der 
Kante eines Rückens emporführt, in dessen Verfolgung man zum Bauern- 
gehöfte Ramsak gelangt. Die Stelle liegt genau in der Mitte zwischen 
den Höhenpunkten 753 und 612 unserer Kartenskizze. Die fossilreichen 
Gesteinsbänkc ziehen sich hier in flacher Lagerung bis auf die Höhe 



') Sitzungsbericht d. Akad. d. Wiss. XLIV, 1, pag. 205—224, Wien 1861. 



Nr. 12 Bericht vom 30. September. F. Teller. 237 

des Rückens empor, wo kurz vor der Einmündung des Steiges in einen 
Fahrweg unter den tertiären Randbildungen helle massige Diploporen- 
kalke zum Vorschein kommen. 

An der südlichen Abdachung dieses Rückens liegt der schon 
früher erwähnte, von Klanzberg nach West gegen Loka ziehende Fahr- 
weg. An diesem Wege ist vor dem ersten Gehöfte West vcm Klanz- 
berger Sattel das Hangende der kalkig - sandigen Pectenschichten 
entblösst. Es sind dickbankige, graue, etwas mergelige Sandsteine, die 
sich in ihrem petrographischen Habitus schon vollständig an die darüber 
folgenden , mehr weniger bituminösen Mergelgebilde anschliessen , in 
welchen die Ausbisse der Sotzkakohle liegen. Auch in diesen Sand- 
steinen, welche den Bergleuten als das Liegende der kohlenführenden 
Sotzkaschichten wohl bekannt sind, linden sich an der ebengenannten 
Stelle noch marine Schalthierreste, und zwar Austern- und Pecteu- 
schalen , aber bereits in Gesellschaft von verkohlten Pflanzenabdrücken 
der Sotzkaschichten. 

Im Gebiete von Klanzberg verflacht der ganze Schichtcomplex 
von dem Rande des älteren Gebirges ab in Süd. Die fossilreichen 
Gesteinsbänke an der Abdachung West von der Capelle von Klanz- 
berg ziehen sich in relativ flacher Lagerung, mit ungefähr 25 — 30° 
Neigung, an dem Triaskalk empor; in der Richtung des Abfalles der 
Gehängböschung stellen sie sich steiler auf, nach Art eines Schichten- 
mantels, der einen älteren Gesteinsbuckel überwölbt. Die sandigen und 
mergeligen Hangendschichten sind in Uebereinstimmung damit steiler 
aufgerichtet und verflachen mit durchschnittlich 40 — 50° in Süd. Die 
Lagerung und die eben mitgetheilten Beobachtungen über die stufen- 
weise Entwicklung der Sedimente aus groben Grundconglomeraten durch 
feiner aufbereitete Detritusmassen hindurch zu sandig-mergeligen Hangend- 
gebilden lassen keinen Zweifel darüber, dass diese marinen Strand- 
absätze der Bildung der kohlenführenden Ablagerung der Sotzka- 
schichten unmittelbar vorangingen. 

Wo Muschelkalk und Werfener Schiefer die ältere Gebirgsunterlage 
bilden, wie östlich von Klanzberg und vor Allem im Bereiche des 
Konski Vrch, Ost von Schloss Gutenegg, besitzen die marinen 
Strandbildungen einen etwas anderen Charakter. Die Nulliporenkalk- 
Entwicklung, wie sie die Westumrandung der Bucht von Klanzberg 
charakterisirt , fehlt hier gänzlich; die Gesammtmächtigkeit der Ab- 
lagerung ist überhaupt stark reducirt und dort, wo hierzu noch steilere 
Schichtstellung tritt, wie an der Abdachung des Gehänges in das Thal 
von Gutenegg, können diese Grenzschichten der Beobachtung leicht 
völlig entgehen. Als tiefstes Glied erscheinen gewöhnlich einige rostbraun 
verwitterte Gesteinsbänke mit Breccien- oder Conglomerat-Structur , in 
denen die schwarzen Kieselbrocken auffällen, deren bereits Morlot aus 
östlicher gelegenen Verbreitungsgebieten dieser als „ Conglomerate der 
Sotzka-Schichten" längst bekannten Grenzbildungen Erwähnung gethan 
hat. Der Ursprung dieses Gemengtheiles ist hier jedoch kein rätsel- 
hafter, da der an der Basis des Tertiärs liegende Muschelkalk reichlich 
mit Schnüren und Platten von schwarzem Hornstein durchwachsen ist. 
Es gelingt nach längerer Bemühung fast immer, da und dort ein Stück 
einer Austernschale zu entdecken, welche den marinen Charakter dieser 



238 Verhandlungen. Xl\ 12 

Conglomerate erweist. An dem Hauptfundort fossiler Pflanzen, auf der 
Höhe von Saverch, gehen diese Conglomerate rasch in dünnbankige, 
braune, glimmerige Sandsteine über, auf welche sodann unmittelbar 
die bituminösen Mergel mit den Pflanzenahdrücken und mit Lagen von 
Cyrenenschalen folgen. Das Vorkommen von Cyreneu innerhalb der 
pflanzenführenden Schichte, das in diesem Gebiete bisher nur an den 
Fundstellen von Sotzka selbst bekannt war, konnte nicht nur hei 
Saverch, sondern auch auf der Höhe NW von Schloss Gutenegg nach- 
gewiesen werden. 

Bei dem östlichsten Gehöfte von Saverch , OSO vom Gipfel des 
Konski Vrcb , folgen über dem Grundconglomerate, das hier direct auf 
Werfener Schiefer aufliegt, und das der leicht verwitterbaren Schiefer- 
brocken wegen von sehr lockerem Gefüge ist, nach oben dieselben 
fossilreichen, aber auch hier fast ausschliesslich durch Austern- und 
Pecten-Schalen charakterisirten kalkigen Bänke , wie sie West vom 
Klanzberger Sattel aufgeschlossen sind. 

Bis zu diesem Punkte, mit dem unsere Kartenskizze nach 
Ost abschliesst, nimmt die Grenze zwischen Tertiär und Grund- 
gebirge und damit zugleich die Zone der marinen Strandbildungen einen 
sehr regelmässigen Verlauf. Oestlich von Saverch tritt nun dadurch eine 
Veränderung ein, dass der tertiäre Küstensaum mit einem plötzlichen 
Sprunge um einen Betrag von ungefähr 600 Meter nach Nord an das 
Berggehänge zurücktritt, um aber sodann wieder mit rein ostwestlichem 
Verlaufe gegen die Hudina fortzusetzen. Auch in diesem Abschnitte 
der Grenzregion zwischen Tertiär und Grundgebirge, treten marine 
Strandbildungen mit Austern und Pectiniden auf. Man beobachtet 
dieselben der Waldgrenze entlang an zahlreichen Stellen zwischen 
Topousek und Velkaraun. Der hochgelegene, breit abgeflachte Rücken 
von Velkaraun , der nach Ost bereits zur Hudina abfällt , trägt eine 
ausgedehnte Scholle von Conglomeraten und Breccien marinen Ursprungs : 
sie bilden die Unterlage der Aecker und Wiesen auf der Höhe des 
Rückens. Die jüngeren Mergelgebilde sind hier völlig denudirt und 
nur in den tieferen Gehängpartien erhalten geblieben , wo sie un- 
mittelbar an Werfener Schiefer und Kalke der oberen Trias anlagern, 
welche die Erosion an der Steilabstufung gegen Tschreskowa hinab 
blossgelegt hat. Im Bereiche der Hudina, also des Gebietes von Sotzka 
selbst, erscheint die Grenze der Sotzkaschichten gegen das Grundgebirge 
abermals nach Süd zurückgerückt, aber nur in Folge der tiefer greifenden 
Erosion dieser Thalfurche und ihrer Seitenäste; auf den Höhen 
westlich der Hudina setzt die Grenze bei Seutze sofort wieder in der 
Breite des Ortes Velkaraun ein und streicht in dieser über Lipa nach 
Ost fort. 

Die verticale Mächtigkeit dieser marinen Bildungen an der Basis 
der Sotzka-Schichten ist dort, wo Nulliporenkalke fehlen, eine sehr ge- 
ringe und übersteigt durchschnittlich nicht den Betrag von 20 — 30 Meter, 
wenn auch hie und da die flachere Ausbreitung der Schichten eine 
grössere Mächtigkeit vortäuscht. Der unter Mitwirkung von Litho- 
thamnien-Vegetation aufgebaute Theil der Randzone ist grösseren 
Mächtigkeitsschwankungen unterworfen und lässt auch kaum eine ziffer- 
mässige Schätzung zu. 



Nl-, 12 Bericht vom 30. September. F. Teller. 239 

Die grösstc räumliche Ausdehnung erreicht diese Facies der Rand- 
bildungen iu dem bewaldeten Bergrücken, an dessen steilem, felsigem 
Fusse die Therme von Neuhaus entspringt. Als schmaler Vorgebirgs- 
sporn ragt hier das triadische Kalkmassiv in die Tertiärbucht hinaus, 
und nach Art eines Strandriffes lagern sich die mit Austernbänken 
wechselnden Nulliporenbildungen um seine Basis herum. Sie reichen 
aus der Tiefe des Thaies, wo sie dicht neben dem Hauptgebäude der 
Curanstalt Neuhaus in einer Felswand anstehen, bis zu einem Wald 
fahrweg auf der Höhe des Rückens hinauf, der ungefähr 100 Meter 
über der Thalsohle liegen mag. Nur in der südwestlich über diesen 
Waldweg sich erhebenden höchsten Kuppe kommen die hellen diplo- 
porenführenden Kalke des Grundgebirges zum Vorschein. Nordwärts 
von der sogenannten „Abendruhe" schlingen sich die Nulliporenkalke, 
eine steilere Stufe in dem nach SO absteigenden Rücken bildend, auf 
die Südseite der Triaskalkkuppe hinüber. Hier streichen sie Nord von 
der Schlangenburg in jenen auffallenden Steilrand aus , mit welchem 
das ältere Kalkgebirge auf der Linie St. Johann-Seile nach Süd abbricht. 

Man wird das Bild, das die gegenwärtige Kartirung von diesem 
Gebiete gegeben hat, nicht betrachten können, ohne auf den Parallelis- 
mus aufmerksam zu werden, welcher zwischen der Linie St. Johann- 
Seile und dem Nordränd der Tertiärbucht von Neuhaus besteht. Man 
hat hier zwei parallele Längsbrüche im alten Gebirge vor sich, die 
sich an einer queren Störungszone, der Linie Loka-Neuhaus, abstufen. 
In ihrer ersten Anlage sind diese Dislocationen älter als die Tertiär- 
gebilde ; die Schollensenkung , welche diesen Störungen zu Grunde 
liegt, dauerte aber an, und ihre Wirkungen gelangen auch noch im 
Schichtenbau der jüngeren Glieder der das Senkungsfeld erfüllenden 
Tertiärablagerungen zu klarem Ausdruck. 

Dass hier alte , ostwestlich streichende Steilküsten bestanden 
haben, dafür spricht zunächst jener Ausläufer der Hauptbucht, der bei 
Loka fjordartig in das triadische Kalkgebirge eingreift; er bildet die 
genaue Fortsetzung des nördlichen Küstensaumes und lässt den Parallelis- 
mus dieser Begrenzungslinie der Tertiärbucht mit dem Gebirgsrande 
St. Johann-Seile besonders scharf hervortreten. Die Voraussetzung prä- 
existirender Depressionen mit ostwestlicher Streichungsrichtung erscheint 
feiner durch das Vorkommen zweier isolirter Schollen von Sotzka- 
schichten gerechtfertigt, die bereits ausserhalb des Rahmens der Haupt- 
bucht liegen : der Separatmulde von Troina (oder Teina nach dem 
Sprachgebrauche der Anwohner) und der kleinen Scholle Nord von 
dem Gehöfte Gorianc. An beiden Punkten fehlen marine Strand- 
bildungen; die Mergelschiefer von Troina, in welchen ein Bau auf 
Sotzkakohle in Betrieb stand , sind aber nur durch eine schmale Zone 
obertriadischer Kalke von den marinen Randbildungen des Klanz- 
berger Sattels geschieden. Die Lagerungsverhältnisse innerhalb der 
kleinen Mulde von Troina sind stark gestörte, längs des Südrandes 
sind die Schiefer senkrecht aufgerichtet oder schiessen mit 60 — 70° 
Neigung in Nord ein. Das Vorkommen von Gorianc ist ein nur in einer 
Einsattelung erhalten gebliebener Rest eines schmalen, in Triaskalk ein- 
gesenkten Streifens von Sotzkaschichten, dessen Hauptlängserstreckung 
dem Steilrand von St. Johann parallel läuft. 

K. k. geolog. Reichsanstalt l8»y. Nr. u. Verhandlungen. 35 



240 Verhandlungen. Nr. 12 

Die Bucht von Loka und die isolirten Schollen von Sotzka- 
sehichteu bei Troina und Goriauc geben also Zeugniss dafür, dass ost- 
westlich streichende Dislocationen schon ursprünglich den Rahmen be- 
stimmt haben, der für die Verbreitung der Tertiärgebilde massgebend 
war. J ) Die steilen Schichtaufrichtungen längs des Nordrandes der Bucht 
und die Stürimgserscheinuugen innerhalb der beiden Separatmulden 
zeigen andererseits wieder zur Genüge, dass die hier supponirte Schollen- 
senkung auch nach der Ablagerung der Tertiärgebilde noch fortgewirkt 
hat. Aber auch in der westlichen Umrandung der Tertiärbucht, längs 
der Linie Loka-Neuhaus, ergeben sich für die Betrachtungen über Anlage 
und Ausbau der Tektonik dieses Gebietes verschiedene interessante 
Momente. Ich kann jedoch die hierhergehörigen Erscheinungen nicht be- 
sprechen , ohne vorher auch jener Tertiärgebilde gedacht zu haben, 
welche im Liegenden und Hangenden des bis jetzt besprochenen Ab- 
lagerungscomplexes auftreten. 

Die marinen Ablagerungen an der Basis der Sotzkaschichten sind, 
obwohl sie in dem grössten Theile ihres Verbreitungsgebietes unmittel- 
bar über triadische Schichten übergreifen, doch nicht das älteste Glied 
der in der Umgebung von Neuhaus auftretenden Tertiärgebilde. Es 
kamen in dem genannten Gebiete an zwei Punkten noch tiefere Tertiär- 
schichten zur Ablagerung. Steigt man längs des zweiten Rückens, der 
nördlich von Bad Neuhaus an der Westseite des Hauptthaies herab- 
zieht, in's Gebirge auf, so findet man noch unterhalb der Waldgrenze 
einzelne grössere Blöcke von Nummulitenkalk. Die Grundmauern eines 
verfallenen Gebäudes zur Linken des in marine Mergelschichten ein- 
schneidenden Hohlweges bestehen fast ausschliesslich aus Blöcken eines 
dunkelgrauen, harten Kalksteines mit Auswitterungen jener kleinen 
Nummulitenformen, welche die oligoeänen Ablagerungen von Oberburg 
charakterisiren. Setzt man die Wanderung durch den Wald aufwärts 
nach West fort, so gelangt man bald auf die Höhe des Rückens und 
hat hier vor sich einen mit Wiesen und Aeckern bedeckten Steilhang, 
auf dessen oberster Kante das Gehöfte Kriziönik steht. Die Lage des 
Gehöftes ist in der Kartenskizze durch ein Kreuz markirt. Zur Linken 



') Während der Fortsetzung der Aufnahmsarbeiten in westlicher Richtung 
ergaben sich für diese Anschauung neue Belege. Die Mulde von Troina sowohl , wie 
die Bucht von Loka führen nach West hin, jenseits der Wasserscheide zwischen Dobernca 
Bach und Pack in ausgesprochene Längsdepressionen, in welchen nördlich und südlich 
vom Velki vrh (Gipfel 971 unserer Kartenskizze) Aufbrüche von Werfener Schiefern 
zu Tage treten. Der nördliche breitere Schichtenzug ist vom Gehöfte Ramsak über Vodaucnig 
bis in das Packthal zu verfolgen ; der südliche, welcher in der Fortsetzung tier Bucht 
von Loka liegt, ist zunächst in der Senkung zwischen Velki vrh und Temniak (814 
der Skizze) aufgeschlossen und stieicht von hier über die Gehöfte Vodanseg und 
Wieher nach Wes # t, die weithin sichtbare grüne Terrasse bildend, welche sich nord- 
westlich von St. Johann an dem Südfusse des Velki vrh ausbreitet. Innerhalb des 
nördlichen Zuges von Werfener Schiefern liegt nahe unterhalb der Höhe von Ramsak 
in der Einthalung zwischen den Punkten 846 und 753 eine durch alte Baue aufge- 
schlossene Scholle von kohlenführenden Sotzka-Schichten , welche als die Fortsetzung 
der Mulde von Troina zu betrachten ist. Auch im Bereiche des südlichen Zages von 
Werfener Schiefern, auf der Terrasse nordwestlich von St. Johann, finden sich hier und 
da Stücke von Mergelschiefern mit Pflanzenabdrücken, so zwar, dass das Vorkommen 
von Loka nur als der östlichste Abschnitt einer langgestreckten Tertiärbucht erscheint, 
die sich eng an eine ostwestlich streichende Aufbruchszone von Werfener Schiefern 
anschliesst. 



Nr. 12 Bericht vom 30. September. F.Teller. -Ji 1 

und südlich dieses grünen Abhanges, der noch dem Complex der marinen 
Mergel zufällt, zieht sich ein bewaldeter Felsrücken herab, der in 
seinem untersten Abschnitt ganz aus Nummulitenkalk besteht, so zwar, 
dass Nummulitenkalk und marine Mergel ( — es sind das die später 
näher zu charakterisirenden Foraminiferenmergel — ) hier auf eine kurze 
Erstreckung hin und längs einer ostwestlich streichenden Linie in un- 
mittelbaren Contact treten. Die Zone der Nummuliten führenden Kalke 
ist von sehr geringer Breite ; die kleine dolinenartige Einsenkung , zu 
welcher die schmale Felsbarre südwärts abfällt, liegt bereits in triadi- 
schem Diploporenkalk. Verfolgt man den Felsrücken aufwärts, so gelangt 
man bald in die Zone der Nulliporenkalke und Austernbänke und in 
der Höhe des Gehöftes, dort, wo ein nach Süd auslaufender Fahrweg 
die Streichungsrichtung dieses Rückens verquert, zu Aufschlüssen , an 
welchen sowohl die Südgrenze der Nummulitenkalke gegen die triadi- 
schen Kalke, wie auch die Ueberlagerung der Nummulitenkalke durch 
die Austern führenden Nulliporenbänke zu beobachten ist. 

Dass die Nummulitenkalke an der Basis der Eingangs geschil- 
derten marinen Randbildungen der Bucht von Neuhaus liegen, ist voll- 
kommen klar. Sie repräsentiren aber nicht etwa eine nur local zur 
Entwicklung gelangte tiefere Abtheilung dieser Randbildungen, sondern 
sind ein selbstständiges älteres Tertiärniveau mit selbstständiger Ver- 
breitung. Sie greifen über den Rahmen des Verbreitungsgebietes der 
durch Nulliporen charakterisirten Randzone nach Süd hinaus. So findet 
man im Walde Süd von Krizicnik zur Rechten des Waldthales, das 
sich gegen die Schlangenburg hinaus öffnet, mitten im Triaskalkgebiete, 
eine kleine Scholle dieser alttertiären Gebilde. Ich fand hier neben 
Nummuliten noch eine Anzahl anderer Fossilreste , welche darthun, 
dass in diesen Kalken erst die wahren Aequivalente der Schichten von 
Überburg, resp. Castel-Gomberto vorliegen. Die Austern und Nulliporen 
führenden Randbildungen, welche Hörnes nach dem Eingangs ge- 
gebenen Citat mit dieser Schichtgruppe in Parallele stellt, vertreten 
entschieden bereits ein höheres Niveau. 

Wir gelangen nun zur Besprechung der Schichtgebilde, die im 
Hangenden der kohlenführenden Abtheilung der Sotzka -Schichten folgen. 

Morlot und nach ihm Ungcr haben für die Mergelgebilde der 
Sotzka-Schichten eine Mächtigkeit von einigen Hundert Fuss in Anspruch 
genommen. In der That reicht die Facies der pflanzenführenden Schichten 
von Gutenegg mit allen ihren Merkmalen, ja selbst unter stellenweiser 
Wiederholung stärker bituminöser oder reichlich Pflanzenabdrücke 
führender Einlagerungen durch einen ausserordentlich mächtigen Schichten- 
complex nach aufwärts. Bei Neuhaus besitzt die Zone der einförmigen, 
grauen, glimmerig sandigen Mergelgebilde, welche im Hangenden der 
kohlenführenden Sotzka-Schichten folgen , in nordsüdlicher Richtung 
eine Breite von durchschnittlich 1*5 Kilometer. Erst Süd von Bad 
Neuhaus setzt nahe dem Ende der Parkanlagen, zu beiden Seiten des 
Thaies, ein Schichtencomplex von wesentlich anderer Gesteinsbeschaffen- 
heit ein : Ein Complex von graublauen , rostgelb verwitternden, dick- 
bankigen , bald feinkörnigen , bald conglomeratischen Sandsteinen , der 
die waldigen Höhen rings um die Vereinigung der von Klauzberg und 

35* 



242 Verhandlungen. \ r \2 

Gutenegg kommenden Thalfurchen zusammensetzt und auf welchem 

auch die Kirche von Doberna stellt. 

Stur bat bei Gelegenheit der Revisionstouren in Südsteiermark 

die ersten Anhaltspunkte zur Gliederung dieses einförmigen M 
complexes gewonnen. Er fand, dass der obere Theil dieser Mergelgebilde 
marinen Ursprungs sei 1 ) und trennte dementsprechend die von Rolle 
noch als eine Schichtgruppe aufgefassten mergeligen Hangendbildungen 
der Sotzka-Kohle in zwei Schichtgruppen, eine tiefere, die als Hangend- 
mergel bei den Sotzka-Schichten belassen und eine höhere , welche mit 
den sogenannten „Foraminiferen-Mergeln" Mittelsteiermarks verglichen 
und somit als ein Aequivalent eines jüngeren Tertiärniveaus, der 
„Schichten von St. Florian und Tüffer", betrachtet wurde. Ich kann 
diese Auffassung auf Grund meiner neuerlichen Begehungen nur lie- 
stätigen ; in der von Stur als maiin erkannten jüngeren Abtheilung 
des Mergelcomplexes ergaben sich an mehreren Stellen reichliche Fetre- 
factenfunde, welche wohl Gelegenheit bieten werden, die Deutung dieses 
Horizontes ausführlicher zu begründen; Melettaschuppen , Brachvuren- 
reste, vereinzelte Gastropoden , zahlreiche Bivalven (Lucina, Teil Ina, 
Corbula, Thracia etc.), Anthozoen , und zwar Einzelkorallen, die oft 
für sich allein ganze Mergelbänke zusammensetzen, ferner Bryozoen und 
Foraminiferen (vornehmlich grosse, mit freiem Auge sichtbare, kugelige 
Formen), endlich vereinzelt eingestreute Pflanzenreste bilden im Wesent- 
lichen den paläontologischen Inhalt dieser Schichtabtheilung, die also 
faunistisch auffallend an die Tüfferer Mergel erinnert, 

Bei dem Versuche, diese marine Abtheilung des Mergelcomplexes 
gegen die eigentlichen Sotzka-Schichten kartographisch abzugrenzen, 
stösst man bei der Einheitlichkeit des petrographischen Charakters und 
der völligen Concordanz der aufeinanderfolgenden Schichten auf fast 
unüberwindliche Schwierigkeiten. Es bleibt schliesslich nur der eine 
Weg übrig, die am weitesten verbreiteten und am sichersten leitenden 
Anzeichen des marinen Ursprungs — die Foraminiferen-Schälchen — 
in den fraglichen Mergelgebilden so weit in das Liegende des Schicht- 
complexes zu verfolgen, als das in jedem Durchschnitte möglich ist. 
Auf diesem Wege erhielt ich aber das überraschende Resultat, dass 
von der circa P5 Kilometer breiten Zone von Mergelschiefern nur ein 
verschwindend kleiner Bruchtheil für die Bildungen lacustren Ursprungs 
erübrigt. An dem Rücken, der westlich dicht neben dem Schlosse 
Gutenegg in's Hauptthal absteigt, lassen sich zum Beispiel die marinen 
Mergel , durch bezeichnende Fossilreste charakterisirt , bis zu einer 
solchen Höhe an der Berglehne hinauf nachweisen , dass auf die 
kohlenführende Abtheilung der Sotzka-Schichten nur noch eine Zone 
von wenig über 100 Meter Breite entfällt. Die marinen Bildungen an 
der Basis und im Hangenden des kohlenführenden Schichtencomplexes 
treten in diesem Durchschnitt einander so nahe und sind zugleich 
petrographisch so innig mit der nur durch Pflanzenabdrücke und 
Cyrenen charakterisirten Schichtabtheilung verknüpft, dass wir hier für 
den Begriff der lacustren Sotzka-Schichten thatsächlich nur ein sehr 
mageres Substrat besitzen. Zieht man die grosse Nähe der Küste in 

') Stur, Geologie vou Steiermark, pag. 547. 



Nr. 12 Bericht vom 30. September. F. Teller. 243 

Betracht, so muss man sich fragen, ob nicht die Annahme von Ein- 
schwemmungen pflanzlicher und thierischer Reste in eine Seichtsee — 
und auf eine solche weisen ja die Strandbildungen und die mergelig- 
sandigen Hangendbildungen der Kohlenlager hin — geniigen würde, 
die Entstehung 1 einer solchen wenig mächtigen Zwischenbildung zu 
erklären. Die geringe Mächtigkeit und die Absätzigkeit der Kohlenflötze 
dieses Gebietes würde damit in vollstem Einklänge stehen. In jedem 
Falle sind die kohlenführenden Sotzka-Schichten dieses Gebietes als 
eine Uferbildung zu bezeichnen. Die an den Rändern des Beckens 
erschürften Kohlenvorkommnisse dürfen in Folge dessen nicht als das 
Ausgehende einer in der Tiefe des Beckens in grösserer Mächtigkeit 
lagernden Flötzmasse betrachtet werden; sie sind auf den Rand des 
Beckens beschränkt und bilden hier bald mehr bald weniger mächtige, 
unregelmässig gestaltete Massen, welche gegen das Innere der Mulde 
hin in derselben Weise lenticular auskeilen, wie in der Richtung ihres 
Streichens dem Beckenrande entlang. Den flötzführenden Uferbildungen 
entsprechen in der Tiefe des Beckens unproduetive Sedimente. Alle 
auf die Erschliessung der Muldentiefe abzielenden Bergbauversuche 
sind hier meiner Ueberzeugung nach völlig aussichtslos. 

Da es nicht möglich ist, an allen Punkten mit gleicher Sicherheit 
festzustellen , wie weit die marinen Bildungen in das Liegende des 
Mergelcomplexes hinabreiehen , so bleibt die Bestimmung der Grenze 
zwischen Sotzka-Schichten und ihren marinen Hangendgebilden immer 
eine approximative. In unserer Skizze ist für die kohlenführenden 
Zwischenbildungen vielleicht eine breitere Zone reservirt worden , als 
ihnen in Wirklichkeit zukommt. 

Sicher ist es , dass die kohlenführende Schichtabtheilung in der 
westlichen Umrandung des Beckens auf einmal ganz verschwindet. In 
der Südhälfte dieses alten Küstensaumes treten die Foraminiferen-Mergel 
überall unmittelbar an die marinen Randbildungen heran. Man könnte 
diese Erscheinung einfach in der Weise erklären, dass man annimmt, 
die Meeresbedeckung habe nach einer kurzen Periode des Rückzuges, 
innerhalb welcher die kohlenführende Schichtabtheilung zum Absatz 
gelangte, neuerdings an Fläche gewonnen und das Territorium wieder 
bis an die alten Küstenränder hin überfluthet. Es hat diese Annahme 
viel Wahrscheinlichkeit für sich und sie lässt sich auch durch mancherlei 
Beobachtungen stützen ; sie reicht aber für sich allein nicht aus , die 
eigenthümlichen Grenzverhältnisse in der Westumrandung der Bucht 
zu erklären. Es sind hier auch Störungen der ursprünglichen Ver- 
hältnisse der Ablagerung im Spiele. 

Die Westbegrenzung der Tertiärbucht gibt, wie ein Blick auf 
unsere Skizze zeigt, ein sehr auffallendes Bild. Sie besteht aus einer 
Folge nordsüdlicher und ostwestlicher Begrenzungselemente, die scharf- 
winkelig aneinander schliessend in stufenförmigen Absätzen von dem 
nördlichen Kiistensaume zur Bruchlinie von St, Johann hinabführen. 
Die nordwestlich streichenden Abschnitte dieser Begrenzungslinie er- 
weisen sich als kurze Längsstörungen, welche den früher besprochenen 
grossen Längsdislocationen von Loka-Saverch und St. Johann-Seile 
parallel verlaufen. Ueber die Natur der verbindenden , nordsüdlich 
streichenden Grenzelemente kann ich mich bei den ungünstigen Auf- 



^_>44 Verhandlungen. ^r. ] ■) 

Schlussverhältnissen , welche in diesen Abschnitten der Randzone herr- 
schen, nicht mit gleicher Sicherheit aussprechen. Es ist aber im 
höchsten Grade wahrscheinlich , dass dieselben als Querverwerfungen 
aufzufassen sind, und es ist klar, dass in diesem Falle das plötzliche 
Ausgehen der kohlenführenden Schichten Süd von Loka zum Theile 
auf tektonische Vorgänge zurückzufahren wäre. 

Von den beiden kurzen Längsstörungen, die in der Westumrandung 
der Tertiärbucht zu beobachten sind , haben wir die eine , an welcher 
Ost von Krizic'nik Nunimulitenkalk und marine Mergel aneinanderstossen, 
schon oben besprochen. Die zweite, südlicher gelegene Dislocation, welche 
wir als den Bruch von Bad Neuhaus bezeichnen wollen , bedarf 
jedoch noch einer Erläuterung. Sie erweckt in zweifacher Hinsicht 
ein besonderes Interesse; erstens war diese Störung die Ursache, 
dass die wahre stratigraphische Stellung der Nulliporenkalke von Neu- 
haus so lange verkannt wurde , und zweitens bietet dieselbe einen 
Anhaltspunkt, den Ursprung der Therme von Neuhaus auf eine be- 
stimmte tektonische Linie zu beziehen. 

Bekanntlich hat Morlot die austernführenden Nulliporenkalke 
von Bad Nenhaus mit dem Leithakalk des Wiener Beckens und 
Mittelsteiermarks parallelisirt , da sie nach seinen Beobachtungen im 
Hangenden der Sotzka-Schichten auftreten. Rolle gab zu. dass 
diese Nulliporenkalke jünger sein mögen , als die Sotzka-Schichten, 
trug aber Bedenken , sie den neogenen Gebilden des Wiener Beckens 
anzuschliessen, da es ihm nicht gelang, in denselben eine Schalthier- 
art aufzufinden, die sich mit einer solchen des echten Leithakalkes 
hätte identificiren lassen. Gelegentlich der Beschreibung von Ostrea 
crassicostata Soiv. aus den Nulliporenkalken von Neuhaus (vgl. ob. Citat) 
kommt Rolle nochmals auf die Lagerungsverhältnisse dieser Kalke zu 
sprechen und sagt ausdrücklich, dass die austernführenden Gesteins- 
bänke unmittelbar über jenen Sandsteinen liegen, welche die Pflanzen- 
reichen Mergelschiefer von Sotzka und Gutenegg be- 
decken. Diese Beobachtung ist nun allerdings vollkommen zutreffend, 
wie man sich in dem Graben, der dem Nordrande des Nulliporenkalk- 
riffes entlang zum Badehaus hinabzieht , sehr leicht überzeugen kann. 
Man sieht hier in einem am Bergesrande liegenden Wegeinschnitt 
bankförmig gegliederte Nulliporenkalke, die mit 35° in SSO verflachen, und 
unter diesen, dieselben scheinbar concordant unterlagernd, die dunkleren, 
vorwiegend aus Schalenzerreibsel bestehenden und durch Pectiniden 
charakterisirten Gesteinsbänke, welche in normalen Profilen das Hangende 
der Nulliporenkalke bilden. In der Tiefe des Grabens und an dem 
jenseits desselben sich erhebenden Hügel, dem sogenannten Rosenhügel, 
sind sodann die dünnschichtigen, grauen, gelbbraun verwitternden sandigen 
Mergel aufgeschlossen, welche die Mitte der Klanzberger Bucht erfüllen; 
sie sind längs des Fahrweges , der vom Waschhaus der Badeanstalt 
auf den Rosenhügel hinaufführt, auf eine grössere Erstreckuug hin 
angeschnitten und verflachen daselbst mit 30 — 40° in SO, tauchen 
also ihrer Fallrichtung zufolge scheinbar unter die Bildungen des Becken- 
randes hinab. Die Nulliporenkalke erscheinen in diesem Durchschnitte 
thatsächlich als das jüngste Glied der Schichtfolge und als Hangendes 
eines Mergelcomplexes , der von Morlot noch unter den Begriff der 



Nr. 12 Bericht vom 30. September. F. Teller. 245 

Sotzka- Schichten subsumirt wurde. Unsere heutigen Erfahrungen 
führen jedoch zu einer wesentlich anderen Deutung dieses Profiles. 
Zunächst ergibt sich bei einer genaueren Untersuchung der Mergel- 
gebilde des Rosenhügels, dass dieselben Foraminiferen führende Lagen 
umschliessen , also dem oben geschilderten jüngeren marinen Niveau 
augehören , das im Hangenden der Sotzka-Schictaten folgt. Dem bei 
dem Kurliause mündenden Thaleinschnitte entlang stossen also die 
jüngsten Schichten der Beckenfüllung und die ältesten Gebilde der 
Beckenumrandung in einer geraden , ostwestlich streichenden Linie 
aneinander. Die jungen Mergelgebilde fallen von Nord her mit in- 
verser Schichtenstellung gegen die Contactlinie ein und auch im Süden 
dieser Linie beobachtet man eine völlige Umkehrung der normalen 
Lagerungsverhältnisse, indem hier die basisbildenden Nulliporenkalk- 
bänke auf dem nächst jüngeren Schichtgliede , den Pectiniden-Bänken, 
aufruhen. Man wird aus diesen Daten schliessen müssen, dass der 
genannte Thaleinschnitt mit einem scharfen Längsbruch zusammenfällt, 
an welchem eine Absenkung des Nordflügels und in Folge dessen 
eine bis zur localen Ueberkippung führende Stauung der Schichten des 
südlichen Bruchrandes stattgefunden hat. Was wir oben über die 
Fortdauer der Senkungserscheinungen in diesem Gebiete auch nach der 
Ablagerung der jüngeren Glieder des tertiären Schichtencomplexes 
gesagt haben, findet in den eben geschilderten Verhältnissen eine 
neuerliche Bestätigung. 

Die Bruchlinie von Bad Neuhaus scheint nach West in das ältere 
Gebirge fortzusetzen und mit der Ausbildung jener ostwestlich streichen- 
den Depression im Zusammenhange zu stehen , in welcher sich der 
Streifen von Sotzkaschichten Nord von Gorianc erhalten hat. Dass diese 
Bruchlinie ein weiteres Glied in der Reihe von ostwestlich verlaufenden 
Dislocationen darstellt, welche das tektonische Bild des geschilderten 
Terrainabschnittes beherrschen, wird aus der beigegebenen Kartenskizze 
hinlänglich klar. 

Es ist gewiss von Interesse, dass gerade an der Mündung der 
hier als Verwerfungskluft charakterisirten Thalfurche die Therme von 
Neuhaus ihren Ursprung nimmt. Dieselbe tritt am Grunde des grossen 
Badebassins im Curhause aus den foraminiferenführenden Mergelgebilden, 
die den Rosenhügel zusammensetzen, zu Tage, ohne dass man eine 
eigentliche, schärfer zu oricntirende Quellspalte beobachten könnte. 
Nach den vorstehenden Auseinandersetzungen über die geologischen 
Verhältnisse dieses Gebietes ist man berechtigt, den eigentlichen Quell- 
ursprung, oder richtiger die Bahn , auf welcher hier Kohlensäure und 
Thermalwasser zur Oberfläche gefuhrt wird, in jener ostwestlich strei- 
chenden Bruchspalte zu suchen, die, dem Thaleinschnitte West vom 
Curhause entlang, an der Grenze von Nulliporenkalk und Foraminiferen- 
mergel in die Tiefe setzt. 

Es mögen hier zur vollständigen Erläuterung unserer Kartenskizze 
noch einige Worte über die jüngsten Glieder der tertiären Schichtfolge 
des Gebietes Platz finden. Als solche erscheinen die bereits oben er- 
wähnten, häufig durch Beimengungen von Tuffmaterial ausgezeichneten 
Sandsteine und Conglomerate , welche sich Süd von Bad Neuhaus in 
der Umgebung von Doberna ausbreiten und die denselben aufgesetzten 



24G Verhandlungen. X]'. 12 

Kuppen von jüngeren, Nulliporen und Amphisteginen führenden Kalken. 
Die Zone der Sandsteine und Conglomerate lagert längs der mehr- 
erwähnten Bruchlinie St. Johann-Seile unmittelbar an dem triadischen 
Grundgebirge an. Dieser scharfe Bruchrand setzt nach Ost in das 
Tertiärgebiet hinein fort; in dem südlichsten Ausläufer des Rückens, 
der die Thalgebiete von Bad Neuhaus und Gutenegg scheidet, erscheint 
die Grenze zwischen Foraminiferenmergel und Sandstein noch durch 
diese tiefgreifende Längsstörung bestimmt. Erst im Osten des Thaies 
von Gutenegg stellen sich in dieser Zone normale Lagernngsverhältnisse 
ein, und hier bietet sich vielfach Gelegenheit, die Auflagerung der Sand- 
steine auf die Foraminiferenmergel zu beobachten. In dem Hügellande, 
Ost von der Hudina, erheben sich die Sandsteine als bewaldete Kuppen 
über das mit Weinculturen bestandene Verbreitungsgebiet der tieferen 
marinen Mergel. 

Ebenso klar ist das Verhältniss des jüngsten Gliedes unserer 
Seh ichtreihe, der Leithakalkbildungen , zu den tieferen Ablagerungen. 
Wie Ost von der Hudina der Sandstein über dem Foraminiferenmergel, 
so lagert bei Doberna der Leithakalk über dem Complex der Sand- 
steine. Diesen jüngsten Absätzen unseres Tertiärgebietes, die sich theils 
als reine dichte Nulliporenkalke, theils als rauhflächig verwitternde, mit 
den Schälchen von Amphisteginen erfüllte Kalksandsteine darstellen ; 
gehören die Ruinen tragenden Erhebungen des Buchlak (Schrottenegg) 
und der Schlangenburg, die Waldkuppen Nord von Srebotna, und endlich 
die schroffen Kalkgipfel an, welche bei Seile dem alten Gebirgsrand vor- 
liegen und von hier steil nach Prälska abdachen. Zwei kleine Erosions- 
relicte von Amphisteginen führendem Kalk liegen auf den waldigen 
Höhen zu beiden Seiten der Mündung des Thaies von Bad Neuhaus, das 
westliche noch im Bereiche der curörtlichen Promenadeanlagen nächst 
dem als „Abendruhe" bezeichneten Punkte; sie stellen gewissermassen 
die Verbindung auf der Linie Buchlak-Schlangenburg her und ver- 
vollständigen so die eigenthtimliche Erscheinung , dass sich die Zone 
der Leithakalkbildungen stets einen gleichmässigen Abstand von dem 
alten Gebirgsrande bewahrt. 

Die tertiäre Schichtenreihe unseres Gebietes beginnt also mit 
oligoeänen Meeresablagerungen, den Nummulitenkalken Nordwest von 
Neuhaus, die wir als ein Aequivalcnt der Schichten von Oberburg be- 
zeichnet haben, und schliesst mit Mergeln, Sandsteinen und Leithakalk- 
bildungen, welche bereits vielfache Analogien mit den Tertiärablage- 
rungen der mittleren Steiermark erkennen lassen. Das geschilderte 
Gebiet nimmt sonnt nicht nur seiner geographischen Lage nach, sondern 
auch in stratigraphischer Beziehung eine vermittelnde Stellung ein 
zwischen den Ablagerungen tertiärer Gebilde im äussersten Westen und 
jenen im Osten des Landes. Die genauere Präcisirung der Altersstellung 
einzelner Schichtgruppen, die hier vermisst werden dürfte, so insbesondere 
die Vergleichung der Schichten marinen Ursprunges an der Basis der 
Sotzkastufe mit verwandten Ablagerungen in anderen Gebieten, kann 
erst nach Untersuchung des paläontologischen Materiales Gegenstand 
der Erörterung werden. 



Nr. 12 Bericht vom 30. September. G. C. Laube. 247 

Literatur-Notizen. 

Gustav C. Laube. Geologie des böhmischen Erzgebirges. 
IT. Theil. Geologie des östlichen Erzgebirges oder des Gebirges zwischen 
Joachimsthal-Gottesgab und der Elbe. Mit 6 Landschaftsbildern, 
7 geologischen Durchschnitten, 5 Abbildungen im Text. Archiv der 
naturwissenschaftlichen Landesdurchforschung von Böhmen. VI. Band, 
Nr. 4. (Geologische Abtheilung.) Prag 1887. 

Der hohe Werth, der einer zusammenfassenden , auf Grund eigener langjähriger 
Beobachtungen zusammengestellten Monographie eines grösseren Gebirgstheiles innewohnt, 
lässt selbst die stark verspätete Anzeige von Laube's Geologie des östlichen Erz- 
gebirges an dieser Stelle noch als durchaus wünschenswerth erscheinen. "Wir müssen uns 
dabei darauf beschränken, aus der reichen Summe von geologischen Details, wie sie 
sich hier in knapper Form aneinander gereiht finden, etwelche loszulösen und vereint 
mit den wichtigeren, allgemeineren Sätzen zur Mittheilnng zu bringen. Dass der eben 
erwähnte Reichthum geologischer und petrographischer Details für die künftigen Studien 
in ähnlich gebauten, anderen krystallinischen Schiefergebieten , zumal unserer Sudeten, 
von massgebendem Werthe sein werde, dürfte ausser Zweifel stehen. 

Der in dem hier besprochenen zweiten, dem Schlussbande des ganzen Werkes — 
der erste Theil mit der Schilderung des westlichen Erzgebirges erschien 1876 ') — 
zur Darstellung gebrachte östliche Theil des Erzgebirges umfasst das Gebiet der Special- 
kartenblätter Joachimsthal, Sebastiansberg, Saaz-Komotau , Brüx-Teplitz , Bodenbach- 
Tetschen und Aussig-Leitmeritz und findet innerhalb derselben mit der Reichsgrenze 
und südwärts mit dem Laufe der Eger zwischen Schlackenwerth und Kaaden , resp. 
dem Rande der Braunkohlenmulde seine Begrenzung. Zum Behufe leichterer Ueber- 
sichtlichkeit hat der Verfasser dieses , beinahe 100 Kilometer lange Gebiet durch den 
Meridian von Komotau in zwei Theile zerlegt, deren Schilderung er getrennt vornimmt. 
Ist diese Theilung des östlichen Erzgebirges auch nicht gerade in dem geänderten oro- 
graphischen Habitus, dem geologischen Aufbaue begründet, so weiss uns Laube doch 
auch minder bedeutsame petrographische Unterschiede zu nennen, welche die Aufstellung 
dieser Unterabtheilungen vielleicht doch als tiefer begründet denn nur zum Zwecke der 
erleichterten Darstellung erscheinen lassen. Hauptsächlich als das Herrschgebiet des 
zweiglimmerigen Hauptgneisses nämlich ist das Gebirgsstück östlich von Komotau 
bezeichnet, in zweiter Linie durch das bedeutsame Auftreten des Porphyrs. Aber 
das zu schildernde Gebirge zerfällt , und zwar zunächst orograpbisch , noch in eine 
Reihe von kleineren Einzeltheilen, zwischen denen allerdings eine scharfe Abgrenzung 
oft nur schwer möglich ist und welche wohl auch geologisch kleine Unterschiede er- 
kennen lassen. Das Keilberggebirge, das Reischberggebirge im westlichen 
Theile, das Bernsteingebirge, das Kieselsteingebirge, das Porphyr- 
gebirge, das Graupen-Kulmergebirge und die krystallinische Insel im 
Elbethale sind, die fünf letzteren östlich von Komotau, diese äussersten Unterabtheilungen. 

Für diese sämmtlichen sieben Gruppen gibt Laube, indem er stets eine aus- 
führliche orographische Skizze voraussendet, eine, als Kartenerklärung gedachte 
und auch genau der Karte sich anschmiegende Erlätiterung der jeweiligen geologischen 
Verhältnisse. Das Referat muss es sich versagen, dem Verfasser auf diesem weit 
ausholendem Wege zu folgen und kann nur Einzelheiten von diesem eingehenden topo- 
graphischen Rundgange bieten, die obendrein vielleicht nur sehr nach subjectivem 
Ermessen ausgewählt scheinen mögen. Pag. 93 wird, indem von den Granuliten des 
Egerthales an der Südseite des Keilbergergebirges die Rede ist, die Disco rdanz 
zwischen Granulit und Gneiss hervorgehoben und es als wahrscheinlich ausgesprochen, 
dass an ihrer Grenze eine Bruchlinie hindurchgehe, an oder über welche die Gneisse 
hinübergeschoben seien. An der linken Thalseite des Joachimsthalergrundes finden sich 
bei Arletzgrün und Honnersgrün Eklogite und Zoisitamphibolite, die Jokely seinerzeit 
als Diorite, die gangförmig auftreten, bezeichnet hat, während Laube vielmehr theils 
eigentliche Lager, theils lenticulare Massen in ihnen erkannte (pag. 96). Auf der 
Nordseite des Keilberggebirges besitzt der dichte Gneiss, jene so sehr interessante, 
von den sächsischen Geologen in der letzteren Zeit speciell unterschiedene und studirte 
Gneissart, eine nicht unbeträchtliche Verbreitung, dieja zum Theil schon S a u e r gelegentlich 
der Kartirung des angrenzenden sächsischen Gebietes bekannt gemacht hat (in Weipert u 



') Vergl. die Anzeige an dieser Stelle. 1877, pag. 53. 
K. k. geolog. Eeichsanstalt. 188Ü. Nr. 12. Verbandinngen. 36 



248 Verhandlungen. J^ r j-> 

a.O.) pag. 1(18. — In der Reisehberggruppe gewinnt der dichte Gneiss erst recht seine Haupt- 
verbreitung (Pressnitz, Sonnenberg) derart, dass Laube denselben als Reisehberggneiss 
bezeichnet wissen möchte (pag. 151). — Die längs des Orpuserbaches verstreuten Blöcke 
conglomeratischen Sandsteines, die schon Jokely als Braunkohlensandsteine bezeichnete, 
werden als Ueberreste einer ehemaligen grösseren Braunkohlensandsteinablagerung an- 
gesprochen (pag. 129). Aus dem Umstände, dass gegen Pressnitz die Gneissgi immer- 
schiefer von allen Seiten einfallen, wird die schüsseiförmige Gestalt des Kessels, in 
dem die Stadt liegt, hergeleitet, während die breite, sanft gegen den Kamm ansteigende 
Hochfläche dem flachen Fallen der Schiefer von dieser Seite her entspricht (pag. 150). 
Laube, der gleich seinem Vorgänger Jokely den Spuren des einst so berühmt 
geweseneu Erzbergbaues aufmerksamen Auges folgt, spricht bezüglich des Verfalles 
dieses Bergbaues die Ansicht aus, dass der geologische Bau des Gebirges die Haupt- 
ursache gewesen ; indem die Silbererzgänge nur im Glimmerschiefergneiss aufsetzten, 
dieser aber wohl von grosser Flächenausdehnung, jedoch nur von geringer Mächtigkeit ist, 
konnten auch die Gänge keine besondere Teufe haben (pag. 159). Bei der Schilderung 
des Granitgebietes von Fleyh wird kervorg* hoben, dass die Gneisse an der Grenze 
desselben (z. B. bei Moldau) eine Auflichtung wahrnehmen lassen , ganz ebenso wie 
sie auch am benachbarten Porphyr (bei Niklasberg auf dem Hirschberg) aufgerichtet 
sind. Der Verfasser steht nicht an, hierin eine Ein wi rkung von E r up t i vgesteinen 
zu erblicken, „mag man auch heutzutage nicht mehr davon sprechen zu dürfen glauben, 
dass die Eruptivgesteine bei ihrem Durchbruch einen Seitendrnck und damit einen 
Einfluss auf die Schichtenstellung ihrer Umgebung ausübten" (pag. 194). Die Be- 
sprechung jener Braunkohlensandsteinpartien, die sich am Fusse des Wieselsteingebirges 
— Gegend von Ossegg — fortziehen , lässt den Verfasser zu dem Schlüsse gelangen, 
dass sich Andeutungen für eine Reihe von Canälen finden, durch welche die nord- 
böhmische Braunkohlenbildung mit der gleichalterigen norddeutschen über das 
beutige Erzgebirge hinüber in Verbinduog stand, so dass dieselbe eben nicht etwa 
blos der Oelfnung zwischen dem Lausitzer- und Isergebirge folgte. Der Umstand, 
dass auf dem Geierberge nördlich vom Jagdschlosse Lichtenwald im Schutze einer auf- 
gelagerten Basaltdecke sich eine Brauukohlensandsteinpartie erhalten hat in einem 
um 400 Meter höheren Niveau als jenes der weitaus meisten übrigen Partien . ver- 
anlasst Laube auf Verschiebungen in senkrechter Richtung hinzuweisen, die nach 
der Tertiärzeit hier stattgefunden haben (pag. 200). Ein genaues Augenmerk lässt 
der Verfasser durchwegs auch der Thalbildung im Erzgebirge zu Theil werden; 
von den vielfachen, in der Schilderung der einzelnen Gebirgsabschnitte mit enthaltenen 
diesbezüglichen Beispielen sei hier nur eines erwähnt. Der Seegrund an der Südseite 
des Porphyrgebirges — er beginnt als einer der längsten und landschaftlich schönsten 
Thalläufe unter dem grossen Lugstein — entspricht einer scharf ausgesprochenen Zick- 
zacklinie, indem süd westwärts gerichtete Tbeile mit solchen nach Südost abwechsern; 
südwestlich aber und südöstlich gehen auch, genauer nach Stunde 2 — 3, resp. 7—8. 
die Absonderungskliifte des Porphyrs, so dass hier also das Thal genau der Klül'tuug 
des Gesteines folgt. Die Tbäler zwischen Eichwald und Graupen folgen hinwiederum 
nur der ersten Richtung nach Stunde 2—3 (pag. 203, 207). Von hohem Interesse sind 
die Ausführungen über jene inselartig im Elbethale zwischen Mittel- und Ober- 
grund auftretenden krystalliuischen Gesteine , die von der Hauptmasse desselben 
bereits auf eine Strecke von Quadersandsteinen getrennt sind. Es liegen diese Gesteine 
im Streichen des Erzgebirges, wohin sie auch ihre petrographische Natur weist. Nur 
der mit vergesellschaftete Granit, an den sich die Schiefer lehnen, ist ganz von 
dem des Erzgebirges verschieden und gleicht vielmehr jenem, der in der Gegend 
von Dresden und von hier gegen die Lausitz auftritt. Laube ist geneigt, diesen 
Granitstreif bereits dem Lausitzergebirge zuzuzählen, während die Fortsetzung 
jener eben genannten phyllitischen Schiefer vielmehr jenseits des Quadergebirges , im 
Süden und Südwesten des Lausitzergebirges zu suchen wäre, d. i. in jenem Gebirgs- 
zuge, der mit dem Jeschkenrücken beginnt und am Südrande des Riesengebirges fort- 
zieht , so dieses von dem petrographisch verschiedenen Erzgebirge trennend. Dass 
diese phyllitischen Schiefer von Tschirte in der That eine Grenzlinie für das 
Erzgebirge in jeder, in geologischer wie in orograpbischer Hiasicht abgeben, ersieht 
man auch aus den Niveauverhältnissen: hier im Elbethal kann bereits eine 250 bis 
270 Meter mächtige Quaderdecke auf dem continuirlich abfallenden krystallinischen 
Grundgebirge liegen, während nur etwas weiter westwärts eine nur 100 Meter mächtige 
Decke Gneiss überlagern kann (pag. 250). 

Nur als eine unvollständige Auswahl neuer und wichtiger Beobachtungen aus 
dem reichen Vorrathe an solchen, wie ihn uns Laube's Buch zur Verfügung stellt, 



Nr. 12 



Bericht vom 30. September. Gr. C. Laube. 



249 



ist die oben gegebene Aneinanderreihung zu betrachten. Nach zwei Richtungen hin 
aber hat es sich das Eeferat bisher versagt, etwelche Beobachtungen Lau b e's heraus- 
zugreifen , nach zwei Richtungen , die allerdings die zwei Hauptfragen in der Erz- 
gebirgsgeologie betreffen, hinsichtlich der E intheilung der kr y st all inis chen 
Schiefer nämlich und der Tektonik des Erzgebirges. Auf diese beiden Momente 
sei es gestattet, schliesslich noch in Kürze zurückzukommen, wie auch in dem ange- 
zeigten Buche diese Fragen in einer „kurzen Zusammenfassung" (pag. 251 — 259) 
auf Grund der vielen, auf den vorhergehenden dritthalbhundert Quartseiten enthaltenen 
Detailbeobachtungen kurz durchgesprochen werden. Ausser der letzterwähnten kleinen 
Phyllitpartie im äussersten Osten des östlichen Erzgebirges betheiligen sich Glimmer- 
schiefer (zumal im Westen), Gneisse (zumal im Osten) und Granulite am Aufbau des 
Gebirges. Innerhalb dieser Hauptglieder lassen sich die folgenden Unterabtheilungen, 
und zwar von oben nach unten verfolgen : 

Lichter (Muskowit-) Glimmerschiefer. 

Quarziger Glimmerschiefer, Augenglimmerschiefer. 

Glimmerschiefer, zweiglimmeriger Glimmerschiefer (Joachims- 

thaler, Fahlband-, Scapolithschiefer). 
Gneissglimmerschiefer , graphitoidischer Gneissglimmer- . T f , . . 

schiefer, Muskowit gneisseinlagen. 
Gneissglimmerschiefer mit zunehmendem Feldspathgehalt 

(oberer schuppigschieferiger Gneiss in Sachsen). 
Einlagerungen: Zoisitamphibolit, Dolomit, körniger Kalk- 
stein, Malakolithschiefer. 
Tafelgneiss, normaler Muskowitgneiss, flaseriger und Augen- •» 

muskowitgneiss. I 

Glimmerreicher Muskowitgneiss (Granatglimmerfels). ) 

Einlagerungen : Magnetitführendes Granatactinolithgestein, | 

Serpentin. ) 

Glimmerschiefergneiss (unterer schuppig-schieferiger Gneiss "I III. Glimmerschi efer- 

in Sachsen). \ gneiss und dichter 

Einlagerungen : Muskowitgneiss , Zoisitamphibolit , Eklogit. ) 
Körnigflaseriger Hauptgneiss. 
Flasergneiss und Augengneiss. 
Grossflaseriger Gneiss. 
Granitgneiss. 
Einlagerungen : Muskowitgneiss , Amphibolgneiss , körniger 

Kalkstein. 



immer schief er. 



II. Muskowitgneiss. 



Gneiss. 



IV. Hauptgneiss 
(Zweiglimmergneiss). 



Granulitgneiss. 
Granulit. 



J 



V. Granulit. 



Hält man die hier gegebene Aufzählung der altersverschiedenen Gruppen 
innerhalb des krystallinischen Schiefercomplexes zusammen mit den Ausführungen, die 
der Verfasser zu Beginn seines Buches , in d essen ersten Theile : Petrographie 
des östlichen Erzgebirges (pag. 5 — 88) gibt, sowie mit jenen Bemerkungen, die 
er in dessen zweiten, dem Haupttheile: Geologische Beschreibung des öst- 
lichen Erzgebirges (pag. 89 — 250) an so vielen Punkten einflicht, so ergibt sich 
der Hauptunterschied zwischen der neuen , durch Laube uns gelehrten Geologie des 
östlichen Erzgebirges und jener älteren Auffassung, wie sie die Karten der k. k. geo- 
logischen Reichsanstalt, resp. jene J oh. Jokely's zur Darstellung bringen. Der Haupt- 
unterschied in der A uf f assu n g, so sagten wir; denn hinsichtlich fast aller anderer 
Fragen der geologischen Kartirung im Grossen, wie sogar für die kleinsten und unter- 
geordnetsten Vorkommnisse und hinsichtlich der Deutung tektonischer Verhältnisse kann 
Laube nicht anders, als mit seinem Vorgänger übereinstimmen und an mehr als einer 
Stelle äussert sich der Verfasser in ähnlicher Weise, wie gelegentlich der Auseinander- 
setzung über den zinnstein führenden Greisen von Zinnwald (pag. 222). „Wie schon so 
oft in diesem Buche des Geologen Johann J o k e 1 y in der anerkennendsten und 
ehrendsten Weise gedacht werden konnte, so muss auch hier wieder besonders hervor- 
gehoben werden, wie er bei aller Würdigung der benützten Quellen deren Angaben mit 
Reserve aufgenommen hat." Und was nun diesen einen Hauptunterschied in der Auf- 
fassung Jokely's und Laub e's betrifft, so scheint wohl auch dieser in erster Linie 
durch den Fortschritt unseres Wissens in anderen, ähnlich zusammengesetzten Gebieten 



2nO Verhandlungen. J^ r# J2 

bedingt. Denn man darf nicht vergessen, dass zur Zeit, da Jokely die Kartirung 
des Erzgebirges durchführte, d. i. um die Mitte der Fünfziger-Jahre, die gesammte 
geologische Welt unter dem Eindrucke jener Lehre stand, die mit der Bezeichnung des 
„grauen Gneisses" tvnd des „rothen Gneisses" die Haupteintheilung des Gneissgebietes 
in zwei wesentlich von einander verschiedene Gruppen erblickte. Und indem diese 
Lehre obendrein im Erzgebirge selbst, allerdings in dessen sächsischem Antheile auf- 
gekommen und begründet worden war, was war da naturgemässer, als dass Jokely 
auch für den böhmischen Antheil des Erzgebirges sich an dieses Eintheilungsprincip, 
das er auf Grund seiner Beobachtungen auch ausbaute, hielt und dass dasselbe auch 
bei der späteren Kartirung anderer böhmischer , mährischer und schlesischer Gnei>s- 
gebiete massgebend blieb? Indem hier zunächst von jenem Momente der genetischen 
Deutung, welches Jokely bei seiner Eintheilung mitspielen liess, indem er dem rothen 
Gneiss eine eruptive Entstehungsweise zuschrieb, abgesehen sei, möge blos das petro- 
graphische Moment zur Sprache kommen; Jokely bezeichnet als charakteristisch für 
den grauen Gneiss neben anderen Merkmalen den ausschliesslichen Biotitgehalt, während 
der rothe sowohl diesen wie Muskowit führt, so dass der rothe Gneiss Jokely's und 
nach ihm vieler unserer Geologen, wie Lipoid, Stäche u. A. nicht gleichbedeutend 
ist mit jenem M. Müller's in Freiberg, als nur muskowitführendem Gneiss, sondern 
auch noch dessen „amphoteren Gneiss" mit umfasste. Und wenn Laube heute, im 
t heilweisen Anschlüsse an die sächsischen Geologen, seinen Hauptgneiss als Zwei- 
glimmergn eiss bezeichnet und seinen Muskowitgneiss als die zweite Hauptgruppe 
aufstellt, so ist damit eines der Merkmale, das auch für Jokely massgebend, aller- 
dings schon in zweiter und dritter Linie massgebend war, jenes des jeweiligen Glimmer- 
gehaltes , zur Gliederung benutzt. Folgerichtig müsste nun Jokely's rother Gneiss 
(beide glimmerführend) sich decken mit Laube's Hauptgneiss, während für Jokely'-; 
grauen Gneiss bei Laube kein Analogon erscheint, dieser vielmehr nachweist, dass 
nur Bi o titführende Gneisse überhaupt dem Erzgebirge so gut wie fremd sind 
(vergl. pag. 63), was Naumann und Müller als rothen Gneiss bezeichneten, 
hingegen (Laube's) Muskowitgneiss sei. Wie man sieht, war es noth wendig, aus 
dieser Verwirrung durch den vollkommenen Verzicht auf Jokely's Eintheilung 
und Bezeichnungen loszukommen, und dies um so mehr, als derselbe das heute 
benützte Eintheilungsmoment gegen andere, zumal das genetische zurücktreten liess, 
so dass nicht selten als graner ein Gneiss erscheint, der deutlich beide Glimmer 
führt und umgekehrt. Was endlich die behauptete eruptive Natur des rothen Gneisses 
betrifft, so ist diese Anschauung zurückzuführen auf die mitten im Gebiete des zwei- 
glimmerigen Hauptgneisses des öfteren auftretenden Linsen von Muskowitgneiss , die 
(vergl. die Figur auf pag. 44) ganz wohl oft gangartig scheinen. Muskowitgneiss erscheint 
dann bei Laube als Einlagerung auch in den beiden anderen Hauptgruppen. 

Bezüglich der rein petrographischen Details kann ich wohl für die Gneisse wie 
für die überhaupt vertretenen Gesteine auf das Buch selbst verweisen; auch dem, der 
sich lediglich für die Petrographie des östlichen Erzgebirges interessirt , wird das 
Buch Neues bringen, ich erinnere nur daran, was Laube von der pechsteinartigen 
Entwicklung des Porphyrs von Niklasberg sagt (pag. 12). 

Sollen wir schliesslich noch etwas von den Ausführungen Laube's über die 
Tektonik des östlichen Erzgebirges sagen, so verweisen wir zumal auf diejenigen, 
welche sich auf den verschiedenen Bau der Nord- und der Südseite des östlichen 
Erzgebirges beziehen. Während an der Nordseite die Lagerung der krystallinischen 
Schiefer — (gleich wie im westlichen Erzgebirge überwiegen ostwärts im Allgemeinen 
immer ältere Bildungen) — im Allgemeinen flach westlich oder nordwestlich geneigt 
ist und nur kleine locale Störungen im Spiele sind, bezeichnet die Südseite eine weit 
verfolgbare grosse Antiklinale, die an einer Stelle (Grenze des Keilberg- und Beisch- 
bergmassivs) sogar zu einer Doppelfalte sich gestaltet. Je weiter die Antiklinale gegen 
Ost verfolgt wird, um so mehr treten die einzelnen Abtheilungen der krystallinischen 
Schiefer in dieselbe ein (vgl. pag. 143 u. a. 0.). Und indem diese auffällige Faltung 
des Südrandes da verschwindet, wo die südlich vorgelagerte Granulitscholle des Eger- 
thales ihr Ende erreicht, ist Laube geneigt, in dem Vorhandensein dieses letzteren 
die Ursache jener Faltung zu erblicken, indem an ihr als Widerlager die krystallinischen 
Schiefer gestaucht und darum aufgefaltet wurden. Jedenfalls erweist sich die Granulit- 
partie im Egerthale als wesentlich verschieden von dem grossen Granulitgebiete des 
sächsischen Erzgebirges. Neben dieser weit verfolgbaren Antiklinale am Südrande geht 
Hand in Hand ein zweites tektonisches Moment, jener Bruch, an dem der Südflügel 
des Erzgebirges abgesunken ist und der den Bau jener Antiklinale mannigfach beeinflusst. 



J^r. 12 Bericht vom 30. September. C. Vrba. 251 

In diesen beiden letzten Punkten — hinsichtlich Gliederung der Gneisse nnd 
wenigstens theilweise, bezüglich der Tektonik — unterscheidet sich Laube's Auf- 
fassung von jener Jokely's, während sie sich hinsichtlich des ersten Momentes ziem- 
lieb deckt mit jener der sächsischen Landesgeologen für die benachbarten Gebiets- 
antheile. Nur in einem Punkte möchte Laube mit diesen nicht gänzlich überein- 
stimmen , in der, wie Laube meint, zu weit gehenden Ausscheidung von Unter- 
abtheilungen innerhalb der kry.stallinischen Schiefer, einer Ausscheidung, die, wie in 
einem Waldgebiete nicht zu umgehen , oft nur nach Lesesteinen vorgenommen werden 
kann. Hierüber äussert sich der Verfasser ausser an etlichen Stellen im Texte aus- 
führlicher auch in dem Vorworte seines Buches. 

Dass dieses Buch überhaupt geschrieben wurde , dafür wird die Wissenschaft 
Herrn Prof. Laube stets zu Dank verpflichtet sein, ob man es nun wegen seiner 
eigenen Beobachtungen und Studien oder ob man es als zusammenfassende Schilderung eines 
Gebietes schätzen mag, das seit alten Zeiten den Geologen angezogen und gefesselt hat. 

C. v. C. 

C. Vrba. Mineralogische Notizen. IV. Zeitsch r. f. K rystallo- 
graphie etc. B. XV, 2. u. 3. H. 1889, S. 194—212, Tafel VI. 

Bertrandit von Pisek. Bekanntlich hat R. Scharizer den von ihm im 
Piseker Pegmatit gefundenen Bertrandit als monosymmetrisch aufgefasst. ') Vrba 
kehrt auf Grundlage seiner Beobachtung zur Annahme des rhombischen Systems für 
diese Substanz zurück, aeeeptirt die Orientirung von V. Goldschmidt 2 ), verkürzt 
aber die a - Axe auf 3 ,' 4 und die e - Axe auf 1 j t , um die Aehnlichkeit mit dem 
Hemimorphit ersichtlich zu machen. Das Axenverhältniss lautet so: a : b : c = 
= 0'7191 : 1 : 0'4206. Es erhalten nun die Formen des Bertrandit nach den verschie- 
denen Aufstellungen folgende Symbole : 



Bertrand, DesCloizeaux 
Penfield 


Goldschmidt 


Vrba 


Scharizer 


A 1 (100) 


a (100) 


a (100) 


b (010) 


h* (310) 


Ä(301) 


h (901) 


z (130) 


m (110) 


9 (101) 


9 (301) 


m (110) 


9* (130) 


/ (103) 


/ (101) 


9 (310) 


9 l (010) 


c (001) 


c (001) 


a (100) 


e'/3 (031) 


d (013) 


d (043) 


e (301) 


- (021) 


- (012) 


1 (021) 


i (201) 


e 1 (011) 


e (011) 


e (041) 


e (101) 


- (049) 


— (094) 


i (091) 


- (409) 


p (001) 


b (010) 


b (010) 


e (001) 



Aus der Tabelle gehen die von den einzelnen Beobachtern und von Gold- 
schmidt vorgenommenen Veränderungen in der Aufstellung von selbst hervor. Die 
Form i (091) ist als sehr schmale Abstumpfung von Vrba neu aufgefunden worden. 
Dieser Tabelle ist eine solche der beobachteten und berechneten Winkelwerthe bei- 
gegeben. 

Das speeifische Gewicht wurde mit 2'5986 ermittelt. Als vollkommene Spalt- 
richtungen ergaben sich nach g (301), nach c (001), hingegen konnte die nach b (010) 
nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden , obschon der Perlmutterglanz auf b (010) 
für eine solche zu sprechen scheint. 

Die Untersuchung des optischen Verhaltens führte zur Bestätigung des bereits 
Bekannten. 

K. Preis hat folgende Zusammensetzung des Piseker Bertrandit ermittelt- 
et O., = 49-90°/o. Be ° = 42-62°/ , H.,0 = 7-94%, zusammen = 100'46. Ausserdem 
sind Spuren von Fe., 3 und AI., 3 vorhanden. Erst beim Glühen vor dem Gebläse 
geht alles Wasser weg. 

Tantalit von Pisek. An einigen Handstücken fanden sich im Feldspath, 
Quarz und Glimmer eingewachsen, auf ersterem auch aufgewachsen, winzige, schwarz- 
metallglänzende Kryställchen , die Verfasser anfänglich für Titaneisen hielt. Da die 
aufgefundenen Mengen für chemische Untersuchungen und Bestimmungen des specilischen 



') Diese Verhandlungen. 1887. S. 350. Zeitschr. f. Krystallographie. 1888, B. 14. 
S. 33—42. Kurzes Ref. über letztere Arbeit in diesen Verhandl. 1888, S. 186. 
2 ) Index. B. 1 , S. 295 u. f. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 12. Verhandlungen. 37 



252 Verhandlungen. Jf r _ \2 

Gewichtes zu gering waren, musste aus den ermittelten Winkelwerthen auf die Substanz 
geschlossen werden. In einer Tabelle sind diese angeführt und mit den aus Norde n- 
skiöld's Axenverhältniss für Tantalit gerechneten, ferner mit solchen für Columbit 
berechneten, verglichen. Aus diesem Vergleiche geht die gute Uebereinstimmung mit 
Tantalit hervor. Es wurden folgende Formen beobachtet: a (100), r (490), b (010), 
tn (011), r (611), d (311), v (322), w (344) und o (133), wovon y, d, ir und o für Tantalit 
neu sind. 

Monazit von Pisek. In den in den Sommermonaten 1883 gewonnenen 
Beryllen, seltener auch im Feldspath, finden sich kleinere und grössere Körner, manch- 
mal deutlich ausgebildete Krystalle von gelblichbrauner Farbe, die sich schon beim 
blossen Anblick als Monazit erkennen Hessen , indem sie stets die gewöhnlichste 
Combination der russischen und norwegischen Monazite entwickelt zeigen. Einzelne 
Krystalle erreichen ansehnliche Dimensionen , so ein Exemplar 12 Millimeter Breite, 
8 Millimeter Höhe und 4 Millimeter Dicke. Durch approximative Messungen sind folgende 
Formen nachgewiesen: a (100), m (HO). «-(101), x (101) und e (011). Auch wurde der 
Axenwinkel bestimmt. 

Xenotim von Pisek. Derselbe ist mitunter mit Monazit verwachsen, die 
Krystalle sind verdrückt und rauh, immerhin konnten durch approximative Messungen 
die Formen s (111), m (110) und "(311) nachgewiesen werden. In chemischer Hinsicht 
musste wegen Materialmangel der Phosphorsäurenachweis genügen. 

Pharmakosiderit und Symplesit von Pisek. Auf den Halden wurden 
Gesteinsstücke früherer Abbauperioden gewonnen, die ein grobkörniges Gemenge von 
Feldspath und Quarz darstellen und in denen in wechselnder Menge Glimmernester 
vorkommen. Der eingesprengte Arsenkies ist bröcklig und zerreiblich , das Gestein von 
Klüften durchzogen, in denen sich secundäre Bildungen abgelagert haben. Eine solche 
Ablagerung von rothbrauner Farbe ist höchst wahrscheinlich Delvauxit ; eine andere, 
colophoniumbraune, durchscheinende Masse dürfte dem Pittizit nahestehen. 

Der Pharmakosiderit bildet kleine, höchstens 1 Millimeter Kantenlänge messende, 
entweder einzeln sitzende oder gruppen- und drusenweise verwachsene Würfel von 
grau- bis gelblichgrüner, auch röthlichgelber und bräunlicher Farbe. Bei der Untersuchung 
vor dem Löthrohr geben die Kryställchen die Reactionen des genannten Minerals. 

Der Symplesit findet sich theils neben Pharmakosiderit oder gesondert in anderen 
Hohlräumen, häufig unmittelbar auf zersetztem Arsenkies aufgewachsen, was sich vom 
Pharmakosiderit nie beobachten Hess. Auf Kluftflächen des Feldspath bildet er wawellit- 
aitige Aggregate. Die traubigen, nierenförmigen oder knospigen Gestalten haben blau- 
grüne Farbe und sehr schwachen Glanz. Im Bruch bemerkt man radial angeordnete 
höchst feine Krystallnadeln. 

Redruthit von Joachimsthal. Der Kupferglanz fand sich in Joachimsthal 
öfters derb, krystallisirt nur das erstemal, und zwar in kleinen Hohlräumen in Arsen, 
das 1885 am Hildebrandgang einbrach. Das Arsen enthält auch feine Partikel 
gediegenen Silbers, auf die der erhebliche Silbergehalt der Stufen zurückzuführen ist, 
dieser war Veranlassung, die Kupferglanzkryställchen für Stephanit zu halten. 

Die Redruthitkryställchen sind durchwegs Zwillinge und Drillinge nach der 
Säulenfläche , sie werden von winzigen Braunspathrhomboedern begleitet. Nach den 
vorgenommenen Messungen sind folgende Formen vorhanden : c (001), e (012), d (021), 
b (010), • (113), v (112), p (111), m (] 10), a (100), n (230) und x (130). 

0. Rosam hat in nur sehr wenigem reinen Material 79° Kupfer bestimmt. 

(Foul Ion.) 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in "Wien, Eothenthurmstr. 15. 



Druck von Gottlieb Giatel & Comp, in Wien. 




X" 13. Mm^mm^M 1889. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Bericht vom 31. October 1889. 

Inhalt: Todes-Anzeigen. — Eingesendete Mittheilungen: R. Hoernes. Zur 
Geologie Untersteiermarks. III. — Reise- ßeri ehte : C. v. Camerlander. Reisebericht 
aus dem Gebiete des mährischen Hohe Haide-Hirsehkammzuges. — Gejza Bukowski. Reise- 
bericht aus der Gegend von Römerstadt. — Literatur-Notizen: Baron A. de Z igno. 
Dr. A. Fric. J. Kusta. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Mittheilnngen verantwortlich. 

Todes-Anzeigen. 

Am Samstag den 7. September 1889 ist der k. k. Berghauptmann 
für das Königreich Böhmen, Herr Johann L h o t s k y, in voller Mannes- 
kraft unerwartet zu Halle an der Saale im 53. Lebensjahre an Gehirn- 
lähmung verschieden. 

Wir schieden erst vor Kurzem von ihm, als er nach Prag über- 
siedelnd seine neue verantwortungsvolle Stelle einzunehmen im Begriffe 
war und es begleiteten ihn unsere herzlichsten Wünsche auf Erfolg 
und Wohlergehen dahin. 

Er war ein nie fehlender, gerne gesehener Gast in unseren 
Sitzungen und es erregten in ihm, dein eifrigen Sammler von Mineralien, 
jene Vorträge stets ein sichtliches lebhaftes Interesse, die über Mineralien- 
Vorkommen berichteten. 

Durch die Uebersiedlung nach Prag hatten wir unseren liebens- 
würdigen Gast verloren. Nunmehr hat der frühzeitige Tod ihn seiner 
Thätigkeit, seinen vielen Verehrern und seiner trauernden Familie 
entrissen. 

Ruhe seiner Asche! 



Die Trauerbotschaft, Seine Excellenz Karl Freiherr von 
Czoernig von Czoernhausen sei am 5. October 1889 nach 
längerem Leiden im 86. Lebensjahre in Görz verschieden , hat selbst- 
verständlich in allen Kreisen der Gesellschaft das aufrichtigste Bedauern 
erregt. War doch der Verschiedene nicht nur als hochverdienter und 
ausgezeichneter Regierungsmann bekannt , sondern auch als Mann der 
Wissenschaft — als Gründer der österreichischen Statistik hoch geachtet 
und verehrt. 

Die k. k. geologische Reichsanstalt hat hohe Veranlassung, den 
Verlust eines ihrer verehrtesten Freunde und zur Förderung ihrer 
Interessen stets bereitetsten Gönners zu betrauern. 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 188'J. Nr. 13. Verhandlungen. 38 



254 Verhandlungen. N r . \% 

Es mag genügen zu erwähnen, dass das Museum unserer Anstalt 
dem Verstorbenen eine möglichst vollständige, reich zusammengestellte 
.Sammlung der lebenden Mollusken des adriatischen Meeres verdankt, 
welche ein bleibendes Zeichen seines Wohlwollens und tiefen Verständ- 
nisses für unsere Aufgaben, bei uns die Erinnerung an sein segens- 
reiches Wirken zu erhalten im hohen Grade geeignet ist. 

Wir wollen in unseren Herzen ein dankbares Andenken dem 
wohlthätigen Gönner unserer Anstalt stets bewahren! 



Am Samstag den 12. October 1889, nach kurzem Leiden, ist der 
akademische Maler und Lithograph Herr Rudolf Schön n im 67. Lebens- 
jahre verstorben. 

Wer immer jene Druckschriften unserer Anstalt, welche mit 
lithographischen Tafeln illustrirt erscheinen, durchblättert, dem werden 
die Tafeln, die Schönn litbographirt hat, vor allem durch AVeichheit 
und Genauigkeit der Ausführung bestens auffallen. Seit der Gründung 
unserer Anstalt, also seit mehr als 40 Jahren, hatte Schönn die 
schwierigsten Illustrationen, namentlich anfangs der 50er Jahre, für 
das Werk von Dr. Moritz Hörnes über die Mollusken des tertiären 
Wiener Beckens und seither für alle unsere publicirenden Paläontologen 
auszuführen — und wenn in der wissenschaftlichen Welt die Wohl- 
meinung herrscht, dass unsere Illustrationen sich den besten derartigen 
Illustrationen anreihen können, so ist ein Theil dieses Verdienstes dem 
Eifer, der unendlichen Mühe und Ausdauer des Verstorbenen zu 
verdanken. 

Seine Leistungen werden sein Andenken stets lebend erhalten ! 



Eingesendete Mittheilungen. 

R. Hoernes: Zur Geologie Unterst ei er marks. III. Die 
Faciesverhältnisse der ersten Mediterranstufe in der Umgebung von 
Rohitsch-Sauerbruun. 

lieber den durch Versteinerungen wohl charakterisirten aquitanischen 
Ablagerungen, welche in einer früheren Mittheilung besprochen wurden, 
folgen die Ablagerungen der ersten Mediterranstufe in sehr wechselnder 
Ausbildung. Sie danken dieselbe erstlich dem Einfluss der verschiedenen 
Tiefe des Meeres, in welchem sie theils als gröbere Sedimente der Seicht- 
see, theils als feinere des tieferen Wassers zum Absatz gekommen sind; 
sodann aber auch dem mehr oder minder grossen Antheil, welchen 
eruptives Material an der Zusammensetzung der Schichtcomplexe nimmt. 
Es sind theils Eruptivgesteine selbst, welche als einstige Lavaströme 
den sedimentären Schichten eingeschaltet sind, theils tuftige Sedimente, 
bei deren Ablagerung das Wasser des mioeänen Meeres mitgewirkt hat 
und welche dementsprechend zahlreiche marine Versteinerungen enthalten. 

Eruptivgesteine selbst treten in der in Rede stehenden Gegend an 
mehreren Punkten auf. Erstlich findet sich ein grünes traehytisehes Ge- 
stein , welches von Stur als Quarztrachyt , von Peters als Andesit, 
vonHatle als Hornblendc-Andesit bezeichnet wurde, in einem meilen- 
langen Zuge am Südfusse des Plesivcc. Am besten aufgeschlossen ist 



Nr. 13 Bericht vom 31. Octoljer. R. Hoernes. 255 

sein Vorkommen im Cerovec-Graben, über welchen Stur in der Geologie 
der Steiermark pag. 642 ein Profil gibt, welches den „Quarztrachyt" 
als eine Gangmasse darstellt, die die Sotzkaschichten in ihren Lagerungs- 
verhältnissen gestört und theilweise metamorphosirt hätte. Peters 
sagt über das Vorkommen von Cerovec: „Dieses Eruptivgestein, ein 
sogenannter Andesit, von dem man das schöne Bild eines quarzlosen 
Krystallgemenges aus grünen und farblosen Substanzen kaum erwartet, 
das Dünnschliffe unter dem Mikroskope geben, steht zu den Mineral- 
quellen in genetischer Beziehung. So wie es selbst in einer, dem Ge- 
birge gleichlaufenden Spalte empor kam , so bilden auch die Sauer- 
quellen in einiger Entfernung südwärts eine Parallelreihe." J ) Auch nach 
Stur ist dieses Eruptivgestein von Bedeutung für die hydrologischen 
Verhältnisse der Gegend. Er sagt: „Aus dem Wotschberge und dem 
Plesivec, die eine ansehnliche Wassermenge von der Atmosphäre empfangen 
und aufsaugen , kann wohl kaum ein Tropfen zu den Säuerlingen un- 
mittelbar gelangen , denn der Quarztrachyt bildet einen undurchdring- 
lichen Wall vor dem Wotschgebirge, durch welchen hindurch das unter- 
irdische Abfliessen des Quellwassers in der Richtung nach S. unmöglich 
ist." 2 ) Diese Meinung wurde auch vonHoefer angenommen, wie aus 
dessen Ausführungen über den Schutzrayon der Rohitscher Quellen in 
der 1876 von Dr. J. Glax veröffentlichten Schrift „Rohitsch-Sauerbrunn 
während der Saison 1875" hervorgeht. Alle Genannten gehen von der 
Voraussetzung aus, dass der Andesit längs einer dem Gebirge parallel 
laufenden Spalte emporgestiegen sei, während es sich, wie ich an einer 
weiteren Mittheilung ausführlicher darzulegen haben werde, um eine 
den sedimentären Schichten deckenförmig eingeschaltete Eruptivmasse 
handelt, welche ihre steile Stellung ebenso der späteren Aufrichtung 
durch die Gebirgsbildung dankt, wie die begleitenden tertiären Schiefer- 
thone. Die Steilstellung der tertiären Schichten ist hier durch die Donati- 
Bruchlinie verursacht. 

Zwei andere Stellen, an welchen Eruptivgestein in der Gegend 
von Rohitsch auftritt, sind in der topographischen Skizze ersichtlich, 
welche pag. 1 93 dieser Verhandlungen gegeben wurde, es sind die Augit- 
Andesit- Vorkommen vom Kamjekberge bei Videna und von Terlitschno 
bei St. Rochus. Ersteres Gestein ist bereits durch Dräsche und Hatle 
untersucht worden, von letzterem bemerkt Hatle: „ Nach v. Zollikofer 
kommen ähnliche Gesteine, wie ich sie bisher beschrieben habe, unter- 
halb der Kirche von St. Rochus , an der Strasse von Rohitsch nach 
Krapina und noch an mehreren Orten in Croatien vor. Obschon ich 
den ganzen Berg, auf dem die Kirche von St. Rochus steht, abging, 
konnte ich kein solches Gestein finden; wohl aber ein licht grünlich- 
graues, tuffartiges Gestein, das kleine grüne Flecken enthält und sich 
mit dem Messer ritzen lässt." J ) Ich bemerke deshalb, dass Augit-Andesit 
hier SO. von St. Rochus nächst Terlitschno in einem Steinbruche auf- 
geschlossen ist, der gegenwärtig Material zur Strassenbeschotterung 
liefert. Auch diese Vorkommnisse von Videna und Terlitschno sind wohl 



J ) Graz, Geschichte und Topographie der Stadt und ihrer Umgehung. 1875, pag. 426. 

2 ) Geologie der Steiermark, pag. 644. 

3 ) Zur Kenntniss der petrographischen Beschaffenheit der südsteiermärkischen 
Eruptivgesteine. Mittheilungen des naturw. Vereines f. Steiermark. 1880, pag. 29. 

38* 



256 Verhandlungen. J^r. 13 

kaum als selbstständige Eruptionspunkte zu deuten, wie Stur ver- 
muthet (vergleiche : Geologie von Steiermark, 3. G00 und Jahrbuch der 
k. k. Geolog. R.-A. 1888, pag. 538), sondern eher als »Stromenden aufzu- 
fassen, deren Ursprung anderwärts zu suchen ist. Zweierlei Beobachtungs- 
reihen verweisen bezüglich dieses Ursprunges auf das Smrekouz-Gebirge : 
Die Betrachtung der Tuffmassen , welche von Ost gegen West immer 
mehr an Mächtigkeit zunehmen, sowie die Untersuchung der petro- 
graphischen Beziehungen der vereinzelt im Osten von Untersteiermark 
auftretenden Eruptivgesteine zu jenen des Smrekouz. Auf ersteres Ver- 
hältniss hat bereits Stur hingewiesen, die petrographischen Beziehungen 
sind aus Hatle's Abhandlung „Zur Kenntniss der petrographischen Be- 
schaffenheit der südsteiermärkischen Eruptivgesteine" wenigstens in ihren 
Grundzügen zu ersehen. Die geologische Detail-Aufnahme Untersteier- 
marks wird ohne Zweifel den Zusammenhang der Eruptivstöcke und 
der Stromenden mit grösserer Sicherheit erkennen lassen, als dies heute 
möglich ist. Die letzteren lassen durch ihre Einschaltung in die marinen 
Sedimente den Zeitpunkt der Eruptionen erkennen, es ist deshalb von 
Bedeutung , dass der Hornblende- Andesit von Cerovec und die Augit- 
Andesite von Videna und Terlitschno über den aquitanischen Schichten 
im unteren Theile der Ablagerungen der ersten Mediterranstufe liegen. 
Es ist möglich , dass die tertiären Eruptionen Untersteiermarks schon 
zu einer früheren Zeit begonnen haben (Stur versetzt, wie gleich zu 
erörtern sein wird , ihren Beginn in die Zeit der Gombertoschichten) ; 
nach jenen Beobachtungen, welche ich hierüber in der Umgegend von 
Rohitsch und früher in jener von Tüffer zu machen Gelegenheit hatte, 
möchte ich glauben, dass wenigstens die grösste Masse des eruptiven 
Materiales bei dem Beginne der ersten Mediterranstufe gefördert wurde. 
In der in Rede stehenden Gegend treten versteinerungführende, 
aus eruptivem Material bestehende tuffige Schichten, welche ganz den 
Charakter der versteinerungreichen triadischen Tuffe Südtirols oder der 
eoeänen, fossilreichen Tuffe der Gegend von Vicenza tragen, an mehreren 
Stellen auf. Einen solchen Punkt hat schon Morlot mit folgenden 
Worten geschildert: „An der Strasse von Pöltschach nach Rohitsch, 
gleich nachdem man den Kalkrücken durchschnitten hat , steht im 
Gebiet der daran gelehnten eoeänen Schiefer ein Bruch auf ein dunkel- 
grünes, ganz massiges und hartes Gestein, welches man Grünstein zu 
nennen geneigt wäre , in welchem aber sehr kleine , doch deutliche 
Muscheln (Nucula und Cardium) enthalten sind." 1 ) Stur betrachtet 
dieses Vorkommen als den Schichten von Oberburg angehörig und er- 
klärt es durch die Annahme, dass schon zur Zeit der Ablagerung dieser 
Schichten die ersten Eruptionen des rlornfelstrachytes stattgefunden 
hätten. 2 ) Ich fand an dieser Stelle (bei Launig an der neuen Strasse 
von Pöltschach nach Rohitsch) zahlreiche, aber meist nur als Fragmente 
oder Abdrücke erhaltene Versteinerungen. Am häufigsten sind Bruch- 
stücke eines gerippten Pectens j welche eine nähere Bestimmung nicht 
zulassen. (Auch Stur erwähnt von diesem Fundpunkte einen unbestimm- 



') Andeutungen über die geologischen Verhältnisse des südlichsten Theiles % r on 
Untersteier. Haidinger's Ber. üb. d. Mitth. 

2 ) Geologie der Steiermark, pag. 532 und 533. 



Nr. 13 Bericht vom 31. October. R. Hoernes. 257 

baren kleinen Pecten). Aus älterer Zeit, noch von Prof. Peters her, 
liegt in der geologischen Sammlung der Universität Graz ein Pecten- 
Fragment vor mit der Fundortsangabe Gabernig bei Rohitsch , welches 
aussen glatt, innen mit paarigen Leisten verschen, dem Pecten cristatus 
Bronn, oder einer sehr nahestehenden Form angehört. Feiner fand ich 
eine im Abdruck wohl erhaltene Tellina, welche dieselbe Art zu sein 
scheint , die ich auch in den Mergeln der ersten Mediterranstufe bei 
St. Hemma nächst Windisch-Landsberg beobachtete. Von einem anderen 
Fundorte, der noch der genaueren Untersuchung und Ausbeutung harrt, 
von Dobovec bei St. Rochus, erhielt ich einen aus tuffigem Material 
gebildeten Steinkern des Strombus coronatus Defr. 

Ausser solchen Gesteinen , welche geradezu als Tuffe bezeichnet 
werden müssen, kommt jedoch eruptives Material den übrigen Sediment- 
bildungen der ersten Mediterranstufe in ungeheurer Menge beigemischt 
vor. Fragmente von Eruptivgesteinen und Tuffen bilden einen inte- 
grirenden Bestandteil der Seichtwasserbildungen , der Conglomerate 
und Lithothamnienkalke, wie sie beispielsweise am Donatiberg und im 
Jemenzegraben bei Sauerbrunn auftreten. Aber auch die Sandsteine 
dieses Gebietes, welche grosse Verbreitung und Mächtigkeit besitzen 
und in der nächsten Umgebung von Sauerbrunn den Janinaberg und 
die Triester Höhe zusammensetzen, bestehen wohl hauptsächlich aus fein 
zerriebenem eruptiven Material , wie dies insbesondere dort ersichtlich 
wird, wo etwas gröberer Detritus eingelagert ist. Durch feiner werdendes 
Korn und Thonaufnahme gehen diese grünlichgrauen, rostgelb ver- 
witternden Sandsteine in den sogenannten „Lapor" (Stur's Foramini- 
ferenmergel) über, ein graues, sandig-mergeliges Gestein, welches meist 
Schieferstructur zeigt, die durch das mehr weniger häufige Auftreten 
von Glimmerblättchen deutlicher wird. Mit der Bezeichnung Lapor 
werden in der Gegend alle weicheren , der Verwitterung rasch unter- 
liegenden Tertiärgesteine bezeichnet, ihr petrographischer Charakter 
ist ein ziemlich schwankender, da Schieferthone, Mergel und thonige 
Sandsteine unter diesem Namen zusammengefasst werden. Manche Ge- 
steinsabänderungen gleichen sehr dem Tüfferer Mergel, dessen Ver- 
steinerungen sie auch theilweise führen. 

Alle diese so verschiedenartigen Faciesgebilde sind nicht nur durch 
Gesteinsübergänge, sondern auch durch Wechsellagerung und gegen- 
seitiges Ineinandergreifen zu einem untrennbaren Ganzen verbunden. 
Ich verzichte darauf, durch einzelne Profile diese Zusammengehörigkeit 
darzulegen , sondern verweise nur darauf, dass an manchen Stellen 
über den aquitanischen Bildungen Tuffe an anderen Sandsteine oder 
Mergel, an noch anderen aber Conglomerate und tuffige Lithothamnien- 
kalke die untersten Schichten der ersten Mediterranstufe bilden und das 
gleiche Vicariiren der verschiedenen Facies sich auch in den höheren 
Theilen des Schichtcomplexes zeigt. 

Die erwähnten Faciesgebilde sind leider in der in Rede stehenden 
Gegend nichts weniger als fossilreich entwickelt. Nur in den Mergeln 
habe ich zahlreichere und besser erhaltene Reste gefunden. So in hellen 
Mergeln bei St. Hemma nächst Windisch-Landsberg, sowie bei St. Maria 
und St. Anna nächst Tinsko. Das Gestein und die in demselben vor- 
kommenden Versteinerungen erinnerten mich ungemein an die Hangend- 



258 Verhandlungen. Nr. 13 

schiebten von Sagor. Ungemein Läufig kam eine kleine Tellina vor, 
dann folgte in der Häufigkeit Pecten denudatus Reuss. Bei St. Peter im 
Bärenthal fand ich in petrograpbisch dem Schlier gleichendem Gestein 
Solenomya Doderleini Mayer und Lucina ottnangensia , welch letztere 
auch in den Hangendmergeln von Sagor zu den häufigsten Vorkommnissen 
gehört. Der Sandstein ist hingegen geradezu fossilleer und auch der 
Lithotliamnienkalk hat bis nun nur wenige nicht näher bestimmbare 
Austern- und Pecten-Fragmente geliefert. 

Bei dieser dürftigen Ausbeute an Versteinerungen mag es be- 
fremdlich erscheinen, dass ich die besprochenen Ablagerungen ohne 
weiteres der ersten Mediterranstufe zuweise. Ich bemerke diesbezüglich 
nur, dass ich bei der vollständigen Gleichartigkeit derselben mit den 
viel fossilreicheren Ablagerungen der ersten Mediterranstufe von Tüfter, 
sowohl was die Facies als die stratigraphischen Verhältnisse anlangt, 
keine Zweifel in dieser Richtung hege. Auf eine Bekämpfung jener 
Ansicht, welche heute noch trotz der Hyopotamus- und Anthracotherium- 
Keste von Eggenburg die Altersverschiedenheit der ersten und zweiten 
Mediterranstufe Suess' bestreitet, muss ich an dieser Stelle wohl 
verzichten. 

Reise-Berichte. 

C. v. Camerlander. Reisebericht aus dem Gebiete des 
mährischen Hohe Haide-Hirschkammzuges. (Berggeist bei 
Römerstadt, am 21. August.) 

Das mir für die heurige Aufnahme zugewiesene Gebiet stellt den 
mährischen Antheil des Blattes der Specialkarle Z. 5, C. XVI (Frei- 
waldau) dar, dessen schlesischer Antheil mich bereits vor etlichen 
Jahren beschäftigte. Ein Stück dieses meines heurigen Aufnahmsgebietes 
ist zugleich jenes Gebiet, das die Herren Becke und Schuster in 
den letzten Jahren zum Gegenstande einer gemeinsamen petrographischen 
Detailstudie gewählt haben; um der von Herrn Prof. Becke zu ge- 
wärtigenden petrographischen Detailbeschreibung in keinerlei Weise 
vorzugreifen, habe ich die Kartirung dieses gemeinsamen Gebietsan- 
theils in erster Linie von dem Gesichtspunkte aus begonnen, um den 
Zusammenhang mit den von mir früher kartirten Gebieten jenseits 
der die Grenze haltenden Mohra herzustellen. Die bisherigen Bege- 
hungen dieses durch die Ort-, Berg- und Thaluamen: Karlsdorf, Tuch- 
lahn, Fichtlichpass, Zöptau, Erzberg, Mertathal, Hohe Haide, Mohrathal 
bezeichneten Gebietes haben diesen gesuchten Zusammenhang mit den 
angrenzenden Gebieten Schlesiens theilweise hergestellt. 

Ich knüpfe kurz an meine Beobachtungen in jenem Gebiete an, 
das den Schlüssel zur geologischen Kenntniss eines grossen Theiles 
der mährisch-schlesischen Sudeten in sich birgt, der Umgebung von 
Würbcnthal. Die dort fossilführenden Glieder des Unterdevons: schwarze 
mürbe Thonschiefer, Quarzite, Diorite und deren schiefrige Aequivalente, 
sowie auch mit diesen in Zusammenhang zu bringende grüne , kalk- 
reiche , phyllitische Bildungen und — selten — Kalke bilden dort 
eine, im Liegenden von einem eigenartigen Gneisse, „Pliyllitgneiss", 
im Hangenden von der Grauwacke eingeschlossene , wenig mächtige 
Zone. Diese zum Theil eisensteinführende Zone konnte im Streichen 



Nr. 13 Bericht vom 31. October. C. v. Camerlander. 259 

nach Südwest am rechten Oppaufer gegen Karlsbrunn ohne Verände- 
rung- verfolgt werden. Westlich von Karlsbrunn erfolgt eine theil weise 
Aenderung : das Streichen wendet sich theilweise mehr gegen Ost- West 
und indem auch statt des bisherigen Ostfallcns West- und Ostfallen 
sich einstellt, begegnen wir den genannten Gliedern in einer breiteren 
Zone, die sich durch das Hubertskirchner Revier bis zur Hohen Haide 
verfolgen lässt. Zugleich mit der Verbreiterung der Zone ändert sich 
auch das Liegendgestein; Phyllitgneiss erscheint nur mehr in verein- 
zelten Partien; dagegen erscheinen verschiedenartige, meist aber helle, 
bald mehr quarz-, bald mehr glimmerreiche Phyllite, die sich z. B. in 
der Gegend des Oppafalles allmälig aus den schwarzen Schiefern ent- 
wickeln, zum Theil auch noch vergesellschaftet mit spärlichen Quarziten 
und Dioriten. Demzufolge hatte ich diese Phyllite, die auch den Altvater 
zusammensetzen , in nächste Verbindung mit den Gliedern des Unter- 
devons gebracht, mögen sie nun eine altersgleiche Facies desselben, oder 
aber eine Vertretung des bisherigen Liegendgliedes, des Phyllitgneisses, 
darstellen. Diesen letzteren selbst aber hatte ich in Folge seiner Ueber- 
gänge in die Phyllite gleichfalls mit diesen und damit dem Unterdevon 
in nähere Verbindung gebracht und keinesfalls als archäisch betrachtet, 
trotz der Schwierigkeit, ihn von anderen, älteren Gneissen zu trennen. 
Den Complex des sicheren Unterdevons nun konnte ich zu- 
nächst heuer über die Mohra als Landesgrenze herüber verfolgen ; er 
setzt die südöstliche Ecke des Blattes zusammen. Die schwarzen Thon- 
schiefer, als das Mittel, in welchem die anderen Bildungen eingebettet 
sind, streichen herüber in das Gr.-Mohrauer Revier und zu den alten Berg- 
bauen auf der Tuchlahn ; grüne Schiefer unterbrechen ihren Zusammen- 
hang, indem sie bald als schmale, nicht kartirbare Zwischenlagen bis 
knapp unterhalb des wasserscheidenden Hauptkammes, bald als grösserer 
Complex, wie im östlichen Gebiete des Mai-Berges bei Karlsdorf, erscheinen, 
stets begleitet von massigen Dioriten, die sich zumeist nur durch lose 
Blöcke verrathen ; grössere Strecken nehmen diese letzteren ein südöstlich 
von der Maiwiese, überhaupt an etlichen Stellen im Verlaufe des zwischen 
Mohra und Ochsenwasser vom wasserscheidenden Hauptkamm ab- 
zweigenden Seitenkamm des Mai-Berges, wie auch an dem parallel hiermit 
zwischen Ochsenwasser und Kesselbach verlaufenden Kamme der breiten 
Leiten, besonders aber auf dem Pochfels, hier sogar in hohem Maasse 
felsenbildend und auch westlich des Kesselbachs , wie z. B. südöstlich 
von der Alfredhütte und in der Nähe der alten Blei- und Zinkbaue 
oberhalb Neudorf (an der Tuchlahn), während ihre häufige Anwesenheit 
in Form kleinster Linsen schon allein dadurch bewiesen wird, dass 
z. B. der Silberbach zumeist Blöcke dieses sehr widerstandsfähigen 
Gesteins führt, ohne dass es gelänge, im Ursprungsgebiete desselben den 
Diorit in halbwegs grösserem Maasse anstehend zu finden. Quarzite 
erscheinen in Form paralleler Züge im Gebiete des Schüsselberges 
und der Tuchlahn, am Südosthang des Hirschkamm (zwischen Klausen- 
graben und Silberbach), am linken Ufer des obersten Klausengiabens, 
südöstlich des Hirschbrunnens und auf den grünen Steinen. Damit 
sind wir aber immer durch die gleichen Schichtglieder und im Streichen 
des sicher unterdevonischen Complexes südwestwärts schreitend bis fast 
an den Hauptkamm des Gebirges, das ist jenen Theil desselben gelangt, 



2fiO Verhandlungen. J^r. 13 

wo das Streichen der Schiebten annähernd jenem des Kammes entspricht, 
von der Hohen Haide über den Hirschkamm und die Schieferhaide 
reichend bis zur tiefen Passeinsattelung von Fichtlich bei der einsamen 
Einkehr zum Berggeist. 

Dieser Hauptkamm selbst aber ist gebildet von den Phylliten, 
die bald quarz-, bald glimmerreicher sind und wie im schlesischen Ge- 
biete des Altvaters Uebergänge und Wechsellagerungen mit den zuvor 
genannten weichen schwarzen Schiefern wahrnehmen lassen. Hier ist 
der Kammphyllit überdies westlich begleitet von einem nicht ununter- 
brochenen Quarzitzug, den die bisherige Karte ausscheidet, während 
das zuvor geschilderte Gebiet, wiewohl es das weitaus umfangreichere 
ist, ganz einförmig daselbst erscheint. 

Wechsellagerung zwischen dem festen Phyllit und dem schwarzen 
mürben Thonschiefer lässt sich z. B. beobachten im Gebiete des Back- 
ofensteins ; auf diesen aus Phyllit gefügten Fels am Kamme folgen die 
im Grus des Saumweges kenntlichen schwarzen Schiefer, um östlich 
vor dem obersten Salzgraben wieder abgelöst zu werden von deutlich 
phyllitischen Bildungen oder am Mittelkamp, östlich vom (eigentlichen) 
Hirschkamm ; auch noch tiefer im Herrschgebiete der schwarzen Schiefer 
sieht man lichte, dem Hauptkammphyllite ähnliche, sehr quarzreiche 
Glieder, wie auf dem Gipfel des (niederen) Hirschkamm (1183 Meter). 

Aber wir sind auch auf eine weit wichtigere Wechsellagerung ge- 
stossen; auch der Phyllitgneiss erscheint, und zwar in derselben Aus- 
bildung wie auf dem Peterstein , wonach die Herren B e c k e und 
Schuster die Bezeichnung Petersteingneiss entnahmen, mit schwarzem 
Thonschiefer und dem festen lichteren Phyllit in Wechsellagerung 
längs des Felsenweges, der von der Maiwiese zur Kesselwiese führt : 
ist die Einlagerung auch nur metermächtig, verkennen lässt sie sich 
nicht und obendrein finden sich noch lose Blöcke etwas westlich, immer 
noch im Gebiete der schwarzen Schiefer zwischen der Maiwiese und 
dem Mittelkamp. Und ich halte dafür, dass es die gleiche Bildung wie 
auf dem Peterstein ist und an den Felsen des Brandbergkammes (süd- 
westlich von Würbenthai) , die zwischen dem obersten Hause von 
Kleppel und dem Berggeistwirthshause am Waldsteig aufgeschlossen 
ist. Da überschreitet man von dem in die Einsenkung des Fichtlich- 
passes eingebetteten Torfmoore aus die schwarzen Thonschiefer und 
Quarzite in losen Blöcken und gelangt zu dem genannten Phyllitgneiss- 
fels, um quer auf's Streichen sodann wieder am Südwesthange des 
Hof berges in schwarze Schiefer und Phyllite zu gelangen. Ebenso findet 
sich am Westhange des Backofen im Phyllitgebiete der Phyllitgneiss ; 
der über den Staffelsteig vom Backofen herabkommende Bach führt 
Phyllitgneiss und den auch anderwärts für denselben bezeichnenden Linsen- 
pegmatit und doch ist das westlich folgende Gebiet au der Urlichlehne 
gegen Katzenkopf und Schneckengraben zu immer noch Phyllit. 

Ich verweile nicht länger bei diesen Wechsellagerungen von 
schwarzem , unterdevonischem Schiefer und Phyllit , von Phyllit und 
Phyllitgneiss ; bereits hier Nachricht zu geben von dieser, wie ich glaube, 
wichtigen Thatsache hielt ich indess nicht für unpassend ; im Lichte 
dieser Beobachtungen werden wahrscheinlich auch gewisse Vorkomm- 
nisse in der Gegend von Würbenthai selbst anders als ich bisher ge- 



Nr. 13 Bericht vom 31. October. Gejza Bukowski. 261 

glaubt, anders als durch die Annahme complicirter Einhaltung zu deuten 
sein, ich meine das Wiederauftreten devonischer Schiefer und Quarzite, 
nachdem bereits quer auf's Streichen der Phyllitgneiss erreicht ist, wie 
an der Rauberlehne, wo heuer auch mein Herr Chefgeologe Oberberg- 
rath E. Tietze diese schwer zu deutende Erscheinung beobachtete. 
Für jeden Fall scheinen mir Phyllit und Phyllitgneiss mit dem 
sicheren Unterdevon in weit näheren Zusammenhang gebracht werden 
zu müssen, als gewöhnlich angenommen wird und für eine Discordanz 
zwischen Unterdevon und Phyllitgneiss nicht zu sprechen. 

Die sehr schwierige Aufgabe der Abtrennung dieser Phyllitgneisse 
von eventuell wirklich archäischen Bildungen wird allerdings sich viel- 
leicht überhaupt kaum lösen lassen. Für heute möchte ich nur auf 
einen Punkt hinweisen : sehr dünnplattige , quarzreiche und glimmer- 
arme Gneisse, die petrographisch also nicht dem eigentlichen Phyllit- 
gneiss — vergl. meine Charakteristik an dieser Stelle, 1886 — gleichen, 
werden diesem zuzurechnen sein, wie sie z. B. die Felsen bei der Ein- 
mündung des Schneckengrabens in den nach Wermsdorf fliessenden 
Seifenbach bilden. Denn eben dieselben dünnplattigen Gneisse kann man 
auf dem Hemmberg (südwest vom Berggeist), bereits gelegen auf dem 
meinem Herrn Collegen Bukowski zugewiesenen Blatte M.-Schön- 
berg — M.-Neustadt, deutlich aus den Phylliten hervorgehen sehen. Gerade 
für die Lösung dieser Aufgabe aber wird die von einem so berufenen 
Meister der Petrographie, wie es Prof. F. Becke ist, zu gewärtigende 
petrographische Detailstudie von unschätzbarem Werthe sein. 

Gejza Bukowski. Reisebericht aus der Gegend von 
R ö m e r s t a d t in Mähren. 

Die Aufnahme des mir zugewiesenen Kartenblattes Mährisch- 
Neustadt — Schönberg (Zone 6, Col. XVI) begann ich im Nordosten bei 
Römerstadt, in dem Gebiete der Grauwackenformation und schritt ich 
von hier aus gegen Westen, in das Unterdevon und die eigentlich kry- 
stallinische Region vor. 

Der bisher begangene Theil der Grauwackenformation zwischen 
Klein-Mohrau im Norden und Zechitz im Süden fällt im Sinne der Ein- 
theilung des mähr.-schles. Devon durch F. Römer ganz der mittleren 
Abtheilung, den sogenannten Engelsberger Schichten, zu. Bezüglich der 
Sedimententwicklung herrscht vollkommene Uebereinstimmung mit den 
übrigen Gebieten dieser Abtheilung; ich brauche mich wohl auch des- 
halb nicht länger bei diesem Punkte aufzuhalten. Es setzen dieses 
Terrain ausschliesslich Grauwackensandsteine , Grauwackenschiefer, 
lichte blätterige oder plattige Thonschiefer und Dachschiefer zusammen ; 
dieselben wechsellagern mit einander auf Schritt und Tritt. Bemerken 
will ich nur, dass die kartographische Ausscheidung der Dachschiefer 
und Thonschiefer sich hier ebensowenig wie anderwärts durchführen 
lässt. In manchen Regionen erlangen wohl die Dachschiefer eine grössere 
Mächtigkeit und Ausbreitung, doch bilden sie hierbei niemals zusammen- 
hängende Züge, werden vielmehr wiederholt im Streichen durch Grau- 
wacke ersetzt, welche sich auch stets bald in dünnen, bald in 
mächtigeren Bänken in ihnen eingelagert findet. Von den blätterigen 
Thonschiefern kann nicht einmal das gesagt werden, dass sie bestimmte 

K. k. geolog. Reichsanstalt. 1889. Nr. 13. Verhandlungen. 39 



2(32 Verhandlungen. Nr. 13 

Gebiete durch ihr Vorwalten cliarakterisiren. Die Wechsellagerung und 
der Uebergang im Streichen in die Grauwacke und in die übrigen Ge- 
steinsarteu stellen sich im Gegentheil als ganz regellos dar. Petro- 
graphisehe Uebergängc aus feinkörnigen Grauwackenschiefern in plattige 
Thonschiet'er und Dachschiefer sind Erscheinungen, die zu beobachten 
man wiederholt Gelegenheit hat. Was den Bau anlangt, zeichnet sich 
dagegen dieser ganze Schichtencomplex durch Einfachheit und grosse 
Gleichmässigkeit aus. Bei constantem südöstlichen Einfallen streichen 
alle Schichten gleichmässig nach h. 2 — 3. 

Viel mannigfaltiger in Bezug auf die Zusammensetzung und den 
Bau und demnach auch bedeutend interessanter erscheint das Unter- 
devon. Die Grenze gegen die mittlere Abtheilung ist im Allgemeinen 
eine ziemlich scharfe, namentlich dort, wo den entschieden als unter- 
devonisch anzusprechenden Gesteinen unmittelbar die Grauwacke folgt. 
In manchen Gebieten , so beispielsweise zwischen Gross-Mohrau und 
Römerstadt, verläuft jedoch die Grenze mitten durch eine Schieferzone, 
und hier muss dann der petrographische Habitus der Thonschiefer das 
unterscheidende Merkmal abgeben. 

Das Hauptgestein des Unterdevon ist ein schwarzer, theils glän- 
zender, tbeils matter, zuweilen fein gefältelter Thonschiefer. dessen 
Stelle häutig, vor Allem südlich von Römerstadt, bei Hangenstein, Berg- 
stadt und gegen Eisenberg zu, stark glänzende, chloritische und talkige 
Schiefer , sowie chloritische Kalkpbyllite einnehmen. In diesem Mittel 
liegen bald kleinere, bald grössere Züge von Diorit und Dioritschiefer 
eingebettet. Dieselben treten stets lagerartig auf und stellen sich dem- 
nach als linsenförmige Einlagerungen dar, welche genau das Streichen 
der gesammten Ablagerungen verfolgen und nirgends ein Kennzeichen 
an sich tragen, das auf eine eruptive Natur derselben hindeuten würde. 
Die Trennung des mit freiem Auge zumeist massig aussehenden Diorits, 
welcher nordwestlich von Römerstadt, in der Gegend von Altendorf, 
Neudorf und am Silberbach eine verhältnissmässig grosse Verbreitung 
erreicht, vom Dioritschiefer, ist in der Mehrzahl der Fälle leicht durch- 
führbar. Ausser den genannten Felsarten gebührt noch Quarziten und 
Quarzitschiefern eine sehr hervorragende Stellung unter den Gesteinen 
des Unterdevon. Aehnlich wie die Diorite und Dioritschiefer bilden 
auch diese grössere Züge in den schwarzen Thonschiefern, treten aber 
überdies auch noch sebr häutig als ganz dünne , nicht ausscheidbare, 
oft nur centimeterdicke Bänke sowohl in den Thonschiefern als auch 
in den Dioritschiefern auf. Es lässt sich überhaupt fast überall die 
Beobachtung machen , dass in den Grenzregionen zwei aufeinander- 
folgender Gesteinszonen zunächst eine mehrmalige rasche Wechsel- 
lägerang der beiden betreffenden Gesteine eintritt, bevor das eine der- 
selben die Oberhand gewinnt. Alle Gesteinsarten, namentlich aber die 
schwarzen Thonschiefer, enthalten Schnüre und Nester von Quarz, 
stellenweise sogar in ziemlich bedeutender Menge. 

Ueber die Erzlagerstätten des Römerstädter Bezirkes, welche als 
die südliche Fortsetzung des im Unterdevon von Schlesien nach Mähren 
herüberstreichenden , erzführenden Zuges erscheinen , kann ich keine 
neuen Beobachtungen anführen. Die alten berühmten Bergbaue von 
Bergstadt, Hangenstein u. s. w., selbst die vor noch nicht langer Zeit 



Nr. 13 Bericht vom 31. October. Gejza Bukowski. 263 

im Betriebe gewesenen Bergbaue am Breindlstein und im Pittenwald 
(zwischen Bergstadt and Römerstadt) sind sämmtlich aufgelassen , die 
Stollen grösstenteils verfallen, die Schächte zugeschüttet. Nur an 
wenigen Punkten konnte ich einige der geologischen Angaben älterer 
Autoren, namentlich Hcinrich's und Lipold's, die für uns heute die 
einzige Quelle der Belehrung über die Art und Weise des Erzvorkommens 
in diesen Gegenden bilden, bestätigen. Am Breindlstein und im Pitten- 
wald kann noch so viel constatirt werden , dass die Eisenerze (Roth- 
eisenstein, Magneteisenstein, Eisenglanz), die noch auf Halden in Menge 
angehäuft liegen, sowohl in den schwarzen Thonschiefern, als auch in 
den talkigen Schiefern vorkommen und theils im Kalk oder Quarz, 
theils direct in Schiefern eingeschlossen sind. Aus der Lage der Stollen 
und Pingen lässt sich auch erkennen , dass der Verlauf der Erzlager 
mit dem Streichen der Schichten zusammenfällt. Von den schon seit 
längerer Zeit aufgelassenen Gruben auf silberhaltigen Bleiglanz und 
andere Erze in Bergstadt, über die wir einige Mittheilungen von Hein- 
rich besitzen, ist nichts mehr zu sehen. Ich habe ähnliche Gruben nur 
ausserhalb meines Gebietes, nördlich von Neudorf, auf dem Tuchlahn 
(bereits in dem Terrain meines Collegen Baron Camer lander gelegen) 
kennen gelernt. 

Dass mit den Erzen häufig Kalk vergesellschaftet ist, wurde schon 
erwähnt. Nach Lipoid und Heinrich tritt derselbe blos in schmalen 
Bändern auf, welche man lediglich als Begleiter der Erze aufzufassen 
hat. Er dürfte demnach, wenn die Möglichkeit, ihn zu sehen, auch heute 
noch vorläge, kaum zur Ausscheidung auf der Karte geeignet sein. In 
dem von mir bis jetzt untersuchten unterdevonischen Terrain zwischen 
dem Oberstein und der Reschner Gegend befinden sich aber auch zwei 
Kalkvorkommnisse, die mit Rücksicht auf ihre etwas grössere Mächtig- 
keit ausgeschieden zu werden verdienen. Eine kleine Linse dunklen 
dichten Kalkes liegt im Pittenwald in schwarzem Thonschiefer einge- 
schlossen ; ein zum Zwecke der Kalkausbeutung getriebener Stollen führt 
durch dieselbe. Der zweite Punkt befindet sich am rechten Hang des 
Hangenbachthales , unweit der Eisenberger Mühle mitten in kieseligen 
grünen Schiefern , die hier die Talkschiefer grösstentheils zu vertreten 
scheinen , dabei aber auch als die südliche Fortsetzung des schmalen, 
aber ziemlich langen, im Hangenbachthal sich ziehenden Quarzitzuges 
zu betrachten sind. Der Kalk tritt hier zu Tage. 

Ohne auf das topographisch-geologische Detail näher einzugehen, 
will ich im Folgenden nur ganz kurz einige geologische Verhältnisse 
berühren, die mir wichtig genug erscheinen, um gleich hier hervorge- 
hoben zu werden. 

Wenn man ein Profil durch die unterdevonischen Ablagerungen 
im äussersten Norden des Kartenblattes, etwa von Gross-Mohrau gegen 
West bis zum Pass von Fichtling legt, so lässt sich in groben Zügen 
ungefähr folgende Schichtenfolge angeben: 

Als Liegendes der Grauwackenformation erscheinen zunächst 
schwarze Thonschiefer. Auf diese folgt dann eine breitere Zone, bestehend 
aus Dioritschiefern , schwarzen Thonschiefern, ferner aus chloritischen 
Kalk- und aus Talkschiefern, welche mit einander in Wechsellagerung 
stehen und überdies noch hie und da dünne Quarzitbänke einschliessen. 

39* 



264 Verhandlungen. JJr. 13 

Die stärkste Entwicklung zeigen dabei die Dioritschiefer. In dieser land- 
schaftlich als scharf markirter Höhenzug hervortretenden Zone liegen die 
Erzvorkommnissc des Breindlsteins. Gegen West schliesst sich dann an 
dieselbe ein breiter Streifen schwarzen Thonschiefers an, welcher bis an 
den Taubenberg und den Schotterstein reicht und in der Rosendorfer 
Thalsenkung einen schmalen Dioritzug eingelagert enthält. Die Region 
des Schottersteins, des Taubenberges und Vogelberges, sowie der rechte 
Hang des Silberbachthaies bis Altendorf besteht, vorwiegend aus mas- 
sigem Diorit. Der Diorit bildet hier mehrere ziemlich mächtige Züge, 
welche durch schwarze Thonschiefer von einander geschieden werden 
und als ebensoviele lagerförmige Linsen in diesen erscheinen. Wenn 
bis dahin ein bei aunähernd nordöstlichem Streichen constant südöst- 
liches Einfallen zu beobachten war, neigen sich die Schichten von nun 
an zumeist nach Nordwest. Weiter gegen Westen gelangt man dann in 
ein Gebiet mächtiger Quarzitentwicklung. Aus Quarziten und Quarzit- 
schiefern setzt sich der Hauptmasse nach der Südabfall des Hirsch- 
kammes , nördlich vom Klausgrabenbach zusammen. Einlagerungen 
schwarzer Thonschiefer fehlen wohl auch hier nicht, treten jedoch im 
Allgemeinen mehr untergeordnet auf. In der breiten Region von der 
Steinkoppe und dem Käuligerberg angefangen bis zum Moor und Pass 
von Fichtling kommen schliesslich wieder Thonschiefer zur Herrschaft. 
Auch Diorite und Dioritschiefer finden sich in ihnen wieder eingelagert, 
worauf dann die Phyllite und Quarzite des „Weisser Stein" -Rückens 
höchstwahrscheinlich als tiefstes Glied des Unterdevon und Fortsetzung 
der Würbenthaler Quarzite folgen. 

Anderen geologischen Verhältnissen begegnen wir nun, wenn wir 
die Schichtenfolge etwas mehr südlich, etwa zwischen Römerstadt und 
dem Schosshübel, betrachten. 

Um mich kurz zu fassen, will ich nur bemerken, dass hier nach 
der erzführenden, wie oben, durch Talkscbiefer, schwarze Thonschiefer, 
Kalkphyllite und Dioritschiefer gebildeten Zone, welche regelrecht un- 
gefähr von Nordost gegen Südwest fortstreicht , Quarzite und Quarzit- 
schiefer als Einlagerungen in Thonschiefern eine grössere Rolle spielen. 
Im Hofwald bei Janowitz und in dem Theile von Altendorf, der sich 
längs der nach Zöptau führenden Strasse hinzieht, beobachtet man einen 
mehrmals sich wiederholenden Wechsel von Quarziten und Thonschiefern, 
wobei die Quarzite über die Schiefer zu überwiegen scheinen. Dieser 
Region schliesst sich dann gegen West unmittelbar der Phyllitgneiss an. 
Von eminenter Bedeutung für die Lösung der tektonischen Fragen ist 
leider gerade dieses Terrain ungemein arm an Aufschlüssen. Es lässt 
sich daselbst weder die Aufeinanderfolge der Schichten genau ermitteln, 
noch ist es möglich, sich über das Verhältniss zwischen dem Phyllit- 
gneiss und den östlich anstossenden Thonschiefern und Quarziten klar 
zu werden. Als eine Thatsache von einigem Interesse kann jedoch 
wenigstens die eine Beobachtung angeführt werden , dass in dem 
ärarischen Steinbruche am Schosshübel zwischen den Gneissbänken 
einzelne Lagen eines dichten, fein gerieften Schiefers von phyllitischem 
Habitus hervortreten. Diesen Umstand einer directen Zwischenlagerung 
eines phyllitischen Gesteins im Phyllitgneiss glaube ich nun deshalb 
als ziemlich wichtig bezeichnen zu müssen, weil in der neuesten Zeit von 



Nr. 13 Bericht vom 31. October. A. de Zigno. 265 

Becke und Schuster der Ansicht Kaum gegeben wurde, dass der 
Phyllitgneiss des Altvatergebirges ein Product des umgekehrten Meta- 
morphismus sei. Betreffs der in Rede stehenden Zone dürfte demnach 
die Möglichkeit , wonach sich der Phyllitgneiss durch mechanische 
Vorgänge aus normalem Gneisse herausgebildet hätte, kaum zugegeben 
werden können. 

Zur Charakteristik dieses Phyllitgneisses sei gesagt, dass derselbe 
ein Augengneiss ist, der grosse Feldspathaugen enthält und der, wenigstens 
mit freiem Auge betrachtet, äusserst glimmerarm erscheint. 

Das Hangende des Phyllitgneisses bilden am Käuligerberg Quarzite 
und schwarze Thonschiefer, die Fortsetzung der Quarzite der Steinkoppe 
und der davon westlich bis über das Moor von Fichtling sich aus- 
breitenden Schieferregion. Die Gneisszone des Schosshübels , Hofberges 
und des Steinhübeis liegt somit in der Streichrichtung der in dem ersten 
Profil angeführten Diorite und Thonschiefer des Vogelberges und Tauben- 
berges; im Klausgraben (am Bärenwinkel) stosst sie im Streichen un- 
mittelbar an jene Quarzite an, welche den Südabfall des Hirschkammes 
einnehmen. Eine sichere Entscheidung nun darüber, ob wir es hier 
mitten in unterdevonischen Ablagerungen mit einem einfachen Aufbruche 
des Phyllitgneisses, der im Klausgraben unter die Quarzite des Hirsch- 
kammes hinabsinken würde, zu thun haben, oder ob sich an das Auf- 
treten dieser Phyllitgneisszone auch noch Störungen anderer Art knüpfen, 
ist nach den bisnun gesammelten Beobachtungen nicht zu treffen. Sie 
darf wohl erst aus der Aufnahme der ganzen betreffenden Region er- 
hofft werden. Es sei damit vorderhand nur auf das Vorhandensein 
ziemlich complicirter geologischer Verhältnisse in diesem für den ersten 
Blick einfach gebaut erscheinenden Gebiete hingewiesen. 

Zum Schlüsse will ich noch erwähnen, dass an dem Aufbaue jenes 
Gebietes, welches westlich vom Fichtling-Pass und von dem Quarzit- 
Phyllitzuge des Weissen Steins sich erstreckt, graue, mit Phyllitgneissen eng 
verbundene Biotitgneisse und Hornblendeschiefer hauptsächlichen Antheil 
nehmen. Nebst diesen erlangen bei Rudelsdorf auch Hornblendegneisse, 
die durch Uebergänge mit Amphiboliten zusammenhängen, eine ziemlich 
grosse Verbreitung. Wiederholte Wechsellagerung zwischen Hornblende- 
gneiss , Amphibolit , den zu diesem gehörigen Hornblende führenden, 
chloriti sehen Schiefern und Biotitgneiss findet nicht nur im Grossen, 
sondern, wie dies besonders schön in dem Steinbruche von Rudelsdorf, 
wo hauptsächlich Hornblendeschiefer gebrochen wird, zu sehen ist, auch 
im Kleinen statt. 

Literatur-Notizen. 

Baron A. de Zigno. Antracoterio di Monteviale. Est. dal 
Vol. XXIII delle Memorie del R. Istituto Veneto di sc. lett. ed arti. 
Venezia 1888. 12 Seiten, 1 Taf. 

Ausser den bekannten Funden von Cadibona, welche das Material zur Auf- 
stellung der Gattung Antliracotheriitm geliefert haben, sind im Bereiche der italieni- 
schen Tertiärbildungen nur noch an zwei Localitäten hierhergehörige Fossilreste auf- 
gefunden worden, und zwar in Zovencedo und in Monteviale. Beide Fundoite liegen 
im Vicentinischen Tertiärgebiet, der erstere in den Mti. Berici Süd von Vicenza, 
der letztere iu dem Hügelzuge, welcher sich im Westen von Vicenza von Montecchio 



266 Verhandlungen. Nr. 13 

Maggiore gegen Isola di Malo erstreckt. Die Fundortsangaben „Torreselle und Schio" 
bei Schauroth beruhen nach dem Verfasser auf einem Irrthura. Das Vorkommen 
von Monteviale wurde bereits vor längerer Zeit von Beggiato geschildert und es 
wurde von diesem Autor schon darauf hingewiesen, dass die hier vorliegende Art 
nach ihrer Dimension eine Mittelstellung einnehme zwischen A. magnum und A. minus 
Ouv. Neuere Funde von dieser Localität setzten nun den Verfasser in die Lage , die 
specifische Stellung des Aiithracotlieriums von Monteviale nochmals zu erörtern und 
darznthun, dass hier wirklich eine neue Art von relativ kleinem Körpermaass vorliege, 
für welche der Name A. Monsvialense vorgeschlagen wird. Für deu Vergleich mit 
verwandten Arten — es werden A. magnum von Cadibona und A. illyricum aus 
Südsteiermark in Betracht gezogen — stand dem Verfasser ein Kieferstück zur Ver- 
fügung, das, wie die sehr gute Abbildung zeigt, nicht nur alle Elemente der Be- 
zahnung des Oberkiefers, anscheinend in situ natarali, aufweist, sondern sogar noch 
jederseits einen supernumerären vierten Molar ! Es ist schwer möglich, ohne Einsicht- 
nahme in das Original , ein bestimmtes Urtheil über diese Eigenthümlichkeit des 
Fundstückes abzugeben; da der überzählige, vierte Molar aber stärkere Usuren dar- 
bietet, als der 2. und 3. der Eeibe, so hat man wohl genügenden Grund zur An- 
nahme, dass die etwas zu freie Eestauration, welche nach des Verfassers Mittheilungen 
in der Incisivregion zu beobachten ist, auch noch auf die Molaren sich erstreckt 
haben dürfte. 

Die Arbeit schliesst mit genauen Nachweisen über die Lagerungsvt-rhältnisse 
der Lignile von Zovencedo und Monteviale, welche nach den heute vorliegenden 
Profilen beide demselben geologische Horizonte , und zwar der sogenannten aqnitani- 
schen Stufe, zufallen. (F. Teller.) 

Dr. A. Fric. Studien im Gebiete der böhmischen Kreide- 
formation. Die Teplitzer Schichten. (Archiv d. naturwiss. 
Durchforschung von Böhmen. Prag 1889, Bd. VII, Nr. 2.) 

In seiner gewohnten Weise behandelt der Verfasser in der vorliegenden Ab- 
handlung das sechste Glied der böhmischen Kreidegebilde als Fortsetzung zu seinen 
früheren Arbeiten über die tieferen Glieder dieser Formation , nämlich über die 
Perucer und Korycaner, die Weissenberger und Malnitzer und die Iser Schichten, 
die sänimtlich in dem Archiv der naturwissenschaftlichen Durchforschung von Böhmen 
publicirt wurden. 

Die ganze Arbeit zerfällt in vier Hauptabschnitte. In dem ersten derselben wird 
eine allgemeine Charakteristik der Teplitzer Schichten gegeben, und wird dieser Horizont 
weiter gegliedert in die Stufe des Pläner merg eis von Kystra, der Koschitzer 
Platten, des oberen Plänerkalkes (auch Hundo rfer kalk genannt) und 
der Ry n ch onel 1 e ns ch ic hten. Die vier Stufen werden nur im westlichen Böhmen, 
namentlich in der Umgebung von Teplitz und von Eger, besonders schön ausgebildet 
angetroffen, und ihre Mächtigkeit ist dortselbst zumeist eine recht bedeutende, während 
im östlichen Böhmen dieser Horizont, nur durch die Stufe der Koschitzer und 
Hundorfer Schichten vertreten erscheint, nicht selten eine sehr geringe Mächtigkeit 
von nur 1 Meter aufzuweisen vermag, zwar nur schwer, aber doch genau von den 
älteren und jüngeren Schichtenhorizonten unterschieden werden kann. Nach dem Ver- 
fasser haben wir unter den Teplitzer Schichten eine Wechsellage von Mergeln und 
kalkigen Bänken mit einer eigenthümlichen Fauna zu verstehen, und sind die Teplitzer 
Schichten durch petrographische Merkmale von den älteren und jüngeren Schichten- 
horizonten scharf abgegrenzt. In paläontologischer Hinsicht scheidet die Teplitzer 
Schichten von den Weissenberger und Malnitzer Schichten das spärliche Auftreten des 
in den genannten zwei älteren Schichtenhorizonten so häufigen Ammonites fVoolgarei, 
auch der Lima elongata und das vollkommene Verschwinden von rrotocardium 
hülanum; von den Iser Schichten trennt sie dagegen das Aussterben der Tri gonien, 
der knotigen Pholadomien, der Serpula socialis und der für die Iser Schichten 
charakteristischen Echinodermen. 

Im zweiten Hauptabschnitt der Arbeit wird die Detailbeschreibung der unter- 
suchten Localitäten im Gebiete der Teplitzer Schichten vorgenommen , und zwar der 
in der Umgebung von Teplitz, Ossegg, Judendorf, Rosenthal, Mariahilf, Bilin, Lann, 
im Terrain zwischen Malnitz und Laun, zwischen Leneschitz und Laun , zwischen 
Kystra und Koschitz, von Slavctiu etc. 

Aus dem dritten Abschnitte entnehmen wir den Reichthum der Teplitzer 
Schichten an Fossilien und gewahren, dass die Anzahl derselben sich auf 328 Arten 






Nr. 13 



Bericht vom 31. October. J. Kusita. 



267 



beläuft. Von diesen 328 Species zieht der Verfasser die Foraminiferen ab , um mit 
Hilfe der zurückgebliebenen 232 Arten den Vergleich der Fauna der Teplitzer Schichten 
mit jenen der älteren cretaceischen Gliedern durchzuführen und gelangt zu dem 
Schlüsse , dass von diesen 232 Arten 48 schon in den cenomanen Korycaner, 71 in 
den Weissenberger, 25 in den Malnitzer, 49 in den Iser Schichten vorkommen. Dar- 
nach bleiben 134 Arten als ausschliesslich auf diesen Horizont beschränkt. Wenn 
nun davon noch 16 Species abgerechnet werden , die bisher nur aus den sächsischen 
Aequivalenten dieses Horizontes bekannt sind, so bleiben 118 Arten übrig, als jene, 
welche zum erstenmal in den Teplitzer Schichten Böhmens auftreten. Betreifs des geo- 
logischen Alters dieser Schichten verbleibt der Verfasser auf demselben Standpunkte, 
den er in seiner Schrift über die Weissenberger und Malnitzer Schichten (pag. 7) ver- 
trat und bemerkt dazu noch, dass die übliche Bezeichnung der Teplitzer Schichten 
als Turon noch fraglich ist. 

In dem letzten , vierten Hauptabschnitte werden alle bis nun in den Teplitzer 
Schichten aufgesammelten Arten, deren systematisches Verzeichniss der vorangehende 
Abschnitt enthält, nach der Reihe kritisch besprochen. (J. Prochäzka.) 



J. Kusta. Pflanzenabdrücke im tertiären Tegel von 
Preschen (Vrest an) bei Bilin. (Berichte der k. böhm. wissensch. 
Gesellsch. 1888. Cechisch.) 

Aus dem plastischen Tegel von Preschen, der helvetischen Stufe angehörig, war 
bis zum Augenblicke eine durch geringe Artenzahl vertretene Flora durch C. v. Etting- 
hausen und H. Engel hardt bekannt gewesen. C v. Ettinghausen konnte aus 
diesem Thone und aus dem mit diesem gleichalterigen Tegel von Dlouh^ Oujezd nur 
30 Arten mit Sicherheit constatiren. Engelhardt führt vier Species aus dem Thone 
von Preschen an. Dem Verfasser der vorliegenden kleinen Schrift ist es nun gelungen, 
die erwähnte Artenzahl bis auf 109 Species zu vermehren. Es sind dies: 



Pliyllerium ficicolum Ett. 
Sphaeria spec. 
Depazea Feronia Ett. 
Ryt'sma spec. 
Aspidium Fischen Heer. 
Pteris biliniaca Ett. 
Pinus rigios Ung. 

n Saturni Ung. 

„ tedaeformis Ung. 

n oeiformis End. spec. 
Sequoia Langsdorffi Heer. 
Taxodium distichum miocenum Heer. 

„ laxum Ett. 

Glyptostrobus eur.opaeus Heer. 

„ bilin ic hs Ett. 

Widdringtonia spec. 
Podocarpus eocenica Heer. 
Poacites cf. laeois A. Br. 

„ longifolius Ett. 
Arthrostilidium bilinicum Ett. 
Carex spec. 

Juncus retracfus Heer. 
Typha latissima A. Br. 
Sparganium cf. Acherontium Ung. 
Sabal major Heer. 

„ Lamononis Ett. 

„ spec. 
Myrica acutiloba Bgt. 

„ lignitum Ung. 
Betulu cf. prisca Ett. 
Alnus Kefersteini Gbpp. 
Carpinus grandis Ung. 

„ s l >ec - 
Ftigns Feroniae Ung. 



Quercus Laharpi Gaud. 

„ cf. bilinica Ett. 
n Hoernesi Ett. 
„ spec. 
Custanea atavea Ung. 
Salix cf. macrophylla Veten. 

„ spec. 
Popithts niiilabilis Heer. 

„ spec. 
Ulmus longifolia Ung. 
Planera cf. Ungeri Ett. 
Ficus Hercules Ett. 
„ Lobkovocii Ett. 
„ spec. 
„ spec 
Leptomeria bilinica Ett. 
Banksia spec. 
Grevillea spec 
Laurus neetandroides Ett. 
„ dermatophyllum Web. 
„ cf. Haidingeri Ett. 
„ pr im igen ia Ung . 
Cinnamomum Scheuchzeri Heer. 
„ polymorph um Heer. 

„ laurifolium Ett. 

„ speetabile Heer. 

„ Kosmässleri Heer. 

„ lanceolatum Ung. spec. 

„ subrotundatum A. Br. 

Daphne protogea Ett. 
Pavetta borealis Ung. 
Cinchona Aesculapi Ung. 
„ spec. 

„ spec. 



268 Verhandlungen. Nr. 13 

Fraxitms primigenia Ung. \ Anectomeria Brongniarti Sap. 



Nerium biKntcum Ett. 
Heliotropites aciiminatus Heer. 
Myrsine doryphora Ung. 

„ cf. Plejadum Ett. 
Bumelia Oreadum Ung. 

„ minor Ung. 
Diospyros palaeogaea Ett. 
Ledum spec. 
Andromeda spec. 
Vaccinium spec. 
Azulea spec. 
Magnolia longipetiola Ett. 

„ cf. primigena Ung. 

Sapindus sjiec. 



Nelumbium Ettinghauseni Sieb. 
Tilia lignitum Ett. 

„ Zephiri Ett. 

„ spec. 
Grewia crenata Heer. 
Acer bilinicum Ett. 
Bhamnus spec. 
Carya bilinica Ett. 
Pistacia spec. 

Eucalyptus cf. oceanica Ung. 
Amygdalus spec. 
Prunus spec. 

Sophora cf. europaea Ung. 
Robinia spec. 



Von diesen 109 Arten scheinen Sparganium cf. Acherontium Ung. , Grevillia 
nov. spec. und Paietta borcalis Ung. dem Verfasser für das böhmische Tertiär neu 
zu sein. 29 Arten wurden von ihm auch in dieser Stufe mit Sicherheit nachgewiesen, 
nachdem sie schon von früher theils aus der aquitanischen , theils aus der Tongrien- 
Stufe der böhmischen Tertiärschichten bekannt gewesen waren. Zum Schlüsse seiner 
Arbeit bemerkt der Autor, dass durch die von ihm unternommene Ausbeute des Tegels 
zu Preschen derselbe kaum als erschöpft anzusehen ist , im Gegentheil verspricht er 
noch so manchen werthvollen Fund zu liefern. 

Bezüglich der Vermuthung des Verfassers, die obigen drei Arten seien für das 
Tertiär Böhmens neu, sei bemerkt, dass H. Engelhardt in seinem Verzeichnisse der 
Flora des „Jesuitengrabens" bei Kundratitz im Leitmeritzer Mittel- 
gebirge (Sitzber. d. nat. Gesell. „Isis" zu Dresden 1880, 2. Abth.) bereits Paietta 
borealis Ung. anführt , und diese Art in seiner Monographie über die Tertiärflora des 
„Jesuitengrabens" bei Kundratitz etc. (Nova acta d. k. Leop.-Carol. deut. Ak. 
d. Naturforsch. Halle 1885, Band XLVIII) bespricht und zur Abbildung bringt. Auch 
verzeichnet H. Engelhardt in seiner Abhandlung über die Pflanzenreste aus der 
Tertiärablagerung von Liebotitz und Putschirn (Sitzber. d. naturw. Ges. „Isis" zu 
Dresden. 1880, Heft III u. IV) die Widdringtonia Helvetica Heer. In Folge davon 
beläuft sich die Gesammtzahl der in dem Tegel von Preschen gefundenen Arten auf 110. 

(J. Prochäzka.) 

J. Kusta. Gerolle in dem Steinkohlen flötze von 
Kroußovä und Studtioves in der Permforniation bei Sehla n. 
(Berichte d. k. bühin. wissensch. Gesellsch. zu Prag 1888. Cechisch, mit 
einem deutschen Resume.) 

Aus dem Kohlenbecken von Kladno hat Dr. Ph. Pocta im verflossenen Jahre 
ein Quarzgerölle näher besprochen. Doch kann man aus dem Ganzen , was darüber 
gesagt wurde , nur das entnehmen , dass auch in den Kladnoer Kohlenflötzen Gerolle 
vorzukommen pflegen. Anderer Schluss, als der eben erwähnte, kann daraus schon 
deshalb nicht gefolgert werden, weil keine Nachrichten über das Auffinden des Kladnoer 
Gerölles vorliegen und man nicht weiss, in welcher Bank dasselbe angetroffen wurde. 

Einen weiteren Beitrag zur Kenntniss über das Auftreten von Gerollen in den 
böhmischen Kohlenflötzen bringt die vorliegende kleine Abhandlung. Sieben Geröll- 
stücke werden in derselben beschrieben und fünf zur Abbildung gebracht. Die über- 
wiegende Mehrzahl von denselben, 4 an der Zahl, sind Quarzgerölle, eines ist Schiefer- 
geschiebe und zwei gehören dem Carbonsandsteine an. Das Sandsteingerölle aus der 
Unterbank des Kohlenflötzes zu Kroucovä ist nach dem Autor am interessantesten 
von allen, indem dasselbe an der Oberfläche eine 6 Centimeter lange Furche erkennen 
lässt. Der Verfasser würde sehr geneigt sein, anzunehmen, dass die Gerolle von Kroucovä 
und Studnoves an ihre gegenwärtigen Fundorte durch Gletschereis versetzt worden 
waren, wenn ihn die kleine Menge von 7 Gerollen und das in der That spärliche 
Vorkommen dieser Geschiebe davon nicht abhalten würde. (J. Prochäzka.) 



Verlag von Alfred Holder, k. k. Hof- und Universitäts-Buchhändler in Wien, Rotbentlmrmstr. 15. 

Druck von Gottlieb Gistel & Comp, in Wien. 




x u 14. jssm^mmmEk 1889. 



Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt. 

Sitzung am 12. November 1889. 

Inhalt: Eingesendete Mittheilungen: A. Bittner. Zur Altersbestimmung des 
Miocäns von Tüffer. H. Grave. Notizen über Brunnengrabungen in Kudolfsheim und Unter- 
Meidling. L. v. Tau seh. Miocän bei Leipnik. E. Tietze. Die brennende Quelle von Turo- 
szöwka. — Reise-Bericht: L. v. Taus c h. Heisebericht des SectionsgeMogeu derlll. Section. 
— Vorträge: E. v. Moj sisovics. Nachweis der Zone des Tropitea subbullatus bei Hallein. 
A. Bittner. Die Trias von Eberstein und Fölling. — Literatur-Notizen: J. Niedz- 
wiedzki. A.Rzehak. E. Haug. Ch. Bogdano witch. G. v. Buko wski. J.Partsch. 
V. H i 1 b e r. 

NB. Die Autoren sind für den Inhalt Ihrer Sllttheilnngen verantwortlich. 

Eingesendete Mittheilungen. 

A. Bittner. Zur Altersbestimmung des Miocäns von 
Tüffer in Südsteiermark. 

In diesen Verhandlungen Nr. 13, 1889, pag. 254, veröffentlicht 
Prof. R. Hoernes einen Artikel, betitelt: Die Faciesverhältnisse der 
ersten Mediterranstufe in der Umgebung von Rohitsch-Sauerbrimn. Er 
erwähnt darin , dass die dort auftretenden Tuffe , Conglomerate und 
Lithothamnienkalke , die Sandsteine , Mergel und Schieferniergel, alle 
insgesammt nicht nur durch Gesteinstibergänge , sondern auch durch 
Wechsellagerung und gegenseitiges Ineinandergreifen zu einem untrenn- 
baren Ganzen verbunden seien. Alle diese Faciesgebilde sind fossilarm, 
nur die Mergel liefern zahlreichere und besser erhaltene Reste ; Gestein 
und Versteinerungen erinnerten II o e r n e s ungemein an die „Hangend- 
schichten" von Sagor (soll wohl heissen : Tüfferer Mergel). Von Petre- 
facten nennt Hoernes: Tellina spec. , Pecten denudatus , Solenomya 
Doderleinii und Lucina ottnangensis. Hoernes schliesst folgenderniassen : 
„Bei dieser dürftigen Ausbeute mag es befremden, dass ich die be- 
sprochenen Ablagerungen ohneweiters der ersten Mediterranstufe zuweise. 
Ich bemerke diesbezüglich nur, dass ich bei der vollständigen Gleich- 
artigkeit derselben mit den viel fossilreicheren Ablagerungen der ersten 
Mediterranstufe von Tüffer keinen Zweifel in dieser Richtung hege." 

Das heisst also : Die Mergel von Tüffer gehören der ersten Medi- 
terranstufe an. Befremden wird diese von Hoernes vorgenommene 
Zuweisung der Rohitscher Ablagerungen zur „ersten Mediterranstufe" 
allerdings nur den, welcher die Arbeitsmethode eines gewissen Kreises 
unserer Tertiärgeologen noch nicht kennt. Wenn aber Hoernes das 
Befremdliche dieses seines Vorgehens sofort mit dem Hinweise auf die 
Verhältnisse des Miocäns von Tüffer abschwächen zu können glaubt, 

K. k. geolog. Reichsanstalt 1889. Nr. 14. Verhandlungen. 40 



270 Verhandlungen. J^l'. 14 

so dürfte er dadurch ein noch weit stärkeres Befremden aller Derjenigen 
erregen, welche unvoreingenommen die Literatur zu benutzen gewohnt sind. 

Wir stehen hier vor einem zweiten Versuche, das Alter der mio- 
ciinen Ablagerungen im Gebiete von Tiiffer-Sagor von Robitsch aus zu 
bestimmen, resp. die bei der Untersuchung jener Ablagerungen an Ort 
und Stelle gemachten Erfahrungen über deren Gliederung bei Gelegenheit 
eines Vergleiches mit Rohitseher Vorkommnissen zu modificiren. 

Der erste dieser Versuche (in Verhandlungen 1884, pag. 882) ging 
von Tb. Fuchs aus und wurde von mir in Verhandlungen 1885, 
pag. 225 besprochen. Herr Fuchs citirt bei dieser Gelegenheit meine ein- 
schlägige Arbeit. Nicht so R. Hoernes. Ihm scheint es entgangen 
zu sein, dass ich im Jahrbuche 1884, pag. 433—596 einen längeren 
Aufsatz veröffentlicht habe , der sich ausschliesslich mit dem Tertiär 
von Tüffer-Sagor beschäftigt, meines Wissens eingehender als eine jede 
zuvor erschienene Arbeit, und welcher Aufsatz nicht nur eine Gliederung 
des Miocäns von Tüffer gibt, sondern auch einige nicht unwichtige 
Einwände gegen die früher von Hoernes versuchte Gliederung dieser 
Bildungen beibringt. Diese Arbeit hat nun allerdings den grossen 
Fehler, dass sie mit gewissen Ansichten über die Gliederung des öster- 
reichischen und besonders über die Altersstellung des Tüfferer Miocäns 
nicht vollkommen und unbedingt übereinstimmt. Trotzdem glaube ich 
auf dieselbe hier hinweisen zu sollen. 

Wenden wir uns aber zu dem, was Hoern es diesmal vorbringt. 
Er vertritt, wie sich durch einen Vergleich mit seiner 1883 erschienenen 
Arbeit über die mioeänen Ablagerungen Steiermarks leicht erkennen 
lässt, für Robitsch genau denselben Gedanken, den er damals für die 
Gegend von Tüffer geltend zu machen gesucht hat, d. h. die Anschauung, 
dass alle Faeiesgebilde des Tüfferer Miocäns zu einem einzigen strati- 
graphischen Ganzen, dem Complexe der Schichten von Tüffer verknüpft 
seien, der nach ihm seiner oberen „Zone" der „älteren Mediterranstufe" 
entspricht. 

Nun habe ich im Jahrbuch 1884 gezeigt, dass die Miocänablage- 
rungen der Bucht von Tüffer-Trifail sich ganz constant in folgender 
Weise gliedern lassen (von unten nach oben): 

1. Miocäner Tegel und Grünsand. 

2. Unterer Leithakalk (locaU. 

3. Tüfferer Mergel. 

4. Oberer Leithakalk (local). 

5. Sarmatische Bildungen. 

Alle Glieder von 1—4 (die sarmatischen Bildungen hat Hoernes 
gar nicht gekannt) nun gehören nach Hoernes zu seiner oberen „Zone" 
der „älteren Mediterranstufe". Speciell aus der, wie er meint, innigen 
Verknüpfung der Tüfferer Mergel mit den Grünsanden schliesst er auf 
die Zugehörigkeit der Gesammtablagerungen , also auch auf jene der 
Tüfferer Mergel, die er für Schlier erklärt, zur „ersten Mediterranstufe". 

Aber seine Ansichten sind nicht zugleich jene von Fuchs und 
von Suess, wie sofort gezeigt werden soll. 

Fuchs (in einem Referate im N. Jahrb. f. M. 1885, I, pag. 455) 
deducirt aus meiner Arbeit, dass es nicht nur zwei verschiedene Leitha- 






Nr. 14 Sitzuug am 12. November. A. Bittner. 21] 

kalkhorizonte hei Tüffer-Sagor, sondern dass es Liberhaupt daselbst eine 
ältere und eine jüngere Mediterranstufe gebe und scheint sogar nicht 
abgeneigt, den „Schlier" in den unteren Tegeln (1) zu suchen, was, 
nebenbei bemerkt, ganz aussichtslos ist. 

Suess aber (Antlitz der Erde. I, pag. 393, 402) unterscheidet und 
trennt in dem in Rede stehenden Gebiete, wie überall, dir Bildungen 
der „ersten Mediterranstufe" von denen einer jüngeren Periode, des 
„Schliers", denen er die Tüfferer Mergel zuzahlt. Sowohl Fuchs als 
Suess anerkennen also eine Gliederung der Miocänschichten von Tüffer, 
welche Hoernes grundsätzlich perhorrescirt. 

Die drei Hauptvertreter der Wiener Mcditerrangliederung sind also 
in ihren Ansichten über die Stellung des Miocäns von Tüffer unterein- 
ander selbst durchaus nicht in Uebereinstimmung. Während Hoernes 
seinen Tüfferer „Schlier" nur als Facies eines innig verschmolzenen 
einzigen Schichtcomplexes, einer „Zone" der „älteren Mediterranstufe" 
angesehen haben will, trennt Suess die Tüfferer Miocänablagerungen 
scharf in Absätze zweier verschiedener Perioden, der „älteren Medi- 
terranstufe" als Ganzes und des darauffolgenden „Schlier"; Fuchs 
endlich gibt das Vorhandensein auch noch jüngerer Ablagerungen, d. h. 
Ablagerungen der „zweiten Mediterranstufe", wenn auch in beschränkter 
Weise, zu. 

Ich habe gezeigt , dass z u m m i n d e s t e n d i e T ü f f e r e r 
Mergel selbst (der „Schlier" von Hoernes und Suess) der 
„zweiten Mediterranstufe" im Sinne von Suess, präciser gesagt den 
jüngsten marinen M iocänbi ldungen Oesterreichs zu- 
fallen, genau so, wie dies neuestens durch G U m b e 1 und A m in o n 
(vergl. Ref. in diesen Verhandlungen 1887, pag. 330 und 1S89, pag. 98) 
auch für den oberosterreichischen Schlier nachgewiesen worden ist. Ich 
verweise diesbezüglich auf meine Arbeiten im Jahrbuch 1884, pag. 4!)s ff. 
und in Verhandlungen 1885, pag. 225. Hier soll nur betont werden, 
dass diejenigen , welche sich dieser Ansicht nicht anschliessen wollen, 
leider schon deshalb nicht im Stande sind , derselben eine besser be- 
gründete Anschauung entgegenzusetzen, weil sie über die Gliederung 
des Tüfferer Miocäns, resp. über die Stellung des „Schliers" in dem- 
selben mindestens drei verschiedene Ansichten vertreten, daher unter- 
einander durchaus nicht in Uebereinstimmung sind. 

An einer präcisen Begründung aber fehlt es jeder einzelnen dieser 
drei von Suess, Fuchs und Hoernes vertretenen Ansichten ganz 
und gar und was speciell die Anschauungen von Hoernes über das 
Miocän von Tüffer anbelangt, so hat er diese im Laufe der Jahre zu 
wiederholtenmalen geändert. Es wird vielleicht gut sein , sich diese 
Wandlungen in's Gedächtniss zurückzurufen. Sehen wir zuerst , was 
Hoernes über die Stellung des „Schliers" im Allgemeinen bereits 
für Ansichten vertreten hat: 

Im Jahre 1875 war nach ihm *) der „Schlier" eine gleichalte 
Facies der Schichten von Eggenburg, aber jünger als die Schichten von 
Gauderndorf und Loibersdorf und auch jünger als die Schichten von 
Tüffer. 



') Zeitschrift d. D. geol. Ges. 1875, pag. 637. 

40* 



272 Verhandlungen. Nr. 14 

Im Jahre 1S80 1 ) war der „Schlier" gleichalt mit den Schichten 
sowohl von Eg'gertburg, als mit jenen von Gauderndorf und Loibersdorf 
u n d mit den Schiebten von Tüffer , er vertrat also einen sehr grossen 
Theil der „ersten Mediterranstufe". 

Im Jahre 1 880 vertrat der „Schlier" nur mehr 2 ) die Schichten 
von Eggenburg-Gauderndorf und jene von Tüffer, aber nicht mehr die 
Schichten von Loibersdorf, die inzwischen wieder älter geworden waren. 

Schon im nächsten Jahre (1884) erfolgt ein vollständiger Umsturz 3 ) 
in den Ansichten von Hoernes über den „Schlier". Derselbe gehört 
nach ihm wahrscheinlich der „zweiten Mediterranstufe" an, wenigstens 
der „Schlier" von Oberösterreich. Die Bezeichnung „Schlier" ist nach 
Hoernes (1884) am besten ganz aufzulassen. 

Das Jahr 1889 endlich findet den „Schlier" von Hoernes wieder 
in die erste Mediterranstufe versetzt (Neue Ausgabe der Geologie von 
Leonhar d). 

Wenden wir diese Veränderungen auf die Schichten von Tüffer 
an, so erhalten wir die folgende lehrreiche Uebersicht : 

Im Jahre 1875 stellt Hoernes die Schichten von Tüffer gleich 
den Schichten von Loibersdorf und Gauderndorf und erklärt sie für 
älter als den „Schlier". 

Im Jahre 1880 stehen nach Hoernes die Schichten von Tüffer 
„auf's Genaueste" gleich den Schichten von Loibersdorf-Gaudern- 
dorf-Eggenburg und dem „Schlier". 

Im Jahre 1883 sind die Schichten von Tüffer zwar noch äqui- 
valent dem Niveau von Gauderndorf und Eggenburg und dem Schlier, 
aber sie sind jünger als Loibersdorf geworden. 

Aus dem Jahre 1884 ist leider eine bestimmte Meinung von 
Hoernes über die Schichten von Tüffer nicht in die Oeffentlichkeit 
gedrungen. Man kann nur schliessen, dass sie nach dem grossen Schlier- 
umsturze vom Monate October dieses Jahres nicht mehr „Schlier" 
sein können, da ja der „Schlier" von Oberösterreich in die zweite 
Mediterranstufe versetzt und der Name „Schlier" für werthlos erklärt 
worden ist. Oder sind sie doch noch „Schlier" und dann ebenfalls 
„zweite Mediterranstufe" V Das wird man leider nie mehr erfahren 
können, denn : 

Im Jahre 1889 sind die Schichten von Tüffer wieder zu „Schlier" 
geworden und gehören bestimmt der „ersten Mediterranstufe" an, das 
Tüfferer Miocän ist entgegen dem von mir geführten Nachweise, aber 
auch entgegen den Ansichten von Fuchs und Suess nicht weiter zu 
gliedern, sondern ein einheitlicher Horizont der „ersten Mediterranstufe". 

Merkwürdig ist es gewiss, zu sehen, dass gerade ein so pronon- 
cirter „Anhänger der beiden Stufen", wie Hoernes ist, sich so ent- 
schieden dagegen auflehnt , dass das Tüfferer Miocän in irgend einer 
Weise gegliedert werden soll, während doch Suess die „ältere Medi- 
terranstufe" allein in vier altersverschiedene Niveaus zerlegt (Molt, 
Loibersdorf, Gauderndorf, Eggenburg), denen er überdies als fünftes den 



') Jahrbuch des steir. Gebirgsvereins, pag. 18. 

2 ) Ein Beitrag zur Kenntniss der mioeänen Ablagerungen Steiermarks in Mit- 
theilungen des naturw. Ver. f. Steiermark, 1882. 
") Verhaudl. der geol. R.-Anst., pag. 305. 



Nr. 14 Sitzung am 12. November. A. Bittuer. 273 

Schlier anreiht. Und noch merkwürdiger ist es, dass gleichzeitig', wäh- 
rend ich im Gegensätze zu R. Hoernes das Tüfferer Miocän zu gliedern 
suche, von Fuchs (im N. Jahrb. f. M. 1885, I, pag. 455) gegen mich 
wörtlich der Vorwurf erhoben wird, dass ich zu Jenen gehöre, welche 
in neuerer Zeit überhaupt die Möglichkeit i n A b r e d e 
stellen, innerhalb unserer Miocänbildungen bestimmte altersverschiedene 
Stufen zu unterscheiden und dass ich (was aber sehr verschiedene Dinge 
sind, obwohl auch der letztere Vorwurf nicht stichhältig ist) mit grosser 
Animosität die Theilung des Miocäns in eine ältere und jüngere Medi- 
terranstufe bekämpfe. 

Was ich bekämpfe , das ist die Art und Weise , die Methode , in 
und mittelst welcher von gewisser Seite bei dieser Theilung vorgegangen 
wird, das ist die bei dieser Theilung überall von jener Seite zu Tage 
tretende Absicht , nur bestimmte , von autoritativer Stelle approbirte 
Meinungen als zulässig zu erklären, während es doch den „Anhängern" 
dieser autoritativen Meinungen unbenommen bleibt, zu gleicher Zeit etwa 
zwei oder mehr mit einander nicht harmonirende Anschauungen über 
diese Dinge zu vertreten, ja während dereine oder der andere dieser 
Forscher sogar im Stande ist, von den seinigen bedeutend verschiedene 
oder ihnen sogar widersprechende Ansichten eines befreundeten Forschers 
zum Belege für seine eigenen Anschauungen zu citiren und zu verwerthen. 
Wenn die Herren von der gegnerischen Seite einmal soweit gekommen sein 
werden, ihre Ansichten über gewisse Punkte in Einklang untereinander zu 
bringen, wenn sie ferner im Stande sein werden, jeder für sich seine eigenen 
Anschauungen über bestimmte Fragen auch nur einige Zeit hindurch 
aufrecht zu erhalten , dann werden sie verlangen dürfen , dass sie von 
Seite jener, die sich wirklich mit diesen Dingen zu beschäftigen ge- 
zwungen sind, weitgehendere Berücksichtigung ünden als bisher. 

Aber das muss von Zeit zu Zeit gesagt und hervorgehoben werden 
und gleichzeitig müssen die immer wieder in einer oder der anderen 
Weise, so auch in der neuesten Notiz von Hoernes zu Tage tretenden 
Versuche, gegentheilige Meinungen einfach zu unterdrücken , mit aller 
Entschiedenheit zurückgewiesen werden. 

Zum Schlüsse sei bemerkt, dass wahrscheinlich Niemand von 
R. Hoernes eine „Bekämpfung jener Ansicht, welche auch heute noch 
trotz der Hyopotamus- und Antbracotherienfundc von Eggenburg die 
Altersverschiedenheit der ersten und zweiten Mediterranstufe Suess' 
bestreitet", an der zuerst genannten Stelle verlangt oder erwartet hat. 
Es würde vollauf genügt und den berechtigten Erwartungen entsprochen 
haben, wenn Hoernes daselbst den Beweis erbracht hätte, dass 
die Tüfferer Mergel der „ersten Mediterranstufe" angehören. Mit 
dem vielberufenen Hyopotamus - Kinnbacken , mit dem die Gegner 
der beiden Mediterranstufen in der letzten Zeit beständig geschlagen 
werden , ist nicht der geringste Stützpunkt für die vollständige 
Richtigkeit der Gliederung des Wiener Miocäns gerade in die beiden 
Mediterranstufen gewonnen , sondern höchstens ein Anhaltspunkt mehr 
dafür, dass das Wiener Miocän überhaupt gliederungsfähig sei und 
das hat meines Wissens kein vernünftiger Mensch jemals bestritten. Für 
die Frage nach dem Alter der Tüfferer Mergel aber ist der Fund von 
Eggenburg ganz und gar ohne Bedeutung. Auch Funde zahlreicher Hyo- 



274 Verhandlungen. Xr. 14 

potamen oder Anthracotherien zu Eggenburg wurden nicht genügen, die 
Tiifferer Mergel älter zu machen als sie sind. 

Heinrich Grave : Notizen über Brunnengrabu n g e n i n 
R u d o 1 f s beim und Unter -Meidli n g. 

1. Brunnen in Rudolfs li ei m. Secbsbauser Bezirksspital, an 
der Ecke der Märzstrasse und Hollochergasse (der Mittelpunkt des 
Brunnens 18'05 Meter von ersterer, lö'O Meter von letzterer abstehend). 
3 Meter im Liebten weit, 1880 gegraben, Gesammttiefe 60 - 2 Meter. 

Schichtenfolge: 0*7 Meter Humus, 3*0 Meter Lehm (Löss), Meter 
blauer Tegel (Conglomerattegel ?), 1*0 Meter Sand (wasserführend), 43*5 
Meter blauer (sarmatischer) Tegel, beinahe in der untersten Schiebte 
dieses Tegels wurde ein aufrecht stehender Baumstamm gefunden, von 
welchem ein Stück unter einem beiliegt. 

Nun wurde auf 2*0 Meter Tiefe Sand erbohrt, und das Wasser 
stieg 4 - 8 Meter im Tegel, durch 24stündiges Schöpfen das Wasser be- 
wältigt, so dass die durchbohrten 2 Meter Sand und dann noch 1*0 
Meter Schotter durchgegraben werden konnten, dann stiess man auf Fels. 

Die Schichten fallen deutlich von Nord nach Süd. 

Das gefundene Stammstück , einem Nadelholze angehörig , stellt 
nur einen etwa vierten Theil eines Stammes dar, also ein Scheit von 
circa 10 Centimeter Radius. Es ist merkwürdig, dass dessen äusserste 
Oberfläche stellenweise in eine glänzend schwarze Kohle umgewandelt 
erscheint , während das Innere des Scheites lichtbraun gefärbt ist. Es 
übergehen die im Centrum des Scheites braunen Holzringe nach der 
äusseren Oberfläche hin in schwarze Glanzkohle. 

2. Brunnen in Rudolfs heim. Israelitisches Waisenhaus. 
Goldschlagstrasse, zwischen Illek- und Steinergasse, gegraben 1889, Ge- 
sammttiefe 18 Meter. 

5 Meter Humus, Lehm, Steinbank (Conglomerat), 5 Meter blauer 
Sand, 1 Meter Muschelkalk (siehe Probe 2) und Conglomerat, 8 Meter 
blauer Sand mit Schotter, in der Tiefe wasserführend, zusammen 
18 Meter, Schotter enthaltend. 

Die Schichten fallen stärker gegen Süden und schwach gegen 
Osten, wie in der Fundamentgrube bezüglich der Steinbank constatirt 
werden konnte. 

In der Probe 2 zwei faustgrosse Stücke eines gelblichen Mergel- 
kalkes darstellend, enthalten folgende Arten der sarmatischen Stufe : 



'b* 



Mactra podolica Eichw., 
Ervilia yodolica Eichw., 
Tay es gregaria Partsch, 
Cardium plicatum Eichw., 
Cardium obsoletum Eichw. 

3. Brunnen in Untcr-Mei dling. Meidlinger Hauptstrasse 

Nr. 30, Johannesgasse Nr. 2, im Stockwerksstalle der Neuen Wiener 
Tramway-Gesellschaft, erstellt 1887, 10 Meter tief gegraben. 2"0 
Meter im Lichten weit. 



Nr. 14 Sitzung am 12. November. L. v. Tausch. 275 

2 - Meter schon beim Stallbau entferntes Terrain, 3-3 Meter Tegel, 
dann 4"7 Sand, mit einzelnen grossen Steinen. Die zwei Büchsen, die 
hier in Anwendung kamen, verengerten den Durchmesser auf 1*2 Meter. 

100 Meter Tiefe, die eiste wie die zweite Buchse sitzen theil- 
weise auf einem grossen Stein auf. Nachträglich winde noch auf lft'0 Meter 
mittelst Bohrung ein Rohr von 0"055 Meter eingebracht, welches wieder 
auf einen Stein aufsitzt, der in der Stärke von 0'50 Meter durchbohrt 
wurde 

25'0 Meter Gesammttiefe bei einer Pumpenleistung von G Cubik- 
meter pro Stunde kann iy 2 Stunden geschöpft werden, dann muss das 
Pumpen wegen Wassermangel eingestellt werden. Nach ca. 2 — 3 Stunden 
ist ein neuer Betrieb möglich. 

Die Sandschichte ist in ihrem Aussehen gleich dem Muster 3 (fein- 
körniger grauer Sandstein), welches bei der Brunnengrabung von einem 
vorgefundenen Steine abgesprengt wurde. 

Das Wasser ist stark schwefelhaltig , sandführend , von massiger 
Frische, der im Wasserreservoir sich bildende Satz äusserst säurehaltig 
und greift das Eisen, trotz der ausgiebigsten Minisirung, unverhältniss- 
mässig stark an. Der beiliegende Stein zeigt deutlich , dass er aus 
zwei ungleich dicken Platten besteht. 

Dieser Stein wurde gespalten und auf den Spaltflächen sind ver- 
kohlte Pflanzenbiuchstücke und mehrere kleine Exemplare von Ceri- 
thium pictum Bast, zu bemerken. Auch in der grauen sandigen Masse 
der Platten . die mit Glimmerblättchen bedeckt sind und sehr lebhaft 
an die Platten von Szakadat in Siebenbürgen erinnern, sind Exemplare 
desselben Gerithium sichtbar. 

Dr. L.v.Tausch: Miocän bei Leipnik. 

In meinem im heurigen Jahrbuch veröffentlichten Aufsatz über 
die geologische Aufnahme der Umgebung von Mährisch -Weiss- 
kirchen habe ich pag. 413 dem Zweifel Raum gegeben, ob jene 
tiefe Thaldepression, welche heute durch den Lauf der Betsch von 
Mährisch- Weisskirchen bis Leipnik bezeichnet ist, schon zur 
Miocänzeit bestanden habe und habe mich mehr der Ansicht hingeneigt, 
dass die Verbindung zwischen dem mioeänen Nord- und Südmeer nur 
über Pohl, Czernotin-Keltsch bestand. 

Zur Klarstellung dieser Frage sah ich mich veranlasst, diese 
Gegend nochmals zu besuchen, und in der That fand ich tief im Fluss- 
bett der Betseh, zur Zeit, als diese in Folge der anhaltenden Dürre 
fast wasserlos war, südöstlich von Leipnik, in nächster Nähe der 
Zuckerfabrik, Sande mit verhärteten sandsteinartigen Bänken, die sich 
in nichts von den Sanden unterscheiden, die ich an anderen Orten 
als miocän erkannt hatte. 

Diese Sande sind zwar fossilleer, aber nach den gemachten Er- 
fahrungen stehe ich nicht an, sie als miocän auf der Karte auszuscheiden. 
Somit scheint in der That eine Verbindung des mioeänen Nord- und 
Südmeeres auch im heutigen Thale der Betsch stattgefunden zu haben, und 
die in meinem Aufnahmsbericht gleichfalls angedeutete Möglichkeit, dass 
der Malenikwald aus dem Miocänmeere als Insel emporragte, wird zur 
grössten Wahrscheinlichkeit. 



276 Verhandlungen. Nr. 14 

Dr. E. Tietze. Die brennende Quelle von Turoszöwka 
bei Krosno. 

In meiner vierten Folge der Beiträge zur Geologie von Galizien 
habe ich (Jahrb. der geol. ft.-A. 1889, pag. 303) einer alten Angabe 
Zeuscbner's über eine brennende Quelle bei Turoszöwka westlich 
von Krosno gedacht, da mir diese Angabe im Hinblick auf die andern 
in jenen Beitragen erwähnten entzündbaren Quellen von Iwonicz und 
L^zany (1. c, pag. 299, 329, 330, 334) nicht ohne Interesse erschien. 
Ich bekannte aber, dass mir jene Mittheilung Zeuschner"s erst nach 
meiner Abreise von Krosno bekannt geworden war, und dass ich deshalb 
nicht in der Lage sei, über den heutigen Zustand der betreffenden 
Quelle zu berichten. 

Herr Bergcommissär Gerzabek in JasJo theilt mir nun in einem 
Schreiben mit, dass er einen Ausflug nach Turoszöwka unternommen 
und den betreffenden Punkt aufgefunden habe. Der letztere liegt, einer 
dem Schreiben beigegebenen Skizze zu Folge, zwischen den nach Jaslo 
und Frysztak führenden Strassen , aber mehr in der Nähe der erstge- 
nannten Strasse, nicht allzuweit von der Strassentheilung. 

Die sogenannte Quelle präsentirt sich heute als ein alter Schacht, 
welcher nach Aussage des nebenan wohnenden Bauers 75 Ellen tief 
sein soll. Derselbe Bauer hat den Schacht zugedeckt und nur in der 
Mitte eine kleine Oeffung gelassen, in die er, falls Besucher kommen, 
gegen Entgelt ein eisernes Rohr einsetzt, wonach er die aus demselben 
ausströmenden Gase entzündet. Dies Experiment wurde auch in Gegen- 
wart des Herrn Gerzabek ausgeführt. Die Flammenerscheinung dauerte 
aber nur einige Minuten, worauf das Feuer, sei es von selbst, sei es 
durch Luftzug erlosch. Bei ruhigem Wetter soll man des Nachts die 
Feuersäule übrigens 3—5 Meter hoch emporlodern sehen. 

Diese Angaben können nunmehr zur Richtigstellung, bezüglich 
Ergänzung des Sachverhaltes dienen. Ich erwälme nur noch, dass, wie 
ich nachträglich sehe, abgesehen von der in meinem Aufsatz citirten Mit- 
theilung Zeuscbner's vom Jahre 1836, derselbe Autor bereits im 
Jahre 1834 eine Quelle mit brennbarem Gase bei Turoszöwka beschrieben 
(Tygodnik Krakowski 1834, Nr. 28), welche Quelle damals mit dem 
Namen Kipiaczka bezeichnet wurde (vergl. auch Tor o sie wie z, Heil- 
quellen zu Iwonicz. Wien 1838, pag. 32) und wohl mit der hier er- 
wähnten identisch ist. 

Reise-Bericht. 

Dr. Leopold v. Tauseh. Reisebericht des Sectionsgeo- 
logen der III. Section. (Aufnahmsblatt Prossnitz-Wischau.) 

Nachdem ich die Aufnahme des mir zugewiesenen Blattes (Prossnitz 
und Wischau , Zone 8 , Col. XVI) im Osten zum grösseren Theile be- 
endet habe, erlaube ich mir, über die gewonnenen Resultate einen 
kurzen Bericht zu erstatten. 

Ich glaube , das aufgenommene Gebiet in 2 Theile gliedern zu 
können, in ein südliches, das im Norden durch den Lauf der Hanna 
von Wischau nach Kojetein begrenzt wird, und in ein nördliches, welches 
den übrigen Theil meines Aufnahmsblattes ausmacht und das wiederum 



Nr. 14 Sitzung am 12. November. Rdm. v. Mojsisovics. 277 

in 2 Theile zerfällt: 1. in die zusammenhängende Zone paläozoischer 
Hellichten, welche sich im Westen des Blattes von Süden nach Norden 
erstreckt und 2. das flache Hügelland im Osten , welches durch das 
inselförmige Auftauchen der Cuhnschicliten die Zusammengehörigkeit 
mit ersterer Zone bekundet. 

Das oberste Glied der Ablagerungen bildet sowohl im südlichen, 
wie im östlichen Theil des nördlichen Gebietes — und diese sollen 
nur hier besprochen werden ■ — eine mächtige Decke diluvialer Abla- 
gerungen, welche je nach der Einwirkung der Denudation wahrend des 
Diluviums und der Gegenwart theils als Löss, Lehm und darunter 
liegendem Schotter, theils nur als einer dieser Absätze besteht. Bei 
de